Was ist der Salar de Uyuni, und warum fährt man dorthin?
Der Salar de Uyuni im Südwesten Boliviens ist mit 10’582 km² die grösste Salzfläche der Erde und liegt auf 3’656 m. Meist verbindet man ihn mit einer Jeeptour durch die Reserva Eduardo Avaroa mit Lagunen, Flamingos und Geysiren auf 4’200 bis 5’400 m; die Tour dauert von einem Tag bis zu vier Tagen.
Die Salzebene ist so flach, dass die mittlere Höhe laut Wikipedia auf der ganzen Fläche um weniger als einen Meter schwankt. Nach Regen liegt eine dünne Wasserschicht darauf und spiegelt den Himmel; in der Trockenzeit ist die Kruste weiss und von Sechsecken überzogen. Beides sind zwei verschiedene Reisen, und die Jahreszeit entscheidet darüber, welche man bekommt.
Ausgangspunkt ist die Stadt Uyuni auf rund 3’700 m, ein Bahnknoten mit 29’672 Einwohnern (Volkszählung 2012). Von hier fahren die Tagestouren auf den Salar; die Mehrtagestouren führen weiter nach Süden in die Lagunenwüste und enden entweder wieder in Uyuni oder an der Grenze zu Chile. Auf dieser Seite stehen die regionalen Fakten: Touren, Preise, Anreise, Höhe, Jahreszeiten. Einreise, Geld und Gesundheit im ganzen Land stehen auf der Seite Bolivien.
Stand aller Preise und Fahrzeiten: Oktober 2026. Sie stammen überwiegend von Tourveranstaltern und Reiseportalen und weichen teils deutlich voneinander ab; die Abweichungen sind im Text ausgewiesen.
Wie ist die Landschaft rund um den Salar, und was prägt sie?
Der Südwesten Boliviens ist eine baumlose Hochebene mit Salzpfannen, Vulkanen und Lagunen auf 3’650 bis über 5’000 m. Die Niederschläge liegen im Mittel bei rund 190 mm im Jahr und fallen fast nur zwischen Dezember und März; dazu kommen intensive Sonne, Wind und sehr kalte Nächte.
Der Salar hat eine Salzkruste, die laut Wikipedia im Mittel rund 8 m dick ist; darunter liegt Sole mit einem Lithiumgehalt von etwa 0.3 %. Die Schätzung der Salzvorräte nennt die Quelle mit 10 Milliarden Tonnen, die jährliche Entnahme mit weniger als 25’000 Tonnen. Die Ebene liegt in einem ehemaligen Urzeitsee; die Felseninsel Incahuasi ist der Gipfel eines alten Vulkans, der vor rund 40’000 Jahren überflutet war.
Nördlich des Salars steht der erloschene Vulkan Tunupa mit 5’321 m. In der Aymara-Mythologie ist Tunupa eine Gottheit und mit dem Ursprung des Salars verbunden; manche Einheimische bevorzugen deshalb den Namen «Salar de Tunupa». Am Berg liegt eine Höhle mit Mumien, am Fuss ein altes Dorf mit einem kleinen Salzhotel.
Südlich schliesst die Hochwüste der Reserva Eduardo Avaroa an: farbige Lagunen, Thermalquellen, Geysire und Gesteinsformationen. Die Wetterlage ist rau: Die Quellen nennen Windböen über 90 km/h und Nachttemperaturen bis −15 °C, ein Anbieter sogar −20 °C. Das ist Hochgebirge, nicht Strandurlaub.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Inkayni Peru Tours · Salar de Uyuni Tours
Gehört der Südwesten zu Bolivien, und was gilt dort?
Der Salar de Uyuni und die Reserva Eduardo Avaroa liegen im Departamento Potosí, vollständig in Bolivien. Einreise, Währung (Boliviano), Notrufe und Stromstandard entsprechen dem Rest des Landes, ausführlich auf der Seite Bolivien.
