Basaltmauern der historischen Ruinenstadt Nan Madol vor der Küste Pohnpeis

Land · Ozeanien

Föderierte Staaten von Mikronesien

607 Inseln, verteilt über eine Meeresfläche fast so gross wie Westeuropa, bilden vier Bundesstaaten, die touristisch kaum unterschiedlicher sein könnten: Kriegswracks in der Chuuk-Lagune, eine versunkene Ruinenstadt vor Pohnpei, Steingeld auf Yap und stiller Regenwald auf Kosrae. Wer alle vier sehen will, braucht Zeit – zwischen den Staaten liegen oft mehr Flugstunden als bis zum nächsten Kontinent.

Foto: SHAYAN Rostami auf Unsplash

Reisewissen · geprüfte Inhalte, mit Quelle · getrennt von der Reiseplanung

Hauptstadt
Palikir auf Pohnpei
Amtssprache
Englisch landesweit; regional zusätzlich Chuukesisch, Pohnpeanisch, Yapesisch, Kosraeanisch und weitere Inselsprachen
Währung
US-Dollar (USD)
Zeitzone
UTC+10 (Chuuk und Yap), UTC+11 (Pohnpei und Kosrae)
Internationale Flughäfen
vier, je einer pro Bundesstaat: Yap (YAP), Chuuk (TKK), Pohnpei (PNI), Kosrae (KSA)
Reisedauer
Mindestens 10 bis 14 Tage, wenn mehr als ein Bundesstaat besucht werden soll
Beste Reisezeit
Ganzjährig warm-feucht; Taifunrisiko wächst deutlich von Kosrae im Osten Richtung Yap im Westen
Einreise CH/DE/AT
Kein Visum bis 90 Tage, Pass mindestens 120 Tage über den Aufenthalt hinaus gültig (Stand September 2026)
Stecker und Spannung
Typ A/B, 120 V/60 Hz wie in den USA – Adapter für Schweizer/EU-Geräte nötig
Notruf
Variiert je Insel, auf Pohnpei 911
Impfungen
Keine Pflichtimpfung bei direkter Einreise; Hepatitis A/B und Typhus für die meisten Reisenden empfohlen
Trinkgeld
Unüblich, Gastfreundschaft gilt als Ehre und Trinkgeld wird nicht erwartet

Warum lohnt sich eine Reise in die Föderierten Staaten von Mikronesien?

Kurz gesagt

Die Föderierten Staaten von Mikronesien (FSM) bestehen aus 607 Inseln in vier Bundesstaaten, die trotz gemeinsamer Regierung eigene Sprachen, Bräuche und touristische Schwerpunkte haben: Wracktauchen in der Chuuk-Lagune, die Ruinenstadt Nan Madol auf Pohnpei, Steingeld auf Yap und unberührter Regenwald auf Kosrae.

Politisch bilden die vier Staaten seit 1979 eine Föderation, die seit 1986 in freier Assoziation (Compact of Free Association) mit den USA steht und 1990 die volle völkerrechtliche Unabhängigkeit erlangte. Die USA bleiben für Verteidigung zuständig, im Gegenzug haben FSM-Bürgerinnen und -Bürger weitgehend freien Zugang zu den USA.

Veränderliche Angaben – Gebühren, Einreiseregeln, Flugpläne – tragen den Stand September 2026.

Wie sind die Föderierten Staaten von Mikronesien als Reiseland?

Kurz gesagt

Mit rund 105'000 Einwohnerinnen und Einwohnern auf einer Landfläche von 710 km² gehören die FSM zu den kleinsten und am wenigsten touristisch erschlossenen Ländern der Erde – Tourismus spielt wirtschaftlich eine untergeordnete Rolle gegenüber Fischereilizenzen und US-Unterstützungszahlungen. Wer die vier Staaten bereist, merkt schnell: Jeder fühlt sich wie ein eigenes kleines Land.

