Warum nach Südgeorgien reisen?
Südgeorgien gilt unter Expeditionsreisenden als eines der dichtesten Wildtierziele der Welt: Über 100'000 Brutpaare Königspinguine allein in St Andrews Bay und weiterhin über 100'000 Weibchen des Südlichen See-Elefanten treffen auf die Geschichte von Ernest Shackleton, der 1922 in Grytviken starb und begraben liegt. Wer kommt, tut das ausschliesslich mit dem Expeditionsschiff.
Es gibt keine Flugverbindung, keine feste Zivilbevölkerung und keine touristische Infrastruktur an Land; alle Übernachtungen finden an Bord des Schiffs statt. Genau diese Abgeschiedenheit erhält die Tierbestände, die auf dichter besiedelten Inseln längst zurückgedrängt wären.
Die Vogelgrippe (H5N1) erreichte Südgeorgien im September 2023 und breitete sich von Raubmöwen auf See-Elefanten und Pelzrobben aus: Zählungen des British Antarctic Survey zeigen an den drei grössten Brutstränden einen Rückgang der Weibchen um rund 47 % zwischen 2022 und 2024, was etwa 53'000 fehlenden Tieren entspricht. Ob es sich um echte Verluste oder eine vorübergehende Verschiebung handelt, wird weiter beobachtet – die Population bleibt trotzdem die grösste der Welt.
Die meisten Reisenden verbinden Südgeorgien mit einer Antarktis- oder Falkland-Route ab Ushuaia, Punta Arenas oder Stanley, weil ein eigenständiger Charterflug oder eine Linienverbindung fehlen.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · British Antarctic Survey
Wie ist Südgeorgien?
Südgeorgien ist eine 165 km lange, stark vergletscherte Bergkette im Südatlantik, deren höchste Gipfel über 2'900 m aufragen und die von den Südlichen Sandwichinseln, einer 700 km entfernten Kette aktiver Vulkane, getrennt ist. Beide Gebiete haben zusammen 3'903 km², aber keine dauerhafte Bevölkerung.
Die einzigen Bewohner sind wenige Regierungsangestellte und Wissenschaftler des British Antarctic Survey an King Edward Point und auf Bird Island, insgesamt rund 20 Personen je nach Saison. Grytviken selbst zählt im Sommer nur 3 Personen, meist Museumspersonal.
Das Klima ist subantarktisch: kühl, windig und wechselhaft, mit Gletschern, die bis fast ans Meer reichen. Die Südlichen Sandwichinseln liegen deutlich kälter und werden wegen anhaltender vulkanischer Aktivität, etwa auf Zavodovski Island, nur selten von Schiffen angelaufen.
Warum ist Südgeorgien politisch umstritten?
Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln sind ein britisches Überseegebiet, das Argentinien zusammen mit den Falklandinseln als «Islas Georgias del Sur y Sandwich del Sur» beansprucht. Wie bei den Falklands beruft sich Argentinien auf eine «unverjährbare und legitime» Souveränität, ohne dass Grossbritannien den Anspruch anerkennt.
Argentiniens Aussenministerium erklärt wörtlich, die Nation bekräftige ihre «legítima e imprescriptible soberanía sobre las Islas Malvinas, Georgias del Sur y Sandwich del Sur» und sieht deren Wiedererlangung als ständiges nationales Ziel. Die britische Regierung verwaltet das Gebiet seit 1985 als eigenes Überseegebiet, getrennt von den Falklandinseln, mit denen es bis dahin gemeinsam verwaltet wurde.
Für Reisende hat der Streit praktisch keine Auswirkung: Alle Besuche laufen über die britische Verwaltung GSGSSI und ihr Genehmigungssystem, unabhängig vom politischen Status.
Quellen: Ministerio de Relaciones Exteriores, Comercio Internacional y Culto (Argentinien) · Wikipedia
Was bedeutet der Status als britisches Überseegebiet für Reisende?
Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln (GSGSSI) sind seit 1985 ein eigenständiges britisches Überseegebiet mit einem Commissioner, der seinen Amtssitz in Stanley auf den Falklandinseln hat, nicht auf Südgeorgien selbst. Für Reisende bedeutet das ein eigenes Einreise- und Permit-System, getrennt von den Falklandinseln und von St. Helena.
