Was erwartet Reisende in Kambodscha?
Kambodscha ist vor allem für Angkor bekannt, die grösste Tempelanlage der Welt bei Siem Reap, dazu kommen die jüngere Geschichte in Phnom Penh, der Tonle-Sap-See und die Südküste mit Kampot und den Inseln vor Sihanoukville. Seit 2023 und 2025 empfangen zwei neue Flughäfen die internationalen Gäste: Siem Reap Angkor International (SAI) und Phnom Penh Techo International (KTI).
Die klassische Route beginnt in Siem Reap mit zwei bis drei Tagen für Angkor Wat, Angkor Thom mit dem Bayon und Ta Prohm, führt dann nach Phnom Penh mit dem Königspalast, dem Nationalmuseum und den Gedenkstätten der Khmer-Rouge-Zeit und endet oft an der Südküste in Kampot, Kep oder auf einer der Inseln vor Sihanoukville.
Diese Seite fasst Regionen, Reisezeit, die neuen Flughäfen, den Angkor-Pass und die Einreise (Stand September 2026) zusammen. Dazu kommen die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Ministry of Tourism of Cambodia
Wie ist Kambodscha als Reiseland?
Kambodscha ist ein flaches Land um den Tonle-Sap-See und den Mekong, geprägt vom Khmer-Reich, das vom 9. bis 15. Jahrhundert von Angkor aus weite Teile Südostasiens beherrschte, und von der Terrorherrschaft der Roten Khmer 1975 bis 1979. Beides prägt bis heute, was Reisende sehen: monumentale Tempel und eine junge Bevölkerung, die offen über die eigene Geschichte spricht.
Der Tonle-Sap-See wächst in der Regenzeit auf ein Vielfaches seiner Trockenzeit-Fläche an, weil der gleichnamige Fluss dann rückwärts vom Mekong in den See fliesst; schwimmende Dörfer und Fischerei prägen das Leben am Ufer.
Khmer ist die Amtssprache, im Tourismus wird vielerorts Englisch gesprochen. Die Bevölkerung ist laut Auswärtigem Amt mehrheitlich buddhistisch, Pagoden prägen jedes Dorf.
Für Reisende bedeutet das: Angkor ist der unbestrittene Höhepunkt, aber Phnom Penh, der Tonle-Sap-See und die Südküste zeigen ein vielseitigeres Land als nur die Tempel.
Quellen: Auswärtiges Amt
Welche Regionen von Kambodscha lohnen sich?
Die meisten Reisen verbinden Siem Reap mit den Tempeln von Angkor, Phnom Penh als Hauptstadt am Tonle Sap und Mekong und die Südküste mit Kampot, Kep und den Inseln vor Sihanoukville. Wer Zeit hat, ergänzt Battambang im Nordwesten mit Kolonialarchitektur und Fledermaushöhlen.
Siem Reap und Angkor
Siem Reap ist die Basis für den rund 400 km² grossen Angkor Archaeological Park mit den Resten der Khmer-Hauptstädte vom 9. bis 15. Jahrhundert, seit Dezember 1992 UNESCO-Welterbe. Angkor Wat, zwischen 1113 und 1150 unter König Suryavarman II. erbaut, ist mit einer Grundfläche von rund 162,6 Hektar der grösste religiöse Bau der Welt; der Zentralturm ist etwa 65 m hoch, der umgebende Wassergraben rund 200 m breit.
Angkor Thom und Ta Prohm
In Angkor Thom stehen mit dem Bayon Dutzende Steintürme mit riesigen, lächelnden Gesichtern. Ta Prohm liess man bewusst so, wie der Dschungel ihn überwuchert hat: Feigen- und Seidenwollbäume wachsen über und durch die Tempelmauern.
Weitere Tempel um Siem Reap
Ausserhalb des Hauptrings lohnen sich Banteay Srei mit seinen rosafarbenen Sandsteinreliefs, rund 25 km nordöstlich von Angkor, und Beng Mealea, ein grösstenteils unrestaurierter Tempel etwa 40 km entfernt, den der Dschungel fast vollständig zurückerobert hat.
