Warum lohnt sich eine Reise nach Palau?
Palau ist eines der artenreichsten Tauchreviere der Erde: Haie, Mantarochen und über 1'300 Fischarten leben in Riffen rund um rund 500 meist unbewohnte Kalksteininseln. Seit dem 1. Januar 2020 stehen 80 % der Hoheitsgewässer als Meeresschutzgebiet unter vollständigem Fangverbot, und jede Reisende unterschreibt bei der Einreise ein Umweltversprechen, den «Palau Pledge».
Die Republik Palau liegt im Westen Mikronesiens, rund 800 km östlich der Philippinen, an der Grenze zwischen West- und Zentralpazifik. Staatsrechtlich ist Palau seit der Unabhängigkeit 1994 souverän und steht in freier Assoziation (Compact of Free Association) mit den USA, die für Verteidigung zuständig bleiben.
Veränderliche Angaben – Gebühren, Einreiseregeln, Flugpläne – tragen den Stand September 2026.
Wie ist Palau als Reiseland?
Palau ist touristisch überschaubar geblieben: Rund 20'500 Menschen leben im Land, mehr als die Hälfte davon in und um die frühere Hauptstadt Koror. Das Land richtet sich bewusst an Tauchende und naturinteressierte Reisende statt an Massentourismus – lange Sandstrände sucht man auf den meisten Hauptinseln vergeblich.
Verwaltet wird Palau in 16 Bundesstaaten unter einer Präsidialrepublik; Regierungssitz ist seit 2006 Ngerulmud auf der Hauptinsel Babeldaob, während Koror mit rund 12'700 Einwohnerinnen und Einwohnern das wirtschaftliche und touristische Zentrum bleibt.
Vor der spanischen, deutschen, japanischen und schliesslich US-amerikanischen Kolonialzeit lebten auf den Inseln matrilineal organisierte Clans, deren Ratsstrukturen bis heute neben der modernen Regierung bestehen. Die japanische Verwaltungszeit (1914–1944) hinterliess sichtbare Spuren – von Strassennamen bis zur bis heute verbreiteten Sashimi-Küche.
Wirtschaftlich stützt sich Palau seit der Schliessung von 80 % seiner Gewässer für die kommerzielle Fischerei 2020 noch stärker auf Ökotourismus: Tauchbasen, kleine Guesthouses und Liveaboard-Boote prägen das Angebot, grosse Resortketten sind die Ausnahme.
Was gehört auf eine Rundreise durch Palau?
Praktisch jede Reise beginnt in Koror, dem einzigen Ort mit nennenswerter Infrastruktur, und führt von dort per Boot in die Rock Islands Southern Lagoon. Wer länger bleibt, ergänzt die Kriegsschauplätze auf Peleliu und Angaur im Süden sowie die Hauptinsel Babeldaob im Norden mit Regenwald, Wasserfällen und archäologischen Stätten.
Koror und die Rock Islands
Koror ist Ausgangspunkt fast aller Bootstouren: Hier liegen die meisten Tauchbasen, Restaurants und das einzige nennenswerte Nachtleben Palaus. Von hier sind es 30 bis 60 Bootsminuten in die Rock Islands Southern Lagoon, seit 2012 UNESCO-Welterbe mit 445 unbewohnten, von dichtem Grün bewachsenen Kalksteininseln vulkanischen Ursprungs auf rund 100'000 Hektar Fläche.
In den Rock Islands liegt der Jellyfish Lake (Ongeim'l Tketau, «fünfter See»), einer von rund 70 Marine Lakes der Lagune, aber der einzige für Besuchende zugängliche. Nach Schätzungen der Coral Reef Research Foundation schwimmen dort bis zu 5 Millionen endemische Goldquallen, die durch die Isolation vom offenen Meer ihre Nesselkraft fast vollständig verloren haben und täglich dem Sonnenstand über den See folgen.
Für den Besuch der Rock Islands ist ein Permit der Koror State Government Pflicht: Das Rock Island Permit kostet USD 50 und gilt 10 Tage, ein separates Jellyfish-Lake-Permit rund USD 100, Tauchgänge werden zusätzlich mit einem Tagesbeitrag belegt. Alle Permits müssen während der Tour mitgeführt und auf Verlangen vorgezeigt werden.
Blue Corner, German Channel und die Tauchspots
Blue Corner ist Palaus bekanntester Driftdive: An einer vorspringenden Riffkante halten sich Taucherinnen mit Reef-Hooks fest, während Graue Riffhaie, Napoleon-Lippfische und Grossaugen-Makrelen in der Strömung vorbeiziehen. Im German Channel, einem von deutschen Kolonialbehörden gesprengten Riffdurchbruch, begegnet man vor allem von November bis Mai regelmässig Mantarochen an ihren Putzerstationen.
