Was erwartet Reisende in den Vereinigten Arabischen Emiraten?
Die VAE bestehen aus sieben Emiraten, die 1971 zu einem Bundesstaat zusammenfanden, mit Abu Dhabi als Hauptstadt und Dubai als grösster Stadt. Jenseits der beiden Metropolen liegen kleinere Emirate wie Sharjah, Ajman, Umm al-Quwain, Ras al-Khaimah und Fujairah, die ruhigere Strände, Wüstenfestungen und mit Fujairah sogar eine Küste am offenen Golf von Oman bieten.
Diese Seite behandelt das Land als Ganzes: Einreise, Reisezeit, Geld, Gesundheit und die Sicherheitslage laut EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA (Stand September 2026). Ausführliche Reiseinformationen zu Dubai, Abu Dhabi und Ras al-Khaimah stehen auf eigenen Seiten.
Dubai wird für Passagierflüge vor allem über den Flughafen DXB angeflogen, Abu Dhabi über den Flughafen AUH; beide Drehkreuze liegen nahe an den jeweiligen Stadtzentren.
Quellen: Wikipedia
Wie sind die Vereinigten Arabischen Emirate als Reiseland?
Die VAE sind touristisch bestens erschlossen, sicher im Alltag und moderne Infrastruktur trifft auf konservative Rechtsordnung: Alkohol, Kleidung und öffentliches Verhalten sind gesetzlich stärker reguliert als in Europa. Zwischen den sieben Emiraten liegen oft nur 30 bis 120 Autominuten, wodurch sich Kontraste aus Wolkenkratzern, Wüste und Küste in einer Reise verbinden lassen.
Die Bevölkerung von rund 11 Millionen besteht mehrheitlich aus ausländischen Arbeitskräften; nur ein kleiner Teil sind emiratische Staatsangehörige. Das prägt den Alltag: Englisch reicht in Hotels, Restaurants und Taxis fast überall aus, Arabisch bleibt Amtssprache und ist auf Schildern und Dokumenten präsent.
Rechtlich gilt in allen Emiraten islamisches Recht als Grundlage, mit unterschiedlicher Strenge in der Umsetzung: Dubai und Abu Dhabi sind für Touristen liberaler ausgelegt, Sharjah deutlich konservativer, unter anderem mit einem vollständigen Alkoholverbot.
Wer zwei bis drei Emirate kombiniert, sieht neben Städtebildern auch Wüstenrand, Mangroven und Berge: die Hajar-Kette reicht bis nach Fujairah und Ras al-Khaimah und bricht die sonst flache Golfküste auf.
Welche der sieben Emirate lohnen sich?
Dubai und Abu Dhabi ziehen die meisten Reisenden an und haben eigene ausführliche Seiten; wer tiefer eintauchen will, findet in Sharjah Museen und ein Alkoholverbot, in Ajman und Umm al-Quwain ruhige Strände und Mangroven, und in Fujairah mit der Ostküste am Golf von Oman Taucherlebnisse abseits der Golfseite.
Sharjah
Sharjah grenzt direkt an Dubai und ist von dort in rund 30 Minuten erreichbar. UNESCO ernannte die Stadt 1998 zur Kulturhauptstadt der arabischen Welt, 2014 zur Hauptstadt der islamischen Kultur; über 15 Museen sind die Folge, vom Islamischen Museum am Al-Majarrah-Ufer bis zum Heritage-Viertel mit Windtürmen und Korallenstein-Häusern.
Die weisse Al-Noor-Moschee an der Khalid-Lagune öffnet montags und donnerstags um 10 Uhr auch für nichtmuslimische Besucher, mit gestellter Kleidung und erlaubtem Fotografieren. Sharjah ist zugleich das einzige Emirat mit vollständigem Alkoholverbot: keine Lizenzen, kein Ausschank, auch nicht in Hotels.
