Was erwartet Reisende in New South Wales ausserhalb von Sydney?
Diese Seite behandelt zwei Ausflugsziele ausserhalb der Hauptstadt Sydney, die bereits eine eigene Seite hat: die Blue Mountains rund um Katoomba im Westen und Byron Bay an der subtropischen Nordküste. Beide sind beliebte Erweiterungen einer Sydney-Reise, liegen aber in entgegengesetzten Richtungen und lassen sich kaum an einem Ausflug verbinden.
Die Blue Mountains, seit 2000 als «Greater Blue Mountains Area» UNESCO-Welterbe, liegen rund 102 km westlich von Sydneys Zentrum und eignen sich für einen Tagesausflug oder eine ein- bis zweitägige Reise mit Übernachtung. Byron Bay dagegen liegt im äussersten Nordosten des Bundesstaats, 772 km von Sydney und nur 165 km südlich von Brisbane entfernt – für viele Reisende eher eine Verlängerung Richtung Queensland als ein Abstecher ab Sydney.
New South Wales selbst reicht von der Pazifikküste über die kühleren Tafelberge im Landesinnern bis zu den trockenen Ebenen im Westen; diese Seite beschränkt sich auf die beiden meistbesuchten Ziele ausserhalb der Hauptstadt.
Wie unterscheiden sich die Blue Mountains und Byron Bay als Reiseziel?
Die Blue Mountains sind kühles Bergland mit Eukalyptuswäldern, Sandsteinklippen und Wanderwegen auf über 1'000 m Höhe – ein Kontrastprogramm zum Sommerklima der Küste. Byron Bay ist subtropisch warm, bekannt für Surfstrände, Wal-Beobachtung und eine seit den 1970er-Jahren gewachsene alternative Kultur rund um Yoga, Märkte und Musik.
Der Name «Blue Mountains» geht auf den bläulichen Dunst zurück, den ätherische Öle der Eukalyptuswälder über den Sandsteinschluchten erzeugen; das Gebiet ist traditionelles Land der Gundungurra und Dharug. Die Bergkette war lange eine natürliche Barriere zwischen Sydney und dem Landesinnern, bis Entdecker 1813 erstmals einen Weg über die Klippen fanden; heute reihen sich entlang der Strecke Orte wie Katoomba, Leura, Wentworth Falls und Blackheath.
Byron Bay, von der Bundjalung-Gruppe der Arakwal traditionell Cavanbah genannt, ist seit Jahrtausenden deren Land. Nach Phasen von Walfang, Zedernholzschlag und Milchwirtschaft kamen in den 1960er-Jahren Surfer, 1973 folgte mit dem Aquarius-Festival im nahen Nimbin ein Zustrom alternativer Kultur. Der Ort zählt heute mit einem mittleren Hauspreis von rund 2,87 Mio. AUD (2026) zu den teuersten Wohnlagen der australischen Ostküste – und bleibt zugleich Ziel für Backpacker und Naturfreunde.
Welche Orte lohnen sich in den Blue Mountains und in Byron Bay?
In den Blue Mountains bilden Echo Point mit den Three Sisters, die Fahrten von Scenic World und die rund 340 Millionen Jahre alten Jenolan Caves das Kernprogramm; Leura und Govetts Leap ergänzen mit ruhigeren Aussichten auf das Grose Valley. In Byron Bay stehen der 1901 erbaute Cape-Byron-Leuchtturm am östlichsten Punkt des australischen Festlands, die Surfstrände und das alternative Hinterland um Nimbin im Zentrum.
Katoomba, Leura und die Blue Mountains
Echo Point, rund 2 km südlich des Zentrums von Katoomba, ist der bekannteste Aussichtspunkt auf die Three Sisters, eine Sandsteinformation über dem bewaldeten Jamison Valley; Katoomba selbst liegt auf 1'017 m über Meer und zählt rund 8'268 Einwohner. Der Ort ist seit rund hundert Jahren Rückzugsort für Künstler und Schriftsteller wie Eleanor Dark und veranstaltet jeden Juni das Winter Magic Festival.