Jede Einreise läuft über die Entry Control Order 2022 und das Online-Portal der Regierung, unabhängig davon, ob das Schiff von den Falklandinseln, aus Chile oder aus Argentinien kommt. Eine gemeinsame Reise mit den Falklandinseln ist trotzdem der Normalfall, weil viele Expeditionsschiffe beide Gebiete auf derselben Route anlaufen.
Quellen: Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI) · Wikipedia
Welche Orte und Landestellen lohnen sich auf Südgeorgien?
Grytviken mit Shackletons Grab ist die einzige Station mit musealer Infrastruktur, St Andrews Bay und Salisbury Plain haben die grössten Königspinguin-Kolonien, und Zavodovski Island in den Südlichen Sandwichinseln trägt die grösste Pinguinkolonie der Erde. Fast alle Landestellen sind nur mit Genehmigung und in kleinen Gruppen zugänglich.
Grytviken
Die 1904 von einem norwegischen Walfangunternehmen gegründete Station war bis zur Schliessung 1966 die grösste Siedlung der Insel; heute zeigt das South Georgia Museum im ehemaligen Verwalterhaus die Geschichte des Walfangs. Die kleine weisse Kirche und der Friedhof mit Shackletons Grab liegen wenige Schritte vom Museum entfernt.
Shackletons Grab
Ernest Shackleton starb 1922 an Bord seines Schiffs vor Südgeorgien, während der Shackleton-Rowett-Expedition; seine Frau entschied, ihn hier zu bestatten statt in England. Er liegt auf dem Friedhof von Grytviken neben Frank Wild, dessen Asche erst 2011 dorthin überführt wurde.
Stromness
Die verlassene Walfangstation war 1916 das Ziel von Shackletons legendärer Überquerung des vergletscherten Inselinnern, nachdem sein Schiff Endurance im Packeis der Weddell-See zerdrückt worden war. Von 1912 bis 1931 als Walfangstation, danach bis 1961 als Reparaturwerft genutzt, ist sie heute wegen einsturzgefährdeter Gebäude nur von aussen zu besichtigen.
St Andrews Bay und Salisbury Plain
St Andrews Bay trägt mit über 150'000 Brutpaaren die grösste Königspinguin-Kolonie der Insel, Salisbury Plain weiter nordwestlich mehr als 30'000 Paare. Beide Strände sind nur mit Landeerlaubnis und unter Aufsicht von Expeditionsguides zugänglich, da Wind und Brandung Anlandungen häufig verunmöglichen.
Gold Harbour und Fortuna Bay
Diese Buchten an der Nordostküste zeigen Königspinguine zusammen mit grossen Gruppen Südlicher See-Elefanten, die zur Wurfzeit im Oktober die Strände füllen. Fortuna Bay ist zugleich der letzte Abschnitt der Route, die Shackletons Männer 1916 zu Fuss zurücklegten.
Zavodovski Island (Südliche Sandwichinseln)
Die nördlichste der Südlichen Sandwichinseln ist ein aktiver, 551 m hoher Vulkan und trägt mit 600'000 bis 1 Million Zügelpinguin-Paaren die grösste Pinguinkolonie der Welt, rund ein Viertel des gesamten Bestands dieser Art. Wegen der schwierigen Anlandung und der Entfernung besuchen nur wenige Expeditionsschiffe die Insel überhaupt.
Wann ist die beste Reisezeit für Südgeorgien?
Die Saison dauert von Oktober bis März, im Südsommer: Im Oktober werfen See-Elefanten ihre Jungen, im November und Dezember schlüpfen viele Pinguinküken, und bis März bleiben die Kolonien dicht besetzt. Ausserhalb dieser Monate legen praktisch keine Expeditionsschiffe an.
