Was ist das Besondere an Botswana als Reiseland?
Botswana zeigt das südliche Afrika ohne Karawanen von Safarifahrzeugen: Im Okavango-Delta und im Chobe-Nationalpark teilen sich wenige Camps riesige private Wildkonzessionen. Das Land verfolgt seit den frühen 1990er-Jahren bewusst ein hochpreisiges «Low Impact, High Value»-Modell statt Massentourismus. Wer nach Botswana reist, zahlt entsprechend mehr pro Nacht als in Nachbarländern, bekommt dafür aber Wildnis fast ohne andere Fahrzeuge.
Die beiden touristischen Ankerpunkte liegen weit auseinander: Gaborone im Südosten ist Regierungssitz und Handelsstadt ohne grosse Safari-Anziehungskraft, Maun im Nordwesten ist das Tor zum Okavango-Delta und Ausgangspunkt fast jeder Buschflug-Safari. Zwischen beiden liegt die Kalahari-Wüste, die weite Teile des Landes einnimmt.
Diese Seite ordnet Okavango-Delta, Chobe-Nationalpark und die Kalahari, erklärt das Reisezeitfenster rund um den Flutzyklus, die Einreise (Stand September 2026), Malaria-Gebiete und die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.
Quellen: Africa Briefing
Wie reist es sich in Botswana?
Botswana ist politisch stabil, dünn besiedelt und eines der teureren Safariländer Afrikas: Rund 2,4 Millionen Menschen leben auf einer Fläche fast anderthalbmal so gross wie Deutschland. Fast alle touristischen Unterkünfte sind kleine Camps mit 8 bis 20 Betten in privaten Konzessionen, keine grossen Resorts. Wer ein eng getaktetes Budget hat oder viele Ziele in kurzer Zeit sehen will, ist in Botswana meist an der falschen Adresse.
Diamanten sind das wirtschaftliche Rückgrat des Landes – Botswana zählt neben Russland zu den grössten Diamantenproduzenten der Welt – und haben seit der Unabhängigkeit 1966 eines der am längsten stabilen Wirtschaftswachstum Afrikas finanziert. Tourismus ist der zweitwichtigste Wirtschaftszweig, bewusst auf Qualität statt Volumen ausgerichtet.
Reisende bewegen sich zwischen wenigen Zentren: Gaborone als Verwaltungssitz, Maun als Safari-Drehkreuz für das Okavango-Delta, Kasane als Tor zum Chobe-Nationalpark und zu den Victoriafällen auf der simbabwischen und sambischen Seite, sowie die Central Kalahari Game Reserve im Landesinneren. Strassenverbindungen zwischen diesen Punkten sind lang; die meisten Safarigäste fliegen mit Kleinflugzeugen zwischen den Camps.
Englisch ist Amtssprache, Setswana Nationalsprache; in Lodges und Camps wird durchgehend Englisch gesprochen. Botswana gilt als eines der am wenigsten korrupten Länder Afrikas und hat 2024 mit Duma Boko erstmals seit der Unabhängigkeit einen friedlichen Machtwechsel zu einer anderen Partei erlebt.
Welche Regionen von Botswana lohnen sich?
Die drei grossen Safarigebiete sind das wasserreiche Okavango-Delta um Maun, der elefantenreiche Chobe-Nationalpark bei Kasane im äussersten Norden und die trockene Central Kalahari Game Reserve im Landesinneren. Dazu kommen die Makgadikgadi-Salzpfannen östlich des Deltas für ein ganz anderes, offenes Landschaftsbild. Die meisten Reisen kombinieren zwei bis drei dieser Gebiete per Kleinflugzeug.
Okavango-Delta
Das Okavango-Delta ist eines der wenigen grossen Binnendeltas der Welt, das nicht ins Meer mündet, sondern in der Kalahari versickert und verdunstet. Seit 2014 ist es als 1'000. Stätte der UNESCO-Welterbeliste eingetragen, seit 1996 zusätzlich als Ramsar-Feuchtgebiet international geschützt. In der Trockenzeit misst die offene Wasserfläche einige tausend km², zur Flutzeit schwillt sie auf das Dreifache an.
