Was erwartet Reisende in der Mongolei?
Die Mongolei ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der Erde: Fast die Hälfte der rund 3,5 Millionen Einwohner lebt in Ulaanbaatar, dem einzigen internationalen Flughafenstandort und Ausgangspunkt praktisch jeder Reise. Von dort aus führen Routen in die Steppen und Klöster des Orchon-Tals oder in die Dünen und Felsformationen der Gobi-Wüste im Süden.
Eine klassische Reise verbindet zwei bis drei Tage in Ulaanbaatar mit Klöstern, Museen und der nahen Reiterstatue von Chinggis Khaan mit einer mehrtägigen Tour in die Gobi-Wüste oder das zentralmongolische Steppenland, meist im Geländewagen und mit Übernachtungen in Ger-Camps.
Diese Seite fasst Ulaanbaatar, Reisezeit, Einreise (Stand September 2026), Gesundheit und die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zusammen.
Wie ist die Mongolei als Reiseland?
Die Mongolei ist ein Land der Weite: Mit rund 1,56 Mio. km² ist sie mehr als 37-mal so gross wie die Schweiz, hat aber nur wenige befestigte Strassen ausserhalb der Hauptrouten. Wer die Steppe und Wüste jenseits von Ulaanbaatar erleben will, reist praktisch immer mit einer erfahrenen lokalen Reiseleitung, da Distanzen, Wetter und die eingeschränkte Kommunikationsinfrastruktur hohe Anforderungen stellen.
Ulaanbaatar selbst ist eine Kontraststadt: Hochhäuser, ein wachsendes Café- und Ausgehviertel und mehrspurige Strassen treffen auf Ger-Viertel am Stadtrand, in denen laut EDA und Auswärtigem Amt geschätzt rund 60 % der Stadtbevölkerung in traditionellen Rundzelten mit Kohleheizung leben.
Die nomadische Weidewirtschaft prägt das Land bis heute: Ein grosser Teil der Bevölkerung ausserhalb Ulaanbaatars lebt saisonal wandernd von Pferde-, Schaf-, Ziegen-, Rinder- und Kamelhaltung, was sich in Milchprodukten, Filzhandwerk und den drei traditionellen Wettkämpfen von Naadam widerspiegelt.
Die Mongolei grenzt ausschliesslich an Russland und China und hat keinen Meerzugang; die Landschaft reicht von der Taiga im Norden über Steppe und Seen in der Mitte bis zur Gobi-Wüste im Süden, mit einer mittleren Höhenlage von rund 1’580 m über Meer.
Was sieht man in Ulaanbaatar und der nahen Umgebung?
Ulaanbaatar bündelt das buddhistische Kloster Gandantegchinlen, den zentralen Sükhbaatar-Platz mit dem Nationalmuseum und das lebhafte Café- und Kunstviertel rund um die Peace Avenue. Rund 54 km östlich der Stadt steht mit der 40 m hohen Reiterstatue von Chinggis Khaan die grösste Statue dieser Art weltweit.
Ulaanbaatar
Das Kloster Gandantegchinlen aus dem frühen 19. Jahrhundert ist das wichtigste tibetisch-buddhistische Kloster des Landes und beherbergt eine rund 26 m hohe vergoldete Statue der Bodhisattva Avalokiteshvara; Mönche halten dort weiterhin täglich Zeremonien ab.
Das Nationalmuseum der Mongolei am Sükhbaatar-Platz zeigt die Geschichte des Landes von der Bronzezeit über das Mongolische Reich unter Chinggis Khaan bis zur sozialistischen Zeit und der Demokratisierung 1990; der Platz selbst ist von Regierungsgebäuden und einer Reiterstatue von Chinggis Khaan gesäumt.
Die Ger-Viertel am Stadtrand zeigen die andere Seite Ulaanbaatars: traditionelle Rundzelte ohne durchgängigen Anschluss an Strom-, Wasser- und Fernwärmenetz, deren Kohleheizung im Winter massgeblich zur teils extremen Luftverschmutzung der Stadt beiträgt.
Tsonjin Boldog
Die 40 m hohe, aus Edelstahl gefertigte Reiterstatue von Chinggis Khaan in Tsonjin Boldog wurde 2008 zum 800. Jahrestag der Reichsgründung errichtet und ist die höchste Reiterstatue der Welt; ein Aufzug führt bis in den Kopf des Pferdes, von wo sich die umliegende Steppe überblicken lässt.
