Luftaufnahme des durchgehenden Regenwaldkronendachs entlang eines Flusses auf Borneo

Länderübergreifende Insel · Asien

Borneo

Borneo ist mit rund 748'168 km² die drittgrösste Insel der Erde und liegt auf drei Länder verteilt: Malaysia mit Sabah und Sarawak, Indonesien mit den fünf Provinzen Kalimantans und das kleine Sultanat Brunei. Über der Insel liegt ein durchgehendes Band aus Regenwald, das Orang-Utans, Nasenaffen und einige der artenreichsten Ökosysteme der Erde beherbergt.

Foto: Carles Rabada auf Unsplash

Reisewissen · geprüfte Inhalte, mit Quelle · getrennt von der Reiseplanung

Fläche
rund 748'168 km², drittgrösste Insel der Welt nach Grönland und Neuguinea
Aufteilung
rund 73 % Indonesien (Kalimantan), 26 % Malaysia (Sabah, Sarawak), 1 % Brunei
Höchster Punkt
Mount Kinabalu, 4'095 m, in Sabah, Malaysia
Längster Fluss
Kapuas in Westkalimantan, 1'143 km, längster Fluss Indonesiens
Indigene Bevölkerung
Dayak-Gruppen insgesamt rund 4.21 Mio. auf der ganzen Insel
Orang-Utan-Bestand
Borneo-Orang-Utan, laut IUCN weltweit noch rund 104'700 Tiere, vom Aussterben bedroht
Waldverlust seit 1973
rund die Hälfte des ursprünglichen Regenwalds gerodet (Stand 2016)
UNESCO-Welterbe
Kinabalu Park (Sabah, 2000) und Gunung Mulu National Park (Sarawak, 2000)
Zeitzone
UTC+8 in Malaysia und Brunei, UTC+7 (WIB, Westkalimantan) bzw. UTC+8 (WITA, übriges Kalimantan) in Indonesien
Einreise CH/DE/AT
unterschiedlich je Landesteil: Malaysia visumfrei 90 Tage, Indonesien e-VOA 30 Tage, Brunei visumfrei 90 Tage (Stand September 2026)
Notruf
999 in Malaysia, 112/110 in Indonesien, 991 in Brunei

Was ist Borneo, und warum liegt die Insel auf drei Länder verteilt?

Kurz gesagt

Borneo ist mit rund 748'168 km² die drittgrösste Insel der Erde, nach Grönland und Neuguinea, und politisch auf drei Staaten aufgeteilt: Indonesien mit rund 73 % der Fläche als Kalimantan, Malaysia mit rund 26 % in den Bundesstaaten Sabah und Sarawak, und das kleine Sultanat Brunei mit rund 1 % an der Nordwestküste.

Diese Seite behandelt Borneo als zusammenhängenden Naturraum: Regenwald, Flusssysteme, Orang-Utans und der Mount Kinabalu als höchster Punkt der Insel. Reisepraktische Details zu Sabah und Sarawak stehen ausführlich auf den Sabah- und Sarawak-Seiten; für Kalimantan und Brunei gelten die allgemeinen Indonesien- und Brunei-Seiten.

Wer die ganze Insel in einer Reise verbinden will, braucht wegen der drei getrennten Einreiseregime und der grossen Distanzen deutlich mehr Zeit als für einen einzelnen Landesteil; die meisten Reisenden konzentrieren sich auf Sabah und Sarawak oder auf einen Abstecher nach Kalimantan.

Quellen: Seasia.co

Wie ist Borneo als Naturraum aufgebaut?

Kurz gesagt

Ein zentrales Bergland durchzieht die Insel von Nordosten nach Südwesten, mit dem 4'095 m hohen Mount Kinabalu in Sabah als höchstem Punkt. Von dort fliessen grosse Flusssysteme sternförmig zu den Küsten: der Kapuas in Westkalimantan über 1'143 km, der Kinabatangan in Sabah über 560 km, der Rajang in Sarawak als längster Fluss Malaysias.

Borneo liegt fast vollständig im tropischen Tiefland, mit einer durchgehenden Regenwalddecke, die noch vor wenigen Jahrzehnten fast die ganze Insel bedeckte. Heute ist nach Schätzungen rund die Hälfte des ursprünglichen Waldes gerodet, mit deutlichen Unterschieden zwischen den Landesteilen: Sabah verlor seit 1973 rund 40 %, Kalimantan rund 31 %, Sarawak rund 23 % und Brunei rund 8 % seines Waldbestands.