Rund 70 % der zahllosen Inseln im Delta sind ursprünglich Termitenhügel, um die sich über Jahrhunderte Sedimente und Vegetation angelagert haben; die grösste, Chief's Island, ist durch eine geologische Verwerfung entstanden. Über 400 Vogelarten und alle «Big Five» kommen im Delta vor, dazu mit rund 88'000 Tieren die grösste Population von Litschi-Wasserböcken (Red Lechwe) weltweit.
Safaris im Delta kombinieren offene Fahrzeuge auf den trockeneren Inseln mit Mokoro-Einbaum-Fahrten und kleinen Motorbooten auf den Wasserkanälen; welche Aktivität möglich ist, hängt vom jeweiligen Wasserstand der Saison ab. Zugang besteht praktisch ausschliesslich über Kleinflugzeuge ab Maun (MUB), dem zweitverkehrsreichsten Flughafen Botswanas.
Chobe-Nationalpark
Chobe ist mit seiner Gründung 1967 Botswanas ältester Nationalpark und misst rund 11'700 km². Am Chobe River Front bei Kasane konzentrieren sich in der Trockenzeit die grössten bekannten Elefantenherden Afrikas; Schätzungen gehen von rund 50'000 Tieren im Park aus. Die Savuti-Marsch im Westen und die Linyanti-Marsch im Nordwesten zeigen ein trockeneres, offeneres Bild mit Löwen, Wildhunden und grossen Büffelherden.
Ein klassisches Programm ab Kasane kombiniert Pirschfahrten im Park mit einer Bootssafari auf dem Chobe River, auf der sich Elefanten, Flusspferde und Krokodile aus nächster Nähe beobachten lassen. Kasane liegt nur wenige Kilometer vom Grenzübergang Kazungula entfernt, über den auch eintägige Ausflüge aus Simbabwe und Sambia in den Park möglich sind, ohne in Botswana zu übernachten.
Central Kalahari Game Reserve und Makgadikgadi
Die Central Kalahari Game Reserve ist mit über 52'000 km² eines der grössten Wildschutzgebiete der Welt und liegt weit von Wasser entfernt: trockenes Buschland und Grasebenen statt Delta. Die San (Buschmänner) leben seit Jahrtausenden in dieser Region, einige Camps bieten geführte Wanderungen mit San-Guides an.
Östlich des Deltas liegen die Makgadikgadi-Salzpfannen, Überreste eines prähistorischen Binnensees. Zur Trockenzeit ist die Fläche eine schier endlose weisse Ebene, in der Regenzeit (Dezember bis März) ziehen dort grosse Zebra- und Gnuherden durch – eine der am wenigsten bekannten Grosstierwanderungen des südlichen Afrikas.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Wikipedia · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für Botswana?
Die Trockenzeit von Mai bis Oktober gilt landesweit als beste Reisezeit, weil sich Tiere an den wenigen verbleibenden Wasserstellen konzentrieren und die Vegetation dünner ist. Im Okavango-Delta kommt eine zweite Zeitachse dazu: Die eigentliche Flut erreicht das Delta erst mitten in dieser Trockenzeit, mit dem höchsten Wasserstand meist im Juli und August.
| Gaborone | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 32 | 32 | 31 | 28 | 26 | 23 | 23 | 27 | 31 | 32 | 33 | 32 |
| Tiefstwert °C | 20 | 20 | 18 | 14 | 8 | 4 | 4 | 8 | 13 | 17 | 19 | 20 |
| Niederschlag mm | 86 | 78 | 69 | 41 | 11 | 12 | 2 | 2 | 11 | 35 | 67 | 90 |
| Maun | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 32 | 32 | 32 | 30 | 29 | 26 | 26 | 30 | 34 | 36 | 35 | 33 |
| Tiefstwert °C | 21 | 21 | 20 | 17 | 12 | 9 | 9 | 12 | 16 | 20 | 21 | 21 |
| Niederschlag mm | 124 | 106 | 80 | 29 | 3 | 3 | 0 | 1 | 2 | 17 | 48 | 104 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station SIR SERETSE KHAMA INTL (8 km, 1006 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station MAUN (2 km, 943 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Das Wasser des Okavango-Deltas stammt nicht aus lokalem Regen, sondern aus den Regenfällen der angolanischen Hochländer zwischen November und März. Die Flutwelle braucht anschliessend rund vier Monate, um über den Kubango-Fluss den Weg nach Botswana zurückzulegen; sie erreicht die nördlichen Teile des Deltas meist ab April, den Höhepunkt in Maun im Süden des Deltas oft erst im August.
