Was erwartet Reisende in Kroatien?
Kroatien verbindet die Hauptstadt Zagreb im Landesinnern mit der über 1'777 km langen Festlandküste der Adria und mehr als 1'200 Inseln, von Istrien im Norden bis Dubrovnik im äussersten Süden. Seit 2023 gehört Kroatien zum Euro- und zum Schengen-Raum, was Reisen ins Land und weiter nach Italien oder Slowenien erleichtert.
Vier Räume prägen eine typische Reise: Zagreb und das grüne Landesinnere mit den Plitvicer Seen, die Halbinsel Istrien im Norden mit Rovinj und Pula, der Kvarner-Golf mit Rijeka und Opatija, und Dalmatien im Süden mit Zadar, Split und Dubrovnik samt den vorgelagerten Inseln Hvar, Korčula und Brač.
Diese Seite fasst Regionen, Reisezeit, Einreise und Gesundheit zusammen (Stand September 2026), dazu die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA für Schweizer, Deutsche und Österreicher.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie ist Kroatien als Reiseland?
Kroatien ist seit 2013 EU-Mitglied und seit 2023 zusätzlich Teil von Euro- und Schengen-Raum, was das Land zum am schnellsten vollständig integrierten Balkan-Staat macht. Kulturell prägen venezianischer Einfluss an der Küste, österreich-ungarische Architektur im Landesinnern und ein bis heute spürbares Nachwirken des Kroatienkriegs von 1991 bis 1995.
Die Adriaküste war jahrhundertelang unter venezianischer Herrschaft, was sich bis heute in Architektur und Küche der Küstenstädte zeigt; Zagreb und das Landesinnere waren dagegen Teil der Habsburgermonarchie. Beide Prägungen ergänzen einander: mediterranes Lebensgefühl an der Küste, mitteleuropäisches Stadtbild im Landesinnern.
Der Krieg von 1991 bis 1995 um die Unabhängigkeit von Jugoslawien hinterliess vor allem im Hinterland Spuren; touristisch relevante Gebiete an der Küste sind seit Jahrzehnten unproblematisch, und laut BMEIA gilt Kroatien als von Minen geräumt.
Kroatien zählt laut offiziellen Angaben rund 1'244 Inseln, Inselchen und Riffe entlang der Adria; nur 78 davon sind grössere Inseln, die meisten unbewohnt. Der Tagesrhythmus an der Küste ist mediterran mit langem Sommerabend, im Landesinnern eher mitteleuropäisch getaktet.
Welche Regionen von Kroatien lohnen sich?
Zagreb mit seiner österreich-ungarisch geprägten Ober- und Unterstadt ist der übliche Ausgangspunkt für das Landesinnere, Split und Dubrovnik sind die grossen Tore zu Dalmatien. Istrien im Norden mit Rovinj und Pula sowie die Inseln Hvar, Korčula und Brač ergänzen das Bild.
Zagreb
Zagreb gliedert sich in die mittelalterliche Oberstadt mit der bunt gemusterten Markuskirche und die im 19. Jahrhundert planmässig angelegte Unterstadt mit Boulevards nach Wiener Vorbild. Der zentrale Ban-Jelačić-Platz und der Dolac-Markt sind Ausgangspunkte für einen Stadtrundgang, der Domplatz mit der neugotischen Kathedrale prägt die Skyline.
Plitvicer Seen
Der Nationalpark Plitvicer Seen, Kroatiens grösster und mit fast 30'000 ha ältester Nationalpark (gegründet 1949), ist seit 1979 UNESCO-Welterbe und bekannt für 16 kaskadenartig verbundene Seen, Wasserfälle und Höhlen. Hölzerne Stege führen mitten durch die türkisfarbene Seenlandschaft, jährlich besuchen über eine Million Menschen den Park.
Istrien
Rovinj mit seiner auf einer Halbinsel gelegenen venezianisch geprägten Altstadt und der Kirche der heiligen Euphemia gilt als eine der fotogensten Städte Istriens. Pula ergänzt mit einem der besterhaltenen römischen Amphitheater der Welt, das bis heute für Konzerte und Filmfestivals genutzt wird.
