Was erwartet Reisende in Norwegen?
Norwegen erstreckt sich über mehr als 2'500 km Luftlinie von der dänischen Grenze im Süden bis zum Nordkap, mit einer Küste, die durch Fjorde und vorgelagerte Inseln auf rund 100'000 km Länge kommt. Acht UNESCO-Welterbestätten, von der Hansestadt Bryggen in Bergen bis zu den Felsritzungen von Alta, stehen neben Fjordlandschaften und dem winterlichen Nordlicht im Zentrum jeder Reiseplanung.
Die klassische Reise verbindet zwei bis drei Etappen: Oslo für Kultur und Kunstmuseen, Bergen als Tor zu Sogne- und Hardangerfjord, dazu Nord-Norwegen mit Tromsø für Nordlicht im Winter oder Mitternachtssonne im Sommer. Wer mehr Zeit hat, ergänzt die Küstenroute der Hurtigruten oder die Lofoten.
Diese Seite fasst Regionen, Reisezeit, Einreise und Bahn- beziehungsweise Schiffsverbindungen zusammen (Stand September 2026), dazu die Hinweise von EDA und BMEIA.
Quellen: Visit Norway (Innovation Norway) · UNESCO World Heritage Centre
Wie ist Norwegen als Reiseland?
Norwegen hat rund 5.6 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 385'207 km², was das Land zu einem der am dünnsten besiedelten Europas macht. Die Bergenbahn zwischen Oslo und Bergen gilt als eine der höchsten Bahnstrecken Nordeuropas und überquert das Hochplateau Hardangervidda auf über 1'200 m, während die Küstenschiffe der Hurtigruten seit über 130 Jahren Dörfer und Städte entlang der Küste verbinden.
Die Landschaft prägt auch die Reiseplanung: Fjorde wie Geiranger- und Nærøyfjord schneiden tief ins Land, Strassen folgen oft Serpentinen oder enden an Fähranlegern. Öffentliche Verkehrsmittel lassen sich über die App Entur landesweit buchen, von Zug über Bus bis zur Fähre.
Kulturell ist Norwegen stark von der Küste und der samischen Kultur im Norden geprägt; die Wildnis beginnt oft direkt hinter den Städten, was das Land zu einem Ziel für Wanderungen, Fjordkreuzfahrten und Nordlichtjagd zugleich macht.
Regional unterscheidet sich das Land deutlich: der Süden und Osten um Oslo ist milder und dichter besiedelt, Fjord-Norwegen um Bergen gilt als niederschlagsreichste Region, der hohe Norden um Tromsø liegt bereits 350 km nördlich des Polarkreises.
Quellen: Wikipedia · Vy (norwegische Bahngesellschaft) · Hurtigruten
Welche Regionen von Norwegen lohnen sich?
Die meisten Reisen verbinden Oslo im Südosten, Bergen als Tor zu den grossen Westfjorden und Nord-Norwegen um Tromsø für Nordlicht oder Mitternachtssonne. Dazwischen liegen die Küstenroute der Hurtigruten mit 34 Häfen zwischen Bergen und Kirkenes sowie die Bergenbahn über das Hochplateau Hardangervidda.
Oslo und der Osten
Oslo gilt der Wall Street Journal zufolge als «neueste Hauptstadt der nordischen Coolness»: Der begehbare Glasdach-Bau der Oper am Hafen, der Vigeland-Park mit seinen Skulpturen im Stadtteil Frogner und die beiden 2022 und 2021 neu eröffneten Häuser Munch-Museum und Nationalmuseum bilden das kulturelle Zentrum. Die Hafenpromenade verbindet moderne Architektur mit Restaurants und Museen, darunter das Wikingerschiffmuseum.
Bergen und die Fjorde
Bergen, Norwegens zweitgrösste Stadt, erreicht man von Oslo aus mit der Bergenbahn in rund 6.5 bis 7.5 Stunden. Die Hansestadt Bryggen mit ihren farbigen Holzhäusern ist seit 1979 UNESCO-Welterbe; die Standseilbahn auf den Hausberg Fløyen bietet einen Blick über die sieben Berge der Stadt. Von Bergen aus sind Sogne- und Hardangerfjord in wenigen Stunden erreichbar.
