Was sind die Kanarischen Inseln?
Die Kanaren sind eine spanische Inselgruppe vulkanischen Ursprungs im Atlantik, rund 100 km vor der Küste Marokkos und der Westsahara und damit näher an Afrika als an Europa. Sieben Hauptinseln plus die kleinere La Graciosa bilden zusammen rund 7’493 km² mit gut 2,27 Millionen Einwohnern (Stand Oktober 2025).
Diese Seite behandelt vor allem die drei grössten Ankunftsinseln Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura, mit kürzeren Abschnitten zu Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro. Wer bereits eine Insel gewählt hat, findet unter «Orte» die jeweiligen Ankunftsorte und Regionen.
Allgemeine Einreise- und Landesinformationen zu Spanien stehen auf der Spanien-Seite; diese Seite beschreibt nur, was die Kanaren davon unterscheidet, insbesondere die eigene Zeitzone und den Sonderstatus ausserhalb der EU-Steuerunion.
Quellen: Wikipedia
Wie sind die Kanaren mit Spanien verbunden?
Die Kanaren sind eine autonome Gemeinschaft Spaniens und EU-Gebiet in äusserster Randlage: politisch und bei der Einreise wie das Festland, aber mit eigener Zeitzone und ausserhalb der EU-Mehrwertsteuerunion. Statt Mehrwertsteuer gilt die niedrigere Verbrauchssteuer IGIC.
Die Kanaren gehören zur EU, aber nicht zum steuerlichen Geltungsbereich der EU-Mehrwertsteuerrichtlinie; Einkäufe und Warenimporte unterliegen daher Regeln, die eher denen von Nicht-EU-Staaten ähneln, mit eigener Verbrauchssteuer (IGIC) anstelle der Mehrwertsteuer. Für Touristinnen und Touristen heisst das vor allem: Einkäufe sind oft günstiger als auf dem Festland, und die Duty-free-Grenzen bei der Rückreise nach Kontinentaleuropa gelten wie bei einer Reise aus einem Nicht-EU-Land.
Zeitlich liegen die Kanaren in der Westeuropäischen Zeit (UTC+0, im Sommer UTC+1) und damit eine Stunde hinter dem spanischen Festland und den Balearen, die Mitteleuropäische Zeit (UTC+1/+2) führen. Politisch und bei Einreise, Gesundheitssystem und Notrufnummer gelten dieselben Regeln wie für ganz Spanien.
Quellen: Auswärtiges Amt · Wikipedia
Was unterscheidet die Kanaren-Inseln voneinander?
Teneriffa vereint Vulkan, Regenwald und grosse Ferienorte auf einer Insel. Gran Canaria gilt als «Miniaturkontinent» mit Dünen im Süden und grünem Norden. Fuerteventura und Lanzarote sind trockener und auf Strand beziehungsweise Vulkanlandschaft spezialisiert, La Palma, La Gomera und El Hierro sind ruhiger und grüner.
Teneriffa: die grösste und vielfältigste Insel
Teneriffa ist mit dem 3’715 m hohen Teide die höchste Erhebung Spaniens und beherbergt mit dem Teide-Nationalpark seit 2007 eine UNESCO-Welterbestätte. Der Norden um La Orotava ist grün und wolkenverhangen, der Süden um Playa de las Américas trocken, sonnig und touristisch am dichtesten erschlossen.
Gran Canaria: kleine Kontinent-Insel
Gran Canaria wird wegen seiner klimatischen und landschaftlichen Vielfalt oft als «Miniaturkontinent» beschrieben: Dünen von Maspalomas im Süden, Bergdörfer im Zentrum um den Roque Nublo, grüner Norden um die Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria.
Fuerteventura und Lanzarote: trocken und vulkanisch
Fuerteventura ist die älteste und trockenste Hauptinsel mit den längsten, hellsten Sandstränden des Archipels, stark auf Wassersport ausgerichtet. Lanzarote ist von den Vulkanausbrüchen des 18. Jahrhunderts geprägt; der Nationalpark Timanfaya zeigt eine fast vegetationslose Lavalandschaft.