Orchon-Tal und Kharkhorin
Rund 380 km westlich von Ulaanbaatar liegt das seit 2004 zum UNESCO-Welterbe zählende Orchon-Tal mit der einstigen Mongolenreichs-Hauptstadt Kharkhorin (Karakorum) und dem Kloster Erdene Zuu, dem ältesten buddhistischen Kloster des Landes, teils aus den Steinen der zerstörten Stadt errichtet.
Gobi-Wüste
Die Gobi im Süden ist überwiegend Stein- und Geröllwüste statt klassischer Sanddünen, mit Ausnahmen wie den Dünen von Khongoryn Els. Ausgangspunkt ist meist Dalanzadgad, rund 580 km südlich von Ulaanbaatar, per Inlandflug in etwa 1,5 Stunden oder per Fahrzeug in 7 bis 10 Stunden erreichbar; die meisten Reisenden übernachten unterwegs in Ger-Camps.
Nahe Dalanzadgad liegt der Nationalpark Gobi Gurvan Saikhan («Drei Schönheiten der Gobi»), benannt nach drei Gebirgszügen und seit 1965 als Schutzgebiet ausgewiesen; er umfasst neben den Dünen von Khongoryn Els auch die Felsschlucht Yolyn Am, in der sich bis in den Frühsommer hinein Eis in schattigen Abschnitten hält. Weiter westlich liegen die roten Flaming Cliffs bei Bayanzag, wo Forschende in den 1920er-Jahren erste Dinosauriereier entdeckten.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
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Inseln und Regionen
- StadtUlaanbaatarUlaanbaatar ist die Hauptstadt der Mongolei auf rund 1’350 m, bekannt für das Kloster Gandantegchinlen, das Naadam-Fest und lange, sehr kalte Winter.
- RegionGobiDie Gobi ist eine Wüste aus Fels, Steppe und Dünen im Süden der Mongolei, mit Schluchten, roten Klippen und Fossilien.
- RegionOrchon-Tal und KharkhorinDas Orchon-Tal in der Zentralmongolei ist eine Welterbe-Kulturlandschaft mit der Ruine der Mongolenhauptstadt Karakorum, dem Kloster Erdene Zuu…
Wann ist die beste Reisezeit für die Mongolei?
Juni bis September gilt als Hauptreisezeit, mit den wärmsten und trockensten Bedingungen im Juli und dem landesweiten Naadam-Fest Mitte des Monats. Der Winter ist mit Tiefstwerten regelmässig unter −25 °C einer der kältesten weltweit für eine Hauptstadtregion und für die meisten Reisenden nur eingeschränkt geeignet.
| Ulaanbaatar | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | -15 | -10 | 1 | 10 | 17 | 23 | 25 | 23 | 17 | 8 | -5 | -14 |
| Tiefstwert °C | -32 | -29 | -16 | -6 | 1 | 8 | 11 | 9 | 1 | -9 | -21 | -29 |
| Niederschlag mm | 3 | 4 | 6 | 10 | 29 | 48 | 68 | 61 | 25 | 11 | 8 | 4 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station CHINGGIS KHAAN INTL / BUYANT UKHAA INTL (14 km, 1330 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Ulaanbaatar erreicht im Juli Höchstwerte um 25 °C bei vergleichsweise geringem Niederschlag von rund 68 mm; von November bis Februar liegen die Tiefstwerte durchgehend unter −20 °C, im Januar im Mittel bei rund −32 °C. Die Übergangsmonate Mai und September bieten mildere Temperaturen bei geringerem Touristenaufkommen, nachts kann es aber bereits deutlich abkühlen.
Die Mongolei liegt in einer der trockensten bewohnten Regionen der Welt; Niederschlag konzentriert sich auf die Sommermonate Juni bis August, während Herbst und Winter fast durchgehend trocken bleiben.
Das dreitägige Naadam-Fest mit Ringen, Bogenschiessen und Pferderennen findet jedes Jahr um den 11. bis 13. Juli statt, mit Pferderennen teils bis zum 14. Juli; rund um dieses Fest sind Flüge und Unterkünfte in Ulaanbaatar deutlich gefragter als sonst.
