Was erwartet Reisende in Jordanien?
Jordanien reiht auf kleinem Raum die Felsenstadt Petra, die Wüste Wadi Rum und den tiefsten Punkt der Erde am Toten Meer aneinander, dazu die Hauptstadt Amman mit Zitadelle und römischem Theater. Die meisten Reisen verbinden diese Ziele in einer Rundreise von sieben bis zehn Tagen. Die Grenzgebiete zu Syrien und Irak gelten als Risikozonen, für die es klare Warnungen gibt.
Eine klassische Route beginnt in Amman, führt über die Königsstrasse mit Kerak und Madaba oder die direkte Wüstenstrasse rund 234 km südwärts nach Petra, weiter rund 100 km in die Wüste Wadi Rum und von dort ans Rote Meer bei Aqaba oder zurück über das Tote Meer nach Amman.
Diese Seite fasst Regionen, Reisezeit, Einreise (Stand September 2026), Gesundheit sowie die strukturellen Sicherheitsrisiken zusammen.
Quellen: Jordan Tourism Board · Auswärtiges Amt
Wie ist Jordanien als Reiseland?
Jordanien ist touristisch gut erschlossen und für eine Rundreise mit Mietwagen oder privatem Fahrer ausgelegt: Die wichtigsten Ziele liegen auf einer Nord-Süd-Achse von weniger als 350 km. Arabisch ist Amtssprache, in Hotels und im Tourismus wird verbreitet Englisch gesprochen. Das Land ist überwiegend muslimisch geprägt, mit grosser Gastfreundschaft gegenüber Reisenden.
Jordanien grenzt im Norden an Syrien, im Osten an Irak und Saudi-Arabien, im Westen an Israel und das Westjordanland und hat im Südwesten einen kurzen Küstenstreifen am Roten Meer bei Aqaba. Das Land misst rund 89'300 km² bei rund 11,5 Millionen Einwohnern (Stand 2023).
Der Jordan, der ins Tote Meer mündet, bildet einen Teil der Westgrenze; ein geologischer Grabenbruch zieht sich vom Jordantal im Norden bis zum Golf von Aqaba im Süden durchs ganze Land. Zwischen dem rund 770 bis 850 m hohen Amman und dem gut 440 m unter dem Meeresspiegel liegenden Toten Meer trennen kaum 55 km Fahrstrecke über 1'200 Höhenmeter.
Die Bevölkerung ist überwiegend sunnitisch-muslimisch, dazu gehört eine kleine christliche Minderheit vor allem um Madaba, Kerak und in Amman. Jordanien hat seit den 1940er-Jahren mehrere grosse Flüchtlingswellen aus Palästina, Irak und Syrien aufgenommen; ein bedeutender Teil der heutigen Bevölkerung hat palästinensische Wurzeln.
Welche Regionen von Jordanien lohnen sich?
Die fünf Kernziele sind die Hauptstadt Amman mit Zitadelle und römischem Theater, die Nabatäerstadt Petra, die Wüste Wadi Rum, das Rote Meer bei Aqaba und das Tote Meer. Die Königsstrasse zwischen Amman und Petra verbindet dazu Jerash, Madaba und die Kreuzritterburg Kerak zu einer klassischen Rundreise.
Amman
Amman liegt auf mehreren Hügeln rund 770 bis 850 m über Meer und ist Ausgangspunkt fast jeder Jordanien-Reise. Die Zitadelle auf dem Jabal al-Qal'a ist seit der Frühbronzezeit um 3'000 v. Chr. durchgehend besiedelt; erhalten sind der römische Herkulestempel aus dem 2. Jahrhundert, der Umayyaden-Palast aus dem 8. Jahrhundert und eine byzantinische Kirche.
Am Fuss des benachbarten Jabal al-Joufah liegt das römische Theater mit rund 6'000 Sitzplätzen, erbaut zwischen 138 und 161 n. Chr. unter Kaiser Antoninus Pius; die halbrunde Sitzreihe ist auf drei Ebenen mit 44 Stufen angelegt. Die Altstadt um den Souk und das Rainbow-Street-Viertel zeigen das heutige Amman zwischen Basar und Cafés.