Phnom Penh
Die Hauptstadt am Zusammenfluss von Mekong, Bassac und Tonle Sap zeigt den Königspalast mit der Silberpagode und das Nationalmuseum, dazu als Gegengewicht das Tuol-Sleng-Genozid-Museum im früheren Foltergefängnis S-21 und das Killing-Fields-Memorial in Choeung Ek.
Tonle-Sap-See
Kambodschas grosser Binnensee liegt zwischen Siem Reap und Phnom Penh; schwimmende Dörfer wie Kampong Phluk oder Kampong Khleang zeigen das Leben mit dem stark schwankenden Wasserstand.
Südküste: Kampot, Kep und die Inseln
Kampot ist bekannt für seinen grünen Pfeffer und Flussfahrten bei Sonnenuntergang, das benachbarte Kep für Krabben mit eben diesem Pfeffer. Von Sihanoukville aus erreicht man die Inseln Koh Rong und Koh Rong Sanloem mit Sandstränden.
Battambang und der Nordwesten
Battambang zeigt französische Kolonialarchitektur aus dem frühen 20. Jahrhundert, den Phare-Zirkus und, nahe der Stadt, Fledermaushöhlen, aus denen abends Millionen Fledermäuse ausschwärmen. Die zweitgrösste Stadt des Landes lässt sich gut mit einer Bootsfahrt auf dem Sangkae-Fluss oder einer Fahrt mit dem «Bamboo Train», improvisierten Plattformwagen auf alten Bahngleisen, verbinden. Von Battambang aus sind es rund drei Stunden mit dem Auto zurück nach Siem Reap, sodass sich ein Abstecher gut in eine grössere Rundreise einbauen lässt.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Auswärtiges Amt · Ministry of Tourism of Cambodia
Reiseziele
Regionen mit eigener Seite
Wann ist die beste Reisezeit für Kambodscha?
Die Trockenzeit von November bis April ist die beste Reisezeit, mit den kühlsten und angenehmsten Wochen zwischen Dezember und Januar. Von Mai bis Oktober bringt der Südwestmonsun hohe Luftfeuchtigkeit und kräftige, meist kurze Regengüsse am Nachmittag, dafür ist der Tonle-Sap-See dann am vollsten und die Landschaft grün.
Kambodscha liegt tropisch nahe am Äquator; die Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten sind gering, Niederschlag und Luftfeuchtigkeit schwanken stärker. Tourism Cambodia nennt November bis Februar als Hochsaison und März bis Mai als heisseste Monate mit Werten bis knapp 40 °C.
Siem Reap und Phnom Penh im Jahresverlauf
| Siem Reap | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 31 | 33 | 35 | 35 | 35 | 34 | 33 | 32 | 31 | 31 | 31 | 31 |
| Tiefstwert °C | 21 | 23 | 25 | 26 | 26 | 26 | 25 | 25 | 25 | 25 | 24 | 22 |
| Niederschlag mm | 12 | 16 | 46 | 75 | 140 | 168 | 197 | 195 | 231 | 138 | 37 | 7 |
| Phnom Penh | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 32 | 33 | 35 | 36 | 36 | 35 | 34 | 34 | 33 | 32 | 32 | 31 |
| Tiefstwert °C | 23 | 23 | 25 | 26 | 26 | 26 | 25 | 25 | 25 | 25 | 25 | 23 |
| Niederschlag mm | 16 | 11 | 30 | 62 | 129 | 190 | 163 | 167 | 190 | 167 | 89 | 28 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station SIEM REAP (7 km, 18 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station PHNOM PENH INTL (9 km, 12 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
In Siem Reap und Phnom Penh liegen die Tageshöchstwerte ganzjährig zwischen rund 31 und 36 °C; die Regenzeit von Mai bis Oktober bringt in Siem Reap zwischen Juli und September über 190 mm Niederschlag pro Monat, von Dezember bis Februar dagegen unter 20 mm.
Für Angkor bedeutet die Trockenzeit weniger schlammige Wege und klareren Himmel, aber auch mehr Besucher und höhere Preise; die Regenzeit kühlt die Nachmittagshitze ab und lässt Reisfelder und den Tonle-Sap-See sattgrün werden.