Ger-Camps ausserhalb Ulaanbaatars öffnen meist erst im Mai und schliessen im Oktober wieder, da Wasserversorgung und Zufahrtswege im Winter nicht durchgehend betrieben werden; wer ausserhalb dieser Monate reist, muss die Route entsprechend um feste Unterkünfte in grösseren Ortschaften planen.
Quellen: Auswärtiges Amt
Was braucht man für die Einreise in die Mongolei?
Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen für touristische Aufenthalte bis 30 Tage ohne Visum ein, müssen sich aber innerhalb von 48 Stunden nach Ankunft online registrieren lassen, was Hotels für ihre Gäste in der Regel übernehmen. Wer länger als 30 Tage bleiben oder aus einem anderen Grund reisen möchte, benötigt ein Visum bei einer mongolischen Vertretung.
- Schweiz, Deutschland, Österreich: visumfrei bis 30 Tage für touristische Zwecke; der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.
- Registrierungspflicht: innerhalb von 48 Stunden nach Ankunft online, üblicherweise durch Hotel oder Gastgeber erledigt; bei eigener Unterkunft oder Privataufenthalt liegt sie bei den Reisenden selbst.
- Aufenthalt über 30 Tage: zusätzliche Meldepflicht beim Foreign Citizens' Bureau in Ulaanbaatar innerhalb von 7 Tagen nach Ankunft; ein Visum ist vorab zu beantragen.
- Andere Staatsangehörigkeiten: für sie gelten eigene Regeln; massgeblich ist die Auskunft der mongolischen Botschaft oder des Konsulats im Wohnsitzland.
Grenzübertritte sind nur an ausgewählten, offiziellen Übergängen möglich und können laut EDA kurzfristig geschlossen werden, unter anderem wegen Tierseuchen wie der Maul- und Klauenseuche; wer eine Reise mit Grenzübertritt per Landweg plant, sollte die Route rechtzeitig vor Abreise prüfen.
Massgeblich sind die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und der mongolischen Einwanderungsbehörde zum Zeitpunkt der Reise; die visumfreie Regelung für zahlreiche Länder wurde in den vergangenen Jahren mehrfach verlängert, gilt aber jeweils befristet.
Quellen: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für die Mongolei?
Für die Einreise aus Europa ist keine Impfung vorgeschrieben, ein Malariarisiko besteht laut healthytravel.ch nicht. Empfohlen werden die Basisimpfungen gemäss Schweizer Impfplan, Hepatitis A für alle Reisenden sowie eine Tollwut-Vorimpfung für Reisende mit Kontakt zu Hunden oder anderen Tieren, da infizierte Hunde laut CDC weit verbreitet sind.
In 17 der 21 mongolischen Provinzen kommt laut CDC die Pest bei wildlebenden Murmeltieren vor; von der Jagd auf Murmeltiere und dem Verzehr ihres Fleisches wird ausdrücklich abgeraten, auch wenn dies traditionell verbreitet ist.
Die medizinische Versorgung ist ausserhalb Ulaanbaatars laut Auswärtigem Amt sehr begrenzt, weshalb schon kleinere Unfälle in entlegenen Regionen ernst werden können. Eine Reise- und Rückholversicherung mit Abdeckung für Evakuierungen ist dringend zu empfehlen, da kein Sozialversicherungsabkommen mit der Schweiz, Deutschland oder Österreich besteht.
Im Winterhalbjahr gehört Ulaanbaatar laut IQAir zu den Städten mit der weltweit schlechtesten Luftqualität, mit Feinstaubwerten, die den WHO-Richtwert im Mittel um das 8- bis 14-Fache übersteigen; Reisende mit Atemwegserkrankungen sollten diese Jahreszeit meiden oder Schutzmasken einplanen.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Wie sicher ist die Mongolei für Reisende?
Die Mongolei gilt bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA als grundsätzlich sicheres, aber für unabhängig Reisende anspruchsvolles Land. Taschendiebstahl in Menschenmengen und vereinzelte Raubüberfälle nach Einbruch der Dunkelheit kommen vor allem in Ulaanbaatar vor, ausserhalb der Stadt überwiegen Risiken durch Distanz, Wetter und schlechte Strassenverhältnisse.