Scenic World am südwestlichen Ortsrand bündelt drei Attraktionen: Die Scenic Railway fährt mit 52°, im «Cliffhanger»-Modus bis 64° Neigung, als steilste Standseilbahn der Welt in die Schlucht hinab. Die Scenic Cableway senkt sich 545 m ins Tal und gilt als steilste Luftseilbahn der südlichen Hemisphäre. Die Scenic Skyway schwebt 270 m über dem Abgrund, mit Glasboden-Segment und Blick auf die Three Sisters. Der 2,4 km lange, ebene Scenic Walkway führt anschliessend durch Regenwald am Talgrund.
Govetts Leap bei Blackheath zeigt von einem barrierefreien Aussichtspunkt die 180 m hohen Bridal Veil Falls und das weite Grose Valley; fünf Wanderwege starten hier, vom kurzen Cliff-Top-Spaziergang bis zum mehrstündigen Abstieg über den Rodriguez Pass. Der Blue Mountains National Park, 1959 unter Schutz gestellt, umfasst 267'954 Hektaren und beherbergt neben Koalas und Gleitbeutlern auch den Wollemi-Palmfarn, von dem weniger als 100 wilde Bäume bekannt sind.
Die Jenolan Caves, 175 km von Sydney und rund 74 km von Katoomba entfernt, gelten mit einem Alter von etwa 340 Millionen Jahren als ältestes datiertes offenes Höhlensystem der Erde. Elf beleuchtete Schauhöhlen, darunter die Lucas- und die Orient-Höhle, sind seit der Entdeckung durch James Whalan 1838 zugänglich; die kurvige Anfahrt ab Katoomba dauert rund 1 h 15 min, weshalb sich eine Übernachtung vor Ort anbietet.
Die «Greater Blue Mountains Area» besteht aus acht Schutzgebieten auf insgesamt 1,03 Millionen Hektaren und ist seit 2000 UNESCO-Welterbe – vor allem wegen ihrer Eukalyptus-Vielfalt mit rund 1'500 Pflanzen- und 400 Tierarten, darunter das Langnasenkänguru und der Tüpfelbeutelmarder.
Byron Bay und das Hinterland
Der Cape-Byron-Leuchtturm, 1901 erbaut und der letzte grosse viktorianische Leuchtturm Australiens, markiert 3 km östlich des Ortszentrums den östlichsten Punkt des australischen Festlands. Ein 3,7 km langer Rundweg führt um das Kap, vorbei am Wategos Beach, dem einzigen nach Norden ausgerichteten Strand der Gegend, und durch den 2002 eingerichteten, 22'000 Hektaren grossen Cape Byron Marine Park.
Von Juni bis November ziehen Buckelwale an Byron Bay vorbei: im Juni und Juli auf dem Weg nach Norden mit viel Oberflächenaktivität, ab August bis in den September mit Kälbern nahe der Küste auf dem Rückweg nach Süden. Der Leuchtturm und die Aussichtspunkte bei Ballina und Lennox Head gelten als beste Beobachtungsplätze ohne Boot.
Im Hinterland liegt Nimbin, seit dem zehntägigen Aquarius-Festival vom Mai 1973 – oft als australisches Woodstock beschrieben – Zentrum der alternativen «Rainbow Region». Viele Festivalbesucher blieben, kauften günstige Häuser und prägen bis heute das Ortsbild; die Organisatoren luden 1973 erstmals öffentlich zu einer «Welcome to Country»-Zeremonie ein, einer heute landesweit verbreiteten Tradition. Bangalow und Mullumbimby, beide rund 15 bis 20 Fahrminuten von Byron Bay entfernt, sind ruhigere Alternativen mit eigenen Wochenmärkten.
Quellen: Wikipedia · Scenic World · NSW National Parks and Wildlife Service · Wikipedia · Wikipedia · UNESCO World Heritage Centre · Wikipedia · Visit NSW / Destination NSW · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für die Blue Mountains und Byron Bay?
Die Blue Mountains sind ein Ganzjahresziel mit kühlem Bergklima: Höchstwerte um 24,8 °C im Januar, Tiefstwerte nahe dem Gefrierpunkt im Juli. Byron Bay bleibt subtropisch mild, mit rund 28,5 °C im Hochsommer und selten unter 12 °C im Winter; die Regenzeit fällt dort in den Südhalbkugel-Sommer Dezember bis März. Für den ganzen Bundesstaat gilt zusätzlich die Sommerzeit ab Anfang Oktober.
