Die zweifarbigen Kraterseen von Sete Cidades auf São Miguel

Inselgruppe · Portugal

Azoren

Die Azoren sind neun vulkanische Inseln mitten im Atlantik, rund 1'400 km westlich des portugiesischen Festlands und autonome Region Portugals. Kraterseen, heisse Quellen, grüne Weiden und Wale vor fast jeder Küste prägen das Bild, dazu ein Wetter, das sich mehrmals am Tag ändert. Wer zwei oder drei Inseln kombiniert, sollte Fähren und Inlandflüge als eigenen Programmpunkt einplanen, nicht als Nebensache.

Foto: Colin Watts auf Unsplash

Reisewissen · geprüfte Inhalte, mit Quelle · getrennt von der Reiseplanung

Hauptstadt
Ponta Delgada (Exekutive), Angra do Heroísmo (Justiz), Horta (Gesetzgebung)
Amtssprache
Portugiesisch
Währung
Euro (€)
Zeitzone
UTC−1 (Azoren-Zeit), Sommerzeit UTC±0; eine Stunde hinter dem portugiesischen Festland
Internationale Flughäfen
Ponta Delgada (PDL) auf São Miguel, Lajes (TER) auf Terceira, Horta (HOR) auf Faial
Ideale Reisedauer
10 bis 14 Tage für drei bis vier Inseln, wegen seltener Fähren und Flüge
Beste Reisezeit
Juni bis September, wärmste und trockenste Monate
Einreise CH/DE/AT
Schengen-Raum, kein Visum für touristische Aufenthalte bis 90 Tage; Pass oder Personalausweis genügt (Stand September 2026)
Strom
230 V, 50 Hz, Steckertyp C und F
Notruf
112 (europaweite Notrufnummer)
Impfungen
Keine Pflicht; Grundimpfungen nach Schweizer Impfplan
Trinkgeld
Nicht verpflichtend; 5 bis 10 % in Restaurants üblich

Warum auf die Azoren reisen?

Kurz gesagt

Die Azoren sind neun vulkanische Inseln im Nordatlantik mit Kraterseen, heissen Quellen und einer der besten Walbeobachtungsgebiete Europas: Vor São Miguel begegnet man ganzjährig Pottwalen, dazu ziehen saisonal über 20 weitere Arten vorbei. Weil Fähren und Inlandflüge zwischen den Inseln selten und wetterabhängig sind, kombinieren die meisten Reisenden zwei bis vier Inseln statt alle neun.

São Miguel, die grösste Insel, ist für die meisten Reisenden der Ausgangspunkt: Der einzige interkontinentale Flughafen mit dichtem Netz liegt in Ponta Delgada, und die Insel bündelt Kraterseen, Teeplantagen und heisse Quellen auf engem Raum.

Die zweite Etappe führt fast immer auf eine der Central-Group-Inseln: Terceira mit der UNESCO-Altstadt Angra do Heroísmo, Pico mit seinem Weinbau-Welterbe und dem höchsten Berg Portugals, oder Faial mit dem Yachthafen von Horta. Die Western-Group-Inseln Flores und Corvo sowie die Eastern-Group-Insel Santa Maria bleiben wegen der Anbindung meist ein eigenes Reiseziel.

Das Wetter wechselt oft mehrmals am Tag zwischen Sonne, Nebel und Schauern; die Redewendung «vier Jahreszeiten an einem Tag» gilt hier ebenso wie auf anderen Vulkaninseln im Atlantik. Wer flexibel bleibt, sieht dieselbe Insel bei Regen und wenig später im Sonnenlicht.

Quellen: Wikipedia · Visit Azores (Turismo dos Açores)

Wie sind die Azoren?

Kurz gesagt

Die neun Inseln verteilen sich über rund 600 km Atlantik und umfassen zusammen 2'351 km²; dort leben nach der Volkszählung 2021 236'440 Menschen. Seit dem 30. April 1976 sind die Azoren eine autonome Region Portugals mit eigenem Parlament und eigener Regierung, zugleich Rand- und Sondergebiet der EU. Die Landschaft ist grün und steil: Weiden bis an die Kliffs, Hortensienhecken als Feldgrenzen und schwarze Lavaküsten.