Ajman
Das flächenmässig kleinste Emirat liegt zwischen Sharjah und Umm al-Quwain und ist vor allem für seine Corniche mit Sandstrand bekannt, günstiger als die Strände Dubais. Das Ajman-Museum sitzt in einer restaurierten Festung aus der Zeit vor der Ölförderung und zeigt Alltagsgegenstände der vorindustriellen Golfküste.
Umm al-Quwain
Das am dünnsten besiedelte Emirat ist für seine unberührten Mangroven bekannt: Kajaktouren durch das Mangrovengebiet und Vogelbeobachtung auf der vorgelagerten Insel Siniya gehören zu den ruhigeren Erlebnissen der VAE. Die Festung von Umm al-Quwain beherbergt archäologische Funde der nahegelegenen Ausgrabungsstätten Mowaihat und Al-Dur.
Ras al-Khaimah
Das nördlichste Emirat mit den höchsten Bergen des Landes hat eine eigene Seite auf dieser Seite der Länderdatenbank, mit Details zu Jebel Jais und dem Ferienort.
Fujairah
Als einziges Emirat liegt Fujairah vollständig an der Ostküste zum Golf von Oman statt am Persischen Golf, getrennt durch die Hajar-Berge. Das Fujairah-Fort aus dem 16. Jahrhundert mit drei runden und einem rechteckigen Turm zählt zu den grössten historischen Festungen der VAE; die Al-Bidyah-Moschee in der Nähe gilt als älteste erhaltene Moschee des Landes. Riffe vor Dibba und Al Aqah machen die Küste zum Tauch- und Schnorchelgebiet der VAE.
Dubai und Abu Dhabi
Beide Emirate haben eigene, ausführliche Seiten dieser Länderdatenbank mit Regionen, Sehenswürdigkeiten und Routenvorschlägen; diese Länderseite beschreibt nur, was für die VAE als Ganzes gilt.
Quellen: Sharjah Commerce and Tourism Development Authority (Visit Sharjah)
Reiseziele
Regionen mit eigener Seite
Inseln und Regionen
- EmiratAbu DhabiAbu Dhabi ist das grösste und ölreichste der sieben Emirate und zugleich Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate.
- EmiratDubaiDubai ist das bevölkerungsreichste Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate und mit dem Burj Khalifa, künstlichen Inseln und dem…
- EmiratRas al KhaimahRas al Khaimah ist das nördlichste Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate und liegt am Fuss der Hajar-Berge, rund 45 Fahrminuten vom Flughafen…
Wann ist die beste Reisezeit für die Vereinigten Arabischen Emirate?
Von November bis März liegen die Tageshöchstwerte in Sharjah bei rund 25 bis 35 °C und die Nächte kühlen auf 14 bis 21 °C ab; das ist die angenehmste Zeit für Städtebesuche, Wüstentouren und Strand. Von Juni bis August steigen die Höchstwerte auf über 40 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit an der Küste, was Aktivitäten im Freien auf früh morgens oder spätabends beschränkt.
| Sharjah | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 25 | 27 | 30 | 35 | 39 | 42 | 43 | 43 | 41 | 37 | 32 | 27 |
| Tiefstwert °C | 14 | 15 | 18 | 21 | 25 | 28 | 31 | 30 | 27 | 24 | 19 | 15 |
| Niederschlag mm | 23 | 10 | 16 | 6 | 1 | 2 | 1 | 1 | 1 | 2 | 8 | 14 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station SHARJAH INTL (10 km, 34 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Regen fällt in den VAE nur sporadisch, meist zwischen Dezember und März in kurzen, kräftigen Schauern; die Jahresmengen bleiben insgesamt gering. Der Wüstenrand kann nach Regen kurzzeitig grün werden, was Wüstentouren zusätzlichen Reiz gibt.
Der Fastenmonat Ramadan verschiebt sich jährlich um rund 11 Tage; während der Tagesstunden sind Essen, Trinken und Rauchen an öffentlichen Orten auch für Nichtmuslime untersagt, viele Restaurants öffnen erst nach Sonnenuntergang. Wer diese Einschränkung vermeiden will, plant ausserhalb der Ramadan-Wochen.
