Was erwartet Reisende in Saudi-Arabien?
Saudi-Arabien hat sich erst seit der Einführung des Tourist-eVisums 2019 für Ferienreisende geöffnet und verbindet die moderne Hauptstadt Riad mit der historischen Hafenstadt Dschidda am Roten Meer und den Nabatäer-Gräbern von Hegra bei AlUla. Das Land ist strikt islamisch geprägt: Alkohol ist verboten, Mekka bleibt Nicht-Muslimen vollständig verschlossen. Das Grenzgebiet zu Jemen gilt wegen des Konflikts mit den Huthi-Kräften als Risikogebiet; die aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA prüfen.
Eine klassische Route beginnt in Riad mit der historischen Zitadelle Masmak und der wiederaufgebauten ersten Hauptstadt Diriyah, führt per Inlandflug nach Dschidda mit der Altstadt Al-Balad am Roten Meer und lässt sich um die archäologische Stätte Hegra bei AlUla erweitern, die eine eigene Reiseregion mit Kapitel in dieser Reihe bildet.
Diese Seite fasst Regionen, Reisezeit, Einreise (Stand September 2026), Gesundheit, Sicherheit sowie die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zusammen.
Quellen: Saudi Tourism Authority
Wie ist Saudi-Arabien als Reiseland?
Saudi-Arabien ist eines der jüngsten Reiseziele der Welt: Bis 2019 gab es kein Touristenvisum, seither baut das Land mit Milliardenprojekten wie AlUla, Diriyah und der Rotmeerküste gezielt eine touristische Infrastruktur auf. Islamisches Recht prägt Alltag, Kleidung und Gesetze; Alkohol und unverheiratete Paarbeziehungen sind verboten.
Das Land gliedert sich grob in die Zentralregion um die Hauptstadt Riad, die Rotmeerküste um Dschidda mit der historischen Pilgerroute nach Mekka, die Kulturregion AlUla im Nordwesten sowie die kühleren Bergprovinzen Asir und Al-Baha im Südwesten.
Mekka und der Kernbereich um die Prophetenmoschee in Medina sind ausschliesslich Musliminnen und Muslimen vorbehalten; Nicht-Muslime dürfen diese Orte laut den geltenden Einreisebestimmungen nicht betreten, was bei der Routenplanung zu beachten ist.
Die touristische Infrastruktur ist jünger als in den Nachbarländern der Golfregion: Öffentlicher Nahverkehr ausserhalb von Riad und der Pilgerstädte ist rar, Mietwagen oder Taxis sind meist nötig. Englisch wird in Hotels und im Tourismus verbreitet gesprochen.
Quellen: Saudi Tourism Authority
Welche Regionen von Saudi-Arabien lohnen sich?
Die meistbesuchten Ziele sind die Hauptstadt Riad mit der Zitadelle Masmak und der UNESCO-Stätte Diriyah, die Hafenstadt Dschidda mit der Altstadt Al-Balad, sowie die Nabatäer-Gräber von Hegra bei AlUla. Wer mehr Zeit hat, ergänzt die kühleren Berge der Region Asir oder die Rotmeerküste bei Yanbu.
Riad
Riad, die moderne Hauptstadt mitten in der Wüste Nadschd, ist mit der Lehmfestung Masmak aus dem späten 19. Jahrhundert und dem angrenzenden Souk historisch verankert, wächst aber rasant mit Hochhäusern wie dem Kingdom Centre. Rund 15 Autominuten nordwestlich liegt Diriyah, die Geburtsstätte des ersten saudischen Staates (1727–1818) und seit 2010 UNESCO-Welterbe: Der Bezirk At-Turaif zeigt Lehmziegel-Paläste im najdischen Baustil, darunter den Salwa-Palast.
Rund 100 km nordwestlich von Riad liegt die Klippe Jebel Fihrayn, «Edge of the World» genannt: Die Felskante fällt hier rund 300 m in ein früheres Meeresbecken ab und bietet einen weiten Blick über die Wüste.
Dschidda und Rotmeerküste
Dschidda, das wirtschaftliche Tor zum Roten Meer und traditionelles Einfallstor der Mekka-Pilger, zeigt in der Altstadt Al-Balad, seit 2014 UNESCO-Welterbe, mehrstöckige Korallenstein-Häuser mit hölzernen Erkerfenstern (Raschaschin), die für natürliche Kühlung sorgten. Bekanntestes Gebäude ist das 1881 erbaute Nasseef-Haus, heute ein Museum.