Das Auswärtige Amt weist für die Regenzeit auf Hochwasser- und Erdrutschgefahr hin; einzelne Landstrassen können nach starken Güssen kurzzeitig blockiert sein.
Quellen: Ministry of Tourism of Cambodia · Auswärtiges Amt
Was braucht man für die Einreise nach Kambodscha?
Für touristische Aufenthalte bis 30 Tage brauchen Schweizer, Deutsche und Österreicher ein Visum: ein e-Visa für rund 36 US-Dollar online oder ein Visa on Arrival für 30 US-Dollar bei Einreise, dazu die Registrierung über die App «Cambodia e-Arrival» spätestens sieben Tage vor Ankunft (Stand September 2026). Der Pass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.
- Schweiz: e-Visa online oder Visa on Arrival an den internationalen Flughäfen und wichtigen Grenzübergängen; das EDA verweist für Details an die kambodschanische Vertretung.
- Deutschland: Reisepass mit sechs Monaten Restgültigkeit; e-Visa oder Visum bei Ankunft, dazu die Pflichtregistrierung «Cambodia e-Arrival» vor der Reise.
- Österreich: dieselben Grundregeln wie für Deutschland; das BMEIA nennt zusätzlich die Deklarationspflicht für Devisen ab umgerechnet 10'000 US-Dollar.
- Andere Staatsangehörigkeiten: Für sie gelten eigene Regeln. Auskunft geben die kambodschanischen Botschaften und Konsulate.
Das Touristenvisum (Kategorie T) lässt sich laut Auswärtigem Amt einmalig um einen Monat verlängern, ein Geschäftsvisum (Kategorie E) bis zu zwölf Monate. Wer die Aufenthaltsdauer überzieht, zahlt eine Gebühr von rund 10 US-Dollar pro Tag.
Wer Siem Reap und Angkor besucht, muss laut Auswärtigem Amt mindestens eine Nacht in Kambodscha übernachten; ein reiner Tagesausflug reicht nicht. Drohnen sind unter anderem über Angkor Wat und in Phnom Penh verboten, Verstösse werden hart bestraft.
Massgeblich sind die Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und den kambodschanischen Behörden zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Kambodscha?
Für die Einreise ist keine Impfung vorgeschrieben, ausser bei Ankunft aus einem Gelbfieber-Risikoland. healthytravel.ch empfiehlt Hepatitis A für alle und, je nach Reiseroute, Typhus und Tollwut. Malaria kommt nur in ländlichen Grenzgebieten vor, nicht in Phnom Penh, Siem Reap oder am Angkor-Tempelkomplex.
Die CDC nennt als Basisschutz die üblichen Routineimpfungen, dazu Hepatitis A und B für die meisten Reisenden; healthytravel.ch empfiehlt zusätzlich Typhus und, bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten, Japanische Enzephalitis und Tollwut.
Malaria-Risiko besteht laut Auswärtigem Amt in Teilgebieten im Osten und Südwesten, mit geringem Risiko im übrigen Land einschliesslich Siem Reap und Angkor Wat; Phnom Penh gilt als malariafrei. Ganzjährig wichtig ist Mückenschutz gegen Denguefieber, das im ganzen Land verbreitet ist und in der Regenzeit zunimmt.
Die medizinische Versorgung ist laut BMEIA vor allem ausserhalb von Phnom Penh und Siem Reap eingeschränkt; bei ernsteren Fällen wird oft nach Bangkok verlegt. Eine Reisekrankenversicherung mit Rückholschutz ist deshalb ausdrücklich empfohlen.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC) · Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie sicher ist Kambodscha für Reisende?
Strukturell relevant sind der Grenzstreifen zu Thailand im Nordwesten, Landminen und Kampfmittelreste ausserhalb der Ballungszentren sowie Taschendiebstahl und Betrug in den Städten. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in den 20-km-Grenzstreifen zu Thailand ab, unter anderem wegen Landminen. Die aktuelle Lage und die Sicherheitsstufen prüft man vor der Reise bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.
