Was erwartet Reisende in Island?
Island liegt auf der Grenze zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte und zeigt Vulkane, Geysire, Wasserfälle und Gletscher auf einer Fläche von rund 103'000 km². Die Ringstrasse (Route 1) umrundet die Insel auf etwa 1'322 km und verbindet Reykjavik im Südwesten mit Akureyri im Norden.
Mit rund 390'000 Einwohnern gehört Island zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas; über 60 % der Bevölkerung lebt im Grossraum Reykjavik, der Rest verteilt sich auf kleine Küstenorte entlang der Ringstrasse.
Diese Seite fasst Reykjavik und Akureyri als Ausgangspunkte für Südisland, den Goldenen Kreis und Nordisland zusammen, dazu Reisezeit, Einreise, Anreise sowie die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA, Stand September 2026.
Quellen: Wikipedia · Visit Iceland, Business Iceland
Wie ist Island als Reiseland?
Island ist ein Naturreiseland: Vulkanische Aktivität, Geothermie und ein raues Nordatlantikklima prägen sowohl die Landschaft als auch den Alltag, etwa durch geothermisch beheizte Freibäder in fast jedem Ort. Amtssprache ist Isländisch, im Tourismus kommt man praktisch überall mit Englisch durch.
Die Insel liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und zählt über 30 aktive Vulkansysteme; die Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavik ist vulkanisch aktiv, sodass einzelne Gebiete bei Ausbrüchen zeitweise gesperrt werden können.
Geothermie deckt einen Grossteil der Energieversorgung, sichtbar an Dampfsäulen entlang der Strasse und an den zahlreichen öffentlichen Schwimmbädern, die auch im Winter warm bleiben; das Baden im heissen Becken gehört fest zum isländischen Alltag.
Isländisch hat sich seit der Wikingerzeit vergleichsweise wenig verändert, sodass mittelalterliche Sagatexte für Isländerinnen und Isländer noch heute weitgehend lesbar sind; die Sagas gelten als Grundlage der isländischen Erzähltradition.
Quellen: Wikipedia
Welche Regionen von Island lohnen sich?
Die zwei Ausgangspunkte sind Reykjavik im Südwesten für den Goldenen Kreis und die Südküste sowie Akureyri im Norden für den Eyjafjörður und das Mývatn-Gebiet. Die Ringstrasse verbindet beide auf rund 480 km über das isländische Hochland-Umland.
Reykjavik und der Goldene Kreis
Reykjavik, die nördlichste Hauptstadt der Welt, ist von der Kirche Hallgrímskirkja auf einem Hügel im Zentrum aus zu überblicken. Rund 50 km östlich beginnt der Goldene Kreis mit dem Nationalpark Þingvellir, wo sich die nordamerikanische und eurasische Platte sichtbar auseinanderbewegen und wo im Jahr 930 das erste isländische Parlament (Alþingi) zusammentrat; die Stätte ist seit 2004 UNESCO-Welterbe.
Weiter auf dem Goldenen Kreis liegt das Geothermalgebiet Geysir, wo der kleinere Geysir Strokkur alle 8 bis 10 Minuten bis zu 30 m hoch ausbricht, sowie der zweistufige Wasserfall Gullfoss, der auf einer Höhe von rund 32 m in eine Schlucht des Flusses Hvítá stürzt.
Südküste
Entlang der Südküste reihen sich die Wasserfälle Seljalandsfoss, hinter dessen Fallwand man hindurchgehen kann, und Skógafoss; die Landspitze Dyrhólaey bietet Blick auf schwarze Sandstrände und vorgelagerte Felsformationen. Die Gletscherlagune Jökulsárlón zeigt treibende Eisberge, die vom Gletscher Breiðamerkurjökull kalben.
Nordisland und Akureyri
Akureyri, Islands zweitgrösste Stadt mit rund 20'000 Einwohnern, liegt geschützt am Ende des Eyjafjörður-Fjords und gilt als Tor zu Nordisland. Von dort erreicht man in rund einer Stunde den Wasserfall Goðafoss, den See Mývatn mit Lavafeldern und heissen Quellen sowie die Küstenstadt Húsavík, bekannt für Walbeobachtung.
