Was macht eine Reise nach Bolivien aus?
Bolivien ist ein Binnenland mit 1’098’581 km² und laut Zensus 2024 rund 11.4 Millionen Einwohnern. Ein Drittel der Fläche liegt in den Anden, der grössere Teil ist Tiefland im Osten und Norden. Zu den bekanntesten Zielen gehören der Salar de Uyuni, der Titicacasee, die Silberstadt Potosí und die Kolonialstadt Sucre.
Die meisten Reisen verbinden das Hochland im Westen mit Abstechern ins Tiefland: La Paz und der Titicacasee im Norden des Altiplano, Uyuni und die Lagunen im Südwesten, Sucre und Potosí im Süden. Santa Cruz de la Sierra auf rund 400 m ist Ausgangspunkt für die Jesuitenmissionen der Chiquitos, Rurrenabaque am Río Beni das Tor zum Madidi-Nationalpark.
Zwei Dinge prägen die Planung: die Höhe, weil viele Nächte über 3’500 m liegen, und das Risiko von Protesten und Strassenblockaden. Wer Puffertage einplant und langsam an Höhe gewinnt, reist entspannter.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Wie ist Bolivien als Reiseland?
Bolivien ist seit der Verfassung von 2009 offiziell ein plurinationaler Staat: Neben Spanisch haben 36 indigene Sprachen Amtsstatus, am häufigsten gesprochen werden Quechua, Aymara und Guaraní. Das Land ist vielfältig, aber nicht auf schnelles Abhaken ausgelegt: Distanzen sind gross, und in der Regenzeit sind Strassen oft tagelang unpassierbar.
Die Unabhängigkeit wurde am 6. August 1825 erklärt, das Land trägt den Namen von Simón Bolívar. Sucre ist bis heute die verfassungsmässige Hauptstadt, Regierungssitz ist La Paz. Seit dem Pazifikkrieg von 1879 bis 1884 hat Bolivien keinen Zugang zum Meer.
Die grösste Stadt ist nicht La Paz, sondern Santa Cruz de la Sierra im tropischen Tiefland mit 1’606’671 Einwohnern (2024). Im Hochland prägen Aymara- und Quechua-Traditionen den Alltag, sichtbar etwa an der Alasita in La Paz, bei der Miniaturen für den Glücksgott Ekeko gesegnet werden.
Bergbau gehört zur Identität: Der Cerro Rico von Potosí war in der Kolonialzeit Spaniens wichtigste Silberquelle, und gefördert wird dort bis heute. Bolivien hält rund 22 % der bekannten Lithiumressourcen der Welt, die meisten unter dem Salar de Uyuni.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · UNESCO Intangible Cultural Heritage · UNESCO-Welterbezentrum · Wikipedia
Welche Regionen gehören auf eine Bolivien-Reise?
Die klassische Route verbindet La Paz auf rund 3’600 m, den Titicacasee, Sucre, Potosí und den Salar de Uyuni mit den Lagunen der Reserva Eduardo Avaroa. Im Tiefland kommen Santa Cruz mit den Jesuitenmissionen der Chiquitos und das Amazonasgebiet um Rurrenabaque und den Madidi-Nationalpark dazu.
La Paz und El Alto
La Paz liegt in einem Talkessel, die Innenstadt auf rund 3’600 m, der Flughafen in El Alto auf rund 4’070 m. El Alto ist mit 885’035 Einwohnern (Zensus 2024) die zweitgrösste Stadt des Landes. Seit 2014 verbindet das Seilbahnnetz Mi Teleférico die beiden Städte, seit 2019 mit zehn Linien und rund 30.6 km; Wikipedia und Reiseportale wie colombiaone.com nennen es das längste urbane Seilbahnsystem der Welt, eine Vergleichszahl eines konkurrierenden Netzes nennt keine der beiden Quellen. Nahe dem Südufer des Titicacasees liegt auf 3’850 m Tiwanaku, zwischen 500 und 900 n. Chr. Zentrum einer Hochkultur und seit 2000 UNESCO-Welterbe.