La Palma, La Gomera, El Hierro: die grünen, ruhigen Inseln
Diese drei kleineren Westinseln sind touristisch weniger erschlossen, grüner und für Wanderungen und Sternenbeobachtung bekannt. Auf La Palma brach 2021 der Vulkan Cumbre Vieja über rund 85 Tage aus, zerstörte mehr als 1’000 Hektar Land und zwang rund 7’000 Menschen zur Evakuierung; die Insel ist seither wieder vollständig bereisbar.
Quellen: UNESCO-Welterbezentrum · Wikipedia · Wikipedia
Welche Orte lohnen sich auf Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura?
Santa Cruz de Tenerife und Puerto de la Cruz auf Teneriffa, Las Palmas de Gran Canaria und Maspalomas auf Gran Canaria sowie Corralejo und Puerto del Rosario auf Fuerteventura sind die touristischen Ankerpunkte der drei grössten Inseln.
Teneriffa
Santa Cruz de Tenerife ist Hauptstadt, Fährhafen und Sitz des markanten Konzerthauses Auditorio de Tenerife; von dort ist der Teide-Nationalpark mit der Seilbahn auf rund 3’555 m in eineinhalb bis zwei Autostunden erreichbar. Im Norden liegt Puerto de la Cruz mit historischem Zentrum und subtropischem Botanischem Garten, im trockeneren Süden um Costa Adeje und Playa de las Américas konzentriert sich der grösste Teil der Hotellerie.
Gran Canaria
Las Palmas de Gran Canaria im Norden ist mit rund 379’000 Einwohnern die grösste Stadt des Archipels, mit langem Stadtstrand Las Canteras und der Altstadt Vegueta. Im Süden liegen die Dünen von Maspalomas und der Ferienort Playa del Inglés; im bergigen Zentrum um den Wahrzeichen-Felsen Roque Nublo liegen Aussichtspunkte auf über 1’800 m.
Fuerteventura
Puerto del Rosario ist Hauptstadt und Sitz des internationalen Flughafens, touristisch aber unauffällig. Die grossen Ferienorte liegen im Norden um Corralejo mit vorgelagertem Dünen-Naturpark und Fährverbindung nach Lanzarote, sowie im Süden um Jandía/Morro Jable mit den längsten Sandstränden der Insel.
Ausgangsorte auf den kleineren Inseln
Wer eine der übrigen Kanaren bereist, landet meist in Arrecife (Lanzarote), Santa Cruz de La Palma, San Sebastián de La Gomera oder Valverde (El Hierro). Alle vier sind kleine Hafenstädte mit eigenem Flughafen oder Fähranschluss und dienen vor allem als Ausgangspunkt für die umliegenden Nationalparks, nicht als eigenständiges Städteziel.
Von Corralejo aus legen zudem mehrmals täglich Fähren nach Playa Blanca auf Lanzarote ab; die rund 25-minütige Überfahrt macht eine Kombination beider Nachbarinseln ohne Rückflug gut möglich. Auf allen drei grossen Inseln liegen Flughafen, Fährhafen und die touristischen Ferienorte meist eine halbe bis eine Autostunde auseinander, sodass ein Mietwagen die Orientierung deutlich erleichtert.
Quellen: UNESCO-Welterbezentrum · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für die Kanaren?
Die Kanaren gelten als ganzjähriges Reiseziel mit Wintertemperaturen um 18–19 °C und Sommerwerten um 28 °C, getragen von den beständigen Nordost-Passatwinden. Regenreicher, aber immer noch mild ist der Zeitraum Oktober bis Februar.