Der Nationalfeiertag am 2. Dezember erinnert an die Gründung des Bundesstaats 1971 und wird mit Feuerwerk und Flaggenschmuck in allen Emiraten gefeiert.
An der Ostküste bei Fujairah macht sich der Indische Ozean stärker bemerkbar als am Persischen Golf: die Wassertemperatur bleibt milder, dafür ist die See zwischen Juni und September gelegentlich unruhiger, was Tauchgänge einschränken kann. Wer gezielt tauchen will, plant die Ostküste eher zwischen Oktober und Mai.
Was braucht man für die Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate?
Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen mit einem regulären Reisepass visumfrei ein und dürfen sich bis zu 90 Tage innerhalb von 180 Tagen im Land aufhalten. Der Pass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein; ein Not- oder Provisorium-Pass wird nicht akzeptiert.
- Schweiz, Deutschland, Österreich: visumfrei bis 90 Tage je Halbjahr, kostenlos, bei Ankunft am Flughafen automatisch gestempelt.
- Reisedokument: regulärer biometrischer Reisepass nötig, Personalausweis genügt nicht; Kinderreisepässe werden akzeptiert.
- Geschlechtseintrag: die Einreise wird laut Auswärtigem Amt nur für Personen gestattet, deren Geschlecht im Pass mit M oder F eingetragen ist.
- Andere Staatsangehörigkeiten: für sie gelten eigene Visaregeln; massgeblich sind die emiratische Botschaft oder das Federal Authority for Identity, Citizenship, Customs & Port Security.
Massgeblich für den Reisezeitpunkt sind die jeweils aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA sowie der emiratischen Einwanderungsbehörde.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für die VAE?
Für die Einreise aus Europa ist keine Impfung vorgeschrieben. healthytravel.ch empfiehlt allen Reisenden Hepatitis A sowie eine Tollwut-Vorimpfung, während CDC zusätzlich Hepatitis B und Typhus für die meisten Reisenden nennt; Malaria spielt in den VAE keine Rolle.
Neben den Standardimpfungen gemäss Schweizer Impfplan (Polio, Diphtherie-Tetanus-Pertussis, Masern-Mumps-Röteln, Varizellen) rät healthytravel.ch zu Hepatitis A für praktisch alle Reisenden sowie zu einer Tollwut-Vorimpfung, da diese bei Bissverletzungen in den Emiraten nicht überall sofort verfügbar ist.
Die CDC weist zusätzlich auf das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) hin, das von Kamelen auf Menschen übergehen kann; direkter Kontakt zu Kamelen, etwa bei Farmbesuchen, sollte mit Vorsicht erfolgen. Für Reisende mit erhöhtem Expositionsrisiko empfiehlt die CDC ausserdem Hepatitis B und Typhus.
Die medizinische Versorgung ist in Dubai, Abu Dhabi und Sharjah auf hohem, oft privatem Niveau; eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholklausel ist wegen der teils hohen Behandlungskosten empfehlenswert.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Wie ist die Sicherheitslage in den Vereinigten Arabischen Emiraten?
Im Land selbst ist die Alltagskriminalität sehr niedrig. Das strukturelle Risiko liegt in der Lage der Golfregion, die zu Flugverkehrsstörungen und regionalen Spannungen führen kann; die aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA vor jeder Reise prüfen.
Alltagskriminalität ist in den VAE laut BMEIA sehr gering; Risiken ergeben sich eher aus der regionalen Lage rund um die Golfstaaten als aus inneren Unruhen. Reisende sollten grössere Menschenansammlungen und besondere Anlässe dennoch meiden und Ankündigungen der eigenen Vertretung verfolgen.
Fotografieren von Militäranlagen, Häfen und Regierungsgebäuden ist verboten; auch der private Einsatz von Drohnen ist untersagt. Auf Drogenbesitz, auch in kleinsten Mengen und selbst bei nachgewiesenem früherem Konsum vor der Einreise, stehen laut BMEIA mehrjährige Haftstrafen.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie reist man in die Vereinigten Arabischen Emirate und im Land herum?