Entlang der Rotmeerküste bei Dschidda liegen Korallenriffe, die sich zum Schnorcheln und Tauchen eignen; weiter nördlich entstehen bei Yanbu und Umluj neue Ferienregionen, die ein eigenes Kapitel in dieser Reihe erhalten.
AlUla und Hegra
Rund 300 km nördlich von Medina liegt AlUla mit der archäologischen Stätte Hegra, 2008 als erste saudische UNESCO-Welterbestätte eingetragen: 111 monumentale Grabfassaden der Nabatäer, verwandt mit Petra in Jordanien, sind direkt in Sandstein gehauen. AlUla bildet eine eigene Region mit Kapitel in dieser Reihe.
Asir und Süden
Im Südwesten liegt die Bergregion Asir um die Stadt Abha, auf rund 2'200 m Höhe deutlich kühler als der Rest des Landes und für Terrassenfelder, Nebelwälder und die farbig bemalten Lehmhäuser des Dorfs Rijal Almaa bekannt. Das Grenzgebiet zu Jemen in den Provinzen Asir, Nadschran und Dschasan gilt wegen der Nähe zum Konflikt mit den Huthi-Kräften als Risikogebiet, von dem die Aussenministerien in der Regel abraten (siehe Abschnitt Sicherheit).
Im Osten des Landes, an der Küste des Persischen Golfs, liegt die Ostprovinz mit der Ölmetropole Dammam und der Oasenstadt Al-Ahsa, seit 2018 UNESCO-Welterbe für ihre Dattelpalmenhaine und historischen Wasserstellen; touristisch ist diese Region bislang kaum erschlossen.
Quellen: Saudi Tourism Authority · UNESCO World Heritage Centre
Reiseziele
Regionen mit eigener Seite
Inseln und Regionen
- RegionAlUlaAlUla liegt im Nordwesten Saudi-Arabiens in einem grünen Talkessel aus Sandsteinfelsen, rund drei Autostunden von Medina entfernt.
- RegionSaudische Rotes-Meer-KüsteZwischen den Hafenstädten Yanbu und Umluj erstreckt sich einer der am wenigsten bekannten Küstenabschnitte am Roten Meer: Korallenriffe direkt vor…
Wann ist die beste Reisezeit für Saudi-Arabien?
Von November bis März ist es landesweit am angenehmsten: In Riad liegen die Tageshöchstwerte dann bei 21 bis 29 °C, in Dschidda am Roten Meer bei 29 bis 32 °C. Von Juni bis August steigen die Temperaturen in Riad auf über 42 °C, während es an der Küste feucht-schwül wird.
| Riad | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 22 | 24 | 29 | 33 | 39 | 43 | 44 | 44 | 41 | 36 | 28 | 23 |
| Tiefstwert °C | 9 | 10 | 15 | 20 | 25 | 27 | 29 | 28 | 25 | 20 | 15 | 10 |
| Niederschlag mm | 6 | 4 | 2 | 5 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 7 | 6 |
| Dschidda | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 29 | 30 | 32 | 34 | 37 | 38 | 39 | 39 | 37 | 36 | 33 | 31 |
| Tiefstwert °C | 20 | 20 | 22 | 24 | 26 | 28 | 29 | 30 | 29 | 26 | 24 | 22 |
| Niederschlag mm | 7 | 1 | 1 | 5 | 2 | 1 | 0 | 0 | 1 | 3 | 12 | 5 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station KING KHALED INTL (27 km, 625 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station KING ABDULAZIZ INTL (22 km, 15 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Riad, im Landesinneren auf rund 612 m Höhe, hat ein extremes Wüstenklima mit kaum Niederschlag: Von Juni bis September fällt praktisch kein Regen, die Tageshöchstwerte erreichen im Juli bis zu 44 °C, nachts kühlt es auf rund 29 °C ab. Winternächte sind mit Tiefstwerten um 9 °C empfindlich kalt für die Region.
Dschidda am Roten Meer bleibt milder, aber feuchter: Die Tageshöchstwerte liegen ganzjährig zwischen 29 und 39 °C, im Hochsommer kommt hohe Luftfeuchtigkeit hinzu. Etwas Regen fällt vor allem im November.
