Was für ein Reiseziel ist Alaska?
Alaska ist der grösste Bundesstaat der USA mit rund 1.72 Mio. km² Fläche, aber nur wenigen hunderttausend Einwohnern. Zwischen Gletschern, Nadelwald und arktischer Tundra liegen die grossen Ziele weit auseinander: Anchorage als Drehscheibe, der Denali-Nationalpark im Landesinnern, Fairbanks für Nordlichter und die Inside Passage im Südosten mit der von Strassen abgeschnittenen Hauptstadt Juneau.
Wer mehrere Regionen verbinden will, braucht in Alaska fast immer ein Flugzeug, den Zug der Alaska Railroad oder ein Schiff: Ein durchgehendes Strassennetz gibt es nicht, weite Teile des Südostens und der Küste sind ausschliesslich per Luft oder Wasser erreichbar.
Als US-Bundesstaat gilt für die Einreise dasselbe Verfahren wie für die übrigen USA; Details dazu stehen auf der Seite USA. Alaska selbst unterscheidet sich touristisch aber deutlich vom übrigen Land: keine Verkaufssteuer im Bundesdurchschnitt, eigene Zeitzone und eine Infrastruktur, die auf Distanz statt Dichte ausgelegt ist.
Wie ist Alaska als Reiseland?
Alaska hat auf einer Fläche, die rund ein Fünftel der übrigen USA misst, nur eine kleine Bevölkerung; die meisten Menschen leben rund um Anchorage. Prägend sind 229 vom Bund anerkannte indigene Stämme, von Iñupiat und Yupʼik im Norden über Aleuten im Westen bis zu Tlingit, Haida und Tsimshian im Südosten.
1867 kaufte die USA das Gebiet für 7.2 Mio. US-Dollar von Russland, ein Handel, der in der Presse als «Sewards Torheit» verspottet wurde, bis der Klondike-Goldrausch ab 1896 seinen Wert zeigte. Am 3. Januar 1959 wurde Alaska als 49. Bundesstaat aufgenommen, Hawaii folgte im selben Jahr als 50. Staat.
Die Landschaft reicht von gemässigtem Regenwald an der Küste des Südostens über die Gletscher der Chugach- und Kenai-Berge bis zur Tundra nördlich des Polarkreises. Wegen der Fördereinnahmen aus Öl erhalten Alaskas Einwohner jährlich eine «Permanent Fund Dividend» ausbezahlt, ein einzigartiges Merkmal der Staatsfinanzen.
Reisende spüren die Distanzen: Von Anchorage nach Fairbanks sind es über die George Parks Highway rund 576 km, nach Juneau führt keine durchgehende Strasse, nur Fähre oder Flugzeug.
Was bedeutet es, dass Alaska ein US-Bundesstaat ist?
Alaska ist seit dem 3. Januar 1959 der 49. Bundesstaat der USA und untersteht damit denselben Bundesgesetzen wie Kalifornien oder New York: gleiche Währung, gleiche Einreiseregeln über ESTA oder Visum, gleiche Behörden an der Grenze. Geografisch ist der Staat aber vom übrigen Land getrennt und nur über Kanada, per Schiff oder per Flugzeug erreichbar.
Für Schweizer, Deutsche und Österreicher gilt bei der Einreise nach Alaska exakt dasselbe Verfahren wie für jeden anderen US-Bundesstaat; die Details zu ESTA, Visa Waiver Program und Aufenthaltsdauer stehen auf der Seite USA und werden hier nicht wiederholt.
Eine alaska-spezifische Besonderheit betrifft die Anreise mit dem Auto: Wer von den «Lower 48» aus über Land kommt, durchquert British Columbia und den Yukon auf dem Alaska Highway. Kanada verlangt für die Durchreise mit dem eigenen Auto in aller Regel keine eTA, nur einen gültigen Pass; die US-Einreise nach Alaska erfolgt dann am Grenzposten wie an jeder anderen US-Landgrenze.
Auch bei Steuern und Uhrzeit weicht Alaska vom übrigen Land ab: Es gibt keine bundesstaatliche Verkaufssteuer, und mit der Alaska Time (UTC−9) liegt der Staat eine volle Stunde hinter der Pacific Time der Westküste.
Quellen: USAGov · Immigration, Refugees and Citizenship Canada · Wikipedia · Kintsugi
Welche Orte lohnen sich in Alaska?