Diese Verzögerung führt zu einem Paradox: Während in Gaborone und im Süden längst Trockenzeit herrscht, steigt das Wasser im Delta noch. Wer Mokoro-Fahrten und geflutete Wasserwege sehen will, plant den Besuch zwischen Juni und September; wer eher an Wildtierdichte auf trockenen Inseln interessiert ist, kommt auch im späteren Winter (September/Oktober) gut zurecht.
Die Regenzeit von November bis März bringt in ganz Botswana kurze, kräftige Gewitterschauer statt Dauerregen. Die Landschaft ist dann grün, viele Jungtiere werden geboren und Zugvögel kommen an – dafür verteilen sich die Tiere über ein grösseres Gebiet und einige Pisten werden schwer befahrbar.
Tagsüber steigen die Temperaturen im botswanischen Sommer (Dezember bis Februar) auf rund 33 bis 35 °C, nachts kühlt es auf etwa 18 bis 20 °C ab. Im Winterhalbjahr (Juni/Juli) sind Tage mit rund 25 °C angenehm warm, Nächte in der Kalahari und im Delta können dagegen nahe 0 °C fallen – warme Kleidung für frühmorgendliche Pirschfahrten ist auch im «heissen» Afrika nötig.
Quellen: Okavango.com
Was braucht man für die Einreise nach Botswana?
Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage ohne Visum nach Botswana ein (Stand September 2026); verlangt werden ein bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass mit freien Seiten sowie ein Rückflug- oder Weiterreiseticket. Bei Einreise aus oder Transit durch ein Gelbfieber-Endemiegebiet ist zusätzlich ein Impfnachweis vorzulegen.
- Schweiz, Deutschland, Österreich: visumfrei bis 90 Tage; Reisepass bei Einreise mindestens 6 Monate gültig mit mehreren freien Seiten.
- Rückflugticket und Mittelnachweis: an der Grenze wird ein Nachweis der Weiterreise verlangt, teils auch ausreichende Geldmittel.
- Minderjährige: eine internationale, ins Englische übersetzte Geburtsurkunde mit beiden Elternteilen wird bei Kindern unter 18 Jahren verlangt.
- Gelbfieber: Impfnachweis nur bei Einreise aus oder Transit durch ein Gelbfieber-Endemiegebiet nötig; bei Einreise direkt aus Europa entfällt das.
- Andere Staatsangehörigkeiten: für sie gelten eigene Regeln; massgeblich ist die botswanische Einwanderungsbehörde oder die zuständige Botschaft.
Wer über die Grenzübergänge nach Simbabwe oder Sambia reist, etwa für einen Tagesausflug zu den Victoriafällen oder nach Chobe via Kazungula, sollte die Mehrfacheinreise vorab mit dem Reisepass-Stempelstatus klären; die botswanische Einreise selbst bleibt davon unberührt, das KAZA-Univisa für Sambia/Simbabwe deckt Botswana nicht ab.
Massgeblich sind zum Zeitpunkt der Reise die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und der botswanischen Einwanderungsbehörde – Einreisebestimmungen ändern sich, wie zuletzt bei den Gelbfieber- und Tollwuthinweisen 2025/26 gezeigt.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Welche Impfungen und welche Malaria-Vorsorge braucht man für Botswana?