Wirtschaftlich prägt Milchwirtschaft das Bild, vor allem auf São Miguel, Terceira und Pico; daneben stehen Fischerei, Ananas-Gewächshäuser bei Ponta Delgada und, seit einigen Jahren wachsend, der Tourismus. Auf São Jorge und Pico ersetzen Käse und Wein die Weiden teilweise.

Die Azoren sind vulkanischen Ursprungs und liegen auf dem Mittelatlantischen Rücken; das Auswärtige Amt nennt für die Inseln ausdrücklich vulkanische Aktivität, Erdbeben und tropische Stürme als Naturgefahren, während solche Warnungen für das portugiesische Festland getrennt gelten.

Über Jahrzehnte sind viele Azorianerinnen und Azorianer nach Nordamerika ausgewandert, vor allem nach Neuengland und Kalifornien; die Diaspora in den USA und Kanada ist grösser als die heutige Inselbevölkerung, was die direkten Flüge nach Boston, Toronto und Montreal erklärt.

Amtssprache ist Portugiesisch, in Tourismusorten kommt man mit Englisch weit. Infrastruktur und Gesundheitsversorgung sind auf den grösseren Inseln gut, auf den kleinen Western-Group-Inseln einfacher.

Quellen: Wikipedia · Auswärtiges Amt

Welche Inseln lohnen sich auf den Azoren?

Kurz gesagt

Die neun Inseln gliedern sich in drei Gruppen: die Eastern Group mit São Miguel und Santa Maria, die Central Group mit Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico und Faial, und die Western Group mit Flores und Corvo. São Miguel ist die grösste (759 km²) und meistbesuchte Insel, Corvo mit 17 km² die kleinste und am wenigsten erschlossene.

Eastern Group: São Miguel und Santa Maria

São Miguel ist mit 759 km² die grösste Insel und der übliche Startpunkt. Ponta Delgada, die Exekutivhauptstadt der Azoren, hat ein historisches Zentrum mit den Portas da Cidade. Von dort erreicht man den Kratersee Sete Cidades im Westen, das Thermalgebiet Furnas mit dem traditionellen Erdofen-Eintopf Cozido und die einzigen kommerziellen Teeplantagen Europas bei Gorreana und Porto Formoso.

Santa Maria ist die älteste und trockenste Insel, mit gelblichen Klippen statt schwarzem Basalt und den einzigen nennenswerten Sandstränden der Azoren, etwa bei São Lourenço. Ein eigener kleiner Flughafen verbindet sie mit São Miguel.

Central Group: Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico und Faial

Die Altstadt von Angra do Heroísmo zwischen den Vulkankegeln Monte Brasil und Guia
Foto: Mateusz Bajdak auf Unsplash

Terceira trägt mit Angra do Heroísmo eine seit 1983 als UNESCO-Weltkulturerbe geschützte Altstadt; vom 15. bis ins 19. Jahrhundert war der Hafen Pflichtstation der Flotten zwischen Europa, Afrika und den Indien-Routen. Die Insel ist zudem für das Sanjoaninas-Fest und die «Tourada à Corda», Stiere an einem langen Seil durch die Strassen, bekannt.

Graciosa ist flach und wird deshalb «weisse Insel» genannt; die Vulkanhöhle Furna do Enxofre mit ihrem unterirdischen See ist das bekannteste Naturdenkmal.

São Jorge ist eine lange, schmale Bergkette mit Steilküsten und den terrassenförmigen Küstenebenen (Fajãs); die Insel gibt dem geschützten Queijo São Jorge, einem der bekanntesten Käse Portugals, den Namen.