Petra
Petra war im 3. Jahrhundert v. Chr. Hauptstadt der Nabatäer und ist seit 1985 UNESCO-Welterbe. Der Zugang führt durch die rund 1,2 km lange, streckenweise nur 3 m schmale Schlucht Siq zur berühmtesten Fassade, dem 39,5 m hohen Grabmal Al-Khazneh («Schatzkammer») aus dem frühen 1. Jahrhundert n. Chr. Weit über 800 weitere Monumente, Gräber und ein römisches Theater liegen im weitläufigen Talkessel dahinter.
Für einen vollständigen Rundgang inklusive des Aufstiegs zum Kloster Ad-Deir (rund 800 Stufen) braucht man einen ganzen Tag; ein zweiter Tag lohnt sich für weniger besuchte Seitentäler. An vier Abenden pro Woche (Sonntag bis Donnerstag) öffnet «Petra by Night» den Weg zur Schatzkammer bei Kerzenschein, mit separatem Ticket.
Wadi Rum
Die Wüste Wadi Rum, seit 2011 gemischtes UNESCO-Welterbe, liegt rund 100 km südlich von Petra und ist für ihre roten Sandsteinfelsen, Dünen und über 12'000 Jahre alten Felszeichnungen bekannt; als «Tal des Mondes» diente sie als Kulisse für «Lawrence von Arabien» und mehrere Science-Fiction-Filme. Jeep-Touren mit Beduinen-Guides führen zu Lawrence's Spring, der Khazali-Schlucht und dem Felsbogen Um Frouth.
Übernachtet wird meist in einem der zahlreichen Beduinencamps mit Zelten unter freiem Sternenhimmel; Wadi Rum liegt in einer Zone mit wenig Lichtverschmutzung. Von hier sind es rund 60 km beziehungsweise eine Autostunde zum Roten Meer bei Aqaba.
Aqaba und das Rote Meer
Aqaba ist Jordaniens einzige Küstenstadt und Zugang zum Golf von Aqaba, einem schmalen Meeresarm des Roten Meeres mit ganzjährig warmem Wasser zwischen rund 21 °C im Februar und 28 °C im August. Von den 23 Korallenarten, die endemisch im Roten Meer vorkommen, sind 11 vor Aqaba nachgewiesen; die Riffe gelten als widerstandsfähiger gegen Korallenbleiche als andere Teile des Roten Meeres.
Tauch- und Schnorchelbasen liegen vor allem südlich der Stadt beim Marine Park; 2026 wurde ein Küstenabschnitt als Aqaba Marine Reserve zusätzlich UNESCO-Welterbe. Wracktauchgänge, etwa zum 1985 versenkten Frachter Cedar Pride, ergänzen das Angebot.
Totes Meer
Das Tote Meer liegt rund 55 km westlich von Amman, eine knappe Autostunde entfernt, und ist mit einem Wasserspiegel von rund 440 m unter dem Meeresspiegel (Stand 2025, sinkt derzeit über 1 m pro Jahr) der tiefste Punkt der Erde. Der Salzgehalt von bis zu 33 % lässt Badende mühelos treiben; mineralreicher Schlamm wird in den Hotels entlang der Küste bei Sweimeh für Spa-Anwendungen genutzt.
Internationale Hotelketten wie Kempinski, Mövenpick, Holiday Inn und Marriott betreiben Resorts mit eigenem Strandzugang direkt am Ufer; Tagesgäste zahlen in unabhängigen Beach Clubs Eintritt für Liegen und Duschen.
Die Königsstrasse: Jerash, Madaba, Kerak
Nördlich von Amman liegt Jerash, rund 48 km entfernt, mit einer der besterhaltenen römischen Ruinenstädte ausserhalb Italiens: Von einst über 1'000 Säulen stehen rund 56, das ovale Forum misst 7'200 m² und die Cardo-Maximus-Hauptstrasse durchzieht die ganze Anlage.
Südlich von Amman zeigt Madaba in der griechisch-orthodoxen Georgskirche eine byzantinische Mosaikkarte aus dem 6. Jahrhundert, rund 10,5 auf 5 m gross und aus 700'000 bis 800'000 Steinchen gelegt; sie zeigt Jerusalem, den Jordan und das Tote Meer. Nahebei liegt der Berg Nebo, von dem aus der Überlieferung nach Moses das Gelobte Land erblickte, mit Panoramablick über das Jordantal.