Über 400 verschiedene Dayak-Gruppen leben auf der ganzen Insel verteilt, insgesamt rund 4.21 Mio. Menschen: in Kalimantan werden sie meist gesammelt als Dayak bezeichnet, in Sarawak nach Gruppen wie Iban, Bidayuh oder Orang Ulu benannt, in Sabah dominieren Kadazan-Dusun, Bajau und Murut.

Quellen: Mongabay · Wikipedia (englisch)

Zu welchen Ländern gehört Borneo, und was bedeutet das für die Reise?

Kurz gesagt

Borneo ist kein eigener Staat, sondern verteilt sich auf drei souveräne Länder mit je eigenem Einreiserecht: Malaysia (Sabah, Sarawak), Indonesien (Kalimantan) und Brunei. Wer zwischen den Landesteilen reist, überquert echte Staatsgrenzen mit eigener Pass- und Zollkontrolle, auch wenn die Insel geografisch zusammenhängt.

Einreise nach Landesteil für Schweizer, Deutsche und Österreicher (Stand September 2026)
LandesteilLandEinreiseDetails
Sabah, SarawakMalaysiavisumfrei bis 90 Tage, MDAC Pflichtzusätzlich eigener Einreisevermerk je Bundesstaat
KalimantanIndonesiene-VOA/Visa on Arrival, 30 Tage, einmal verlängerbar500'000 IDR, online oder am Flughafen
Brunei-AnteilBruneivisumfrei bis 90 TageE-Arrival Card und BruHealth-Gesundheitserklärung Pflicht

Sabah und Sarawak kontrollieren ihre Einwanderung zusätzlich getrennt von der malaiischen Halbinsel und voneinander; wer von Kuala Lumpur nach Kota Kinabalu oder Kuching weiterreist, durchläuft trotz Inlandflug eine eigene Passkontrolle. Ausführliche Regeln stehen auf den Seiten zu Malaysia, Indonesien und Brunei.

Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten BMEIA · Jabatan Imigresen Malaysia

Welche Naturräume und Orte prägen Borneo?

Kurz gesagt

Der malaysische Teil bietet mit dem Mount Kinabalu den höchsten Punkt der Insel und mit Gunung Mulu die grössten bekannten Höhlensysteme der Erde, beide UNESCO-Welterbe. Das indonesische Kalimantan zeigt mit dem Tanjung-Puting-Nationalpark eine der bekanntesten Orang-Utan-Regionen der Welt entlang des Sekonyer-Flusses.

Sabah und Sarawak (Malaysia)

Der Mount Kinabalu überragt mit 4'095 m den gleichnamigen Nationalpark, der seit 2000 als UNESCO-Welterbe wegen seiner aussergewöhnlichen Artenvielfalt gilt; weiter östlich liegen mit Sepilok und dem Kinabatangan-Fluss zwei der zugänglichsten Orte für wildlebende Orang-Utans und Nasenaffen. In Sarawak beherbergt der Gunung Mulu National Park mit der Sarawak Chamber die grösste bekannte Höhlenkammer der Erde. Details zu beiden Bundesstaaten stehen auf den eigenen Sabah- und Sarawak-Seiten.

Kalimantan (Indonesien)

Der Tanjung-Puting-Nationalpark in Zentralkalimantan, erreichbar über die Hafenstadt Kumai nahe Pangkalan Bun, gilt als einer der zuverlässigsten Orte weltweit, um wildlebende Orang-Utans zu sehen: Mehrtägige Fahrten mit dem Klotok, einem überdachten Holzboot, führen den Sekonyer-Fluss hinauf, vorbei an Fütterungsstationen, an denen einst ausgewilderte Tiere regelmässig auftauchen.

Pontianak und der Kapuas

Pontianak, Hauptstadt Westkalimantans, liegt direkt auf dem Äquator; das Äquatordenkmal (Tugu Khatulistiwa), erstmals 1928 errichtet, markiert die Grenze zwischen Nord- und Südhalbkugel. Von hier fliesst der 1'143 km lange Kapuas, längster Fluss Indonesiens, ins Südchinesische Meer und prägt als wichtigster Verkehrsweg das gesamte westliche Kalimantan.

