Was erwartet Reisende auf den Ionischen Inseln?
Die Ionischen Inseln bilden die westliche Inselwelt Griechenlands: grün, regenreicher als die Ägäis und geprägt von venezianischer statt osmanischer Geschichte, weil sie nie unter türkische Herrschaft fielen. Korfu-Stadt ist seit 2007 UNESCO-Welterbe, Zakynthos steht für die Bucht Navagio und die vom Aussterben bedrohte Karettschildkröte.
Sieben Hauptinseln zählen zur Gruppe: Korfu im Norden, Paxi und Antipaxi, Lefkada mit direkter Strassenverbindung zum Festland, Kefalonia als grösste Insel, Ithaka, Zakynthos im Süden und die abseits liegende Kythira nahe dem Peloponnes. Diese Seite behandelt Korfu und Zakynthos im Detail, die beiden meistbesuchten Inseln der Gruppe, und ordnet die übrigen ein.
Für die allgemeine Einreise nach Griechenland, Zeitzone und Landeswährung gilt dieselbe Lage wie im Rest des Landes; Details dazu stehen auf der Griechenland-Seite. Diese Seite konzentriert sich auf das, was die Ionischen Inseln von der übrigen Inselwelt unterscheidet: die Fähren, die Flughäfen und die Realität des Inselhüpfens (Stand September 2026).
Quellen: visitgreece.gr, Greek National Tourism Organisation
Wie sind die Ionischen Inseln als Reiseziel?
Die Ionischen Inseln sind laut griechischem Fremdenverkehrsamt die grünste Inselgruppe des Landes, mit dichten Pinien- und Olivenwäldern statt der kargen, windgepeitschten Landschaft der Kykladen. Sie liegen an der Westflanke Griechenlands zum Ionischen Meer hin, näher an Italien als an der Türkei.
Historisch standen die Inseln unter venezianischer Herrschaft, einige Jahrhunderte lang, bevor sie 1864 mit den übrigen britisch verwalteten Ionischen Inseln an Griechenland fielen. Das erklärt die vielen italienisch anmutenden Fassaden, katholischen Kirchen neben orthodoxen und den Namen «Kerkyra» für Korfu, der neben dem international gebräuchlichen Namen weiterlebt.
Der Regen macht den Unterschied: Die Stationsdaten von Korfu und Zakynthos zeigen nasse Winter mit über 150 mm Niederschlag im Dezember, deutlich mehr als in der südlichen Ägäis. Das sorgt für sattes Grün bis in den Frühsommer, während die Kykladen zur gleichen Zeit oft schon ausgetrocknet sind.
Der Ton ist entspannter als auf den bekanntesten Kykladeninseln: Statt weiss getünchter Kubushäuser prägen pastellfarbene venezianische Fassaden, Olivenhaine und Zypressen das Bild. Zakynthos hat daneben einen ausgeprägten Pauschaltourismus-Sektor mit britischer Prägung, besonders um Laganas und Kalamaki.
Quellen: visitgreece.gr, Greek National Tourism Organisation · NOAA National Centers for Environmental Information
Welche Inseln und Orte lohnen sich in der Ionischen Inselgruppe?
Korfu-Stadt mit ihrer UNESCO-Altstadt und den zwei venezianischen Festungen ist der historische Schwerpunkt, Zakynthos-Stadt der Ausgangspunkt für Navagio und die Blauen Grotten. Kefalonia ergänzt mit dem Strand Myrtos und der Höhle Melissani, Lefkada ist die einzige Insel der Gruppe, die man ohne Fähre über eine Brücke erreicht.
Korfu
Die Altstadt von Korfu (Kerkyra) wurde 2007 als «Old Town of Corfu» ins UNESCO-Welterbe aufgenommen, gewürdigt als Beispiel einer befestigten Mittelmeerstadt: Vier Jahrhunderte lang schützten venezianische Ingenieure mit der Alten Festung, der Neuen Festung und der Stadtmauer die Handelsinteressen der Republik Venedig gegen das Osmanische Reich. Korfu blieb dadurch die einzige Ionische Insel, die nie osmanisch wurde, trotz Angriffen 1537, 1571, 1573 und 1716.