Die schwarzen Lavamauern der Weinfelder auf Pico vor dem Vulkankegel
Foto: António Cunha auf Unsplash

Pico ist nach ihrem 2'351 m hohen Vulkankegel benannt, dem höchsten Berg Portugals. Die «Landscape of the Pico Island Vineyard Culture» ist seit 2004 UNESCO-Welterbe: schwarze Lavamauern schützen auf 987 ha kleine Rebparzellen (Currais) vor Wind und Salzwasser, eine Technik, die seit dem 15. Jahrhundert kaum verändert wurde.

Faial mit der Hauptstadt Horta ist Traditionshafen der Transatlantik-Segler; die Mole ist über und über mit Schiffsmalereien bedeckt. Am Westkap liegt der 1957/58 entstandene Vulkan Capelinhos mit einem Besucherzentrum, das die letzte grosse Eruption der Azoren dokumentiert.

Western Group: Flores und Corvo

Flores gilt mit Wasserfällen, Kraterseen und wilden Hortensien als die grünste Insel; sie ist nur per Kleinflugzeug oder Fähre ab Faial erreichbar. Corvo, die kleinste Insel mit rund 400 Einwohnern, besteht praktisch nur aus dem Dorf Vila Nova do Corvo und dem Kratersee Caldeirão.

Alle neun Inseln bilden zusammen den Azores UNESCO Global Geopark, seit 2015 anerkannt und mit 121 Geosites das erste archipelagische Geopark-Netzwerk weltweit.

Quellen: Wikipedia · UNESCO World Heritage Centre · UNESCO World Heritage Centre · UNESCO · Visit Azores (Turismo dos Açores)

Wann ist die beste Reisezeit für die Azoren?

Kurz gesagt

Juni bis September sind die wärmsten und trockensten Monate und zugleich die beste Zeit für Wanderungen und Bootsausflüge. Pottwale leben ganzjährig vor den Inseln, doch von Mai bis September ziehen zusätzlich Blau-, Finn- und Buckelwale auf dem Weg zu ihren Sommerrevieren vorbei, was die Artenvielfalt beim Whale-Watching deutlich erhöht.

Ponta Delgada, São Miguel: mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte (°C) und Monatsniederschlag (mm)

Ponta DelgadaJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchstwert °C171717182022242625222018
Tiefstwert °C131313131517192019181514
Niederschlag mm6761675541261727527767101

Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station PONTA DELGADA (2 km, 79 m), auf 20 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.

Was wann auf den Azoren
ZeitraumWas man erlebt
GanzjährigPottwale und Delfine vor fast jeder Küste
Mai bis SeptemberZugzeit für Blau-, Finn- und Buckelwale
Juni bis Septemberwärmste, trockenste Monate, beste Wanderbedingungen
Mai bis NovemberSaison tropischer Stürme im Nordatlantik, laut Auswärtigem Amt
Ende JuniSanjoaninas-Fest in Angra do Heroísmo, Terceira

Das Klima ist ganzjährig mild-ozeanisch: Die Stationswerte von Ponta Delgada zeigen Wintertiefst­werte selten unter 11 °C und Sommerhöchstwerte um 25 bis 27 °C, dafür Niederschlag in jedem Monat. Wer im Winter reist, muss mit Sturmtagen rechnen, an denen Fähren und Inlandflüge ausfallen; das Auswärtige Amt nennt für die Azoren ausdrücklich die Zeit tropischer Stürme von Mai bis November.

Für den Aufstieg auf den Pico oder Wanderungen in den Fajãs von São Jorge eignen sich die trockeneren Sommermonate am besten, weil Nebel und Regen die Sicht sonst stark einschränken.

Quellen: Auswärtiges Amt

Was bedeutet die Autonomie der Azoren für Reisende?

Kurz gesagt

Die Azoren sind seit dem 30. April 1976 eine autonome Region Portugals mit eigenem Regionalparlament und eigener Regierung, zugleich EU-Aussenrandgebiet. Für Reisende bedeutet das: gleiche Einreiseregeln und Währung wie auf dem Festland, aber eine eigene Zeitzone eine Stunde hinter Lissabon und teils eigene Flug- und Fährverbindungen, die separat gebucht werden müssen.