Das Grenzgebiet betrifft vor allem die Provinzen Banteay Meanchey und Oddar Meanchey im Nordwesten; Grenzübergänge zu Thailand können für Touristen geschlossen sein, der Flugverkehr ist davon nicht berührt. Im Grenzgebiet sollte grundsätzlich nicht fotografiert werden.
Landminen und andere Kampfmittelreste liegen laut Auswärtigem Amt weiterhin in einigen Landesteilen ausserhalb der Ballungszentren, besonders nahe den Grenzen zu Thailand und Vietnam; die Haupttouristenorte einschliesslich Angkor gelten als geräumt.
In Phnom Penh, Sihanoukville und Kampot kommt es laut Auswärtigem Amt zu Überfällen und «Bag Snatching» durch Motorradfahrer; verbreitet sind zudem Betrugsmaschen aus sogenannten Scam-Compounds. Kritik am König steht seit 2018 unter Strafe, auch in sozialen Medien.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt
Wie reist man nach Kambodscha und im Land herum?
Internationale Flüge landen seit dem 9. September 2025 auf dem neuen Flughafen Phnom Penh Techo International (KTI), rund 25 km beziehungsweise 40 bis 50 Minuten südlich der Innenstadt, und seit dem 16. Oktober 2023 auf Siem Reap Angkor International (SAI), rund 50 km beziehungsweise 45 bis 90 Minuten von der Stadt entfernt. Direktflüge aus Europa gibt es an keinem der beiden Flughäfen; man fliegt über Drehkreuze in Asien oder am Golf um.
Nach Europa gibt es ab Kambodscha keine Nonstop-Verbindung; Reisende aus Europa fliegen über Drehkreuze wie Bangkok, Singapur, Kuala Lumpur, Doha oder Abu Dhabi um. Die längste Nonstop-Strecke nach Phnom Penh ist laut FlightConnections jene aus Abu Dhabi mit rund 5'480 km und etwa 7 h 20 min.
Ab Ho-Chi-Minh-Stadt bestehen mehrfach tägliche Nonstop-Flüge sowohl nach Phnom Penh als auch nach Siem Reap; auch Bangkok, Kuala Lumpur und Guangzhou gehören zu den meistgeflogenen Strecken nach Phnom Penh. Von Luang Prabang in Laos fliegt man nonstop nach Siem Reap.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Flughafen KTI – Phnom Penh Zentrum | Auto, Bus | rund 40–50 min |
| Flughafen SAI – Siem Reap Zentrum | Auto, Bus | rund 45–90 min |
| Phnom Penh – Siem Reap | Bus | rund 6–7 h |
| Phnom Penh – Kampot | Bus | rund 4 h |
| Siem Reap – Angkor Wat | Tuk-Tuk, Fahrrad | rund 15–20 min |
Für Überlandbusse zwischen den Städten reicht der Pass. Die alten Flughafencodes PNH (Phnom Penh) und REP (Siem Reap) gelten nicht mehr, seit die neuen, weiter aussen gelegenen Flughäfen KTI und SAI die früheren, stadtnahen Airports abgelöst haben.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · FlightConnections · FlightConnections
Welches Geld braucht man in Kambodscha und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Riel (KHR), im Alltag ebenso verbreitet ist der US-Dollar: Preise werden oft in beiden Währungen genannt, Wechselgeld unter einem Dollar gibt es in Riel zurück. Geldautomaten in Städten geben meist US-Dollar aus, Kreditkarten werden in Hotels und grösseren Restaurants akzeptiert.
Beschädigte oder ältere 100-Dollar-Scheine ohne Sicherheitsfaden werden laut Auswärtigem Amt oft nicht angenommen; es lohnt sich, auf saubere, neuere Scheine zu achten. Devisen ab umgerechnet 10'000 US-Dollar müssen bei der Einreise deklariert werden.
Für den Angkor-Pass (37 US-Dollar für einen Tag, 62 US-Dollar für drei Tage) zahlt man in US-Dollar; kleinere Ausgaben wie Tuk-Tuk-Fahrten oder Streetfood laufen meist in Riel. Trinkgeld ist nicht verpflichtend, in Restaurants und für Guides aber üblich und willkommen.