Blue Mountains (Katoomba): Temperatur und Niederschlag
| Katoomba (Blue Mountains) | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 25 | 23 | 21 | 18 | 13 | 10 | 10 | 12 | 15 | 19 | 21 | 23 |
| Tiefstwert °C | 14 | 13 | 12 | 9 | 6 | 4 | 3 | 3 | 5 | 8 | 10 | 12 |
| Niederschlag mm | 81 | 110 | 85 | 47 | 33 | 60 | 36 | 41 | 41 | 56 | 81 | 78 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station MOUNT BOYCE (11 km, 1080 m), auf 1017 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Nächte unter 1'000 m Höhe kühlen selbst im Sommer spürbar ab; von Juni bis August liegen die Tageshöchstwerte in Katoomba bei 10 °C oder darunter, warme Kleidung ist deshalb auch bei einem Tagesausflug ab dem milderen Sydney nötig. Der meiste Niederschlag fällt in den Sommermonaten Januar bis März, mit rund 110 mm im Februar.
Byron Bay: Temperatur und Niederschlag
| Byron Bay | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 29 | 28 | 27 | 25 | 22 | 20 | 19 | 21 | 22 | 24 | 26 | 27 |
| Tiefstwert °C | 22 | 21 | 21 | 18 | 15 | 13 | 13 | 13 | 15 | 17 | 19 | 20 |
| Niederschlag mm | 160 | 169 | 168 | 96 | 78 | 108 | 43 | 52 | 37 | 85 | 94 | 134 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station CAPE BYRON AWS (2 km, 98 m), auf 7 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
In Byron Bay bleibt es ganzjährig badetauglich; die feuchtesten Monate Januar bis März bringen über 160 mm Regen pro Monat, während der Winter Juni bis August mit unter 45 mm im Juli deutlich trockener und für Wanderungen im Hinterland angenehmer ist. Wer Wale sehen will, plant den Besuch bewusst in die kühlere, trockenere zweite Jahreshälfte.
New South Wales stellt die Uhr Anfang Oktober auf Sommerzeit (AEDT, UTC+11); Queensland direkt nördlich der Grenze bleibt ganzjährig auf UTC+10 – zwischen Byron Bay und der Gold Coast, nur rund eine Autostunde auseinander, kann die Uhrzeit im Sommerhalbjahr deshalb eine Stunde auseinanderliegen.
Quellen: Wikipedia · Visit NSW / Destination NSW
Was braucht man für die Einreise nach New South Wales?
Für New South Wales gelten dieselben Regeln wie für ganz Australien: Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige reisen mit dem kostenlosen eVisitor (Subclass 651) ein, das vor dem Abflug online beantragt werden muss und zu Aufenthalten von je maximal 90 Tagen berechtigt. Ausführlich erklärt auf der Australien-Seite; hier nur die für diese Region wichtigen Punkte.
Wer über Sydney einreist, erledigt die Formalitäten am internationalen Terminal des Flughafens SYD; für Byron Bay gilt über Brisbane (BNE) oder Gold Coast (OOL) dasselbe Verfahren an den dortigen Terminals. Die Biosicherheitsregeln – Deklaration von Lebensmitteln, Pflanzen- und Holzprodukten – gelten unabhängig vom Einreiseort im ganzen Land.
Massgeblich sind die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und des australischen Department of Home Affairs zum Zeitpunkt der Reise (Stand September 2026).
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt
Welche Gesundheitshinweise gelten für die Blue Mountains und Byron Bay?
Für beide Regionen gelten grundsätzlich dieselben Empfehlungen wie für ganz Australien, ausführlich auf der Australien-Seite: keine Pflichtimpfung aus Europa, aktuelle Basisimpfungen und für Risikoreisende Hepatitis B. New South Wales gehört zu den Bundesstaaten, in denen seit 2022 vereinzelt Fälle von Japanischer Enzephalitis registriert wurden, weshalb healthytravel.ch konsequenten Mückenschutz empfiehlt.
In den Blue Mountains ist die grösste Gesundheitsgefahr nicht tropisch, sondern alpin im Kleinen: Nächte können auch im Sommer kühl werden, und auf längeren Wanderungen in Schluchten wie dem Grose Valley sind festes Schuhwerk und ausreichend Wasser wichtig, da abseits der Hauptwege oft Handyempfang fehlt.