Die Kreuzritterburg Kerak, ab 1142 erbaut und rund 900 m über Meer gelegen, ist mit 16 Türmen und rund 220 m Länge eine der grössten Kreuzritteranlagen der Levante; sie liegt an der landschaftlich reizvollen, aber langsameren Königsstrasse als Alternative zur direkten Wüstenstrasse nach Petra.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Petra Development and Tourism Region Authority · Jordan Tourism Board · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für Jordanien?
Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November) sind mit Tageshöchstwerten um 20 bis 29 °C in Amman und Petra am angenehmsten für Sightseeing und Wüstentouren. Im Sommer steigen die Werte in Petra auf über 36 °C und am Roten Meer bei Aqaba auf über 40 °C, der Winter bringt in Amman kühle, teils regnerische Tage und in der Wüste kalte Nächte.
Hochland: Amman und Petra
| Amman | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 14 | 15 | 19 | 24 | 29 | 32 | 34 | 34 | 32 | 28 | 21 | 16 |
| Tiefstwert °C | 5 | 6 | 8 | 12 | 16 | 19 | 22 | 22 | 20 | 16 | 11 | 7 |
| Niederschlag mm | 63 | 58 | 32 | 15 | 6 | 1 | 0 | 1 | 1 | 8 | 29 | 52 |
| Petra | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 16 | 18 | 22 | 27 | 31 | 34 | 37 | 37 | 35 | 30 | 23 | 17 |
| Tiefstwert °C | 4 | 5 | 8 | 12 | 16 | 19 | 21 | 21 | 19 | 15 | 10 | 5 |
| Niederschlag mm | 45 | 36 | 19 | 10 | 4 | 0 | 0 | 0 | 1 | 7 | 15 | 26 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station MARKA INTL (7 km, 779 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station MA'AN (37 km, 1069 m), auf 898 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Amman und das höher gelegene Petra (898 m) bleiben mit Tiefstwerten um 4 bis 6 °C im Januar winterlich kühl, gelegentlich mit Frost in klaren Wüstennächten; der meiste Regen fällt zwischen November und März. Im Hochsommer (Juni bis August) klettern die Tageshöchstwerte in Petra auf 34 bis 37 °C bei praktisch keinem Niederschlag.
Rotes Meer: Aqaba
| Aqaba | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 22 | 25 | 28 | 32 | 37 | 40 | 41 | 41 | 38 | 34 | 29 | 24 |
| Tiefstwert °C | 11 | 12 | 16 | 19 | 23 | 26 | 28 | 28 | 26 | 23 | 18 | 13 |
| Niederschlag mm | 9 | 10 | 5 | 4 | 1 | 0 | 0 | 0 | 2 | 3 | 6 | 5 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station EILAT (6 km, 13 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Aqaba am Roten Meer ist ganzjährig deutlich wärmer als das Hochland: Die Tageshöchstwerte liegen im Januar noch bei rund 22 °C, im Juli und August bei über 41 °C. Für Badeferien am Roten Meer eignen sich deshalb auch die Wintermonate, während Wüstentouren in Wadi Rum im Hochsommer wegen der Hitze auf den frühen Morgen oder Abend verlegt werden sollten.
Der Fastenmonat Ramadan verschiebt sich jährlich um rund 11 Tage nach vorn; während dieser Zeit sind tagsüber viele Restaurants ausserhalb der Hotels geschlossen. Das islamische Opferfest Eid al-Adha und die touristische Hochsaison rund um Ostern führen zu höheren Preisen und volleren Sehenswürdigkeiten, besonders in Petra.
Quellen: Jordan Tourism Board
Was braucht man für die Einreise nach Jordanien?
Schweizer, Deutsche und Österreicher brauchen für Jordanien ein Visum, das sich vorab als e-Visa online oder bei Ankunft am Flughafen als Visa on Arrival für 40 JOD lösen lässt; wer den Jordan Pass kauft, hat das Visum darin bereits inbegriffen. Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein (Stand September 2026).