Die meisten Reisen verbinden Anchorage als Drehscheibe, den Denali-Nationalpark mit dem Gateway-Ort Talkeetna, Fairbanks für Nordlichter und die Hauptstadt Juneau im von Strassen abgeschnittenen Südosten. Dazu kommen Kenai Fjords bei Seward und die Häfen der Inside Passage, die viele nur per Kreuzfahrtschiff erreichen.
Anchorage
Anchorage ist mit dem internationalen Flughafen (ANC) das wichtigste Einfallstor: 55 Ziele werden nonstop angeflogen, darunter Seattle, Los Angeles, San Francisco, Honolulu sowie die kanadischen Städte Vancouver und Calgary. Von Mitte Mai bis Mitte September fliegt Condor dreimal wöchentlich nonstop nach Frankfurt, als einzige Nonstop-Verbindung nach Europa. Die Stadt selbst dient meist als Ausgangspunkt für Ausflüge, nicht als Hauptziel.
Denali-Nationalpark und Talkeetna
Der Denali-Nationalpark umfasst rund 6 Mio. Acres (etwa 24'300 km²) rund um den höchsten Berg Nordamerikas, mit 6'190 m Gipfelhöhe. Seit einer Anordnung der US-Regierung vom Januar 2025 führt der Gipfel wieder offiziell den Bundesnamen «Mount McKinley»; der Nationalpark selbst heisst weiterhin Denali National Park and Preserve, und Bundesstaat sowie viele Alaskaner verwenden weiter den ursprünglichen Athabaskischen Namen Denali. Der Park hat nur eine einzige Strasse; private Fahrzeuge dürfen nur einen kurzen Abschnitt befahren, den Rest erschliessen Shuttle- und geführte Busse. Der Tageseintritt kostet 15 US-Dollar und gilt 7 Tage, rund 600'000 Menschen besuchen den Park jährlich, die meisten zwischen Ende Mai und Anfang September.
Talkeetna, rund 180 km oder gut 2.5 bis 3 Zugstunden nördlich von Anchorage, gilt als «Gateway to Denali» und liegt nur rund 65 km vom Fuss des Berges entfernt. Die Alaska Railroad verbindet die Stadt mit dem «Denali Star» sowohl mit Anchorage als auch mit Fairbanks; der Zug legt die gesamte Strecke Anchorage–Fairbanks in rund 12 Stunden zurück.
Fairbanks
Fairbanks im Landesinnern liegt unter dem «Auroral Oval», dem Ring erhöhter Nordlichtaktivität, und zählt über 200 potenzielle Beobachtungsnächte pro Jahr. Die Saison dauert vom 21. August bis 21. April, am zuverlässigsten sind Februar und März mit stabilem, kaltem Wetter; bei klarem Himmel stehen die Chancen auf eine einzelne Nacht bei 50 bis 60 %, nach fünf Nächten bei über 90 %. Fairbanks ist zudem Endpunkt der Alaska Railroad von Anchorage und Talkeetna aus.
Juneau und die Inside Passage
Juneau ist die einzige US-Landeshauptstadt ohne Strassenverbindung zur Aussenwelt; erreichbar ist sie nur mit dem Flugzeug oder der Fähre der Alaska Marine Highway, die von Bellingham (Washington) aus bis zu drei Tage unterwegs ist, von Ketchikan aus rund 18 Stunden. Nur 19 km vom Zentrum entfernt liegt der Mendenhall-Gletscher; sein Besucherzentrum zählt rund 500'000 Gäste jährlich und kostet zwischen Anfang Mai und Ende September 5 US-Dollar Eintritt für Personen ab 16 Jahren.
Entlang der Inside Passage liegen weitere beliebte Kreuzfahrthäfen wie Skagway, Ausgangspunkt für den historischen Chilkoot-Pfad des Klondike-Goldrauschs, und Ketchikan mit seiner Lachsindustrie und Totempfahl-Sammlungen; keine der Ortschaften ist untereinander mit dem Auto verbunden.
Kenai Fjords und Seward
Von Seward aus, rund 200 km südlich von Anchorage, starten sechs- bis siebeneinhalbstündige Bootstouren in den Kenai-Fjords-Nationalpark. Sie führen zu tidewassernden Gletschern wie dem Holgate- oder Aialik-Gletscher, die vom Harding-Eisfeld herabreichen, mit Kalbungen, Seelöwen, Robben und häufigen Walsichtungen unterwegs.