Über 17 indigene Sprachen werden aktiv gesprochen; Englisch dient als gemeinsame Verkehrssprache zwischen den Staaten, ist aber selten Muttersprache. Traditionelle Häuptlingssysteme bestehen neben der demokratischen Verfassung fort und prägen den Alltag, besonders auf Yap und Pohnpei, spürbar stärker als die nationale Politik in Palikir.

Die vier Staaten unterscheiden sich touristisch grundlegend: Yap gilt als kulturell am traditionsreichsten und ist auf Tauchtourismus mit Mantarochen spezialisiert, Chuuk lebt fast ausschliesslich vom Wracktauchen, Pohnpei verbindet archäologischen Tourismus mit Regenwald und Wasserfällen, und Kosrae bleibt naturtouristisch die am wenigsten besuchte, ruhigste Option.

Landeswährung ist der US-Dollar, eine eigene Zentralbank oder Währung gibt es nicht – ein Erbe der engen wirtschaftlichen Bindung an die Vereinigten Staaten seit dem UN-Treuhandmandat nach dem Zweiten Weltkrieg.

Was unterscheidet die vier Bundesstaaten Yap, Chuuk, Pohnpei und Kosrae?

Kurz gesagt

Yap im Westen ist für Steingeld, traditionelle Kleidung und Mantatauchen bekannt, Chuuk für die weltberühmten Kriegswracks seiner Lagune. Pohnpei, Sitz der Bundesregierung, verbindet die Ruinenstadt Nan Madol mit Wasserfällen und Regenwald, während Kosrae im Osten mit unberührten Mangroven und wenigen Besuchenden am ursprünglichsten wirkt.

Yap – das Land des Steingelds

Yap gilt als das traditionsbewussteste der vier Staaten: Auf Dorfplätzen liegen bis heute die riesigen, donutförmigen Rai-Steinscheiben, die vor rund zwei Jahrtausenden erstmals aus Kalksteinhöhlen auf Palau gebrochen und über eine gut 400 km lange Seereise nach Yap gebracht wurden. Die grössten Exemplare messen rund 3,7 m im Durchmesser und wiegen über 4 Tonnen; ihr Wert bemisst sich nicht an der Grösse, sondern an der Geschichte der Beschaffung. Bei wichtigen Transaktionen wie Landkäufen wechselt bis heute nur der Besitzanspruch, nicht der Standort des Steins.

Seit 2008 ist Yap das erste staatlich anerkannte Mantarochen-Schutzgebiet der Welt; an mehreren Putzerstationen vor der Küste lassen sich die Tiere ganzjährig beobachten, wobei jährlich nur rund 1'000 Taucherinnen und Taucher das Gebiet besuchen. Traditionelle Kleidung – Grasröcke bei Frauen, gewickelte Lendentücher («Thu») bei Männern – wird ausserhalb von Touristenorten im Alltag noch getragen, besonders auf den Aussenseln.

Chuuk – die Geisterflotte der Lagune

Chuuk, früher Truk genannt, ist der bevölkerungsreichste FSM-Staat und weltweit für das Wracktauchen in der Chuuk-Lagune bekannt. Am 17. und 18. Februar 1944 zerstörte die US-Operation «Hailstone» den dortigen japanischen Flottenstützpunkt: 13 Kriegsschiffe, 2 U-Boot-Tender, 32 Handelsschiffe und rund 270 Flugzeuge wurden versenkt, über 4'500 Menschen starben. Die über 40 erhaltenen Wracks liegen in 5 bis 60 m Tiefe, einige der grösseren Schiffe messen bis zu 155 m Länge – bis heute gilt die Lagune vielen als das beste Wracktauchrevier der Welt.

Pohnpei – Nan Madol und Regenwald

Pohnpei beherbergt mit Nan Madol die eindrücklichste Ruinenstätte der Pazifikinseln: Rund 92 künstliche Inseln aus Basalt- und Korallenblöcken, durch Gezeitenkanäle getrennt, bildeten zwischen etwa 1200 und 1628 das zeremonielle Zentrum der Saudeleur-Dynastie. Die tonnenschweren Basaltsäulen wurden nach Header-Stretcher-Technik geschichtet und von einem Vulkanschlot auf der gegenüberliegenden Inselseite herantransportiert; seit 2016 steht die Anlage auf der UNESCO-Welterbeliste, zugleich als gefährdet eingestuft, weil versandende Wasserwege Mangrovenwuchs begünstigen, der die Mauern unterspült.