Dubai (DXB) und Abu Dhabi (AUH) sind selbst globale Drehkreuze mit Nonstopverbindungen aus praktisch jeder Weltregion, dazu kommen kleinere internationale Flughäfen in Sharjah, Ras al-Khaimah und Fujairah. Zwischen den Emiraten sind die Distanzen kurz: Sharjah liegt rund 30 Fahrminuten von Dubai entfernt, Fujairah an der Ostküste rund 1,5 Autostunden.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Dubai – Sharjah | Auto, Taxi | rund 30 min |
| Dubai – Abu Dhabi | Auto, Bus | rund 1 h 20 min |
| Dubai – Ajman | Auto | rund 40 min |
| Sharjah – Umm al-Quwain | Auto | rund 40 min |
| Dubai – Ras al-Khaimah | Auto | rund 1 h |
| Dubai – Fujairah (Ostküste) | Auto durch die Hajar-Berge | rund 1 h 30 min |
Dubai wird von Emirates weltweit bedient, Abu Dhabi von Etihad Airways; beide fliegen aus Europa unter anderem nonstop ab Frankfurt, London, Paris, Amsterdam und Wien, aus Nordamerika ab New York, Los Angeles und weiteren Drehkreuzen, aus dem asiatisch-pazifischen Raum ab Singapur, Tokio und Sydney. Der Low-Cost-Carrier flydubai bedient ab Dubai zusätzlich über 130 Ziele, viele davon sonst unterversorgte Strecken in Osteuropa, Zentralasien und Afrika.
Sharjah (SHJ) wird vor allem von Air Arabia bedient, mit einem dichten Netz nach Südasien, dem Nahen Osten und Nordafrika; Ras al-Khaimah (RKT) und Fujairah (FJR) haben ein kleineres, meist regionales Streckennetz.
Innerhalb der VAE verbindet die Autobahn E11 (Sheikh Zayed Road) Abu Dhabi, Dubai, Sharjah, Ajman, Umm al-Quwain und Ras al-Khaimah durchgehend; ein Mietwagen oder Fernbusse der RTA/Emirates Bus verbinden die Emirate auch ohne eigenes Fahrzeug. Für die Ostküste nach Fujairah führt die Strasse durch die Hajar-Berge.
Quellen: FlightConnections
Welches Geld braucht man in den Vereinigten Arabischen Emiraten und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der VAE-Dirham (AED), fest an den US-Dollar gekoppelt bei rund 3.6725 AED. Kartenzahlung ist in Hotels, Restaurants und Einkaufszentren praktisch überall möglich, Bargeld braucht man vor allem in traditionellen Souks und für kleinere Taxifahrten.
Geldautomaten sind in allen Emiraten verbreitet und akzeptieren gängige internationale Karten; Gebühren fallen meist zusätzlich zu jenen der eigenen Bank an. Beim Bezahlen mit Karte lohnt es sich, die Abrechnung in AED statt in der Heimatwährung zu wählen, da die angebotene Umrechnung vor Ort meist einen schlechteren Kurs bietet.
Trinkgeld ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber üblich: rund 10 % in Restaurants, sofern nicht bereits ein Service-Zuschlag auf der Rechnung steht. Taxifahrer und Hotelpersonal freuen sich über kleinere Beträge in bar.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wo übernachtet man in den Vereinigten Arabischen Emiraten am besten?
Ausserhalb von Dubai und Abu Dhabi, die eigene Regionsseiten haben, liegen die Übernachtungsschwerpunkte an den Strandpromenaden von Ajman und Umm al-Quwain sowie an der Ostküste bei Fujairah und Dibba, wo Tauchresorts das Angebot prägen. Sharjah selbst bietet vor allem Stadthotels ohne Alkoholausschank.