Quellen: FlightConnections · Condor · National Park Service · National Park Service · Alaska's News Source · AlaskaTravel.com · Alaska Railroad · Explore Fairbanks · Alaska Department of Transportation · USDA Forest Service, Tongass National Forest · AlaskaTravel.com
Wann ist die beste Reisezeit für Alaska?
Die klassische Reisezeit für Süd- und Zentralalaska ist Juni bis August, mit langen Tagen, milden Temperaturen und offenen Parkstrassen. Wer Nordlichter sehen will, reist von Ende August bis April nach Fairbanks, am zuverlässigsten in den kalten, klaren Monaten Februar und März, während der Denali-Park-Shuttle nur von Ende Mai bis Anfang September durchgehend fährt.
Anchorage, Fairbanks, Juneau und Talkeetna: mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag
| Anchorage | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | -4 | -1 | 2 | 9 | 16 | 20 | 21 | 20 | 15 | 8 | -1 | -3 |
| Tiefstwert °C | -13 | -11 | -9 | -2 | 5 | 10 | 12 | 11 | 6 | -1 | -9 | -12 |
| Niederschlag mm | 53 | 51 | 39 | 38 | 47 | 59 | 83 | 110 | 118 | 87 | 71 | 64 |
| Fairbanks | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | -17 | -11 | -4 | 7 | 17 | 23 | 24 | 20 | 14 | 4 | -10 | -15 |
| Tiefstwert °C | -27 | -23 | -19 | -7 | 3 | 10 | 11 | 9 | 3 | -6 | -20 | -25 |
| Niederschlag mm | 25 | 24 | 20 | 25 | 37 | 75 | 101 | 86 | 60 | 38 | 35 | 30 |
| Juneau | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 2 | 2 | 4 | 8 | 14 | 16 | 17 | 16 | 13 | 9 | 4 | 2 |
| Tiefstwert °C | -1 | -2 | -1 | 2 | 7 | 10 | 11 | 11 | 9 | 5 | 0 | -1 |
| Niederschlag mm | 339 | 221 | 209 | 173 | 154 | 148 | 204 | 280 | 369 | 384 | 329 | 345 |
| Talkeetna | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | -4 | -1 | 3 | 9 | 16 | 20 | 21 | 19 | 14 | 8 | -1 | -4 |
| Tiefstwert °C | -14 | -13 | -11 | -5 | 2 | 8 | 10 | 9 | 4 | -3 | -11 | -13 |
| Niederschlag mm | 63 | 61 | 45 | 59 | 86 | 129 | 146 | 163 | 148 | 106 | 82 | 76 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station MERRILL FIELD AIRPORT (2 km, 38 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station WAINWRIGHT AAF AIRPORT (5 km, 138 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station JUNEAU (0 km, 3 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station TALKEETNA AIRPORT (1 km, 107 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Fairbanks hat als Ort im Landesinnern die grössten Temperaturunterschiede, mit warmen, trockenen Sommern und sehr kalten Wintern. Juneau liegt im gemässigten Regenwald des Südostens und ist ganzjährig feuchter und milder. Anchorage und Talkeetna liegen dazwischen.
| Zeitraum | Passt zu |
|---|---|
| Ende Mai bis Anfang September | Denali-Park-Shuttle durchgehend, Wandern, Mitternachtssonne im Norden |
| Juni bis August | Kenai-Fjords-Bootstouren, Inside-Passage-Kreuzfahrten, Lachszug |
| Ende August bis April | Nordlichter in Fairbanks, am besten Februar/März |
| Oktober bis April | wenig Tageslicht, viele Parkstrassen und Lodges geschlossen |
Rund um die Sommersonnenwende geht die Sonne im Norden Alaskas praktisch nicht unter; in Fairbanks bleibt es auch nachts lange hell, was Nordlichter im Hochsommer unsichtbar macht.
Quellen: Explore Fairbanks · National Park Service · AlaskaTravel.com
Was braucht man für die Einreise nach Alaska?
Alaska ist ein US-Bundesstaat, deshalb gilt für Schweizer, Deutsche und Österreicher dieselbe Regel wie im übrigen Land: mit gültigem biometrischem Pass und genehmigter ESTA (Visa Waiver Program) bis zu 90 Tage visumfrei einreisen. Details zu Kosten, Gültigkeit und Ausnahmen stehen auf der Seite USA, hier nur die alaska-spezifischen Punkte.