Die Fjorde: Geiranger und Nærøy
Geirangerfjord und Nærøyfjord bilden gemeinsam die West-Norwegischen Fjorde, seit 2005 UNESCO-Naturerbe. Die Fahrt zwischen Flåm und Gudvangen durch den engen Nærøyfjord gehört zu den meistfotografierten Fjordstrecken; die Flåmsbana, eine der steilsten Normalspurbahnen der Welt, verbindet in rund einer Stunde die Bergenbahn-Station Myrdal mit dem Fjorddorf Flåm.
Nord-Norwegen: Tromsø und die Arktis
Tromsø liegt 350 km nördlich des Polarkreises auf einer kleinen Insel und ist mit dem Flugzeug, Bus, Boot oder Auto erreichbar. Im Winter ist die Stadt eines der zugänglichsten Nordlicht-Ziele weltweit, im Sommer scheint die Sonne rund um die Uhr; die Eismeerkathedrale und das Sámi-Ausstellungsgebiet am Arktischen Universitätsmuseum zeigen die kulturelle Seite der Region.
Lofoten, Nordkap und die Küstenroute
Die Hurtigruten-Küstenroute verbindet auf der Fahrt von Bergen nach Kirkenes 34 Häfen in sieben Tagen, darunter Trondheim, Bodø und Tromsø, mit längeren Stopps in den grösseren Städten. Die Lofoten-Inseln mit ihren Fischerdörfern und das Nordkap als nördlichster touristisch erschlossener Punkt Europas liegen an dieser Route.
Rjukan, Røros und das Landesinnere
Abseits der Küste liegen weitere Welterbestätten: die Bergstadt Røros mit ihrer Holzarchitektur (seit 1980), das Industrieerbe von Rjukan-Notodden (seit 2015) und die Felsritzungen von Alta (seit 1985), eine der grössten Sammlungen prähistorischer Felskunst Nordeuropas.
Quellen: Visit Norway (Innovation Norway) · Visit Norway (Innovation Norway) · Visit Norway (Innovation Norway) · UNESCO World Heritage Centre · Hurtigruten · Vy (norwegische Bahngesellschaft)
Reiseziele
Regionen mit eigener Seite
Inseln und Regionen
- InselgruppeSpitzbergenSpitzbergen, norwegisch Svalbard, ist eine Inselgruppe rund auf halbem Weg zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol, mit rund 60 %…
- StadtOsloOslo ist die Hauptstadt Norwegens am innersten Ende des Oslofjords, mit Oper, Museen und Wald vor der Haustür.
- RegionFjordnorwegenFjordnorwegen ist die Fjordlandschaft der norwegischen Westküste zwischen Stavanger und Ålesund mit Bergen als Tor.
- RegionNordnorwegen und LofotenNordnorwegen ist die Küste und Inselwelt nördlich von Bodø bis Kirkenes: Tromsø als Stadt des Nordlichts, die Lofoten mit Fischerdörfern vor einer…
Wann ist die beste Reisezeit für Norwegen?
Mai bis September eignet sich für Fjordreisen, Wandern und die Mitternachtssonne, die in Tromsø von Mai bis Juli rund um die Uhr scheint. Für Nordlicht ist die dunkle Jahreszeit von Ende September bis Ende März am ergiebigsten, mit klaren, kalten Nächten von Dezember bis Februar als verlässlichster Phase.
Zwischen den Regionen gibt es grosse klimatische Unterschiede: Bergen ist mit bis zu 319 mm Regen im Dezember die mit Abstand niederschlagsreichste der drei Städte, während Oslo im Juli mit 23.3 °C die höchsten Sommertemperaturen erreicht. Tromsø bleibt dank des Golfstroms selbst im Januar mit Tiefstwerten um -5 °C milder, als die nördliche Lage vermuten lässt.
