Was erwartet Reisende in Taiwan?
Taiwan stellt der Hauptstadt Taipeh mit Nachtmärkten, dem Wolkenkratzer Taipei 101 und einem dichten Bergland im Hintergrund das tropischere, hafengeprägte Kaohsiung im Süden gegenüber. Der Hochgeschwindigkeitszug THSR verkürzt die rund 340 km lange Strecke auf gut 90 Minuten und macht eine Reise ohne Inlandflug möglich.
Eine klassische Route beginnt in Taipeh mit Nachtmärkten, Tempeln und Tagesausflügen ins Bergstädtchen Jiufen oder an den Sun-Moon-See, führt per Hochgeschwindigkeitszug rund 340 km südwärts nach Kaohsiung und lässt sich um die Marmorschlucht Taroko an der Ostküste ergänzen.
Diese Seite fasst Regionen, Reisezeit, Einreise (Stand September 2026), Gesundheit sowie die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zusammen, dazu Taiwans besonderen internationalen Status.
Wie ist Taiwan als Reiseland?
Taiwan gilt als eines der unkompliziertesten Reiseländer Ostasiens: sicher, sauber, mit einem dichten öffentlichen Verkehrsnetz und einer für die Region ungewöhnlich offenen, hilfsbereiten Alltagskultur. Tempel aus der Qing-Dynastie stehen neben Technologiekonzernen und Nachtmärkten, die bis spät in die Nacht Streetfood servieren.
Die Insel ist geografisch zweigeteilt: eine dicht besiedelte Westküste mit den grossen Städten Taipeh, Taichung und Kaohsiung sowie eine gebirgige, dünner besiedelte Osthälfte mit Nationalparks wie Taroko. Über 60 % der Fläche sind bewaldetes Bergland, mit Gipfeln über 3’900 m im Zentrum der Insel.
Taiwan war Ausgangspunkt der Bubble-Tea-Kultur und hat eine der lebendigsten Nachtmarkt-Szenen Asiens; gleichzeitig zählt die Halbleiterindustrie um den Konzern TSMC zu den wirtschaftlich bedeutendsten der Welt und prägt das moderne Selbstbild des Landes.
Kaohsiung wirkt spürbar tropischer und industrieller als Taipeh: Die Stadt ist Taiwans grösster Hafen und wärmer im Winter, mit einer wachsenden Kunst- und Kulturszene rund um den früheren Hafenbezirk Pier-2.
Was sehen Reisende in Taipeh und Kaohsiung?
Taipeh gliedert sich in die Altstadtviertel um den Longshan-Tempel, das Geschäftsviertel Xinyi mit dem Taipei 101 und zahlreiche Nachtmärkte wie Raohe Street und Shilin. Kaohsiung zeigt sich am Lotus-Teich mit seinen Pagoden, im Kunstviertel Pier-2 und auf der vorgelagerten Insel Cijin mit ihrem Strand.
Taipeh
Der 508 m hohe Taipei 101 war bei seiner Eröffnung 2004 das höchste Gebäude der Welt und bietet von der Aussichtsplattform einen Blick über die von Bergen umgebene Stadt. Der Longshan-Tempel im Stadtteil Wanhua aus dem 18. Jahrhundert vereint buddhistische und taoistische Gottheiten unter einem Dach und zählt zu den meistbesuchten Tempeln der Stadt.
Der Nachtmarkt Raohe Street im Osten der Stadt ist einer der ältesten Taipehs und für seine Pfeffer-Buns bekannt, der grössere Shilin-Nachtmarkt im Norden bietet die grösste Auswahl an Streetfood. Das National Palace Museum zeigt eine der weltweit umfangreichsten Sammlungen chinesischer Kunst, die 1949 aus Peking mitgebracht wurde.
Rund eine Stunde nordöstlich liegt das Bergstädtchen Jiufen mit seinen von roten Laternen gesäumten Treppengassen, das als Inspiration für Filmkulissen gilt; die heissen Quellen von Beitou im Norden Taipehs sind mit der U-Bahn erreichbar und bieten öffentliche wie private Bäder. Der nahe Küstenort Shifen an derselben Bahnlinie ist für seine Himmelslaternen und einen Wasserfall bekannt, der zu den breitesten Taiwans zählt.
