Was erwartet Reisende in Tschechien?
Tschechien verbindet die Millionenstadt Prag mit Kleinstädten wie Český Krumlov und der mährischen Metropole Brünn, dazu Kurorte wie Karlovy Vary und eine der höchsten Burgendichten Europas. Das rund 78'866 km² grosse Land grenzt an Deutschland, Polen, die Slowakei und Österreich und lässt sich mit dem Zug gut ohne Mietwagen bereisen. Wer eine Woche Zeit hat, verbindet Prag mit Südböhmen und Mähren.
Prag ist für fast jede Reise der Ausgangspunkt: Die Stadt an der Moldau gehört zu den am besten erhaltenen historischen Zentren Europas und ist seit 1992 UNESCO-Welterbe. Von dort führen Zugverbindungen in unter drei Stunden nach Český Krumlov im Süden und nach Brünn im Osten.
Diese Seite fasst Regionen, Reisezeit, Einreise, Gesundheit und Anreise zusammen, dazu die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA (Stand September 2026).
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · České dráhy (ČD)
Wie ist Tschechien als Reiseland?
Tschechien ist ein Binnenland im Herzen Mitteleuropas mit rund 10,9 Millionen Einwohnern auf 78'866 km², geprägt von böhmischen Kurstädten, mährischem Weinbau und dichter Burgenlandschaft. Traditionell teilt sich das Land in Böhmen im Westen, Mähren im Osten und einen kleinen schlesischen Landesteil im Nordosten. Die kurzen Distanzen machen es zu einem Land, das sich in sieben bis zehn Tagen ohne Auto bereisen lässt.
Böhmen ist das Kernland um Prag: flaches bis hügeliges Land mit Kurstädten wie Karlovy Vary und Mariánské Lázně, im Norden die Sandsteinfelsen der Böhmischen Schweiz, im Süden die Teichlandschaft um Český Krumlov und Třeboň.
Mähren ist wärmer und weinbaugeprägt, mit Brünn als zweitgrösster Stadt, dem Mährischen Karst mit seinen Höhlen und der Weinregion um Mikulov nahe der österreichischen Grenze. Im äussersten Nordosten liegt der schlesische Landesteil um Ostrava, industriell geprägt und touristisch weniger erschlossen.
Die Distanzen sind klein: Von Prag nach Brünn sind es rund 3 Stunden mit dem Zug, nach Český Krumlov rund 2 h 30 min. Das erlaubt es, in einer Reise Grossstadt, Kurbad und Kleinstadt zu verbinden, ohne lange Anfahrten einzuplanen.
Quellen: Wikipedia · VisitCzechia (CzechTourism)
Welche Regionen von Tschechien lohnen sich?
Die meisten Reisen verbinden Prag mit Südböhmen und Mähren: Český Krumlov an der Moldau, die Kurstadt Karlovy Vary, die Silberstadt Kutná Hora und die mährische Metropole Brünn mit ihren UNESCO-Stätten. Wer mehr Zeit hat, ergänzt die Sandsteinfelsen der Böhmischen Schweiz im Norden, die Barockstadt Olomouc oder den Mährischen Karst mit seinen Höhlen.
Prag
Die Hauptstadt liegt beidseits der Moldau und zählt rund 1,3 Millionen Einwohner. Das historische Zentrum mit Altstadt, Josefov, Kleinseite und Prager Burg ist seit 1992 UNESCO-Welterbe; die Burganlage auf dem Hradschin gilt laut Guinness-Buch der Rekorde mit knapp 70'000 m² als grösster zusammenhängender Burgkomplex der Welt. Die Karlsbrücke wurde ab 1357 unter Kaiser Karl IV. gebaut, die astronomische Uhr am Altstädter Ring zeigt seit 1410 Zeit, Sonnen- und Mondstand.