Die Zeitzone ist UTC−04:00 (Wikipedia). Regionsspezifisch sind der Eintritt in die Reserve, die Höhe, die Kälte, die Jahreszeiten und die Organisation der Touren, die diese Seite behandelt.
Welche Orte und Stationen gehören zum Salar de Uyuni und zum Südwesten?
Die Stationen reihen sich von Norden nach Süden: Uyuni mit dem Zugfriedhof, das Salzdorf Colchani, die Salzebene mit Isla Incahuasi, dann die Lagunen, Geysire und Vulkane der Reserva Eduardo Avaroa bis zur Laguna Verde auf 4’310 m an der Grenze zu Chile. Die Reserve umfasst 7’147 km² auf 4’200 bis 5’400 m.
Uyuni und der Zugfriedhof
Uyuni liegt auf 3’700 m und lebt vom Tourismus; Wikipedia nennt rund 60’000 Besucher im Jahr. Vier Bahnlinien trafen sich hier, aus Oruro (Richtung La Paz), Calama in Chile, Potosí und Villazón. Etwa 3 km ausserhalb liegt der Zugfriedhof: Die Bahn wurde zwischen 1888 und 1892 gebaut, nach dem Einbruch des Bergbaus in den 1940er-Jahren blieben viele Lokomotiven stehen. Die Tour hält hier meist als Erstes.
Colchani und die Salzebene
Das Dorf Colchani am Rand des Salars ist der Auftakt der meisten Touren; die Anbieter nennen es als Stopp vor der Fahrt auf die Fläche. Dort entstehen die Perspektivfotos. Die Kamera muss dafür flach auf dem Boden liegen, nicht auf Hüfthöhe, und mittelgrosse Gegenstände funktionieren besser als sehr kleine. Zu den Salzhotels gehört der Palacio de Sal, der laut Wikipedia 1993 bis 1995 gebaut, 2002 abgebaut und danach rund 25 km von Uyuni entfernt neu errichtet wurde.
Isla Incahuasi
Die Insel (auch Isla del Pescado oder Inka Wasi) liegt auf 3’656 m und misst 24.62 ha. Sie trägt riesige Säulenkakteen der Art Trichocereus pasacana und fragile korallenähnliche Ablagerungen. Der Eintritt beträgt 30 Bs (Stand Oktober 2026), bar zu zahlen. In der Regenzeit können laut einem Anbieter einzelne Routen überflutet sein.
Tunupa und das Nordufer
Wer mehr Ruhe sucht, fährt zum Nordufer unter dem 5’321 m hohen Tunupa. In den geöffneten Tourprogrammen kommt das Nordufer nicht vor. Eine belastbare Angabe zu Fahrzeiten, Preisen und Zugang liess sich in dieser Recherche nicht öffnen.
Die Reserva Eduardo Avaroa
Die Reserve wurde im Dezember 1973 gegründet, umfasst 714’745 ha (7’147 km²) und liegt zwischen 4’200 und 5’400 m. Dort leben drei Flamingoarten: Anden-, James- und Chileflamingo; die Wikipedia nennt für 1994 eine Zählung von 26’600 Tieren. Der Eintritt für Ausländer beträgt 150 Bs (Stand Oktober 2026) und ist in den meisten Tourpreisen nicht enthalten.
Laguna Colorada
Die Lagune auf 4’278 m ist 60 km² gross und höchstens 1.5 m tief. Ihre rote Farbe entsteht durch rote Sedimente und pigmentierte Algen, vor allem Dunaliella salina; weisse Inseln bestehen aus Borax. Sie ist seit 1990 Ramsar-Gebiet; 2009 wurde das geschützte Gebiet von 513 auf 14’277 km² erweitert. Hier übernachten viele Gruppen in einfachen Refugios.