Split und Dalmatien
Split ist um den um das Jahr 300 erbauten Diokletianpalast gewachsen, seit 1979 UNESCO-Welterbe; die einstige kaiserliche Residenz beherbergt heute Wohnungen, Cafés und die Kathedrale des Heiligen Domnius im früheren Mausoleum Diokletians. Der Nationalpark Krka bei Šibenik ergänzt mit Wasserfällen wie dem Skradinski Buk und der Klosterinsel Visovac.
Dubrovnik
Dubrovnik, seit 1979 UNESCO-Welterbe, war als Seerepublik jahrhundertelang einziger ernsthafter Konkurrent Venedigs an der Adria. Die rund 1'940 m lange Stadtmauer lässt sich komplett begehen und bietet Ausblicke über die Terrakottadächer der Altstadt und das offene Meer. Eine Seilbahn führt in wenigen Minuten auf den Hausberg Srđ mit Panoramablick über Altstadt und Inseln.
Inseln: Hvar, Korčula, Brač
Hvar verbindet Lavendelfelder im Landesinnern mit einer der bekanntesten Ausgehszenen der Adria in der Hafenstadt Hvar; Korčula, mögliche Geburtsstadt Marco Polos, hat eine kompakte venezianische Altstadt; Brač ist für den Strand Zlatni Rat bei Bol bekannt, dessen Form sich mit den Gezeiten leicht verändert. Der Kvarner-Golf zwischen Istrien und Dalmatien ergänzt mit Rijeka als Kulturhauptstadt 2020 und der mondänen Bäderstadt Opatija, dazu den Inseln Krk und Cres.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · UNESCO World Heritage Centre · UNESCO World Heritage Centre · croatia.eu, Regierung der Republik Kroatien
Reiseziele
Regionen mit eigener Seite
Inseln und Regionen
- StadtZagrebZagreb ist Kroatiens Hauptstadt mit 767’131 Einwohnern (2021) am Südhang des Medvednica-Gebirges.
- RegionIstrienIstrien ist die grösste Halbinsel der Adria, zu rund 90 % kroatisch, mit römischer Arena in Pula, venezianisch geprägten Küstenorten,…
- RegionDalmatien und SplitDalmatien ist die Adriaküste zwischen Zadar und Dubrovnik, mit rund 12’190 km², 79 Inseln und dem Hafen Split als Drehscheibe.
- StadtDubrovnikDubrovnik ist die ummauerte Hafenstadt in Süddalmatien, bis 1808 Hauptstadt der Republik Ragusa und seit 1979 UNESCO-Welterbe.
- RegionPlitvicer SeenDer Nationalpark Plitvicer Seen in der Lika ist Kroatiens ältester und grösster, UNESCO-Welterbe seit 1979.
Wann ist die beste Reisezeit für Kroatien?
Für die Küste eignen sich Mai/Juni und September am besten: warm, aber ohne die Extremhitze und den grössten Andrang des Hochsommers. Zagreb im Landesinnern ist ganzjährig ein Ziel, während Dubrovnik und Split im Juli und August regelmässig Höchstwerte über 30 °C erreichen.
Die Stationsdaten zeigen für Zagreb ein kontinentaleres Klima mit kühleren Wintern (Januar um 5.8 °C tagsüber) und warmen, aber gemässigten Sommern um 27 bis 29.5 °C. Split und Dubrovnik an der Küste sind milder im Winter, dafür im Hochsommer heisser: Split erreicht im Juli 32.6 °C, Dubrovnik 30.3 °C, bei kaum Niederschlag.