In Ajman und Umm al-Quwain sind Strandresorts oft günstiger als vergleichbare Häuser in Dubai, bei kürzeren Distanzen zu den Sehenswürdigkeiten der Nachbaremirate. An der Ostküste um Fujairah und Dibba liegen die Hotels meist direkt am Riff, ausgerichtet auf Tauch- und Schnorchelgäste.
Wer mehrere Emirate kombiniert, übernachtet oft zentral in Dubai oder Sharjah und fährt Tagesausflüge, da die Distanzen zwischen den nördlichen Emiraten überschaubar sind.
Was isst man in den Vereinigten Arabischen Emiraten?
Die emiratische Küche zeigt sich am deutlichsten in Gerichten wie Machbous, einem gewürzten Reisgericht mit Fleisch oder Fisch, und Harees, einem Eintopf aus Weizen und Fleisch; daneben prägt die internationale Vielfalt der Millionenstädte das Angebot ebenso stark wie lokale Küche. Schweinefleisch ist in den meisten Restaurants nicht erhältlich, Alkohol nur in lizenzierten Häusern.
In den traditionellen Souks von Sharjah und Ajman gehören Datteln, Gewürze und arabischer Kaffee (Gahwa) mit Kardamom zum festen Angebot; Garküchen und einfache Restaurants bieten günstige libanesische, indische und pakistanische Küche, die neben Emiratischem den Alltag mitprägt.
Ramadan verändert die Öffnungszeiten spürbar: tagsüber bleiben viele Lokale geschlossen, nach Sonnenuntergang öffnen speziell eingerichtete Iftar-Zelte für das Fastenbrechen.
Welche Kultur und welche Feste prägen die Vereinigten Arabischen Emirate?
Der Islam prägt Alltag, Kleidung und Rechtsordnung; Sharjah trägt seit 1998 den UNESCO-Titel Kulturhauptstadt der arabischen Welt und seit 2014 Hauptstadt der islamischen Kultur. Der Nationalfeiertag am 2. Dezember erinnert an die Gründung des Bundesstaats 1971, das Fastenbrechenfest Eid al-Fitr und das Opferfest Eid al-Adha folgen dem islamischen Mondkalender.
Kleidung sollte Schultern und Knie bedecken, besonders ausserhalb von Hotelstränden und in religiösen Stätten; während des Ramadans gilt diese Zurückhaltung noch strenger. Öffentliche Zärtlichkeiten zwischen Paaren sind unüblich und in Sharjah stärker sanktioniert als in Dubai.
Sharjahs über 15 Museen decken islamische Kunst, Archäologie und Naturkunde ab; das Heritage-Viertel mit seinen charakteristischen Windtürmen (Barjeel) zeigt die traditionelle Kühlungstechnik der Golfküste vor der Klimaanlage.
Falknerei und Kamelrennen gehören zu den ältesten Traditionen der Region und werden bis heute in den nördlichen Emiraten gepflegt, oft ausserhalb der Städte und für Besucher nur mit organisierten Touren zugänglich.
Quellen: Sharjah Commerce and Tourism Development Authority (Visit Sharjah)
Welche Erlebnisse lohnen sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten?
Zu den Höhepunkten ausserhalb Dubais und Abu Dhabis zählen die Museen und das Heritage-Viertel von Sharjah, Kajaktouren durch die Mangroven von Umm al-Quwain, Tauchen und Schnorcheln an der Ostküste bei Fujairah und Dibba sowie Wüstensafaris mit Dünenfahrten am Rand der Rub al-Chali.
Sharjah
Das Islamische Museum am Al-Majarrah-Ufer zeigt über 5’000 Objekte aus mehr als tausend Jahren islamischer Kunst; das nahegelegene Heritage-Viertel lässt sich zu Fuss erkunden, mit engen Gassen zwischen Korallenstein-Häusern.
Umm al-Quwain und Ajman
Kajaktouren durch die Mangroven bei Umm al-Quwain und Vogelbeobachtung auf der vorgelagerten Insel Siniya sind ruhige Alternativen zu den Städten; Ajmans Corniche eignet sich für einen unaufgeregten Strandtag.