Oslo, Bergen und Tromsø im Jahresverlauf
| Oslo | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 0 | 2 | 6 | 12 | 18 | 22 | 23 | 21 | 17 | 11 | 5 | 1 |
| Tiefstwert °C | -5 | -4 | -1 | 2 | 8 | 12 | 14 | 13 | 9 | 5 | 1 | -4 |
| Niederschlag mm | 78 | 60 | 56 | 61 | 92 | 96 | 112 | 122 | 96 | 104 | 94 | 78 |
| Bergen | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 4 | 5 | 7 | 11 | 16 | 18 | 20 | 19 | 17 | 12 | 8 | 6 |
| Tiefstwert °C | -0 | 0 | 1 | 3 | 7 | 10 | 12 | 12 | 10 | 6 | 3 | 1 |
| Niederschlag mm | 299 | 218 | 215 | 155 | 141 | 154 | 175 | 205 | 269 | 276 | 293 | 319 |
| Tromsø | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | -1 | 0 | 2 | 5 | 10 | 14 | 17 | 16 | 12 | 6 | 3 | 1 |
| Tiefstwert °C | -5 | -5 | -4 | -1 | 3 | 7 | 9 | 9 | 6 | 2 | -1 | -3 |
| Niederschlag mm | 106 | 109 | 120 | 89 | 95 | 106 | 112 | 113 | 137 | 122 | 114 | 124 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station OSLO-BLINDERN (4 km, 97 m), auf 18 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station BERGEN/FLORIDA (1 km, 36 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station TROMSO-HOLT (2 km, 20 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Oslo und das Landesinnere sind trockener und kontinentaler geprägt, mit kalten, aber meist trockenen Wintern; Bergen an der Westküste ist ganzjährig der nasseste Ort des Landes, was die charakteristischen grünen Fjordhänge erklärt. Für Fjordfotografie gelten die längeren, klaren Tage im Mai und Juni oft als optimal, bevor die Hauptsaison im Juli und August beginnt.
In Tromsø ist der Winter laut Tourismusbüro die Hochsaison, wegen des Nordlichts; im Sommer prägen Konzerte unter der Mitternachtssonne und ganztägige Aktivitäten wie Kajak oder Wanderungen das Programm. Wer beides kombinieren will, reist im September oder März, wenn Tageslicht und Dunkelheit sich abwechseln.
Quellen: Visit Norway (Innovation Norway) · Visit Norway (Innovation Norway)
Was braucht man für die Einreise nach Norwegen?
Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen mit gültigem Pass oder Personalausweis visumfrei nach Norwegen, da das Land trotz Nicht-EU-Mitgliedschaft vollwertiges Schengen-Mitglied ist (Stand September 2026). Für Staatsangehörige ausserhalb der EU/Schengen-Zone ohne Befreiungsabkommen gilt die reguläre Schengen-Visumpflicht mit höchstens 90 Tagen Aufenthalt innerhalb von 180 Tagen.
- Schweiz, Deutschland, Österreich: Reisepass oder Personalausweis genügt, kein Visum, keine gesonderte Aufenthaltsbeschränkung innerhalb des Schengen-Rahmens.
- Reisedokumente: ein cremefarbener Notpass wird laut BMEIA ebenfalls anerkannt; das Dokument sollte für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig bleiben.
- Andere Staatsangehörigkeiten: Für sie gelten eigene Regeln, massgeblich ist die norwegische Botschaft oder das Konsulat im Wohnsitzland.
Svalbard (Spitzbergen) liegt zwar unter norwegischer Verwaltung, gehört aber nicht zum Schengen-Raum; für Reisen auf den Archipel gelten deshalb eigene Grenzformalitäten, auch für Schengen-Bürger.
Massgeblich sind die Angaben von EDA, BMEIA und den norwegischen Behörden zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Norwegen?
Für die Einreise ist keine Impfung vorgeschrieben. HealthyTravel.ch und das CDC empfehlen, die Standardimpfungen gemäss nationalem Impfplan aufzufrischen, insbesondere Polio, Diphtherie-Tetanus-Pertussis, Masern-Mumps-Röteln und Varizellen. Gelbfieber und Malaria spielen in Norwegen keine Rolle.
Eine FSME-Impfung (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird für Aufenthalte in betroffenen Gebieten empfohlen, vor allem an der südlichen Küste; Hepatitis B nennt das CDC zusätzlich für ungeimpfte Reisende unter 60 Jahren. Auf Spitzbergen kommt Tollwut bei Wildtieren vor, auf dem Festland ist das Risiko laut CDC auf Fledermäuse begrenzt.