Sporadische politische Demonstrationen sind laut EDA möglich und sollten gemieden werden; ansonsten gilt die Sicherheitslage im ganzen Land als stabil. Frauen wird empfohlen, besonders am Abend und in belebten Bereichen auf persönliche Sicherheit zu achten.
Ausserhalb Ulaanbaatars ist das Auswärtige Amt deutlich: Reisen in die Steppe und Wüste sollten nur mit erfahrener lokaler Reiseleitung erfolgen, nächtliche Überlandfahrten sind zu vermeiden, und Reiten sowie Wassersport bergen ohne geeignete Ausrüstung und Begleitung erhöhte Verletzungsrisiken.
Die Mongolei liegt in einer erdbebengefährdeten Zone; im Winter können Schneestürme (Dsud) ganze Regionen von der Aussenwelt abschneiden, was die Planung von Überlandreisen in dieser Jahreszeit zusätzlich erschwert.
Quellen: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Auswärtiges Amt
Wie reist man in die Mongolei und im Land herum?
Internationale Flüge landen ausschliesslich am 2021 eröffneten Flughafen Chinggis Khaan (UBN) rund 52 km südlich von Ulaanbaatar, dem einzigen internationalen Flughafen des Landes. Die Nationalfluggesellschaft MIAT Mongolian Airlines fliegt Frankfurt mehrmals wöchentlich nonstop an, weitere Verbindungen führen über Seoul, Istanbul, Peking oder Moskau.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Flughafen Chinggis Khaan – Ulaanbaatar Zentrum | Flughafenbus oder Taxi | rund 45–60 min |
| Ulaanbaatar – Reiterstatue Chinggis Khaan (Tsonjin Boldog) | Auto | rund 1 h |
| Ulaanbaatar – Kharkhorin/Orchon-Tal | Auto | rund 6–7 h |
| Ulaanbaatar – Dalanzadgad (Gobi) | Inlandflug | rund 1,5 h |
| Ulaanbaatar – Dalanzadgad (Gobi) | Auto | rund 7–10 h |
MIAT Mongolian Airlines verbindet Ulaanbaatar mehrmals wöchentlich nonstop mit Frankfurt und bietet zusätzlich Verbindungen über Istanbul mit Turkish Airlines an; von Berlin, Wien oder Zürich aus reist man meist über ein europäisches oder asiatisches Drehkreuz weiter.
Innerhalb Asiens ist die Verbindung nach Seoul-Incheon mit täglichen Flügen von Korean Air und Asiana die dichteste; weitere Regionalverbindungen bestehen unter anderem nach Peking, Hongkong und Istanbul. Die historische Transmongolische Eisenbahn verbindet Ulaanbaatar zudem mit Russland im Norden und China im Süden, allerdings mit deutlich längeren Reisezeiten als per Flugzeug.
Ausserhalb Ulaanbaatars sind asphaltierte Strassen die Ausnahme; Überlandtouren erfolgen praktisch immer mit geländegängigen Fahrzeugen und lokaler Reiseleitung, da Pisten, Flussdurchquerungen und wechselndes Wetter eigenständiges Fahren erschweren.
Quellen: Wikipedia
Welches Geld braucht man in der Mongolei und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Mongolische Tögrög (₮, MNT). In Ulaanbaatar ist Kartenzahlung in Hotels, grösseren Restaurants und Supermärkten verbreitet, ausserhalb der Hauptstadt und in Ger-Camps wird dagegen fast ausschliesslich bar bezahlt.
Geldautomaten mit internationaler Kartenakzeptanz finden sich in Ulaanbaatar an Bankfilialen und in Einkaufszentren; ausserhalb der Hauptstadt sind sie selten bis gar nicht vorhanden, weshalb sich Reisende für mehrtägige Touren in die Steppe oder Gobi vorher ausreichend mit Bargeld eindecken sollten.
US-Dollar oder Euro lassen sich in Ulaanbaatar bei Banken und offiziellen Wechselstuben in Tögrög umtauschen; ein Umtausch auf der Strasse oder bei inoffiziellen Anbietern ist wegen Betrugsrisiko nicht ratsam.