Die drei Hauptstadtfunktionen sind bewusst aufgeteilt: Ponta Delgada auf São Miguel ist Sitz der Regierung, Angra do Heroísmo auf Terceira Sitz der Gerichte, Horta auf Faial Sitz des Regionalparlaments. Das ist historisch gewachsen und soll keine Insel bevorzugen.

Weil die Azoren zur EU und zum Schengen-Raum gehören, gelten für Schweizer, Deutsche und Österreicher dieselben Regeln wie für das portugiesische Festland; ein separates Visum für die Inseln gibt es nicht.

Quellen: Wikipedia · Auswärtiges Amt

Was braucht man für die Einreise auf die Azoren?

Kurz gesagt

Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum; ein gültiger Pass oder Personalausweis genügt, denn die Azoren gehören zu Portugal und damit zum Schengen-Raum (Stand September 2026). Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln, massgeblich sind die Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.

Wer über das portugiesische Festland anreist, durchläuft die Grenzkontrolle meist schon dort; wer direkt aus Nordamerika landet, wird in Ponta Delgada oder auf Terceira kontrolliert. Ausweisdokumente sollten laut Auswärtigem Amt jederzeit mitgeführt werden.

Für andere Staatsangehörigkeiten als CH/DE/AT gelten eigene Regeln; massgeblich sind allein die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA vor der Abreise.

Quellen: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)

Welche Impfungen und Vorsorge braucht man für die Azoren?

Kurz gesagt

Vorgeschrieben ist keine Impfung. Healthytravel.ch empfiehlt für Portugal die Grundimpfungen nach Schweizer Impfplan, die CDC rät Ungeimpften zusätzlich zu Hepatitis A und B; eine Azoren-spezifische Warnung nennt keine der beiden Stellen, anders als für Madeira mit seinem Dengue-Risiko.

Die medizinische Grundversorgung ist auf São Miguel, Terceira und Faial gut, auf den kleineren Inseln einfacher; bei Notfällen auf Graciosa, São Jorge, Flores oder Corvo kann eine Verlegung per Flugzeug nötig sein, was eine Reiseversicherung mit Rücktransport sinnvoll macht.

Sonnenschutz ist trotz oft bewölktem Himmel wichtig, ebenso festes Schuhwerk für die häufig nassen, vulkanischen Wanderwege. Welche Impfungen im Einzelfall sinnvoll sind, klärt man vor der Reise ärztlich ab.

Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Wie sicher sind die Azoren?

Kurz gesagt

Das Auswärtige Amt stuft Reisen nach Portugal grundsätzlich als sicher ein, nennt für die Azoren aber ausdrücklich vulkanische Aktivität, Erdbeben und tropische Stürme von Mai bis November als Naturgefahren; unterseeische Beben können zudem Tsunamis auslösen, die die Küsten erreichen.

Kriminalität gegen Reisende ist selten; die grösste Vorsicht gilt Wetter und Gelände: Steilküsten, nasse Vulkanpfade und plötzlicher Nebel. Man folgt markierten Wegen, meldet Wanderpläne der Unterkunft und verfolgt Wetterwarnungen, besonders in der Sturmsaison.

Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)

Wie kommt man auf die Azoren und zwischen den Inseln?

Kurz gesagt

Die meisten interkontinentalen Verbindungen laufen über den Flughafen Ponta Delgada (PDL) auf São Miguel; Azores Airlines fliegt zudem Terceira (TER) direkt aus Boston, Toronto und Montreal an. Zwischen den Inseln verkehren Azores Airlines/SATA-Kurzstreckenflüge und die Fähren von Atlânticoline, die aber nur die Central-Group-Inseln und saisonal verbinden.

