Warum nach Grönland reisen?
Grönland ist mit 2’166’086 km² die grösste Insel der Welt, doch nur rund 56’831 Menschen leben an den eisfreien Küstenrändern. Wer kommt, sieht Eisberge aus dem Sermeq-Kujalleq-Gletscher im Ilulissat-Eisfjord, fährt Hundeschlitten und beobachtet je nach Jahreszeit Nordlichter oder die Mitternachtssonne.
Anders als in den meisten Ländern verbindet keine durchgehende Strasse die Städte: Zwischen Nuuk, Ilulissat und den übrigen Siedlungen an der Westküste reist man mit dem Flugzeug, dem Boot oder, im Winter, dem Hundeschlitten. Das prägt jede Reiseplanung, von der Anreise bis zum Ausflug zum Gletscher.
Rund 81 % der Landesfläche bedeckt das grönländische Inlandeis, nach der Antarktis der zweitgrösste Eiskörper der Erde. Alle bewohnten Orte liegen am eisfreien Küstensaum, viele nur per Flugzeug oder Boot erreichbar.
Quellen: Wikipedia · Visit Greenland · Visit Greenland
Wie ist Grönland?
Grönland ist mit 2’166’086 km² die grösste Insel der Welt, aber mit rund 56’831 Einwohnern eines der am dünnsten besiedelten Länder. Fast alle Orte liegen an der Westküste, dazwischen liegen Fjorde, Gletscher und das Inlandeis; eine durchgehende Strasse zwischen den Städten gibt es nicht.
Die Bevölkerung ist überwiegend grönländisch-inuit, dazu kommen dänischstämmige Einwohner vor allem in Verwaltung und Wirtschaft. Grönländisch ist seit dem Self-Government Act von 2009 alleinige Amtssprache, Dänisch bleibt erste Fremdsprache in der Schule, und viele jüngere Menschen sprechen auch Englisch.
Die Küstenorte sind klein: Nuuk hat als grösste Stadt unter 20’000 Einwohner, die meisten anderen Siedlungen zählen wenige hundert bis wenige tausend Menschen. Fischerei und Fischverarbeitung bleiben neben Tourismus und Verwaltung die wichtigste Erwerbsquelle.
Das Klima reicht von subarktisch im Süden bis polar im hohen Norden. Mücken und kleine Stechfliegen treten im Sommer, etwa von Juni bis August, an vielen Orten auf, und ausserhalb der Städte fehlt vielerorts Mobilfunkempfang.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Visit Greenland
Was bedeutet es, dass Grönland zu Dänemark gehört, aber nicht zur EU und zum Schengen-Raum?
Grönland ist seit 1979 ein autonomes Gebiet im dänischen Königreich und regelt seit dem Self-Government Act von 2009 seine inneren Angelegenheiten weitgehend selbst; Aussen- und Verteidigungspolitik bleiben bei Dänemark. Trotz dieser Zugehörigkeit liegt Grönland ausserhalb der EU und des Schengen-Raums: 1985 trat es nach einem Referendum von 1982 aus der Europäischen Gemeinschaft aus.
Beim Referendum vom 23. Februar 1982 stimmten 52 % der Grönländerinnen und Grönländer bei einer Beteiligung von 74.9 % für den Austritt, vor allem wegen der Fischereipolitik der Gemeinschaft. Der Grönlandvertrag trat am 1. Februar 1985 in Kraft; seither hat Grönland den Status eines «überseeischen Landes und Gebiets» (OCT) der EU, mit zollfreiem Zugang für Fischereiprodukte, aber ohne EU-Mitgliedschaft.
Für Reisende heisst das: Ein Schengen-Visum gilt nicht für Grönland, und selbst wer mit einem Personalausweis durch Dänemark reisen dürfte, braucht für Grönland einen Reisepass. Wer aus einem Land mit Visumpflicht kommt, braucht ein eigenes, ausdrücklich für Grönland ausgestelltes Visum einer dänischen Auslandsvertretung.
