Was erwartet Reisende in Rumänien?
Rumänien reicht von der Hauptstadt Bukarest über das mittelalterliche Siebenbürgen um Brasov und Sighișoara bis zum Donaudelta an der Schwarzmeerküste. Burgen wie Bran und Peleș, Wehrkirchen und Karpatenwälder mit einer der grössten Bärenpopulationen Europas prägen das Land.
Seit dem vollständigen Schengen-Beitritt am 1. Januar 2025 entfällt an den Landgrenzen zu anderen Schengen-Staaten die Personenkontrolle; an Luft- und Seegrenzen galt das bereits seit dem 31. März 2024. Für Reisende aus der Schweiz, Deutschland und Österreich bedeutet das Einreise ohne Visum und ohne Grenzformalitäten.
Diese Seite fasst die zwei Etappen Bukarest und Brasov/Siebenbürgen zusammen, dazu Reisezeit, Einreise, Anreise sowie die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA (Stand September 2026).
Quellen: Europäische Kommission · Wikipedia
Wie ist Rumänien als Reiseland?
Rumänien ist mit rund 238'000 km² und knapp 19 Millionen Einwohnern das grösste Land auf dem Balkan und in Südosteuropa. Es gliedert sich in sechs historische Regionen: Walachei, Siebenbürgen, Banat, Moldau, Bukowina und Dobrudscha an der Schwarzmeerküste.
Die Karpaten durchziehen das Land in einem Bogen und trennen die Walachei im Süden von Siebenbürgen im Zentrum; dort prägten deutsche Siedler, die «Siebenbürger Sachsen», ab dem 12. Jahrhundert befestigte Kirchen und Zunftstädte wie Sighișoara und Brasov.
Amtssprache ist Rumänisch, eine romanische Sprache mit slawischen, ungarischen und deutschen Lehnwörtern. Nach dem Sturz des Ceaușescu-Regimes 1989 durchlief Rumänien einen langen EU-Annäherungsprozess und ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union.
Im Donaudelta im Osten, drittartenreichstes Feuchtgebiet der Welt laut UNESCO, mündet die Donau in mehreren Armen ins Schwarze Meer; das Delta ist seit 1991 UNESCO-Welterbe und Rückzugsgebiet für über 300 Vogelarten.
Quellen: Wikipedia · UNESCO World Heritage Centre
Welche Regionen von Rumänien lohnen sich?
Die zwei Hauptetappen sind die Hauptstadt Bukarest mit ihrer Altstadt Lipscani und dem Parlamentspalast sowie Brasov mit dem Umland Siebenbürgens: Sighișoara, Bran und Peleș. Beide Etappen sind über die Autobahn und Bahnstrecke DN1/A3 in rund 2.5 bis 3 Stunden verbunden.
Bukarest
Die Hauptstadt an der Dâmbovița ist mit dem Parlamentspalast Heimat eines der grössten Verwaltungsgebäude der Welt (nach dem Pentagon und dem 2021 eröffneten thailändischen Parlamentskomplex Sappaya-Sapasathan das drittgrösste nach Nutzfläche), erbaut unter Nicolae Ceaușescu ab 1984 und bis heute Sitz von Parlament und mehreren Museen. Die Altstadt Lipscani mit engen Gassen und Cafés sowie das Rumänische Athenäum, Konzertsaal der Bukarester Philharmonie, liegen in Gehdistanz zueinander.
Von Bukarest aus erreicht man mittelalterliche Städte, das Schwarze Meer oder die Berge laut dem offiziellen Tourismusportal in 3 bis 4 Stunden mit Auto oder Bahn; die Stadt selbst bietet ein lebendiges Kunst- und Kulturszene-Angebot mit zahlreichen Galerien und Theatern.
Brasov
Brasov liegt am Fuss der Karpaten und ist Ausgangspunkt für Siebenbürgen; die gut erhaltene Altstadt mit Kopfsteinpflastergassen und die Schwarze Kirche, die grösste gotische Kirche Rumäniens, prägen den Ratsplatz. Eine Seilbahn führt auf den Hausberg Tâmpa mit Blick über die Altstadt.
Rund 30 km südlich liegt Schloss Bran, wegen seiner Verbindung zur Dracula-Legende und Bram Stokers Roman bekannt als «Dracula-Schloss»; es thront auf einem 60 m hohen Felsen. Peleș bei Sinaia, ab 1875 im Stil deutscher Neorenaissance für König Carol I. erbaut, gilt als eines der modernsten Schlösser seiner Zeit mit früher Elektrizität, Zentralheizung, Aufzug und sogar einer zentralen Staubsauganlage.