Das subtropische Klima der Kanaren wird durch Atlantik, Passatwinde und den kalten Kanarenstrom ausgeglichen; das ergibt geringe Niederschläge, moderate Luftfeuchtigkeit und den Ruf der «Inseln des ewigen Frühlings». Die Ostinseln Fuerteventura und Lanzarote sind trockener und windiger, die Westinseln La Palma, La Gomera und El Hierro grüner und feuchter.
| Ort | Beste Reisezeit | Hinweis |
|---|---|---|
| Santa Cruz de Tenerife | ganzjährig, Hochsaison Feb.–Apr. und Jul./Aug. | Norden der Insel wolkenreicher als der Süden |
| Las Palmas de Gran Canaria | ganzjährig | ausgeglichenstes Klima des Archipels |
| Puerto del Rosario (Fuerteventura) | März–Nov. | trockenste und windigste Hauptinsel, stark für Wassersport |
Monatswerte für Santa Cruz de Tenerife, Las Palmas de Gran Canaria und Puerto del Rosario
| Santa Cruz de Tenerife | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 21 | 22 | 22 | 24 | 25 | 27 | 29 | 30 | 28 | 27 | 24 | 23 |
| Tiefstwert °C | 16 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 22 | 23 | 22 | 21 | 19 | 17 |
| Niederschlag mm | 25 | 32 | 22 | 15 | 7 | 3 | 2 | 5 | 10 | 25 | 35 | 39 |
| Las Palmas de Gran Canaria | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 22 | 22 | 22 | 23 | 25 | 26 | 28 | 29 | 28 | 27 | 25 | 23 |
| Tiefstwert °C | 16 | 16 | 16 | 17 | 18 | 20 | 21 | 22 | 22 | 21 | 19 | 17 |
| Niederschlag mm | 18 | 22 | 15 | 10 | 6 | 2 | 2 | 5 | 8 | 17 | 24 | 28 |
| Puerto del Rosario (Fuerteventura) | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 21 | 21 | 22 | 24 | 25 | 27 | 28 | 28 | 28 | 27 | 24 | 22 |
| Tiefstwert °C | 15 | 15 | 16 | 17 | 18 | 20 | 21 | 22 | 22 | 21 | 19 | 17 |
| Niederschlag mm | 12 | 16 | 8 | 5 | 3 | 1 | 1 | 2 | 2 | 13 | 17 | 14 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station STA. CRUZ DE TENERIFE (2 km, 36 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station GRAN CANARIA (19 km, 24 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station FUERTEVENTURA (5 km, 25 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Gelegentliche Saharastaub-Ereignisse («Calima») bringen im Frühjahr und Herbst trübe Luft und höhere Temperaturen; Reisende mit Atemwegsproblemen sollten das vor der Reise beachten. Herbst und Winter bringen zudem die stärksten Stürme des Jahres.
Quellen: Wikipedia
Was gilt für die Einreise auf die Kanaren?
Für Schweizer, Deutsche und Österreicher gelten dieselben Einreiseregeln wie für ganz Spanien: gültiger Reisepass oder Personalausweis, kein Visum für touristische Aufenthalte. Die vollständigen Regeln stehen auf der Spanien-Seite; hier nur die kanarenspezifischen Ergänzungen.
Die Kanaren gehören zum spanischen Zollgebiet, aber nicht zur EU-Mehrwertsteuerunion. Wer aus Kontinentaleuropa kommt und auf die Kanaren reist, unterliegt bei Käufen und deren Wiedereinfuhr ähnlichen Zollregeln wie bei einer Reise in ein Nicht-EU-Land, mit entsprechenden mengenmässigen Freigrenzen für Tabak, Alkohol und andere Waren (Stand September 2026).
Ein weiterer praktischer Unterschied: Die Kanaren führen die Westeuropäische Zeit, eine Stunde hinter dem spanischen Festland – bei Flug- oder Fährverbindungen mit dem Festland lohnt ein zweiter Blick auf die Ortszeit.
Quellen: Auswärtiges Amt
Welche Gesundheitshinweise gelten für die Kanaren?