Brunei

Der kleine Brunei-Anteil an der Nordwestküste ist stark bewaldet und weniger touristisch erschlossen als die Nachbarregionen; Details zu Land und Hauptstadt Bandar Seri Begawan stehen auf der eigenen Brunei-Seite.

Zwischen den vier Landesteilen liegen grosse, kaum erschlossene Waldgebiete ohne durchgehende Strassenverbindung; das sogenannte «Heart of Borneo», eine grenzüberschreitende Schutzinitiative von Malaysia, Indonesien und Brunei, umfasst weite Teile des zentralen Berglands und soll die verbliebenen Regenwaldkorridore zwischen den Landesteilen langfristig zusammenhalten.

Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Wikipedia (englisch) · The World Travel Guy · Wikipedia (englisch)

Wann ist die beste Reisezeit für Borneo?

Kurz gesagt

Borneo liegt direkt am Äquator und hat ganzjährig ein feuchtwarmes Tropenklima ohne ausgeprägte Jahreszeiten, mit Temperaturen meist zwischen rund 23 und 32 °C. Der Nordost-Monsun bringt von November bis Februar mehr Regen an den Nord- und Ostküsten, während Juni bis September vielerorts als vergleichsweise trocken gilt.

Detaillierte Monatswerte für Kota Kinabalu und Kuching stehen mit eigenen Klimatabellen auf den Sabah- und Sarawak-Seiten; für Kalimantan gilt ein ähnliches Muster, mit tendenziell etwas gleichmässigerer Verteilung des Regens über das Jahr, weil die Insel dort direkter am Äquator liegt und weniger saisonale Monsunwinde abbekommt.

Für Bootsreisen wie Tanjung Puting oder den Pinnacles-Trek in Gunung Mulu ist die trockenere Zeit zwischen Juni und September günstiger, weil Flusspegel niedriger und Wanderwege weniger rutschig sind. Für den Mount-Kinabalu-Aufstieg gilt zusätzlich: An klaren Tagen zwischen Februar und April ist die Chance auf einen wolkenfreien Sonnenaufgang am Gipfel am grössten.

Wer mehrere Landesteile verbindet, etwa Sabah mit Kalimantan, plant die Reise am besten in dieser gemeinsamen Trockenperiode, auch wenn lokale Wetterlagen je nach Küste und Höhenlage abweichen können.

Quellen: Wikipedia (englisch)

Was brauche ich für die Einreise nach Borneo?

Kurz gesagt

Es gibt kein einheitliches Borneo-Visum: Wer nur Sabah und Sarawak bereist, braucht die malaysische MDAC und je Bundesstaat einen eigenen Einreisevermerk; wer nach Kalimantan reist, braucht die indonesische e-VOA für 30 Tage; für den Brunei-Anteil gilt die visumfreie Einreise mit E-Arrival Card (Stand September 2026).

Reisende, die mehrere Landesteile verbinden, etwa Kota Kinabalu und danach Kalimantan, durchlaufen bei jedem Grenzübertritt eine vollständige neue Einreise mit den jeweiligen Formularen, nicht nur eine Passkontrolle. Die ausführlichen, länderspezifischen Regeln inklusive Passgültigkeit und Zoll stehen auf den Seiten zu Malaysia, Indonesien und Brunei.

Massgeblich sind stets die Behörden des jeweiligen Landes; EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA fassen deren Regeln zusammen, die sich kurzfristig ändern können (Stand 23. September 2026).

Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten BMEIA · Jabatan Imigresen Malaysia

Welche Gesundheitshinweise gelten für Borneo?

Kurz gesagt

Im malaysischen Teil stuft healthytravel.ch Sabah und Sarawak als Gebiet mit mittlerem Malariarisiko ein, während die CDC das Risiko vor allem im dichten Dschungel-Hinterland sieht; seit 2018 kommt in Malaysia praktisch nur noch die von Affen übertragene Form Plasmodium knowlesi vor. Für Kalimantan und Brunei gelten die allgemeinen Gesundheitsregeln Indonesiens und Bruneis.

Wer mehrtägige Dschungel- oder Flusstouren plant, etwa nach Danum Valley, Gunung Mulu oder Tanjung Puting, bespricht eine Malariaprophylaxe reisemedizinisch vor Abreise; für kurze Stadt- und Küstenaufenthalte reicht meist konsequenter Mückenschutz. Ausführliche, länderspezifische Impfempfehlungen stehen auf den Seiten zu Malaysia und Indonesien.