Sol de Mañana, Polques und die Dalí-Wüste
Das Geothermiefeld Sol de Mañana mit Geysiren und Fumarolen liegt laut den Anbietern auf rund 5’000 m und wird am dritten Tag im Morgengrauen angefahren, meist ab 5 Uhr. Danach folgen die Thermalquellen Polques (Eintritt 6 Bs) und die Salvador-Dalí-Wüste. Wer baden will, packt ein Badetuch und Badekleidung ein.
Laguna Verde und der Licancabur
Die Laguna Verde liegt auf 4’310 m am südwestlichen Rand der Reserve und Boliviens, 7.5 km² gross und bis 5.4 m tief. Ihre Farbe von Türkis bis Smaragd wird laut Wikipedia durch mineralische Schwebstoffe mit Arsen bestimmt und hängt vom Wind ab, der das Sediment aufwirbelt. Dahinter steht der fast perfekte Kegel des Licancabur. Seine Höhe wird unterschiedlich angegeben: 5’920 m im Artikel zur Reserve, 5’868 m im Artikel zur Lagune und bei einem Tupiza-Veranstalter.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Salar de Uyuni Tours · Salar de Uyuni Day Tour · La Torre Tours Tupiza
Wie gefährlich ist die Höhe rund um Uyuni und in den Lagunen?
Uyuni liegt auf rund 3’700 m, der Salar auf 3’656 m, die Lagunen auf 4’278 bis 4’310 m, Sol de Mañana auf rund 5’000 m. Laut CDC besteht für jeden nicht akklimatisierten Reisenden ab einer Schlafhöhe von 2’450 m ein Risiko, und die Schlafhöhe soll oberhalb von 3’000 m um höchstens 500 m pro Nacht steigen. Die Tour übernachtet am zweiten Abend auf rund 4’300 m.
| Ort | Höhe | Hinweis |
|---|---|---|
| Uyuni | rund 3’700 m | Ausgangspunkt, erste Nacht möglich |
| Salar de Uyuni, Incahuasi | 3’656 m | Salzhotel zur ersten Nacht |
| Laguna Colorada | 4’278 m | Refugio-Nacht auf rund 4’300 m |
| Laguna Verde | 4’310 m | Grenze zu Chile |
| Sol de Mañana | rund 5’000 m | Geysire, früh am Morgen |
Typisch ist die akute Höhenkrankheit mit Kopfschmerz als Leitsymptom, die laut CDC 2 bis 12 Stunden nach der Ankunft in der Höhe beginnt. Schwere Formen wie Lungen- oder Hirnödem sind unter 4’300 m selten; die Lagunen und Geysire liegen an oder über dieser Schwelle. Verschlechtern sich die Beschwerden trotz Behandlung oder treten neurologische Zeichen auf, ist der sofortige Abstieg nötig.
Die CDC führt Acetazolamid als vorbeugende Option auf. Ob ein Medikament in Frage kommt, klärt eine reisemedizinische Beratung vor der Abreise; Dosierungen gehören nicht auf diese Seite. Ein Anbieter empfiehlt 1 bis 2 Tage Akklimatisierung vor der Tour. Wer aus Meereshöhe direkt nach Uyuni fliegt, steht schlecht da: Das Portal Uyuni Guide rät, nach dem Flug von der Küste zuerst eine Nacht in Uyuni zu verbringen.
Der Anbieter Nomades schliesst Personen mit Herzleiden, Bluthochdruck oder schwerem Asthma wegen der Höhe über 5’000 m von seiner Tour ab San Pedro de Atacama aus.
Quellen: CDC Yellow Book · Salar de Uyuni Tours · Uyuni Guide · Nomades · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für den Salar de Uyuni?
Die Trockenzeit von Mai bis Oktober bringt klare Himmel, befahrbare Pisten und die weisse Salzkruste mit Sechseckmuster, aber Nachtfrost. Die Regenzeit von Dezember bis April kann den Salar in einen Spiegel verwandeln; die Anbieter nennen Januar bis März, mit Februar als wahrscheinlichstem Monat.