Český Krumlov und Südböhmen
Das historische Zentrum von Český Krumlov an einer engen Moldauschleife ist seit 1992 UNESCO-Welterbe, mit Renaissanceschloss, barockem Theater und verwinkelten Gassen. Von Prag fährt ein Intercity-Zug direkt zum Bahnhof, die Fahrt dauert rund 2 h 30 min. Südböhmen ist zudem für seine Teichlandschaft um Třeboň und für Holašovice bekannt, ein ebenfalls von der UNESCO geschütztes Dorf mit barocker Volksarchitektur.
Karlovy Vary und Westböhmen
Karlovy Vary (Karlsbad) ist die bekannteste der böhmischen Kurstädte, mit Kolonnaden über heissen Mineralquellen; seit 2021 gehört sie mit weiteren europäischen Kurorten zu den «Great Spa Towns of Europe» der UNESCO. Jeden Juli findet dort eines der ältesten Filmfestivals Europas statt, gegründet 1946. Weitere Kurorte der Region sind Mariánské Lázně und Františkovy Lázně.
Kutná Hora
Rund eine Stunde östlich von Prag liegt Kutná Hora, im Mittelalter durch Silberbergbau reich geworden. Die historische Altstadt mit der Kathedrale St. Barbara ist seit 1995 UNESCO-Welterbe; bekannt ist zudem das Beinhaus von Sedlec am Stadtrand, dessen Innenraum mit menschlichen Knochen dekoriert ist.
Brünn und Mähren
Brünn (Brno), die zweitgrösste Stadt des Landes, ist heute Universitäts- und Messestadt mit der Festung Špilberk über der Altstadt. Die funktionalistische Villa Tugendhat des Architekten Ludwig Mies van der Rohe ist seit 2001 UNESCO-Welterbe. Von Brünn sind es rund 3 Stunden mit dem Zug nach Prag, keine 2 Stunden nach Wien.
Böhmische Schweiz und Nordböhmen
Im Norden an der deutschen Grenze liegt der Nationalpark Böhmische Schweiz mit Sandsteinfelsen, Schluchten und dem markanten Prebischtor, dem grössten natürlichen Felsentor Europas. Nordböhmen ist zudem für Glas- und Kristallherstellung bekannt, etwa in Nový Bor.
Olomouc und der Mährische Karst
Olomouc in Mittelmähren gilt als eine der schönsten Barockstädte des Landes; die Heilig-Dreifaltigkeits-Säule auf dem Oberring ist seit 2000 UNESCO-Welterbe. Nördlich von Brünn liegt der Mährische Karst mit mehr als tausend Höhlen; die Punkva-Höhlen führen zur Propast Macocha, einer 138,5 m tiefen Doline, deren unterirdisch erkundete Teile bis auf 187,5 m reichen.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · VisitCzechia (CzechTourism) · VisitCzechia (CzechTourism) · České dráhy (ČD)
Reiseziele
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Inseln und Regionen
- StadtPragPrag ist die Hauptstadt Tschechiens an der Moldau, mit einem seit 1992 UNESCO-geschützten historischen Zentrum, der Prager Burg und der Karlsbrücke.
- RegionSüdböhmen und Český KrumlovSüdböhmen verbindet das Welterbe-Städtchen Český Krumlov an der Moldau mit der Bierstadt Budweis, Teichlandschaften und dem Böhmerwald.
- RegionMähren und BrünnMähren ist die östliche Hälfte Tschechiens mit Brünn als Zentrum, der UNESCO-geschützten Villa Tugendhat, der Barockstadt Olomouc, den Schlössern…
Wann ist die beste Reisezeit für Tschechien?
Tschechien hat ein gemässigtes Kontinentalklima mit warmen Sommern und kalten, oft grauen Wintern. Mai bis September eignen sich am besten für Städtereisen und Wandern, mit den wärmsten und trockensten Monaten Juni bis August. Der Dezember lockt mit Weihnachtsmärkten in Prag und Brünn, Januar und Februar sind kalt, aber ruhig und günstig.
Als Binnenland ohne Küste schwankt das Klima zwischen den Jahreszeiten deutlich stärker als in Westeuropa: kalte, oft nebelige Winter mit Frost stehen warmen, teils schwülen Sommern gegenüber. In den Bergen an den Landesgrenzen, etwa im Riesengebirge, ist es kühler und schneereicher als im Flachland.