Direktflüge ab Ponta Delgada nach Weltregionen (Auswahl, Stand September 2026)
RegionZiele
PortugalLissabon, Porto, Faro; innerazorisch alle neun Inseln
NordamerikaBoston, New York (JFK), Toronto, Montreal
Übriges Europasaisonal Paris, Frankfurt, Barcelona, London-Gatwick
AfrikaPraia (Kap Verde)

Neun Fluggesellschaften bedienen die Azoren, sieben davon mit Direktflügen; die klare Mehrheit der internationalen Verbindungen läuft über Ponta Delgada, nur Terceira (Lajes) hat zusätzlich internationale Direktflüge. Seit der Sommersaison 2026 verbindet Azores Airlines Terceira zudem direkt mit Funchal auf Madeira.

Innerhalb der Inseln übernimmt Azores Airlines/SATA die Kurzstreckenflüge fast wie ein Bus-Ersatz; wichtig für die Planung, weil Flüge auf kleinen Inseln bei Nebel oder Wind ausfallen können.

Fähren zwischen den Inseln

Atlânticoline ist der einzige Anbieter für Fähren zwischen den Inseln. Ganzjährig verkehren die Strecken Horta–Madalena und Horta–Cais do Pico zwischen Faial und Pico sowie Santa Cruz das Flores–Vila Nova do Corvo zwischen Flores und Corvo. Die übrigen Central-Group-Inseln (Terceira, Graciosa, São Jorge) sind nur im Frühling und Sommer per Fähre verbunden; die Eastern-Group-Inseln São Miguel und Santa Maria erreicht man praktisch nur per Flug.

Zur Orientierung: Horta–Madalena kostet ab 8.20 € pro Person (einfache Fahrt, Nichtresidenten), Horta–Cais do Pico ab 12.20 €, Flores–Corvo ab 16.30 € (Stand September 2026, Preise können sich ändern).

Quellen: Wikipedia · Atlânticoline S.A. · ByAcores

Welche Währung gilt, und wie bezahlt man auf den Azoren?

Kurz gesagt

Gezahlt wird mit dem Euro wie auf dem portugiesischen Festland. Karten werden in Städten, Hotels und den meisten Restaurants akzeptiert, Geldautomaten (Multibanco) gibt es auf allen bewohnten Inseln, auf den kleinen Western-Group-Inseln Flores und Corvo aber nur vereinzelt.

Für abgelegene Fajãs, kleine Cafés und Fährtickets vor Ort lohnt sich etwas Bargeld. Trinkgeld ist nicht verpflichtend; 5 bis 10 % in Restaurants sind üblich, wer mit einer Walbeobachtungstour besonders zufrieden war, rundet grosszügiger auf.

Weil die Azoren zur EU-Zollunion gehören, sind Ein- und Ausfuhr von Bargeld ab 10'000 € meldepflichtig, wie für das gesamte Schengen-Gebiet. Auf den Western-Group-Inseln Flores und Corvo zahlt man in kleinen Läden oft ausschliesslich bar.

Quellen: Wikipedia

Wo übernachtet man auf den Azoren?

Kurz gesagt

In Ponta Delgada, Angra do Heroísmo und Horta gibt es Stadthotels aller Kategorien; abseits davon dominieren kleine Pensionen, Agrotourismus-Höfe und traditionelle Steinhäuser (Casas Açorianas), oft auf Höfen mit eigener Milchwirtschaft oder Weinbau.

Auf Pico wohnen viele Gäste in ehemaligen Weinbauern-Häusern nahe der UNESCO-Zone, auf São Jorge in Fajã-Unterkünften direkt an der Küste. Auf den kleinen Inseln Corvo, Flores oder Graciosa ist das Angebot überschaubar und sollte früh gebucht werden, besonders im Sommer und während lokaler Feste.

Quellen: Wikipedia

Was isst man auf den Azoren?

Kurz gesagt

Die Küche lebt von Milchprodukten, Fisch und geothermischem Garen: In Furnas reift der Cozido das Furnas stundenlang in vulkanisch beheizter Erde, auf São Jorge reift der geschützte Queijo São Jorge, ein kräftiger Kuhmilchkäse. Dazu kommen Ananas aus den Gewächshäusern von São Miguel und Wein von den Lavaterrassen Picos.

