Was sind die Balearen?
Die Balearen sind eine spanische Inselgruppe im westlichen Mittelmeer, rund 80 bis 300 km vor der spanischen Ostküste gelegen. Die vier bewohnten Hauptinseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera haben zusammen rund 5’040 km² Fläche und rund 1,23 Millionen Einwohner; Mallorca allein stellt mit 3’640 km² und rund 940’000 Einwohnern über drei Viertel davon.
Diese Seite behandelt alle vier Hauptinseln zusammen, mit Schwerpunkt auf ihren Unterschieden. Wer eine Insel für einen Städte- oder Badeurlaub sucht, findet hier den Vergleich; wer bereits weiss, welche Insel es sein soll, findet unter «Orte» die jeweiligen Ankunftsorte und Ferienregionen.
Allgemeine Einreise, Zeitzone und Landesinformationen zu Spanien stehen auf der Spanien-Seite und werden hier nicht wiederholt. Diese Seite konzentriert sich auf das, was die Balearen von Festlandspanien und voneinander unterscheidet.
Quellen: Wikipedia
Wie sind die Balearen mit Spanien verbunden?
Die Balearen bilden eine der 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens mit Hauptstadt Palma de Mallorca. Sie gehören vollständig zur EU und zur Eurozone, verwenden dieselbe Währung, Zeitzone und Mehrwertsteuerregelung wie das spanische Festland. Einreise, Zoll und Gesundheitsversorgung folgen denselben Regeln wie für ganz Spanien.
Anders als die Kanarischen Inseln liegen die Balearen innerhalb der EU-Steuerunion; es gibt keine gesonderten Zoll- oder Mehrwertsteuerregeln gegenüber dem Festland. Die Amtssprachen sind Spanisch und Katalanisch, wobei jede Insel eine eigene katalanische Varietät spricht: Mallorquí auf Mallorca, Menorquí auf Menorca und Eivissenc auf Ibiza und Formentera.
Zwei regionale Sonderregeln sind für Reisende relevant: Auf Ibiza und Formentera gilt vom 1. Juli bis 31. August eine begrenzte Zahl an Mietfahrzeugen mit Verbrennungsmotor, für die Besucherinnen und Besucher eine kostenpflichtige Bewilligung benötigen. In den touristischen Zentren der Balearen gelten seit 2020 zudem strengere Regeln gegen exzessiven Alkoholkonsum mit spürbaren Bussen (Stand September 2026).
Quellen: Auswärtiges Amt · Wikipedia
Was unterscheidet die vier Inseln voneinander?
Mallorca vereint Berge, Altstadt und Massentourismus an der Playa de Palma auf einer Insel. Menorca ist ruhiger, ländlicher und komplett Biosphärenreservat. Ibiza steht für Nachtleben und Wellness zugleich, Formentera für autofreie Strände und Langsamkeit.
Mallorca: Kontraste auf engem Raum
Mallorca ist mit Abstand die grösste und meistbesuchte Insel. Die Hauptstadt Palma vereint eine gotische Kathedrale, ein historisches Zentrum und einen der grössten Mittelmeerhäfen; wenige Kilometer weiter liegt mit der Playa de Palma eine der bekanntesten Partymeilen Europas. Im Nordwesten erhebt sich die Serra de Tramuntana, seit 2011 UNESCO-Weltkulturerbe wegen ihrer jahrhundertealten Terrassen, Trockensteinmauern und Bewässerungssysteme; Dörfer wie Deià, Valldemossa und Sóller liegen darin.
Menorca: Biosphärenreservat mit zwei Gesichtern
Die gesamte Insel Menorca ist seit 1993 UNESCO-Biosphärenreservat, seit 2019 einschliesslich eines grossen Meeresgebiets. Zwei Städte teilen sich die Insel: Ciutadella im Westen war bis zur britischen Besatzung im 18. Jahrhundert die Hauptstadt und hat die schönere Altstadt, Maó (Mahón) im Osten liegt an einem der grössten Naturhäfen der Welt und ist heute Verwaltungssitz mit dem internationalen Flughafen.