Die Wikipedia nennt für den Salar Tageshöchstwerte von rund 21 °C im November bis Januar und rund 13 °C im Juni. Der Niederschlag beträgt zwischen April und November nur 1 bis 3 mm im Monat und steigt im Januar auf bis zu 80 mm; im Jahr fallen in Uyuni im Mittel 190.9 mm, vor allem von Januar bis März. Die Nächte sind deutlich kälter: Anbieter geben bis −15 °C an, in den Lagunen bis −20 °C. Die Lagunen im Süden liegen höher und sind noch kälter als die Stadt.
Der Spiegel braucht mehrere Bedingungen gleichzeitig: Regen in der Nacht oder am Vortag, klaren Himmel, windstille Morgenluft und eine Wasserschicht von 2 bis 20 cm. Das beste Licht und die ruhigste Oberfläche gibt es zum Sonnenaufgang. Ein Anbieter rät, 3 bis 4 Nächte in Uyuni einzuplanen und mehrere Sonnenaufgänge zu versuchen; Garantie gibt es keine.
Die Regenzeit hat ihren Preis. Einige Routen können überflutet sein, und die Sicht hängt vom Wetter ab; Familien und Kältempfindliche sind in der Trockenzeit meist besser bedient, so ein Anbieter. Für Perspektivfotos empfiehlt derselbe Juli bis September, wer es milder mag, März, April oder Oktober.
Die Flamingos brüten laut Wikipedia ab November am Salar. Die frostreichen Monate sind Juni und Juli; wer die Lagunen im Winter besucht, braucht einen Schlafsack, der für −10 °C ausgelegt ist.
Quellen: Salar de Uyuni Tours · Inkayni Peru Tours · Salar de Uyuni Tours · Wikipedia · Wikipedia
Was gilt für die Einreise in den Südwesten und in die Reserve?
Für die Einreise nach Bolivien brauchen Deutsche laut Auswärtigem Amt einen Reisepass mit mindestens sechs Monaten Restgültigkeit und kein Visum für Aufenthalte bis 90 Tage; die Regeln für Schweizer, Österreicher und andere Staatsangehörigkeiten stehen auf der Seite Bolivien. Regional kommt der Eintritt in die Reserva Eduardo Avaroa dazu: 150 Bs für Ausländer (Stand Oktober 2026).
Wer die Tour von Chile aus beginnt oder in Chile beendet, wechselt zu Fuss oder im Fahrzeug über die Grenze am Rand der Reserve. Beim Nomades-Programm ab San Pedro de Atacama fährt zuerst ein Minibus durch Chile; an der Grenze steigen die Gäste in einen Geländewagen mit höchstens sechs Plätzen um. Die Ausreise aus Chile und die Einreise nach Bolivien erfolgen dabei in getrennten Verfahren. Detaillierte Regeln dazu liessen sich auf amtlichen Seiten nicht öffnen.
Massgeblich sind immer die aktuellen Angaben von Auswärtigem Amt, EDA und BMEIA sowie für andere Staatsangehörige die bolivianischen Vertretungen.
Quellen: Auswärtiges Amt · Nomades · Salar de Uyuni Tours
Welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Uyuni und die Lagunen?
Hier ist die Höhe das Hauptthema; Malaria und Gelbfieber betreffen laut CDC und healthytravel.ch Gebiete unter rund 2’300 bis 2’500 m, die Hochebene von Uyuni liegt darüber. Im Tiefland des Landes kommen Dengue und Chikungunya vor, was für Kombinationen mit dem Osten zählt.
Die CDC nennt Malaria-Übertragung in allen Gebieten unter 2’500 m Höhe, ausgenommen La Paz, und empfiehlt Gelbfieberimpfung für Gebiete unter 2’300 m östlich der Anden. healthytravel.ch schreibt, dass das Hochland über 2’500 m bei tropischen Krankheiten generell günstiger ist. Wer den Südwesten mit dem Tiefland kombiniert, braucht daher die landesweiten Empfehlungen, siehe Bolivien.