Ausserhalb Nan Madols prägen Wasserfälle wie Kepirohi und dichter Bergregenwald das Landesinnere; die zeremonielle Kava-Sorte Sakau, aus der Wurzel des Pfefferstrauchs gestampft und über Hibiskusfasern gefiltert, begleitet bis heute Hochzeiten, Beerdigungen und Versöhnungsrituale und wird abends in einfachen Sakau-Bars entlang der Strassen serviert.

Kosrae – der ruhigste Bundesstaat

Kosrae im äussersten Osten der FSM ist der am wenigsten besuchte Bundesstaat: Der Berg Finkol erhebt sich auf rund 629 m, umgeben von den ältesten stehenden Mangrovenwäldern des Pazifiks, durch die geführte Kajaktouren führen. Auf der vorgelagerten Insel Lelu liegen die Ruinen einer im 13./14. Jahrhundert erbauten Königsstadt mit meterhohen Mauern aus sechseckigen Basaltbalken, in denen einst der Hochadel Kosraes residierte.

Quellen: Visit Micronesia (FSM Tourism) · Asia Pacific Boating · Wikipedia · Lonely Planet

Wann ist die beste Reisezeit für die Föderierten Staaten von Mikronesien?

Kurz gesagt

Auf Pohnpei, einem der niederschlagsreichsten Orte der Erde, fallen selbst im trockensten Monat Februar noch rund 160 mm Regen – eine ausgeprägte Trockenzeit gibt es dort nicht. Das Taifunrisiko wächst dagegen deutlich von Osten nach Westen: Kosrae und Pohnpei liegen meist ausserhalb der typischen Zugbahnen, Chuuk und vor allem Yap dagegen mitten im westpazifischen Taifungürtel.

Palikir (Pohnpei): mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag

Palikir (Pohnpei)JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchstwert °C303031313131313232323131
Tiefstwert °C242424242424232323232424
Niederschlag mm205161219251290243268237264264274250

Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station POHNPEI WEATHER CENTER (8 km, 39 m), auf 102 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.

Weil Pohnpei zu den regenreichsten bewohnten Orten der Erde zählt, spielt die Jahreszeit für die Reiseplanung dort eine kleinere Rolle als anderswo – gepackt werden sollte ohnehin ein verlässlicher Regenschutz. Auf Yap und Chuuk lohnt sich dagegen ein Blick auf die Taifunsaison, die von Juni bis Dezember reicht und dort laut US-Wetterdienst NOAA häufiger zu spürbaren Verzögerungen bei Fähren und Inlandflügen führt als auf Kosrae oder Pohnpei.

Für Mantatauchen auf Yap gibt es keine ausgeprägte Saison, da die Tiere ganzjährig an den Putzerstationen anzutreffen sind; für die Chuuk-Lagune gelten die trockeneren Monate Dezember bis April wegen der besseren Sichtweite als angenehmer.

Wer eine Reise über mehrere Bundesstaaten plant, sollte die Taifunsaison auf der Insel-Hopper-Route mitbedenken: Verzögerungen auf Chuuk oder Yap können wegen der wenigen wöchentlichen Flüge die gesamte Weiterreise verschieben, während Pohnpei und Kosrae davon seltener betroffen sind.

Quellen: Pacific RISA

Was braucht man für die Einreise in die Föderierten Staaten von Mikronesien?

Kurz gesagt

Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige benötigen für Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum, müssen aber einen mindestens 120 Tage über den Aufenthalt hinaus gültigen Reisepass sowie ein Rück- oder Weiterflugticket vorlegen. Ein Personalausweis genügt nicht als Reisedokument.