Titicacasee: Copacabana und Isla del Sol
Der Titicacasee liegt auf 3’812 m, ist 8’372 km² gross und wird von Peru und Bolivien geteilt. Hauptort auf bolivianischer Seite ist Copacabana (3’841 m) mit der Basilika der Virgen de Copacabana aus dem 17. Jahrhundert. Boote fahren von dort zur Isla del Sol, die in der Inka-Religion als Geburtsort des Sonnengottes galt; auf der Insel gibt es weder Autos noch asphaltierte Strassen.
Salar de Uyuni und der Südwesten
Der Salar de Uyuni auf 3’656 m ist mit 10’582 km² die grösste Salzfläche der Erde. Ausgangspunkt ist die Stadt Uyuni auf rund 3’700 m. Südlich schliesst die Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa an, 7’147 km² gross und zwischen 4’200 und 5’400 m hoch. Die Laguna Colorada (4’278 m) färbt sich durch Sedimente und Algen rot und ist Lebensraum des seltenen James-Flamingos, die Laguna Verde (4’310 m) liegt am Vulkan Licancabur an der Grenze zu Chile.
Sucre und Potosí
Sucre auf rund 2’790 m ist die verfassungsmässige Hauptstadt. Die Spanier gründeten sie 1538 als La Plata; wegen der weissen Kolonialbauten heisst sie «Ciudad Blanca», ihr Zentrum ist seit 1991 Welterbe. Potosí auf rund 4’070 m zählt zu den höchstgelegenen Städten der Welt. Der Silberberg Cerro Rico (4’824 m) galt im 16. Jahrhundert als grösster Industriekomplex der Welt; die Stadt ist seit 1987 Welterbe und steht seit 2014 auf der Liste des gefährdeten Welterbes.
Santa Cruz und die Jesuitenmissionen der Chiquitos
Santa Cruz de la Sierra auf rund 400 m hat mit Viru Viru den grössten Flughafen des Landes. Von hier aus erreicht man die Jesuitenmissionen der Chiquitos, zwischen 1691 und 1760 gegründet: San Francisco Javier, Concepción, Santa Ana, San Miguel, San Rafael und San José sind erhalten und seit 1990 Welterbe. Die Kirchen sind Holzbauten mit geschnitzten Säulen, nur San José ist aus Stein. Im selben Departamento liegt der Fuerte de Samaipata, ein behauener Fels, der unter den Inka Provinzhauptstadt war.
Amazonas: Rurrenabaque und Madidi
Rurrenabaque am Río Beni liegt auf 274 m und ist Ausgangspunkt für Touren in den Regenwald und die Pampas. Der Madidi-Nationalpark, 1995 gegründet, umfasst 18’957 km² und reicht von 180 bis 5’760 m; über 1’250 Vogelarten sind dort nachgewiesen.
Quellen: Auswärtiges Amt · Wikipedia · Wikipedia · Colombia One · UNESCO-Welterbezentrum · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · UNESCO-Welterbezentrum · Wikipedia · UNESCO-Welterbezentrum · Wikipedia · Wikipedia · UNESCO-Welterbezentrum · UNESCO-Welterbezentrum · Wikipedia · Wikipedia (español)
Reiseziele
Regionen mit eigener Seite
Inseln und Regionen
- StadtLa Paz und El AltoLa Paz liegt auf rund 3’650 m in einem Canyon, darüber auf dem Altiplano El Alto mit dem höchsten internationalen Flughafen der Welt.
- RegionSalar de Uyuni und der SüdwestenDer Salar de Uyuni auf 3’656 m ist mit 10’582 km² die grösste Salzfläche der Erde.
- RegionSucre und PotosíSucre ist die weisse Kolonialhauptstadt auf rund 2’790 m, Potosí die Silberstadt auf rund 4’070 m, 156 km weiter.
- RegionSanta Cruz und die Jesuitenmissionen der ChiquitosDie Chiquitania im bolivianischen Tiefland östlich von Santa Cruz ist vor allem für ihre Jesuitenmissionen bekannt: Holzkirchen mit geschnitzten…
- RegionRurrenabaque und MadidiRurrenabaque am Río Beni ist das Tor zum Madidi-Nationalpark und zu den Pampas del Yacuma.