Sighișoara
Die von der UNESCO seit 1999 geschützte Zunftstadt Sighișoara ist eine der letzten durchgehend bewohnten mittelalterlichen Zitadellen Europas; der Geburtsort von Vlad III. («Vlad Țepeș», Vorbild für die Dracula-Figur) liegt im Herzen der Altstadt nahe dem Stundturm.
Der 64 m hohe Stundturm aus dem 14. Jahrhundert beherbergt ein Geschichtsmuseum und bietet von seiner Aussichtsplattform einen Blick über die bunten Bürgerhäuser der Zitadelle. Von den ursprünglich 14 Zunfttürmen der Stadtmauer sind heute noch 9 erhalten, jeder einst von einer eigenen Handwerkerzunft finanziert und verteidigt.
Zwischen Brasov und Sighișoara liegt Sibiu, eine weitere sächsisch geprägte Stadt mit charakteristischen «Augenhäusern» genannten Dachgauben; sie war 2007 Kulturhauptstadt Europas und lässt sich als weitere Zwischenstation in eine Siebenbürgen-Rundreise einbauen.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Romania Tourism (Ministry of Economy, Entrepreneurship and Tourism)
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Wann ist die beste Reisezeit für Rumänien?
Mai/Juni und September bieten die angenehmsten Temperaturen für Bukarest und Brasov; der Hochsommer wird in Bukarest mit Werten über 32 °C schwül-heiss, während Brasov dank seiner Lage auf rund 591 m deutlich kühler und regenreicher bleibt.
Die Stationsdaten zeigen zwei unterschiedliche Klimate: das kontinentale Tiefland um Bukarest auf 76 m mit heissen Sommern, und das Karpatenvorland um Brasov mit spürbar tieferen Temperaturen und mehr Niederschlag im Frühsommer.
Bukarest und Brasov (Siebenbürgen) im Jahresverlauf
| Bukarest | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 5 | 10 | 14 | 20 | 24 | 30 | 32 | 33 | 28 | 20 | 12 | 7 |
| Tiefstwert °C | -3 | 1 | 3 | 7 | 12 | 17 | 19 | 19 | 14 | 8 | 4 | 0 |
| Niederschlag mm | 44 | 34 | 39 | 43 | 65 | 79 | 67 | 46 | 52 | 56 | 42 | 48 |
| Brasov (Siebenbürgen) | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 2 | 6 | 10 | 16 | 20 | 25 | 27 | 27 | 22 | 16 | 10 | 4 |
| Tiefstwert °C | -7 | -4 | -1 | 2 | 7 | 12 | 13 | 12 | 8 | 3 | -1 | -4 |
| Niederschlag mm | 43 | 39 | 49 | 60 | 91 | 115 | 103 | 72 | 61 | 60 | 45 | 47 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station BUCURESTI FILARET (1 km, 84 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station BRASOV GHIMBAV (9 km, 538 m), auf 591 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
In Bukarest steigen die Höchstwerte im Juli und August auf 32.4 bis 33.2 °C; am meisten regnet es im Juni mit 79 mm, am trockensten ist der Januar mit 44 mm. Die kältesten Nächte liegen im Januar bei -2.8 °C.
Brasov bleibt mit 26.6 bis 27.4 °C im Hochsommer rund 6 °C kühler als Bukarest; im Juni fallen mit 115 mm die höchsten Niederschläge des Jahres, die Winter sind mit Tiefstwerten bis -7.2 °C im Januar deutlich kälter als im Tiefland.
Winterreisen eignen sich vor allem für die Karpaten-Skigebiete rund um Sinaia und Poiana Brașov; für Städtereisen nach Bukarest und Siebenbürgen sind Spätfrühling und Frühherbst wegen milderer Temperaturen und weniger Regen vorzuziehen.
Quellen: Romania Tourism (Ministry of Economy, Entrepreneurship and Tourism)
Was braucht man für die Einreise nach Rumänien?
Schweizer, Deutsche und Österreicher brauchen für die Einreise kein Visum: Ein gültiger Reisepass oder Personalausweis genügt (Stand September 2026). Rumänien ist seit 1. Januar 2025 Schengen-Vollmitglied, an den Landgrenzen zu anderen Schengen-Staaten entfällt seither die Personenkontrolle.
- Schweiz: Das EDA verweist für die aktuellen Einreisebestimmungen auf die Länderseite Rumänien; als Schengen-Assoziierte reisen Schweizerinnen und Schweizer mit Pass oder Identitätskarte ein.
- Deutschland: Laut Auswärtigem Amt genügen Reisepass, vorläufiger Reisepass, Personalausweis oder vorläufiger Personalausweis; die Dokumente müssen für die gesamte Aufenthaltsdauer inklusive Ausreisetag gültig sein.