Akzeptierte Dokumente sind Reisepass, vorläufiger Reisepass und Kinderreisepass; bei Ankunft kann zusätzlich der Nachweis ausreichender finanzieller Mittel verlangt werden. Minderjährige, die ohne beide Sorgeberechtigten reisen, sollten eine schriftliche Einverständniserklärung mitführen.

Massgeblich sind die amtlichen Stellen: Auswärtiges Amt, BMEIA und die Einwanderungsbehörde der Föderierten Staaten von Mikronesien. Da keine Schweizer Vertretung vor Ort besteht, ist im Notfall die zuständige Botschaft in der Region zu kontaktieren.

Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)

Welche Impfungen und welche Vorsorge braucht es für die Föderierten Staaten von Mikronesien?

Kurz gesagt

Bei direkter Einreise ist keine Impfung Pflicht; die CDC empfehlen für die meisten Reisenden zusätzlich zu den Standardimpfungen Hepatitis A, Hepatitis B und Typhus. Malaria kommt nicht vor, Dengue und Zika werden aber durch Mücken übertragen.

Eine Gelbfieberimpfung ist weder vorgeschrieben noch empfohlen. Leptospirose nach Kontakt mit stehendem Süsswasser und – seltener – Tuberkulose zählen zu den weiteren von der CDC genannten Risiken.

Das Auswärtige Amt beschreibt die medizinische Basisversorgung als nicht durchgehend gewährleistet; besonders auf den kleineren Staaten Kosrae und Yap ist die Versorgung eingeschränkt, schwerere Fälle werden meist nach Guam oder auf die Philippinen verlegt. Eine Auslandskranken- und Rückholversicherung ist deshalb dringend empfohlen, ebenso eine gut bestückte Reiseapotheke, da abgelegene Inseln kaum Apotheken haben.

Quellen: CDC Travelers' Health · Auswärtiges Amt

Wie sicher sind die Föderierten Staaten von Mikronesien für Reisende?

Kurz gesagt

Auswärtiges Amt und BMEIA beschreiben die innenpolitische Lage als ruhig, und das Land gilt als sicheres Reiseziel. Gewaltkriminalität gegen Reisende ist selten, gelegentlich kommt es an touristischen Orten zu Taschendiebstahl.

Die grössere praktische Herausforderung ist weniger Kriminalität als die seismisch aktive Lage der Inseln: Erdbeben sind jederzeit möglich, ebenso Tsunami-Warnungen im weiteren Pazifikraum, auf die lokale Behörden mit Sirenen und Durchsagen reagieren.

Auf Chuuk und Yap sollte während der Taifunsaison Juni bis Dezember der Wetterbericht laufend verfolgt werden, da Überflutungen und Erdrutsche nach starken Stürmen die Infrastruktur zwischen den Inseln zeitweise unterbrechen können.

Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)

Wie kommt man in die Föderierten Staaten von Mikronesien?

Kurz gesagt

Alle vier Bundesstaaten besitzen einen eigenen internationalen Flughafen, angeflogen von United Airlines auf der sogenannten «Island Hopper»-Route zwischen Guam und Honolulu. Eine direkte Nonstop-Verbindung aus Europa gibt es nicht; Reisende aus der Schweiz, Deutschland oder Österreich steigen meist in Guam um.

United-Airlines-Island-Hopper: Route Guam–Chuuk–Pohnpei–Kosrae–Kwajalein–Majuro–Honolulu, Stand September 2026
TeilstreckeFlugzeitHinweis
Guam – Chuuk (TKK)rund 1 h 30 minerster Stopp der Insel-Hopper-Route
Chuuk – Pohnpei (PNI)rund 1 h 10 minzweiter Stopp
Pohnpei – Kosrae (KSA)rund 1 hnur auf der langen Routenvariante zweimal wöchentlich
Kosrae – Majuro (Marshallinseln)rund 2 hüber Kwajalein, verlässt damit die FSM

Die vollständige Route inklusive Bodenzeiten dauert von Honolulu bis Guam rund 16 Stunden; auf einer verkürzten Variante werden Kosrae und Kwajalein zweimal wöchentlich ausgelassen. Passagiere dürfen an den meisten Stopps kurz aussteigen, mit Ausnahme des Militärflugplatzes auf Kwajalein.