- StadtSanta Cruz de la SierraSanta Cruz de la Sierra ist mit rund 1.6 Millionen Einwohnern die grösste Stadt Boliviens, liegt auf rund 400 m im Tiefland und ist der…
- StadtCochabambaCochabamba ist die Stadt im zentralen Hochtal Boliviens auf rund 2’570 m, bekannt für ihre Küche, den grössten Freiluftmarkt des Kontinents und…
Wie gefährlich ist die Höhe in La Paz, El Alto, Uyuni und Potosí?
Der Flughafen von La Paz in El Alto liegt auf rund 4’070 m, Potosí ebenfalls auf rund 4’070 m, Uyuni auf rund 3’700 m, die Lagunen im Südwesten über 4’200 m. Laut CDC ist ab einer Schlafhöhe von rund 2’450 m jede nicht akklimatisierte Person gefährdet, und die Ankunft per Flugzeug direkt in La Paz gilt als besonders riskant.
| Ort | Höhe | Hinweis |
|---|---|---|
| Santa Cruz de la Sierra | rund 400 m | Ankunft ohne Höhenprobleme |
| Sucre | rund 2’790 m | geeignet für die ersten Nächte im Hochland |
| La Paz, Innenstadt | rund 3’600 m | rund 470 m tiefer als der Flughafen |
| El Alto | rund 4’000 bis 4’300 m | Flughafen auf rund 4’070 m |
| Copacabana | rund 3’840 m | Nachtfrost in der Trockenzeit |
| Uyuni | rund 3’700 m | Salar auf 3’656 m |
| Potosí | rund 4’070 m | Cerro Rico 4’824 m |
| Reserva Eduardo Avaroa | 4’200 bis 5’400 m | Laguna Colorada 4’278 m |
Leitsymptom der akuten Höhenkrankheit ist Kopfschmerz, oft mit Appetitlosigkeit, Schwindel, Müdigkeit oder Übelkeit; die Beschwerden beginnen laut CDC meist 2 bis 12 Stunden nach der Ankunft. Verwirrtheit, Gangunsicherheit und Atemnot in Ruhe sind Warnzeichen: dann sofort absteigen.
Oberhalb von 3’000 m soll die Schlafhöhe laut CDC um höchstens 500 m pro Tag steigen, in den ersten 48 Stunden verzichtet man auf Alkohol. Bessern sich die Symptome nach Pause oder Übernachtung nicht, rät das Auswärtige Amt zum Abstieg unter 2’000 m.
Für die Route heisst das: in Santa Cruz landen, über Sucre ins Hochland reisen und Potosí, Uyuni und die Lagunen ans Ende legen. Vorbeugende Medikamente gehören in ein reisemedizinisches Gespräch.
Koka-Tee (Mate de Coca) ist in Bolivien legal. In die Schweiz ist die Einfuhr von Koka-Produkten jeglicher Art verboten, in Deutschland verstösst schon die versuchte Einfuhr von Mate de Coca gegen das Betäubungsmittelgesetz.
Quellen: CDC Yellow Book · Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für Bolivien?
Für das Hochland ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober die sicherste Wahl: wenig Regen, milde Tage, aber Nachtfrost. Die Regenzeit dauert laut Auswärtigem Amt von November bis April und bringt Überschwemmungen und Erdrutsche. Dafür kann der Salar de Uyuni zwischen Dezember und April zum Spiegel werden.