Weitere feste Grössen sind der Ulong Channel mit Strömungstauchgang durch ein Riffkorridor sowie die farbenfrohe Lagune Milky Way, deren feiner weisser Kalkschlamm am Grund traditionell für Hautanwendungen genutzt wird und dem Wasser eine türkise Färbung verleiht.
Peleliu und Angaur
Auf Peleliu, gut zwei Bootsstunden südlich von Koror, tobte von September bis November 1944 eine der verlustreichsten Schlachten des Pazifikkriegs: Die US-1st-Marine-Division kämpfte sich durch ein Netz aus über 500 japanischen Höhlen und Tunneln; die Insel wurde erst nach 74 Tagen für gesichert erklärt, mit fast 1'800 gefallenen und über 8'000 verwundeten oder vermissten US-Soldaten. Bis heute liegen Panzerwracks wie der Sherman-Tank «Flyin' Home» im Dschungel, ergänzt durch Höhlen mit shintoistischen Gedenksteinen und das Peleliu WWII Memorial Museum.
Das benachbarte Angaur ist für seine wilden, aus der deutschen Kolonialzeit eingeführten Rhesusaffen sowie stille Strände bekannt und wird deutlich seltener besucht als Peleliu.
Babeldaob – die Hauptinsel
Babeldaob ist mit rund 331 km² die grösste Insel Palaus, aber touristisch kaum erschlossen. Die 2007 fertiggestellte Ringstrasse («Compact Road») verbindet die zehn Bundesstaaten der Insel und macht Ausflüge zum Ngardmau-Wasserfall möglich – mit rund 30 m Palaus höchstem Fall, erreichbar über einen 20- bis 30-minütigen Dschungelpfad oder eine ehemalige japanische Bauxit-Bahn.
Im Norden liegen die Badrulchau-Monolithen: 52 in zwei Reihen aufgestellte Basaltsteine, einige mit eingemeisselten Gesichtern, die der Überlieferung nach als Stützpfeiler eines riesigen traditionellen Versammlungshauses (Bai) dienten und auf ein Alter von rund 1'900 Jahren geschätzt werden.
Die Aussenatolle
Weit im Südwesten liegen die kaum besuchten Atolle Kayangel, Sonsorol und Hatohobei: Ohne feste Fährverbindung und mit nur unregelmässigen Charterflügen sind sie praktisch nur für Reisende mit viel Zeit und eigener Bootsorganisation erreichbar.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Koror State Government · The National WWII Museum · Lonely Planet
Wann ist die beste Reisezeit für Palau?
Am trockensten ist es von Februar bis April, wenn im Schnitt rund 180 bis 200 mm Regen pro Monat fallen; von Mai bis November steigt der Niederschlag deutlich, mit einem Höhepunkt von rund 375 mm im Juli. Die Wassertemperatur bleibt ganzjährig bei 28 bis 30 °C, Tauchen ist das ganze Jahr über möglich.
Koror: mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag
| Koror | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 |
| Tiefstwert °C | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 25 |
| Niederschlag mm | 216 | 197 | 183 | 177 | 279 | 331 | 375 | 303 | 284 | 236 | 239 | 246 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station BABELTHUAP/KOROR AIRPORT (8 km, 54 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Beim Taifunrisiko widersprechen sich die offiziellen Quellen leicht: Das deutsche Auswärtige Amt nennt ein erhöhtes Risiko zwischen Juni und November, während das österreichische Aussenministerium Palau als ausserhalb des eigentlichen Taifungürtels einstuft. In der Praxis liegt Palau am äussersten Südrand der Zugbahnen und wird seltener und schwächer getroffen als die nördlicher gelegenen Teile Mikronesiens – ausschliessen lässt sich ein Taifun in der zweiten Jahreshälfte aber nicht.
Für Mantarochen am German Channel gelten die Monate November bis Mai als zuverlässigste Zeit an den Putzerstationen, während die Sichtweite an vielen Aussenriffen in den trockeneren Monaten Februar bis April am besten ist.
Die Wassertemperatur schwankt kaum: Sie liegt ganzjährig zwischen 28 und 30 °C, sodass ein Neoprenanzug in Palau in erster Linie vor Korallenkontakt und Quallen schützt, nicht vor Kälte. Regenschauer in der feuchteren Jahreshälfte sind meist kurz und heftig, gefolgt von Sonne – ganztägiger Dauerregen ist selbst im Juli die Ausnahme.