Die Kanaren gelten gesundheitlich als unauffällig; es gelten dieselben Empfehlungen wie für ganz Spanien. Aktuelle Standardimpfungen (Masern-Mumps-Röteln, Diphtherie-Tetanus-Pertussis, Polio) genügen, eine besondere Reiseimpfung ist nicht nötig.
CDC und healthytravel.ch nennen für Spanien einschliesslich der Kanaren keine Pflichtimpfung. Für Risikogruppen kommen Hepatitis-A/B-Impfungen infrage; empfohlen wird zudem Mückenschutz, da in Spanien vereinzelt West-Nil-Virus registriert wird.
Die medizinische Versorgung ist auf Teneriffa und Gran Canaria mit grossen Krankenhäusern in Santa Cruz und Las Palmas gut; auf den kleineren Inseln Fuerteventura, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro einfacher, mit Verlegung in schwereren Fällen auf die grossen Inseln. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport wird empfohlen.
Quellen: CDC Travelers' Health · healthytravel.ch
Wie sicher sind die Kanaren?
Das Auswärtige Amt und das EDA stufen Spanien einschliesslich der Kanaren als sicheres Reiseland ein. Naturrisiken sind vulkanische Aktivität, gelegentliche Erdbeben, Saharastaub-Stürme («Calima») und starke Herbst-/Winterstürme.
Die Kanaren sind vulkanisch aktiv; der Ausbruch des Cumbre Vieja auf La Palma 2021 zeigte, dass Evakuierungen im Ernstfall möglich sind. Aktuelle Warnungen der spanischen Behörden und des Auswärtigen Amts sollten vor und während der Reise beachtet werden. Im Alltag gilt dieselbe Vorsicht gegen Taschendiebstahl wie in jedem touristischen Ferienort.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wie kommt man auf die Kanaren und zwischen den Inseln?
Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura haben grosse internationale Flughäfen mit Direktflügen aus vielen europäischen Ländern. Zwischen den Inseln verkehren häufige Kurzstreckenflüge (Binter Canarias, Canaryfly) und Fähren mehrerer Reedereien.
Ankunft aus Europa
Teneriffa Süd (TFS) ist der grösste internationale Flughafen der Kanaren mit rund 92 Nonstop-Zielen, die verkehrsreichsten Ziele sind Manchester und London-Gatwick; Gran Canaria (LPA) ist der verkehrsreichste Flughafen des Archipels insgesamt und verbindet unter anderem nach Madrid, Barcelona, Berlin, Amsterdam und Dublin. Fuerteventura (FUE) zählt rund 72 Ziele bei 41 Airlines, mit Deutschland und Grossbritannien als grössten Herkunftsmärkten.
Weitere internationale Flughäfen gibt es auf Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro, meist mit weniger Nonstop-Verbindungen als die drei grossen Inseln.
Zwischen den Inseln
Die Regionalfluggesellschaft Binter Canarias bedient fast ausschliesslich Strecken innerhalb der Kanaren mit ATR-72-Turboprops und Embraer-E195-Jets; ergänzt wird das Angebot von Canaryfly. Ein Flug zwischen Gran Canaria und Teneriffa dauert rund 35 Minuten, zwischen Lanzarote und El Hierro bis zu 50 Minuten, bei mehreren täglichen Abflügen.
Vier Reedereien – Naviera Armas, Fred Olsen, Líneas Romero und Biosfera Express – verbinden die Inseln zusätzlich per Fähre; die Überfahrten dauern je nach Route ein bis mehrere Stunden und sind meist günstiger als der Flug.
Quellen: AeroCorner · Wikipedia · Hello Canary Islands
Was kosten Reisen auf den Kanaren?
Bezahlt wird in Euro, Karten werden praktisch überall akzeptiert. Wegen der niedrigeren Verbrauchssteuer IGIC statt Mehrwertsteuer sind viele Einkäufe, Elektronik und Tabakwaren günstiger als auf dem spanischen Festland.