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte und Monatsniederschlag in La Paz, Potosí und Santa Cruz de la Sierra
| La Paz | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 18 | 18 | 18 | 19 | 19 | 18 | 18 | 19 | 20 | 20 | 21 | 19 |
| Tiefstwert °C | 7 | 7 | 6 | 4 | 1 | -1 | -1 | -1 | 2 | 4 | 5 | 7 |
| Niederschlag mm | 136 | 114 | 79 | 35 | 13 | 9 | 16 | 22 | 24 | 48 | 44 | 107 |
| Potosí | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 15 | 14 | 15 | 16 | 15 | 14 | 14 | 15 | 16 | 18 | 18 | 16 |
| Tiefstwert °C | 5 | 4 | 4 | 2 | -0 | -2 | -2 | -2 | 1 | 3 | 4 | 4 |
| Niederschlag mm | 107 | 99 | 62 | 23 | 4 | 14 | 4 | 4 | 12 | 36 | 35 | 89 |
| Santa Cruz de la Sierra | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 32 | 31 | 31 | 29 | 26 | 25 | 26 | 29 | 32 | 32 | 32 | 32 |
| Tiefstwert °C | 23 | 23 | 22 | 21 | 18 | 17 | 17 | 18 | 21 | 22 | 22 | 23 |
| Niederschlag mm | 169 | 150 | 115 | 92 | 85 | 70 | 38 | 40 | 48 | 84 | 112 | 136 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station EL ALTO INTL (5 km, 4062 m), auf 3640 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station CAPITAN NICOLAS ROJAS (6 km, 3936 m), auf 4090 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station EL TROMPILLO (3 km, 418 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Die Tabelle zeigt das Muster: Im Hochland fällt der meiste Regen zwischen Dezember und März, von Juni bis August sinken die mittleren Nachttemperaturen in La Paz und Potosí unter null, während die Tage mild bleiben. Santa Cruz im Tiefland ist ganzjährig warm und hat von November bis März die meisten Niederschläge.
Im Südwesten ist es noch kälter. Der Wetterdienst Senamhi nennt Juni und Juli als frostreichste Monate im Departamento Potosí, die Minusgrade beginnen Ende Mai; in Uyuni sind in kalten Nächten über −20 °C gemessen worden, die tiefsten Werte des Landes. Für Touren zu den Lagunen braucht es Winterkleidung und einen warmen Schlafsack.
In der Regenzeit sind Strassen laut Auswärtigem Amt oft mehrere Tage unpassierbar, das EDA warnt vor Überschwemmungen, Erdrutschen und Schäden an der Infrastruktur. Am Ende der Trockenzeit können Waldbrände die Luft belasten und Flüge beeinträchtigen.
Quellen: Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Wikipedia · Los Tiempos · eju.tv
Was brauche ich für die Einreise nach Bolivien?
Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen für touristische Aufenthalte ohne Visum ein, brauchen aber einen Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist; Deutsche dürfen laut Auswärtigem Amt bis zu 90 Tage pro Kalenderjahr bleiben. Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln je nach bolivianischer Visagruppe. Zusätzlich verlangt Bolivien von allen Ausländern eine Online-Registrierung bei der Migrationsbehörde (Stand September 2026).
- Visum: für Schweizer, Deutsche und Österreicher nicht nötig. Ihre Länder stehen in der bolivianischen Visagruppe I, deren Staatsangehörige für Tourismus kein Visum brauchen.
- Registrierung: Laut EDA müssen sich ausländische Staatsangehörige innerhalb von 48 Stunden online im System SIGEMIG der Migrationsbehörde registrieren; das bestätigt auch das Generalkonsulat Argentiniens in La Paz, das zusätzlich die Busse beziffert: 236 Bolivianos, bei Zahlungsunfähigkeit droht die Ausweisung mit dreijährigem Wiedereinreiseverbot.
- Nachweise: Laut BMEIA müssen Reisende ohne Aufenthaltstitel eine umfassende Krankenversicherung und die Wiederausreise belegen können.
- Einreisestempel: Bei der Einreise über Land auf dem Stempel bestehen, sonst drohen bei der Ausreise Strafzahlungen.
Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln. Die bolivianische Botschaft in London ordnet die Staaten drei Visagruppen zu: Zur Gruppe I ohne Visum gehören neben den meisten westeuropäischen Ländern etwa Kanada, Australien, Neuseeland und Japan. Wer zur Gruppe II gehört, beantragt ein Visum mit Flug- und Hotelbuchung, Kontoauszügen und Impfnachweisen; für Gruppe III ist zusätzlich eine vorherige Prüfung durch die Migrationsbehörde nötig. Auskunft geben die bolivianischen Vertretungen und die Dirección General de Migración.