Böhmen: Prag und Český Krumlov
| Prag | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 3 | 6 | 10 | 15 | 20 | 24 | 26 | 26 | 21 | 15 | 8 | 5 |
| Tiefstwert °C | -1 | -0 | 2 | 6 | 10 | 14 | 16 | 15 | 11 | 7 | 3 | 1 |
| Niederschlag mm | 42 | 32 | 39 | 36 | 69 | 78 | 79 | 81 | 53 | 46 | 43 | 41 |
| Český Krumlov | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 3 | 5 | 10 | 15 | 19 | 24 | 26 | 25 | 20 | 14 | 8 | 4 |
| Tiefstwert °C | -3 | -3 | -1 | 3 | 7 | 12 | 13 | 13 | 9 | 5 | 1 | -2 |
| Niederschlag mm | 46 | 34 | 46 | 41 | 81 | 94 | 94 | 92 | 61 | 47 | 39 | 39 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station PRAHA-KARLOV / KLEMENTINUM (1 km, 254 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station C. BUDEJOVICE-ROZNOV (19 km, 396 m), auf 492 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Prag ist im Sommer die touristisch am stärksten besuchte Stadt des Landes; Mai, Juni und September bieten meist mildes Wetter bei kleineren Besuchergruppen an den Hauptsehenswürdigkeiten. Der Juli bringt in Karlovy Vary das internationale Filmfestival und damit volle Hotels.
Mähren: Brünn
| Brünn | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 3 | 5 | 11 | 16 | 20 | 25 | 27 | 27 | 21 | 15 | 8 | 4 |
| Tiefstwert °C | -3 | -2 | 1 | 5 | 9 | 14 | 15 | 15 | 11 | 6 | 2 | -2 |
| Niederschlag mm | 38 | 32 | 36 | 34 | 67 | 69 | 70 | 64 | 61 | 44 | 38 | 38 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station TURANY (8 km, 237 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
In Mähren ist der Spätsommer und frühe Herbst zusätzlich Erntezeit im Weinbaugebiet um Mikulov, mit Weinfesten von September bis Oktober. Der Winter eignet sich für Weihnachtsmärkte in den Städten, aber weniger für Wanderungen im Freien.
Quellen: VisitCzechia (CzechTourism)
Was braucht man für die Einreise nach Tschechien?
Tschechien ist EU- und Schengen-Mitglied; Schweizer, Deutsche und Österreicher brauchen kein Visum und reisen mit Reisepass oder gültigem Personalausweis ein. Massgeblich ist, dass das Dokument bis zum Ende des Aufenthalts gültig ist (Stand September 2026). Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln, Auskunft geben die tschechischen Auslandsvertretungen.
- Schweiz: Personalausweis oder Reisepass genügt, kein Visum für touristische Aufenthalte innerhalb des Schengen-Rahmens.
- Deutschland: Reisepass, vorläufiger Reisepass, Personalausweis, vorläufiger Personalausweis oder Kinderreisepass werden akzeptiert; die Dokumente müssen bei Einreise noch bis zum Reiseende gültig sein.
- Österreich: Reisepass oder gültiger Personalausweis; für die Reisedauer muss das Dokument gültig sein.
- Andere Staatsangehörigkeiten: Für sie gelten eigene Einreiseregeln; Auskunft geben die tschechischen Botschaften und Konsulate im Heimatland.
Seit dem EU-Beitritt 2004 gehört Tschechien zur Europäischen Union, seit dem 21. Dezember 2007 zum Schengen-Raum ohne Kontrollen an den Landgrenzen, seit dem Flugplanwechsel am 30. März 2008 auch ohne Kontrollen an den Flughäfen. Trotzdem muss jede Person ein gültiges Ausweisdokument mitführen.