Quellen: healthytravel.ch (Schweizerische Fachgesellschaft für Tropen- und Reisemedizin) · CDC Travelers' Health

Wie sicher ist Borneo für Reisende?

Kurz gesagt

Die grossen Naturziele auf Borneo, vom Mount Kinabalu über Gunung Mulu bis Tanjung Puting, gelten bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA als grundsätzlich sicher. Eine ausdrückliche Abratung besteht für die Ostküste Sabahs zwischen Lahad Datu und der philippinischen Grenze wegen Entführungsgefahr durch bewaffnete Gruppen (Stand 23. September 2026).

Diese Warnung betrifft ausschliesslich die sogenannte Eastern Sabah Safety Zone, ausführlich auf der Sabah-Seite erklärt; für Sarawak, Kalimantan und den Brunei-Anteil bestehen keine vergleichbaren Warnungen, es gelten die allgemeinen Vorsichtsregeln des jeweiligen Landes.

Quellen: Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten BMEIA

Wie reist man nach Borneo an?

Kurz gesagt

Es gibt keinen zentralen Borneo-Flughafen: Kota Kinabalu (BKI) und Kuching (KCH) bedienen den malaysischen Teil, Pontianak (PNK) und Balikpapan (BPN) den indonesischen, Bandar Seri Begawan (BWN) den Brunei-Anteil. Aus Europa reist man in allen Fällen über ein Drehkreuz wie Kuala Lumpur, Singapur, Jakarta oder Hongkong an.

Wichtigste Flughäfen auf Borneo nach Landesteil (Stand September 2026)
FlughafenIATALandesteilWichtigste Umsteigepunkte
Kota KinabaluBKISabah, MalaysiaKuala Lumpur, Singapur, Hongkong
KuchingKCHSarawak, MalaysiaKuala Lumpur, Singapur
PontianakPNKWestkalimantan, IndonesienJakarta
BalikpapanBPNOstkalimantan, IndonesienJakarta, Surabaya
Bandar Seri BegawanBWNBruneiSingapur, Kuala Lumpur, Kuching

Innerhalb der Insel gibt es kaum durchgehende Strassen zwischen den Landesteilen; wer etwa von Kota Kinabalu nach Pontianak reisen will, fliegt praktisch immer über Kuala Lumpur, Singapur oder Jakarta um, statt über Land zu fahren. Zwischen Kuching und Pontianak besteht dagegen eine direkte Busverbindung über den Grenzübergang Tebedu–Entikong.

Zwischen Kota Kinabalu und Kuching verkehren mehrmals täglich Nonstopflüge in rund 1 h 25 min; nach Brunei fliegt Royal Brunei Airlines sowohl ab Kota Kinabalu als auch ab Kuching.

Quellen: AeroCorner · AeroCorner

Was muss man zu Geld und Kosten auf Borneo wissen?

Kurz gesagt

Jeder Landesteil hat seine eigene Währung: Ringgit (MYR) in Sabah und Sarawak, Rupiah (IDR) in Kalimantan, Brunei-Dollar (BND) in Brunei, faktisch gleichgestellt mit dem Singapur-Dollar. Grenzüberschreitende Reisen bedeuten deshalb mehrfachen Geldwechsel oder Kartenabhebungen in mehreren Währungen.

In Kota Kinabalu und Kuching sind Karten breit akzeptiert, in Kalimantan ausserhalb grösserer Städte wie Pontianak oder Balikpapan sowie auf Bootstouren wie Tanjung Puting braucht es meist Bargeld. Naturtouren mit Guide, Boot und Permit sind in allen drei Landesteilen die grösseren Ausgabeposten einer Borneo-Reise, deutlich teurer als reine Stadtaufenthalte.

Wechselkurse zwischen Ringgit und Rupiah unterscheiden sich stark in der Grössenordnung der Beträge; wer beide Landesteile verbindet, plant am einfachsten mit Karte und wechselt nur kleinere Bargeldbeträge vor Ort.

Quellen: Seasia.co

Wo übernachtet man auf Borneo?

Kurz gesagt

In den Städten Kota Kinabalu, Kuching, Pontianak und Bandar Seri Begawan reicht die Auswahl von Hostels bis internationalen Hotelketten. Abseits davon sind Lodges, Boote und Homestays oft die einzige Option: Borneo Rainforest Lodge in Danum Valley, Klotok-Hausboote in Tanjung Puting oder Iban-Langhäuser in Batang Ai.