Zagreb, Split und Dubrovnik im Jahresverlauf
| Zagreb | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 6 | 9 | 14 | 19 | 22 | 27 | 30 | 29 | 23 | 17 | 11 | 7 |
| Tiefstwert °C | 1 | 2 | 5 | 9 | 13 | 18 | 19 | 19 | 14 | 10 | 6 | 2 |
| Niederschlag mm | 52 | 60 | 59 | 62 | 92 | 86 | 82 | 83 | 107 | 83 | 80 | 63 |
| Split | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 12 | 13 | 16 | 20 | 24 | 30 | 33 | 32 | 27 | 22 | 17 | 13 |
| Tiefstwert °C | 7 | 8 | 10 | 13 | 17 | 22 | 24 | 25 | 20 | 16 | 13 | 9 |
| Niederschlag mm | 91 | 89 | 78 | 65 | 57 | 51 | 29 | 41 | 90 | 88 | 126 | 116 |
| Dubrovnik | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 13 | 14 | 16 | 19 | 23 | 27 | 30 | 31 | 27 | 23 | 19 | 15 |
| Tiefstwert °C | 7 | 8 | 10 | 13 | 16 | 21 | 24 | 24 | 20 | 16 | 13 | 9 |
| Niederschlag mm | 143 | 142 | 123 | 91 | 75 | 58 | 35 | 38 | 103 | 123 | 161 | 159 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station ZAGREB/GRIC (2 km, 157 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station SPLIT/MARJAN (1 km, 128 m), auf 3 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station DUBROVNIK/GORICA (1 km, 53 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Die Badesaison an der Adria dauert meist von Ende Mai bis Ende September, mit den meisten Besuchern zwischen Anfang Juli und Mitte August. Dubrovnik und Split sind dann touristisch stark ausgelastet, besonders an Kreuzfahrttagen; Nebensaison im Mai, Juni oder September bietet ähnliches Badewetter bei deutlich weniger Andrang.
Herbst und Winter bringen an der Küste laut den Stationsdaten deutlich mehr Regen als im Sommer, etwa in Dubrovnik über 140 mm im November; für Zagreb und das Landesinnere eignen sich auch die kühleren Monate für Städtereisen.
Quellen: NOAA National Centers for Environmental Information
Was braucht man für die Einreise nach Kroatien?
Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen mit einem gültigen Reisepass oder Personalausweis ein; ein Visum ist nicht nötig. Als EU- beziehungsweise EFTA-Bürger unterliegen sie nicht der allgemeinen Schengen-Regel von höchstens 90 Tagen je 180 Tagen, seit dem vollständigen Schengen-Beitritt Kroatiens zum 1. Januar 2023 entfallen zudem die regulären Grenzkontrollen zu den Nachbarstaaten Slowenien, Ungarn und Italien.
- Schweiz: Reisepass oder Personalausweis genügt; kein Visum, keine feste Aufenthaltsobergrenze dank der Personenfreizügigkeit mit der EU.
- Deutschland und Österreich: Als EU-Bürger reicht ein gültiger Ausweis oder Pass; kein Visum, keine Aufenthaltsbegrenzung.
- Andere Staatsangehörigkeiten: Es gilt die allgemeine Schengen-Regel der Europäischen Kommission: visumfreie Einreise bis 90 Tage je 180-Tage-Zeitraum für viele Nationalitäten, sonst ein Schengen-Visum.
An den Grenzen zu Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro handelt es sich um EU-Aussengrenzen mit regulärer Passkontrolle, an denen es an Ferienwochenenden zu Wartezeiten kommen kann. Minderjährige, die ohne beide Elternteile reisen, sollten eine schriftliche Einverständniserklärung mitführen.
Massgeblich sind die Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und den kroatischen Behörden zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Kroatien?
Für die Einreise ist keine Impfung vorgeschrieben. Die CDC empfiehlt den meisten Reisenden eine Hepatitis-A-Impfung und einen aktuellen Basisimpfschutz; in Wald- und Berggebieten besteht von Frühling bis Herbst ein FSME-Risiko durch Zeckenstiche, besonders im Landesinnern und in Istrien.
Die CDC empfiehlt für die meisten Reisenden eine Hepatitis-A-Impfung sowie einen aktuellen Impfschutz gegen Masern, Mumps, Röteln, Tetanus und Grippe. Hepatitis B wird für ungeimpfte Reisende unter 60 Jahren empfohlen, eine Gelbfieberimpfung ist nicht erforderlich.
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) tritt laut CDC in Wald- und Berggebieten auf, mit Übertragung durch Zeckenstiche vor allem zwischen April und Oktober; bei ausgedehnten Outdoor-Aktivitäten in Istrien oder im Landesinnern wird eine Impfung empfohlen. Zecken- und mückenübertragene Krankheiten wie das Krim-Kongo-Fieber und Leishmaniose kommen vereinzelt vor.