Wer mit dem Flugzeug direkt nach Anchorage oder über einen US-Hub einreist, durchläuft die Einreisekontrolle wie an jedem anderen US-Flughafen. Wer stattdessen über Land aus Kanada kommt, etwa auf dem Alaska Highway, reist zunächst durch British Columbia und den Yukon; für die Durchquerung Kanadas mit dem eigenen Fahrzeug ist in der Regel keine eTA nötig, nur ein gültiger Pass, da Kanada diese nur für die Einreise per Flugzeug verlangt.
Kreuzfahrtgäste, die Alaska nur auf einer Rundreise ab Vancouver oder Seattle besuchen und nicht eigenständig einreisen, unterliegen den Einreiseregeln des Kreuzfahrtanbieters für den jeweiligen Hafen; meist reicht der gültige Pass ohne separate ESTA, wenn das Schiff denselben US-Hafen als Start und Ziel hat.
Quellen: USAGov · Immigration, Refugees and Citizenship Canada
Welche Impfungen und Vorsorge braucht es für Alaska?
Vorgeschrieben ist keine Impfung, es gelten dieselben Empfehlungen wie für die übrigen USA: aktuelle Basisimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Masern und Polio. In Alaska kommen vor allem Vorsichtsmassnahmen für die Wildnis dazu: Zeckenschutz, sauberes Trinkwasser und Verhalten in Bärengebieten.
Die medizinische Versorgung konzentriert sich auf Anchorage, Fairbanks und Juneau; in entlegenen Parks und Dörfern kann die nächste Klinik weit entfernt sein, weshalb eine Reiseversicherung mit Rücktransport sinnvoll ist. Trinkwasser aus Bächen und Seen sollte wegen Giardien abgekocht oder gefiltert werden, auch wenn es klar aussieht.
In Bärengebieten wie dem Denali-Nationalpark oder an den Lachsflüssen empfiehlt der Park, Lebensmittel bärensicher zu verstauen, Bärenspray griffbereit zu haben und sich beim Wandern durch Rufen bemerkbar zu machen, um Überraschungsbegegnungen zu vermeiden.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizerisches Expertenkomitee für Reisemedizin · National Park Service
Wie sicher ist Alaska für Reisende?
Als Teil der USA gilt für Alaska dieselbe Sicherheitseinschätzung wie für das übrige Land, mit vergleichsweise niedriger Kriminalität in den touristisch relevanten Gebieten. Die grösseren Risiken sind naturbedingt: Wildtiere, Wetterumschwünge im Gebirge und die grossen Distanzen zwischen Ortschaften.
Bären, sowohl Grizzly- als auch Schwarzbären, kommen in den meisten Wildnisgebieten vor; der Nationalpark rät zu Abstand, korrekter Lagerung von Lebensmitteln und ruhigem Verhalten bei einer Begegnung, ohne wegzurennen. In den Bergen kann sich das Wetter innerhalb von Stunden drastisch ändern, weshalb Schichtbekleidung auch im Sommer Pflicht ist.
Auf abgelegenen Strassen wie dem Denali- oder Dalton-Highway ist der Handyempfang lückenhaft; wer weit fährt, informiert am besten vorher jemanden über die Route. Für allgemeine Sicherheitseinschätzungen der USA gilt die Seite USA.
Quellen: National Park Service · USAGov
Wie reist man nach Alaska und im Land herum?
Internationales Tor ist der Flughafen Anchorage (ANC) mit 55 Nonstop-Zielen, darunter saisonal Frankfurt mit Condor. Wer aus Europa über einen US-Hub wie Seattle oder Los Angeles fliegt, hat die grösste Auswahl; im Land verbinden Inlandflüge, die Alaska Railroad und die Fähren der Alaska Marine Highway die Regionen, ein durchgehendes Strassennetz gibt es nicht.
Condor fliegt zwischen Mitte Mai und Mitte September dreimal wöchentlich (dienstags, freitags, sonntags) nonstop von Frankfurt nach Anchorage, mit einem Airbus A330neo und rund 9 h 35 min Flugzeit; es ist die einzige direkte Verbindung zwischen Europa und Alaska. Sonst führt der Weg über nordamerikanische Drehkreuze wie Seattle, das mehrfach täglich nach Anchorage fliegt.
Innerhalb Alaskas verbindet die Alaska Railroad mit dem «Denali Star» Anchorage über Talkeetna und den Denali-Nationalpark mit Fairbanks, die volle Strecke dauert rund 12 Stunden. Die Alaska Marine Highway, eine staatliche Fährgesellschaft, bedient mit einem rund 3'500 Meilen langen Streckennetz 35 Häfen entlang der Küste, darunter Juneau, das nur so oder per Flugzeug erreichbar ist.