Bezahlt wird trotzdem mit der dänischen Krone, und die Einreisekontrolle in Nuuk oder Kangerlussuaq übernehmen grönländische beziehungsweise dänische Behörden – unabhängig davon, ob der Flug aus einem Schengen-Land kommt.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Visit Greenland
Welche Orte lohnen sich in Grönland?
Nuuk ist Hauptstadt und einziger Ort mit ganzjährigem internationalem Linienflug ab Kopenhagen sowie, saisonal, ab Newark. Ilulissat an der Diskobucht liegt direkt am Ilulissat-Eisfjord, einem UNESCO-Welterbe mit kilometergrossen Eisbergen des Sermeq-Kujalleq-Gletschers. Air Greenland verbindet beide Orte in rund 1 h 30 min.
Nuuk
Nuuk wurde 1728 vom dänisch-norwegischen Missionar Hans Egede als Kolonie gegründet und ist mit unter 20’000 Einwohnern die grösste Stadt Grönlands; der Name bedeutet auf Grönländisch «Landspitze». Im Kolonialhafen stehen historische Gebäude, dazu kommen Grönlands Nationalmuseum, das Nuuk Kunstmuseum und das Kulturzentrum Katuaq.
Von der Stadt aus führen Wanderwege etwa zum Berg Ukkusissaq, dazu kommen Boots-, Kajak- und Stand-up-Paddle-Touren im Nuuk-Fjord sowie, von Oktober bis März, Nordlichter direkt über der Stadt.
Ilulissat
Ilulissat bedeutet auf Grönländisch «Eisberge» und liegt an der Diskobucht. Vor der Stadt kalbt der Sermeq-Kujalleq-Gletscher (Jakobshavn-Gletscher) Eisberge in den Ilulissat-Eisfjord, seit 2004 UNESCO-Welterbe. Der rote Holzbau der Zionskirche und das Ilulissat-Museum im ehemaligen Priesterseminar prägen den Ort, der Polarforscher Knud Rasmussen wurde hier geboren.
Im Sommer, von Juni bis September, starten von hier Wanderungen, Kajaktouren, Bootsfahrten zu den Eisbergen und Walbeobachtungen; im Winter, von Januar bis April, kommen Hundeschlitten-, Schneemobil- und Schneeschuhtouren sowie Nordlichter dazu.
Weitere Regionen
Südlich von Nuuk liegt die Kulturlandschaft Kujataa bei Qaqortoq und Narsarsuaq, seit 2017 UNESCO-Welterbe für über 1’000 Jahre Wikinger- und Inuit-Landwirtschaft; dort stehen mit Hvalsey und Brattahlíð die besterhaltenen Ruinen der Wikingersiedlungen Grönlands. Ostgrönland um Tasiilaq auf Ammassalik-Insel – 1’985 Einwohner (2020) – und den Sermilik-Fjord gilt mit eigener Zeitzone gegenüber der Westküste als eines der abgelegensten bewohnten Gebiete des Landes; ohne Strassen ausserhalb des Orts kommt man nur mit Helikopter oder Boot vom 24 km entfernten Flughafen Kulusuk nach Tasiilaq.
Quellen: Visit Greenland · Visit Greenland · Wikipedia · UNESCO · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für Grönland?
Von Juni bis August herrscht Mitternachtssonne und das mildeste Wetter, ideal für Wanderungen, Kajak- und Bootstouren zu den Eisbergen. Nordlichter zeigen sich von Ende September bis April, am zuverlässigsten in den dunklen Wintermonaten Dezember bis Februar. Für Hundeschlittentouren eignet sich laut Tourismusbehörde der März am besten.