- Österreich: Laut BMEIA reichen Reisepass oder Personalausweis mit ausreichender Gültigkeit; ein Visum entfällt für touristische Aufenthalte als EU- und Schengen-Bürger.
- Andere Staatsangehörigkeiten: Für sie gelten je nach Herkunftsland eigene Regeln; Auskunft geben die rumänischen Botschaften und Konsulate.
Vor dem vollständigen Beitritt entfielen die Kontrollen an Luft- und Seegrenzen bereits seit dem 31. März 2024, die Landgrenzen zu Bulgarien, Ungarn und weiteren Schengen-Staaten folgten zum 1. Januar 2025. Bei Beträgen über 10'000 Euro gilt bei Ein- und Ausreise Deklarationspflicht.
Massgeblich sind die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und den rumänischen Behörden zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Europäische Kommission
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Rumänien?
Für die Einreise ist keine Impfung vorgeschrieben. Empfohlen werden die Basisimpfungen sowie Hepatitis A; in Siebenbürgen, den Karpaten-Ausläufern und im Kreis Tulcea besteht ein erhöhtes FSME-Risiko durch Zecken.
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird von Frühjahr bis Herbst durch Zeckenstiche übertragen; besondere Risikogebiete sind der Kreis Tulcea, Siebenbürgen am Fuss der Karpaten und die Südkarpaten. Für Wanderungen in diesen Regionen ist eine FSME-Impfung sinnvoll, dazu helle Kleidung, geschlossene Schuhe und Repellentien.
Das Auswärtige Amt nennt zusätzlich saisonales West-Nil-Fieber, das über Mückenstiche übertragen wird, sowie eine grosse frei lebende Bärenpopulation in den Karpaten mit dokumentierten Zwischenfällen; markierte Wanderwege sollte man nicht verlassen und Zeltplätze nicht mit offen liegenden Essensresten belassen.
Die medizinische Versorgung ist in Bukarest und den grösseren Städten gut, ausserhalb urbaner Zentren eingeschränkter; eine Reiseversicherung mit Rückholklausel wird empfohlen, insbesondere für Bergtouren in den Karpaten.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wie sicher ist Rumänien für Reisende?
Rumänien gilt als sicheres Reiseland, die Kriminalität beschränkt sich meist auf Taschendiebstahl und Trickdiebstahl. Strukturell erhöhte Vorsicht gilt in den Grenzgebieten zur Ukraine im Osten, insbesondere im Donaudelta und im Kreis Tulcea; die aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA prüfen.
Das Auswärtige Amt warnt vor Taschendiebstahl, Autoaufbrüchen und Diebstahl in Nachtzügen; an Autobahnraststätten kommt es gelegentlich zu Trickdiebstählen mit vorgetäuschten Fahrzeugschäden. Die allgemeine Terrorismusgefahr wird als gering eingestuft, weltweite Vorsichtsmassnahmen gelten trotzdem.
Im Landesinneren, in Bukarest sowie in Siebenbürgen und im Westen gelten keine besonderen Einschränkungen; strukturell grenznäher und damit aufmerksamer zu beobachten sind der Osten und die Schwarzmeerküste bei Constanța.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt
Wie reist man nach Rumänien und im Land herum?
Internationale Flüge landen vor allem am Flughafen Bukarest Henri Coandă (OTP); Direktverbindungen bestehen unter anderem ab Istanbul, Wien, Amsterdam, Paris und Frankfurt, dazu eine saisonale Langstreckenverbindung nach New York (JFK). Zwischen Bukarest und Brasov verkehren Bahn und Autobahn in rund 2.5 bis 3 Stunden.
| Airline | Ziele ab OTP |
|---|---|
| Wizz Air | 64 Ziele |
| Ryanair | 37 Ziele |
| Tarom (Nationale Fluggesellschaft) | 27 Ziele |
| Animawings | 27 Ziele |
| HiSky | 10 Ziele, inkl. Langstrecke |
Die einzige planmässige Nonstop-Langstreckenverbindung ab Bukarest führt nach New York JFK (rund 9 h 50 min, HiSky); eine saisonale Verbindung nach Peking (PEK) ergänzt das Angebot mit rund 9 h 40 min Flugzeit. Für die meisten interkontinentalen Reisen führt der Weg über ein europäisches Drehkreuz wie Istanbul, Wien, Amsterdam oder Frankfurt.