Byron Bay liegt an der Grenze zum subtropischen Norden; Denguefieber und Ross-River-Fieber, die die CDC vor allem für Queensland nennt, kommen in New South Wales seltener vor, Mückenschutz am Abend ist trotzdem sinnvoll. Leitungswasser ist in beiden Regionen bedenkenlos trinkbar.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Wie sicher sind die Blue Mountains und Byron Bay für Reisende?
Beide Regionen gelten laut EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA als sicher; das grösste Risiko ist gewöhnliche Kleinkriminalität wie Autoaufbrüche an Wanderparkplätzen und, in den Sommermonaten, Buschbrandgefahr. An Surfstränden warnen Flaggen vor Strömungen und saisonal vor Haien – das Auswärtige Amt verzeichnete im Januar 2026 mehrere Hai-Zwischenfälle an Stränden bei Sydney.
In den Blue Mountains steigt die Buschbrandgefahr in trockenen, heissen Sommern (Dezember bis Februar); an Tagen mit Totalfeuerverbot bleiben Wanderwege oft gesperrt. Auf markierten Wegen bleiben und die Wetterlage vor einer Tour prüfen, sind die wichtigsten Vorsichtsmassnahmen.
In Byron Bay gilt beim Baden: nur an mit roten und gelben Fahnen markierten, von Rettungsschwimmern überwachten Abschnitten schwimmen, da Strömungen (Rip Currents) an den offenen Ozeanstränden stark sein können. Nachts empfiehlt sich, Wertsachen nicht sichtbar im Auto liegen zu lassen, ein häufig genanntes Ärgernis an touristischen Parkplätzen.
Quellen: Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Wie reist man in die Blue Mountains und nach Byron Bay?
Die Blue Mountains sind ab Sydney (SYD) am einfachsten mit dem Zug erreichbar: von Central nach Katoomba fährt die Bahn rund 2 Stunden, mehrmals täglich, ohne Umsteigen. Nach Byron Bay führt der kürzeste Weg über den kleinen Regionalflughafen Ballina Byron Gateway (BNK), 30 Fahrminuten südlich, oder über Gold Coast (OOL) beziehungsweise Brisbane (BNE), beide rund 1,5 bis 2 Autostunden entfernt.
| Ziel | Ab | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|---|
| Katoomba/Blue Mountains | Sydney Central | Zug | rund 2 h |
| Katoomba/Blue Mountains | Sydney CBD | Auto über Great Western Highway | rund 1 h 30 min |
| Byron Bay | Ballina Byron Gateway (BNK) | Shuttle/Taxi | rund 30 min |
| Byron Bay | Gold Coast (OOL) | Auto | rund 1 h 30 min |
| Byron Bay | Brisbane (BNE) | Auto | rund 2 h |
| Jenolan Caves | Katoomba | Auto | rund 1 h 15 min |
Ballina Byron Gateway wird von Jetstar, QantasLink und Virgin Australia mehrmals täglich aus Sydney und Melbourne angeflogen und zählte 2022/23 rund 650'323 Passagiere; internationale Verbindungen gibt es dort nicht, weshalb Fernreisende meist über Sydney, Brisbane oder Gold Coast einsteigen und von dort weiterfliegen oder mit dem Mietwagen anreisen.
Innerhalb der Blue Mountains verkehrt zusätzlich ein Hop-on-hop-off-Bus zwischen den wichtigsten Aussichtspunkten; für Byron Bay und das Hinterland um Nimbin und Bangalow ist ein Mietwagen praktisch, da Busse zwischen den Dörfern selten fahren.
Was kosten die Blue Mountains und Byron Bay, und wie bezahlt man?
Bezahlt wird wie im übrigen Australien mit dem Australischen Dollar (AUD), praktisch überall auch kontaktlos mit Karte. Byron Bay gehört mit einem mittleren Hauspreis von rund 2,87 Mio. AUD (2026) zu den teuersten Orten des Landes, was sich in Restaurant- und Unterkunftspreisen niederschlägt; die Blue Mountains sind als Tagesausflug ab Sydney meist günstiger.
Attraktionen wie Scenic World oder Jenolan Caves verlangen einen Eintritt pro Person, der nicht in einem allgemeinen Nationalpark-Ticket enthalten ist; für den Blue Mountains National Park selbst fällt an den meisten Stellen keine Gebühr an, nur einzelne Parkplätze sind gebührenpflichtig.