Ibiza: Party und Naturpark nebeneinander
Ibiza ist weltbekannt für seine Clubszene, hat aber gleichzeitig zwei Teile des UNESCO-Welterbes «Ibiza, Biodiversität und Kultur»: die befestigte Altstadt Dalt Vila und die Unterwasserwiesen der Neptungras-Art Posidonia oceanica im Naturpark Ses Salines im Süden der Insel.
Formentera: die kleine, ruhige Schwester
Formentera ist mit rund 83 km² und rund 12’000 Einwohnern die kleinste und am wenigsten erschlossene Hauptinsel. Kein eigener Flughafen, keine grossen Hotelketten am Wasser, dafür die nach übereinstimmenden Quellen klarsten Strände der Balearen rund um die Salzseen von Ses Salines.
Quellen: UNESCO-Welterbezentrum · UNESCO · UNESCO-Welterbezentrum · Wikipedia
Welche Orte lohnen sich auf jeder Insel?
Palma (Mallorca), Ciutadella und Maó (Menorca), Ibiza-Stadt sowie die Strände um Es Pujols/Sant Francesc (Formentera) sind die touristischen Ankerpunkte. Jede Insel lässt sich von dort in wenigen Tagen mit Mietwagen, Bus oder Fähre erkunden.
Mallorca: Palma als Basis
Palma de Mallorca ist Ankunftsort für die meisten Mallorca-Reisenden: internationaler Flughafen Son Sant Joan (PMI), Fährhafen und historisches Zentrum mit der Kathedrale La Seu in einem. Von dort aus liegen der Nordwesten mit der Serra de Tramuntana rund eine Autostunde entfernt, der Osten mit den Höhlen von Drach bei Porto Cristo eine weitere Stunde.
Die Bergdörfer Sóller, Deià und Valldemossa im UNESCO-Gebiet sind mit Auto oder der historischen Zahnradbahn Palma–Sóller erreichbar. Im Nordosten liegt mit Alcúdia eine gut erhaltene, ummauerte Altstadt mit vorgelagerten Stränden; im Südosten prägen Buchten wie Cala Mondragó feinen Sand und Pinienwälder.
Menorca: zwei Städte, viele Buchten
Maó (Mahón) liegt am Ostende und hat den internationalen Flughafen sowie einen der grössten natürlichen Naturhäfen der Welt, seit der britischen Herrschaft im 18. Jahrhundert Verwaltungssitz der Insel. Ciutadella am Westende war die ursprüngliche Hauptstadt und hat die dichtere Altstadt mit Kathedrale und Bischofspalast; am 23./24. Juni findet dort das Reiterfest Sant Joan mit über 100 geschmückten Menorca-Pferden statt.
Zwischen den beiden Städten liegt die Küste mit Buchten wie Cala Macarella, Cala Turqueta und Cala Mitjana, die meisten nur zu Fuss oder per Boot erreichbar.
Ibiza: Altstadt, Norden, Süden
Ibiza-Stadt mit der befestigten Altstadt Dalt Vila ist Ankunftsort und Ausgangspunkt für die grossen Clubs an der Playa d'en Bossa und in San Antonio. Der Norden der Insel um Sant Joan de Labritja ist ruhiger, mit Hippiemärkten und kleineren Buchten. Im Süden liegt der Naturpark Ses Salines mit den Salinen und Stränden von Ses Salines und Es Cavallet.
Formentera: Strände statt Städte
Formentera hat keinen eigenen Flughafen; Fähren von Ibiza-Stadt legen im Hafen La Savina an. Von dort sind das Dorf Sant Francesc Xavier und die Strände Ses Illetes und Platja de Migjorn in 10 bis 20 Fahrminuten erreichbar. Im Naturpark Ses Salines im Norden der Insel liegen Salzseen, Dünen und die grössten Posidonia-Wiesen der Balearen.
Quellen: Illes Balears Travel · Visit Menorca · UNESCO-Welterbezentrum · Illes Balears Travel
Wann ist die beste Reisezeit für die Balearen?