Mekka, auf rund 277 m Höhe nahe Dschidda, zählt zu den heissesten Städten des Landes mit Julihöchstwerten um 43 bis 45 °C; für den Hadsch, dessen Termin sich nach dem islamischen Mondkalender jährlich um rund elf Tage nach vorne verschiebt, ist dies unabhängig von der üblichen Reisesaison relevant.
Quellen: Auswärtiges Amt
Was braucht man für die Einreise nach Saudi-Arabien?
Schweizer, Deutsche und Österreicher benötigen ein Touristen-eVisum, das laut der offiziellen Plattform visitsaudi.com 535 SAR (rund 140 US-Dollar) kostet und als Multiple-Entry-Visum ein Jahr gültig ist, mit bis zu 90 Tagen Aufenthalt je Einreise (Stand September 2026). Mekka bleibt für Nicht-Muslime unabhängig vom Visumtyp gesperrt.
- eVisum: online über die offizielle Plattform visa.visitsaudi.com beantragen; die Gebühr von 535 SAR (480 SAR bei Visa on Arrival) umfasst Bearbeitung und Reisekrankenversicherung.
- Gültigkeit: Multiple-Entry-Visum 1 Jahr ab Ausstellung mit bis zu 90 Tagen Aufenthalt je Einreise; alternativ ein Single-Entry-Visum mit 3 Monaten Gültigkeit und ebenfalls bis zu 90 Tagen Aufenthalt.
- Reisepass: muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein; für US-Staatsangehörige gilt eine Ausnahme.
- Visa on Arrival: an mehreren Einreisepunkten möglich für Staatsangehörige der eVisa-berechtigten Länder sowie für Inhaberinnen und Inhaber gültiger US-, UK- oder Schengen-Visa.
- Andere Staatsangehörigkeiten: für sie gelten eigene Regeln; massgeblich ist die aktuelle Liste auf visitsaudi.com, Auskunft geben die saudi-arabischen Botschaften und Konsulate.
Das Touristenvisum erlaubt keinen Zutritt nach Mekka; Reisen dorthin sind ausschliesslich Musliminnen und Muslimen mit Hadsch- oder Umra-Visum vorbehalten. Auch der Kernbereich um die Prophetenmoschee in Medina bleibt Nicht-Muslimen verschlossen.
Massgeblich sind die aktuellen Angaben von visitsaudi.com sowie von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Visit Saudi (Saudi Tourism Authority) · Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Wikipedia
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Saudi-Arabien?
Für die touristische Einreise aus Europa ist keine Impfung vorgeschrieben; Pilgerinnen und Pilger für Hadsch oder Umra müssen laut CDC einen Nachweis der Meningokokken-Impfung (ACWY) vorlegen, ausgestellt 3 bis 5 Jahre vor Einreise. healthytravel.ch empfiehlt für alle Reisenden zusätzlich Hepatitis A, für Männer wegen der beim Hadsch üblichen Kopfrasur auch Hepatitis B.
Malaria kommt laut CDC nur in den Grenzregionen Asir und Dschasan nahe Jemen vor; die grossen Städte Riad, Dschidda, Mekka und Medina sind malariafrei. Für die betroffenen Provinzen empfiehlt die CDC eine Chemoprophylaxe, etwa mit Atovaquon-Proguanil oder Doxycyclin.
Mückenschutz gegen Dengue-Fieber und Leishmaniose ist auch ausserhalb der Malariagebiete sinnvoll. Die medizinische Versorgung ist in Riad, Dschidda und Mekka gut, in ländlichen Gebieten dünner.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Wie sicher ist Saudi-Arabien für Reisende?
Das strukturelle Hauptrisiko ist der Konflikt mit jemenitischen Huthi-Kräften: Das Grenzgebiet zu Jemen in den Provinzen Nadschran, Asir und Dschasan sowie die erweiterte Grenzregion mit der Stadt Abha gelten als Risikogebiet, in dem es zu Drohnen- und Raketenangriffen kommen kann. Die aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA prüfen.
Hintergrund ist die militärische Auseinandersetzung zwischen jemenitischen Huthi-Kräften und Saudi-Arabien: Drohnen- und Raketenangriffe richteten sich in der Vergangenheit vor allem gegen Ölanlagen und Militärbasen, in den Grenzprovinzen ebenso wie in weiter entfernten Provinzen. Bei einer Eskalation sind weitere Luftschläge sowie Einschränkungen des Flugverkehrs nicht auszuschliessen.