Auf den Touren kommen praktische Risiken dazu: intensive UV-Strahlung (Anbieter empfehlen Sonnenschutz mit SPF 50+ und UV400-Brille), Kälte, trockene Luft und die Entfernung zu Ärzten. Einige Veranstalter schliessen Personen mit Herzleiden aus. Eine Reiseversicherung mit medizinischer Rückholung empfiehlt das Auswärtige Amt wegen der begrenzten Versorgung ausserhalb der Städte.
Quellen: CDC · healthytravel.ch · Auswärtiges Amt · Salar de Uyuni Tours · Nomades
Wie sicher ist die Region für Reisende?
Bolivien gilt als Land mit erhöhten Reiserisiken: Strassenblockaden können kurzfristig und ohne Vorankündigung auftreten. Für die aktuelle Lage sind EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA massgeblich. Das BMEIA rät von Fahrten über grosse Distanzen bei Nacht ab. Auf den Touren selbst sind Verkehrsunfälle und Alkohol am Steuer ein dokumentiertes Risiko.
Blockaden treffen vor allem Überlandrouten, etwa die Busse nach Uyuni. Bei Fernfahrten gilt daher: Pufferzeit einplanen, Rückflug nicht auf den letzten Tag legen, vor Ort nach der Lage fragen. Das Auswärtige Amt warnt vor Diebstahl an Flughäfen und Busbahnhöfen und empfiehlt bestellte Radio-Taxis.
Die Wikipedia führt für den Salar 16 Unfälle mit über 30 Toten auf. Ein Anbieter schreibt, das Problem der Alkoholfahrten sei real und dokumentiert, und rät, geprüfte Veranstalter zu wählen, nicht die billigsten Angebote an Strassenständen. Gäste sollen Fahrzeugbelegung, Fahrer und Unterkünfte vorher klären. Auch das BMEIA verlangt seriöse Busunternehmen.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · Wikipedia · Salar de Uyuni Tours
Wie kommt man nach Uyuni, und wie lange dauert es?
Nach Uyuni fliegt die staatliche BoA in rund 1 h von La Paz; die Nachtbusse dauern je nach Quelle 8 bis 14 h, aus Potosí 3 bis 4 h. Ab Oruro fährt zudem die Bahn, aus Chile fahren Busse ab San Pedro de Atacama und Calama in 9 bis 10 h (Stand Oktober 2026, Angaben der Portale).
| Von | Mittel | Dauer und Preis |
|---|---|---|
| La Paz | Flug (BoA) | rund 1 h, rund 100 bis 200 US$ einfach (Lapazlife) |
| La Paz | Nachtbus | 9 bis 12 h, Bs 68 bis 197 (Lapazlife); 12 bis 14 h, Bs 100 bis 250 (Uyuni Guide) |
| Potosí | Bus | 3 bis 4 h, Bs 30 bis 60 |
| Oruro | Bus | 7 h und mehr, Bs 50 bis 60 |
| Oruro | Zug Expreso del Sur | Di und Fr, 14:30 bis 21:20 Uhr |
| Calama (Chile) | Bus | 9 bis 10 h, 9’000 bis 13’000 CLP |
Die Bus- und Bahnangaben stammen von Portalen und weichen ab: Ein Anbieter nennt für die Strecke La Paz–Uyuni rund 8 h, andere 9 bis 12 oder 12 bis 14 h. Die Strasse ist laut Uyuni Guide zum Teil unbefestigt und kann im Winter vereisen. Weil Busse bei Blockaden oder Wetter ausfallen können, sollte man 1 bis 3 Tage vorher buchen und einen Plan B haben.
Die Zugzeiten (Expreso del Sur, Wara Wara del Sur) stammen aus dem Portal Uyuni Guide und sind amtlich nicht bestätigt. Lapazlife nennt zwei Züge pro Woche. Von San Pedro de Atacama fährt der Bus laut Uyuni Guide um 3:45 Uhr, ab Calama um 5:30 Uhr.