Das Zentrum ist der Spianada-Platz mit dem Liston, einer Arkadenreihe im Stil der Pariser Rue de Rivoli aus der französischen Besatzungszeit ab 1807. Ausserhalb der Stadt liegt das Achilleion, ein pompejanisch inspirierter Palast, den Kaiserin Elisabeth von Österreich («Sisi») erbauen liess und den 1907 Kaiser Wilhelm II. kaufte. Im Nordwesten der Insel liegt Paleokastritsa mit türkisfarbenen Buchten und einem Kloster auf einer Landzunge.
Zakynthos
Zakynthos, von den Venezianern «Fiore di Levante» («Blume des Ostens») genannt, ist bekannt für die Bucht Navagio im Nordwesten, wo ein 1980 gestrandetes Schmugglerschiff auf weissem Sand zwischen steilen Kalksteinklippen liegt, nur per Boot oder von einem Aussichtspunkt oberhalb erreichbar. An der Nordspitze liegen die Blauen Grotten, Meereshöhlen mit leuchtend blauem Wasser.
Der Golf von Laganas an der Südküste ist Kernzone des Nationalen Meeresparks von Zakynthos, eingerichtet zum Schutz der Karettschildkröte (Caretta caretta), die dort an mehreren Stränden Eier legt; in der Brutzeit gelten Nachtsperren und Bootsabstände. Zakynthos-Stadt selbst wurde nach dem Erdbeben von 1953 grösstenteils im historischen Stil wiederaufgebaut.
Kefalonia
Die mit rund 780 km² grösste Insel der Gruppe hat mit dem Mount Ainos (1'628 m) den höchsten Punkt der Ionischen Inseln; auf seinen Hängen wächst die seltene Kefalonische Tanne in einem eigenen Nationalpark. Bekannt ist der Strand Myrtos zwischen weissen Kalksteinklippen sowie die Süsswasserhöhle Melissani mit ihrem See, in den durch ein eingestürztes Dach Sonnenlicht fällt.
Lefkada, Paxi, Ithaka und Kythira
Lefkada ist die einzige Insel der Gruppe, die man ohne Fähre erreicht: Eine 1986 gebaute Schwimmbrücke bei Agia Mavra verbindet sie mit dem Festland bei Preveza, jede Stunde öffnet sie kurz für den Bootsverkehr. Bekannt sind die Steilstrände Porto Katsiki und Egremni sowie Kap Lefkatas, an dem der antiken Überlieferung nach die Dichterin Sappho ins Meer gesprungen sein soll.
Paxi und das kleinere Antipaxi südlich von Korfu sind autofrei geprägt, mit dem Hafenort Gaios und Meereshöhlen an der Westküste. Ithaka gilt als Heimat des Odysseus aus Homers Epos; die Insel ist bergig, dünn besiedelt und nur per Fähre ab Kefalonia oder Festland erreichbar. Kythira liegt abseits der übrigen Gruppe nahe der Südspitze des Peloponnes und wird eher von dort als von Korfu aus bereist.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Wikipedia · visitgreece.gr, Greek National Tourism Organisation · Lefkada Slow Guide
Wann ist die beste Reisezeit für die Ionischen Inseln?
Mai/Juni und September eignen sich am besten: warm genug zum Baden, aber ohne die Hitze und die vollen Strände des Hochsommers. Die Stationsdaten zeigen für Korfu und Zakynthos nasse Winter mit über 150 mm Niederschlag im Dezember und trockene Sommer mit unter 20 mm im Juli, deutlich feuchter als die südliche Ägäis.
Korfu und Zakynthos im Jahresverlauf
| Korfu-Stadt | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 14 | 16 | 17 | 21 | 25 | 30 | 33 | 34 | 29 | 24 | 20 | 16 |
| Tiefstwert °C | 6 | 7 | 8 | 11 | 15 | 19 | 22 | 22 | 19 | 15 | 11 | 7 |
| Niederschlag mm | 125 | 110 | 96 | 55 | 42 | 27 | 16 | 25 | 81 | 115 | 151 | 155 |
| Zakynthos-Stadt | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 15 | 16 | 17 | 21 | 25 | 30 | 34 | 34 | 29 | 24 | 20 | 17 |
| Tiefstwert °C | 7 | 8 | 9 | 11 | 14 | 19 | 21 | 22 | 19 | 15 | 12 | 9 |
| Niederschlag mm | 116 | 88 | 70 | 40 | 24 | 17 | 11 | 15 | 71 | 100 | 125 | 145 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station IOANNIS KAPODISTRIAS INTL (3 km, 2 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station ZAKINTHOS (2 km, 4 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Im Juli und August steigen die Höchstwerte auf beiden Inseln auf über 33 °C bei kaum Niederschlag; das ist zugleich Hochsaison mit den meisten Fährverbindungen, aber auch den höchsten Preisen und volleren Stränden, besonders in Laganas auf Zakynthos. Von November bis März reduzieren viele Hotels, Restaurants und Fährrouten ihren Betrieb deutlich, einige schliessen ganz.