Minderjährige, die ohne Eltern oder mit nur einem Elternteil reisen, brauchen laut EDA eine Ausreisebewilligung des Kinder- und Jugendgerichts. Zur Gelbfieberimpfung widersprechen sich die Behördenangaben (siehe Gesundheit). Massgeblich sind immer die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA, für alle anderen Staatsangehörigen die der bolivianischen Vertretungen und der Migrationsbehörde.
Quellen: Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Embajada del Estado Plurinacional de Bolivia en el Reino Unido · Dirección General de Migración, Estado Plurinacional de Bolivia · Consulado General de Argentina en La Paz
Welche Impfungen und Gesundheitsvorsorge braucht es für Bolivien?
Für Reisen in Gebiete unter 2’500 m östlich der Anden empfiehlt healthytravel.ch die Gelbfieberimpfung, zudem Hepatitis A für alle Reisenden. Malaria kommt laut CDC unter 2’500 m vor, in La Paz nicht. Im Tiefland kommen zudem Dengue und Chikungunya vor.
Gelbfieber: Laut Auswärtigem Amt ist die Impfung nur bei Einreise in die Gelbfiebergebiete vorgeschrieben (Beni, Pando und Teile von Chuquisaca, La Paz, Cochabamba, Tarija und Santa Cruz), healthytravel.ch nennt Beni, Pando und Santa Cruz, die CDC eine Vorschrift für alle Einreisenden ab einem Jahr. Wer ins Tiefland reist, sollte geimpft sein und den Impfausweis mitführen.
Malaria und Mücken: Das höchste Malariarisiko nennt das Auswärtige Amt in Pando und im Norden von Beni; landesweit kommen Dengue, Zika und Oropouche-Fieber vor. Mückenschutz braucht es tagsüber gegen Dengue und Chikungunya, in der Dämmerung und nachts gegen Malaria. Prophylaxe und Chikungunya-Impfung sind ärztlich abzuklären.
Versorgung: healthytravel.ch empfiehlt den meisten Reisenden die Tollwutimpfung, tollwütige Hunde sind laut CDC häufig. Das beste Niveau bieten die Privatkliniken in La Paz, auf dem Land sinkt es teils dramatisch. Spitäler verlangen laut EDA meist eine finanzielle Garantie, das Auswärtige Amt rät zu einer Evakuierungsversicherung.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizerisches Expertenkomitee für Reisemedizin · CDC Travelers' Health · Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Wie sicher ist Bolivien?
EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA weisen immer wieder auf das Risiko von Protesten und Strassenblockaden hin, vor allem rund um La Paz, El Alto, Cochabamba und Santa Cruz. Die Behörden raten regelmässig von Reisen in den Chapare ab, wo Kokaanbau und Drogenhandel die Lage prägen. Die aktuelle Lage steht in den Reisehinweisen der drei Ministerien.
- EDA: Von touristischen und nicht dringenden Reisen in den Chapare wird abgeraten; in Grenzgebieten sind Schmuggel- und Drogenbanden aktiv. Reisehinweise EDA
- Auswärtiges Amt: rät regelmässig ab von Reisen in den Chapare samt Villa Tunari und den Routen 4 und 24 sowie in die Grenzregion zu Brasilien im Departamento Santa Cruz. Reise- und Sicherheitshinweise
- BMEIA: stuft die grossen Städte des Hochlands und Santa Cruz in der Regel höher ein als das übrige Land. Reiseinformation BMEIA
Blockaden entstehen oft ohne Ankündigung und können die Zufahrt zu Flughäfen versperren. Das EDA rät, genügend Zeit einzurechnen und nie zu versuchen, eine Blockade zu passieren. Den Strassenzustand meldet die Strassenbehörde ABC auf Transitabilidad.
Die Behörden nennen bewaffnete Überfälle, falsche Polizisten und Taxis sowie Expressentführungen, vor allem in La Paz, El Alto und Santa Cruz; das Auswärtige Amt nennt auch die Yungas und Uyuni. Empfohlen werden bestellte Radio-Taxis, keine Minibusse und keine Überlandfahrten bei Nacht. Drogendelikte werden mit langen Haftstrafen geahndet.