Die medizinische Versorgung ist auf hohem europäischem Standard. Reisemedizinisch relevant bleiben vor allem Zeckenschutz bei Wanderungen im Süden und die üblichen Hygienemassnahmen; für Fjordwanderungen und Gletschertouren empfiehlt sich festes Schuhwerk und Wetterschutz auch im Sommer.
Quellen: HealthyTravel.ch (Schweizerisches Expertenkomitee für Reisemedizin) · Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Wie sicher ist Norwegen für Reisende?
Norwegen gilt als eines der sichersten Reiseländer mit gutem Sicherheitsstandard; die aktuelle Lage ist bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zu prüfen. Alltagsrisiko bleibt vor allem gelegentlicher Taschendiebstahl in Oslo; das EDA weist zusätzlich auf Gefahren bei Outdoor-Aktivitäten wie Lawinen und wechselhaftes Bergwetter hin.
Das EDA empfiehlt für Wanderungen im Fjell und auf Gletschern sorgfältige Vorbereitung, passende Ausrüstung und wenn nötig die Begleitung eines ortskundigen Guides, da sich das Wetter in den Bergen rasch ändern kann. In Städten gelten die üblichen Vorsichtsmassnahmen gegen Taschendiebstahl an belebten Orten.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Wie reist man nach Norwegen und im Land herum?
Oslo (OSL) ist mit 150 Nonstop-Zielen in 45 Ländern der grösste internationale Zugang, ergänzt durch Bergen (BGO) und Tromsø (TOS) mit eigenen, vor allem europäischen Verbindungen. Innerhalb Norwegens verbindet die Bergenbahn Oslo und Bergen in rund 6.5 bis 7.5 Stunden, die Küstenschiffe der Hurtigruten brauchen für die Strecke Bergen–Kirkenes sieben Tage.
| Weltregion | Beispiele Nonstop-Verbindungen |
|---|---|
| Nordamerika | New York (JFK), Newark |
| Asien | Bangkok, Peking, Phuket |
| Naher Osten | Dubai, Doha |
| Europa | über 140 europäische Ziele, u. a. alle grossen Drehkreuze |
Die längste Nonstop-Verbindung ab Oslo führt nach Phuket, rund 9'065 km und knapp 12 Stunden mit Norse Atlantic Airways. Bergen ist mit 69 Nonstop-Zielen in 23 bis 24 Ländern deutlich europäischer ausgerichtet; die häufigsten Verbindungen führen nach Kopenhagen und Amsterdam, die längste zu den Kanaren.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Oslo – Bergen | Bergenbahn | rund 6 h 30 min – 7 h 30 min |
| Myrdal – Flåm | Flåmsbana | rund 1 h |
| Bergen – Kirkenes | Hurtigruten (Nordroute) | 7 Tage, 34 Häfen |
| Kirkenes – Bergen | Hurtigruten (Südroute) | 6 Tage, 33 Häfen |
Für kurze Strecken zwischen den Regionen bleibt das Flugzeug oft die schnellste Option, da Norwegens Topografie Strassen und Schienen stark verlangsamt; Inlandsflüge verbinden Oslo mehrmals täglich mit Bergen, Tromsø, Trondheim und weiteren Regionalflughäfen. Fähren und Express-Boote ergänzen für Fjordüberquerungen und Inseln, buchbar über die App Entur.
Quellen: FlightConnections · FlightConnections · Vy (norwegische Bahngesellschaft) · Hurtigruten · Visit Norway (Innovation Norway)
Welches Geld braucht man in Norwegen und wie bezahlt man?
Landeswährung ist die norwegische Krone (NOK). Norwegen gilt als eines der am weitesten bargeldlosen Länder Europas: Karten- und Mobilzahlung werden praktisch überall akzeptiert, von Kiosken über Fähren bis zu Wanderhütten.
Bargeld ist in vielen Geschäften nicht mehr nötig; manche Betriebe, etwa kleine Cafés oder Automaten, nehmen ausschliesslich Karte. Für die seltenen Fälle ohne Kartenterminal, etwa auf abgelegenen Inseln oder Wanderhütten der Lofoten, empfiehlt sich dennoch etwas Bargeld als Reserve.