Zwischen den vier FSM-Staaten gibt es keine Fährverbindung im klassischen Sinn; wer mehrere Staaten besuchen will, ist auf denselben Island-Hopper-Flug oder auf unregelmässige Frachtschiffe angewiesen. Kleinflugzeuge von Caroline Islands Air verbinden zusätzlich einzelne Aussenatolle mit Yap, Chuuk und Pohnpei, allerdings nur sporadisch.

Quellen: AeroRoutes · FSM Division of Civil Aviation

Wie bezahlt man in den Föderierten Staaten von Mikronesien?

Kurz gesagt

Landeswährung ist der US-Dollar, eine Umrechnung fällt für Reisende aus Nicht-Dollar-Ländern nur beim Geldwechsel an. Geldautomaten und Kartenzahlung sind auf Pohnpei und Chuuk in Hotels und grösseren Geschäften verbreitet, auf Yap und vor allem Kosrae sollte mehr Bargeld mitgeführt werden.

Ausserhalb der vier Hauptorte – Kolonia auf Pohnpei, Weno auf Chuuk, Colonia auf Yap und Tofol auf Kosrae – ist Kartenzahlung selten möglich; auf den Aussenatollen ist Bargeld praktisch unverzichtbar.

Trinkgeld ist in der lokalen Kultur unüblich und wird von Restaurants, Guides oder Fahrerinnen nicht erwartet; wer sich dennoch erkenntlich zeigen will, tut dies eher durch ein kleines Geschenk als durch Bargeld.

Tauchpakete, Bootstouren und Permits für Nan Madol oder Dorfbesuche werden meist direkt vor Ort in bar oder per Karte bei der jeweiligen Tauchbasis abgerechnet, selten im Voraus über internationale Buchungsplattformen – ein weiterer Grund, genug Bargeld für die ersten Tage einzuplanen.

Quellen: Auswärtiges Amt · Trip Report

Wo übernachtet man in den Föderierten Staaten von Mikronesien?

Kurz gesagt

In jedem der vier Bundesstaaten konzentriert sich die Auswahl auf ein bis zwei tauch- oder kulturorientierte Hotels nahe dem jeweiligen Flughafen; grosse internationale Ketten fehlen komplett. Auf Chuuk und Yap sind die Unterkünfte meist direkt auf Tauchgäste ausgerichtet, auf Kosrae dominieren kleine, familiengeführte Resorts.

Auf Yap ist die Manta Ray Bay Resort-Anlage in Colonia mit angeschlossener Tauchbasis das bekannteste Haus; auf Chuuk liegen die meisten Unterkünfte in Weno nahe dem Anleger für die Wracktauchboote.

Wer mehrere Staaten kombiniert, bucht wegen der wenigen wöchentlichen Flüge am besten frühzeitig und rechnet je Ziel mit mindestens drei bis vier Übernachtungen, um die Anreisezeiten zu rechtfertigen.

Was isst und trinkt man in den Föderierten Staaten von Mikronesien?

Kurz gesagt

Die Alltagsküche stützt sich auf Fisch, Taro, Brotfrucht und Kokosnuss, ergänzt um importierte Reis- und Fleischgerichte. Auf Pohnpei begleitet die zeremonielle Kava-Sorte Sakau soziale Anlässe von der Hochzeit bis zur Versöhnung nach einem Streit.

Sakau wird aus der Wurzel des Pfefferstrauchs gestampft und traditionell durch einen aus Hibiskusrinde gedrehten Filter gepresst statt wie andernorts im Pazifik durch Tuch; die schlammige, leicht betäubende Trinkzeremonie war früher dem Hochadel vorbehalten und wird heute abends in einfachen Sakau-Bars entlang der Strassen serviert.