Für die direkte Einreise aus Europa ist keine Impfung vorgeschrieben; healthytravel-Empfehlungen und CDC nennen Hepatitis A für alle Reisenden sowie Tollwut-Vorsorge bei Tierkontakt. Malaria besteht laut CDC ganzjährig mit hohem Risiko in den nördlichen Distrikten Chobe, Ngamiland und Okavango, während Gaborone und der Süden nicht als Risikogebiet gelten.
| Region | Risiko |
|---|---|
| Chobe (inkl. Chobe-Nationalpark), Ngamiland, Okavango | hohes Risiko, ganzjährig |
| Boteti, Bobirwa, Ghanzi, Mahalapye, North-East, Serowe/Palapye, Tutume | Risiko vorhanden, saisonal stärker |
| Gaborone und der Süden des Landes | kein relevantes Malariarisiko |
Das Auswärtige Amt weist zusätzlich auf ein saisonal erhöhtes Malariarisiko von September bis Mai in der Nordhälfte des Landes hin und empfiehlt für die Gebiete um Chobe und Ngamiland eine medikamentöse Prophylaxe zusätzlich zum Mückenschutz. Ausserhalb der Risikogebiete reicht Mückenschutz gegen Dengue-Mücken, die auch tagsüber stechen.
Seit Februar 2026 wurden im Nordwesten des Landes zudem mehrere Tollwutfälle registriert; Tollwut-Vorimpfung ist besonders für Reisende mit engem Tierkontakt oder längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten sinnvoll. Eine Gelbfieberimpfung ist nur bei Einreise aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet verpflichtend.
Medizinische Versorgung ist in Gaborone auf gutem, teils privatem Niveau, in den Safarigebieten dagegen dünn: Die nächste Klinik kann eine Flugstunde entfernt sein. Fast alle Camps und Lodges verlangen deshalb eine Reise- und Rückholversicherung mit Flugambulanz-Deckung.
Quellen: Centers for Disease Control and Prevention (CDC) · Auswärtiges Amt
Wie sicher ist Botswana für Reisende?
Botswana gilt laut BMEIA als sicheres Reiseland mit vergleichsweise niedriger Kriminalitätsrate, das Auswärtige Amt notiert aber einen zuletzt deutlichen Anstieg der Kriminalität von diesem niedrigen Niveau aus. Einbruchdiebstähle und bewaffnete Überfälle kommen vor allem in städtischen Zentren wie Gaborone vor, in den Safarigebieten selbst ist die Lage deutlich ruhiger.
Taschendiebstähle, Einbrüche und nächtliche Überfälle nehmen laut Auswärtigem Amt in Städten zu; abgelegene Gebiete sollten nach Einbruch der Dunkelheit gemieden werden. In den Safaricamps selbst, die meist in weitläufigen privaten Konzessionen ohne öffentlichen Zugang liegen, spielt Kriminalität praktisch keine Rolle – das grössere Risiko dort sind Wildtiere direkt am Camp, weshalb Guides nach Einbruch der Dunkelheit für den Weg zwischen Zelt und Lodge begleiten.
Politisch gilt Botswana als stabil; der friedliche Machtwechsel 2024 verlief ohne grössere Unruhen. Homosexuelle Handlungen sind seit 2019 nicht mehr strafbar, ein Teil der Gesellschaft steht gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aber weiterhin zurückhaltend gegenüber.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt
Wie reist man nach Botswana und im Land herum?
Botswana hat keinen grossen interkontinentalen Flughafen; praktisch jede Reise aus Europa führt über einen Umstieg in Johannesburg (JNB), dem grössten Luftverkehrsdrehkreuz des südlichen Afrikas. Von dort bestehen mehrfach tägliche Anschlüsse nach Gaborone, Maun und Kasane. Innerhalb der Safarigebiete sind kleine Buschflugzeuge das übliche Verkehrsmittel zwischen den Camps.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Johannesburg (JNB) – Gaborone (GBE) | Flug | rund 45 min |
| Johannesburg (JNB) – Maun (MUB) | Flug | rund 1 h 45 min |
| Kapstadt (CPT) – Maun (MUB) | Flug (Airlink) | mehrfach wöchentlich, ein Umstieg oder Direktverbindung je Saison |
| Kasane (BBK) – Maun (MUB) | Flug | Dienstag/Donnerstag, direkt |
| Maun/Kasane – Safari-Camps | Buschflugzeug | meist 20–60 min je Camp |
| Gaborone – Maun (Strasse) | Auto | rund 8–9 h auf durchgehend asphaltierter Strasse |
Nonstop-Interkontinentalflüge gibt es nur nach Windhoek in Namibia und über wenige Regionalstrecken; aus Europa bestehen keine Nonstop-Verbindungen nach Botswana selbst. Reisende aus Nordamerika, Europa und dem Nahen Osten steigen meist in Johannesburg (viele europäische Hauptstädte mit Nonstop-Verbindungen dorthin, unter anderem aus Zürich, Frankfurt, München und London) oder in Addis Abeba um, von wo Ethiopian Airlines Maun als einzige Langstrecken-Airline direkt anfliegt.