Reykjanes-Halbinsel
Auf der Halbinsel südwestlich von Reykjavik, nahe dem Flughafen Keflavik, liegt die geothermale Blaue Lagune; die Region ist vulkanisch aktiv, weshalb bei Ausbrüchen einzelne Gebiete zeitweise gesperrt werden können.
Südost-Island und Vatnajökull
Weiter östlich der Gletscherlagune Jökulsárlón erstreckt sich der Vatnajökull-Nationalpark, mit rund 14'000 km² einer der grössten Nationalparks Europas rund um den gleichnamigen, rund 7'700 km² grossen Gletscher, seit 2019 als «Dynamic Nature of Fire and Ice» UNESCO-Naturerbe gelistet. Der Park verbindet Vulkane unter dem Eis mit Gletscherzungen, Eishöhlen und Wasserfällen wie Svartifoss mit seinen charakteristischen Basaltsäulen.
Hochland und Westfjorde
Im Landesinneren liegt das isländische Hochland mit farbigen Rhyolith-Bergen wie bei Landmannalaugar, nur in der Sommersaison mit geländegängigem Fahrzeug erreichbar. Die Westfjorde im Nordwesten gehören zu den am dünnsten besiedelten Regionen Europas und bieten steile Vogelfelsen sowie ursprüngliche Fjordlandschaft abseits der Ringstrasse.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Visit Iceland, Business Iceland
Reiseziele
Regionen mit eigener Seite
Inseln und Regionen
- StadtReykjavik und ReykjanesReykjavik ist die nördlichste Hauptstadt eines souveränen Staates und liegt rund 50 km vom Flughafen Keflavík entfernt.
- RegionSüdislandSüdisland ist die Region zwischen Reykjavik und dem Vatnajökull: Golden Circle, Wasserfälle, Schwarzsandstrände und Gletscherlagunen liegen an…
- RegionNordislandNordisland ist die Region um Akureyri am Eyjafjörður mit dem See Mývatn, den Wasserfällen Goðafoss und Dettifoss und der Walbeobachtung in Húsavík.
Wann ist die beste Reisezeit für Island?
Juni bis August bietet mit Höchstwerten um 13 bis 15 °C in Reykjavik und langen Tagen bis zur Mitternachtssonne die mildesten Bedingungen und den besten Zugang zum Hochland. September bis März eignet sich für Nordlichter, bringt aber kürzere Tage, mehr Wind und Schnee auf der Ringstrasse.
Die Stationsdaten zeigen ein kühles, ganzjährig feuchtes Klima ohne ausgeprägte Trockenzeit: In Reykjavik fällt selbst im trockensten Monat Juni noch über 80 mm Niederschlag, im September und Dezember am meisten.
Reykjavik und Akureyri (Nordisland) im Jahresverlauf
| Reykjavik | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 4 | 4 | 5 | 7 | 10 | 13 | 15 | 15 | 12 | 8 | 5 | 3 |
| Tiefstwert °C | -2 | -2 | -1 | 1 | 4 | 7 | 9 | 9 | 6 | 3 | 0 | -3 |
| Niederschlag mm | 169 | 152 | 153 | 119 | 93 | 83 | 99 | 121 | 181 | 147 | 149 | 172 |
| Akureyri | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 3 | 3 | 4 | 7 | 11 | 14 | 15 | 15 | 12 | 7 | 4 | 2 |
| Tiefstwert °C | -5 | -5 | -4 | -1 | 2 | 6 | 8 | 7 | 4 | -0 | -3 | -6 |
| Niederschlag mm | 110 | 96 | 100 | 87 | 86 | 71 | 98 | 104 | 126 | 132 | 125 | 121 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station REYKJAVIK (2 km, 15 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station AKUREYRI (3 km, 2 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Reykjavik erreicht im Juli mit rund 15.1 °C den wärmsten Monat, im Januar liegt der Tageshöchstwert bei rund 3.5 °C bei Nächten knapp unter dem Gefrierpunkt. Akureyri liegt geschützter im Fjord und zeigt im Sommer ähnliche Werte wie Reykjavik, im Winter aber kältere Nächte bis rund −6.3 °C im Dezember.