Preise für Verpflegung und Unterkunft liegen im europäischen Vergleich hoch; Restaurantbesuche und Alkohol sind spürbar teurer als in Mitteleuropa, was viele Reisende zu Selbstverpflegung in Hytten (Hütten) oder Ferienwohnungen bewegt. Supermärkte wie Kiwi oder Rema 1000 sind für Reisende mit knappem Budget oft günstiger als Restaurants.
Trinkgeld ist in Norwegen keine Pflicht: Servicegebühren sind meist bereits in der Rechnung enthalten, dennoch wird ein Aufschlag von rund 5 bis 10 Prozent bei gutem Service zunehmend üblich, besonders in Restaurants der grösseren Städte.
Quellen: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Wo übernachtet man in Norwegen am besten?
In Oslo konzentrieren sich Hotels auf die Innenstadt rund um den Hauptbahnhof und das Opernviertel Bjørvika; in Bergen liegen die meisten Unterkünfte nahe Bryggen und dem Fischmarkt am Hafen. In Tromsø sind Zentrum und die Nähe zur Eismeerkathedrale gefragt, besonders während der Nordlicht-Saison.
Ausserhalb der Städte prägen «Hytter» (Ferienhütten) und Fjordlodges das Angebot; entlang der Hurtigruten-Route dienen die Schiffe selbst als bewegliche Unterkunft mit täglich wechselndem Ausblick. Wer die Lofoten oder das Nordkap besucht, bucht am besten früh, da Kapazitäten in der Hochsaison begrenzt sind.
Quellen: Visit Norway (Innovation Norway) · Visit Norway (Innovation Norway)
Was isst man in Norwegen?
Fisch und Meeresfrüchte prägen die Küche landesweit: Lachs, Kabeljau und Krabben in Bergen, gegrillter Stockfisch und Rentier in Tromsø. Der Fischmarkt am Hafen von Bergen zeigt die regionale Marktkultur mit frischem Fang direkt vom Boot.
Im hohen Norden gehören Rentierspezialitäten und Fisch aus der Arktis zur samischen Küchentradition; in den Küstenstädten sind Krabben- und Lachsgerichte das ganze Jahr verfügbar. Kaffee wird in Norwegen überdurchschnittlich viel getrunken, Cafés gehören zum Alltag.
Getrockneter und gegrillter Stockfisch aus dem hohen Norden zählt zu den traditionsreichsten norwegischen Exportgütern und findet sich auf Speisekarten von Tromsø bis Bergen; Brunost, ein brauner Ziegenkäse, ergänzt als typisch norwegische Alltagszutat viele Frühstückstische.
Quellen: Visit Norway (Innovation Norway) · Visit Norway (Innovation Norway)
Welche Kultur prägt Norwegen?
Die samische Kultur im Norden, sichtbar etwa im Ausstellungsbereich des Arktischen Universitätsmuseums in Tromsø, steht neben der Wikingergeschichte, die im Wikingerschiffmuseum in Oslo greifbar wird. Acht UNESCO-Welterbestätten dokumentieren von der Hansestadt Bryggen bis zu den Felsritzungen von Alta eine lange Siedlungsgeschichte.
Bryggen in Bergen erinnert an die Hanse-Handelsvergangenheit der Stadt, während die Bergstadt Røros mit ihrer Holzarchitektur die Geschichte des Kupferbergbaus zeigt. In Oslo dokumentieren Munch-Museum und Nationalmuseum, beide 2021/2022 neu eröffnet, die norwegische Kunstgeschichte von Edvard Munch bis zur Gegenwart.
Musik und Festivals unter freiem Himmel gehören im Sommer zum Alltag, begünstigt durch die langen hellen Nächte; in Tromsø prägen Konzerte unter der Mitternachtssonne die Saison zwischen Mai und Juli.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Visit Norway (Innovation Norway) · Visit Norway (Innovation Norway)
Welche Erlebnisse lohnen sich in Norwegen?
Zu den Höhepunkten zählen die Fjordfahrt durch den Nærøyfjord, die Flåmsbana als eine der steilsten Normalspurbahnen der Welt, Nordlichtjagd in Tromsø und die Hurtigruten-Küstenreise mit 34 Häfen zwischen Bergen und Kirkenes.