Quellen: Auswärtiges Amt · Ministry of Tourism of Cambodia
Wo übernachtet man in Kambodscha am besten?
In Siem Reap wohnt man meist im Zentrum nahe der Pub Street oder etwas ausserhalb Richtung Angkor, in Phnom Penh entlang des Sisowath Quay am Fluss oder rund um den Wat Phnom. An der Südküste unterscheiden sich Kampot, Kep und die Inseln vor Sihanoukville deutlich in Tempo und Infrastruktur.
Boutique-Hotels in restaurierten Kolonialvillen prägen Phnom Penh und Battambang, in Siem Reap reicht das Angebot von einfachen Gästehäusern bis zu Resorts mit Pool. Auf Koh Rong und Koh Rong Sanloem gibt es einfache Bungalows bis gehobene Strandresorts, teils ohne durchgehenden Strom.
Quellen: Ministry of Tourism of Cambodia
Was isst man in Kambodscha?
Die kambodschanische Küche dreht sich um Reis, Süsswasserfisch aus dem Tonle Sap und Kräuter; bekanntestes Gericht ist Amok, ein mit Kokosmilch gedämpfter Fisch im Bananenblatt. In Kampot prägt der grüne Pfeffer die Küche, in Kep isst man Krabben direkt mit ihm gewürzt.
Prahok, eine fermentierte Fischpaste, ist die Basiswürze vieler Gerichte; wer es milder mag, wählt Kuy Teav, eine Reisnudelsuppe zum Frühstück. In Phnom Penh und Siem Reap sind Streetfood-Märkte abends belebt.
Kampot-Pfeffer trägt seit 2016 eine geschützte Ursprungsbezeichnung; frisch grün, getrocknet schwarz oder rot verkauft man ihn direkt auf den Plantagen rund um die Stadt.
Quellen: Ministry of Tourism of Cambodia
Welche Kultur und welche Feste prägen Kambodscha?
Der Theravada-Buddhismus prägt Alltag und Kalender: Pagoden stehen in jedem Dorf, und das kambodschanische Neujahr (Chaul Chnam Thmey) im April sowie das Wasserfest (Bon Om Touk) im Oktober oder November zählen zu den grössten Festen. Die Zeit der Roten Khmer 1975 bis 1979 bleibt in Museen und Gedenkstätten präsent.
Apsara-Tanz, ein klassischer Khmer-Tanz mit Wurzeln in den Reliefs von Angkor, wird in Siem Reap häufig als Abendvorstellung gezeigt. Der Phare-Zirkus in Battambang und Siem Reap verbindet zeitgenössischen Zirkus mit Geschichten aus der jüngeren Landesgeschichte.
In Tempeln bedeckt man Schultern und Knie, Schuhe werden vor dem Betreten ausgezogen; der Kopf gilt als heilig und wird nicht berührt, die Fusssohlen zeigt man niemandem absichtlich entgegen.
Quellen: Ministry of Tourism of Cambodia
Welche Erlebnisse lohnen sich in Kambodscha?
Höhepunkt ist der Sonnenaufgang über Angkor Wat, gefolgt von einem Tag für Angkor Thom mit dem Bayon und für Ta Prohm; mit dem Angkor-Pass (37 US-Dollar für einen Tag, 62 US-Dollar für drei Tage) besucht man die wichtigsten Tempel. Weitere Erlebnisse sind eine Bootsfahrt auf dem Tonle-Sap-See, die Geschichte im Tuol-Sleng-Museum in Phnom Penh und die Fledermaushöhlen bei Battambang.
Angkor: Sonnenaufgang und Tagesplanung
Der Sonnenaufgang über Angkor Wat ist das meistfotografierte Motiv des Landes; wer früh da ist, findet vor allem am Wasserbecken links des Haupteingangs einen ruhigeren Platz. Die üblichen Rundgänge decken den kleinen Kreis (Angkor Wat, Bayon, Ta Prohm), den grossen Kreis mit weiter entfernten Tempeln wie Preah Khan und Ausflüge nach Banteay Srei oder Beng Mealea ab.
Tonle-Sap-See
Bootstouren ab Siem Reap zeigen schwimmende Dörfer wie Kampong Phluk; am besten bucht man einen Anbieter, der lokale Gemeinden statt reiner Souvenirverkäufe unterstützt.