Weil die Ionischen Inseln stärker dem Atlantik und Tiefdruckgebieten aus dem Westen ausgesetzt sind als die Ägäis, fällt hier mehr Regen; das sorgt für das charakteristische Grün, aber auch für gelegentliche Herbst- und Winterstürme, die Fähren zeitweise ausfallen lassen.
Waldbrandgefahr besteht laut Auswärtigem Amt und BMEIA von Frühling bis Herbst in ganz Griechenland, auch auf den Ionischen Inseln (Stand September 2026); Details auf der Griechenland-Seite.
Quellen: NOAA National Centers for Environmental Information · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Was braucht man für die Einreise auf die Ionischen Inseln?
Für die Ionischen Inseln gelten dieselben Regeln wie für ganz Griechenland: Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen mit gültigem Pass oder Personalausweis ein, ohne Visum und ohne die für andere Staatsangehörigkeiten geltende 90-Tage-Regel. Massgeblich sind die Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA (Stand September 2026).
Da die Ionischen Inseln politisch und verwaltungstechnisch zu Griechenland gehören, gibt es keine eigenen Einreiseregeln; die vollständigen Angaben zu Pass, Visum und Aufenthaltsdauer stehen auf der Griechenland-Seite. Wer über Italien anreist, etwa per Fähre von Bari oder Ancona nach Igoumenitsa und weiter nach Korfu, bleibt innerhalb des Schengen-Raums.
Für andere Staatsangehörigkeiten gilt die allgemeine Schengen-Regel der Europäischen Kommission; massgeblich ist die griechische Botschaft oder Vertretung im Wohnsitzland.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt
Welche Impfungen und Gesundheitsvorsorge braucht man für die Ionischen Inseln?
Es gelten dieselben Empfehlungen wie für ganz Griechenland: keine Pflichtimpfung, aber Hepatitis A für die meisten Reisenden empfohlen sowie Mückenschutz gegen das West-Nil-Virus von Mai bis Oktober. Die medizinische Versorgung ist in Korfu-Stadt und Zakynthos-Stadt am besten, auf den kleineren Inseln Lefkada, Ithaka, Paxi eingeschränkter.
healthytravel.ch und die CDC empfehlen für die meisten Reisenden nach Griechenland einen aktuellen Impfschutz gegen Hepatitis A sowie die Basisimpfungen; Details stehen auf der Griechenland-Seite. Auf Kefalonia und Zakynthos kommt West-Nil-Fieber laut healthytravel.ch wie im übrigen Land in den Sommermonaten vor, konsequenter Mückenschutz ist deshalb sinnvoll.
Korfu-Stadt und Zakynthos-Stadt haben je ein allgemeines Krankenhaus, auf Lefkada, Ithaka und Paxi ist die Versorgung kleiner; bei ernsteren Fällen wird oft nach Athen oder Patras verlegt. Das BMEIA empfiehlt für alle griechischen Inseln eine Reise-Zusatzversicherung mit Rücktransport.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC) · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie sicher sind die Ionischen Inseln?
Die Ionischen Inseln gelten wie ganz Griechenland als sicheres Reiseziel; grössere Sicherheitsrisiken bestehen nicht. Praktisch relevanter sind Fährausfälle bei Herbst- und Winterstürmen, kurvige Bergstrassen auf Kefalonia und Lefkada sowie die seismisch aktive Lage der gesamten Region.
Kefalonia und Zakynthos liegen in einer der seismisch aktivsten Zonen Griechenlands; das Erdbeben von 1953 zerstörte weite Teile beider Inseln, seither gilt strenge Erdbebenbauweise. Auswärtiges Amt und BMEIA nennen für die Region grundsätzlich dieselben Risiken wie für den Rest Griechenlands: Taschendiebstahl in touristischen Zentren und saisonale Waldbrandgefahr. Die aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA vor der Abreise prüfen.