Die Lage in der Golfregion bleibt insgesamt angespannt; eine erhöhte abstrakte Gefährdung durch Terroranschläge besteht laut Auswärtigem Amt unvermindert fort, mit Vorfällen 2021 und 2023 in Dschidda. Das EDA weist zusätzlich auf angespannte Verhältnisse in der Ostprovinz um Al Qatif sowie auf ein erhöhtes Risiko für die internationale Schifffahrt im Roten Meer hin.
Ausserhalb der genannten Regionen gilt die Kriminalitätsrate laut Auswärtigem Amt als vergleichsweise niedrig; verbreitet ist dagegen Telefonbetrug. Alkohol- und Drogenbesitz sind strafbar, für Drogendelikte kann die Todesstrafe verhängt werden; das Fotografieren militärischer Einrichtungen und sicherheitsrelevanter Vorfälle ist untersagt.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Wie reist man nach Saudi-Arabien und im Land herum?
Internationale Flüge landen meist in Riad (King Khalid International, RUH) oder Dschidda (King Abdulaziz International, JED); von beiden Flughäfen bestehen ganzjährige Nonstopverbindungen aus europäischen Drehkreuzen wie Frankfurt, Zürich, Genf, Wien, Rom, London und Paris. Innerhalb des Landes verbinden Inlandflüge und die Schnellbahn Haramain Dschidda, Mekka und Medina.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Flughafen Riad – Zentrum | Taxi, Mietwagen | rund 30–45 min |
| Riad – Dschidda | Flug | rund 1 h 30 min |
| Riad – Diriyah | Taxi, Mietwagen | rund 20 min |
| Riad – Edge of the World (Jebel Fihrayn) | Geländewagen | rund 1 h 30 min |
| Dschidda – Medina | Haramain-Schnellbahn | rund 2 h |
| Dschidda – AlUla | Flug | rund 1 h 20 min |
| Riad – AlUla | Flug | rund 2 h |
King Khalid International Airport in Riad wird laut FlightConnections nonstop unter anderem von Saudia, Riyadh Air und Lufthansa aus Frankfurt, Zürich, Genf, Wien, Rom, London, Paris und Madrid angeflogen; die Flugzeit aus europäischen Drehkreuzen liegt bei rund 6 bis 7 Stunden. King Abdulaziz International in Dschidda bietet Nonstopverbindungen unter anderem nach Paris, Mailand und London.
Aus Nordamerika bestehen saisonale Nonstopflüge zwischen Riad beziehungsweise Dschidda und New York oder Washington; aus Australien und Lateinamerika wird meist über europäische oder arabische Golf-Drehkreuze wie Dubai und Doha umgestiegen, die selbst als grosse internationale Hubs dienen.
Zwischen den Städten am Roten Meer verbindet die Hochgeschwindigkeitsbahn Haramain Mekka, Dschidda, die King-Abdullah-Wirtschaftsstadt und Medina; Riad ist bislang nicht angeschlossen. Für andere Strecken sind Inlandflüge mit Saudia, Flynas und flyadeal die schnellste Option, ein landesweites Fernbusnetz ergänzt das Angebot. Vor Fahrten in die Wüste, etwa das Durchqueren der Rub al-Khali, warnt das Auswärtige Amt ausdrücklich; für die eigene Fahrt ist ein internationaler Führerschein in Verbindung mit dem nationalen vorgeschrieben.
Quellen: FlightConnections · FlightConnections · Saudi Tourism Authority
Welches Geld braucht man in Saudi-Arabien und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Saudi-Riyal (SAR, ر.س), unterteilt in 100 Halala und seit 1986 fest an den US-Dollar gekoppelt (1 US-Dollar entspricht 3.75 Riyal). Kartenzahlung ist in Städten, Hotels und Einkaufszentren weit verbreitet, auf Märkten und in kleineren Lokalen wird häufiger bar bezahlt.
Es gibt Banknoten zu 5, 10, 50, 100 und 500 Riyal sowie Münzen zu 1, 5, 10, 25, 50 Halala und 1 Riyal. Geldautomaten sind in Städten allgegenwärtig und akzeptieren internationale Karten.
Die feste Kopplung an den US-Dollar sorgt für stabile, gut kalkulierbare Preise. Beim Bezahlen mit Karte lohnt es sich, die Abrechnung in Riyal statt in der Heimatwährung zu wählen, um eine ungünstige Dynamic-Currency-Conversion zu vermeiden.