Internationale Gäste landen in der Regel in La Paz oder Santa Cruz und reisen dann im Inland weiter; die Flughäfen, Drehkreuze und Nonstop-Verbindungen stehen auf der Seite Bolivien. Zwischen La Paz und Uyuni fliegt BoA täglich, nach Uyuni sind es etwa 1 h. Wer von Meereshöhe in El Alto (rund 4’070 m) landet und weiter nach Uyuni reist, sollte den Höhenaufstieg einplanen.
Die Viertagestour ab Tupiza ist im Abschnitt Erlebnisse beschrieben.
Quellen: La Paz Life · La Paz Life · Uyuni Guide · Salar de Uyuni Tours · Auswärtiges Amt
Was kostet eine Tour, und wie bezahlt man vor Ort?
Die Tourpreise schwanken stark: Tagestouren kosten laut Anbietern 40 bis 80 US$, Dreitagestouren ab Uyuni 120 bis 330 US$ je nach Quelle und Ausstattung; dazu kommen Eintritte in bar. In der Reserve gibt es keine Geldautomaten.
| Posten | Preis |
|---|---|
| Reserva Eduardo Avaroa (Ausländer) | 150 Bs |
| Isla Incahuasi | 30 Bs |
| Thermalquellen Polques | 6 Bs |
| Toiletten | 1 bis 6 Bs |
| Schlafsack (Winter) | rund 30 Bs je Tag |
| Trinkgeld | 30 bis 50 Bs je Person und Tag, oder 10 bis 20 US$ je Dreitagestour |
Die Preise für Mehrtagestouren gehen auseinander. Ein Portal nennt 229 US$ für drei Tage ab La Paz, 330 US$ ab Uyuni und 500 bis 800 US$ für Privattouren; ein anderes 150 bis 280 US$, ein drittes 120 bis 190 US$ für Budgetangebote. Ein Tupiza-Anbieter verlangt für vier Tage 297 US$ (Basis) oder 397 US$ (Komfort) plus 32 US$ Eintritte. Der Programmpreis von Nomades ab San Pedro liegt bei 219’000 CLP je Person; englischsprachige Fahrer kosten 220’000 CLP je Buchung zusätzlich.
Währung ist der Boliviano (BOB). Die Gebühren werden in bar vor Ort bezahlt; Geldautomaten gibt es laut Anbietern nur in der Stadt Uyuni. Wer die Reise plant, hebt vorher genügend Bolivianos ab.
Quellen: Salar de Uyuni Day Tour · Salar de Uyuni Tours · Salar de Uyuni Tours · La Torre Tours Tupiza · Nomades · Wikipedia
Wo übernachtet man auf der Tour?
In Uyuni gibt es Hotels für die Nacht vor der Tour; auf den Mehrtagestouren schläft man in Salzhotels und einfachen Refugios. Die zweite Nacht liegt auf rund 4’300 m mit minimaler Heizung und gemeinsamen Bädern.
Auf der Dreitagestour ab Uyuni übernachtet man laut einem Anbieter in der ersten Nacht in einem Salzblock-Hotel nahe Colchani (3’656 m), in der zweiten in einem Refugio nahe der Laguna Colorada auf rund 4’300 m. Ein Privatzimmer kostet etwa 30 bis 35 US$ Aufpreis. Die Nomades-Tour ab San Pedro übernachtet dagegen in Villa Mar (Gemeinschaftszimmer, kalte Dusche) und in Colcha K (warme Dusche); ein privates Zimmer kostet dort 23’000 CLP mehr. Der Tupiza-Anbieter nennt Quetena, Huayllajara und Candelaria.
Die Programme unterscheiden sich also je nach Anbieter und Richtung. Vor der Buchung fragt man nach den Namen der Unterkünfte, nach Duschen und Heizung. Ein Schlafsack, der für −10 °C ausgelegt ist, wird empfohlen; manche Anbieter stellen ihn, einer verlangt rund 30 Bs je Tag.