Grytviken: mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte (°C) und Monatsniederschlag (mm)
| Grytviken / King Edward Point | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 11 | 12 | 10 | 7 | 4 | 3 | 2 | 3 | 5 | 8 | 10 | 11 |
| Tiefstwert °C | 3 | 3 | 2 | 0 | -2 | -3 | -4 | -4 | -2 | -0 | 1 | 2 |
| Niederschlag mm | 108 | 106 | 117 | 99 | 93 | 90 | 78 | 82 | 79 | 70 | 80 | 92 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station GRYTVIKEN (0 km, 3 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
| Zeitraum | Was man sieht | Wo |
|---|---|---|
| Oktober | Ankunft und Wurfzeit der See-Elefanten | Gold Harbour, Fortuna Bay |
| November | Beginn der Eiablage bei Königspinguinen | St Andrews Bay, Salisbury Plain |
| Dezember bis Februar | Küken und dichteste Kolonien | St Andrews Bay, Salisbury Plain, Zavodovski |
| Ganzjährig (Saison) | Albatrosse und Sturmvögel | Prion Island, Bird Island |
Die Stationswerte aus Grytviken zeigen kühle Sommer um 10 °C bis 12 °C und Nachtfrost in den Wintermonaten Juni bis August, wenn wegen Packeis und Sturm ohnehin kaum Schiffe fahren. Wetterfenster für Anlandungen bleiben auch im Sommer kurz, weshalb Expeditionsrouten immer mit Ausweichtagen planen.
Was braucht man für die Einreise nach Südgeorgien?
Seit August 2025 braucht praktisch jede Person ein Besucherpermit, das der Schiffs- oder Yachtbetreiber über das Online-Portal eta.entry.gov.gs beantragt; die Gebühr beträgt 250 £ für ein 40 Tage gültiges Permit (Stand September 2026). Für andere Staatsangehörigkeiten gelten dieselben Regeln, da die Insel keine eigene Staatsangehörigkeit kennt.
Verlangt werden Name, Geburtsdatum und Nationalität gemäss Reisedokument, ein für die Aufenthaltsdauer plus vier Wochen gültiger Pass, eine Reiseversicherung mit Deckung für eine medizinische Evakuierung und Rückführung sowie Angaben zum Schiff und den Reisedaten. Anträge müssen mindestens 8 Tage vor der Ankunft eingereicht und bezahlt sein, spätere Anträge werden nicht mehr bearbeitet.
In der Praxis übernimmt fast immer der Reiseveranstalter oder die Reederei die Antragstellung für die ganze Gruppe. Massgeblich bleiben die aktuellen Angaben von GSGSSI sowie von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA vor der Abreise.
Quellen: Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI) · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
Welche Vorsorge braucht man für eine Reise nach Südgeorgien?
Vorgeschrieben ist keine Impfung; da es vor Ort keine Notdienste gibt, verlangt das Besucherpermit ausdrücklich eine Versicherung, die eine medizinische Evakuierung deckt. Ärztliche Versorgung findet ausschliesslich an Bord des eigenen Expeditionsschiffs statt.
Wer regelmässig Medikamente braucht, nimmt sie für die gesamte Reisedauer mit, da es auf Südgeorgien keine Apotheke gibt. Seekrankheit auf der oft rauen Überfahrt ist die häufigste gesundheitliche Einschränkung; entsprechende Mittel gehören in jedes Gepäck.
Welche Impfungen für die Anreiseländer wie Argentinien, Chile oder die Falklandinseln sinnvoll sind, klärt man vor der Reise ärztlich ab.
Quellen: Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI)
Wie sicher ist eine Reise nach Südgeorgien?
Kriminalität spielt praktisch keine Rolle, da es keine Zivilbevölkerung gibt. Die eigentlichen Risiken sind Wetter, Seegang auf der Überfahrt und der Umgang mit grossen Wildtieren wie See-Elefanten, die an Land aggressiv reagieren können.
Alle Anlandungen erfolgen unter Aufsicht erfahrener Expeditionsguides, die Mindestabstände zu Tieren durchsetzen und Routen je nach Wetter kurzfristig ändern. Das österreichische Aussenministerium führt Südgeorgien nicht gesondert, sondern innerhalb der Sammelkategorie britische Überseegebiete.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
Wie kommt man nach Südgeorgien?
Es gibt keinen Flughafen und keine Fährverbindung: Südgeorgien ist ausschliesslich per Expeditionsschiff oder Segelyacht erreichbar. Die meisten Routen starten in Ushuaia oder Punta Arenas und kombinieren Südgeorgien mit den Falklandinseln, seltener direkt mit der Antarktischen Halbinsel.