Auf Zakynthos ist der Bootsverkehr rund um Navagio in der Hochsaison dicht; die griechische Küstenwache begrenzt deshalb zeitweise die Zahl gleichzeitig ankernder Boote. Bergstrassen auf Kefalonia und im Landesinneren von Lefkada sind eng und kurvig; Mietwagenfahrende sollten defensiv fahren.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt
Wie kommt man auf die Ionischen Inseln und zwischen ihnen?
Korfu (CFU) und Zakynthos (ZTH) haben eigene internationale Flughäfen mit saisonalen Europaverbindungen, dazu kommen Kefalonia (EFL) und Preveza-Aktion (PVK) für Lefkada. Zwischen den Inseln gibt es kaum durchgehende Fähren: Korfu ist ganzjährig nur über Igoumenitsa auf dem Festland mit dem Süden der Gruppe verbunden, nicht direkt mit Zakynthos oder Kefalonia.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Igoumenitsa – Korfu | Fähre (Kerkyra Lines, Kerkyra Seaways) | rund 1 h 10 bis 1 h 30 |
| Kyllini – Zakynthos | Fähre (Levante Ferries) | rund 1 h 15 |
| Kyllini – Kefalonia (Poros/Sami) | Fähre | rund 1,5 bis 3 h |
| Nydri (Lefkada) – Fiskardo (Kefalonia) | Fähre | rund 1 bis 1,5 h |
| Sami (Kefalonia) – Piso Aetos (Ithaka) | Fähre | rund 40 min |
| Preveza/Aktion – Lefkada | Strasse über Schwimmbrücke Agia Mavra | kein Fährbetrieb nötig |
| Athen – Korfu | Inlandflug | rund 1 h |
| Athen – Zakynthos | Inlandflug | rund 1 h 10 |
Der Flughafen Korfu «Ioannis Kapodistrias» (CFU) wird laut flightsfrom.com von 45 Fluggesellschaften zu rund 100 Zielen bedient (Stand September 2026); Ryanair und easyJet fliegen am meisten Strecken, Athen ist mit rund 33 wöchentlichen Flügen die meistgeflogene Route. Als einzige interkontinentale Verbindung besteht ein saisonaler Flug in den Nahen Osten mit FlyDubai nach Dubai; darüber hinaus bestehen keine Langstreckenverbindungen.
Zakynthos (ZTH) bedient laut flightsfrom.com rund 60 Ziele mit 28 Fluggesellschaften, vor allem europäische Charter- und Linienflüge; London und Budapest sind die meistgeflogenen internationalen Ziele, die längste Nonstopstrecke führt nach Belfast (rund 4 h 25 min). Athen erreicht man ab Zakynthos mit Sky Express oder Olympic Air in rund 1 h 10 min.
Wer mehrere Ionische Inseln kombinieren will, prüft zuerst die Fährlage: Zwischen Korfu und Zakynthos oder Kefalonia verkehrt ganzjährig keine durchgehende Fähre; nur im Sommerhalbjahr bietet ein einzelner Anbieter eine mehrtägige Rundroute Korfu–Paxi–Lefkada–Ithaka–Kefalonia–Zakynthos an. Ausserhalb dieser Saisonlinie kombiniert man Inlandflug oder eine Route über das Festland via Igoumenitsa und Kyllini.
Quellen: Ferryhopper · Ferryhopper · Corfu Airport / flightsfrom.com · Direct Ferries · Lefkada Slow Guide
Welches Geld braucht man auf den Ionischen Inseln?
Landeswährung ist der Euro, wie im ganzen Land. Kartenzahlung ist in Korfu-Stadt, Zakynthos-Stadt und den touristischen Zentren verbreitet; auf Lefkada, Ithaka, Paxi und in ländlichen Teilen von Kefalonia akzeptieren aber nicht alle Tavernen, Bootsverleiher und Fährkassen Karten.
Für Bootsausflüge zu Navagio, den Blauen Grotten oder Melissani sowie für kleine Fährstrecken lohnt sich Bargeld, weil viele lokale Anbieter nur bar kassieren. Geldautomaten gibt es in allen grösseren Orten der Hauptinseln, auf Paxi, Antipaxi und Kythira ist das Netz dünner.