- Schweiz, Deutschland, Österreich: Visum erforderlich, als e-Visa vorab über eservices.moi.gov.jo oder als Visa on Arrival am Flughafen Amman oder Aqaba, Kosten 40 JOD.
- Jordan Pass: Kombiticket für zahlreiche Sehenswürdigkeiten inklusive Petra; enthält das Touristenvisum, sofern man vor der Einreise online bucht und mindestens drei Nächte im Land bleibt.
- Landgrenze ab Israel/Westjordanland: Bei Einreise über die König-Hussein-Brücke (Allenby-Brücke) gilt eine eigene Regelung; kurzfristige Sperrungen und veränderte Öffnungszeiten sind laut Auswärtigem Amt möglich.
- Andere Staatsangehörigkeiten: Für sie gelten eigene Regeln; massgeblich ist die jordanische Einwanderungsbehörde oder die zuständige jordanische Botschaft.
Ein Rückflug- oder Weiterreiseticket wird bei der Einreise in der Regel nicht kontrolliert, ist aber empfehlenswert mitzuführen. Für längere Aufenthalte über 14 Tage kann laut healthytravel.ch ein HIV-Test verlangt werden; für jordanische Staatsangehörige sowie Diplomaten- und Dienstpässe entfällt diese Pflicht.
Massgeblich sind die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und der jordanischen Einwanderungsbehörde zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt · healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Jordanien?
Für die Einreise ist keine Impfung vorgeschrieben. CDC und healthytravel.ch empfehlen aktuelle Basisimpfungen sowie Hepatitis A für alle Reisenden, Hepatitis B und Typhus je nach Reisestil, dazu Tollwut-Vorsorge bei Tierkontakt oder abgelegenen Zielen wie Wadi Rum. Malaria kommt in Jordanien laut CDC nicht vor.
Die medizinische Versorgung ist in Amman auf gutem, teils privatem Niveau; in Petra, Wadi Rum und entlang der Königsstrasse ist sie einfacher, grössere Spitäler liegen erst in Amman oder Aqaba. Eine Reise- und Rückholversicherung ist ratsam, besonders für Wüstentouren und Wassersport im Roten Meer.
Häufigste Beschwerden sind Reisedurchfall und Sonnenbrand; in der Wüste und am Toten Meer ist ausreichend Trinkwasser wichtig, da das hochsalzige Wasser des Toten Meeres selbst nicht getrunken werden darf und bei Kontakt mit Augen oder offenen Wunden brennt.
Leitungswasser sollte man ausserhalb von Amman nicht trinken; abgefülltes Wasser ist überall erhältlich. Für Tauchgänge im Roten Meer empfiehlt sich eine ärztliche Tauchtauglichkeitsprüfung vor der Reise.
Quellen: Centers for Disease Control and Prevention (CDC) · healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin
Wie ist die Sicherheitslage in Jordanien?
Jordanien liegt in einer politisch volatilen Region: Von den unmittelbaren Grenzgebieten zu Syrien und Irak sowie dem Jordantal raten EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA dringend ab. Amman, Petra, Wadi Rum, Aqaba und das Tote Meer sind von den Grenzwarnungen nicht separat erfasst; die aktuelle Lage bei den drei Stellen vor der Abreise prüfen.
| Gebiet | Einschätzung |
|---|---|
| Grenzgebiete zu Syrien und Irak (u. a. Gouvernements Irbid, Mafraq) | Sperrgebiet-Charakter, von Reisen dorthin wird dauerhaft abgeraten |
| Jordantal (Gouvernemente Balqa, Irbid; Minengefahr) | Minengefahr, erhöhte Vorsicht und Abraten von Reisen abseits der Hauptstrassen |
| Übriges Land (Amman, Petra, Wadi Rum, Aqaba, Totes Meer) | etablierte touristische Route; vor allem Kleinkriminalität und Verkehrsrisiken |
Wegen der Nähe zu Konfliktgebieten weisen die Aussenministerien auf das Risiko kurzfristiger Luftraumsperrungen, Flugausfälle und Grenzschliessungen hin, etwa an der König-Hussein-Brücke zu Israel/Westjordanland und am Dead-Sea-Highway.