Trinkgeld ist nicht verpflichtend, in Restaurants sind rund 10 % üblich, sofern nicht bereits ein Servicezuschlag berechnet wird. Fahrer und Guides freuen sich über ein kleines Extra in bar.
Quellen: Wikipedia
Wo übernachtet man in Saudi-Arabien am besten?
In Riad liegen die meisten Hotels in den Vierteln Olaya und King Abdullah Financial District oder nahe Diriyah, in Dschidda entlang der Corniche oder in der Nähe der Altstadt Al-Balad. Bei AlUla dominieren neue Wüstenresorts, oft mit Blick auf die Sandsteinfelsen.
Riad bietet die grösste Auswahl internationaler Hotelketten, von Businesshotels im Finanzdistrikt bis zu neuen Boutique-Unterkünften nahe der historischen Zitadelle Masmak. Dschidda konzentriert sich auf die Corniche mit Blick aufs Rote Meer, nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt.
AlUla setzt bewusst auf gehobene und nachhaltig ausgerichtete Unterkünfte mit direkter Wüstenlage; einfachere Optionen sind rarer als anderswo im Land, da die Region touristisch erst seit wenigen Jahren erschlossen wird.
Was isst man in Saudi-Arabien?
Die saudische Küche ist reisbasiert und regional geprägt: Kabsa, ein gewürztes Reisgericht mit Hühnchen oder Lamm, gilt als Nationalgericht. An der Rotmeerküste um Dschidda kommen mehr Fisch und jemenitisch beeinflusste Gerichte wie Mandi hinzu, dazu arabischer Kaffee (Qahwa) mit Datteln als Willkommensritual.
Kabsa wird mit Reis, Fleisch, Rosinen und Gewürzen wie Zimt und Kardamom zubereitet und oft aus einer gemeinsamen Schüssel gegessen. In Dschidda ist Mandi verbreitet, ein im Erdofen gegartes Fleischgericht jemenitischen Ursprungs; Saleeg, ein cremiger Milchreis mit Huhn, stammt aus der Hedschas-Region.
Arabischer Kaffee mit Kardamom, serviert mit Datteln, ist fester Bestandteil der Gastfreundschaft. Alkohol ist im ganzen Land verboten, auch in internationalen Hotels; alkoholfreie Cocktails («Mocktails») sind verbreitet.
Welche Kultur und welche Feste prägen Saudi-Arabien?
Der Islam durchdringt Alltag, Recht und Kleidung; das Land gilt mit Mekka und Medina als Geburtsort und geistliches Zentrum der Religion. Die wichtigsten Feiertage sind Eid al-Fitr und Eid al-Adha nach dem islamischen Mondkalender sowie der Nationalfeiertag am 23. September zur Erinnerung an die Reichsgründung 1932.
Seit den Reformen ab 2019 ist die Abaya für Frauen keine Pflicht mehr, zurückhaltende Kleidung mit bedeckten Oberarmen und Röcken über dem Knie bleibt aber gesellschaftlich erwartet; enge oder schulterfreie Kleidung ist im öffentlichen Raum unerwünscht. Für Männer sind kurze Hosen ausserhalb von Freizeitanlagen wenig verbreitet.
Während des Ramadan gelten tagsüber Einschränkungen: Restaurants ausserhalb von Hotels schliessen oft, Behörden arbeiten mit verkürzten Öffnungszeiten. Auch Nicht-Musliminnen und Nicht-Muslime sollten tagsüber in der Öffentlichkeit auf Essen, Trinken und Rauchen verzichten.
Kunstfestivals wie die Diriyah Biennale und Konzertreihen im Rahmen der Riyadh Season zeigen den kulturellen Wandel des Landes seit 2019; gleichzeitig bleiben Kritik an Religion, Königshaus und Regierung sowie öffentliche Zärtlichkeiten strafbar.
Welche Erlebnisse lohnen sich in Saudi-Arabien?
Zu den Höhepunkten zählen die Zitadelle Masmak und der Lehmziegelbezirk At-Turaif in Diriyah bei Riad, die Korallenstein-Altstadt Al-Balad in Dschidda sowie die Nabatäer-Gräber von Hegra bei AlUla. Wer länger bleibt, ergänzt eine Wanderung an der Klippe Jebel Fihrayn («Edge of the World») oder Tauchgänge an der Rotmeerküste.