Beim Einchecken in Hotels oder Hostels ist laut Auswärtigem Amt ein gültiger Lichtbildausweis für alle Gäste vorzuzeigen. Wer länger als 30 Tage bleibt, muss sich laut EDA bei der Polizei melden, was Hotels in der Regel automatisch übernehmen.
Massgeblich sind die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Tschechien?
Für die Einreise ist keine Impfung vorgeschrieben. healthytravel.ch empfiehlt für alle Reisenden die Basisimpfungen sowie Hepatitis A, für Aufenthalte in Wäldern und ländlichen Gebieten zusätzlich FSME. Tschechien zählt zu den Gebieten mit erhöhtem FSME-Risiko in Mittel- und Osteuropa.
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zeckenstiche übertragen und tritt laut Auswärtigem Amt vor allem zwischen Frühjahr und Herbst auf. Das CDC empfiehlt die FSME-Impfung ausdrücklich für Reisende mit ausgedehnten Aktivitäten im Freien in Endemiegebieten. Nach Wanderungen oder Waldspaziergängen sollte man den Körper nach Zecken absuchen und sie rasch entfernen.
Hepatitis A kommt in Tschechien vor; healthytravel.ch empfiehlt die Impfung für alle Reisenden. Auch Lyme-Borreliose, eine weitere durch Zecken übertragene Krankheit, kommt verbreitet vor.
Die medizinische Versorgung ist laut Auswärtigem Amt mit deutschem Standard vergleichbar; für EU-Bürger gilt die Europäische Krankenversicherungskarte. Das CDC rät zusätzlich zur Vorsicht bei kontaminiertem Wasser (Leptospirose) und bei Kontakt mit wilden Nagetieren (Hantavirus).
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC) · Auswärtiges Amt
Wie sicher ist Tschechien für Reisende?
Tschechien gilt bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA als grundsätzlich sicher, der Sicherheitsstandard ist mit Österreich vergleichbar. Die Hauptrisiken sind Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl und Autoeinbrüche in touristischen Zentren, vor allem in Prag.
Taschendiebstähle und Fahrzeugeinbrüche kommen laut Auswärtigem Amt vor allem in Prag und in den Urlaubsgebieten vor; an touristischen Brennpunkten ist bei Taxifahrten Vorsicht geboten. Das EDA warnt zusätzlich vor Betäubungsmitteln, die in Speisen, Getränken oder Zigaretten verabreicht werden, und rät, Dokumente im Hotelsafe zu deponieren und nur eine Kopie mitzuführen.
Naturgefahren sind regional begrenzt: In den Gebirgsregionen drohen im Winter Lawinen, im Sommer gelegentlich Wald- und Buschbrände, im Frühjahr und Sommer örtliche Überschwemmungen nach Starkregen.
Im Strassenverkehr gilt absolutes Alkoholverbot am Steuer (0,0 Promille), ganzjährige Lichtpflicht und zwischen dem 1. November und dem 31. März Winterreifenpflicht. Für Autobahnen ist eine elektronische Vignette Pflicht.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Wie reist man nach Tschechien und im Land herum?
Internationale Flüge landen vor allem am Flughafen Prag Václav Havel (PRG), der laut Flughafenbetreiber rund 165 Ziele in 63 Ländern verbindet. Im Land selbst kommt man am besten mit der Bahn voran: Prag–Brünn dauert rund 3 Stunden, Prag–Český Krumlov rund 2 h 30 min mit einem täglichen Intercity-Zug.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Prag – Český Krumlov | Intercity-Zug (České dráhy) | rund 2 h 30 min |
| Prag – Brünn | Zug | rund 2 h 40 min bis 3 h |
| Prag – Karlovy Vary | Zug | rund 3 h |
| Prag – Kutná Hora | Zug | rund 1 h |
| Prag – Olomouc | Zug | rund 2 h 15 min |
| Brünn – Wien | Zug | unter 2 h |
Frankfurt ist mit rund 47 wöchentlichen Flügen die meistgeflogene Verbindung ab Prag und damit ein Beispiel für die dichte Anbindung an europäische Drehkreuze; von dort und von weiteren Hubs wie Amsterdam, Paris, Istanbul oder Doha bestehen zahlreiche Anschlüsse. Nonstop-Langstreckenverbindungen bestehen unter anderem nach Seoul (Asiana Airlines, rund 12 h Flugzeit), Abu Dhabi (Etihad Airways) sowie saisonal nach Toronto (Air Canada) und New York (Delta Air Lines).