Wer sowohl Peleliu-Ausflüge als auch Bootsschnorcheln fest einplant, meidet nach Möglichkeit die niederschlagsreichsten Monate Juni bis August, in denen Bootsausflüge bei starkem Wellengang gelegentlich ausfallen.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Was braucht man für die Einreise nach Palau?
Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum, brauchen aber einen mindestens sechs Monate über die Reise hinaus gültigen Reisepass. Bei der Ankunft ist zusätzlich die Pristine Paradise Environmental Fee von USD 100 fällig, und jede Reisende unterschreibt den «Palau Pledge» direkt in den Pass.
Als Reisedokumente akzeptiert werden Reisepass, vorläufiger Reisepass und Kinderreisepass; ein Personalausweis genügt laut Auswärtigem Amt nicht. Nachgewiesen werden müssen ausserdem ein Rückflugticket sowie ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt.
Der Palau Pledge ist weltweit die erste umweltbezogene Einreiseverpflichtung: Statt eines gewöhnlichen Einreisestempels erhält jede Person einen im Pass abgestempelten, an die Kinder Palaus gerichteten Schwur, «behutsam aufzutreten, freundlich zu handeln und achtsam zu erkunden». Verstösse können laut Gesetz mit Bussen bis zu USD 1 Million geahndet werden; seit 2020 gilt zudem, gesetzlich bereits 2018 beschlossen, ein Verbot reeftoxischer Sonnencremes.
Massgeblich sind die amtlichen Stellen: Auswärtiges Amt, BMEIA und die Einwanderungsbehörde Palaus. Für die Schweiz besteht keine eigene Vertretung vor Ort; zuständig ist die Schweizer Botschaft auf den Philippinen.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · National Geographic
Welche Impfungen und welche Vorsorge braucht es für Palau?
Bei direkter Einreise ist keine Impfung Pflicht; die CDC empfehlen für die meisten Reisenden zusätzlich zu den Standardimpfungen Hepatitis A, Hepatitis B und Typhus. Malaria kommt auf Palau nicht vor, Dengue und Zika werden aber durch Mücken übertragen und erfordern konsequenten Mückenschutz.
Eine Gelbfieberimpfung ist laut CDC weder vorgeschrieben noch empfohlen; eine Tollwutimpfung gilt als nicht routinemässig nötig, da infizierte Hunde in Palau selten sind, kann bei geplantem engem Tierkontakt aber sinnvoll sein.
Das Auswärtige Amt beschreibt die medizinische Grundversorgung als nur in grösseren Orten – praktisch also in Koror – gewährleistet; für Notfälle mit Rückholbedarf werden Patientinnen und Patienten meist auf die Philippinen oder nach Guam verlegt. Eine Auslandskranken- und Rückholversicherung wird deshalb dringend empfohlen.
Leptospirose durch Kontakt mit stehendem Süsswasser ist ein weiteres, von der CDC genanntes Risiko – relevant vor allem bei Wanderungen zu Wasserfällen und Flussquerungen auf Babeldaob.
Quellen: CDC Travelers' Health · Auswärtiges Amt
Wie sicher ist Palau für Reisende?
Sowohl das Auswärtige Amt als auch das BMEIA stufen Palau als politisch stabil und sicherheitsmässig unauffällig ein. Gewaltkriminalität ist selten, vereinzelt kommt es zu sexuellen Übergriffen auf allein reisende Frauen sowie zu Einbrüchen.
Häufiger als Gewaltdelikte ist Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl; das Auswärtige Amt empfiehlt, Fenster und Türen in Unterkünften und Fahrzeugen stets verschlossen zu halten und keine Wertsachen sichtbar liegen zu lassen.
Streng geahndet wird die Beschädigung der geschützten Meeresgebiete: Wer Riffe oder Korallen beim Tauchen, Ankern oder Fischen beschädigt, riskiert empfindliche Bussen – ein direkter Ausfluss des seit 2020 geltenden Palau National Marine Sanctuary. Die aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA vor der Abreise prüfen.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie kommt man nach Palau?