Brasov selbst hat keinen eigenen internationalen Flughafen; Reisende fliegen nach Bukarest OTP und fahren mit dem Zug oder Mietwagen weiter, alternativ über den kleineren Flughafen Sibiu, rund 1.5 Autostunden von Brasov entfernt.
Innerhalb Siebenbürgens verbindet die Bahn Brasov mit Sighișoara in rund 2 Stunden; Bran und Peleș/Sinaia sind ab Brasov am besten mit dem Mietwagen oder organisierten Tagestouren erreichbar.
Quellen: FlightConnections
Welches Geld braucht man in Rumänien und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Rumänische Leu (RON); Kartenzahlung ist in Bukarest und Siebenbürgen weit verbreitet, auch für Kleinbeträge. In ländlichen Gegenden der Karpaten und in Dorfläden bleibt Bargeld wichtig.
Geldautomaten gibt es in allen grösseren Städten; die Kurse an Wechselstuben in Touristenzentren sind oft schlechter als am Automaten direkt mit der Bankkarte abzuheben. Der Euro wird ausserhalb von Hotels und einzelnen Touranbietern kaum akzeptiert.
Trinkgeld ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, in Restaurants sind rund 10 % der Rechnung üblich, wenn keine Servicepauschale bereits enthalten ist. Taxifahrer runden Beträge häufig einfach auf; kontaktloses Bezahlen mit Karte oder Smartphone ist in Bukarest und Brasov inzwischen Standard, auch für kleine Beträge an Kiosken.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wo übernachtet man in Rumänien am besten?
In Bukarest wohnt man zentral in der Altstadt Lipscani oder rund um den Boulevard Calea Victoriei, in Brasov innerhalb der historischen Altstadt nahe dem Ratsplatz oder am Fuss des Hausbergs Tâmpa.
Bukarest bietet Unterkünfte von Boutique-Hotels in Lipscani bis zu internationalen Ketten entlang der Calea Victoriei; wer zentral und zu Fuss zwischen Sehenswürdigkeiten unterwegs sein will, bleibt in der Altstadt.
In Brasov liegen Pensionen und kleine Hotels meist innerhalb der Stadtmauern nahe dem Ratsplatz; für Ausflüge nach Bran, Peleș oder Sighișoara ist eine zentrale Lage in Brasov mit gutem Bahn- und Strassenanschluss praktisch.
Was isst man in Rumänien?
Die rumänische Küche mischt osmanische, ungarische und slawische Einflüsse: Kohlrouladen (Sarmale), gegrillte Fleischröllchen (Mici) und der Maisbrei Mămăligă gehören zu den Nationalgerichten, dazu Weine aus Anbaugebieten wie Cotnari und Murfatlar.
Sarmale, mit Hackfleisch und Reis gefüllte Kohl- oder Weinblätter, gelten als Festtagsgericht und werden oft mit saurer Sahne serviert. Mici, kleine gegrillte Röllchen aus Rind- und Lammhack mit viel Knoblauch, sind ein beliebter Strassenimbiss.
Mămăligă, ein fester Maisbrei, ersetzt traditionell Brot und wird mit Käse, saurer Sahne oder Fleischgerichten kombiniert. In Siebenbürgen zeigen sich deutsch-sächsische Einflüsse etwa in deftigen Eintöpfen und Gebäck.
Rumänien zählt zu den grösseren Weinproduzenten Europas; bekannte Anbaugebiete sind Cotnari in der Moldau und Murfatlar bei der Schwarzmeerküste. Vor dem Essen wird häufig Țuică, ein Pflaumenbrand, als Aperitif gereicht.
Welche Kultur und welche Feste prägen Rumänien?
Rumänien zählt mit 11 UNESCO-Welterbestätten zu den kulturell reichsten Ländern Südosteuropas, von den bemalten Klöstern der Moldau bis zu den Wehrkirchen Siebenbürgens. Die Dracula-Legende um Vlad Țepeș und die orthodoxe Ostertradition prägen das kulturelle Selbstbild bis heute.
Die Wehrkirchen Siebenbürgens in Dörfern wie Biertan, Prejmer und Viscri sind seit 1993/1999 UNESCO-Welterbe; sie entstanden ab dem 13. Jahrhundert als Schutz vor osmanischen Einfällen. Die bemalten Klosterkirchen der Bukowina (Moldauklöster) mit ihren Aussenfresken sind seit 1993 ebenfalls geschützt.
Das orthodoxe Osterfest ist der wichtigste Feiertag des Kirchenjahres, mit Mitternachtsgottesdiensten und dem Eierfärben. In Bukarest würdigt das Rumänische Athenäum mit dem jährlichen Georges-Enescu-Festival die klassische Musiktradition des Landes.