Innerhalb der Städte fährt man mit Metro, Tram und Bus; in Prag kostet ein 90-minütiges Ticket im PID-Verkehrsverbund 46 CZK in der Lítačka-App oder 50 CZK als Papierticket, ein Tagesticket 140 bzw. 150 CZK (Stand 2026). Ein Ticket gilt für Metro, Tram, Bus, Nachtlinien und die Moldau-Fähren gleichermassen.
Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, braucht für Autobahnen und Schnellstrassen eine elektronische Vignette; sie lässt sich online oder an Tankstellen kaufen. Für Fahrten zwischen Prag, Brünn und Kutná Hora ist die Bahn wegen Parkplatzmangel in den Altstädten meist die einfachere Wahl.
Quellen: Václav Havel Airport Prague (prg.aero) · FlightConnections · České dráhy (ČD) · Prague Public Transit Company (DPP)
Welches Geld braucht man in Tschechien und wie bezahlt man?
Landeswährung ist die tschechische Krone (Kč, CZK); obwohl EU-Mitglied, hat Tschechien kein Datum für den Euro-Beitritt festgelegt. Karten werden fast überall akzeptiert, Geld hebt man am besten direkt am Bankautomaten ab; Wechselstuben in der Prager Innenstadt verlangen laut VisitCzechia teils stark versteckte Gebühren.
Im Umlauf sind Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Kronen sowie Banknoten zu 100, 200, 500, 1'000, 2'000 und 5'000 Kronen. Offizielle Wechselstuben dürfen laut VisitCzechia keine Gebühren berechnen und müssen für jede Transaktion denselben Kurs verwenden; Banken erheben dagegen rund 2 % Gebühr, teils mit Mindestbetrag.
Von einem Geldwechsel auf der Strasse raten sowohl VisitCzechia als auch das Auswärtige Amt ausdrücklich ab, auch wenn der angebotene Kurs verlockend wirkt. Kartenzahlung mit Visa, Mastercard oder Apple/Google Pay ist in Städten praktisch überall möglich, auch für kleine Beträge.
Ein Mittagsmenü kostet laut VisitCzechia rund 120 CZK, ein Abendessen für eine Person rund 500 CZK, ein 0,5-Liter-Bier rund 20 CZK. Trinkgeld ist nicht Pflicht: In Restaurants sind 10 % üblich, in Kneipen und Cafés rundet man meist auf den nächsten Betrag auf; da Kartenterminals selten eine Trinkgeldfunktion haben, lohnt sich etwas Bargeld.
Quellen: VisitCzechia (CzechTourism)
Wo übernachtet man in Tschechien am besten?
In Prag wohnen die meisten Reisenden in der Altstadt, auf der Kleinseite oder im etwas günstigeren Stadtteil Vinohrady, alle mit kurzen Wegen zu den Hauptsehenswürdigkeiten. In Český Krumlov lohnt sich eine Nacht direkt in der Altstadt, um die Gassen ohne Tagesausflügler zu erleben; in Karlovy Vary liegen die klassischen Kurhotels entlang der Kolonnaden.
Übernachtungspreise reichen laut VisitCzechia von rund 400 CZK im Hostel über 2'500 bis 4'500 CZK im Standardhotel bis zu rund 7'000 CZK in gehobenen Häusern; in Prag liegen die Preise in der Hochsaison und während grosser Veranstaltungen wie dem Karlovy-Vary-Filmfestival deutlich höher.
In Brünn liegen die meisten Hotels rund um den Hauptbahnhof oder das historische Zentrum unterhalb der Festung Špilberk. In kleineren Orten wie Olomouc oder Mikulov sind Pensionen und kleine Familienhotels verbreitet, oft günstiger als in Prag.