Zentraltaiwan
Der Sun-Moon-See im Bergland von Nantou, rund 170 km südlich von Taipeh, ist der grösste natürliche See Taiwans und lässt sich per Fahrrad, Boot oder Seilbahn erkunden; die Bergstadt Alishan mit ihrer historischen Schmalspurbahn ist für Sonnenaufgänge über dem Wolkenmeer bekannt.
Kaohsiung
Der Lotus-Teich im Norden der Stadt ist von Tempeln gesäumt, darunter die farbenfrohen Drachen- und Tigerpagoden, deren Durchquerung durch das Drachenmaul und aus dem Tigermaul heraus Glück bringen soll. Das ehemalige Hafenlagerhausviertel Pier-2 Art Center beherbergt Galerien, Streetart und Kreativateliers direkt am Wasser.
Die vorgelagerte Insel Cijin ist mit der Fähre in wenigen Minuten erreichbar und bietet Strand, einen historischen Leuchtturm und Fischrestaurants; im Zentrum liegt mit dem Liuhe-Nachtmarkt einer der bekanntesten Streetfood-Märkte Südtaiwans.
Ostküste
Rund 2 Autostunden von Taipeh entfernt liegt der Taroko-Nationalpark mit seiner tief eingeschnittenen Marmorschlucht, einem der meistbesuchten Naturziele der Insel; Wanderwege führen streckenweise durch Tunnel und an Hängebrücken vorbei.
Reiseziele
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Inseln und Regionen
- StadtTaipehTaipeh ist die Hauptstadt im Norden Taiwans: rund 2.5 Millionen Einwohner im Taipeh-Becken, mit Tempeln, dem 508 m hohen Taipei 101, einem der…
- RegionTainan und KaohsiungTainan, die älteste Stadt Taiwans, und Kaohsiung, der grösste Hafen der Insel, bilden den Süden der Taiwan-Reise.
- RegionHualien und TarokoHualien ist die Stadt an Taiwans Ostküste und der Ausgangspunkt für den Taroko-Nationalpark mit seiner Marmorschlucht.
Wann ist die beste Reisezeit für Taiwan?
Oktober bis April gilt als angenehmste Reisezeit mit milderen Temperaturen und weniger Regen, wobei der Winter in Taipeh feucht und bewölkt ausfallen kann. Die Taifunsaison dauert laut Auswärtigem Amt von Mai bis November mit einem Schwerpunkt zwischen Juni und September, wenn zusätzlich hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 32 °C den Alltag prägen.
| Taipeh | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 20 | 21 | 23 | 27 | 30 | 33 | 35 | 34 | 32 | 28 | 25 | 21 |
| Tiefstwert °C | 14 | 15 | 16 | 20 | 23 | 26 | 27 | 27 | 25 | 23 | 20 | 16 |
| Niederschlag mm | 99 | 92 | 131 | 126 | 228 | 262 | 162 | 263 | 252 | 116 | 115 | 100 |
| Kaohsiung | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 25 | 26 | 28 | 30 | 31 | 32 | 33 | 32 | 32 | 31 | 29 | 26 |
| Tiefstwert °C | 16 | 17 | 20 | 23 | 26 | 27 | 27 | 26 | 26 | 24 | 22 | 18 |
| Niederschlag mm | 29 | 24 | 36 | 56 | 173 | 298 | 263 | 402 | 212 | 66 | 47 | 33 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station SONGSHAN (4 km, 6 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station KAOHSIUNG INTL (7 km, 8 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Taipeh bleibt ganzjährig mild bis warm, mit Höchstwerten von rund 20 °C im Januar bis über 35 °C im Juli; Regen fällt übers Jahr verteilt, mit einem Maximum zwischen Mai und September. Kaohsiung im Süden ist im Winter spürbar wärmer und trockener, der Regen konzentriert sich dort noch stärker auf die Sommermonate, mit über 400 mm allein im August.
Zwischen Mai und November können Taifune Verkehr und Ausflüge kurzfristig durcheinanderbringen; die taiwanische Wetterbehörde und lokale Warn-Apps geben rechtzeitig Bescheid, wenn Schulen und Büros schliessen.
Die Kirschblüte in den Bergen um Alishan fällt meist in den Februar und März, die kühleren, trockeneren Monate Oktober bis Dezember gelten unter Einheimischen als beliebteste Reisezeit für Wanderungen in Taroko und im Bergland um den Sun-Moon-See.