Nuuk und Ilulissat: mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte (°C) und Monatsniederschlag (mm)
| Nuuk | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | -3 | -5 | -3 | 2 | 6 | 11 | 14 | 13 | 8 | 4 | 0 | -2 |
| Tiefstwert °C | -9 | -11 | -9 | -5 | -1 | 3 | 6 | 6 | 3 | -1 | -5 | -7 |
| Niederschlag mm | 55 | 51 | 51 | 59 | 71 | 76 | 81 | 95 | 108 | 78 | 84 | 76 |
| Ilulissat | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | -8 | -10 | -8 | -2 | 4 | 9 | 13 | 11 | 5 | 1 | -3 | -6 |
| Tiefstwert °C | -15 | -18 | -16 | -10 | -3 | 2 | 5 | 4 | -0 | -6 | -10 | -12 |
| Niederschlag mm | 20 | 16 | 20 | 26 | 35 | 35 | 39 | 58 | 46 | 42 | 37 | 28 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station NUUK (GODTHAAB) (1 km, 84 m), auf 5 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station JAKOBSHAVN LUFTHAVN (2 km, 31 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
| Zeitraum | Was | Wo |
|---|---|---|
| Juni–August | Mitternachtssonne, Wandern, Kajak | ganzes Land, am ausgeprägtesten im Norden |
| Juni–September | Walbeobachtung | Diskobucht bei Ilulissat |
| Ende September–April | Nordlichter | ganzes Land bei klarem Himmel |
| März | Hundeschlitten, beste Bedingungen | oberhalb des Polarkreises, Ostgrönland |
| Januar–April | Schneemobil, Schneeschuh | Ilulissat und Umgebung |
Die Stationswerte zeigen für beide Orte kalte, trockene Winter und kurze, kühle Sommer: Ilulissat bleibt wegen der Lage an der offenen Diskobucht im Winter kälter und niederschlagsärmer als das weiter südlich liegende Nuuk.
Zwischen den Jahreszeiten liegen Übergangsmonate: Im April und Mai bewegen sich die Temperaturen laut Tourismusbehörde meist zwischen −15 °C und 6 °C, im September und Oktober zwischen −20 °C und 6 °C, je nach Region. Mücken und kleine Stechfliegen treten vor allem von Juni bis August auf.
Quellen: Visit Greenland · Visit Greenland
Was braucht man für die Einreise nach Grönland?
Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige reisen ohne Visum ein, brauchen aber zwingend einen Reisepass, der bei der Ausreise noch mindestens drei Monate gültig ist; ein Personalausweis reicht nicht. Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln, weil ein Schengen-Visum in Grönland nicht gilt (Stand September 2026).
Die Liste der Länder, deren Bürger visumfrei einreisen dürfen, führt die dänische Einwanderungsbehörde; die Schweiz, Deutschland und Österreich stehen darauf. Nordische Staatsangehörige aus Dänemark, Island, Norwegen, Schweden und Finnland reisen ohnehin ohne Kontrolle ein.
Für alle anderen Staatsangehörigkeiten gilt: Ein gültiges Schengen-Visum reicht nicht aus. Nötig ist ein eigenes Visum, das eine dänische Auslandsvertretung ausdrücklich mit dem Vermerk «gültig für Grönland» ausstellt. Massgeblich sind allein die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA sowie der zuständigen dänischen Vertretung.
Quellen: Visit Greenland · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten · Auswärtiges Amt
Welche Impfungen und Gesundheitsvorsorge braucht man für Grönland?
Vorgeschrieben ist keine Impfung. Healthytravel.ch empfiehlt die Schweizer Basisimpfungen, die CDC rät zusätzlich zu einer Hepatitis-A-Impfung und, je nach Aufenthalt, Hepatitis B. Ausserhalb von Nuuk ist die medizinische Versorgung stark eingeschränkt, schwere Fälle werden nach Dänemark oder Island ausgeflogen.
Die medizinische Grundversorgung übernehmen kleine Gesundheitszentren in den Siedlungen und ein grösseres Spital in Nuuk; für ernsthafte Erkrankungen oder Verletzungen fehlen laut BMEIA vor Ort die Möglichkeiten, sie müssen in Dänemark oder Island behandelt werden. Eine Reiseversicherung mit Rücktransport per Flugzeug ist deshalb sinnvoll.
Für Touren ausserhalb der Siedlungen empfiehlt sich eine gut ausgestattete Reiseapotheke sowie, je nach Route, ein Navigationsgerät und ein Satellitentelefon, weil abseits der Städte oft kein Mobilfunknetz besteht.