Quellen: Salar de Uyuni Tours · Nomades · La Torre Tours Tupiza · Salar de Uyuni Tours
Was isst man auf der Tour, und was ist zu beachten?
Die Verpflegung gehört zu den Mehrtagestouren: Der Nomades-Preis enthält Mahlzeiten an allen drei Tagen, beim Tupiza-Anbieter sorgen Guide und Koch für alle Mahlzeiten. Getränke und Toilettengebühren zahlt man oft extra.
Die Mahlzeiten werden von den Fahrern oder Köchen unterwegs zubereitet und in den Refugios serviert; der Tupiza-Anbieter nennt zudem eine Sauerstoffflasche im Preis. Für Vegetarier, Allergiker und Kinder lohnt eine Rückfrage bei der Buchung. Eine belastbare Quelle zu Restaurants in der Stadt Uyuni liess sich in dieser Recherche nicht öffnen.
Ausreichend zu trinken ist wichtig, weil die Höhe und die trockene Luft stark entwässern.
Quellen: Nomades · La Torre Tours Tupiza · CDC Yellow Book
Welche Geschichten und Traditionen prägen die Region?
Zwei Geschichten prägen den Salar: die Aymara-Legende um Tunupa und die Geschichte des Bergbaus. Die Tunupa-Sage verbindet den Berg mit dem Ursprung des Salars, die Eisenbahn von 1888 bis 1892 mit dem Zugfriedhof von Uyuni.
Tunupa erscheint in der Aymara-Mythologie als Gottheit mit wechselnden Zügen. Nach der Legende hängt die Salzebene mit ihr zusammen. Am Berg liegt auf halber Höhe eine Höhle mit mehreren Mumien, am Fuss eine alte Siedlung. Nähere Angaben zu Alter und Besuchsregeln liessen sich nicht öffnen und fehlen deshalb.
Die Eisenbahn, die zwischen 1888 und 1892 gebaut wurde, machte Uyuni zum Knoten. Als der Bergbau in den 1940er-Jahren einbrach, wurden viele Züge stillgelegt und auf dem Friedhof am Rand der Stadt stehen gelassen. Die Salzgewinnung, die Wikipedia mit weniger als 25’000 Tonnen im Jahr beziffert, ist daneben klein; die Bedeutung des Salars ist heute eher der Tourismus und, politisch, das Lithium.
Welche Touren und Erlebnisse gibt es, und wie lange sollte man bleiben?
Es gibt drei Grundformen: die Tagestour von rund 7 h auf den Salar, die Dreitagestour ab Uyuni durch die Reserve und die Viertagestour ab Tupiza. Wer nur den Salar sehen will, fährt einen Tag, wer Lagunen, Flamingos und Geysire sehen will, drei.
Tagestour
Rund 7 h mit Zugfriedhof, Colchani, Isla Incahuasi, Perspektivfotos und Sonnenuntergang; 40 bis 80 US$ (Anbieterangabe). Sie passt, wenn Zeit knapp ist, zeigt aber nur die Salzebene.
Dreitagestour ab Uyuni
Tag 1: Zugfriedhof, Colchani, Salar, Incahuasi, Nacht im Salzhotel. Tag 2: Start gegen 6:30 Uhr, fünf Flamingolagunen, Siloli-Wüste mit dem Árbol de Piedra, Ende an der Laguna Colorada. Tag 3: ab 5 Uhr Sol de Mañana, dann Polques, Dalí-Wüste und Laguna Verde; zurück nach Uyuni oder weiter nach Chile.
Viertagestour ab Tupiza
Die Route beginnt in Tupiza mit der Quebrada de Palala, El Sillar und der Ciudad del Encanto, übernachtet in Quetena, dann Laguna Verde, Sol de Mañana und Laguna Colorada, in der dritten Nacht Candelaria, und endet am vierten Tag mit dem Sonnenaufgang auf dem Salar, Incahuasi, Colchani und dem Zugfriedhof in Uyuni. Das Ende ist gegen 13 bis 14 Uhr. Höchstens fünf Personen je Fahrzeug.