Von Ende Mai bis Ende Juli sorgt die Mitternachtssonne für nahezu durchgehendes Tageslicht; im Gegenzug bleibt es von November bis Januar nur wenige Stunden am Tag hell. Nordlichter sind am ehesten zwischen September und März bei klarem, dunklem Himmel sichtbar.
Teile des Hochlands im Inneren der Insel sind nur von Ende Juni bis September per Fahrzeug erreichbar; ausserhalb dieser Zeit bleiben viele Hochlandpisten wegen Schnee gesperrt.
Quellen: Visit Iceland, Business Iceland
Was braucht man für die Einreise nach Island?
Schweizer, Deutsche und Österreicher brauchen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum: Island ist Schengen-Mitglied, aber nicht Teil der EU, ein gültiger Reisepass oder Personalausweis genügt (Stand September 2026). Massgeblich bleiben die jeweils aktuellen Angaben der amtlichen Stellen.
- Schweiz: Als Schengen-Assoziierte reisen Schweizerinnen und Schweizer mit Pass oder Identitätskarte ein; konsularisch ist Island über die Schweizer Vertretung für die nordischen Staaten betreut.
- Deutschland: Laut Auswärtigem Amt genügen Reisepass, vorläufiger Reisepass, Personalausweis, vorläufiger Personalausweis oder Kinderreisepass, gültig für die gesamte Aufenthaltsdauer.
- Österreich: Laut BMEIA reichen Reisepass oder Personalausweis für die gesamte Aufenthaltsdauer; die österreichische Botschaft mit Zuständigkeit für Island sitzt in Kopenhagen.
- Andere Staatsangehörigkeiten: Für sie gelten eigene Visumregeln; Auskunft geben die isländischen Botschaften und Konsulate.
Island ist Schengen-Vollmitglied, gehört als eines der wenigen europäischen Länder aber nicht zur EU; das wirkt sich auf Zoll- und Mehrwertsteuerregeln aus, nicht aber auf die Passfreiheit innerhalb des Schengen-Raums.
Massgeblich sind die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und den isländischen Behörden zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Island?
Für die Einreise ist keine Impfung vorgeschrieben. Healthytravel.ch empfiehlt die Basisimpfungen nach Schweizer Impfplan; ein Malariarisiko besteht auf Island nicht, ebenso wenig ein relevantes Zeckenrisiko wie in Mitteleuropa.
Alle Reisenden sollten laut healthytravel.ch gegen Poliomyelitis, Diphtherie-Tetanus-Pertussis, Masern-Mumps-Röteln und Windpocken geimpft sein; Hepatitis A gehört bei Auslandreisen zu den üblichen Empfehlungen, auch für kürzere Aufenthalte.
Für Reisende ab 65 Jahren sowie für chronisch Erkrankte nennt healthytravel.ch zusätzlich die Grippeimpfung als sinnvoll; das CDC empfiehlt ergänzend Hepatitis B für ungeimpfte Personen jeden Alters.
Die grösste gesundheitliche Herausforderung auf Island ist nicht Infektionskrankheit, sondern das Wetter und Gelände: Unterkühlung, Sonnenbrand durch Wind und Höhensonne sowie Verletzungen an rutschigen Gletschern und Wasserfällen sind laut Reiseveranstaltern die häufigsten Vorfälle.
Die medizinische Versorgung ist auf hohem Niveau, aber ausserhalb Reykjaviks dünn verteilt; für Wanderungen im Hochland oder auf Gletschern empfiehlt sich eine Reiseversicherung mit Bergungs- und Rettungskosten.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Wie sicher ist Island für Reisende?
Island gilt als sehr sicheres Reiseland, die Kriminalität ist gering. Die grössten Gefahren sind laut Auswärtigem Amt und BMEIA Naturgefahren: Erdbeben, Vulkanausbrüche und rasch wechselndes Wetter.