Die Überfahrt von den Falklandinseln dauert je nach Schiff und Wetter rund zwei bis drei Tage, von Ushuaia oder Punta Arenas entsprechend länger, da vorher noch die Falklandinseln oder ein direkter Kurs über offene See liegen. Kreuzfahrt- und Expeditionsschiffe müssen bei der Regierung GSGSSI vorab ihre Route und Landestellen anmelden, private Yachten ebenso.
Betreiber, die die Insel anlaufen, sind praktisch immer Mitglied der IAATO, des Verbands der Antarktis-Reiseveranstalter, auch wenn Südgeorgien geografisch nicht zur Antarktis zählt; die gemeinsamen Umweltregeln gelten trotzdem.
Unterwegs an der Küste
Vor Ort bewegt man sich ausschliesslich mit den Zodiac-Beibooten des Schiffs zwischen Ankerplatz und Landestellen; ein eigenes Verkehrsnetz gibt es nicht.
Quellen: Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI) · Wikipedia
Welche Währung gilt, und was kostet eine Reise nach Südgeorgien?
Offizielle Währung ist das Pfund Sterling; eine eigene Wirtschaft, Geschäfte oder Geldautomaten gibt es nicht, da niemand ausser dem Regierungspersonal dauerhaft auf der Insel lebt. Die einzigen direkten Kosten für Reisende sind das Besucherpermit von 250 £ und der Preis der Schiffsreise selbst.
Kleine Einnahmen aus dem Souvenirverkauf im Museumsshop von Grytviken oder aus Briefmarken der GSGSSI-Post fliessen in den Unterhalt der Station; bezahlt wird dort in der Regel mit Karte, da vor Ort kein Bargeldkreislauf existiert. Alle übrigen Ausgaben einer Reise, von der Kabine bis zur Ausrüstung, laufen über die Buchung des Expeditionsschiffs.
Quellen: Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI)
Wo übernachtet man auf Südgeorgien?
Es gibt keine Unterkunft an Land: Alle Besucher schlafen an Bord ihres Expeditionsschiffs, das zwischen den Anlandungen vor der Küste ankert. Camping ist nur in Ausnahmefällen mit gesonderter Genehmigung möglich.
Die Schiffe reichen von kleinen Segelyachten mit wenigen Kabinen bis zu Expeditionsschiffen mit über hundert Passagieren; die Zahl gleichzeitig an Land erlaubter Personen ist an vielen Landestellen streng begrenzt, unabhängig von der Schiffsgrösse. Wer eine ruhigere Kabine sucht, bucht früh, da beliebte Abfahrten schon Monate vor der Saison ausgebucht sind.
Quellen: Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI)
Was isst man auf einer Reise nach Südgeorgien?
Verpflegt wird ausschliesslich an Bord des Expeditionsschiffs, meist mit internationaler Küche und regionalen Akzenten aus Südamerika, je nach Abfahrtshafen. Frischer Fisch aus den Gewässern um Südgeorgien landet gelegentlich auf der Speisekarte, sofern die Reederei ihn beschafft.
An Land gibt es kein Restaurant und keinen Kiosk; Verpflegung an den Landestellen beschränkt sich auf das, was die Guides mitbringen. Trinkwasser und Vorräte sind Teil der Schiffsausstattung, weshalb Reisende keine eigene Feldküche mitführen müssen.
Quellen: Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI)
Welche Geschichte prägt Südgeorgien?
Die Geschichte Südgeorgiens ist die Geschichte des Walfangs und der Polarforschung: 1904 gründete der Norweger Carl Anton Larsen die erste Station in Grytviken, bis zu 300 Arbeiter verarbeiteten hier saisonal Wale und See-Elefanten zu Öl und Futtermehl. Mit dem Rückgang der Walbestände schloss die letzte Station 1966.
Ernest Shackleton nutzte Südgeorgien 1916 als letzte Station vor der gescheiterten Antarktis-Durchquerung und kehrte 1921 auf seiner letzten Expedition hierher zurück, wo er 1922 starb. Sein Grab in Grytviken ist bis heute Ziel jeder Reise, die die Insel anläuft, oft mit einem traditionellen Whisky-Toast am Grabstein.