Die medizinische Versorgung entspricht in Zagreb, Split und Dubrovnik gutem europäischem Standard, in öffentlichen Spitälern ausserhalb der grossen Städte kann sie eingeschränkter sein. Dank Europäischer Krankenversicherungskarte ist die medizinische Basisversorgung für Reisende aus der EU geregelt, für Schweizer wird eine Zusatzversicherung empfohlen.
Wie sicher ist Kroatien für Reisende?
Kroatien gilt laut BMEIA als Reiseland mit gutem Sicherheitsstandard; Reisen gelten grundsätzlich als sicher, und das Land gilt als von Minen geräumt. Taschendiebstahl in touristischen Zentren und Waldbrandgefahr von Frühling bis Herbst sind die am häufigsten genannten Risiken.
Taschendiebstahl kommt laut BMEIA vor allem in belebten Altstädten wie Dubrovnik und Split sowie an Stränden vor. Der Strassenverkehr ausserhalb der Autobahnen erfordert Vorsicht, besonders auf kurvenreichen Küstenstrassen mit viel Reiseverkehr in der Hochsaison.
Waldbrände treten von Frühling bis Herbst auf, in trockenen Sommermonaten mit erhöhtem Risiko entlang der Küste und auf den Inseln; das European Forest Fire Information System (EFFIS) gibt tagesaktuelle Warnstufen aus. Anweisungen lokaler Behörden bei Bränden sind unbedingt zu befolgen.
Nach jahrzehntelanger Räumung gilt Kroatien laut BMEIA als von Minen geräumt; Reste aus dem Krieg von 1991 bis 1995 spielen für touristisch relevante Gebiete keine Rolle mehr.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie reist man nach Kroatien und im Land herum?
Internationale Flüge landen an mehreren Flughäfen: Zagreb (ZAG) mit laut FlightConnections 66 Nonstop-Zielen in 27 Ländern, Split (SPU) mit 70 Zielen in 24 Ländern und Dubrovnik (DBV) mit 75 Zielen in 26 Ländern. Zwischen Zagreb und der Küste verkehren Autobahn, Fernbus und Bahn, zwischen den Inseln Fähren.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Zagreb – Plitvicer Seen | Bus/Auto | rund 2 bis 2.5 h |
| Zagreb – Split | Autobahn/Bus | rund 4 bis 4.5 h |
| Zagreb – Dubrovnik | Auto/Bus (via Bosnien-Korridor) | rund 8 bis 9 h |
| Split – Dubrovnik | Bus/Auto | rund 3.5 bis 4 h |
| Split – Hvar | Fähre/Katamaran | rund 1 bis 2 h |
| Split – Insel Brač (Bol) | Fähre | rund 1 bis 1.5 h |
Zagreb Airport bedient laut FlightConnections 66 Ziele in 27 Ländern, grösste Anbieter sind Ryanair (28 Ziele) und Croatia Airlines (24 Ziele). Split Airport bedient 70 Ziele in 24 Ländern, mit der längsten Nonstopstrecke nach Newark in den USA; Dubrovnik Airport bedient 75 Ziele in 26 Ländern, unter anderem nach London, Wien, München und Dublin.
Die Strasse zwischen Split und Dubrovnik führt kurz durch bosnisch-herzegowinisches Gebiet bei Neum, an dieser EU-Aussengrenze findet eine reguläre Passkontrolle statt; seit Eröffnung der Pelješac-Brücke 2022 lässt sich diese Passage auf einer neuen Route umfahren.
Zwischen den Inseln verkehren Fähren und Katamarane mehrerer Reedereien, vor allem Jadrolinija, ab Split, Zadar und Dubrovnik. In der Hochsaison von Juni bis September ist die Frequenz am höchsten, im Winter fallen viele Inselverbindungen aus oder werden ausgedünnt.
Quellen: FlightConnections
Welches Geld braucht man in Kroatien und wie bezahlt man?
Landeswährung ist seit dem 1. Januar 2023 der Euro, zuvor war es die Kuna. Kartenzahlung ist in Zagreb, an der Küste und auf den grösseren Inseln weit verbreitet, auf kleineren Inseln und lokalen Märkten wird aber weiterhin oft bar bezahlt.
Mit der Euro-Einführung ist der Geldwechsel für Reisende aus der Eurozone entfallen; Bankomaten sind in allen grösseren Städten und Küstenorten verbreitet. Auf entlegeneren Inseln kann die Automatendichte geringer sein, weshalb etwas Bargeld sinnvoll bleibt.