Island liegt in einer seismisch aktiven Zone mit regelmässigen kleineren Erdbeben, besonders auf der Reykjanes-Halbinsel; mehrere Vulkane zeigen laufend Aktivität. Bei Ausbrüchen sperren die Behörden betroffene Gebiete ab und versenden Textwarnungen an Mobiltelefone in der Region.
Vor allem im Herbst und Winter muss laut Auswärtigem Amt kurzfristig mit Schneeeinbruch, Glatteis und starkem Wind gerechnet werden; Strassensperrungen auf Teilen der Ringstrasse sind in dieser Zeit keine Seltenheit.
Alltägliche Kriminalität wie Taschendiebstahl kann je nach Viertel und Tageszeit in Reykjavik vorkommen, bleibt insgesamt aber gering. Auf Wanderungen zu Wasserfällen, Gletschern und Küstenklippen sind Absperrungen und Warnschilder ernst zu nehmen, da Unfälle durch Unterschätzen des Geländes die häufigste Gefahrenquelle sind.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie reist man nach Island und im Land herum?
Internationale Flüge landen praktisch ausschliesslich am Flughafen Keflavik (KEF), rund 50 km südwestlich von Reykjavik, mit Nonstop-Verbindungen zu 88 Zielen in 24 Ländern. Innerhalb Islands verbindet die Ringstrasse (Route 1) Reykjavik mit Akureyri und den übrigen Küstenorten auf rund 1'322 km.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Flughafen KEF – Reykjavik Zentrum | Bus oder Mietwagen | rund 45 min, 50 km |
| Reykjavik – Akureyri | Inlandflug | rund 45 min |
| Reykjavik – Akureyri | Ringstrasse (Auto) | rund 5–6 h, 385 km |
| Reykjavik – Gullfoss (Golden Circle) | Auto | rund 1 h 45 min |
| Ringstrasse gesamt (Route 1) | Auto, volle Umrundung | rund 1'322 km |
Keflavik (KEF) ist mit 88 Nonstop-Zielen in 24 Ländern Islands einziges grosses internationales Tor; Icelandair bedient von dort 60 Ziele, dazu Billigfluglinien wie easyJet und Wizz Air. Die längste Nonstop-Strecke führt nach Portland (USA), rund 8 Flugstunden.
Aus Nordamerika bestehen dichte Verbindungen unter anderem nach New York, Chicago, Boston, Seattle, Toronto und Vancouver; aus Europa zählen Kopenhagen, Oslo, Helsinki und London zu den am stärksten beflogenen Strecken ab Keflavik. Von Frankfurt, München, Wien und Zürich bestehen mehrfach wöchentliche Direktverbindungen.
Akureyri Airport (AEY) verbindet die Stadt mehrmals täglich per Inlandflug mit Reykjavik in rund 45 Minuten; internationale Direktflüge bestehen dort nur in einzelnen Saisonzeiten.
Ein Mietwagen ist für die Ringstrasse praktisch, da der öffentliche Verkehr ausserhalb Reykjaviks dünn ist; im Winter sind Allradantrieb und Winterreifen auf vielen Streckenabschnitten empfehlenswert.
Quellen: FlightConnections · Wikipedia
Welches Geld braucht man in Island und wie bezahlt man?
Landeswährung ist die Isländische Krone (ISK); Kartenzahlung ist praktisch überall Standard, selbst an entlegenen Tankstellen und für kleine Beträge. Trinkgeld ist unüblich, da der Service bereits im Preis enthalten ist.
Island gehört zu den bargeldärmsten Ländern der Welt: Karten- oder Mobilzahlung funktioniert praktisch überall, auch an Wanderparkplätzen mit Selbstbedienungskasse; ein grösserer Bargeldvorrat ist selten nötig.
Die Preise für Übernachtung, Verpflegung und Aktivitäten liegen im europäischen Vergleich eher hoch; Reisende kalkulieren das Budget deshalb oft grosszügiger als für Mitteleuropa.
Trinkgeld ist keine Erwartung, da der Service in Restaurantpreisen bereits enthalten ist. Wer besonders zufrieden ist, rundet die Rechnung gelegentlich auf.