Unterkunft und Mietwagen sind auf Teneriffa und Gran Canaria in der Hochsaison (Februar–April, Juli/August) spürbar teurer als auf Fuerteventura oder den kleineren Westinseln. Restaurants und Alltagseinkäufe liegen insgesamt nahe am spanischen Festlandniveau, einzelne Waren wie Tabak und Spirituosen sind wegen der IGIC günstiger.
Bankomaten sind in allen grösseren Orten der drei Hauptinseln vorhanden; auf den kleineren Westinseln und ausserhalb der Ferienorte auf Fuerteventura dünner gesät.
Quellen: Auswärtiges Amt
Welche Unterkünfte gibt es auf den Kanaren?
Von grossen Ferienanlagen in Costa Adeje und Maspalomas über Landhäuser im Inselinneren bis zu einfachen Pensionen auf den kleinen Westinseln: Das Angebot ist auf den drei grossen Inseln am dichtesten.
Teneriffa und Gran Canaria haben die grösste Auswahl an Ferienanlagen, All-inclusive-Hotels und Ferienwohnungen, konzentriert im Süden beider Inseln (Costa Adeje/Los Cristianos bzw. Maspalomas/Playa del Inglés). Fuerteventura setzt stärker auf Wassersport-Resorts in Corralejo und Jandía. Auf La Palma, La Gomera und El Hierro dominieren kleinere Landhotels und Ferienwohnungen, grosse Ketten sind seltener.
Quellen: Hello Canary Islands
Was isst man auf den Kanaren?
Papas arrugadas mit den Saucen Mojo Rojo und Mojo Verde sind das bekannteste Gericht, dazu frischer Fisch, der Käse Queso de Flor aus Fuerteventura und Weine von vulkanischen Böden, etwa aus dem Anbaugebiet Lanzarote.
Die kanarische Küche dreht sich um Papas arrugadas (in Salzwasser gegarte Kartoffeln) mit den Saucen Mojo Rojo (scharf, Paprika) und Mojo Verde (Koriander oder Petersilie). Dazu kommen Fischgerichte mit Vieja oder Cherne, der Ziegenkäse Queso de Flor aus Fuerteventura sowie tropische Früchte wie Bananen, die auf Teneriffa und La Palma in grossem Stil angebaut werden.
Die vulkanischen Böden ergeben eigenständige Weine, etwa aus dem geschützten Anbaugebiet Lanzarote, wo die Reben in Mulden im schwarzen Lapilli-Gestein gepflanzt werden.
Welche kulturellen Besonderheiten gibt es?
Die Ureinwohner, die Guanchen, prägen bis heute Ortsnamen und archäologische Stätten; dazu kommen Karnevalstraditionen, insbesondere in Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas, sowie eine eigenständige, vom Atlantik geprägte Architektur.
Vor der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert lebten auf den Kanaren die Guanchen, ein Volk berberischer Herkunft; Spuren finden sich in Ortsnamen, mumifizierten Funden im Museum von Teneriffa und Felsgravuren. Der Karneval von Santa Cruz de Tenerife gilt als einer der grössten der Welt nach Rio de Janeiro und findet meist im Februar statt.
Architektonisch prägen kanarische Holzbalkone historische Zentren wie La Laguna (Teneriffa) und Vegueta (Las Palmas); beide Altstädte stehen unter Denkmalschutz. Musikalisch ist die Timple, eine kleine fünfsaitige Gitarre, das Wahrzeichen der Inseln.
Was kann man auf den Kanaren erleben?
Wandern und Sternenbeobachtung auf dem Teide, Surfen und Kitesurfen vor Fuerteventura, Lavalandschaften in Timanfaya (Lanzarote) und die Caldera de Taburiente auf La Palma decken ein breites Spektrum ab.
Vulkane und Sterne
Die Seilbahn auf den Teide (3’715 m) bringt Besucherinnen und Besucher bis auf rund 3’555 m; für den Gipfel selbst ist eine kostenlose, kontingentierte Genehmigung nötig. Wegen der klaren, trockenen Luft zählt der Teide-Nationalpark zu den besten Orten Europas für Sternenbeobachtung, mit mehreren zertifizierten «Starlight»-Aussichtspunkten.