Quellen: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Administradora Boliviana de Carreteras (ABC)
Wie reist man nach Bolivien an und wie im Land?
Bolivien hat zwei wichtige internationale Flughäfen: Viru Viru (VVI) bei Santa Cruz de la Sierra auf rund 400 m und El Alto (LPB) über La Paz auf rund 4’070 m. Die einzige Nonstop-Strecke aus Europa ist Madrid–Santa Cruz mit Air Europa und BoA, im Schnitt 11 h 15 min; aus Nordamerika fliegt man nonstop ab Miami, sonst steigt man in Lima, Bogotá, Panama-Stadt, São Paulo oder Santiago um (Stand September 2026).
Der Flughafen Viru Viru (VVI) liegt 17 km nördlich von Santa Cruz und ist der grösste des Landes; wer hier landet, beginnt auf rund 400 m. BoA bedient von dort das dichteste Netz, daneben fliegen LATAM, Avianca, Air Europa, Copa, Gol, Aerolíneas Argentinas und Paranair. In El Alto (LPB) landet man auf rund 4’070 m, ohne Zeit zur Akklimatisierung.
- Europa: Madrid–Santa Cruz nonstop, die einzige direkte Verbindung über den Atlantik (Stand September 2026).
- Nordamerika: Miami–Santa Cruz nonstop; aus Kanada und den übrigen US-Städten mit Umstieg, etwa in Miami, Panama-Stadt oder Bogotá.
- Lateinamerika: Santa Cruz hat Nonstop-Flüge nach Buenos Aires (EZE und AEP), São Paulo, Rio de Janeiro, Santiago de Chile, Iquique, Lima, Bogotá, Asunción und Panama-Stadt; La Paz nach Lima, Cusco, Bogotá und Santiago de Chile.
- Asien, Afrika, Ozeanien: keine Nonstop-Verbindung; man steigt in Europa, Nordamerika oder an einem der lateinamerikanischen Drehkreuze um.
Im Inland fliegen BoA und EcoJet zwischen La Paz und Santa Cruz, BoA auch nach Uyuni, EcoJet nach Rurrenabaque (Stand September 2026). Nach Rurrenabaque dauert der Flug 45 min bis 1 h statt 410 km Strasse. Uyuni ist zudem Bahnknoten mit Linien aus Oruro, Potosí, Villazón und Calama; verlässliche aktuelle Fahrzeiten dieser Zuglinien liessen sich in dieser Recherche nicht offiziell bestätigen. Für Überlandbusse gibt es dagegen Buchungsdaten: Auf der rund 156 km langen Strecke Sucre–Potosí verkehren laut Ticketportal TicketsBolivia rund 13 Fahrten täglich zwischen 6 und 20 Uhr, Fahrzeit rund 3 h.
EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA raten von Überlandfahrten bei Nacht ab. Wer ein Auto mietet, braucht den internationalen zusammen mit dem nationalen Führerschein; das Auswärtige Amt rät zu einem Wagen mit Fahrer, das EDA weist auf häufige Treibstoffengpässe hin.
Quellen: FlightConnections · FlightConnections · FlightConnections · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · TicketsBolivia
Welche Währung gilt in Bolivien und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Boliviano (BOB); in den grösseren Städten wird laut Auswärtigem Amt auch der US-Dollar akzeptiert. Mit Kredit- und Debitkarten kann man an vielen gekennzeichneten Geldautomaten Bolivianos beziehen, das BMEIA rät zusätzlich zu Bargeld in Dollar oder Euro (Stand September 2026).
Die Wirtschaft ist anfällig: Das BMEIA nennt Versorgungsengpässe und Inflation, das EDA Preissteigerungen, die Proteste und Blockaden auslösen können. Ein Bargeldpolster hilft, wenn eine Blockade die Weiterfahrt verzögert.
Der Boliviano war lange fest an den US-Dollar gebunden; seit der Freigabe des offiziellen Kurses 2026 schwankt er und weicht teils deutlich vom früheren Kurs ab. Karten- und Bargeldkurse können sich spürbar unterscheiden, deshalb vergleicht man den aktuellen Kurs vor der Reise und vor dem Abheben (Stand September 2026).