Quellen: HealthyTravel, Schweizerisches Expertenkomitee für Reisemedizin · CDC Travelers' Health · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
Wie sicher ist Grönland?
Reisen nach Grönland gelten als gut möglich; die aktuelle Lage ist bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zu prüfen. Die grösste Gefahr ist nicht Kriminalität, sondern das arktische Klima: Ausserhalb der Siedlungen ist eine Rettung wegen der begrenzten Infrastruktur oft kaum möglich.
Von Individualreisen ausserhalb der grösseren Orte raten Auswärtiges Amt und BMEIA ab, ausser man ist entsprechend ausgerüstet und ortskundig begleitet. Für Wanderungen und Bootsausflüge lohnt sich deshalb ein Guide, der Wetter, Eis und Gezeiten kennt.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
Wie kommt man nach Grönland?
Grönland hat keine Linienfähre nach Europa oder Nordamerika; man reist ausschliesslich per Flugzeug oder mit Kreuzfahrt- und Expeditionsschiffen an. Air Greenland fliegt ganzjährig zwischen Kopenhagen und Nuuk (GOH), saisonal auch United Airlines zwischen Newark und Nuuk, dazu Icelandair und Air Greenland ab Reykjavik-Keflavík.
Aus Europa
Air Greenland verbindet Kopenhagen ganzjährig mit Nuuk; die Landebahn von Nuuk wurde am 28. November 2024 auf 2’200 m verlängert und erlaubt seither Direktflüge mit dem Airbus A330 statt eines Zwischenstopps in Kangerlussuaq. Ab Reykjavik-Keflavík fliegen sowohl Air Greenland als auch Icelandair, mit kürzeren Flugzeiten als über Kopenhagen. Ergänzend bedient SAS saisonal die Strecke Kopenhagen–Nuuk.
Nach Ilulissat (JAV) reist man in der Regel über einen Anschlussflug ab Nuuk; die Strecke wird mit Propellermaschinen geflogen und ist vom Wetter abhängig, weshalb eine Pufferzeit vor dem Rückflug sinnvoll ist.
Aus Nordamerika
United Airlines fliegt saisonal, zweimal wöchentlich, nonstop zwischen Newark und Nuuk. Eine ganzjährige Verbindung aus Nordamerika gibt es nicht; ausserhalb der Saison führt der Weg über Kopenhagen oder Reykjavik.
Aus Lateinamerika und übrigen Weltregionen
Direktflüge aus Lateinamerika, Asien oder Ozeanien gibt es nicht. Reisende aus diesen Regionen verbinden über einen der europäischen oder nordamerikanischen Drehkreuze.
Innerhalb Grönlands
Zwischen Nuuk und Ilulissat verkehren mehrmals täglich Propellermaschinen des Typs Dash 8-200 von Air Greenland, Flugzeit rund 1 h 30 min über etwa 600 km entlang der Diskobucht. Eine durchgehende Strasse zwischen den Orten gibt es nicht; auch Boote und, im Winter, Hundeschlitten dienen dem Verkehr zwischen Siedlungen.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Visit Greenland · Air Greenland
Welche Währung gilt, und wie bezahlt man in Grönland?
Bezahlt wird mit der dänischen Krone (DKK); andere Währungen wie Euro oder US-Dollar werden ausserhalb einzelner Souvenirläden kaum angenommen. Karten wie Visa, Mastercard und Dankort funktionieren an den meisten Orten und Geldautomaten, die es laut Tourismusbehörde in 15 Städten gibt, darunter Nuuk und Ilulissat.
Ausserhalb dieser 15 Orte, etwa auf Bootsausflügen oder in kleineren Siedlungen, lohnt sich etwas Bargeld in DKK als Reserve. Trinkgeld ist laut Tourismusbehörde in den Preisen enthalten und wird nicht erwartet; wer mit einem Service besonders zufrieden ist, gibt nach eigenem Ermessen etwas dazu.
Quellen: Visit Greenland · Visit Greenland
Wo übernachtet man in Grönland?