Fujairah und die Ostküste
Die Riffe vor Dibba und Al Aqah bieten Tauch- und Schnorchelgründe mit einer anderen, ruhigeren See als an der Golfseite; das Fujairah-Fort und die Al-Bidyah-Moschee, die älteste erhaltene Moschee des Landes, lassen sich an einem Tag verbinden.
Wüste
Wüstensafaris mit Dünenfahrten (Dune Bashing), Kamelritten und Beduinen-Lagern werden von allen Emiraten aus angeboten; die roten Dünen des Liwa-Beckens am Rand der Rub al-Chali gehören zu den eindrücklichsten Wüstenlandschaften der Arabischen Halbinsel.
Quellen: Sharjah Commerce and Tourism Development Authority (Visit Sharjah)
Wie reist man in den Vereinigten Arabischen Emiraten verantwortungsvoll?
Die Mangrovengebiete um Umm al-Quwain und Abu Dhabi zählen zu den wenigen natürlichen Ökosystemen der Golfküste und reagieren empfindlich auf Bootslärm und Müll; geführte Kajaktouren mit festen Routen schonen sie stärker als freie Bootsfahrten. Beim Tauchen an der Ostküste gilt wie überall: Korallen nicht berühren, keine Anker auf Riffen.
- Bei Wüstensafaris Anbieter wählen, die Routen und Camps begrenzen statt in unberührte Wüstenflächen vorzudringen.
- Mückenschutz und Sonnencreme möglichst mineralisch wählen, besonders bei Riff- und Mangrovenausflügen.
- Wasser sparsam nutzen: die VAE decken einen grossen Teil ihres Trinkwassers über energieintensive Meerwasserentsalzung.
- Traditionelle Handwerksprodukte aus dem Heritage-Viertel Sharjahs statt Massenware kaufen, das unterstützt lokale Kunsthandwerker.
Quellen: Sharjah Commerce and Tourism Development Authority (Visit Sharjah)
Mit welchen Ländern lassen sich die Vereinigten Arabischen Emirate kombinieren?
Am naheliegendsten ist Oman: von Fujairah oder Ras al-Khaimah erreicht man die omanische Grenzregion Musandam auf dem Landweg in unter zwei Stunden, während Maskat und Salalah einen kurzen Flug entfernt liegen. Auch Katar und Bahrain lassen sich als Kurztrip ab Dubai oder Abu Dhabi anschliessen.
Nach Maskat (Oman) bestehen mehrmals tägliche Flüge ab Dubai und Abu Dhabi von rund einer Stunde; die Halbinsel Musandam mit ihren Fjorden ist von Ras al-Khaimah aus auch per Auto erreichbar, wobei Grenzformalitäten einzuplanen sind.
Nach Doha (Katar) und Manama (Bahrain) dauert der Flug ab Dubai oder Abu Dhabi jeweils rund eine bis anderthalb Stunden, was Kombinationen von drei Golfstaaten in einer Reise ermöglicht.
Für wen eignen sich die Vereinigten Arabischen Emirate, für wen weniger?
Die VAE passen zu Reisenden, die Wüste, Kultur und moderne Infrastruktur in kurzen Distanzen verbinden wollen, zu Familien mit Strandwunsch abseits der grossen Städte und zu Tauchern, die die ruhigere Ostküste bei Fujairah suchen. Weniger geeignet sind sie für alle, die auf Alkohol im Alltag oder auf lockere Kleidungsnormen Wert legen, besonders in Sharjah.
Wer bereits Dubai und Abu Dhabi kennt, findet in Sharjah, Ajman, Umm al-Quwain und Fujairah eine ruhigere, günstigere Seite der VAE mit kürzeren Wegen zwischen den Sehenswürdigkeiten.
Alleinreisende Frauen, Paare ohne Trauschein und Personen, die sich an strengere Verhaltensnormen im öffentlichen Raum nicht anpassen möchten, sollten sich vor der Reise genau mit den rechtlichen Besonderheiten der Emirate auseinandersetzen.