Typisch sind zudem Linguiça und Morcela (Würste), frischer Thunfisch, Napfschnecken (Lapas) und Milchgebäck wie Massa Sovada. Bei Gorreana und Porto Formoso auf São Miguel wachsen die einzigen kommerziellen Teeplantagen Europas; ihr grüner und schwarzer Tee ist in Cafés der ganzen Insel zu finden.

Zum Essen trinkt man auf Pico oft Verdelho oder andere vulkanische Weissweine, deren Reben in den schwarzen Lavamauern der UNESCO-Zone stehen.

Quellen: UNESCO World Heritage Centre

Wie leben die Menschen auf den Azoren?

Kurz gesagt

Rund 236'440 Menschen leben auf den neun Inseln, mehr als ein Drittel davon auf São Miguel. Die Kultur ist von katholischen Festen geprägt, allen voran die Festas do Espírito Santo (Heilig-Geist-Feste) mit Umzügen und offenen Suppenküchen von Frühling bis Sommer auf allen Inseln.

Terceira feiert Ende Juni die mehrtägigen Sanjoaninas mit Musik, Ständen und der Tourada à Corda, bei der ein Stier an einem langen Seil durch abgesperrte Strassen läuft, ein Brauch mit klaren Sicherheitsregeln für Zuschauer. Die Auswanderung nach Nordamerika im 19. und 20. Jahrhundert prägt bis heute Familien, Vereine und sogar Bauformen auf den Inseln.

Quellen: Wikipedia

Was kann man auf den Azoren erleben?

Kurz gesagt

Whale-Watching ist das bekannteste Erlebnis: Pottwale leben ganzjährig vor São Miguel, Pico und Faial, saisonal kommen Blau-, Finn- und Buckelwale dazu. Dazu kommen der Aufstieg auf den 2'351 m hohen Pico, Wanderungen zu Kraterseen und Fajãs sowie Tauchen, Canyoning und Surfen.

Dampfende Fumarolen und heisse Quellen im Kessel von Furnas
Foto: Daniel Cox auf Unsplash

Auf São Miguel führt ein Rundweg um die zweifarbigen Kraterseen von Sete Cidades, in Furnas dampfen Fumarolen mitten im Ort und ein Thermalbad im Terra-Nostra-Park ist ganzjährig geöffnet. Der Aufstieg auf den Pico dauert je nach Kondition 7 bis 8 Stunden hin und zurück und beginnt an einem Berghaus auf rund 1'230 m; eine Anmeldung im Besucherzentrum ist vorgeschrieben.

Ein Pottwal taucht vor der Küste der Azoren ab
Foto: Abigail Lynn auf Unsplash

Am Capelinhos auf Faial dokumentiert ein Besucherzentrum in einem ehemaligen Leuchtturm die Vulkanausbrüche von 1957/58, die die Küstenlinie der Insel veränderten. Vor allen grösseren Inseln bieten lokale Anbieter Bootstouren zur Walbeobachtung mit Biologen an Bord an.

  • Wandern: markierte PR-Wege auf jeder Insel, von Kraterrändern bis zu Küstenpfaden in den Fajãs von São Jorge.
  • Tauchen und Schnorcheln: vulkanische Steilwände und Schwärme grosser Fische vor allem bei den Formigas-Inseln zwischen São Miguel und Santa Maria.
  • Weinverkostung: Kellereien auf Pico direkt in der UNESCO-Zone der Lavamauern.
  • Heisse Quellen: öffentliche und private Thermalbecken in Furnas und bei Ponta da Ferraria.

Quellen: Visit Azores (Turismo dos Açores) · UNESCO World Heritage Centre

Wie reist man auf den Azoren rücksichtsvoll?

Kurz gesagt

Der Azores UNESCO Global Geopark schützt seit 2015 alle neun Inseln als ein zusammenhängendes Netzwerk; wer ihn besucht, bleibt auf markierten Wegen und nimmt nichts von Lava- oder Mineralformationen mit. Bei Walbeobachtungstouren gelten Abstandsregeln, die seriöse Anbieter einhalten.