Quellen: Auswärtiges Amt
Was braucht man für die Einreise nach Taiwan?
Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage ohne Visum ein; der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Zusätzlich ist vor der Einreise die kostenlose Taiwan Arrival Card (TWAC) online auszufüllen, frühestens drei Tage vor Ankunft.
- Schweiz, Deutschland, Österreich: visumfrei bis 90 Tage für Besuchszwecke; ein bestätigtes Rück- oder Weiterflugticket wird verlangt.
- Taiwan Arrival Card (TWAC): kostenlose Online-Einreisekarte unter twac.immigration.gov.tw, frühestens drei Tage vor Ankunft auszufüllen.
- Einreisewege: die Einreise muss über internationale Flughäfen oder ausgewählte Seehäfen erfolgen, darunter Kaohsiung, Keelung und Taichung.
- Andere Staatsangehörigkeiten: für sie gelten eigene Regeln; massgeblich ist die Auskunft der taiwanischen Vertretung im Wohnsitzland.
Für Aufenthalte über 90 Tage oder andere Reisezwecke ist vorab ein Visum bei einer taiwanischen Vertretung zu beantragen. Da weder die Schweiz noch Deutschland oder Österreich diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhalten, übernehmen dort Handelsbüros konsularische Aufgaben.
Massgeblich sind die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zum Zeitpunkt der Reise; die TWAC-Pflicht gilt seit 2025 und kann sich in Details weiter ändern.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Taiwan?
Für die Einreise aus Europa ist keine Impfung vorgeschrieben. healthytravel.ch empfiehlt Hepatitis A für alle Reisenden sowie die Basisimpfungen gemäss Schweizer Impfplan; ein Malariarisiko besteht laut healthytravel.ch nicht, dafür ein ganzjähriges Dengue-Risiko im ganzen Land.
Dengue-Mücken stechen tagsüber und kommen sowohl in Städten als auch auf dem Land vor; Mückenschutz mit DEET-haltigen Mitteln, lange Kleidung und klimatisierte Räume verringern laut CDC das Risiko deutlich. Nach starken Regenfällen weist die CDC zudem auf ein erhöhtes Risiko für Melioidose durch kontaminierten Boden und Wasser hin.
Für längere Aufenthalte auf dem Land oder mit engem Tierkontakt empfiehlt healthytravel.ch eine Tollwut-Vorimpfung, unter anderem wegen möglicher Übertragung durch Dachse. Hepatitis B ist für Reisende mit medizinischem Kontakt oder längeren Aufenthalten zu erwägen.
Die medizinische Versorgung ist in Taipeh und Kaohsiung auf hohem Niveau; Leitungswasser sollte gemäss healthytravel.ch nicht getrunken werden, abgefülltes oder gefiltertes Wasser ist überall erhältlich. Eine Reise- und Rückholversicherung ist ratsam, da kein Sozialversicherungsabkommen mit der Schweiz, Deutschland oder Österreich besteht.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Wie sicher ist Taiwan für Reisende?
Taiwan gilt bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA als innenpolitisch stabil und sicher, mit niedriger Kriminalitätsrate; Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl kommt vereinzelt in Grossstädten vor. Die Insel liegt in einer seismisch aktiven Zone mit jährlich tausenden, meist schwachen Erdbeben, von denen einige auch in Taipeh spürbar sind.
Zu den Spannungen zwischen Taiwan und China geben EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA ausschliesslich ihre eigene, sachliche Lageeinschätzung ab; sie berichten aktuell keine praktischen Auswirkungen auf die Sicherheit von Reisenden, weisen aber darauf hin, dass sich politische Spannungen in der Region kurzfristig auf den internationalen Flugverkehr auswirken können. Diese Seite gibt ausschliesslich die Einschätzungen dieser amtlichen Stellen wieder und nimmt keine eigene politische Bewertung vor.
Von Mai bis November können Taifune Überschwemmungen, Erdrutsche und Verkehrsunterbrüche verursachen; die Behörden warnen über lokale Radiosender, Wetter-Apps und Lautsprecherdurchsagen rechtzeitig vor. Wer sich zur Sturmsaison auf der Insel aufhält, richtet sich nach den Anweisungen vor Ort und meidet Küstenabschnitte bei Sturmwarnung.