Der Nationalpark Timanfaya auf Lanzarote zeigt die Folgen der Vulkanausbrüche von 1730 bis 1736: eine fast vegetationslose Lavalandschaft, die nur per Bus oder auf ausgewiesenen Wegen betreten werden darf. Auf La Palma ist die Caldera de Taburiente, einer der grössten Erosionskessel der Welt, das Ziel mehrtägiger Wanderungen.
Wasser und Strand
Fuerteventura gilt wegen der beständigen Passatwinde als eines der besten Surf- und Kitesurf-Reviere Europas, insbesondere um Corralejo und die Halbinsel Jandía. Vor Teneriffa und La Gomera werden ganzjährig Wal- und Delfinbeobachtungstouren angeboten.
Wandern
La Gomera ist für den Nationalpark Garajonay mit Lorbeerwald bekannt, El Hierro für Küstenwanderungen und Tauchen in klarem, wenig erschlossenem Wasser. Auf Gran Canaria führen markierte Wege zum Wahrzeichen-Felsen Roque Nublo im bergigen Zentrum.
Quellen: UNESCO-Welterbezentrum · Hello Canary Islands
Wie reist man nachhaltig auf den Kanaren?
Der Teide-Nationalpark begrenzt den Gipfelzugang mit kostenlosen Permits, mehrere Meeresschutzgebiete schränken Ankern und Fischfang ein. Wer mit Binter Canarias oder der Fähre statt mit dem Auto reist, entlastet die touristisch dichtesten Küstenstreifen.
Für den Aufstieg zum Teide-Gipfel oberhalb der Seilbahnstation ist eine kostenlose, mengenmässig begrenzte Genehmigung des Nationalparks nötig, um die empfindliche Vegetation und die Besucherzahlen zu steuern. Vor mehreren Küstenabschnitten, etwa um La Graciosa, gelten Meeresschutzzonen mit Einschränkungen bei Ankern und Fischerei.
Quellen: UNESCO-Welterbezentrum
Lassen sich die Kanaren-Inseln gut kombinieren?
Teneriffa und Gran Canaria liegen nur rund 35 Flugminuten auseinander und lassen sich gut in zwei bis drei Wochen kombinieren. Lanzarote und Fuerteventura sind per Fähre in rund 30 bis 60 Minuten verbunden und passen ebenfalls gut zusammen.
Teneriffa + Gran Canaria ist die klassische Kombination: kurzer Flug, grosser Kontrast zwischen Vulkanhochland und Dünenlandschaft. Lanzarote + Fuerteventura liegen nah beieinander und beide auf trockenes, vulkanisches beziehungsweise sandiges Terrain ausgerichtet. Wer die ruhigeren Westinseln La Palma, La Gomera oder El Hierro dazunehmen will, sollte wegen der selteneren Verbindungen mindestens 18 bis 20 Tage einplanen.
Quellen: Wikipedia
Für wen eignen sich die Kanaren, für wen weniger?
Ganzjahres-Sonnenurlauber, Wander- und Vulkanfans sowie Surferinnen finden je nach Insel ihr Ziel; wer europäisches Stadtleben oder grosse historische Städte sucht, ist auf den Kanaren an der falschen Adresse.
Teneriffa passt für alle, die Vulkanlandschaft, Regenwald und grosse Ferienorte auf einer Insel wollen. Gran Canaria eignet sich für Reisende, die Landschaftsvielfalt auf kleinem Raum suchen. Fuerteventura und Lanzarote passen für Strand-, Wind- und Vulkanfans, weniger für Kulturreisende. La Palma, La Gomera und El Hierro eignen sich für Wanderer und alle, die touristische Infrastruktur bewusst meiden wollen – weniger für Reisende, die auf ein grosses Nachtleben- oder Einkaufsangebot Wert legen.