Trinkgeld ist wie im übrigen Griechenland nicht Pflicht: In Restaurants sind 5 bis 10 Prozent üblich, in Bars und Cafés reicht meist das Wechselgeld. Wer eine Bootstour oder einen privaten Guide bucht, gibt nach eigenem Ermessen etwas dazu.
Quellen: ZDFheute
Wo übernachtet man auf den Ionischen Inseln am besten?
Auf Korfu wohnt man meist in der Altstadt oder an der Nordostküste bei Kassiopi und Kalami, auf Zakynthos in Zakynthos-Stadt oder an den Stränden um Laganas und Tsilivi. Wer Ruhe sucht, weicht auf Lefkada, Ithaka oder Paxi aus, wo die Auswahl kleiner, aber persönlicher ist.
Rund um Navagio auf Zakynthos gibt es keine Hotels direkt an der Bucht, da sie nur per Boot zugänglich ist; Unterkünfte konzentrieren sich auf die Küstenorte in der Nähe. Auf Kefalonia sind Fiskardo im Norden und Argostoli, die Hauptstadt, die touristischen Zentren, während das Landesinnere ruhiger bleibt.
In der Hauptsaison von Juni bis August sind gefragte Lagen an den bekannten Stränden Monate im Voraus ausgebucht; auf den kleineren Inseln Paxi, Ithaka und Kythira lohnt sich frühes Buchen zusätzlich, weil das Angebot an Betten insgesamt klein bleibt.
Quellen: visitgreece.gr, Greek National Tourism Organisation
Was isst man auf den Ionischen Inseln?
Die Küche der Ionischen Inseln unterscheidet sich von der übrigen griechischen Küche durch italienischen Einfluss aus der venezianischen Zeit: Pastitsada, ein Schmorgericht mit Nudeln, und Sofrito, dünn geschnittenes Kalbfleisch in Weisswein-Knoblauch-Sauce, sind Korfu-Spezialitäten.
Auf Zakynthos ist Ladotyri, ein fester Schafskäse in Olivenöl gereift, eine geschützte Spezialität; dazu kommt Mandolato, ein Mandel-Nougat, das lokal auch als Hochzeitssüssigkeit gilt. Kefalonia ist bekannt für seine Kefalonia-Fleischpastete (Kreatopita) und den lokalen Robola-Weisswein aus Trauben, die auf den Kalksteinhängen des Mount Ainos wachsen.
Fisch und Meeresfrüchte gehören überall zur Küche, besonders in den Hafenorten. Olivenöl aus den dichten Hainen der Inseln prägt praktisch jedes Gericht; die Ionischen Inseln zählen zu den ölreichsten Regionen Griechenlands.
Quellen: visitgreece.gr, Greek National Tourism Organisation
Welche Kultur und Feste prägen die Ionischen Inseln?
Die venezianische Vergangenheit zeigt sich bis heute in Architektur, Musik und Religion: Korfu hat mit der Philharmonischen Gesellschaft eine lange Blasmusiktradition, und die katholische Minderheit ist grösser als anderswo in Griechenland. Ostern wird auf Korfu mit einem eigenwilligen Brauch gefeiert, bei dem am Karsamstag Tonkrüge von Balkonen geworfen werden.
Der Brauch, «Botides» genannt, soll laut lokaler Überlieferung böse Geister vertreiben und den Frühling einläuten; Blaskapellen ziehen dabei durch die Altstadt. Auf Zakynthos ist die Verehrung des Inselheiligen Dionysios verbreitet, dem zwei Feste im Jahr gewidmet sind, mit Prozessionen durch Zakynthos-Stadt.
Musikalisch prägt die sogenannte «Kantades»-Tradition die Ionischen Inseln, mehrstimmiger Gesang italienischer Herkunft, der sich von der übrigen griechischen Volksmusik deutlich unterscheidet. Die katholischen Kirchen in Korfu-Stadt und Zakynthos-Stadt sind ein sichtbares Erbe der jahrhundertelangen venezianischen Verwaltung.
Quellen: visitgreece.gr, Greek National Tourism Organisation
Welche Erlebnisse lohnen sich auf den Ionischen Inseln?
Zu den Höhepunkten zählen die Altstadt und die Festungen von Korfu, die Bucht Navagio und die Blauen Grotten auf Zakynthos sowie die Höhle Melissani auf Kefalonia. Wer aktiv sein will, wandert auf den Mount Ainos, segelt zwischen den Buchten von Paxi oder beobachtet Karettschildkröten im Meerespark von Zakynthos.