Gaborone Sir Seretse Khama International (GBE) ist vor allem ein Regionalflughafen: Über 70 % der wöchentlichen Abflüge gehen allein nach Johannesburg, eine kurze Strecke von rund 45 Flugminuten. Maun (MUB) ist mit täglichen Verbindungen nach Johannesburg und Kapstadt der eigentliche Safari-Flughafen des Landes, Kasane (BBK) bedient vor allem den Chobe-Nationalpark und Tagesausflüge von den Victoriafällen.
Selbstfahren ist in Botswana möglich, aber nur auf den asphaltierten Hauptachsen (etwa Gaborone–Maun oder Francistown–Kasane) ohne Geländewagen sinnvoll; die Pisten im Okavango-Delta, im Chobe-Nationalpark und in der Central Kalahari Game Reserve verlangen einen 4x4 mit Erfahrung und Vorräten, weshalb die meisten Reisenden diese Etappen fliegen oder mit einem geführten Fahrzeug zurücklegen.
Quellen: Okavango.com · Wikipedia
Welches Geld braucht man in Botswana und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Botswana-Pula (P, BWP). Grössere Lodges, Restaurants und Geschäfte in Gaborone, Maun und Kasane akzeptieren internationale Kreditkarten, auf Märkten und in kleineren Orten ist Bargeld nötig. Viele Safari-Pauschalen werden ohnehin im Voraus in Euro oder US-Dollar bezahlt, sodass vor Ort nur Kleingeld für Trinkgelder und Extras gebraucht wird.
Geldautomaten gibt es in Gaborone, Francistown, Maun und Kasane, in den entlegenen Safarigebieten dagegen nicht – wer dort bar bezahlen will, muss das Geld vorher abheben. BMEIA empfiehlt, neben Kreditkarten auch Euro oder US-Dollar in bar mitzuführen.
Die Ausfuhr von Pula ist auf 50 BWP begrenzt, mitgeführte Fremdwährung darf nur bis zur bei der Einreise deklarierten Summe wieder ausgeführt werden. In Safari-Lodges ist es üblich, Guides und Trackern sowie dem Camp-Personal am Ende des Aufenthalts ein Trinkgeld in bar (US-Dollar, Euro oder Pula) zu geben; verbindliche Sätze gibt es nicht, viele Camps legen aber Empfehlungen für ihre Gäste aus.
Die Safarikosten in Botswana liegen wegen des «Low Impact, High Value»-Modells deutlich über jenen in Kenia, Tansania oder Südafrika: Wenige Betten pro Konzession bedeuten höhere Fixkosten je Gast. Wer preisbewusst reisen will, findet dennoch einfachere Selbstfahrer-Campsites in staatlichen Parks zu deutlich niedrigeren Preisen als in den privaten Luxuscamps.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wo übernachtet man in Botswana am besten?
Fast alle touristischen Betten in den Safarigebieten liegen in kleinen Zelt- oder Bungalow-Camps mit 8 bis 20 Zimmern innerhalb privater Wildkonzessionen, meist im gehobenen bis Luxus-Segment. Günstiger sind staatliche Campingplätze in den Nationalparks für Selbstfahrer, sowie Hotels und Guesthouses in Gaborone, Maun und Kasane für Durchreisende.
Im Okavango-Delta und in Chobe gehört fast jedes Camp zu einer einzigen Konzession, in der ausser den eigenen Gästen keine fremden Fahrzeuge unterwegs sind – ein zentraler Baustein des «Low Impact, High Value»-Modells. Die Zimmer sind meist geräumige Safarizelte auf Holzplattformen mit eigenem Bad, oft ohne feste Mauern zur Umgebung.