Quellen: VisitCzechia (CzechTourism)
Was isst man in Tschechien?
Die tschechische Küche ist deftig und knödelreich: Svíčková na smetaně, ein Rinderbraten mit Rahmsauce und Semmelknödeln, gilt als Nationalgericht, dazu Gulasch, Schweinebraten mit Sauerkraut und Süssknödel mit Zwetschgen oder Powidl. Bier ist das Nationalgetränk, mit dem laut Brauereistatistiken weltweit höchsten Pro-Kopf-Konsum.
Knedlíky, gedämpfte Knödel aus Weizen- oder Kartoffelteig, gehören zu praktisch jedem Hauptgang; sie werden in Scheiben geschnitten zu Saucen serviert. In traditionellen Wirtshäusern (Hospody) isst man Svíčková, Gulasch oder gebratene Ente, dazu frisch gezapftes Bier bekannter Marken wie Pilsner Urquell oder Budweiser Budvar.
Auf Märkten und Strassenfesten ist der Trdelník verbreitet, ein über offener Flamme gebackener, mit Zucker und Zimt bestreuter Teigring, oft mit Eiscreme gefüllt. In Mähren prägen zusätzlich Wein aus der Region um Mikulov und deftige Suppen wie Kulajda die Küche.
Leitungswasser gilt in Tschechien als sicher trinkbar; im Restaurant wird meist Flaschenwasser bestellt, kostenloses Leitungswasser ist unüblich, aber auf Nachfrage meist erhältlich.
Welche Kultur und welche Feste prägen Tschechien?
Tschechien ist geprägt von böhmischer und mährischer Geschichte, von der Reformationszeit um Jan Hus bis zur Ersten Republik nach 1918. Prag ist zudem für klassische Musik bekannt, mit Konzerten in Kirchen und Sälen fast jeden Abend; im Dezember verwandeln sich die Altstädte des Landes in Weihnachtsmärkte mit Glühwein und Handwerk.
Das jährliche Musikfestival Prager Frühling im Mai und Juni gehört zu den bekanntesten klassischen Musikfestivals Europas. Im Sommer ziehen zudem Folklorefeste in Mähren, etwa rund um Weinlese und Erntedank, viele Besucher an.
Die Karlovy-Vary-Filmwoche im Juli ist das wichtigste Filmfestival des Landes und eines der ältesten Europas, gegründet 1946. In archäologischen und historischen Stätten wie Burgen und Klöstern gelten meist feste Öffnungszeiten und ein Fotografierverbot für militärische Anlagen.
Welche Erlebnisse lohnen sich in Tschechien?
Zu den Höhepunkten zählen die Prager Burg und die Karlsbrücke, das UNESCO-Städtchen Český Krumlov, die Kurpromenaden von Karlovy Vary, das Beinhaus von Sedlec bei Kutná Hora und die Höhlen des Mährischen Karsts mit der 138,5 m tiefen Propast Macocha. Wer aktiv unterwegs sein will, wandert in der Böhmischen Schweiz oder radelt durch die südböhmische Teichlandschaft.
Prag: Burg, Altstadt und Moldau
Ein Rundgang über die Prager Burg, durch den Veitsdom und über die Karlsbrücke lässt sich gut mit einer Bootsfahrt auf der Moldau verbinden. Abends ist Prag für klassische Konzerte in Kirchen und Palästen bekannt.
Böhmische Schweiz
Der Nationalpark im Norden bietet Wanderwege durch Sandsteinschluchten zum Prebischtor, dem grössten natürlichen Felsbogen Europas; Tagesausflüge von Prag sind mit Zug und Bus möglich.
Mährischer Karst und Höhlen
Die Punkva-Höhlen bei Brünn kombinieren eine unterirdische Bootsfahrt mit dem Blick in die Propast Macocha von oben; eine Seilbahn führt zum Aussichtspunkt über der Doline.
- Kurorte im Westen: Thermalquellen und Kurpromenaden in Karlovy Vary, Mariánské Lázně und Františkovy Lázně.