Kulturelle Höhepunkte
- Altstadt von Korfu: UNESCO-Welterbe seit 2007, Alte und Neue Festung, Liston.
- Achilleion: Palast der Kaiserin Elisabeth von Österreich bei Gastouri.
- Zakynthos-Stadt: nach dem Erdbeben von 1953 im historischen Stil wiederaufgebaut.
- Melissani-Höhle, Kefalonia: Süsswassersee in einer eingestürzten Karsthöhle.
Aktiv und draussen
Der Mount Ainos auf Kefalonia (1'628 m) bietet Wanderwege durch den Nationalpark mit der endemischen Kefalonischen Tanne. Rund um Paxi und Antipaxi ist Segeln beliebt, dank ruhigerem Wasser als in der offenen Ägäis; Tauchschulen gibt es auf allen grösseren Inseln.
Natur erleben
Im Nationalen Meerespark von Zakynthos legen Karettschildkröten von Mai bis Oktober Eier an mehreren Stränden im Golf von Laganas ab; Boots- und Strandregeln während der Brutzeit sollen die Tiere schützen. Vor der Küste von Kefalonia und Ithaka sind Delfine keine Seltenheit.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · visitgreece.gr, Greek National Tourism Organisation
Wie reist man auf den Ionischen Inseln rücksichtsvoll?
Im Nationalen Meerespark von Zakynthos gelten während der Brutzeit der Karettschildkröte Nachtsperren an bestimmten Stränden und Abstandsregeln für Boote; sie sollten unbedingt eingehalten werden. Wer stark besuchte Orte wie Navagio in der Hochsaison meidet, entlastet den dichten Bootsverkehr in der engen Bucht.
- Am Strand von Laganas und Gerakas auf Zakynthos zwischen Mai und Oktober auf ausgewiesene Bereiche und Nachtsperren für Schildkrötennester achten.
- Boote zu Navagio und den Blauen Grotten nur über zugelassene Anbieter buchen, die die Bootsabstands-Regeln der Küstenwache einhalten.
- Wasser auf den kleineren Inseln Paxi, Antipaxi und Ithaka bewusst nutzen, da die Süsswasserversorgung dort begrenzt ist.
Quellen: visitgreece.gr, Greek National Tourism Organisation
Womit lassen sich die Ionischen Inseln kombinieren?
Am naheliegendsten ist die Kombination mit dem griechischen Festland: Von Igoumenitsa aus erreicht man Epirus mit Ioannina und den Vikos-Schlucht, von Kyllini aus den westlichen Peloponnes mit Olympia. Über See sind auch süditalienische Häfen wie Bari, Brindisi und Ancona direkt mit Igoumenitsa und teils mit Korfu verbunden.
Wer Zeit hat, kombiniert mehrere Ionische Inseln über das Festland statt über eine direkte Fähre: Igoumenitsa und Kyllini liegen beide an der Autobahn A5, die den Norden und Süden Westgriechenlands verbindet. Innerhalb der Gruppe lässt sich am einfachsten Lefkada mit Kefalonia und Ithaka über kurze Fährstrecken ab Nydri beziehungsweise Sami kombinieren.
Weil Korfu näher an Italien als an den übrigen Ionischen Inseln liegt, kombinieren viele Reisende die Insel stattdessen mit einer Rundreise durch Apulien oder mit dem albanischen Süden, der von Korfu aus mit dem Boot in unter einer Stunde erreichbar ist.
Quellen: visitgreece.gr, Greek National Tourism Organisation
Für wen eignen sich die Ionischen Inseln, für wen weniger?
Die Ionischen Inseln passen zu Reisenden, die Kultur, grüne Landschaft und Strand verbinden wollen, ohne auf ein dichtes Fährnetz zwischen den Inseln angewiesen zu sein. Weniger geeignet sind sie für alle, die in kurzer Zeit mehrere Inseln flexibel verbinden möchten.
- Passt gut: Geschichtsinteressierte (Korfus Altstadt, Achilleion), Naturfreunde (Meerespark Zakynthos, Mount Ainos), Familien, die eine Insel als Basis nutzen.
- Passt weniger: Spontanes Inselhüpfen zwischen mehreren Ionischen Inseln, da ganzjährige direkte Fähren fehlen; dafür eignen sich Kykladen oder Dodekanes besser.
Quellen: Direct Ferries