Mai/Juni und September/Oktober bieten warmes Badewetter mit weniger Andrang und moderateren Preisen als der Hochsommer. Juli und August sind mit Tageshöchstwerten regelmässig über 30 °C sehr heiss und die touristisch dichteste Zeit; der Winter ist mild, aber viele Strandbetriebe schliessen.
Das Mittelmeerklima der Balearen bringt trockene, heisse Sommer und milde, regenreichere Winter. Die Wassertemperatur ist von Juni bis Oktober für die meisten angenehm zum Baden, im Frühling und Spätherbst deutlich kühler.
| Ort | Beste Reisezeit | Hinweis |
|---|---|---|
| Palma de Mallorca | Mai–Juni, September–Oktober | Hochsaison Juli/August sehr voll |
| Ibiza-Stadt | Mai–Oktober | Clubsaison etwa Juni bis September |
| Mahón (Menorca) | Juni–September | Insel bleibt auch im Hochsommer ruhiger als Mallorca/Ibiza |
Monatswerte für Palma de Mallorca, Ibiza-Stadt und Mahón
| Palma de Mallorca | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 16 | 16 | 18 | 21 | 24 | 29 | 32 | 32 | 29 | 25 | 20 | 17 |
| Tiefstwert °C | 5 | 5 | 7 | 9 | 12 | 17 | 20 | 20 | 18 | 14 | 10 | 6 |
| Niederschlag mm | 47 | 40 | 36 | 47 | 37 | 14 | 10 | 25 | 63 | 63 | 80 | 51 |
| Ibiza-Stadt | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 16 | 16 | 18 | 20 | 23 | 27 | 30 | 30 | 28 | 25 | 20 | 17 |
| Tiefstwert °C | 7 | 8 | 9 | 12 | 14 | 19 | 22 | 23 | 20 | 16 | 12 | 9 |
| Niederschlag mm | 46 | 35 | 35 | 41 | 31 | 11 | 6 | 24 | 55 | 58 | 74 | 53 |
| Mahón (Menorca) | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 15 | 15 | 17 | 19 | 23 | 27 | 30 | 30 | 27 | 24 | 19 | 16 |
| Tiefstwert °C | 7 | 7 | 9 | 11 | 14 | 18 | 21 | 22 | 19 | 16 | 12 | 9 |
| Niederschlag mm | 51 | 51 | 53 | 49 | 42 | 21 | 17 | 29 | 68 | 82 | 85 | 55 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station PALMA DE MALLORCA (7 km, 8 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station IBIZA (6 km, 6 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station MENORCA (5 km, 91 m), auf 36 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Wer Wanderungen in der Serra de Tramuntana plant, sollte den Hochsommer meiden: Über 30 °C und wenig Schatten machen längere Touren beschwerlich. Frühling (März–Mai) und Herbst (Oktober–November) sind für Wanderungen deutlich angenehmer.
Quellen: Illes Balears Travel
Was gilt für die Einreise auf die Balearen?
Für Schweizer, Deutsche und Österreicher gelten dieselben Einreiseregeln wie für ganz Spanien: gültiger Reisepass oder Personalausweis, kein Visum für touristische Aufenthalte. Die vollständigen Regeln stehen auf der Spanien-Seite; hier nur die balearenspezifischen Ergänzungen.
Die Balearen sind Teil des spanischen Zollgebiets und der EU-Mehrwertsteuerunion; es gibt keine gesonderten Einreise- oder Zollregeln gegenüber dem Festland (Stand September 2026).
Zwei praktische Besonderheiten für Mietwagen: Auf Ibiza und Formentera ist vom 1. Juli bis 31. August die Zahl der Mietfahrzeuge mit Verbrennungsmotor begrenzt, eine kostenpflichtige Bewilligung ist nötig; wer in dieser Zeit ein Auto mieten will, sollte früh buchen. In den Touristenzentren gelten seit 2020 zudem verschärfte Regeln gegen übermässigen Alkoholkonsum.
Quellen: Auswärtiges Amt
Welche Gesundheitshinweise gelten für die Balearen?