In den touristischen Zentren selbst ist laut den drei Aussenministerien vor allem mit Kleinkriminalität, Verkehrsrisiken und punktuellen Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt zu rechnen, ohne dass gezielte Anschläge auf Reisende in den vergangenen Jahren bekannt wurden. Das Meiden von US-Einrichtungen und Demonstrationen wird zur Vorsicht empfohlen.
Massgeblich sind die jeweils aktuellen Reisehinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.
Quellen: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie reist man nach Jordanien und im Land herum?
Der wichtigste internationale Flughafen ist Amman Queen Alia International (AMM), mit Nonstopverbindungen zu 87 Zielen in 43 Ländern; Aqaba hat mit dem King Hussein International Airport (AQJ) einen zweiten, kleineren internationalen Flughafen im Süden. Im Land selbst verbinden gut ausgebaute Fernstrassen, Fernbusse und Mietwagen die wichtigsten Ziele, eine Reisezugverbindung für Touristen gibt es nicht.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Amman – Petra (Wüstenstrasse) | Auto, Bus | rund 3 h |
| Amman – Petra (Königsstrasse über Kerak, Madaba) | Auto | ganztägig mit Zwischenstopps |
| Petra – Wadi Rum | Auto | rund 1,5–2 h |
| Wadi Rum – Aqaba | Auto | rund 1 h |
| Petra – Aqaba | Auto | rund 2 h |
| Amman – Totes Meer | Auto | rund 1 h |
| Amman – Jerash | Auto | rund 45 min |
Nach Amman bestehen ganzjährige Nonstopverbindungen aus mehreren europäischen Drehkreuzen, darunter Frankfurt, London, Paris, Amsterdam und Wien, unter anderem mit Royal Jordanian und Lufthansa; die längste Nonstopstrecke ab Amman führt mit rund 13 h 55 min nach Dallas-Fort Worth, betrieben von Royal Jordanian. Aus dem Nahen Osten dienen Dubai, Doha und Abu Dhabi als zusätzliche Umsteigeknoten.
Zwischen Amman und Aqaba verkehrt zudem ein Inlandflug, die einzige innerjordanische Flugverbindung, bedient von Royal Jordanian. Für Rundreisen ist ein Mietwagen oder ein privater Fahrer die gängigste Option, da öffentliche Busse zwischen den touristischen Zielen selten und langsam sind; JETT-Fernbusse bedienen die Hauptachsen Amman–Petra und Amman–Aqaba.
Für die eigene Fahrt braucht man einen internationalen Führerschein zusätzlich zum nationalen; Verkehr und Beschilderung folgen weitgehend europäischen Standards, in den Städten ist der Fahrstil jedoch dichter als vielerorts gewohnt.
Quellen: FlightConnections · Jordan Tourism Board
Welches Geld braucht man in Jordanien und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Jordanische Dinar (JOD), unterteilt in 1'000 Fils oder 100 Qirsh, seit 1995 fest an den US-Dollar gebunden (rund 0.71 JOD = 1 USD). Geldautomaten sind in Amman, Petra, Aqaba und an grösseren Tankstellen verbreitet; in entlegeneren Teilen von Wadi Rum oder entlang der Königsstrasse sollte man Bargeld mitführen.
Kreditkarten werden in Hotels, grösseren Restaurants und beim Jordan Pass akzeptiert, auf Märkten, in kleinen Garküchen und bei Beduinencamps in Wadi Rum braucht es meist Bargeld. US-Dollar werden in touristischen Betrieben teils zusätzlich angenommen, üblicherweise zu einem für Gäste schlechteren Kurs als der Dinar.
Die Eintrittspreise für Petra sind für Tagesgäste ohne Übernachtung in Jordanien deutlich höher als für Reisende, die mindestens eine Nacht im Land verbringen; der Jordan Pass bündelt Visum und die wichtigsten Eintritte zu einem Pauschalpreis und lohnt sich für die meisten Rundreisen.
Trinkgeld (Bakschisch) ist verbreitet, aber nicht verpflichtend: In Restaurants sind rund 10 % üblich, sofern nicht bereits eine Servicegebühr auf der Rechnung steht; Fahrer und Guides freuen sich über ein kleines Extra in bar.
Quellen: Wikipedia
Wo übernachtet man in Jordanien am besten?