Naturnahe Unterkünfte sind in allen drei Landesteilen meist Teil eines mehrtägigen Pakets mit Guide, Verpflegung und Transport, weil die Anreise ohne lokale Organisation oft nicht praktikabel ist. Wer zwischen mehreren Landesteilen wechselt, bucht die jeweiligen Lodges getrennt, da es keine landesteilübergreifenden Reiseveranstalter mit einheitlicher Buchung gibt.

Was isst man auf Borneo?

Kurz gesagt

Die Küche unterscheidet sich je Landesteil, teilt aber gemeinsame Grundzutaten: Reis, Fisch und Dschungelgemüse. In Sabah und Sarawak prägen Kadazan-Dusun- und Iban-Gerichte wie Hinava oder in Bambus gegarter Reis (Pansoh) die lokale Küche, in Kalimantan indonesisch-malaiische Einflüsse mit viel Kokosmilch und Sambal.

Wildfrüchte wie Durian oder Rambutan wachsen auf der ganzen Insel und werden je nach Saison auf Märkten von Kota Kinabalu bis Pontianak verkauft. Details zu den Küchen der einzelnen Landesteile stehen auf den Sabah- und Sarawak-Seiten sowie auf der Indonesien-Seite.

Welche Kultur prägt Borneo?

Kurz gesagt

Über 400 Dayak-Gruppen mit insgesamt rund 4.21 Mio. Menschen leben verteilt über die ganze Insel; sie werden je nach Landesteil unterschiedlich benannt und teilen doch verwandte Traditionen wie das Langhaus als Wohnform und Erntedankfeste nach der Reisernte.

In Sarawak feiern Iban und andere Dayak-Gruppen Anfang Juni das Gawai-Fest, in Sabah die Kadazan-Dusun im Mai das Kaamatan-Fest; beide Feste markieren das Ende der Reisernte mit Musik, Reiswein und traditioneller Kleidung. In Kalimantan bewahren Dayak-Gemeinschaften ähnliche Zeremonien, oft weniger touristisch erschlossen als in Malaysia.

Kopfjagd war bei mehreren Dayak-Gruppen bis ins 20. Jahrhundert Teil der Kriegs- und Statuskultur; heute lebt diese Geschichte vor allem in Museen und Erzählungen der älteren Generation fort, nicht in der gelebten Praxis.

Quellen: Wikipedia (englisch)

Was sind die schönsten Erlebnisse auf Borneo?

Kurz gesagt

Zu den einprägsamsten Erlebnissen der ganzen Insel zählen eine Klotok-Fahrt zu wildlebenden Orang-Utans in Tanjung Puting, der Sonnenaufgang vom Gipfel des Mount Kinabalu, der abendliche Fledermausauszug aus der Deer Cave in Gunung Mulu und eine Nacht in einem Dayak-Langhaus.

  • Tanjung Puting (Kalimantan): mehrtägige Klotok-Tour ab Kumai buchen, Fütterungsstationen mit ausgewilderten Orang-Utans besuchen.
  • Mount-Kinabalu-Gipfel (Sabah): 2D1N-Permit Monate im Voraus sichern, siehe Sabah-Seite.
  • Gunung Mulu (Sarawak): Fledermausauszug aus der Deer Cave abwarten, Pinnacles-Trek für erfahrene Wanderer.
  • Kinabatangan-Flusssafari (Sabah): Nacht-, Morgen- und Abendfahrt kombinieren für die höchste Chance auf Wildtiere.
  • Iban-Langhaus (Sarawak): Homestay in Batang Ai buchen, Begrüssung durch den Tuai Rumah respektieren.

Wer Zeit für nur einen Landesteil hat, findet in Sabah die grösste Bandbreite an Erlebnissen auf kurzen Distanzen; wer echte Abgeschiedenheit sucht, ist in Kalimantan mit weniger Infrastruktur, aber ebenso zuverlässigen Orang-Utan-Sichtungen unterwegs.

Quellen: The World Travel Guy · UNESCO World Heritage Centre · Wikipedia (englisch)

Wie reist man auf Borneo verantwortungsvoll?