Riad und Diriyah
Der Souk al-Zal neben der Masmak-Zitadelle verkauft Gewürze, Textilien und Antiquitäten; das National Museum bietet auf mehreren Etagen einen Überblick über die Geschichte der arabischen Halbinsel. In Diriyah führen geführte Touren durch die restaurierten Lehmziegel-Paläste von At-Turaif, abends beleuchtet das Diriyah-Gate-Areal den historischen Kern.
Dschidda und Rotmeerküste
Ein Spaziergang durch Al-Balad zeigt die charakteristischen Raschaschin-Erker der Korallenstein-Häuser; das Nasseef-Haus von 1881 ist heute ein Museum. Entlang der Corniche laden Riffe zum Schnorcheln und Tauchen ein, mit einem wachsenden Angebot an Tauchbasen.
AlUla und Wüste
Bei AlUla lässt sich der Besuch der Grabfassaden von Hegra mit einer Fahrt durch die Felsformationen von Elephant Rock verbinden; die rund 100 km von Riad entfernte Klippe Jebel Fihrayn eignet sich für einen Tagesausflug mit Blick über die Wüste, am besten in den kühleren Morgen- oder Abendstunden.
Quellen: Saudi Tourism Authority · UNESCO World Heritage Centre
Wie reist man in Saudi-Arabien verantwortungsvoll?
Die neu erschlossenen Regionen AlUla und die Rotmeerküste setzen offiziell auf nachhaltigen Tourismus, mit begrenzten Besucherzahlen an archäologischen Stätten und Riffschutz-Regeln beim Tauchen. Da die touristische Infrastruktur erst seit 2019 aufgebaut wird, gilt für Reisende besondere Rücksicht auf lokale Gepflogenheiten und Vorschriften.
- An UNESCO-Stätten wie Hegra oder At-Turaif nur mit lizenzierten Guides und auf markierten Wegen bewegen.
- Beim Schnorcheln und Tauchen an der Rotmeerküste Korallen nicht berühren und auf reefsichere Sonnencreme achten.
- Zurückhaltende Kleidung auch ausserhalb von Hotelanlagen respektieren, insbesondere in traditionellen Vierteln wie Al-Balad.
- Fotografieverbote bei Menschen, insbesondere Frauen, sowie bei Militär- und Sicherheitseinrichtungen strikt beachten.
Quellen: Saudi Tourism Authority
Mit welchen Ländern lässt sich Saudi-Arabien kombinieren?
Am naheliegendsten sind die Nachbarländer am Golf: Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate lassen sich über kurze Nonstopflüge ab Riad oder Dschidda anschliessen. Auch Jordanien, mit den historisch verwandten Nabatäer-Stätten von Petra, ergänzt einen Besuch in AlUla thematisch.
Von Riad nach Dubai oder Doha dauert der Flug rund 2 Stunden, mehrmals täglich mit mehreren Airlines; nach Bahrain sind es ähnliche Zeiten. Amman in Jordanien ist ab Riad in rund 3 Stunden erreichbar und bietet mit Petra einen direkten Vergleich zu den Nabatäer-Gräbern von Hegra.
Jedes dieser Länder verlangt ein eigenes Visum; die saudische eVisa-Plattform weist ausdrücklich darauf hin, dass das Touristenvisum nur für Saudi-Arabien selbst gilt.
Für wen eignet sich Saudi-Arabien, für wen weniger?
Saudi-Arabien passt zu Kultur- und Geschichtsinteressierten, die archäologische Stätten wie Hegra oder die neu zugänglichen historischen Altstädte ohne grossen Massentourismus erleben wollen. Weniger geeignet ist das Land für alle, die Nachtleben, Alkohol oder eine etablierte touristische Infrastruktur wie in Dubai erwarten, sowie für Reisende, die auch Mekka besuchen möchten, ohne Muslim zu sein.
Kulturreisende und Fotografinnen und Fotografen profitieren vom Zugang zu Stätten, die erst seit wenigen Jahren offen sind, oft noch ohne grosse Besucherströme. Aktivreisende finden in AlUla und an der Rotmeerküste ein wachsendes Angebot an Wandern, Klettern und Tauchen.
Wer auf Alkohol nicht verzichten kann, ist hier fehl am Platz. Frauen können seit den Reformen ab 2019 allein reisen und ein eVisum beantragen, sollten sich aber auf strengere gesellschaftliche Regeln als in Europa einstellen. Wegen des Konflikts im Grenzgebiet zu Jemen lohnt sich vor der Buchung ein Blick auf die aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.