In Amman wohnt man meist in den westlichen, moderneren Stadtteilen nahe Restaurants und Cafés, in Petra im kleinen Ort Wadi Musa direkt am Parkeingang. Am Toten Meer liegen internationale Hotelketten mit eigenem Strandzugang bei Sweimeh, in Wadi Rum übernachtet man in Beduinencamps mitten in der Wüste.
Wadi Musa bei Petra bietet die grösste Auswahl von einfachen Gästehäusern bis zu Fünf-Sterne-Hotels, viele mit Blick ins Tal; wer früh am Eingang sein will, wohnt in Gehdistanz zum Besucherzentrum. In Aqaba liegen die meisten Hotels direkt an der Strandpromenade oder in den ruhigeren Vierteln südlich der Stadt nahe den Tauchbasen.
In Wadi Rum reicht das Angebot von einfachen Gemeinschaftszelten bis zu «Luxus-Bubbles» mit Glaskuppel für den Blick auf den Sternenhimmel; die Übernachtung im Camp ist Teil der meisten Wüstentouren und wird über die Jeep-Anbieter gebucht.
Was isst man in Jordanien?
Nationalgericht ist Mansaf: Lammfleisch in fermentierter Jameed-Joghurtsauce auf Reis, traditionell aus einer gemeinsamen Schüssel mit der Hand gegessen. Daneben prägen Mezze-Teller mit Hummus, Mutabal und Falafel, gegrilltes Fleisch sowie frischer Fisch am Roten Meer die jordanische Küche.
Mezze eröffnen fast jedes Essen: Hummus, Mutabal (geräuchertes Auberginenpüree), Fattoush-Salat und frisches Fladenbrot gehören dazu. Maqluba, ein «umgestürzter» Topf aus Reis, Gemüse und Fleisch, sowie gegrillte Spiesse (Kebab, Kofta) ergänzen die Hauptgerichte.
Süss endet eine Mahlzeit oft mit Knafeh, einer warmen Süssspeise aus Käse und Zuckersirup mit Pistazien; süsser Tee mit Minze oder Salbei sowie starker, kardamomgewürzter Kaffee (Qahwa) gehören zur jordanischen Gastfreundschaft dazu.
Leitungswasser gilt in Amman als hygienisch behandelt, viele Reisende bevorzugen dennoch abgefülltes Wasser; ausserhalb der Städte ist Wasser in Flaschen die sicherere Wahl.
Welche Kultur und welche Umgangsformen prägen Jordanien?
Gastfreundschaft gilt in der Beduinenkultur als hohes Gut; ein Glas Tee auszuschlagen, gilt als unhöflich. Der Islam prägt Alltag und Kleidung, mit dem Fastenmonat Ramadan als wichtigstem religiösem Fixpunkt und einer kleinen, gut sichtbaren christlichen Minderheit vor allem um Madaba und Kerak.
Konservative Kleidung wird ausserhalb der Hotelanlagen und Strände geschätzt, für Frauen und Männer gleichermassen: Schultern und Knie bedeckt. In Moscheen bedecken Frauen zusätzlich die Haare, Schuhe werden vor dem Betreten ausgezogen.
Während des Ramadan ist tagsüber öffentliches Essen, Trinken und Rauchen nicht erwünscht; viele Restaurants ausserhalb der Hotels bleiben tagsüber geschlossen. Alkohol wird in Hotels, touristischen Restaurants und Bars ausgeschenkt, im öffentlichen Raum ist der Konsum streng eingeschränkt.
Die rechte Hand gilt traditionell als «reine» Hand für Essen und Begrüssung; mit der linken Hand isst oder reicht man ungern etwas. Fotografieren von Militär- und Polizeieinrichtungen sowie von Personen ohne deren Einverständnis sollte man unterlassen.
Welche Erlebnisse lohnen sich in Jordanien?
Zu den Höhepunkten zählen der Sonnenaufgang bei der Schatzkammer in Petra, eine Jeep- oder Kameltour durch Wadi Rum mit Übernachtung im Beduinencamp, das Schweben im Toten Meer und Tauchen oder Schnorcheln in den Korallenriffen vor Aqaba. Wer länger bleibt, ergänzt Wanderungen auf dem Jordan Trail oder einen Ballonflug über Wadi Rum.