Die Balearen gelten gesundheitlich als unauffällig; es gelten dieselben Empfehlungen wie für ganz Spanien. Aktuelle Standardimpfungen (Masern-Mumps-Röteln, Diphtherie-Tetanus-Pertussis, Polio) sollten vor der Reise überprüft werden, eine besondere Reiseimpfung ist nicht nötig.
CDC und healthytravel.ch nennen für Spanien keine Pflichtimpfung. Empfohlen wird, die Standardimpfungen aktuell zu halten; für Risikogruppen kommen Hepatitis A/B infrage. Mückenschutz ist sinnvoll, da in Spanien vereinzelt West-Nil-Virus und lokal begrenzt Dengue-Fälle registriert werden.
Die medizinische Versorgung auf Mallorca und Ibiza ist mit Krankenhäusern in Palma und Ibiza-Stadt gut, auf Menorca und Formentera einfacher; bei ernsteren Fällen wird oft nach Palma verlegt. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport wird empfohlen.
Quellen: CDC Travelers' Health · healthytravel.ch
Wie sicher sind die Balearen?
Das Auswärtige Amt und das EDA stufen Spanien einschliesslich der Balearen als sicheres Reiseland ein; die übliche Vorsicht gegen Taschendiebstahl an belebten Orten wie der Playa de Palma oder den Clubvierteln Ibizas genügt.
Spezifische Risiken auf den Balearen sind vor allem saisonal: In den touristischen Zentren wird in der Hochsaison verstärkt gegen exzessiven Alkoholkonsum und riskantes Verhalten wie «Balkonieren» (Springen zwischen Hotelbalkonen) vorgegangen, das seit 2020 unter Strafe steht.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wie kommt man auf die Balearen und zwischen den Inseln?
Mallorca, Ibiza und Menorca haben eigene internationale Flughäfen mit Direktflügen aus vielen europäischen Ländern; Formentera ist nur per Fähre ab Ibiza erreichbar. Zwischen den Inseln verkehren mehrmals täglich Fähren, Direktflüge gibt es kaum.
Ankunft aus Europa
Palma de Mallorca (PMI) ist der grösste Flughafen der Balearen mit nach FlightConnections über 170 Nonstop-Zielen in mehr als 35 Ländern und rund 30 Millionen Fluggästen pro Jahr; Ryanair, Iberia und Vueling fliegen dort die meisten Verbindungen, die längste Nonstop-Strecke führt nach Newark (USA).
Ibiza (IBZ) verzeichnet laut FlightConnections rund 87 Nonstop-Ziele in 20 Ländern; die verkehrsreichsten Ziele sind Barcelona, Madrid und Palma, unter den internationalen Zielen führen Amsterdam und Paris. Menorca/Mahón (MAH) ist kleiner und vor allem saisonal aus Grossbritannien, Deutschland und dem spanischen Festland angebunden.
Zwischen den Inseln
Direktflüge zwischen den Balearen sind selten; die Fähre ist die übliche Verbindung. Nach Angaben von Baleària dauert die Überfahrt Palma–Ibiza rund 2 Stunden, Palma–Mahón rund 1 Stunde 15 Minuten, Ibiza–Formentera nur rund 30 Minuten bei Abfahrten etwa alle 45 Minuten in der Hochsaison. Vom Festland (Barcelona, Valencia, Dénia) dauern die Fähren je nach Route und Insel vier bis neun Stunden.
Formentera hat keinen Flughafen; die einzige Anreise ist die Fähre ab Ibiza-Stadt, mehrmals täglich mit mehreren Reedereien.
Quellen: FlightConnections · FlightConnections · Baleària Help Center
Was kosten Reisen auf den Balearen?
Bezahlt wird in Euro, Karten werden praktisch überall akzeptiert. Mallorca und Ibiza sind in der Hochsaison spürbar teurer als Menorca, vor allem bei Hotels und Mietwagen im Juli/August.