Betelnuss-Kauen ist auf allen vier Inseln verbreitet und gehört zum sozialen Alltag; auf Yap ergänzen traditionelle Festtage wie der «Yap Day» im März die Alltagsküche um aufwendig zubereitete traditionelle Gerichte und Tanzdarbietungen.

Welche Traditionen prägen die Föderierten Staaten von Mikronesien?

Kurz gesagt

Auf Yap ist die traditionelle Kultur stärker erhalten als in fast jedem anderen Teil des Pazifiks: Häuptlingssysteme, Steingeld und traditionelle Kleidung prägen noch heute den Alltag ausserhalb der Touristenorte. Ergänzt wird dies durch die auf UNESCO-Liste stehende Navigationskunst der zentralen Karolineninseln.

2021 nahm die UNESCO die traditionelle karolinische Navigation und den Kanubau in die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes auf. An Navigationsschulen wie Weriyeng, historisch auf der Insel Pulap in Chuuk beheimatet, wird Sternenkunde, Wellenlesen und Vogelbeobachtung mündlich von Generation zu Generation weitergegeben – ganz ohne Kompass oder GPS.

Auf Yap tragen Häuptlinge und Dorfälteste bei Zeremonien weiterhin traditionelle Kleidung; Besuchende sollten sich in traditionellen Dörfern entsprechend zurückhaltend kleiden und vor Fotos von Menschen um Erlaubnis fragen.

Quellen: Wikipedia

Was kann man in den Föderierten Staaten von Mikronesien erleben?

Kurz gesagt

Zu den prägendsten Erlebnissen zählen Wracktauchen in der Chuuk-Lagune, Mantatauchen und ein Dorfbesuch auf Yap, die Ruinenstadt Nan Madol auf Pohnpei sowie eine Kajaktour durch die Mangroven von Kosrae. Wer alle vier Staaten kombiniert, erlebt in wenigen Wochen vier sehr unterschiedliche Facetten des Pazifiks.

Auf Yap ermöglichen tägliche Bootsausflüge zu den Putzerstationen Begegnungen mit Mantarochen praktisch ganzjährig, während ein Dorfbesuch mit traditionellem Tanz Einblick in die auf Yap besonders lebendige Alltagskultur gibt.

In der Chuuk-Lagune erreichen erfahrene Wracktaucherinnen auf mehrtägigen Touren gleich mehrere der über 40 Wracks, viele davon noch mit intakter Ladung – von Panzern bis zu Sake-Flaschen –, was das Gebiet auch für Nicht-Historikerinnen eindrücklich macht.

Auf Kosrae führen geführte Kajaktouren durch die ältesten stehenden Mangrovenwälder des Pazifiks, oft kombiniert mit einem Besuch der Königsruinen von Lelu und einer Wanderung zu einem der Wasserfälle im Bergregenwald.

Quellen: Visit Micronesia (FSM Tourism) · Lonely Planet

Wie reist man in den Föderierten Staaten von Mikronesien umweltbewusst?

Kurz gesagt

Yap war 2008 weltweit der erste Ort mit einem staatlich anerkannten Mantarochen-Schutzgebiet und begrenzt die Zahl der Tauchgäste bewusst auf rund 1'000 pro Jahr, um Druck auf die Putzerstationen gering zu halten. Auch die Ruinenstätte Nan Madol gilt als gefährdet und sollte nur mit lizenzierten lokalen Führungen besucht werden.

Weil einzelne Häuptlingssysteme Zutritt zu Land und Riffen regeln, führen viele Ausflüge – von Dorfbesuchen auf Yap bis zu Tauchgängen in der Chuuk-Lagune – ohnehin nur über lokale Guides, was direkt der Inselbevölkerung zugutekommt.

Quellen: Visit Micronesia (FSM Tourism)

Womit lässt sich eine Reise in die Föderierten Staaten von Mikronesien kombinieren?