In Byron Bay treiben Nachfrage und Lage die Preise für Unterkunft und Essen über den australischen Durchschnitt; wer sparen will, wohnt in Bangalow, Lennox Head oder Ballina und fährt für den Tag an die Küste. Trinkgeld ist wie im übrigen Australien nicht erwartet, da Servicepersonal Mindestlohn erhält.
Quellen: Wikipedia
Wo übernachtet man in den Blue Mountains und in Byron Bay?
In den Blue Mountains bieten Katoomba und Leura die grösste Auswahl von Backpacker-Unterkünften bis zu historischen Hotels mit Blick ins Tal; wer Ruhe sucht, wählt Blackheath oder Mount Victoria, beide eine kurze Zugfahrt weiter westlich. In Byron Bay reicht das Angebot von einfachen Hostels im Ort bis zu abgelegenen Öko-Lodges im grünen Hinterland um Bangalow und Ewingsdale.
Wer den Sonnenaufgang bei den Three Sisters ohne Tagesausflügler erleben will, übernachtet direkt in Katoomba oder Leura; beide liegen in Gehdistanz zu Echo Point und den Bahnhöfen. In Byron Bay selbst sind Unterkünfte am Ortsstrand und rund um Wategos Beach meist ausgebucht und teuer, weshalb viele Besucher in Suffolk Park oder Lennox Head, jeweils wenige Fahrminuten entfernt, günstiger übernachten.
Was isst man in den Blue Mountains und in Byron Bay?
Die Blue Mountains sind für gehobene Landhausküche und Cafés mit Kaminfeuer bekannt, oft mit Produkten aus dem kühleren Hinterland wie Pilzen und Wild. Byron Bay gilt als eine der Wiegen der australischen Gesundheitsküche mit Acai-Bowls, veganen Cafés und Wochenmärkten, die lokale, oft biologische Produkte aus dem Hinterland verkaufen.
In Leura und Katoomba laden mehrere Cafés mit offenem Kamin zum Aufwärmen nach einer Wanderung ein, dazu Pubs mit deftiger australischer Küche. Der Byron Community Market am ersten Sonntag des Monats und der Farmers Market jeden Donnerstag zeigen die landwirtschaftliche Vielfalt des Hinterlands, von Macadamianüssen bis zu tropischen Früchten.
Welche Kultur prägt die Blue Mountains und Byron Bay?
Die Blue Mountains sind traditionelles Land der Gundungurra und Dharug; die kühle Bergluft zog seit dem frühen 20. Jahrhundert Künstler und Schriftsteller an. Byron Bay, für die Bundjalung-Gruppe der Arakwal traditionell Cavanbah, ist seit dem Aquarius-Festival von 1973 als Zentrum alternativer Kultur bekannt – Yoga, Live-Musik und Kunsthandwerksmärkte prägen bis heute das Ortsbild.
Die Arakwal, als «Bundjalung of Byron Bay» anerkannt, wurden 2001 von der Regierung von New South Wales in drei Landnutzungsvereinbarungen als Hüter von Land und Gewässern rund um Byron Bay bestätigt; ihr Gebiet reicht vom Seven Mile Beach im Süden bis zum Brunswick River im Norden.
In den Blue Mountains sind die Gundungurra und Dharug seit Jahrtausenden mit dem Gebiet verbunden; der Gundungurra Tribal Council mit Sitz in Katoomba vertritt seit 1995 einen Landrechtsanspruch (Native Title) auf traditionelles Gebiet. Das Splash Festival und der Winter Magic Festival in Katoomba zeigen die heutige Kunstszene der Region.
Was sind die schönsten Erlebnisse in den Blue Mountains und in Byron Bay?
Zu den Höhepunkten zählen eine Fahrt mit der Scenic Railway in Katoomba, eine Höhlentour in Jenolan, der Sonnenaufgang am Cape-Byron-Leuchtturm, Wal-Beobachtung von Juni bis November und ein Ausflug ins alternative Nimbin.
- Scenic World: Railway, Skyway und Cableway an einem Ort kombinieren, dazu der 2,4 km lange Scenic Walkway durch den Regenwald am Talgrund.