2024 kamen mit dem Brâncuși-Denkmalensemble in Târgu Jiu und den Grenzanlagen des Römischen Reichs in Dakien zwei weitere UNESCO-Stätten hinzu; insgesamt zählt Rumänien damit 9 Kultur- und 2 Naturstätten.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
Welche Erlebnisse lohnen sich in Rumänien?
Zu den Höhepunkten zählen die Schlösser Bran und Peleș, die Zunftstadt Sighișoara, eine Bootsfahrt im Donaudelta und Wandern oder Skifahren in den Karpaten rund um Sinaia und Poiana Brașov.
Schlösser Siebenbürgens
Schloss Bran mit seiner Dracula-Legende und das aufwendig ausgestattete Schloss Peleș in Sinaia, ab 1875 für König Carol I. erbaut, lassen sich in einem Tagesausflug ab Brasov kombinieren; beide zeigen die Bandbreite von wehrhafter Burg bis königlicher Sommerresidenz.
Sighișoara
Die Zitadelle von Sighișoara mit ihrem Stundturm ist eine der letzten bewohnten mittelalterlichen Kleinstädte Europas; farbige Bürgerhäuser und ein Netz aus überdachten Treppen prägen das Bild.
Donaudelta
Bootstouren ab Tulcea führen durch das drittartenreichste Feuchtgebiet der Welt mit Pelikanen, Kormoranen und seltenen Fischarten; das Delta ist seit 1991 UNESCO-Welterbe und am besten im Frühling und Frühsommer zur Vogelbrutzeit zu erleben.
- Transfăgărășan: eine der spektakulärsten Passstrassen Europas über die Südkarpaten, meist nur von Juni bis Oktober schneefrei befahrbar.
- Poiana Brașov: Wintersportort 12 km ausserhalb von Brasov mit Karpaten-Skigebiet.
- Maramureș: Region im Norden mit hölzernen UNESCO-Kirchen und traditionellem Dorfleben, von Sighișoara aus per Bahn oder Mietwagen erreichbar.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
Wie reist man in Rumänien verantwortungsvoll?
Die grosse Bärenpopulation der Karpaten sowie das empfindliche Ökosystem des Donaudeltas verlangen Rücksicht: markierte Wege nicht verlassen, keine Essensreste im Freien liegen lassen und im Delta nur mit lizenzierten Guides unterwegs sein.
- In den Karpaten auf markierten Wanderwegen bleiben und Essensreste nicht offen liegen lassen, um Begegnungen mit Bären zu vermeiden.
- Im Donaudelta nur mit lizenzierten Bootsführern fahren, um Vogelkolonien und Schutzzonen nicht zu stören.
- In den Wehrkirchen-Dörfern Siebenbürgens wie Viscri und Biertan Eintrittsgebühren zahlen, die direkt der Erhaltung der Bausubstanz zugutekommen.
Quellen: Auswärtiges Amt
Mit welchen Ländern lässt sich Rumänien kombinieren?
Am naheliegendsten sind die Nachbarländer Bulgarien im Süden über die Donaubrücke bei Ruse und Serbien im Westen über Timișoara-Belgrad. Auch die Republik Moldau lässt sich von der Moldau-Region aus in einer Osteuropa-Rundreise verbinden.
Von Bukarest führt die Route über die Donaubrücke nach Ruse in Bulgarien oder weiter Richtung Schwarzmeerküste; von Timișoara im Westen ist Belgrad in Serbien in wenigen Autostunden erreichbar.
Wer Siebenbürgen bereist, kann die Route über Oradea Richtung Ungarn fortsetzen; beide hier verlinkten Nachbarländer Bulgarien und Serbien sind Teil dieser Reiseziel-Datenbank.
Für wen eignet sich Rumänien, für wen weniger?
Rumänien passt zu Kultur- und Naturreisenden, die mittelalterliche Städte, Burgen und Karpatenwanderungen mit tiefen Preisen verbinden wollen. Weniger geeignet ist es für alle, die durchgehend gut ausgebaute Bahn-Schnellverbindungen oder eine dichte Strandinfrastruktur suchen.
Gut passt Rumänien für Rundreisende mit Mietwagen, für Geschichtsinteressierte an der Dracula-Legende und den Wehrkirchen Siebenbürgens sowie für Naturliebhaber, die das Donaudelta oder Bärenbeobachtung in den Karpaten suchen.
Weniger ideal ist das Land für alle, die auf schnelle Bahnverbindungen zwischen Regionen angewiesen sind: Zugfahrten dauern oft länger als die Strassendistanz vermuten lässt. Die Schwarzmeerküste um Constanța ist auf dieser Seite nicht im Detail behandelt.