Trinkgeld war in der Mongolei traditionell unüblich, wird durch den wachsenden Tourismus in Ulaanbaatar aber zunehmend akzeptiert; verpflichtend ist es nicht, in Restaurants mit internationalem Publikum sind 5 bis 10 % üblich geworden.
Quellen: CLEARSKIES
Wo übernachtet man in der Mongolei am besten?
In Ulaanbaatar konzentriert sich das Hotelangebot rund um den Sükhbaatar-Platz und die Peace Avenue, mit kurzen Wegen zu Museen, Restaurants und dem Kloster Gandantegchinlen. Ausserhalb der Hauptstadt übernachten die meisten Reisenden in Ger-Camps, saisonal betriebenen Anlagen mit traditionellen Rundzelten und meist gemeinschaftlichen Sanitäranlagen.
Ger-Camps reichen von einfachen, familiär geführten Anlagen bis zu komfortableren Optionen mit eigenem Bad; viele öffnen nur zwischen Mai und Oktober, ausserhalb dieser Saison ist die Auswahl in der Steppe deutlich eingeschränkt.
In der Gobi-Wüste liegen Ger-Camps meist in der Nähe der grössten Attraktionen wie der Dünen von Khongoryn Els oder der Flaming Cliffs bei Bayanzag; eine vorab organisierte Tour mit fester Route und Unterkunftskette ist in dieser abgelegenen Region der übliche Weg.
Was isst man in der Mongolei?
Die mongolische Küche ist stark von Fleisch- und Milchprodukten geprägt, mit gefüllten Teigtaschen (Buuz, Khuushuur) und Hammel- oder Rindfleischgerichten als Grundpfeilern. In Ulaanbaatar ergänzt eine wachsende internationale Restaurantszene das traditionelle Angebot.
Buuz, gedämpfte Teigtaschen mit Hackfleischfüllung, gelten als Nationalgericht und werden vor allem zum Neujahrsfest Tsagaan Sar in grossen Mengen zubereitet; Khuushuur, die frittierte Variante, ist auch auf Naadam-Festen verbreitet.
In der Steppe und auf dem Land bilden Milchprodukte wie fermentierte Stutenmilch (Airag), getrockneter Quark (Aaruul) und Milchtee mit Salz einen grossen Teil der Alltagsernährung; für Reisende mit empfindlichem Magen ist eine langsame Gewöhnung ratsam.
Leitungswasser sollte gemäss healthytravel.ch nicht getrunken werden; abgefülltes Wasser ist in Ulaanbaatar gut verfügbar, sollte für mehrtägige Touren in die Steppe aber im Voraus mitgeführt werden, da Nachschub unterwegs nicht garantiert ist.
Welche Kultur und welche Feste prägen die Mongolei?
Die nomadische Weidewirtschaft und der tibetisch-buddhistische Glaube prägen das kulturelle Selbstverständnis der Mongolei bis heute, auch wenn ein Grossteil der Bevölkerung inzwischen in Ulaanbaatar lebt. Die grössten Feste sind das dreitägige Naadam im Juli mit Ringen, Bogenschiessen und Pferderennen sowie das mongolische Neujahrsfest Tsagaan Sar im Winter.
In einem Ger gelten feste Verhaltensregeln: Man betritt es mit dem rechten Fuss zuerst, tritt nicht auf die Türschwelle und bewegt sich im Uhrzeigersinn um den zentralen Ofen; als Gast wird man traditionell mit Milchtee und kleinen Snacks bewirtet, deren Ablehnung als unhöflich gilt.
Naadam findet jedes Jahr vom 11. bis 13. Juli statt, mit den Pferderennen teils bis zum 14. Juli verlängert; das Fest wird landesweit gefeiert, das grösste Programm findet im Nationalstadion von Ulaanbaatar statt und zieht auch viele internationale Besuchende an.
Tsagaan Sar, das mongolische Neujahrsfest nach dem Mondkalender, wird meist im Februar gefeiert; Familien besuchen sich gegenseitig, tauschen Geschenke aus und essen grosse Mengen an Buuz, was das Fest zu einer der geselligsten Zeiten im mongolischen Jahr macht.
Welche Erlebnisse lohnen sich in der Mongolei?