- Jenolan Caves: eine der elf Schauhöhlen besuchen, am besten mit Übernachtung vor Ort, da die kurvige Anfahrt ab Katoomba rund 1 h 15 min dauert.
- Cape-Byron-Rundweg: 3,7 km um den östlichsten Punkt des Festlands, mit Blick auf Wategos Beach und, von Juni bis November, auf ziehende Buckelwale.
- Nimbin-Tagesausflug: die bunt bemalte Hauptstrasse und die Geschichte des Aquarius-Festivals von 1973 kennenlernen.
- Govetts Leap bei Sonnenuntergang: die 180 m hohen Bridal Veil Falls und das Grose Valley im Abendlicht, deutlich ruhiger als Echo Point.
Wer beides in einer Reise verbinden will, plant realistisch zwei separate Etappen: die Blue Mountains als Ausflug ab Sydney, Byron Bay als eigene Station auf dem Weg nach oder von Queensland, da rund 770 km und mehrere Fahrstunden dazwischenliegen.
Quellen: Scenic World · Wikipedia · Visit NSW / Destination NSW
Wie reist man in den Blue Mountains und in Byron Bay verantwortungsvoll?
In den Blue Mountains schützt das Bleiben auf markierten Wegen die empfindliche Vegetation und den seltenen Wollemi-Palmfarn; in Byron Bay hilft mineralische statt chemische Sonnencreme, den Cape Byron Marine Park zu schonen.
- Auf markierten Pfaden bleiben und keine Pflanzen oder Gesteine aus dem Nationalpark mitnehmen.
- Beim Wal-Beobachten gesetzlichen Mindestabstand einhalten und einen anerkannten Tour-Anbieter wählen.
- An Küstenabschnitten wie Wategos Beach Müll konsequent mitnehmen und mineralische Sonnencreme verwenden, um den Cape Byron Marine Park zu schonen.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
Womit lässt sich eine Reise in die Blue Mountains und nach Byron Bay kombinieren?
Die Blue Mountains liegen nahe genug an Sydney, um sie als Tagesausflug oder kurze Verlängerung einer Sydney-Reise einzubauen. Byron Bay lässt sich dagegen besser mit einer Weiterreise nach Norden verbinden, etwa an die Gold Coast oder nach Brisbane in Queensland, beide nur eineinhalb bis zwei Autostunden entfernt.
Eine klassische Ostküstenroute führt von Sydney über die Blue Mountains zurück an die Küste und weiter nordwärts über Byron Bay bis zur Gold Coast oder nach Brisbane; wer mehr Zeit hat, hängt Etappen in Queensland oder südwärts in Victoria an.
Für wen eignen sich die Blue Mountains und Byron Bay, für wen weniger?
Die Blue Mountains passen zu Wanderfreunden und allen, die einen kühlen Kontrast zur Küstenhitze suchen; Byron Bay eignet sich für Surfer, Yoga- und Wellness-Interessierte sowie Familien, die einen entspannten Küstenort ohne die Grösse von Sydney suchen. Wer Nachtleben mit vielen Bars sucht, findet in Byron Bay wenig davon.
Wer wenig Zeit hat und nur einen Ausflug ab Sydney einplanen will, wählt die Blue Mountains; für Byron Bay lohnt sich eher eine mehrtägige Station auf einer Ostküstenroute, da die Anreise ab Sydney selbst mit dem Flugzeug über Ballina oder Gold Coast Zeit kostet.
Gehört New South Wales zu einem eigenen Land, und was bedeutet das für die Reise?
New South Wales ist kein eigenständiges Land, sondern mit 801'150 km² und rund 8,6 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste der sechs australischen Bundesstaaten; Hauptstadt ist Sydney. Einreise, Währung, Notrufnummer und Stecker sind identisch mit dem übrigen Australien, ausführlich auf der Australien-Seite erklärt.
Eigenständig ist vor allem die Sommerzeit: New South Wales stellt die Uhr wie Victoria, Tasmanien, South Australia und das Australian Capital Territory jeweils Anfang Oktober auf AEDT (UTC+11), während Queensland direkt nördlich ganzjährig auf UTC+10 bleibt. New South Wales trat der australischen Föderation am 1. Januar 1901 bei, nachdem die Kolonie seit der Ankunft der Ersten Flotte 1788 bestanden hatte.