Die Auswahl ist klein und die Nachfrage in der Saison hoch: In Nuuk ist das 4-Sterne-Hotel Hans Egede mit 156 Zimmern das grösste Haus, in Ilulissat gilt das ebenfalls 4-Sterne-Hotel Arctic mit Blick auf den Eisfjord als bekanntestes.
Das Hotel Arctic bietet von Mai bis Oktober zusätzlich Übernachtungen in freistehenden Igloo-Kabinen direkt über dem Eisfjord an. Daneben gibt es in beiden Städten kleinere Gästehäuser und Pensionen; ausserhalb von Nuuk und Ilulissat reduziert sich das Angebot auf wenige Lodges und, auf Expeditionsschiffen, Kabinen.
Weil die Zimmerzahl insgesamt klein bleibt, bucht man Unterkünfte in der Hauptsaison von Juni bis August und rund um die Wintersaison für Nordlichter deutlich im Voraus.
Quellen: Hotel Hans Egede, Nuuk · Visit Greenland
Was isst man in Grönland?
Die grönländische Küche beruht auf Fisch und Meeressäugern: Nationalgericht ist Suaasat, eine Suppe aus Robbenfleisch, dazu kommen Mattak (Walhaut mit Speck), Moschusochse, Rentier und Fische wie Kabeljau, Saibling und der bekannte grönländische Heilbutt.
Moderne Restaurants wie das Sarfalik im Hotel Hans Egede in Nuuk servieren diese Zutaten zeitgemäss, etwa geräuchertes Moschusochsen-Carpaccio oder Rentiersteak mit Beerensauce. Eine «Greenlandic Tapas»-Platte mit Mattak, Trockenfisch, geräuchertem Saibling und fermentiertem Robbenspeck gibt einen kompakten Einblick in die traditionelle Küche.
Rentier- und Moschusochsenfleisch stammt oft von privater Herbstjagd, mit der Familien ihre Tiefkühltruhen füllen; Lachs aus grönländischen Gewässern darf laut Tourismusbehörde nicht exportiert werden und bleibt damit eine lokale Spezialität.
Quellen: Visit Greenland
Wie leben die Menschen in Grönland?
Rund 56’831 Menschen leben in Grönland, die meisten grönländisch-inuit, dazu kommen dänischstämmige Einwohner. Am 21. Juni feiert das Land seinen Nationalfeiertag Ullortuneq: Er erinnert an die Einführung der Selbstverwaltung 1979 und fällt auf denselben Tag, an dem 2009 die weitreichendere Selbstregierung in Kraft trat.
Der Tag wird in allen Siedlungen mit Morgengesang, Kaffee, Flaggenhissung und Reden begangen, dazu kommen Trommeltanz (qaasinnguaq) mit rhythmischem Gesang und kulturelle Aufführungen. Seit 2016 zeigt auch Dänemark an diesem Tag offiziell die grönländische Flagge.
Eine typische gesellschaftliche Form ist das «Kaffemik»: ein offenes Treffen bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen, zu dem in Grönland auch Reisende eingeladen werden. Grönländisch ist seit 2009 alleinige Amtssprache, Dänisch bleibt erste Fremdsprache in der Schule.
Quellen: Wikipedia · Visit Greenland · Wikipedia · Wikipedia
Was kann man in Grönland erleben?
Im Zentrum stehen Eis und Tierwelt: Bootstouren zu den Eisbergen des Ilulissat-Eisfjords, Hundeschlittenfahrten im Winter, Nordlichter zwischen Ende September und April und Walbeobachtung in der Diskobucht von Juni bis September. Dazu kommen Wanderungen, Kajaktouren und, im Sommer, durchgehende Helligkeit dank der Mitternachtssonne.
Hundeschlittenfahrten sind oberhalb des Polarkreises und in Ostgrönland verbreitet; laut Tourismusbehörde eignet sich der März am besten, weil dann genug Tageslicht und stabiler Schnee zusammenkommen. In Ilulissat kommen zwischen Januar und April auch Schneemobil- und Schneeschuhtouren dazu.