Quellen: Visit Iceland, Business Iceland
Wo übernachtet man in Island am besten?
In Reykjavik wohnen die meisten Reisenden zentral rund um die Hauptstrasse Laugavegur oder den alten Hafen, in Akureyri im kompakten Zentrum am Fjord. Auf der Ringstrasse übernachtet man meist in kleinen Küstenorten mit Gasthäusern statt grossen Hotels.
Reykjavik bietet Unterkünfte von Design-Hotels bis zu Gästehäusern, meist im Zentrum rund um Laugavegur oder in Gehdistanz zum alten Hafen; wer ein Auto mietet, findet ausserhalb des Zentrums oft günstigere Parkmöglichkeiten.
Entlang der Ringstrasse dominieren Farmhotels, Gästehäuser und kleine Pensionen mit wenigen Zimmern; in der Hochsaison von Juni bis August lohnt sich eine frühzeitige Reservierung, da das Angebot ausserhalb der grossen Orte begrenzt ist.
Was isst man in Island?
Traditionell isst man in Island viel Fisch und Meeresfrüchte, Lammfleisch und geothermisch gebackenes Roggenbrot; der isländische Hotdog mit Röstzwiebeln gilt als beliebter Streetfood-Klassiker in Reykjavik.
Fisch, vor allem Kabeljau, Schellfisch und Lachs, gehört zu den Grundpfeilern der Küche; Lammfleisch von frei weidenden Schafen ist wegen der kurzen, kräuterreichen Weidezeit für seinen milden Geschmack bekannt.
Skyr, ein streichfähiges Milchprodukt mit langer isländischer Tradition, ist landesweit verbreitet und wird oft mit Beeren serviert. Der isländische Hotdog («pylsur») mit frittierten und rohen Zwiebeln gilt vielerorts als inoffizielles Nationalgericht.
Fermentierter Hai (hákarl) und andere traditionelle Konservierungsgerichte werden heute vor allem zu besonderen Anlässen wie dem Mittwinterfest Þorrablót gegessen und weniger als Alltagsküche; für Reisende sind sie eher eine kulinarische Kuriosität als Standardkost.
Welche Kultur und welche Feste prägen Island?
Island zählt 3 UNESCO-Stätten, darunter den historischen Parlamentsort Þingvellir. Die isländischen Sagas aus dem Mittelalter prägen bis heute das kulturelle Selbstverständnis, und Musikfestivals wie Iceland Airwaves in Reykjavik ziehen internationales Publikum an.
Þingvellir gilt als Geburtsstätte der isländischen Nation: Dort tagte ab dem Jahr 930 das Alþingi, eine der ältesten noch bestehenden parlamentarischen Institutionen der Welt, und die Stätte ist seit 2004 UNESCO-Welterbe.
Die vulkanische Insel Surtsey, 1963 durch einen untermeerischen Ausbruch entstanden, ist seit 2008 als weitgehend unberührtes Forschungsgebiet für die Erstbesiedlung durch Pflanzen und Tiere UNESCO-Naturerbe; sie ist nicht öffentlich zugänglich.
Die isländischen Sagas, im 13. Jahrhundert niedergeschrieben, erzählen von der Besiedlung der Insel ab dem 9. Jahrhundert und gelten als Grundlage der modernen isländischen Literatur; das jährliche Musikfestival Iceland Airwaves in Reykjavik zeigt die lebendige zeitgenössische Musikszene des Landes.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
Welche Erlebnisse lohnen sich in Island?
Zu den Höhepunkten zählen der Goldene Kreis mit Geysir und Gullfoss, die Gletscherlagune Jökulsárlón an der Südküste, die Blaue Lagune bei Reykjavik sowie Walbeobachtung und der Wasserfall Goðafoss rund um Akureyri.
Goldener Kreis und Südküste
Der Goldene Kreis lässt sich als Tagesausflug ab Reykjavik in rund 6 bis 8 Stunden befahren und verbindet Þingvellir, das Geothermalgebiet Geysir und den Wasserfall Gullfoss. Weiter östlich entlang der Südküste liegen die Wasserfälle Seljalandsfoss und Skógafoss sowie die Gletscherlagune Jökulsárlón mit ihren treibenden Eisbergen.