Fjorde und Bahnfahrten
Die Kombination aus Bergenbahn, Flåmsbana und Fjordboot – bekannt als «Norway in a Nutshell» – verbindet Hochplateau, Steilstrecke und Wasserstrasse in einem Tag. Der Nærøyfjord gehört zu den schmalsten Armen der West-Norwegischen Fjorde und lässt sich per Boot von Flåm oder Gudvangen aus befahren.
Tromsø: Arktische Aktivitäten
Im Herbst ziehen Hundeschlittentouren auf Rädern, im Winter auf Kufen; ganzjährig ergänzen Husky-Wanderungen und -Cafés das Programm. Seehunde lassen sich in der Polaria, dem nördlichsten Aquarium der Welt, beobachten, Rentiere auf der Insel Kvaløya.
Bergen und die Fjordstadt
Die Standseilbahn oder der Fussweg auf den Fløyen zeigen Bergen von oben, umgeben von sieben Bergen; der Fischmarkt am Hafen ergänzt mit frischen Meeresfrüchten. Von Bergen starten Tagesausflüge in den Hardangerfjord mit seinen Obstplantagen und Wasserfällen.
- Oslo: begehbares Opern-Dach und Vigeland-Park zu Fuss verbinden, danach ins neue Munch-Museum.
- Lofoten: Fischerdörfer wie Reine und Å, zerklüftete Gipfel direkt am Meer.
- Nordkap: nördlichster touristisch erschlossener Punkt Europas, erreichbar über die Hurtigruten-Route oder per Strasse.
Quellen: Visit Norway (Innovation Norway) · Visit Norway (Innovation Norway) · Hurtigruten · Vy (norwegische Bahngesellschaft)
Wie reist man in Norwegen verantwortungsvoll?
Tromsø trägt eine Zertifizierung als «Sustainable Destination»; die West-Norwegischen Fjorde stehen seit 2005 als Weltnaturerbe unter besonderem Schutz. Bahn, Bus und Küstenschiff statt Mietwagen verringern auf den Hauptachsen den Verkehr in den engen Fjordtälern.
- Bergenbahn, Flåmsbana oder Hurtigruten statt Mietwagen für die grossen Strecken nutzen.
- Gletscher- und Fjelltouren nur mit lokalem Guide, wegen rasch wechselndem Bergwetter.
- In der Hochsaison Juli/August Ausweichtermine im Mai, Juni oder September wählen, um Andrang an Hotspots wie Bryggen oder Nærøyfjord zu verringern.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
Mit welchen Ländern lässt sich Norwegen kombinieren?
Am naheliegendsten sind die nordischen Nachbarn: Von Oslo aus bestehen zahlreiche Nonstop-Verbindungen nach Stockholm, Kopenhagen und Helsinki, dazu Fährverbindungen entlang der Küste. Auch Island lässt sich über gemeinsame europäische Drehkreuze in eine Nordeuropa-Reise einbinden.
Wer die Küstenroute verlängert, kann die Hurtigruten-Reise mit einem Aufenthalt in Bergen oder Tromsø kombinieren; nach Norden schliesst Nordkap an die schwedische und finnische Lappland-Region an, mit direkten Strassen- und teils Bahnverbindungen über die Grenze.
Quellen: FlightConnections
Für wen eignet sich Norwegen, für wen weniger?
Norwegen passt zu Reisenden, die Fjordlandschaften, Wandern, Bahn- oder Schifffahrten und Nordlicht verbinden wollen, ebenso zu Fotografie- und Naturinteressierten. Weniger geeignet ist es für Reisende mit knappem Budget oder für alle, die ausschliesslich warme Bade- und Strandferien suchen.
Gut passt das Land für aktive Reisende, die Wanderungen, Fjordfahrten und gegebenenfalls die Nordlichtjagd verbinden wollen; auch Bahnreisende kommen über die Bergenbahn und Flåmsbana auf ihre Kosten. Wer durchgehend günstige Preise oder beständig warmes Wetter sucht, ist an der norwegischen Küste an der falschen Adresse.
Quellen: Visit Norway (Innovation Norway)