Trinkgeld ist nicht Pflicht: In Restaurants und Bars sind 10 bis 15 Prozent der Rechnung üblich, seit der Euro-Einführung unkompliziert direkt in Euro zu geben. Bei kleineren Beträgen reicht es, aufzurunden. Auf Fähren und bei organisierten Ausflügen ist ein kleines Trinkgeld für den Guide oder das Bootspersonal ebenfalls verbreitet.
Quellen: vickiviaja.com
Wo übernachtet man in Kroatien am besten?
In Zagreb liegen die meisten Unterkünfte rund um Ober- und Unterstadt in fussläufiger Distanz zum Zentrum; in Split lohnt sich eine Lage nahe dem Diokletianpalast, in Dubrovnik innerhalb oder nahe der Stadtmauern. Auf den Inseln unterscheiden sich die Preise stark zwischen belebten Orten wie Hvar-Stadt und ruhigeren Buchten.
In Dubrovnik sind Unterkünfte innerhalb der Stadtmauern die teuersten und begehrtesten, mit kurzen Wegen zu allen Sehenswürdigkeiten; günstigere Optionen liegen im Stadtteil Lapad mit eigenem Strand, wenige Busminuten vom Zentrum entfernt. In Split liegt die Altstadt direkt im Diokletianpalast, was besonders stimmungsvoll, aber im Sommer auch laut sein kann.
Auf Hvar konzentrieren sich Hotels und Ausgehmöglichkeiten auf die Stadt Hvar, während Stari Grad und die Buchten im Süden ruhiger sind. In der Hochsaison von Juli bis August sollten Unterkünfte an der Küste und auf den Inseln Wochen im Voraus gebucht werden.
Was isst man in Kroatien?
Die Küche unterscheidet sich deutlich zwischen Küste und Landesinnern: An der Adria dominieren Fisch, Meeresfrüchte, Olivenöl und italienisch beeinflusste Gerichte wie Pašticada, im Landesinnern eher deftige mitteleuropäisch-balkanische Küche mit Sarma und gegrilltem Fleisch (Ćevapi).
An der dalmatinischen Küste sind gegrillter Fisch, Tintenfischrisotto (Crni Rižot, mit Sepia-Tinte schwarz gefärbt) und Pašticada, ein in Wein und Gewürzen geschmortes Rindfleisch, verbreitete Gerichte. Istrien ist zusätzlich für Trüffel aus den Wäldern rund um Motovun bekannt, die frisch über Nudeln oder Fleisch gehobelt werden.
Im Landesinnern um Zagreb prägen deftigere Gerichte den Speiseplan, etwa Štrukli (gefüllte Teigtaschen mit Frischkäse) oder gegrilltes Fleisch nach Balkan-Art. Zum Kaffee gehört, ähnlich wie in den Nachbarländern, eine ausgedehnte Kaffeehauskultur mit langen Boulevard-Sitzungen.
Welche Kultur und welche Feste prägen Kroatien?
Kroatien ist überwiegend römisch-katholisch geprägt, was sich in zahlreichen Kirchenfesten und Prozessionen zeigt. Der Unabhängigkeitstag am 8. Oktober und der Tag des Sieges am 5. August, der an das Ende des Kroatienkriegs 1995 erinnert, sind zentrale nationale Feiertage.
Die Krawatte hat ihren Ursprung im 17. Jahrhundert bei kroatischen Söldnern in französischen Diensten, deren Halstuch («Hrvat», Kroate) dem französischen Wort «Cravate» seinen Namen gab; Zagreb feiert diesen Bezug mit einem jährlichen Krawattentag im Oktober. Die Fussballnationalmannschaft, WM-Finalist 2018 und WM-Dritter 2022, ist ein starker Identifikationspunkt.
Der 8. Oktober erinnert an die endgültige Loslösung von Jugoslawien 1991, der 5. August («Tag des Sieges und der Heimatdankbarkeit») an die Rückeroberung der Region Knin 1995 im «Sturm»-Feldzug, der den Krieg im Wesentlichen beendete. Beide Tage werden landesweit mit offiziellen Zeremonien begangen.
Welche Erlebnisse lohnen sich in Kroatien?