Der Import und Besitz von E-Zigaretten und E-Liquids ist in Taiwan verboten und kann mit Busse oder Freiheitsstrafe geahndet werden; das Auswärtige Amt weist ausdrücklich darauf hin.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie reist man nach Taiwan und im Land herum?
Internationale Langstreckenflüge landen fast ausschliesslich am Flughafen Taipeh Taoyuan (TPE); der kleinere Songshan (TSA) im Stadtzentrum dient vor allem innerasiatischen Regionalstrecken. Kaohsiung besitzt mit KHH einen eigenen internationalen Flughafen, der aber überwiegend von asiatischen Zielen aus bedient wird.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Flughafen Taoyuan – Taipeh Zentrum | Airport-MRT-Expresszug | rund 35–40 min |
| Taipeh – Kaohsiung | Hochgeschwindigkeitszug THSR | rund 1 h 30 min |
| Taipeh – Kaohsiung | Fernbus | rund 4,5–5 h |
| Taipeh – Taroko-Nationalpark | Zug nach Hualien plus Bus/Taxi | rund 2–2,5 h Zugfahrt, plus 30–45 min vor Ort |
| Flughafen Kaohsiung – Stadtzentrum | MRT (Rote Linie) | rund 20 min |
Nach Taipeh bestehen ganzjährige Nonstopflüge aus mehreren europäischen Drehkreuzen: China Airlines fliegt unter anderem Wien, Prag, Frankfurt, London und Rom an, EVA Air bedient Wien, München, Mailand und Paris, KLM verbindet Amsterdam nonstop mit Taipeh. Aus Nordamerika bestehen unter anderem Nonstopverbindungen ab Los Angeles, San Francisco, New York und Seattle.
Innerhalb Ostasiens ist Taoyuan ein wichtiges Drehkreuz mit dichten Anschlüssen nach Japan, Südkorea, Hongkong und Südostasien; Kaohsiung wird vor allem von Regionalfluggesellschaften aus Japan, Südkorea und Südostasien bedient.
Der Hochgeschwindigkeitszug THSR verbindet Taipeh und Kaohsiung auf der Westküstenstrecke in rund 90 Minuten und hält unterwegs unter anderem in Taichung, dem Ausgangspunkt für den Sun-Moon-See; die IC-Karte EasyCard funktioniert für Nahverkehr, Convenience-Stores und teils auch für den regulären Zugverkehr in mehreren Städten.
Welches Geld braucht man in Taiwan und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Neue Taiwan-Dollar (NT$, TWD). Geldautomaten mit internationaler Kartenakzeptanz sind in Städten verbreitet, auf Nachtmärkten und in kleinen Garküchen wird jedoch überwiegend bar bezahlt.
In grösseren Hotels, Einkaufszentren und Ketten-Convenience-Stores wie 7-Eleven oder FamilyMart wird Kartenzahlung zunehmend akzeptiert; auf Nachtmärkten, in Nudelküchen und im Taxi ist Bargeld weiterhin die Regel.
Die aufladbare EasyCard dient nicht nur als Fahrkarte für MRT, Busse und teils Bahn, sondern lässt sich auch in vielen Convenience-Stores zum Bezahlen kleinerer Beträge nutzen; sie ist an Bahnhöfen und Kiosken erhältlich.
Trinkgeld ist in Taiwan nicht verbreitet und wird weder in Restaurants noch bei Taxifahrten erwartet; in einigen Hotels und Restaurants ist bereits ein Servicezuschlag von rund 10 % in der Rechnung enthalten.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wo übernachtet man in Taiwan am besten?
In Taipeh wohnen viele Reisende zentral rund um den Hauptbahnhof oder im Ausgehviertel Ximending, wer Nachtmarktnähe sucht, wählt Gegenden nahe Raohe Street oder Shilin. In Kaohsiung liegt die grösste Auswahl rund um den Hauptbahnhof und den Lotus-Teich sowie nahe der Fähre zur Insel Cijin.
Ximending gilt als Taipehs Ausgehviertel mit Jugendkultur, Streetfood und guter MRT-Anbindung; ruhiger, aber ebenso zentral ist die Gegend um den Hauptbahnhof mit direktem Zugang zum Flughafenexpress und zum Fernbahnhof.
In Kaohsiung bietet das Viertel um den Hauptbahnhof kurze Wege zu THSR und MRT, während eine Unterkunft nahe dem Pier-2 Art Center oder der Cijin-Fähre für Reisende mit Fokus auf Kunst, Wasser und Ausflüge in die Bucht spricht.