Die grössten Preisunterschiede zwischen den Inseln liegen bei Unterkunft und Mietwagen: Ibiza ist in der Hochsaison die teuerste Insel, gefolgt von Mallorca; Menorca und Formentera sind meist günstiger, haben aber ein kleineres Angebot. Restaurants und Alltagseinkäufe unterscheiden sich kaum von Festlandspanien.
Mietwagen sollten für Juli/August früh gebucht werden, besonders auf Ibiza und Formentera wegen der begrenzten Zahl an Mietfahrzeugen in diesen Monaten. Bankomaten sind in allen grösseren Orten vorhanden, auf Formentera ausserhalb von Sant Francesc und La Savina dünner gesät.
Quellen: Auswärtiges Amt
Welche Unterkünfte gibt es auf den Balearen?
Von grossen Strandhotels an der Playa de Palma über Fincas im mallorquinischen Hinterland bis zu einfachen Pensionen auf Formentera: Das Angebot reicht von Massentourismus bis Rückzugsort, je nach Insel und Ort sehr unterschiedlich.
Mallorca hat das grösste und vielfältigste Angebot: Strandhotelburgen an der Playa de Palma und in Alcúdia, historische Stadthotels in Palma, restaurierte Fincas im Hinterland und in der Serra de Tramuntana. Ibiza kombiniert Design- und Wellnesshotels mit den bekannten Clubhotels; Menorca setzt stärker auf kleinere Landhäuser (Agroturismos) und Familienhotels. Formentera hat vor allem kleinere Häuser und Pensionen, keine grossen Hotelketten direkt am Wasser.
Quellen: Illes Balears Travel
Was isst man auf den Balearen?
Mallorquinische Küche dreht sich um Sobrassada-Wurst, Tumbet-Gemüseauflauf und die süsse Ensaïmada; Menorca ist für Mahón-Käse und die Gin-Cocktails Pomada bekannt, Ibiza für Fischgerichte wie Bullit de Peix.
Auf Mallorca prägen die Wurst Sobrassada, der Gemüseauflauf Tumbet und das Gebäck Ensaïmada die Speisekarten; dazu lokale Weine aus den Anbaugebieten Binissalem und Pla i Llevant. Menorca ist für den geschützten Käse Queso Mahón-Menorca und den lokalen Gin bekannt, der mit Zitronenlimonade zur Pomada gemischt wird – ein Erbe der britischen Herrschaft im 18. Jahrhundert.
Ibiza und Formentera setzen stärker auf Fisch und Meeresfrüchte, etwa den Eintopf Bullit de Peix mit Aioli, sowie auf die Mandel- und Feigenernten der trockeneren Landschaft.
Welche kulturellen Besonderheiten gibt es?
Jede Insel hat eigene Feste, eine eigene katalanische Sprachvarietät und eigene bauliche Traditionen, von den Trockensteinmauern Mallorcas bis zu den prähistorischen Talayot-Bauten Menorcas.
Auf Menorca zeugen über 1’500 prähistorische Talayot-Bauten, Navetas und Taulas von einer Besiedlung seit der Bronzezeit; ein Teil davon ist als «Talayotische Kultur Menorcas» im UNESCO-Antrag verzeichnet. Die Pferdefeste (Ciutadella im Juni, weitere Orte im Sommer) mit geschmückten Menorca-Pferden sind ein Wahrzeichen der Insel.
Auf Ibiza lebt die Volkstradition in Trachten, Fischerdörfern und den seit den 1960er-Jahren gewachsenen Hippiemärkten weiter, parallel zur internationalen Clubkultur. Mallorca verbindet in der Serra de Tramuntana arabische Bewässerungstechnik mit christlicher Landwirtschaft aus dem 13. Jahrhundert, was 2011 zur UNESCO-Auszeichnung führte.
Was kann man auf den Balearen erleben?
Wandern in der Serra de Tramuntana, Höhlenbesuche bei Porto Cristo, Segeln zwischen Ibiza und Formentera, Tauchen an den Posidonia-Wiesen und Reiterfeste auf Menorca: Die vier Inseln decken ein breites Spektrum ab.