Zu den Höhepunkten zählen die Stadtmauern von Dubrovnik, der Diokletianpalast in Split, die Plitvicer Seen und die Wasserfälle des Nationalparks Krka. Wer segelt oder taucht, findet an den Inseln Hvar, Korčula und Brač klares Wasser und stetigen Wind, wer wandert, hat im Velebit-Gebirge und im Hinterland Istriens viel Auswahl.
Kulturelle Höhepunkte
- Stadtmauern, Dubrovnik: rund 1'940 m begehbare Mauer mit Blick über Altstadt und Meer.
- Diokletianpalast, Split: römische Kaiserresidenz, heute Wohn- und Altstadtviertel.
- Plitvicer Seen: 16 türkisfarbene Kaskadenseen, seit 1979 UNESCO-Welterbe.
- Amphitheater, Pula: eines der besterhaltenen römischen Amphitheater der Welt.
Aktiv und draussen
Der Nationalpark Krka bei Šibenik verbindet eine Wanderung zu den Wasserfällen des Skradinski Buk mit einer Bootsfahrt zur Klosterinsel Visovac. In den Kvarner- und Velebit-Bergen sind Wandern und Klettern verbreitet, an den Inseln Hvar, Korčula und Brač Segeln und Tauchen dank verlässlichem Wind im Sommer.
Inseln erleben
Wer mehrere Inseln verbinden will, plant Fährverbindungen als festen Programmpunkt ein: Zwischen Split und Hvar dauert die Katamaranüberfahrt rund eine Stunde, zu entlegeneren Inseln wie Vis deutlich länger. Der Strand Zlatni Rat bei Bol auf Brač zählt zu den bekanntesten Fotomotiven der kroatischen Küste.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · UNESCO World Heritage Centre
Wie reist man in Kroatien verantwortungsvoll?
Wer die Hochsaison im Juli und August an der Küste meidet und stattdessen Mai, Juni oder September wählt, entlastet Wasserversorgung und Infrastruktur der Inseln und findet gleichzeitig günstigere Preise. In den Plitvicer Seen und im Nationalpark Krka hilft ein früher Besuch, den grössten Andrang zu vermeiden.
- Wasser auf den kleineren Inseln bewusst nutzen, da viele keine eigenen Süsswasserquellen haben.
- In den Nationalparks Plitvicer Seen und Krka auf den markierten Stegen und Wegen bleiben, um die Feuchtgebiete zu schützen.
- Dubrovniks Altstadt ausserhalb der Kreuzfahrt-Stosszeiten am späten Vormittag besuchen, um Überfüllung zu vermeiden.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
Mit welchen Ländern lässt sich Kroatien kombinieren?
Kroatien grenzt an Slowenien, Ungarn, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro; als Schengen-Staat ist die Grenze zu Slowenien und Ungarn ohne reguläre Kontrolle passierbar. Besonders verbreitet ist die Kombination mit Bosnien und Herzegowina über einen Tagesausflug von Dubrovnik oder Split nach Mostar.
Von Dubrovnik aus ist Mostar in Bosnien und Herzegowina in rund 2.5 bis 3 Autostunden erreichbar, ein beliebter Tagesausflug mit der Alten Brücke als Höhepunkt. Richtung Norden verbindet die Schengen-Grenze zu Slowenien Zagreb unkompliziert mit Ljubljana und weiter nach Italien; Richtung Süden führt die Küstenstrasse via Kroatien weiter nach Montenegro und zur Bucht von Kotor.
Für wen eignet sich Kroatien, für wen weniger?
Kroatien passt zu Reisenden, die römisches und venezianisches Erbe, Inselhüpfen und Naturparks in einem gut ausgebauten, Schengen- und Euro-integrierten Land verbinden wollen. Weniger geeignet ist es für alle, die im Hochsommer überfüllte Altstädte wie Dubrovnik und volle Küstenstrassen meiden möchten.
Gut passt Kroatien für Geschichtsinteressierte, Familien mit Badeferien-Wunsch und Inselhüpfer, die zwischen Kultur und Strand wechseln wollen. Weniger ideal ist der Hochsommer für Reisende, die überlaufene Sehenswürdigkeiten meiden möchten; Mai, Juni oder September bieten ähnliches Wetter bei deutlich weniger Andrang.