Kurz gesagt

Seit 1973 ist nach Schätzungen rund die Hälfte des ursprünglichen Regenwalds auf Borneo verschwunden, vor allem durch Holzeinschlag und Palmölplantagen; die verbliebenen Schutzgebiete wie Kinabalu Park, Gunung Mulu oder Tanjung Puting sind für Orang-Utans und andere bedrohte Arten überlebenswichtig.

Wer zertifizierte Guides und lizenzierte Nationalpark-Touren bucht, statt informelle Anbieter, unterstützt direkt den Erhalt dieser Gebiete und hält Permit-Regeln automatisch ein. Bei Orang-Utan-Beobachtung, ob in Sepilok, Semenggoh oder Tanjung Puting, gilt überall derselbe Grundsatz: Mindestabstand halten, nicht füttern und Anweisungen der Ranger folgen, um Krankheitsübertragung auf die Tiere zu vermeiden.

Quellen: Mongabay

Womit lässt sich eine Borneo-Reise kombinieren?

Kurz gesagt

Naheliegend ist die Kombination von Sabah und Sarawak zu einer zwei- bis dreiwöchigen Rundreise, ergänzt um einen Abstecher nach Brunei über Kota Kinabalu oder Kuching. Wer den indonesischen Teil erleben will, verbindet Kalimantan meist mit einer separaten Reise ab Jakarta, da direkte Verbindungen zum malaysischen Teil selten sind.

Reisende mit viel Zeit verbinden Sabah oder Sarawak auch mit weiteren Zielen in Malaysia wie Kuala Lumpur oder Penang, meist per Flug über die Hauptstadt.

Für wen eignet sich Borneo, für wen weniger?

Kurz gesagt

Borneo passt zu Reisenden, die Regenwald, Wildtierbeobachtung und indigene Kultur über Ländergrenzen hinweg erleben wollen und auch einfachere Lodges, Boote und mehrere Einreiseformalitäten in Kauf nehmen. Weniger geeignet ist die Insel für alle, die eine kurze, unkomplizierte Reise ohne Grenzübertritte suchen.

Für eine erste Borneo-Reise reicht meist ein einzelner Landesteil, am ehesten Sabah wegen seiner guten Infrastruktur und kurzen Distanzen. Wer schon Erfahrung mit Südostasien-Reisen hat und Abgeschiedenheit sucht, findet in Kalimantan weniger touristische Erschliessung bei ähnlich guten Orang-Utan-Chancen.

Gut zu kombinieren

Klarheit vor der Reise

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten zu Borneo.

Wie gross ist Borneo im Vergleich zu anderen Inseln?

Mit rund 748'168 km² ist Borneo die drittgrösste Insel der Welt, nach Grönland und Neuguinea. Das entspricht ungefähr der 18-fachen Fläche der Schweiz.

Welche Länder teilen sich Borneo?

Indonesien mit rund 73 % der Fläche als Kalimantan, Malaysia mit rund 26 % in Sabah und Sarawak, und Brunei mit rund 1 % an der Nordwestküste. Jeder Landesteil hat eigene Einreiseregeln.

Braucht man für Borneo ein einziges Visum?

Nein, es gibt kein gemeinsames Borneo-Visum. Für Malaysia gilt die MDAC plus ein separater Einreisevermerk je Bundesstaat, für Indonesien die e-VOA für 30 Tage, für Brunei die visumfreie Einreise mit E-Arrival Card.

Wo sieht man auf Borneo am zuverlässigsten Orang-Utans?

Sepilok und der Kinabatangan-Fluss in Sabah, Semenggoh in Sarawak und der Tanjung-Puting-Nationalpark in Kalimantan gelten alle als verlässliche Orte. Wildlebende Tiere sind nie garantiert, an Fütterungsstationen aber regelmässig zu sehen.

Wie hoch ist der höchste Berg Borneos?

Der Mount Kinabalu in Sabah, Malaysia, misst 4'095 m und ist zugleich der höchste Punkt zwischen dem Himalaya und Neuguinea. Er liegt im gleichnamigen, seit 2000 als UNESCO-Welterbe gelisteten Nationalpark.

Wie viel vom Regenwald Borneos ist bereits verschwunden?

Nach Schätzungen ist seit 1973 rund die Hälfte des ursprünglichen Waldbestands gerodet worden, mit Unterschieden je Landesteil: Sabah rund 40 %, Kalimantan rund 31 %, Sarawak rund 23 %, Brunei rund 8 %.