Weil Trinkwasser und Abfallentsorgung auf kleinen Inseln begrenzt sind, lohnt sich sparsamer Umgang mit beidem; viele Unterkünfte bitten explizit darum. Anbieter mit dem Qualitätssiegel des Geoparks oder lokaler Tourismusverbände achten nachweislich auf Umweltstandards.

Quellen: UNESCO

Womit lassen sich die Azoren kombinieren?

Kurz gesagt

Am einfachsten mit dem portugiesischen Festland, da Azores Airlines mehrmals täglich Lissabon und Porto anfliegt. Seit der Sommersaison 2026 verbindet die Airline Terceira zudem direkt mit Funchal auf Madeira, sodass sich beide Inselgruppen ohne Umweg über das Festland kombinieren lassen.

Reisende aus Nordamerika nutzen die Azoren oft als Zwischenstopp auf dem Weg nach Europa, da Direktflüge Boston, New York, Toronto und Montreal mit Ponta Delgada und Terceira verbinden, teils ohne Aufpreis für einen mehrtägigen Stopover.

Quellen: Wikipedia

Für wen eignen sich die Azoren, für wen weniger?

Kurz gesagt

Die Inseln passen zu Reisenden, die Wale, Wandern und wechselhaftes Wetter mögen und Zeitpuffer für Fähren und Flüge einplanen. Weniger geeignet sind sie für Reisende, die eine garantierte Bade­saison oder ein dichtes Programm über viele Inseln in kurzer Zeit suchen.

  • Passt gut: Wanderer und Walbeobachter, Weinliebhaber mit Interesse an der UNESCO-Kulturlandschaft Picos, Reisende, die Ruhe abseits von Massentourismus suchen.
  • Passt weniger: Reisende mit engem Zeitplan, die mehrere Inseln in wenigen Tagen sehen wollen, denn Fähren fahren nur saisonal und Flüge bei Nebel gar nicht; klassische Badeferien-Suchende, da Sandstrände fast nur auf Santa Maria liegen.

Quellen: Atlânticoline S.A.

Gut zu kombinieren

Klarheit vor der Reise

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten zu Azoren.

Wie viele Tage braucht man für die Azoren?

Für São Miguel allein reichen 4 bis 5 Tage. Wer zwei bis drei weitere Inseln dazunimmt, sollte wegen seltener Fähren und Flüge mindestens 10 bis 14 Tage einplanen, inklusive Pufferzeit für Wetterausfälle.

Welche Insel sollte man zuerst besuchen?

São Miguel ist der übliche Einstieg, weil dort der grösste Flughafen liegt und Kraterseen, heisse Quellen und Teeplantagen auf kurzen Distanzen liegen. Wer Zeit für eine zweite Insel hat, kombiniert meist Terceira, Pico oder Faial.

Wie kommt man zwischen den Azoren-Inseln?

Mit Kurzstreckenflügen von Azores Airlines/SATA, die praktisch alle Inseln verbinden, oder mit den Fähren von Atlânticoline. Nur Faial–Pico und Flores–Corvo verkehren ganzjährig per Fähre, die übrigen Central-Group-Inseln nur im Frühling und Sommer.

Braucht man ein Visum für die Azoren?

Nein, für Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige gilt bei touristischen Aufenthalten bis 90 Tage kein Visum, da die Azoren zum Schengen-Raum gehören. Ein gültiger Pass oder Personalausweis genügt.

Wann sieht man am besten Wale auf den Azoren?

Pottwale leben ganzjährig vor den Inseln. Von Mai bis September ziehen zusätzlich Blau-, Finn- und Buckelwale durch, was diese Monate zur artenreichsten Zeit für Bootstouren macht.

Braucht man eine Genehmigung für den Aufstieg auf den Pico?

Ja, wer den 2'351 m hohen Vulkankegel besteigen will, meldet sich im Besucherzentrum am Fuss des Berges an. Der Aufstieg dauert je nach Kondition 7 bis 8 Stunden hin und zurück.

Wie ist das Wetter auf den Azoren?