Phnom Penh: Geschichte
Tuol Sleng (Eintritt 5 US-Dollar, mit Audioguide 8 US-Dollar, täglich 8 bis 17 Uhr) und das Killing-Fields-Memorial in Choeung Ek (6 US-Dollar mit Audioguide, täglich 7.30 bis 17.30 Uhr) dokumentieren die Zeit der Roten Khmer; ein Besuch beider Orte an einem Tag ist emotional intensiv.
Weitere Höhepunkte
- Kampot und Kep: Bootsfahrt bei Sonnenuntergang, Pfefferplantagen, frische Krabben direkt am Wasser.
- Koh Rong und Koh Rong Sanloem: Sandstrände und Leuchtplankton bei Nacht vor Sihanoukville.
- Battambang: Bambuszug, Fledermaushöhlen bei Sonnenuntergang, Kolonialarchitektur.
- Phare, The Cambodian Circus: zeitgenössischer Zirkus mit Livemusik in Siem Reap und Battambang.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Ministry of Tourism of Cambodia
Wie reist man in Kambodscha verantwortungsvoll?
Angkor trägt das Gewicht von Millionen Besuchern jährlich; wer offizielle Tickets kauft, ausgewiesene Wege nicht verlässt und Steine oder Fragmente nicht anfasst, schützt die teils 900 Jahre alten Bauten. Auf dem Tonle-Sap-See und an der Südküste helfen Ausflüge mit lokalen, gemeindebasierten Anbietern, dass Einnahmen vor Ort bleiben.
- Keine Kulturfragmente oder Tempelsteine mitnehmen; die Ausfuhr ist verboten und wird streng verfolgt.
- Bootstouren auf dem Tonle Sap nach Möglichkeit bei gemeindebasierten Anbietern buchen statt bei reinen Massentour-Betreibern.
- Waisenhausbesuche vermeiden; Tourism Cambodia empfiehlt stattdessen gemeindebasierte Angebote, die Kinder nicht als Attraktion zeigen.
Quellen: Ministry of Tourism of Cambodia · UNESCO World Heritage Centre
Mit welchen Ländern lässt sich Kambodscha kombinieren?
Am naheliegendsten ist Thailand im Westen, mit Bangkok als grossem Flugdrehkreuz, sowie Vietnam im Osten, oft über Ho-Chi-Minh-Stadt verbunden. Laos im Norden lässt sich per Flug über Bangkok oder Ho-Chi-Minh-Stadt anschliessen; eine Landreise ist wegen grosser Distanzen und teils schlechter Strassen weniger verbreitet.
Die Landroute zwischen Kambodscha und Thailand führt durch das Grenzgebiet im Nordwesten, in dem das Auswärtige Amt von Reisen abrät; wer beide Länder kombinieren will, fliegt meist besser, etwa über Bangkok.
Nach Vietnam bestehen ab Phnom Penh und Siem Reap mehrfach tägliche Nonstop-Flüge nach Ho-Chi-Minh-Stadt; von dort aus lassen sich Hanoi, Hoi An oder Da Nang anschliessen.
Quellen: Auswärtiges Amt · FlightConnections
Für wen eignet sich Kambodscha, für wen weniger?
Kambodscha passt zu Reisenden, die Geschichte und Architektur mit Stränden verbinden wollen und Angkor nicht nur als schnellen Zwischenstopp behandeln. Weniger geeignet ist es für alle, die durchgehenden Komfort und feste Infrastruktur erwarten, besonders ausserhalb von Phnom Penh und Siem Reap.
Gut passt das Land für Kulturinteressierte, Fotografinnen und alle, die auch schwierigere jüngere Geschichte nicht scheuen. Familien kommen zurecht, sollten aber Hitze, lange Fahrten und den Tuol-Sleng-Besuch altersgerecht planen.
Weniger geeignet ist Kambodscha für Reisen ins Grenzgebiet zu Thailand; wer eine reine Strandreise sucht, findet in Thailand oder auf den Philippinen entwickeltere Infrastruktur.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)