Bargeld bis 10’000 US-Dollar darf man laut Auswärtigem Amt ohne Anmeldung einführen, bis 20’000 US-Dollar mit Deklaration, darüber braucht es eine Bewilligung der Zentralbank.
Bei Expressentführungen werden Opfer laut EDA gezwungen, mit der Kreditkarte Bargeld abzuheben. Sinnvoll ist, tagsüber abzuheben und nur den Tagesbedarf bei sich zu tragen.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Revista Y/O
Wo übernachtet man in Bolivien?
Rund um den Salar de Uyuni gibt es Hotels, die fast vollständig aus Salzblöcken gebaut sind, von Wänden und Dach bis zu den Möbeln. Im Madidi-Nationalpark betreibt die Gemeinde San José de Uchupiamonas seit 1999 die Lodge Chalalán. In La Paz schläft man in der Innenstadt auf rund 3’600 m, rund 470 m tiefer als am Flughafen.
Im Südwesten schläft man in der Reserva Eduardo Avaroa auf über 4’200 m, wo im Winter strenger Frost herrscht; warme Kleidung und Schlafsack gehören ins Gepäck. Auf der Isla del Sol gibt es keine Autos, Gepäck muss zu Fuss hinauf, etwa nach Yumani auf 3’976 m. Chalalán liegt im Zentrum des Madidi-Parks, nach mehrstündiger Bootsfahrt ab Rurrenabaque; Pakete reichen von drei bis sechs Tagen.
Quellen: Wikipedia · Chalalán Ecolodge · Wikipedia (español) · Wikipedia · Wikipedia · Auswärtiges Amt
Was isst man in Bolivien?
Typisch ist die Salteña, eine gebackene Teigtasche mit Rind-, Schweine- oder Hühnerfleisch in würzig-süsser Sauce, die man in La Paz und Santa Cruz am Vormittag isst, besonders sonntags. Dazu kommen Sopa de Maní, Silpancho aus Cochabamba und Forelle aus dem Titicacasee. Das Nationalgetränk Singani wird aus Muskattrauben gebrannt.
Das Mittagessen ist die wichtigste Mahlzeit, traditionell schliessen viele Geschäfte zwischen 12 und 14 Uhr. Pique Macho kombiniert Rindfleisch, Würstchen, Zwiebeln, Peperoni, Ei und Pommes frites, Anticuchos sind marinierte Fleischspiesse. Im Tiefland um Santa Cruz gibt es Majadito, ein Reisgericht, und Cuñapé, ein Käsebrot.
Singani stammt aus Hochtälern ab 1’600 m, heute vor allem aus Tarija; mit einem sprudelnden Getränk gemischt wird er zum Chuflay.
Welche Feste und Traditionen prägen Bolivien?
Zehn Einträge aus Bolivien stehen auf den UNESCO-Listen des immateriellen Kulturerbes, darunter der Karneval von Oruro, die Alasita in La Paz und das Fest des Gran Poder. Die Alasita beginnt jedes Jahr am 24. Januar und dauert zwei bis drei Wochen.
Der Karneval von Oruro auf 3’700 m dauert zehn Tage. Bei der Entrada legen mehr als 28’000 Tänzerinnen und Tänzer und 10’000 Musiker in rund 50 Gruppen die 4 km lange Strecke zurück, zwanzig Stunden ohne Unterbruch; Haupttanz ist die Diablada.
Bei der Alasita kaufen die Menschen in La Paz Miniaturen, die dem Glücksgott Ekeko zugeordnet sind, und lassen sie segnen. Das Fest des Gran Poder in La Paz steht seit 2019 auf der UNESCO-Liste, die Ch'utillos in Potosí seit 2023. In Copacabana wird am 6. August die Schutzpatronin gefeiert.
Quellen: UNESCO Intangible Cultural Heritage · UNESCO Intangible Cultural Heritage · UNESCO Intangible Cultural Heritage · Wikipedia · Wikipedia
Was kann man in Bolivien erleben?