Kurz gesagt

Über den gemeinsamen Umsteigepunkt Guam lässt sich die Reise gut mit Palau oder den Nördlichen Marianen verbinden, da alle drei Ziele über ähnliche Flugverbindungen erreichbar sind. Wer die Island-Hopper-Route bis zum Ende fliegt, gelangt automatisch weiter zu den Marshallinseln.

Weil derselbe United-Flug Chuuk, Pohnpei, Kosrae, Kwajalein und Majuro verbindet, lässt sich eine Reise in die FSM ohne grossen Umweg um die Marshallinseln erweitern – ein Vorteil, den in dieser Form kein anderes Reiseziel im Pazifik bietet.

Quellen: AeroRoutes

Für wen eignen sich die Föderierten Staaten von Mikronesien, für wen weniger?

Kurz gesagt

Die FSM passen zu erfahrenen Wracktaucherinnen, kulturell interessierten Reisenden und allen, die abgelegene Ziele einem ausgebauten Tourismus vorziehen. Weniger geeignet sind sie für alle, die auf kurzem Weg viel sehen oder klassische Strandferien mit breiter touristischer Infrastruktur wollen.

  • Gut geeignet: Wracktaucherinnen und -taucher; kulturell Interessierte, die Yaps traditionelle Lebensweise erleben wollen; Ruhesuchende, die Kosrae abseits jeder Touristenroute schätzen.
  • Weniger geeignet: Reisende mit wenig Zeit, da zwischen den Staaten nur wenige wöchentliche Flüge bestehen; wer klassische Strandresorts mit breiter Infrastruktur sucht, findet diese in den FSM kaum.

Gut zu kombinieren

Klarheit vor der Reise

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten zu Föderierte Staaten von Mikronesien.

Brauchen Schweizer ein Visum für die Föderierten Staaten von Mikronesien?

Nein, für Aufenthalte bis 90 Tage ist kein Visum nötig. Der Reisepass muss aber mindestens 120 Tage über den Aufenthalt hinaus gültig sein, und ein Rückflugticket wird verlangt.

Wie kommt man zwischen den vier Bundesstaaten der FSM?

Meist mit demselben United-Airlines-Flug der Island-Hopper-Route, der Chuuk, Pohnpei und Kosrae nacheinander anfliegt. Eine reguläre Fährverbindung zwischen den Staaten gibt es nicht.

Was ist die Chuuk-Lagune?

Der frühere Hauptstützpunkt der japanischen Kriegsmarine im Pazifik, wo die US-Operation Hailstone 1944 über 40 Schiffe und rund 270 Flugzeuge versenkte. Die Wracks in 5 bis 60 m Tiefe gelten als eines der besten Wracktauchreviere der Welt.

Was ist Yap-Steingeld?

Riesige, donutförmige Kalksteinscheiben, die einst von Palau nach Yap transportiert wurden und bis heute als traditionelles Zahlungsmittel für grosse Transaktionen dienen. Die grössten Exemplare wiegen über 4 Tonnen; bei einem Besitzwechsel bleibt der Stein meist an seinem Platz stehen.

Was ist Nan Madol?

Eine aus rund 92 künstlichen Basalt- und Korallen-Inseln bestehende Ruinenstadt vor Pohnpei, zeremonielles Zentrum der Saudeleur-Dynastie zwischen etwa 1200 und 1628. Seit 2016 steht sie als gefährdetes UNESCO-Welterbe auf der Liste.

Wann sieht man auf Yap Mantarochen?

Praktisch ganzjährig, da die Putzerstationen vor Yap regelmässig von den Tieren aufgesucht werden. Es gibt keine ausgeprägte Saison wie andernorts.

Wie viele Sprachen werden in den FSM gesprochen?

Über 17 indigene Sprachen sind aktiv in Gebrauch, dazu kommt Englisch als gemeinsame Amtssprache zwischen den Staaten. Jeder Bundesstaat hat mindestens eine eigene Hauptsprache.

Was ist Sakau?