Internationaler Flughafen ist der Roman Tmetuchl International Airport (ROR) bei Koror, laut FlightConnections mit Nonstop-Verbindungen zu 7 Zielen in 7 Ländern, vor allem in Ost- und Südostasien. Eine direkte Nonstop-Verbindung aus Europa gibt es nicht; Reisende aus der Schweiz, Deutschland oder Österreich steigen meist in Manila, Tokio-Narita oder Guam auf einen Regionalflug um.
| Herkunftsregion | Ziele | Fluggesellschaften |
|---|---|---|
| Ostasien | Tokio-Narita, Taipeh, Hongkong, Macau | United Airlines, China Airlines, Greater Bay Airlines, Cambodia Airways |
| Südostasien | Manila | Philippine Airlines, United Airlines |
| Pazifik/Ozeanien | Guam, Brisbane | United Airlines, Qantas (Palau Paradise Express, saisonal) |
Der Flug von Koror nach Brisbane ist mit rund 2'700 Meilen (etwa 5 h 40 min) die längste Nonstop-Verbindung ab Palau; die Route wird von Qantas als Palau Paradise Express meist wöchentlich bedient und eignet sich als Anschluss aus Australien und Neuseeland.
Vor Ort gibt es keinen nennenswerten öffentlichen Verkehr: Mietwagen und Taxis sind in Koror vergleichsweise günstig, für die Rock Islands und Aussenriffe sind Bootstouren mit lokalen Anbietern die Regel. Ein internationaler Führerschein wird für Mietwagen empfohlen.
Quellen: FlightConnections
Wie bezahlt man in Palau?
Landeswährung ist der US-Dollar; eine Umrechnung fällt also nur für Reisende aus Nicht-Dollar-Ländern an, in Koror an Banken gegen hohe Gebühren möglich. Kreditkarten werden in Hotels, grösseren Restaurants und Tauchbasen verbreitet akzeptiert, ausserhalb Korors sowie auf Aussenatollen ist Bargeld oft unverzichtbar.
Geldautomaten konzentrieren sich auf Koror; auf Babeldaob, Peleliu und erst recht auf den Aussenatollen sollte ausreichend Bargeld mitgeführt werden, da eine Kartenzahlung dort nicht überall möglich ist.
Tauchgänge, Bootstouren und die verpflichtenden Permits für die Rock Islands werden meist direkt vor Ort in US-Dollar bezahlt, oft schon im Preis von Liveaboard- oder Mehrtagespaketen enthalten. Trinkgeld ist nicht verpflichtend, in der stark von US-Tourismus geprägten Dive-Branche aber üblich – für Guides und Bootscrew werden häufig USD 10 bis 20 pro Tag genannt.
Quellen: Auswärtiges Amt · how-2-tip.com
Wo übernachtet man in Palau?
Die grösste Auswahl an Hotels, Guesthouses und Tauchresorts liegt in und um Koror, mit kurzen Wegen zu Restaurants und den Bootsanlegern für die Rock Islands. Wer die besten Tauchplätze ohne lange Bootsfahrten erreichen will, wählt alternativ ein mehrtägiges Liveaboard, das direkt in der Lagune ankert.
Grosse internationale Kettenhotels sind selten; verbreitet sind mittelgrosse, oft auf Tauchgruppen ausgerichtete Resorts sowie einfachere Pensionen. Auf Babeldaob und den Aussenatollen gibt es nur vereinzelte Unterkünfte, meist ohne feste Buchungsplattform.
Für Reisende, die neben dem Tauchen auch Peleliu und Babeldaob erkunden möchten, lohnt sich ein Standort in Koror mit Tagesausflügen; wer primär taucht, profitiert von einem Liveaboard mit Zugang zu weiter entfernten Aussenriffen.
Was isst und trinkt man in Palau?
Die Alltagsküche kombiniert traditionelle Grundnahrungsmittel wie Taro, Kassava und Fisch mit deutlich japanisch geprägten Einflüssen aus der Kolonialzeit – Sashimi und Sushi gehören selbstverständlich zur Speisekarte vieler Restaurants in Koror. Betelnuss-Kauen ist bis heute ein fester Bestandteil des Alltags.
Nach Schätzungen aus den 1990er-Jahren kauten damals über 76 % der Palauerinnen und Palauer regelmässig Betelnuss, deren Markt auf mehrere Millionen US-Dollar jährlich geschätzt wurde; die Kombination aus Betelnuss, Kalk und Piperblatt gehört zum sozialen Alltag wie andernorts Kaffee.
Traditionell diente nicht Geld, sondern Naturalientausch als Wertmassstab: Wer ein Haus oder Kanu baute, wurde in traditionellem Palau-Geld entlohnt, während unter Frauen bis heute «Toluk» – ursprünglich als Gefässe genutzte, heute zeremonielle Objekte – bei wichtigen Lebensereignissen ausgetauscht werden.
Welche Traditionen prägen Palau?