- Sedlec-Beinhaus: Kapelle bei Kutná Hora, deren Innenraum mit menschlichen Knochen gestaltet ist.
- Weinregion Mikulov: Weinproben und Radtouren durch die Hügel Südmährens nahe der österreichischen Grenze.
- Villa Tugendhat in Brünn: Ikone der modernen Architektur, seit 2001 UNESCO-Welterbe, Besuch nur mit vorheriger Anmeldung.
- Weihnachtsmärkte: Im Dezember auf den Hauptplätzen von Prag, Brünn und Olomouc.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · VisitCzechia (CzechTourism)
Wie reist man in Tschechien verantwortungsvoll?
Die Bahn deckt fast alle grösseren Ziele des Landes ab und ersetzt in den meisten Fällen den Mietwagen; das senkt sowohl Kosten als auch Verkehrsaufkommen in den historischen Altstädten. In stark besuchten Orten wie Český Krumlov oder auf der Karlsbrücke hilft ein Besuch ausserhalb der Mittagsstunden, Menschenmengen zu vermeiden.
- Zug statt Mietwagen für die Strecken zwischen Prag, Brünn, Karlovy Vary und Kutná Hora nutzen.
- Český Krumlov und die Prager Burg früh morgens oder am späten Nachmittag besuchen, um Tagesausflügler zu meiden.
- In der Böhmischen Schweiz und im Mährischen Karst auf markierten Wegen bleiben, um die Sandstein- und Karstformationen zu schützen.
- Regionale Produkte wie mährischen Wein oder Kurstadt-Oblaten direkt vor Ort kaufen statt importierte Souvenirs.
Quellen: České dráhy (ČD) · UNESCO World Heritage Centre
Mit welchen Ländern lässt sich Tschechien kombinieren?
Tschechien grenzt an Deutschland, Polen, die Slowakei und Österreich; alle vier gehören zum Schengen-Raum, sodass Grenzübertritte ohne Passkontrolle möglich sind. Am naheliegendsten sind Kurzverlängerungen nach Wien ab Brünn (unter 2 Stunden) oder nach Bratislava, das mit der Slowakei eine gemeinsame Geschichte bis 1993 teilt.
Von Brünn erreicht man Wien in unter zwei Stunden und Bratislava in rund zwei Stunden mit dem Zug, was eine Kombination mit Österreich oder der Slowakei zu einer klassischen Dreiländer-Route macht. Nach Krakau in Polen sind es von Prag rund 7 bis 8 Stunden mit dem Zug, meist mit Umstieg.
Nach Dresden und Berlin in Deutschland bestehen direkte Zugverbindungen ab Prag; die Fahrt nach Dresden dauert rund 2 Stunden. Da alle Nachbarländer zum Schengen-Raum gehören, sind für Schweizer, Deutsche und Österreicher keine zusätzlichen Grenzformalitäten nötig.
Quellen: Wikipedia
Für wen eignet sich Tschechien, für wen weniger?
Tschechien passt zu Reisenden, die Städtekultur, Architektur und Bierkultur ohne grosse Distanzen erleben wollen, und eignet sich gut für Erstbesuche in Mitteleuropa oder Kurzreisen mit dem Zug. Weniger geeignet ist es für Strand- oder Badeferien, da das Land keinen Meerzugang hat, und für alle, die touristische Menschenmengen in der Prager Altstadt meiden möchten.
Gut passt Tschechien für Städtereisende, Architektur- und Geschichtsinteressierte sowie für Familien, die kurze Bahnfahrten und überschaubare Distanzen schätzen. Auch für Wein- und Bierliebhaber bietet das Land mit Mähren und den böhmischen Brauereien viel Substanz.
Weniger ideal ist Tschechien für alle, die auf Ruhe an bekannten Sehenswürdigkeiten setzen: Die Prager Altstadt und Český Krumlov sind in der Hochsaison stark besucht. Auch wer Strand oder Meer sucht, findet in einem Binnenland wie Tschechien keine passenden Ziele.