In Maun und Kasane liegen Mittelklasse-Lodges und Hotels für Gäste, die zwischen Flügen übernachten oder ein knapperes Budget haben; Gaborone bietet internationale Business-Hotels für Durchreisende und Geschäftsreisende, ist touristisch aber nicht das eigentliche Ziel.
Was isst man in Botswana?
In den Safaricamps ist die Küche meist international geprägt, mit Grillgerichten, Wild und frischem Gemüse zu festen Essenszeiten, die auf die Pirschfahrten abgestimmt sind. In Städten und an lokalen Ständen dominiert traditionelle Setswana-Küche mit Maisbrei (Bogobe/Pap), gegrilltem Fleisch und Bohnen.
Seswaa, langsam gekochtes und zerkleinertes Rind- oder Ziegenfleisch, gilt als Nationalgericht und wird meist mit Maisbrei serviert. Trockenfleisch (Biltong) ist im ganzen südlichen Afrika verbreitet und auch in Botswana ein beliebter Snack für die Fahrt.
Leitungswasser ist in Gaborone und den grösseren Städten meist unbedenklich, in Camps und Lodges wird ohnehin gefiltertes oder abgefülltes Wasser bereitgestellt. Alkohol wird in vielen Camps zu festen Zeiten am Abend ausgeschenkt, ausserhalb der Städte gibt es kaum eigenständige Bars.
Welche Kultur prägt Botswana?
Botswana ist vielsprachig, aber vom Setswana der Bevölkerungsmehrheit kulturell geprägt; Rinderhaltung und der Kgotla, die traditionelle Versammlung unter freiem Himmel zur gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung, prägen bis heute das Alltagsleben abseits der Städte. Im Westen und in der Kalahari leben die San, eine der ältesten noch bestehenden Kulturen Afrikas.
Respektvolles Verhalten gegenüber Älteren und ausführliche Begrüssungsformeln gehören zum Alltag; ein knapper Gruss ohne Nachfrage nach dem Wohlbefinden gilt als unhöflich. In vielen Dörfern ist der Kgotla-Platz noch heute Ort für Versammlungen und Streitschlichtung.
In der Central Kalahari Game Reserve und im Westen des Landes bieten einige Camps geführte Ausflüge mit San an, die traditionelles Fährtenlesen, Pflanzenwissen und Handwerk zeigen; seriöse Anbieter bezahlen die San-Guides fair und stellen den Besuch als Austausch statt als Zurschaustellung dar.
Fotografieren von Menschen ohne vorherige Zustimmung gilt als unhöflich, in Dörfern und an religiösen Orten besonders. Kleidung ist in Städten leger, in Safaricamps praktisch (Erd- und Khakitöne werden aus Tierschutzgründen empfohlen, grelle Farben eher gemieden).
Welche Erlebnisse lohnen sich in Botswana?
Zu den Höhepunkten zählen Mokoro-Fahrten und Buschflüge über das Okavango-Delta, Bootssafaris mit Elefanten am Chobe River, Wanderungen mit San-Guides in der Kalahari und ein Ausflug in die Makgadikgadi-Salzpfannen. Wer mehrere dieser Gebiete kombiniert, sieht in ein bis zwei Wochen ein aussergewöhnlich breites Spektrum südafrikanischer Landschaften.
Okavango-Delta
Ein Flug in einem sechssitzigen Buschflugzeug von Maun zum Camp zeigt das Delta aus der Luft am besten: endlose Wasseradern, Inseln und weidende Elefantenherden. Vor Ort wechseln sich Pirschfahrten auf trockeneren Inseln mit ruhigen Mokoro-Fahrten durch das Schilf ab, je nach Wasserstand der Saison.
Chobe-Nationalpark
Die Bootssafari auf dem Chobe River in der späten Nachmittagssonne gilt als eines der zuverlässigsten Elefanten-Erlebnisse Afrikas: Herden queren den Fluss in Sichtweite der Boote, während Flusspferde und Krokodile am Ufer liegen.