Aktiv und in der Natur
Die Serra de Tramuntana bietet markierte Fernwanderwege wie den GR 221 («Ruta de Pedra en Sec») über mehrere Tagesetappen zwischen Dörfern wie Deià, Sóller und Valldemossa. Auf Menorca führt der Camí de Cavalls, ein historischer Küstenweg, einmal um die ganze Insel.
Tauchen und Schnorcheln in den Posidonia-Wiesen von Ses Salines (Ibiza/Formentera) zeigt eines der artenreichsten Ökosysteme des Mittelmeers; die Wiesen gehören zum UNESCO-Welterbe und zählen zu den ältesten Lebewesen der Erde.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Drachenhöhlen (Coves del Drac) bei Porto Cristo auf Mallorca mit einem der grössten unterirdischen Seen Europas gehören zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Insel. In Ciutadella (Menorca) lohnt ein Rundgang durch die Altstadt mit Kathedrale und Bischofspalast, in Ibiza-Stadt der Aufstieg durch die befestigte Dalt Vila.
Wasser und Strände
Bootsausflüge zwischen Ibiza und Formentera zu den Stränden Ses Illetes gehören zu den klassischen Tagesausflügen; auf Menorca erreicht man abgelegene Buchten wie Cala Macarella oft nur zu Fuss oder per Boot, was sie ruhiger hält als vergleichbare Strände auf Mallorca.
Quellen: UNESCO-Welterbezentrum · Illes Balears Travel
Wie reist man nachhaltig auf den Balearen?
Menorca als komplettes Biosphärenreservat und die Posidonia-Wiesen um Ibiza/Formentera stehen unter besonderem Schutz; Boote müssen in ausgewiesenen Zonen ankern, um die Seegraswiesen nicht zu beschädigen.
In den Naturparks Ses Salines (Ibiza/Formentera) und an der Küste Menorcas gelten Ankerverbote über Posidonia-Wiesen; viele Buchten sind nur per Boot mit Mooring-Bojen zugänglich. Wer mit dem Fahrrad oder öffentlichen Bussen statt mit dem Mietwagen reist, entlastet vor allem die überlasteten Strassen Mallorcas in der Hochsaison.
Quellen: UNESCO
Lassen sich die Balearen-Inseln gut kombinieren?
Ibiza und Formentera liegen nur 30 Fährminuten auseinander und lassen sich gut in einer Reise verbinden. Mallorca–Menorca (gut 1 Stunde Fähre) funktioniert ebenfalls; alle drei Hauptinseln in einer Reise zu verbinden, braucht wegen der Fährzeiten eher zwei bis drei Wochen.
Die einfachste Kombination ist Ibiza + Formentera: eine kurze Fähre trennt Partyinsel und Ruheinsel, ideal für sieben bis zehn Tage. Mallorca + Menorca funktioniert ähnlich gut, mit deutlicherem Kontrast zwischen Massentourismus und Biosphärenreservat. Wer alle vier Inseln sehen will, sollte wegen der Fährzeiten mindestens 16 bis 18 Tage einplanen.
Quellen: Baleària Help Center
Für wen eignen sich die Balearen, für wen weniger?
Badeurlauberinnen, Wandergruppen und Nachtschwärmer finden je nach Insel ihr Ziel; wer autofreie Ruhe ohne Bootsausflüge sucht, ist auf Formentera besser aufgehoben als auf Mallorca oder Ibiza in der Hochsaison.
Mallorca passt für alle, die auf kleinem Raum Berge, Altstadt und Strand kombinieren wollen, aber auch mit Massentourismus an der Playa de Palma leben können. Ibiza passt für Nachtleben-Fans ebenso wie für Wellness-Reisende in den ruhigeren Landesteilen – weniger für alle, die in der Hochsaison Ruhe suchen. Menorca eignet sich für Familien und Naturliebhaberinnen, die abgelegene Buchten und ein ruhigeres Tempo schätzen. Formentera passt für alle ohne eigenes Fahrzeugbedürfnis, die autofreie, kleine Strände suchen – weniger für Reisende, die Nachtleben oder ein grosses Kulturprogramm erwarten.