Nordlichter zeigen sich am zuverlässigsten in den dunklen Monaten, an klaren Abenden auch direkt über Nuuk. Die Mitternachtssonne erreicht rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni ihren Höhepunkt und sorgt in Nordgrönland schon Wochen vorher für durchgehende Helligkeit.
Vor der Diskobucht bei Ilulissat sind von Juni bis September unter anderem Buckelwale unterwegs. Bootstouren führen dicht an die kilometergrossen Eisberge des Sermeq-Kujalleq-Gletschers heran, einen der produktivsten Gletscher der nördlichen Hemisphäre.
- Wandern: Wege ab Nuuk zum Berg Ukkusissaq oder, mehrtägig, der Arctic Circle Trail zwischen Kangerlussuaq und Sisimiut.
- Kajak und Stand-up-Paddle: im Nuuk-Fjord und in der Diskobucht, meist mit Guide.
- Kujataa: Wikinger- und Inuit-Kulturlandschaft bei Qaqortoq und Narsarsuaq in Südgrönland, seit 2017 UNESCO-Welterbe.
- Rundflüge und Helikoptertouren: über Fjorde, Gletscher und die Kante des Inlandeises.
Quellen: Visit Greenland · Visit Greenland · Visit Greenland · UNESCO
Wie reist man in Grönland rücksichtsvoll?
Visit Greenland verpflichtet die Branche mit einem «Pledge Towards Better Tourism» auf fünf Grundsätze: Natur und Kultur bewahren, lokale Betriebe stärken, Sicherheit vor das Wetter stellen und Chancen für junge Grönländerinnen und Grönländer schaffen. Für Reisende gilt laut Tourismusbehörde als Faustregel, sich nicht anders zu verhalten, als man es zu Hause täte.
Robben-, Wal- und Rentierjagd ist für viele Familien Teil der Selbstversorgung und keine Touristenattraktion; wer Jäger oder ihre Beute fotografieren möchte, fragt vorher um Erlaubnis. Weil Recyclingmöglichkeiten ausserhalb der grösseren Orte begrenzt sind, bringt man wenig Plastik von zu Hause mit und nimmt Abfall aus abgelegenen Gebieten wieder mit.
Quellen: Visit Greenland Traveltrade · Visit Greenland
Womit lässt sich Grönland kombinieren?
Am naheliegendsten ist Island: Reykjavik-Keflavík ist eines der beiden Haupt-Drehkreuze nach Grönland, mit kürzeren Flugzeiten als über Kopenhagen. Auch eine Zwischenstation in Kopenhagen lässt sich leicht mit ein paar Tagen Dänemark verbinden, und ab Nordamerika bietet sich vor oder nach der saisonalen Newark-Verbindung ein Aufenthalt im Nordosten der USA an.
Expeditionsschiffe verbinden Westgrönland häufig mit Kanadas Baffin-Insel oder der kanadischen Arktis; wer stattdessen in Ostgrönland unterwegs ist, kombiniert das oft mit Island.
Quellen: Visit Greenland
Für wen eignet sich Grönland, für wen weniger?
Grönland passt zu Reisenden, die Natur, Wetterwechsel und wenig Infrastruktur mögen und dafür Eisberge, Nordlichter oder Hundeschlitten hautnah erleben wollen. Weniger geeignet ist das Land für Reisende mit knappem Budget, festem Zeitplan oder hohem Bedarf an medizinischer Versorgung ausserhalb Nuuks.
- Passt gut: Fotografinnen und Naturliebhaber, aktive Reisende für Wanderungen, Kajak oder Hundeschlitten, alle die gezielt Nordlichter oder Mitternachtssonne suchen.
- Passt weniger: Reisende mit knappem Budget, weil Flüge und Unterkünfte wegen der geringen Kapazität teuer bleiben; alle mit festem Reiseplan, weil Wetter und begrenzte Flugfrequenz Verzögerungen verursachen können; Reisende mit hohem medizinischem Bedarf ausserhalb Nuuks.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten · Visit Greenland