Zu den Höhepunkten gehören eine Tour über den Salar de Uyuni zu den Flamingolagunen der Reserva Eduardo Avaroa, eine Fahrt mit der Seilbahn Mi Teleférico über La Paz, die Inka-Ruinen der Isla del Sol und die Silberstadt Potosí. Im Tiefland locken die Holzkirchen der Chiquitos und der Regenwald im Madidi-Nationalpark.
- Salar und Lagunen: Zugfriedhof 3 km vor Uyuni, die Isla Incahuasi mit Riesenkakteen, Flamingos in der Laguna Colorada, Geysire und heisse Quellen bei Sol de Mañana.
- Seilbahn in La Paz: aus der Gondel Blick auf den Talkessel und die bunten neoandinen Cholets von El Alto.
- Tiwanaku: Akapana-Pyramide, Kalasasaya-Tempel und Pumapumku.
- Potosí und Sucre: die 1759 neu gebaute Casa de la Moneda, Kirchen im Andenbarock, in Sucre die Casa de la Libertad.
- Madidi: Regenwald- und Pampastouren ab Rurrenabaque.
Die alte Yungas-Strasse ist 64 km lang und überwindet 3’500 Höhenmeter; 1995 nannte die Interamerikanische Entwicklungsbank sie die gefährlichste Strasse der Welt. Heute befahren sie rund 25’000 Touristen im Jahr mit dem Mountainbike, seit 1998 starben mindestens 18 Radfahrer. Das Auswärtige Amt rät, die Registrierung des Anbieters zu prüfen.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · UNESCO-Welterbezentrum · UNESCO-Welterbezentrum · UNESCO-Welterbezentrum · Wikipedia · Wikipedia · Auswärtiges Amt · UNESCO-Welterbezentrum
Wie reist man in Bolivien nachhaltig?
Wer in Gemeindeprojekten übernachtet, lässt das Geld vor Ort: Die Lodge Chalalán im Madidi-Nationalpark wird seit 1999 von der Gemeinde San José de Uchupiamonas betrieben. Im Südwesten gehört die ganze Reserva Eduardo Avaroa seit 2009 zum Ramsar-Gebiet Los Lípez, das Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung schützt.
Der Titicacasee verliert seit 2000 Wasser, weil die Regenzeiten kürzer werden und Gletscher schmelzen; sparsamer Wasserverbrauch im Altiplano zählt. Auf den Lagunen gilt: Abstand zu den Flamingos halten und auf den Fahrspuren bleiben.
Quellen: Wikipedia (español) · Wikipedia · Wikipedia
Womit lässt sich Bolivien gut kombinieren?
Bolivien grenzt an Peru, Chile, Argentinien, Paraguay und Brasilien. Naheliegend ist Peru über den Titicacasee, dessen Westseite mit Puno zu Peru gehört, und Chile über den Südwesten, wo die Laguna Verde am Vulkan Licancabur direkt an der chilenischen Grenze liegt.
- Argentinien: Bahnlinie von Uyuni nach Villazón an der Grenze, Flüge ab Santa Cruz nach Buenos Aires.
- Paraguay: Nonstop-Flüge von Santa Cruz nach Asunción.
- Amazonas: Madidi und Rurrenabaque ergänzen Amazonasziele in Peru und Brasilien.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · FlightConnections · FlightConnections
Für wen eignet sich Bolivien und für wen weniger?
Bolivien passt zu Reisenden, die Hochgebirge, Salzwüste, Kolonialstädte und indigene Kultur verbinden wollen und mit Höhe, einfachen Bedingungen und Planänderungen umgehen können. Weniger geeignet ist es für kurze Reisen, für Menschen mit Herz- oder Lungenproblemen ohne ärztliche Abklärung und für alle, die auf feste Zeitpläne angewiesen sind.
Wer nur eine Woche hat, verbringt viel Zeit mit Akklimatisation und Transfers: Oberhalb von 3’000 m empfiehlt die CDC höchstens 500 m mehr Schlafhöhe pro Tag. Wer einen festen Anschlussflug hat, plant Puffertage ein, denn Blockaden können laut EDA auch die Flughafenzufahrt sperren.
Quellen: CDC Yellow Book · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA