Was erwartet Reisende in Belgien?
Belgien ist auf rund 30'689 km² dreigeteilt: das niederländischsprachige Flandern im Norden, die französischsprachige Wallonie im Süden und das zweisprachige Brüssel dazwischen. Für Reisende zählt vor allem, dass Brüssel, Brügge und Antwerpen mit dem Zug in 30 bis 60 Minuten verbunden sind und sich damit ohne Mietwagen zu einer Rundreise kombinieren lassen.
Brüssel ist als Sitz der Europäischen Kommission und der NATO politisches Zentrum und zugleich Ausgangspunkt für Hochgeschwindigkeitszüge nach Paris, London, Köln und Amsterdam. Brügge gilt mit seiner vollständig erhaltenen mittelalterlichen Altstadt als eines der am besten bewahrten Stadtbilder Europas, Antwerpen als Handels- und Modestadt mit dem zweitgrössten Hafen Europas.
Diese Seite fasst die drei Pflichtstationen, die Ardennen als ruhige Ergänzung, Reisezeit, Einreise und die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zusammen (Stand September 2026).
Wie ist Belgien als Reiseland?
Belgien ist ein Land der kurzen Distanzen und der kleinteiligen Unterschiede: Flandern mit seinen Kanalstädten fühlt sich anders an als die hügelige, dünn besiedelte Wallonie mit den Ardennen. Dazwischen liegt Brüssel, das keiner der beiden Sprachregionen allein gehört und selbst wie ein Flickenteppich aus 19 Gemeinden wirkt.
Die Geschichte prägt das Stadtbild überall: Burgund, Habsburger, Spanier, Österreicher und Franzosen regierten das Gebiet, bevor Belgien 1830 als eigener Staat entstand. Davon zeugen gotische Rathäuser, barocke Zunfthäuser und die Festungsstädte der Vaubanschen Bauweise im Süden.
Wirtschaftlich ist Belgien vom Hafen Antwerpen, vom EU-Verwaltungsapparat in Brüssel und von einer dichten Industrie- und Bahninfrastruktur geprägt. Zwischen den Städten liegen offene Landschaften: die Polder und Dünen an der Nordseeküste, die Kempen östlich von Antwerpen und die Wälder und Flusstäler der Ardennen im Südosten.
Kulturell ist Belgien für Comics (Tim und Struppi, die Schlümpfe), für Jugendstilarchitektur und für eine ausgeprägte Bier- und Schokoladentradition bekannt; die belgische Bierkultur mit rund 1'500 verschiedenen Bierstilen wurde 2016 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.
Quellen: Wikipedia · UNESCO Intangible Cultural Heritage
Welche Städte und Regionen von Belgien lohnen sich?
Die drei Pflichtstationen sind Brüssel mit der Grand-Place, Brügge mit seinen Kanälen und Antwerpen mit Kathedrale und Diamantenviertel. Wer Zeit hat, ergänzt Gent als vierte Kanalstadt, das Schlachtfeld von Waterloo südlich von Brüssel oder die Ardennen um Dinant, Durbuy und Namur.
Brüssel
Die Grand-Place mit ihren Zunfthäusern, dem gotischen Rathaus und dem Königshaus ist seit 1998 UNESCO-Welterbe und Ausgangspunkt jeder Brüssel-Reise; in geraden Jahren bedeckt im August für vier Tage ein Blumenteppich aus über 500'000 Begonien die Fläche. Rund um die Grand-Place liegen das Jugendstilviertel um die von Victor Horta gebaute Maison Horta und das Europaviertel mit dem Parlamentarium.
Brügge
Die gesamte Altstadt von Brügge steht unter Denkmalschutz; ihr Belfried aus dem 13. Jahrhundert ist Teil der UNESCO-Welterbeliste «Belfriede in Belgien und Frankreich» und lässt sich über 366 Stufen besteigen. Boote auf den Grachten verbinden die wichtigsten Plätze, den Markt, den Burgplatz und das Beginenhof-Viertel, das seit 1998 als eines von 13 flämischen Beginenhöfen ebenfalls Welterbe ist.
Antwerpen
Antwerpen ist Belgiens grösste Hafenstadt und Zentrum des internationalen Diamantenhandels; im Diamantenviertel bei Antwerpen-Centraal schleifen Händler seit Generationen Rohsteine. Am Grote Markt stehen die Liebfrauenkathedrale mit dem höchsten Kirchturm der Benelux-Staaten und die Zunfthäuser aus dem 16. Jahrhundert; das Museum Plantin-Moretus, eine ehemalige Druckerei, ist seit 2005 Welterbe.
Gent
Gent liegt zwischen Brüssel und Brügge und wird seltener besucht, obwohl die Kathedrale St. Bavo den Genter Altar von Jan van Eyck beherbergt und die Graslei mit ihren Gildehäusern am Fluss Leie der Postkartenblick der Stadt ist. Gent lässt sich als Tagesausflug ab Brüssel oder Brügge in die Route einbauen.
Waterloo
Rund 20 km südlich von Brüssel liegt das Schlachtfeld von Waterloo, auf dem Napoleon 1815 seine letzte Niederlage erlitt. Der künstlich aufgeschüttete Löwenhügel mit der Löwenstatue ist über 226 Stufen zu besteigen und bietet einen Überblick über das ehemalige Schlachtfeld; ein unterirdisches Besucherzentrum erklärt den Ablauf der Schlacht.
Ardennen: Dinant, Durbuy und Namur
Südlich der Sprachgrenze beginnt die Wallonie mit den bewaldeten Ardennen. Dinant liegt an der Maas unterhalb einer Zitadelle, Durbuy gilt als kleinste Stadt der Welt und ist Ausgangspunkt für Kajaktouren auf der Ourthe, und Namur vereint eine Zitadelle mit einer belebten Altstadt am Zusammenfluss von Sambre und Maas. Über 1'000 km Wanderwege durchziehen die Region.
Quellen: visit.brussels · UNESCO World Heritage Centre · Visit Wallonia · Tourisme en Ardenne
Reiseziele
Regionen mit eigener Seite
Inseln und Regionen
- StadtBrüsselBrüssel ist die Hauptstadt Belgiens, Sitz der EU-Institutionen und eine zweisprachige Stadt mit Zunfthäusern, Jugendstil, Comics und einer eigenen…
- StadtBrügge und GentBrügge ist die kompakte Altstadt mit Belfried, Grachten und Beginenhof, Gent die grössere Schwester mit Graslei, Gravensteen und dem Genter Altar.
- StadtAntwerpenAntwerpen ist Belgiens grösste Gemeinde mit 565’039 Einwohnern, Hafenstadt an der Schelde und Zentrum des Diamantenhandels.
- RegionArdennenDie belgischen Ardennen sind ein bewaldetes Mittelgebirge mit tief eingeschnittenen Flusstälern, kleinen Städten wie Dinant und Durbuy und den…
Wann ist die beste Reisezeit für Belgien?
Mai bis September bringt die wärmsten und trockensten Monate für Städtereisen, Juli und August sind zugleich die Hochsaison mit den meisten Besuchern. Dezember ist wegen der Weihnachtsmärkte in Brüssel, Brügge und Antwerpen eine beliebte Nebensaison, der Rest des Jahres bleibt es kühl und regnerisch mit milden Temperaturen ganzjährig.
Belgien liegt im gemässigten Seeklima Westeuropas: keine ausgeprägte Trockenzeit, sondern übers Jahr verteilter Niederschlag, dazu häufig bewölkter Himmel. Die Sommermonate Juni bis August sind am wärmsten und trockensten, was sie zur Hauptreisezeit für Städtetourismus macht; Frühling und früher Herbst haben weniger Andrang bei ähnlich milden Temperaturen.
Brüssel, Brügge und Antwerpen im Jahresverlauf
| Brüssel | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 7 | 8 | 12 | 16 | 19 | 23 | 24 | 24 | 21 | 17 | 11 | 8 |
| Tiefstwert °C | 2 | 3 | 4 | 6 | 10 | 13 | 15 | 15 | 12 | 10 | 6 | 4 |
| Niederschlag mm | 69 | 60 | 55 | 38 | 59 | 63 | 75 | 79 | 55 | 63 | 69 | 78 |
| Brügge | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 7 | 8 | 10 | 12 | 15 | 19 | 21 | 21 | 19 | 16 | 11 | 8 |
| Tiefstwert °C | 3 | 4 | 5 | 8 | 11 | 14 | 16 | 16 | 14 | 11 | 7 | 5 |
| Niederschlag mm | 67 | 59 | 54 | 39 | 58 | 62 | 74 | 80 | 58 | 71 | 77 | 79 |
| Antwerpen | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 7 | 8 | 12 | 15 | 19 | 22 | 24 | 24 | 21 | 16 | 11 | 8 |
| Tiefstwert °C | 2 | 2 | 3 | 5 | 9 | 13 | 14 | 14 | 11 | 8 | 4 | 3 |
| Niederschlag mm | 69 | 60 | 55 | 38 | 59 | 63 | 75 | 79 | 55 | 63 | 69 | 78 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station UCCLE (6 km, 101 m), auf 13 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station ZEEBRUGGE (16 km, 9 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station DEURNE (5 km, 12 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Im August findet in geraden Jahren der Blumenteppich auf der Grand-Place statt, Ende November bis Ende Dezember prägen Weihnachtsmärkte und Eisbahnen die drei Städte. Im Winter ist es selten unter dem Gefrierpunkt, dafür regnerisch und mit kurzen Tagen; Regenschutz gehört ganzjährig ins Gepäck.
Für die Ardennen im Süden ist es aufgrund der höheren Lage im Winter spürbar kälter und nasser als an der Küste oder in Brüssel; für Wanderungen eignen sich Mai bis Oktober am besten.
Quellen: Wikipedia
Was braucht man für die Einreise nach Belgien?
Für touristische Aufenthalte bis 90 Tage innerhalb von 180 Tagen brauchen Schweizer, Deutsche und Österreicher kein Visum; ein gültiger Reisepass oder Personalausweis genügt (Stand September 2026). Massgeblich für Details sind immer EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA.
- Schweiz: Personalausweis oder Reisepass genügt, visumfrei bis 90 Tage; das EDA verweist für weitere Details auf die belgische Vertretung.
- Deutschland: Reisepass, vorläufiger Reisepass, Personalausweis oder vorläufiger Personalausweis werden akzeptiert, auch wenn sie bis zu einem Jahr abgelaufen sind; Kinderreisepässe gelten ebenfalls.
- Österreich: Reisepass oder gültiger Personalausweis nötig, kein Visum erforderlich.
- Andere Staatsangehörigkeiten: Für sie gelten eigene Regeln; massgeblich ist die belgische Botschaft oder Einwanderungsbehörde im jeweiligen Land.
An der deutsch-belgischen Grenze sind zeitweise Binnengrenzkontrollen möglich, obwohl Belgien Gründungsmitglied des Schengenraums von 1985 ist; ein Ausweis sollte deshalb griffbereit sein. Minderjährige, die ohne beide Eltern reisen, sollten laut BMEIA eine schriftliche Einverständniserklärung mitführen.
Massgeblich sind die Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und den belgischen Behörden zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Belgien?
Für die Einreise ist keine Impfung vorgeschrieben; wichtig ist, die Standardimpfungen gemäss dem eigenen nationalen Impfplan aktuell zu halten. Die medizinische Versorgung ist auf hohem europäischem Niveau, die Europäische Krankenversicherungskarte wird anerkannt.
Das Auswärtige Amt nennt keine Pflichtimpfungen für Belgien, empfiehlt aber, die Standardimpfungen nach dem STIKO-Impfkalender aufzufrischen; die gleiche Empfehlung gilt sinngemäss für Schweizer und österreichische Reisende nach den jeweiligen nationalen Impfplänen.
Wie in weiten Teilen West- und Mitteleuropas kommt es in Belgien zeitweise zu regionalen Masernausbrüchen; healthytravel.ch weist Reisende darauf hin, den eigenen Masernschutz zu überprüfen, besonders bei Reisen mit ungeimpften Kindern.
Apotheken erkennt man am grünen Kreuz; ausserhalb der Öffnungszeiten organisiert ein Bereitschaftsdienst («garde», «wachtdienst») die Nachtversorgung. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) wird für EU- und EWR-Bürger anerkannt; Schweizer Reisende sollten die Bedingungen ihrer Reiseversicherung vorher prüfen.
Quellen: Auswärtiges Amt · healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin
Wie sicher ist Belgien für Reisende?
Wie in anderen westeuropäischen Ländern ist die Terrorgefahr erhöht, weshalb an Flughäfen und Bahnhöfen verstärkt Polizei präsent ist; die aktuelle Lage steht bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA. Für die meisten Reisenden bleiben die Alltagsrisiken Taschendiebstahl und Trickdiebstahl in belebten Zonen.
Das Auswärtige Amt nennt Taschendiebstahl und Raub vor allem rund um den Brüsseler Midi- und Nordbahnhof sowie im Stadtteil Molenbeek und in Touristenzonen; in Brüssel und Antwerpen kommt es laut BMEIA im organisierten Kriminalitätsmilieu wiederholt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Schusswaffen, konzentriert auf bestimmte Aussenquartiere, die für Touristen kaum relevant sind.
Das EDA rät, bei Demonstrationen, die sporadisch zu gewaltsamen Zusammenstössen führen können, Abstand zu halten und Anweisungen der Polizei zu befolgen. Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz werden laut EDA auch bei geringen Mengen mit Haftstrafen geahndet.
Antwerpen, Brüssel und Gent haben Umweltzonen (Low Emission Zones) eingerichtet; für ausländische Fahrzeuge ist laut EDA eine vorgängige, kostenlose Registrierung Pflicht, bevor man mit dem Auto in die Innenstädte fährt.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Wie reist man nach Belgien und im Land herum?
Internationale Flüge landen vor allem am Flughafen Brüssel-Zaventem (BRU) mit rund 184 Nonstop-Zielen, dazu Brüssel-Charleroi (CRL) für Low-Cost-Airlines und Antwerpen (ANR) für Kurzstrecken. Im Land verbindet die SNCB/NMBS Brüssel, Brügge und Antwerpen mit dichtem Takt in unter einer Stunde, international fahren Eurostar und ICE direkt ab Brüssel-Midi.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Flughafen Zaventem – Brüssel-Zentrum | Zug | rund 20 min |
| Brüssel – Antwerpen-Centraal | Zug | rund 33 bis 51 min |
| Brüssel – Brügge | Zug | rund 1 h |
| Antwerpen – Brügge | Zug | rund 1 h 24 min bis 1 h 37 min |
| Brüssel-Midi – Paris Nord | Eurostar | rund 1 h 22 min |
| Brüssel-Midi – London St Pancras | Eurostar | rund 1 h 53 min |
| Brüssel-Midi – Köln Hbf | ICE/Eurostar | rund 1 h 48 min |
Brüssel-Zaventem ist laut FlightConnections mit rund 184 Nonstop-Zielen in 73 Ländern der grösste Flughafen des Landes; aus Nordamerika bestehen unter anderem Nonstop-Verbindungen nach New York, Toronto und Montreal, aus Asien nach Singapur mit rund 12 h 55 min Flugzeit. Brüssel-Charleroi, rund 46 km südlich der Hauptstadt, wird vor allem von Ryanair für Kurz- und Mittelstrecken bedient und ist per Bus an die Stadt angebunden.
Innerhalb Belgiens ist der Zug meist die schnellste Option: Die SNCB/NMBS verbindet Brüssel, Brügge, Antwerpen und Gent mehrmals pro Stunde, und alle grösseren Bahnhöfe liegen in den jeweiligen Stadtzentren. Für die Ardennen empfiehlt sich ein Mietwagen, da Dörfer wie Durbuy mit dem Zug nur über Umwege erreichbar sind.
Wer aus Deutschland, Frankreich oder den Niederlanden anreist, kommt oft direkt mit dem Zug: Brüssel-Midi ist Endpunkt von Eurostar (vormals Thalys) aus Paris, Amsterdam und Köln sowie von ICE-Verbindungen aus Deutschland.
Quellen: FlightConnections · SNCB/NMBS · SNCB Europe / b-europe.com · Eurostar
Welches Geld braucht man in Belgien und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Euro; Kartenzahlung ist praktisch überall verbreitet, Bargeld wird zunehmend zur Ausnahme. Geldautomaten gibt es in jeder Stadt, Kreditkarten werden in Hotels, Restaurants und den meisten Geschäften akzeptiert.
Laut Auswärtigem Amt sind Bargeldabhebung an Automaten und Kartenzahlung in Belgien überall möglich; viele kleinere Cafés und Marktstände akzeptieren inzwischen ausschliesslich Karte oder kontaktlose Zahlung, reines Bargeld ist eher die Ausnahme.
In Restaurants ist die Bedienung meist im Preis inbegriffen; ein zusätzliches Trinkgeld von rund 5 bis 10 % oder das Aufrunden der Rechnung ist üblich, aber keine Pflicht. Museumseintritte liegen meist zwischen 10 und 20 € pro Person, die Fahrt mit der Standseilbahn oder dem Trolley zum Beispiel in Brügge ist separat zu bezahlen.
Belgien war vor der Euro-Einführung 2002 Teil der Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion mit einer gemeinsamen Vorgängerwährung; heute gilt in Belgien und Luxemburg derselbe Euro.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wo übernachtet man in Belgien am besten?
In Brüssel liegen die meisten Hotels rund um die Grand-Place, im EU-Viertel oder am Boulevard Anspach; wer es ruhiger mag, wählt Ixelles oder Saint-Gilles. In Brügge lohnt sich eine Übernachtung in der autofreien Altstadt, in Antwerpen das Zentrum rund um den Grote Markt oder das Modeviertel Het Zuid.
Brügge ist tagsüber voller Ausflugsgäste aus Brüssel und den Kreuzfahrthäfen an der Küste; wer in der Altstadt übernachtet, erlebt die Stadt morgens und abends deutlich ruhiger als tagsüber. Historische Herrenhäuser und kleine Boutique-Hotels prägen dort das Angebot.
In Antwerpen liegt das Diamantenviertel direkt am Hauptbahnhof, während das Modeviertel Het Zuid mit Museen und Restaurants für einen ruhigeren Aufenthalt sorgt. In den Ardennen übernachtet man meist in kleinen Gasthäusern oder Ferienhäusern in Durbuy, Dinant oder La Roche-en-Ardenne, oft als Ausgangspunkt für Wanderungen oder Kanutouren.
Was isst man in Belgien?
Belgien gilt als Geburtsland der Pommes frites, die dick geschnitten und doppelt frittiert serviert werden, dazu kommen Waffeln in zwei Varianten, Muscheln mit Pommes (Moules-frites) und eine der grössten Bierauswahlen der Welt. Für Süsses stehen Pralinen im Zentrum, die 1912 vom Chocolatier Jean Neuhaus in Brüssel erfunden wurden.
Die Lütticher Waffel hat einen dichteren, mit Perlzucker durchsetzten Teig und wird meist pur gegessen, die grössere, luftigere Brüsseler Waffel kommt eher mit Früchten, Schlagsahne oder Schokoladensauce. Pommes frites gelten als belgische Erfindung und werden traditionell in Papiertüten aus dem «Fritkot» verkauft, mit Mayonnaise statt Ketchup.
Rund 1'500 verschiedene Biersorten werden in Belgien gebraut, von Trappistenbieren aus Klosterbrauereien über spontan vergorene Lambics bis zu modernen Craft-Bieren; die belgische Bierkultur wurde deshalb 2016 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.
Pralinen unterscheiden sich von einfacher Schokolade durch die Füllung; die bekanntesten Häuser sind Neuhaus, Godiva, Leonidas und Pierre Marcolini. In Brüssel und Wallonien isst man zudem Muscheln mit Pommes, Endivien mit Schinken (Chicons au gratin) und den Eintopf Waterzooi.
Quellen: UNESCO Intangible Cultural Heritage
Welche Kultur prägt Belgien?
Belgien ist Comic-Land: Tim und Struppi, die Schlümpfe und Lucky Luke stammen von belgischen Zeichnern, und Brüssel widmet ihnen eine eigene Comic-Route mit bemalten Hausfassaden. Dazu kommen Jugendstilarchitektur von Victor Horta, mittelalterliche Zunftstrukturen und ein dichtes Festivalprogramm.
Victor Hortas Brüsseler Stadthäuser, darunter sein eigenes Wohnhaus, gelten als Wegbereiter des europäischen Jugendstils und stehen seit 2000 auf der UNESCO-Welterbeliste. Die Brüsseler Comic-Route führt an über 60 bemalten Hausfassaden vorbei, die Figuren belgischer Zeichner zeigen.
Feste wie der Blumenteppich auf der Grand-Place (in geraden Jahren im August), die Karnevalsumzüge in Binche (seit 2003 immaterielles UNESCO-Kulturerbe) oder die Prozession des Heiligen Blutes in Brügge zeigen, wie stark Stadtgeschichte und Brauchtum noch heute den Kalender prägen.
Sprachlich bleibt Belgien geteilt: Im Alltag begegnen Reisende in Flandern Niederländisch, in der Wallonie Französisch und im äussersten Osten um Eupen Deutsch als Amtssprache der kleinen deutschsprachigen Gemeinschaft; Englisch wird in den Touristenzentren aller drei Regionen verstanden.
Quellen: Wikipedia
Welche Erlebnisse lohnen sich in Belgien?
Zu den Höhepunkten zählen eine Grachtenfahrt in Brügge, der Aufstieg auf den Belfried oder die Liebfrauenkathedrale, ein Bierfestival oder eine Brauereiführung sowie ein Ausflug in die Ardennen mit Kanu oder zu Fuss. Wer Zeit hat, kombiniert Städte mit einem Tag am Meer an der belgischen Nordseeküste.
- Grachtenfahrt Brügge: Boote starten an mehreren Anlegestellen in der Altstadt und zeigen die Stadt vom Wasser aus.
- Belfried Brügge und Liebfrauenkathedrale Antwerpen: Aussichtspunkte über die jeweilige Altstadt, beide mit mehreren Hundert Stufen.
- Comic-Route Brüssel: Spaziergang entlang bemalter Hausfassaden mit Figuren belgischer Comiczeichner.
- Diamantenviertel Antwerpen: Diamond Museum und historische Handelsgassen rund um den Hauptbahnhof.
- Kanutour Ourthe oder Lesse: Paddeln durch die Ardennenlandschaft ab Durbuy oder Houyet bis Anseremme.
- Löwenhügel Waterloo: 226 Stufen mit Blick über das Schlachtfeld von 1815 und unterirdisches Besucherzentrum.
- Brauereiführung: Trappisten- und Familienbrauereien in ganz Belgien bieten Führungen mit Verkostung an.
Quellen: Visit Wallonia · Tourisme en Ardenne
Wie reist man in Belgien verantwortungsvoll?
Das dichte Bahnnetz macht Belgien zu einem Land, das sich gut ohne Mietwagen bereisen lässt; Städte wie Brügge und Gent begrenzen den Autoverkehr in der Altstadt ohnehin. Wer in Antwerpen, Brüssel oder Gent mit dem eigenen Auto unterwegs ist, muss sich wegen der Umweltzonen vorher registrieren.
- Strecken zwischen Brüssel, Brügge, Antwerpen und Gent mit der Bahn statt mit dem Mietwagen zurücklegen.
- In den Umweltzonen von Brüssel, Antwerpen und Gent vor der Fahrt mit dem eigenen Fahrzeug online registrieren.
- In den Ardennen auf ausgeschilderten Wander- und Kanurouten bleiben, um die Flussufer zu schonen.
- Comic-Route und Jugendstilviertel zu Fuss erkunden statt mit dem Taxi.
Quellen: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Mit welchen Ländern lässt sich Belgien kombinieren?
Brüssel liegt mit dem Hochgeschwindigkeitszug jeweils unter zwei Stunden von Paris, Amsterdam und Köln entfernt, was Kombinationen mit Frankreich, den Niederlanden oder Deutschland naheliegend macht. Über den Eurostar ist auch London in rund 1 h 53 min direkt erreichbar.
Wer die Beneluxstaaten verbinden will, reist von Antwerpen oder Brüssel in weniger als zwei Stunden weiter nach Amsterdam oder nach Luxemburg-Stadt im Süden. Auch eine Route Brüssel–Köln–Amsterdam lässt sich in wenigen Tagen mit der Bahn abfahren, ohne einen einzigen Inlandflug.
Für Reisende, die zusätzlich Strand suchen, bietet sich ein Abstecher an die eigene Nordseeküste bei Ostende oder De Haan an, oder eine Weiterreise nach Nordfrankreich mit den dortigen Belfrieden, die gemeinsam mit den belgischen auf derselben UNESCO-Liste stehen.
Quellen: SNCB Europe / b-europe.com · Eurostar
Für wen eignet sich Belgien, für wen weniger?
Belgien passt zu Reisenden, die auf kurzer Strecke mehrere unterschiedliche Städte erleben wollen, ohne lange Transferzeiten in Kauf zu nehmen. Weniger geeignet ist es für alle, die Sonnengarantie oder lange Strände suchen, oder die eine einzelne grosse Naturkulisse als Hauptziel wollen.
Gut passt Belgien für Städtereisende, Architektur- und Kulinarikinteressierte sowie für Familien, die kurze Zugfahrten Autostunden vorziehen. Auch als Zwischenstopp auf einer grösseren Europareise zwischen Frankreich, den Niederlanden und Deutschland eignet sich das Land, weil die Distanzen so kurz sind.
Weniger ideal ist Belgien für Reisende, die auf verlässlich warmes, trockenes Wetter angewiesen sind, oder für alles, was auf grosse, unberührte Naturräume zielt; dafür sind die Ardennen zwar reizvoll, aber kleinräumig im Vergleich zu den Alpen oder Skandinavien.