Tour von San Pedro de Atacama
Die Nomades-Tour beginnt um 6 Uhr in San Pedro, fährt durch Chile bis zur Grenze, wechselt dort in einen Geländewagen und endet gegen 15 Uhr am dritten Tag in Uyuni. Teilnehmer müssen mindestens 8 Jahre alt, unter 65 und unter 100 kg sein; Schwangere sind ausgeschlossen.
Die Fahrzeuge sind meist Toyota Land Cruiser oder Nissan Patrol der 1990er- und 2000er-Jahre; Standard sind vier Fahrgäste, sechs sind erlaubt. Tourbuchung im Voraus statt am Strassenstand.
Quellen: Salar de Uyuni Tours · Salar de Uyuni Tours · La Torre Tours Tupiza · Nomades
Wie lässt sich nachhaltig reisen, und was ist mit dem Lithium?
Der Salar ist zugleich Reiseziel und Rohstofflager: Bolivien hat nach Wikipedia 23 Millionen Tonnen Lithium-Reserven, rund 22 % der bekannten Vorkommen. Gemeinden bei Colcha K kritisieren, dass die neuen Lithiumprojekte Wasser verbrauchen und ohne Befragung beschlossen wurden.
Die staatliche YLB schloss 2024 Verträge mit Uranium One (970 Mio. US$) und dem CATL-Ableger CBC (1.03 Mrd. US$); die Anlagen sollen laut Mongabay bei vollem Betrieb rund 90’000 Tonnen Lithiumcarbonat im Jahr liefern. Lokale Vertreter beklagen fehlende Konsultation nach ILO-Konvention 169; ein Hydrologe warnt vor sinkenden Grundwasserspiegeln. Wie sich die Anlagen auf die Reise auswirken, ist offen.
Reisende können sich an Regeln halten: auf den markierten Pisten bleiben, nichts auf der Fläche zurücklassen, Flamingos nicht stören, lokale Anbieter wählen und die ausgewiesenen Eintritte ehrlich zahlen. Laut Wikipedia machten die Eintritte der Reserve 2006 rund 200’000 US$ aus.
Womit lässt sich die Region kombinieren?
Der Südwesten passt als Abschluss einer Bolivien-Reise: La Paz, Sucre und Potosí, dann Uyuni, danach Chile. Potosí ist mit 3 bis 4 h Bus der nächste Nachbar.
Wer aus dem Norden kommt, verbindet La Paz und Sucre und Potosí mit dem Salar; die Höhe steigt dabei schrittweise. Wer über die Grenze weiterreist, landet in San Pedro de Atacama. Das Gesamtbild des Landes steht unter Bolivien; das Hochland verbindet die Anden.
Quellen: Uyuni Guide · Nomades
Für wen eignet sich die Region, für wen weniger?
Der Salar de Uyuni passt zu Reisenden, die Landschaft, Fotografie und einfache Unterkünfte mögen. Weniger geeignet ist er für Menschen mit Herz- oder Atemleiden, für Familien mit sehr kleinen Kindern und für alle, die Komfort erwarten.
Auf der Dreitagestour fehlen Heizung und warme Duschen, die Pisten sind holprig, und Sol de Mañana liegt auf rund 5’000 m. Der Veranstalter Nomades verlangt ein Mindestalter von 8 Jahren und schliesst Herzleiden und Bluthochdruck aus. Wer wenig Zeit hat, nimmt die Tagestour; wer wenig Geduld mit Wetterglück hat, wählt die Trockenzeit statt des Spiegels.
Weniger passend ist die Regenzeit für alle, die sicher zum Incahuasi wollen. Und wer dem Verkehr in Bolivien nicht traut, wählt einen geprüften Veranstalter und fliegt statt Bus zu fahren.
Quellen: Nomades · Salar de Uyuni Tours