- Petra zu Fuss: Der volle Rundgang inklusive Kloster Ad-Deir dauert einen ganzen Tag; «Petra by Night» führt an vier Abenden pro Woche bei Kerzenschein zur Schatzkammer, Ticket 30 JOD zusätzlich zum Tagesticket.
- Wadi Rum: Halb- oder Ganztagestouren im offenen Jeep zu Lawrence's Spring und der Khazali-Schlucht, kombinierbar mit Kamelritt, Klettern oder einem Ballonflug bei Sonnenaufgang.
- Totes Meer: Schweben im Salzwasser und Schlammpackungen an den Hotelstränden bei Sweimeh; Augenkontakt mit dem hochsalzigen Wasser vermeiden.
- Tauchen und Schnorcheln Aqaba: Riffe und Wracks wie der 1985 versenkte Frachter Cedar Pride, ganzjährig bei 21 bis 28 °C Wassertemperatur.
- Jordan Trail: rund 650 km Fernwanderweg von Umm Qais im Norden bis Aqaba im Süden, in Etappen von wenigen Tagen bis zur kompletten Durchquerung in 36 bis 40 Tagen begehbar.
Für einen Tagesausflug ab Amman eignen sich Jerash mit seinen römischen Ruinen, rund 48 km nördlich, oder Madaba mit der byzantinischen Mosaikkarte und dem Berg Nebo, rund 30 km südwestlich.
Quellen: Jordan Trail Association · Petra Development and Tourism Region Authority
Wie reist man in Jordanien verantwortungsvoll?
Wasser ist in Jordanien knapp, einem der wasserärmsten Länder der Welt; kurze Duschen und ein bewusster Umgang mit Trinkwasser helfen. Beim Schnorcheln und Tauchen im Roten Meer schützen mineralische statt chemische Sonnencreme sowie Abstand zu den Korallen die empfindlichen Riffe vor Aqaba.
Bei Touren durch Wadi Rum und ins Beduinencamp lohnt sich ein lokaler Anbieter, dessen Einnahmen direkt den Beduinenfamilien der Region zugutekommen; viele Camps werden von ansässigen Familien geführt. Einwegplastik lässt sich mit einer eigenen Trinkflasche und Nachfüllstationen in Hotels reduzieren.
Quellen: Jordan Trail Association
Mit welchen Ländern lässt sich Jordanien kombinieren?
Am naheliegendsten ist eine Kombination mit den Golfstaaten über die Drehkreuze Dubai, Doha oder Abu Dhabi, da Amman von dort mehrmals täglich angeflogen wird. Für eine reine Nahost-Rundreise bietet sich zudem die Türkei an, mit eigenen Nonstopverbindungen ab Amman nach Istanbul.
Ägypten mit dem Sinai liegt über den Golf von Aqaba nur eine kurze Fährüberfahrt von Aqaba nach Nuweiba entfernt und lässt sich so ohne grossen Umweg anschliessen. Wer die Golfstaaten bereist, kombiniert Jordanien meist mit den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saudi-Arabien über einen mehrstündigen Flug.
Für wen eignet sich Jordanien, für wen weniger?
Jordanien passt zu kulturell interessierten Reisenden, Wanderern und allen, die Antike, Wüste und Meer auf kurzem Weg verbinden wollen; das Land ist touristisch gut organisiert. Weniger geeignet ist es für sehr sicherheitsbewusste Reisende, die jede regionale Unsicherheit meiden möchten, sowie für alle, die vor allem grosses Strand- und Nachtleben-Angebot suchen.
Familien profitieren von kurzen Fahrstrecken zwischen den Hauptzielen und kindgerechten Erlebnissen wie dem Schweben im Toten Meer; für sehr junge Kinder sind die langen Wandertage in Petra und die Wüstenhitze im Sommer eine Herausforderung.
Wer vor der Reise die aktuellen Einschätzungen von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA prüft und die Grenzregionen zu Syrien und Irak meidet, bewegt sich auf den etablierten touristischen Routen; unsichere oder sehr risikoscheue Reisende sollten die Lage bis kurz vor Abreise neu einschätzen.