Weil es nie eine Zivilbevölkerung gab, besteht die «Kultur» der Insel heute vor allem aus der kleinen, wechselnden Gemeinschaft von Regierungsangestellten, Forschenden des British Antarctic Survey und den saisonalen Besatzungen der Expeditionsschiffe.
Quellen: Wikipedia
Was kann man auf einer Reise nach Südgeorgien erleben?
Im Zentrum stehen die riesigen Kolonien: über 150'000 Königspinguin-Paare in St Andrews Bay, Zehntausende See-Elefanten an den Stränden und die Möglichkeit, in Zavodovski Island die grösste Pinguinkolonie der Welt zu sehen. Dazu kommen Grytviken mit Shackletons Grab und Wanderungen entlang seiner historischen Route.
An Stränden wie Salisbury Plain oder St Andrews Bay stehen Besucher inmitten Zehntausender Vögel, während grosse Bullen der See-Elefanten im Oktober um Weibchen kämpfen. Albatrosse mit über 3 m Flügelspannweite brüten auf vorgelagerten Inseln wie Prion Island, die nur mit gesonderter Erlaubnis betreten werden dürfen.
- Shackletons Grab in Grytviken: mit dem traditionellen Toast am Grabstein.
- St Andrews Bay und Salisbury Plain: grösste Königspinguin-Kolonien Südgeorgiens.
- Gold Harbour und Fortuna Bay: Königspinguine zusammen mit See-Elefanten.
- Zavodovski Island: grösste Pinguinkolonie der Welt, nur mit wenigen Expeditionen erreichbar.
- Stromness: letzte Etappe von Shackletons Fussmarsch von 1916, nur von aussen zu besichtigen.
Wie reist man auf Südgeorgien rücksichtsvoll?
Vor jeder Anlandung reinigt und desinfiziert man Schuhe und Ausrüstung, um keine fremden Samen oder Krankheitserreger einzuschleppen; die Regierung GSGSSI führte deshalb ein striktes Biosicherheitsprogramm ein. Mindestabstände zu Tieren gelten ohne Ausnahme, auch wenn Pinguine und Robben oft von selbst nahekommen.
Drohnen, Zelten und Aktivitäten ausserhalb des Tourismus brauchen eine gesonderte Regulated Activity Permit; das schützt die Kolonien vor Störungen, die bei jährlich zunehmenden Schiffsbesuchen sonst schnell zunehmen würden. Reedereien, die Südgeorgien anlaufen, sind fast durchweg IAATO-Mitglieder und damit an einen gemeinsamen Umweltkodex gebunden.
Quellen: Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI) · Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI)
Womit lässt sich Südgeorgien kombinieren?
Am häufigsten mit den Falklandinseln, da viele Expeditionsschiffe beide Gebiete auf derselben Route ab Ushuaia oder Punta Arenas anlaufen. Eine Kombination mit der Antarktischen Halbinsel ist ebenfalls verbreitet, verlängert die Reise aber auf drei bis vier Wochen.
Weil jede Etappe eigene Wetterfenster und Permits braucht, sind reine Südgeorgien-Reisen ohne Zusatzstation selten; die meisten Veranstalter bieten sie nur als Teil einer grösseren Südatlantik- oder Antarktis-Route an.
Quellen: Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI)
Für wen eignet sich Südgeorgien, für wen weniger?
Südgeorgien passt zu erfahrenen Expeditionsreisenden, die Tierbeobachtung in aussergewöhnlicher Dichte suchen und mehrere Wochen sowie ein entsprechendes Budget einplanen können. Weniger geeignet ist die Insel für alle, die festen Boden unter den Füssen, ein eigenes Zimmer an Land oder kurzfristige Reisen erwarten.
- Passt gut: Wildtierfotografen, Shackleton- und Polarhistoriker, erfahrene Expeditionsreisende mit Seebeinen.
- Passt weniger: Reisende mit Seekrankheit-Anfälligkeit, alle mit knappem Budget oder Zeitfenster, da jede Reise mehrere Wochen und ein Expeditionsschiff braucht.
Quellen: Government of South Georgia & the South Sandwich Islands (GSGSSI)