Mild und ozeanisch, aber wechselhaft: Regen fällt in jedem Monat, und Sonne, Nebel und Schauer können sich an einem Tag mehrmals abwechseln. Juni bis September sind die trockensten und wärmsten Monate.

Gibt es auf den Azoren Strände zum Baden?

Wenige: Die meisten Küsten sind schwarze, steile Lavaküsten. Santa Maria hat die bekanntesten Sandstrände der Azoren, auf São Miguel badet man oft in Kraterseen oder natürlichen Meeresbecken.

Braucht man einen Mietwagen auf den Azoren?

Auf den grösseren Inseln wie São Miguel, Terceira oder Pico erleichtert ein Mietwagen den Besuch abgelegener Orte deutlich, da der öffentliche Verkehr dünn ist. Auf kleinen Inseln wie Corvo reicht ein Tag zu Fuss.

Sind die Azoren teuer?

Unterkünfte und Restaurants liegen meist unter Preisen des portugiesischen Festlands, Inlandflüge und Fähren zwischen den Inseln verteuern aber eine Mehrinselreise spürbar.

Kann man mit Kindern auf die Azoren reisen?

Ja, Bootstouren, Kraterseen und Thermalbäder eignen sich gut für Familien; längere Fährfahrten und der Pico-Aufstieg sind eher für ältere Kinder geeignet.

Wie sicher sind die Azoren in Bezug auf Vulkane und Erdbeben?

Die Inseln liegen in einer seismisch aktiven Zone; das Auswärtige Amt nennt vulkanische Aktivität, Erdbeben und tropische Stürme als mögliche Naturgefahren. Grössere Ausbrüche sind selten, zuletzt 1957/58 am Capelinhos auf Faial.

Fliegt man von Nordamerika direkt auf die Azoren?

Ja, Azores Airlines fliegt Ponta Delgada und Terceira direkt aus Boston, New York, Toronto und Montreal an, was die Azoren zu einem beliebten Zwischenstopp auf dem Weg nach Europa macht.

Welche Sprache spricht man auf den Azoren?

Amtssprache ist Portugiesisch, oft mit einem eigenen Akzent je Insel. In Hotels, Restaurants und bei Tourenanbietern kommt man meist gut mit Englisch zurecht.

Quellen und Stand

Woher die Angaben stammen

Stand: 22. September 2026, redaktionell geprüft von TalkTravel Redaktion. Bei Einreise, Sicherheit und Gesundheit sind die verlinkten amtlichen Stellen massgeblich.

  1. Azores, Wikipedia, abgerufen 22. September 2026
  2. Time in Portugal, Wikipedia, abgerufen 22. September 2026
  3. Mains electricity by country, Wikipedia, abgerufen 22. September 2026
  4. List of Azores Airlines destinations, Wikipedia, abgerufen 22. September 2026
  5. Central Zone of the Town of Angra do Heroísmo in the Azores, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen 22. September 2026
  6. Landscape of the Pico Island Vineyard Culture, UNESCO World Heritage Centre, abgerufen 22. September 2026
  7. Azores UNESCO Global Geopark, UNESCO, abgerufen 22. September 2026
  8. Os Açores, Visit Azores (Turismo dos Açores), abgerufen 22. September 2026
  9. Atlânticoline, Atlânticoline S.A., abgerufen 22. September 2026
  10. Atlânticoline Schedules & Prices, ByAcores, abgerufen 22. September 2026
  11. Reisehinweise für Portugal: Sicherheit vor Ort, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, abgerufen 22. September 2026
  12. Portugal: Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, abgerufen 22. September 2026
  13. Reiseinformation Portugal, Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA), abgerufen 22. September 2026
  14. Portugal: Reisemedizinische Empfehlungen, healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin, abgerufen 22. September 2026
  15. Portugal: Traveler View, Centers for Disease Control and Prevention (CDC), abgerufen 22. September 2026
  16. PR 1 – Vereda do Areeiro, Visit Madeira (Madeira Islands Tourism Board), abgerufen 22. September 2026

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