Zu den Höhepunkten zählen die Reiterstatue von Chinggis Khaan, das Kloster Gandantegchinlen in Ulaanbaatar, eine mehrtägige Tour in die Gobi-Wüste sowie ein Aufenthalt bei einer Nomadenfamilie mit Einblick in Reiten, Milchverarbeitung und das Leben im Ger. Wer zur richtigen Zeit reist, ergänzt das Naadam-Fest im Juli.
Ulaanbaatar
Ein Besuch des Gandantegchinlen-Klosters am frühen Morgen zeigt Mönche bei den täglichen Gebetszeremonien; das State Department Store bietet einen unaufgeregten Einblick in den Alltag der Hauptstadt abseits klassischer Sehenswürdigkeiten.
Steppe und Gobi
Reitausflüge bei Nomadenfamilien lassen sich meist über eine Tagestour oder eine mehrtägige Route ab Ulaanbaatar organisieren; das Auswärtige Amt empfiehlt dafür ausdrücklich einen Helm und geprüftes Sattelzeug, da die Verletzungsgefahr ohne diese Ausrüstung höher ist.
In der Gobi-Wüste zählen die Sanddünen von Khongoryn Els und die Felsschlucht Yolyn Am mit ihrem Resteis zu den bekanntesten Zielen; beide lassen sich in eine mehrtägige Rundreise ab Ulaanbaatar einbauen.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
Wie reist man in der Mongolei verantwortungsvoll?
Die Weidelandschaft der Mongolei ist ökologisch empfindlich; Fahrzeuge sollten sich an bestehende Pisten halten statt neue Spuren durch die Steppe zu ziehen, da sich Vegetation in dieser trockenen Region nur langsam erholt. Ein Aufenthalt bei einer Nomadenfamilie sollte über eine organisierte, fair bezahlte Tour erfolgen statt als unangekündigter Besuch.
- Bestehende Fahrspuren nutzen statt neue durch unberührte Steppe zu fahren.
- Von der Jagd auf und dem Verzehr von Murmeltieren wegen des Pestrisikos absehen.
- Ger-Camps und Nomadenfamilien über seriöse, lokal verankerte Anbieter buchen statt Spontanbesuche ohne Vermittlung.
- In Klöstern wie Gandantegchinlen und Erdene Zuu während Zeremonien leise verhalten und Fotografierregeln beachten.
Quellen: Auswärtiges Amt
Mit welchen Ländern lässt sich die Mongolei kombinieren?
Am naheliegendsten ist China, mit der Transmongolischen Eisenbahn oder Flügen ab Ulaanbaatar erreichbar, gefolgt von Südkorea über die tägliche Flugverbindung nach Seoul-Incheon. Auch Russland lässt sich über die Bahnstrecke nach Norden anschliessen.
Nach Peking bestehen sowohl Direktflüge als auch die historische Zugverbindung der Transmongolischen Eisenbahn, die je nach Zugkategorie rund 30 Stunden dauert und einen eigenen Reisewert hat.
Nach Seoul-Incheon verkehren tägliche Nonstopflüge von Korean Air und Asiana; die Fahrt eignet sich, um eine Reise durch die mongolische Steppe mit einem Städteaufenthalt in Ostasien zu verbinden.
Für wen eignet sich die Mongolei, für wen weniger?
Die Mongolei passt zu abenteuerlustigen Reisenden mit Interesse an Weite, Nomadenkultur und wenig erschlossener Natur, die auch einfachere Unterkünfte und lange Fahrten in Kauf nehmen. Weniger geeignet ist sie für alle, die durchgehenden Komfort, kurze Distanzen oder ein dichtes touristisches Angebot ausserhalb der Hauptstadt erwarten.
Reisende mit Interesse an Reiten, Fotografie und Sternenhimmeln abseits von Lichtverschmutzung finden in der Steppe und Gobi ein Umfeld, das in Europa kaum vergleichbar ist. Auch für Bahnliebhaber ist die Transmongolische Strecke ein eigenständiges Reiseziel.
Wer wenig Zeit hat oder auf durchgehenden Komfort angewiesen ist, sollte wissen, dass Überlandstrecken mehrere Stunden bis Tage dauern und die medizinische Versorgung ausserhalb Ulaanbaatars begrenzt ist. Im Winter ist das Land wegen der extremen Kälte und der Luftverschmutzung in Ulaanbaatar für die meisten Reisenden weniger geeignet.