Kann man ohne Flug von Sabah nach Kalimantan reisen?

Praktisch nicht direkt: Die gängige Route führt per Flug über Kuala Lumpur, Singapur oder Jakarta. Zwischen Kuching in Sarawak und Pontianak in Westkalimantan besteht dagegen eine direkte Busverbindung über den Grenzübergang Tebedu-Entikong.

Was ist Tanjung Puting?

Ein Nationalpark in Zentralkalimantan, erreichbar über Pangkalan Bun und den Hafen Kumai, bekannt für mehrtägige Klotok-Bootsfahrten zu wildlebenden und ausgewilderten Orang-Utans entlang des Sekonyer-Flusses.

Wo liegt der Äquator auf Borneo?

Er verläuft unter anderem durch Pontianak in Westkalimantan, markiert seit 1928 durch das Äquatordenkmal (Tugu Khatulistiwa) am Ufer des Kapuas-Flusses.

Wie viele Dayak-Gruppen gibt es auf Borneo?

Über 400 verschiedene, teils eng verwandte Gruppen, mit insgesamt rund 4.21 Mio. Menschen auf der ganzen Insel. Iban, Bidayuh und Kadazan-Dusun gehören zu den grössten Einzelgruppen.

Ist ganz Borneo sicher für Reisende?

Nein, nicht uneingeschränkt: Für die Ostküste Sabahs zwischen Lahad Datu und der philippinischen Grenze raten EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA wegen Entführungsgefahr ausdrücklich ab. Sarawak, Kalimantan und der Brunei-Anteil gelten ohne vergleichbare Warnung als sicherer.

Welche Flughäfen bedienen Borneo?

Kota Kinabalu (BKI) und Kuching (KCH) in Malaysia, Pontianak (PNK) und Balikpapan (BPN) in Indonesien, sowie Bandar Seri Begawan (BWN) in Brunei. Einen zentralen Borneo-Flughafen gibt es nicht.

Wie viele Orang-Utans leben noch auf Borneo?

Der Borneo-Orang-Utan gilt laut IUCN als vom Aussterben bedroht, mit einem geschätzten Weltbestand von rund 104'700 Tieren, Stand 2016 mit sinkender Tendenz. Er kommt ausschliesslich auf dieser Insel vor.

Quellen und Stand

Woher die Angaben stammen

Stand: 23. September 2026, redaktionell geprüft von TalkTravel Redaktion. Bei Einreise, Sicherheit und Gesundheit sind die verlinkten amtlichen Stellen massgeblich.

  1. Reisehinweise für Malaysia, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, abgerufen 23. September 2026
  2. Malaysia: Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, abgerufen 23. September 2026
  3. Malaysia: Reiseinformation, Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten BMEIA, abgerufen 23. September 2026
  4. Malaysia: Impfungen und Malaria, healthytravel.ch (Schweizerische Fachgesellschaft für Tropen- und Reisemedizin), abgerufen 23. September 2026
  5. Malaysia - Traveler View, CDC Travelers' Health, abgerufen 23. September 2026
  6. Malaysia Digital Arrival Card (MDAC) for Foreign Visitors, Jabatan Imigresen Malaysia, abgerufen 23. September 2026
  7. Kinabalu Park, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen 23. September 2026
  8. Gunung Mulu National Park, Wikipedia (englisch), abgerufen 23. September 2026
  9. How To Visit Tanjung Puting National Park In Kalimantan, The World Travel Guy, abgerufen 23. September 2026
  10. Kapuas River, Wikipedia (englisch), abgerufen 23. September 2026
  11. One Island, Three Nations: Why Borneo is Split into Three Countries, Seasia.co, abgerufen 23. September 2026
  12. 30% of Borneo's rainforests destroyed since 1973, Mongabay, abgerufen 23. September 2026
  13. Dayak people, Wikipedia (englisch), abgerufen 23. September 2026
  14. Bornean Orangutan (Pongo pygmaeus), IUCN Red List of Threatened Species, abgerufen 23. September 2026
  15. Kota Kinabalu Airport (BKI), AeroCorner, abgerufen 23. September 2026
  16. Kuching Airport (KCH), AeroCorner, abgerufen 23. September 2026
  17. Borneo, Wikipedia (englisch), abgerufen 23. September 2026

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