Zentrales Element der traditionellen Kultur ist das «Bai», ein reich mit Geschichten und Mythen bemaltes Versammlungshaus, das früher als politisches und soziales Zentrum jedes Dorfes diente. Die Gesellschaft ist traditionell matrilinear organisiert: Landbesitz und Ranghierarchien vererben sich über die weibliche Linie.
Die 52 Basaltmonolithen von Badrulchau auf Babeldaob gelten als Überreste eines besonders grossen, mythischen Bai und zählen zu den ältesten bekannten Bauzeugnissen der Insel.
Handwerklich lebt die Bai-Tradition in geschnitzten «Storyboards» weiter: aus Holz gearbeitete Reliefs, die Legenden und Alltagsszenen erzählen und heute vor allem als Kunsthandwerk für Reisende produziert werden.
Was kann man in Palau erleben?
Im Zentrum jeder Reise steht das Tauchen und Schnorcheln an Weltklasse-Spots wie Blue Corner, German Channel und Jellyfish Lake. Wer nicht ins Wasser will, kajakt durch die Rock Islands, wandert zum Ngardmau-Wasserfall oder erkundet die Kriegsschauplätze und Höhlen von Peleliu.
Kajaktouren durch die Rock Islands führen an versteckte Buchten und Höhlen, die mit dem Boot nicht erreichbar sind; mehrtägige Camping-Kajaktouren werden von lokalen Anbietern organisiert.
Für Nichttauchende bietet das Schnorcheln am Jellyfish Lake und an flacheren Riffen der Rock Islands einen zugänglichen Einstieg in die Unterwasserwelt Palaus, ganz ohne Zertifizierung.
Historisch Interessierte kombinieren einen Tagesausflug nach Peleliu mit Führung durch das WWII Memorial Museum und die Höhlensysteme mit einer ruhigeren Stunde am Strand von Angaur.
Auf Babeldaob lassen sich Wanderung zum Ngardmau-Wasserfall, Besuch der Badrulchau-Monolithen und eine Fahrt zum Regierungssitz Ngerulmud zu einem ruhigeren Landtag ohne Boot verbinden.
Quellen: The National WWII Museum
Wie reist man in Palau umweltbewusst?
Seit dem 1. Januar 2020 stehen 80 % der palauischen Hoheitsgewässer als Palau National Marine Sanctuary unter vollständigem Fangverbot – eines der grössten vollständig geschützten Meeresgebiete der Welt. Jede einreisende Person bekräftigt mit dem «Palau Pledge» zusätzlich persönlich, Riffe, Tiere und Kultur des Landes zu respektieren.
Palau war 2018 das erste Land der Welt, das reeftoxische Sonnencremes mit Inhaltsstoffen wie Oxybenzon gesetzlich verbot; entsprechende Produkte werden bei der Einreise teils konfisziert, mineralische Sonnencreme wird empfohlen.
Die verbleibenden 20 % der Wirtschaftszone bilden eine für die lokale Fischerei reservierte Domestic Fishing Zone; kommerzieller Fischexport aus dem Sanctuary selbst bleibt verboten.
Quellen: Marine Conservation Institute
Womit lässt sich Palau kombinieren?
Über Guam oder Manila lässt sich Palau gut mit weiteren mikronesischen Zielen wie Yap in den Föderierten Staaten von Mikronesien verbinden, wo Reisende auf eine ähnliche Tauchkultur, aber eine andere Inselkultur treffen. Alternativ dient Manila als Sprungbrett zu einer Weiterreise durch die Philippinen.
Wer nach Ostasien weiterreist, nutzt die Nonstop-Verbindungen nach Taipeh, Hongkong oder Tokio-Narita als natürliche Fortsetzung; Richtung Ozeanien bietet sich Guam als Zwischenstopp mit eigenem, US-geprägtem Reiseprogramm an.
Für wen eignet sich Palau, für wen weniger?
Palau passt zu erfahrenen wie zu einsteigenden Taucherinnen und Tauchern, zu Naturfreudigen und zu allen, die Geschichte des Pazifikkriegs vor Ort erleben wollen. Weniger geeignet ist das Land für Reisende, die klassische Strandferien, ein grosses Nachtleben oder eine breite touristische Infrastruktur ausserhalb Korors suchen.
- Gut geeignet: Taucherinnen und Taucher aller Erfahrungsstufen; Kajak- und Wanderfreudige; historisch Interessierte mit Fokus auf den Pazifikkrieg.
- Weniger geeignet: Wer lange Sandstrände oder grosse Resortanlagen sucht – dafür eignen sich eher andere pazifische Ziele; Reisende mit knappem Budget, da Tauchpakete und Permits die Reisekosten spürbar erhöhen.