Reykjavik und Reykjanes
Die Blaue Lagune auf der Reykjanes-Halbinsel ist das bekannteste geothermale Bad des Landes und liegt auf dem Weg zwischen Flughafen und Hauptstadt; in Reykjavik selbst prägen die Kirche Hallgrímskirkja und das Konzerthaus Harpa die Skyline am Hafen.
Nordisland ab Akureyri
Von Akureyri aus erreicht man in rund einer Stunde den Wasserfall Goðafoss und den See Mývatn mit Lavaformationen und Schlammtöpfen; die nahe Küstenstadt Húsavík gilt als eines der besten Ausgangspunkte Islands für Walbeobachtung.
- Vatnajökull-Nationalpark: grösster Gletscher Europas mit Eishöhlen, seit 2019 UNESCO-Welterbe.
- Westfjorde: abgelegene, dünn besiedelte Fjordlandschaft im Nordwesten, per Umweg von der Ringstrasse erreichbar.
- Landmannalaugar: farbige Rhyolith-Berge im Hochland, nur in der Sommersaison mit geländegängigem Fahrzeug erreichbar.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Visit Iceland, Business Iceland
Wie reist man in Island verantwortungsvoll?
Islands Natur ist empfindlich: Moose und Vulkanböden erholen sich von Trittschäden oft erst nach Jahrzehnten, weshalb das Bleiben auf markierten Wegen zu den wichtigsten Regeln für Reisende zählt.
- Nur auf markierten Wegen und Parkplätzen fahren und gehen; abseits davon können Moos- und Vulkanböden irreversibel geschädigt werden.
- Absperrungen an Wasserfällen, Gletschern und in Vulkangebieten der Reykjanes-Halbinsel strikt respektieren.
- Ausserhalb der Hauptsaison Juni bis August reisen, um Überlastung an beliebten Orten wie dem Goldenen Kreis zu vermeiden.
Quellen: Auswärtiges Amt
Mit welchen Ländern lässt sich Island kombinieren?
Island liegt abseits der übrigen europäischen Festlandroute; am naheliegendsten ist eine Kombination mit einem Zwischenstopp in Skandinavien, da viele Fluggesellschaften Reykjavik über Kopenhagen, Oslo oder Helsinki anbinden.
Wegen der isolierten Lage im Nordatlantik wird Island selten mit einem Landweg zu einem Nachbarland kombiniert; stattdessen liegt ein Zwischenstopp in einer skandinavischen Hauptstadt auf dem Rück- oder Hinweg nahe, etwa in Kopenhagen oder Oslo, die zu den am dichtesten beflogenen Strecken ab Keflavik zählen.
Für Reisende mit mehr Zeit bietet sich eine Kombination mit Grönland an, das von Island aus mit kürzeren Flugzeiten erreichbar ist als von jedem anderen europäischen Land; solche Kombireisen bleiben aber eine Ausnahme und erfordern gesonderte Planung.
Quellen: FlightConnections
Für wen eignet sich Island, für wen weniger?
Island passt zu Reisenden, die Naturphänomene wie Vulkane, Gletscher und Geysire auf einer klar strukturierten Route erleben wollen, meist mit dem Mietwagen entlang der Ringstrasse. Weniger geeignet ist es für alle, die günstige Ferien oder ein mildes Sommerklima suchen.
Gut passt Island für Natur- und Fotografie-Interessierte, für Wander- und Gletscherfans sowie für alle, die eine Winterreise mit Nordlichtern verbinden wollen. Die kompakte Ringstrasse eignet sich auch für Erstbesuchende ohne viel Reiseerfahrung in abgelegenen Regionen.
Weniger ideal ist Island für preissensible Reisende: Übernachtung, Verpflegung und Aktivitäten liegen über dem westeuropäischen Durchschnitt. Wer badewarme Sommer oder dichte Stadtkultur sucht, findet in Island eher dünn besiedelte Landschaft als urbanes Leben.