Was isst man in Taiwan?
Taiwans Küche mischt festlandchinesische Einflüsse mit eigenen Streetfood-Klassikern wie Beef Noodle Soup, Gua Bao (gedämpfte Brötchen mit Schweinebauch) und dem berühmten Bubble Tea, der hier erfunden wurde. Nachtmärkte sind der zentrale Ort, um die Vielfalt an einem Abend zu probieren.
Xiaolongbao, mit Suppe gefüllte Teigtaschen, gelten als eine der bekanntesten taiwanischen Spezialitäten, ebenso das würzige Beef Noodle Soup und der stark riechende, fermentierte Stinky Tofu, der auf fast jedem Nachtmarkt angeboten wird.
In Kaohsiung ergänzen frischer Fisch und Meeresfrüchte das Angebot, unter anderem auf dem Liuhe-Nachtmarkt und rund um die Insel Cijin; die subtropische Lage sorgt für ein ganzjährig breites Obstangebot von Mango bis Guave.
Leitungswasser sollte laut healthytravel.ch nicht getrunken werden; abgefülltes oder gefiltertes Wasser sowie heisser Tee sind überall verfügbar. Vegetarische Küche ist wegen der buddhistischen Tradition verbreitet, entsprechende Restaurants sind meist an einer stilisierten Lotusblüte erkennbar.
Welche Kultur und welche Feste prägen Taiwan?
Taiwans Alltagskultur verbindet chinesisch-konfuzianische Werte mit taoistischen und buddhistischen Tempelritualen sowie einer ausgeprägten Freundlichkeit gegenüber Reisenden, die viele Besucherinnen und Besucher als besonders unkompliziert empfinden. Die grössten Feste sind das chinesische Neujahrsfest im Winter und das Laternenfest zwei Wochen danach.
In Tempeln wie dem Longshan-Tempel in Taipeh sind Räucherstäbchen, Opfergaben und das traditionelle Orakel mit den Jiaobei-Holzblöcken Teil des Alltags; Besuchende sind willkommen, sollten sich aber leise und respektvoll verhalten.
Das chinesische Neujahrsfest verschiebt sich jährlich nach dem Mondkalender; rund um dieses Fest schliessen viele kleinere Geschäfte für mehrere Tage, während Tempel und Familienfeiern im Mittelpunkt stehen. Das Laternenfest zwei Wochen später ist unter anderem für die Himmelslaternen in Pingxi bekannt.
Die Halbleiterindustrie und ein hoher Digitalisierungsgrad prägen das moderne Selbstverständnis Taiwans ebenso wie die traditionelle Tempelkultur; beides existiert im Alltag nebeneinander, ohne dass eines das andere verdrängt hätte.
Welche Erlebnisse lohnen sich in Taiwan?
Zu den Höhepunkten zählen die Aussichtsplattform des Taipei 101, die Laternengassen von Jiufen, die Pagoden am Lotus-Teich in Kaohsiung und Wanderungen in der Marmorschlucht Taroko. Wer länger bleibt, ergänzt den Sun-Moon-See oder die Bergbahn nach Alishan mit ihren berühmten Sonnenaufgängen.
Taipeh und Umgebung
Ein Abend auf dem Nachtmarkt Raohe Street oder Shilin gehört für viele zum Pflichtprogramm; wer es ruhiger mag, badet in den heissen Quellen von Beitou im Norden der Stadt, die per U-Bahn erreichbar sind.
Ein Tagesausflug nach Jiufen und zum nahen Küstenort Shifen, wo Himmelslaternen steigen gelassen werden, lässt sich gut mit dem Zug oder einer organisierten Tour ab Taipeh verbinden.
Kaohsiung und Ostküste
Der Sonnenuntergang von der Fähre nach Cijin oder vom Aussichtspunkt am Lotus-Teich zählt zu den beliebtesten Fotomotiven Kaohsiungs. Für Wanderungen in Taroko empfiehlt sich eine frühzeitige Online-Reservierung für einzelne Abschnitte, da die Behörden Besucherzahlen aus Sicherheitsgründen begrenzen.
Wie reist man in Taiwan verantwortungsvoll?