Für den Denali-Nationalpark und viele Wildnisgebiete sind Kleinflugzeuge («Bush Planes») oft die einzige Option abseits der Hauptrouten. Wer mit dem eigenen Auto anreisen will, fährt über den Alaska Highway durch Kanada; die Strecke ab der US-Grenze in British Columbia bis Anchorage misst mehrere Tausend Kilometer.
Quellen: FlightConnections · Condor · Alaska Railroad · Alaska Department of Transportation
Was kostet Alaska und wie bezahlt man?
Bezahlt wird wie im übrigen Land mit dem US-Dollar, Karten sind überall akzeptiert. Anders als viele US-Staaten erhebt Alaska keine bundesweite Verkaufssteuer; einzelne Orte verlangen aber eine eigene lokale Steuer, etwa Juneau mit 5 %, während Anchorage und Fairbanks keine erheben.
Trinkgeld folgt US-Standard: 15 bis 20 % im Restaurant, oft auf dem Zahlterminal vorgeschlagen. Saisonale Angebote wie Gletscherkreuzfahrten, Bootstouren und Bahnfahrten machen einen grossen Teil des Reisebudgets aus.
| Posten | Preis |
|---|---|
| Denali-Nationalpark, Tageseintritt (7 Tage gültig) | 15 USD |
| Mendenhall-Gletscher-Besucherzentrum (16+, Mai–Sept.) | 5 USD |
| Kenai-Fjords-Gletschertour ab Seward, 6 h | ab rund 170 USD |
| Alaska Railroad Anchorage–Fairbanks (Denali Star) | variabel je Saison |
Quellen: National Park Service · USDA Forest Service, Tongass National Forest · AlaskaTravel.com · Kintsugi
Wo übernachtet man in Alaska?
Anchorage, Fairbanks und Juneau bieten Hotels aller Kategorien, in Talkeetna und rund um den Denali-Nationalpark dominieren Lodges und kleinere Motels. In der Hauptsaison von Juni bis August sind beliebte Unterkünfte an Park-Eingängen Monate im Voraus ausgebucht, ausserhalb der Saison schliessen viele ganz.
Am Rand des Denali-Nationalparks liegen mehrere Lodges direkt an der Parkgrenze, meist mit organisierten Ausflügen. In Fairbanks werben Unterkünfte oft mit Weckdienst oder Aussenwannen für die Nordlichtsaison. Camping ist in den Nationalparks möglich, teils mit Reservationspflicht für die Sommersaison.
Was isst man in Alaska?
Die Küche lebt vom Meer und vom Fluss: Wildlachs, Königskrabbe und Heilbutt stehen auf fast jeder Karte, dazu Wild wie Elch oder Karibu. In Fischerorten der Inside Passage gehört ein «Salmon Bake» mit offenem Feuer zum touristischen Alltag.
Anchorage und Juneau haben eine wachsende Craft-Beer-Szene, Fairbanks ist für lokale Brennereien bekannt. Fischmärkte und Imbisse an den Häfen verkaufen frisch gefangenen Lachs und Krabben direkt vom Boot, besonders während der Lachssaison im Sommer.
Welche kulturellen Eigenheiten sollte man kennen?
Alaska zählt 229 vom Bund anerkannte indigene Stämme, von den Iñupiat im Norden über Yupʼik und Aleuten im Westen bis zu Tlingit, Haida und Tsimshian im Südosten mit ihrer Totempfahl-Tradition. Die Kultur ist im Alltag sichtbar, von Kunsthandwerk bis zu saisonalen Festen rund um Lachsfang und Walfang.
In Ketchikan und Sitka zeigen Kulturzentren geschnitzte Totempfähle und traditionellen Tanz, in Anchorage vermittelt das Alaska Native Heritage Center die Lebensweisen der verschiedenen Völker. Mit der jährlichen Dividende aus dem staatlichen Ölfonds, der Permanent Fund Dividend, ist Alaska der einzige US-Bundesstaat, der allen langjährigen Einwohnern direkt Geld auszahlt.
Welche Erlebnisse lohnen sich in Alaska?