Kalahari und Makgadikgadi
Nächtliche Pirschfahrten sind in einigen privaten Konzessionen der Kalahari erlaubt und zeigen nachtaktive Arten wie Erdwolf und Löffelhund, die in vielen anderen afrikanischen Parks tagsüber kaum zu sehen sind. In den Makgadikgadi-Salzpfannen lassen sich in klaren Nächten wegen der fehlenden Lichtverschmutzung aussergewöhnlich viele Sterne beobachten.
Ein Tagesausflug von Kasane über den Grenzübergang Kazungula zu den Victoriafällen in Simbabwe oder Sambia lässt sich mit einem Chobe-Besuch verbinden, sofern die Einreisebestimmungen des jeweiligen Nachbarlands erfüllt sind.
Quellen: Wikipedia
Wie reist man in Botswana verantwortungsvoll?
Botswanas «Low Impact, High Value»-Modell ist selbst eine Form von Naturschutzpolitik: Wenige, teure Betten pro Konzession begrenzen den Druck auf die Wildnis strukturell, nicht nur durch individuelles Verhalten der Gäste. Reisende unterstützen das Modell am besten, indem sie Anbieter wählen, die community-basierte Konzessionen und lokale Guides einbeziehen.
- Anbieter bevorzugen, die mit Community Trusts der San oder anderer lokaler Gemeinschaften zusammenarbeiten statt reine Fremdkonzessionen zu betreiben.
- Nachtfahrten und Annäherung an Wildtiere den Guides überlassen; Camps ohne feste Umzäunung verlangen Disziplin bei nächtlichen Wegen zwischen Zelt und Lodge.
- Wasser im Delta sparsam nutzen; die Camps beziehen es meist aus dem empfindlichen Feuchtgebiet selbst.
- Bei Buschflügen das Gepäcklimit einhalten, das aus Sicherheitsgründen für Kleinflugzeuge strikt gilt.
Quellen: Africa Briefing
Mit welchen Ländern lässt sich Botswana kombinieren?
Am naheliegendsten sind Simbabwe und Sambia für die Victoriafälle sowie Namibia für die Wüste Namib – alle drei sind über Landgrenzen oder kurze Regionalflüge erreichbar. Südafrika dient meist als Einstiegspunkt über Johannesburg und lässt sich mit einem Aufenthalt in Kapstadt oder im Kruger-Nationalpark verlängern.
Kasane liegt nur wenige Fahrminuten vom Vierländereck mit Simbabwe, Sambia und Namibia entfernt; ein Grenzübertritt am Kazungula-Übergang verbindet Chobe unkompliziert mit den Victoriafällen. Nach Windhoek in Namibia bestehen Regionalflüge, die eine Kombination Okavango-Delta–Etosha-Nationalpark ermöglichen.
Nach Kapstadt oder in den Kruger-Nationalpark reist man meist mit einem erneuten Umstieg in Johannesburg; Direktflüge zwischen Botswana und diesen Zielen sind selten.
Für wen eignet sich Botswana, für wen weniger?
Botswana passt zu erfahrenen Safarireisenden, die Wert auf Exklusivität und Ruhe legen und ein entsprechendes Budget mitbringen. Wer eine günstige oder besonders kurze Safari sucht, findet in Kenia, Tansania oder Südafrika mehr Auswahl und tiefere Preise bei ähnlicher Tiervielfalt.
Fotografinnen und Fotografen sowie Reisende, die bereits einmal in Afrika waren und ein «nächstes Level» an Abgeschiedenheit suchen, sind hier gut aufgehoben. Auch Familien mit älteren Kindern kommen in vielen Camps unter, kleinere Kinder werden von manchen Lodges aus Sicherheitsgründen abgelehnt.
Wer auf feste Strassenverbindungen, planbare Fahrzeiten und ein knappes Tagesbudget angewiesen ist, tut sich in Botswana schwer: Die grossen Distanzen, der Flugtransfer zwischen Camps und die bewusst niedrige Bettenzahl treiben die Kosten gegenüber Nachbarländern deutlich nach oben.