In der Marmorschlucht Taroko gelten wegen Steinschlaggefahr für einzelne Wanderwege Zugangsbeschränkungen mit vorheriger Online-Anmeldung, die dem Schutz von Besuchenden und der empfindlichen Vegetation gleichermassen dienen. Auf Nachtmärkten reduziert eigenes Geschirr oder Besteck den Einwegplastikverbrauch, den viele Stände inzwischen von sich aus anbieten.
- In Taroko ausgewiesene Wanderwege und Anmeldepflichten für Sperrzonen einhalten.
- Einwegplastik auf Nachtmärkten vermeiden, viele Stände bieten inzwischen Mehrweg- oder Papieralternativen.
- Öffentlichen Verkehr wie THSR und MRT nutzen; beide sind pünktlich und decken die Hauptrouten zwischen Taipeh und Kaohsiung gut ab.
- In Tempeln Fotografieverbote und Ruhe während laufender Zeremonien respektieren.
Welchen internationalen Status hat Taiwan?
Taiwan wird international unterschiedlich anerkannt: Die meisten Staaten, darunter die Schweiz, Deutschland und Österreich, unterhalten offiziell keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan und folgen der Ein-China-Politik, pflegen aber praktische Kontakte über Handelsbüros. Weil Taiwan kein UNESCO-Mitglied ist, kann keine seiner Stätten offiziell zum Welterbe zählen, auch wenn das Land selbst rund 12 Kandidaten auf einer eigenen Liste führt.
Die österreichische Website des BMEIA formuliert es so: Österreich folge «in Übereinstimmung mit der überwiegenden Mehrheit der Staatengemeinschaft – darunter alle EU-Mitgliedsstaaten – der Ein-China-Politik» und unterhalte keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan. Konsularische Anliegen übernehmen stattdessen Handelsbüros wie das Österreich Büro Taipeh oder das Deutsche Institut Taipeh.
Für Reisende hat der fehlende diplomatische Status praktische Folgen vor allem im Konsularfall: Es gibt keine Botschaft im klassischen Sinn, sondern Vertretungsbüros mit eingeschränktem, aber funktionierendem Dienstleistungsangebot für Reisedokumente und Notfälle.
Weil Taiwan nicht UNESCO-Mitglied ist, fehlen offizielle Welterbestätten komplett, obwohl Orte wie die Alishan-Waldbahn oder der Taroko-Nationalpark auf der eigenen taiwanischen Kandidatenliste stehen und nach den gleichen fachlichen Kriterien bewertet wurden wie anerkannte Welterbestätten anderswo.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Ministry of Culture, Republic of China (Taiwan)
Mit welchen Ländern lässt sich Taiwan kombinieren?
Am naheliegendsten sind Japan und Südkorea, beide mit kurzen Regionalflügen ab Taipeh erreichbar und über den Flughafen Taoyuan dicht angebunden. Auch Hongkong und die Philippinen lassen sich mit Regionalflügen anschliessen.
Nach Tokio, Osaka oder Fukuoka bestehen von Taipeh aus mehrmals tägliche Flüge von unter vier Stunden, nach Seoul-Incheon sind es rund zweieinhalb Stunden; beide Kombinationen lassen sich innerhalb von zwei bis drei Wochen realistisch umsetzen.
Hongkong ist von Taipeh aus in rund anderthalb Flugstunden erreichbar und eignet sich als kurzer Zwischenstopp oder eigenständige Station vor dem Weiterflug nach Südostasien.
Für wen eignet sich Taiwan, für wen weniger?
Taiwan passt zu Kulinarik-Fans, Naturliebhaberinnen und -liebhabern mit Interesse an Bergwanderungen sowie zu allen, die eine sichere, freundliche Erstreise nach Ostasien ohne grosse touristische Überlaufung suchen. Weniger geeignet ist es für alle, die vor allem klassischen Strandurlaub oder eine sehr kurze Reise ohne Anpassung an Regen- und Taifunmonate planen.
Alleinreisende profitieren von der als hoch empfundenen Sicherheit und der freundlichen Alltagskultur; Familien finden in Taipeh mit Museen, Parks und dem gut ausgebauten MRT-Netz eine unkomplizierte Infrastruktur.
Wer eine reine Strandreise sucht, findet in Kaohsiung zwar die Insel Cijin, aber kein grosses Angebot an klassischen Badeorten. In der Taifunsaison von Mai bis November empfiehlt sich zusätzliche zeitliche Flexibilität für Ausflüge und Bergwanderungen.