Eine auf Pohnpei zubereitete Kava-Sorte aus der Wurzel des Pfefferstrauchs, traditionell durch Hibiskusrinde gefiltert statt durch Tuch. Sie begleitet Hochzeiten, Beerdigungen und Versöhnungsrituale und wird abends in einfachen Strassenbars serviert.

Gibt es in den FSM Malaria?

Nein, das Land gilt als malariafrei. Reale Mückenrisiken sind Dengue-Fieber und Zika-Virus, gegen die konsequenter Mückenschutz hilft.

Was ist die karolinische Navigation?

Eine traditionelle, seit 2021 von der UNESCO als gefährdet gelistete Navigationskunst, die ohne Kompass oder GPS mit Sternen, Wellen und Vogelbeobachtung arbeitet. Sie wird an wenigen Schulen wie Weriyeng in Chuuk mündlich weitergegeben.

Wie bezahlt man in den FSM?

Mit US-Dollar, der offiziellen Landeswährung. Auf Pohnpei und Chuuk funktionieren Karten in Hotels verbreitet, auf Yap und Kosrae sollte mehr Bargeld mitgeführt werden.

Ist Trinkgeld in den FSM üblich?

Nein, Trinkgeld ist in der lokalen Kultur unüblich und wird nicht erwartet, da Gastfreundschaft als Ehre gilt.

Welcher Bundesstaat ist am wenigsten touristisch erschlossen?

Kosrae im Osten gilt als der ruhigste und am wenigsten besuchte Bundesstaat, mit nur wenigen kleinen Unterkünften und ausgedehntem, unberührtem Regenwald.

Was ist die Ronald-Reagan-Verbindung der Insel-Hopper-Route?

Keine direkte – die Route endet auf Kwajalein bei der dort stationierten US-Raketentestanlage, wo Passagiere aus Sicherheitsgründen nicht aussteigen dürfen. Das gehört bereits zu den Marshallinseln, nicht mehr zu den FSM.

Wie lange sollte man für alle vier Bundesstaaten einplanen?

Wegen der wenigen wöchentlichen Flüge und der grossen Distanzen empfiehlt sich für alle vier Staaten mindestens zwei bis drei Wochen, mit je drei bis vier Nächten pro Ziel.

Braucht man für Nan Madol einen Guide?

Ein lizenzierter lokaler Guide ist wegen der traditionellen Landrechte und der Gefährdung der Anlage üblich und wird empfohlen, auch wenn er nicht in jedem Fall behördlich vorgeschrieben ist.

Quellen und Stand

Woher die Angaben stammen

Stand: 23. September 2026, redaktionell geprüft von TalkTravel Redaktion. Bei Einreise, Sicherheit und Gesundheit sind die verlinkten amtlichen Stellen massgeblich.

  1. Föderierte Staaten von Mikronesien: Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, abgerufen 23. September 2026
  2. Mikronesien – Reiseinformation, Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA), abgerufen 23. September 2026
  3. Federated States of Micronesia – Traveler View, CDC Travelers' Health, abgerufen 23. September 2026
  4. Federated States of Micronesia – Yap, Chuuk, Pohnpei, Kosrae, Visit Micronesia (FSM Tourism), abgerufen 23. September 2026
  5. Wreck haven: Diving the WWII shipwrecks of Chuuk Lagoon, Asia Pacific Boating, abgerufen 23. September 2026
  6. Nan Madol, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  7. Lelu Ruins, Lonely Planet, abgerufen 23. September 2026
  8. Federated States of Micronesia – climate and typhoon risk, Pacific RISA, abgerufen 23. September 2026
  9. United Micronesia Island Hopper Service Changes, AeroRoutes, abgerufen 23. September 2026
  10. Chuuk International Airport (TKK), FSM Division of Civil Aviation, abgerufen 23. September 2026
  11. Föderierte Staaten von Mikronesien, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  12. Weriyeng, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  13. Micronesia – Power plug, socket & mains voltage, World Standards, abgerufen 23. September 2026
  14. Essential travel info for Micronesia, Trip Report, abgerufen 23. September 2026

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