Zu den stärksten Erlebnissen zählen eine Busfahrt in den Denali-Nationalpark, eine Gletschertour ab Seward in die Kenai Fjords, ein Spaziergang zum Mendenhall-Gletscher bei Juneau, Nordlichter in Fairbanks zwischen Ende August und April und der Iditarod-Hundeschlittenzug im März.
| Erlebnis | Ort | Hinweis |
|---|---|---|
| Denali-Park-Busfahrt | Denali-Nationalpark | Ende Mai bis Anfang September, private Fahrzeuge stark eingeschränkt |
| Gletschertour | Kenai Fjords ab Seward | 6 bis 7.5 Stunden, Wal- und Robbenbeobachtung |
| Mendenhall-Gletscher | bei Juneau | 12 km vom Zentrum, Besucherzentrum Mai bis September |
| Nordlichter | Fairbanks | Ende August bis April, am besten Februar/März |
| Alaska Railroad Denali Star | Anchorage–Talkeetna–Denali–Fairbanks | rund 12 Stunden Gesamtstrecke |
| Iditarod-Hundeschlittenrennen | Start Anchorage, Ziel Nome | erster Samstag im März, rund 1'600 km Strecke |
| Inside-Passage-Kreuzfahrt | Vancouver/Seattle bis Skagway/Ketchikan | Mai bis September, Haupt-Kreuzfahrtsaison |
Der Iditarod erinnert an den «Great Race of Mercy» von 1925 und führt Musher mit ihren Hundeteams je nach Streckenführung rund 1'000 Meilen von Anchorage nach Nome; die schnellsten Teams schaffen die Strecke inzwischen in unter zehn Tagen.
Quellen: National Park Service · AlaskaTravel.com · USDA Forest Service, Tongass National Forest · Explore Fairbanks · Alaska Railroad · Iditarod Trail Committee
Wie reist man in Alaska umweltbewusster?
Im Denali-Nationalpark ersetzen Shuttlebusse seit Jahrzehnten den privaten Autoverkehr auf der einzigen Parkstrasse, um Wildtiere und die karge Tundra zu schonen. Bei Gletschertouren und Walbeobachtung gilt: Motoren drosseln, Distanz halten und keine Abfälle ins Wasser werfen.
Der Park bittet, auf markierten Wegen zu bleiben, weil die dünne Vegetation der Tundra Jahrzehnte braucht, um sich von Trittschäden zu erholen. Beim Wandern in Bärengebieten gilt striktes «Leave no Trace»: Essensreste und Abfälle bärensicher verpacken und nichts in der Wildnis zurücklassen, weder Nahrung noch Müll.
Quellen: National Park Service
Womit lässt sich Alaska kombinieren?
Am naheliegendsten ist eine Kreuzfahrt oder Weiterreise nach British Columbia: Vancouver und Anchorage sind per Nonstop-Flug verbunden, und viele Inside-Passage-Kreuzfahrten starten oder enden in Vancouver oder Seattle. Wer weiterreisen will, verbindet Alaska mit Kanada über den Alaska Highway oder mit dem übrigen Westen der USA per Inlandflug.
Für eine Landroute nach Kanada, etwa nach Whitehorse im Yukon oder weiter nach British Columbia, gelten dieselben einfachen Einreiseregeln wie für jede Kanada-Reise: kein Visum für Schweizer, Deutsche und Österreicher, meist nicht einmal eine eTA bei der Einreise per Auto. Mehr dazu auf der Seite Kanada.
Für wen eignet sich Alaska, für wen weniger?
Alaska passt zu Reisenden, die Wildnis, Gletscher und grosse Distanzen mögen und dafür Komfort und ein straffes Programm hintanstellen. Weniger geeignet ist es für Kurztrips mit vielen Zielen, für Reisende mit knappem Budget und für alle, die auf durchgehende Strassenverbindungen und dichte medizinische Versorgung angewiesen sind.
Gut passt Alaska zu Fotografen und Wanderern, zu Nordlicht-Jägern, die mehrere Nächte in Fairbanks einplanen, und zu Kreuzfahrtreisenden, die die Inside Passage ohne eigenes Fahrzeug erleben wollen.
Wer wenig Zeit hat, wählt besser eine Region als das ganze Gebiet: Allein die Strecke Anchorage–Fairbanks dauert mit dem Zug rund 12 Stunden, nach Juneau führt gar keine Strasse. Wer engen Kontakt zu einer dichten Infrastruktur schätzt, ist ausserhalb von Anchorage, Fairbanks und Juneau oft auf sich gestellt.