Was erwartet Reisende in Ungarn?
Ungarn verbindet die Zwei-Millionen-Metropole Budapest an der Donau mit der barocken Weinstadt Eger, der Puszta-Steppe im Osten und den Weinbergen von Tokaj. Das rund 93'036 km² grosse Binnenland grenzt an sieben Nachbarn und lässt sich mit dem Zug gut ohne Mietwagen bereisen, mit Budapest als naheliegendem Ausgangspunkt.
Budapest teilt sich in das hügelige Buda auf der einen und das flache Pest auf der anderen Seite der Donau; die Donauufer, die Budaer Burg und die Andrássy-Allee sind seit 1987 bzw. 2002 UNESCO-Welterbe. Von dort führt der Zug in weniger als zwei Stunden nach Eger im Norden.
Diese Seite fasst Regionen, Reisezeit, Einreise, Gesundheit und Anreise zusammen, dazu die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA (Stand September 2026).
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Hungarian State Railways (MÁV) via Rome2Rio
Wie ist Ungarn als Reiseland?
Ungarn ist ein Tieflandstaat mit rund 9,5 Millionen Einwohnern, dessen Landschaft von der Donau in zwei Hälften geteilt wird: Transdanubien im Westen mit dem Balaton, der grossen ungarischen Tiefebene im Osten mit der Puszta. Sieben Nachbarländer umgeben das Land: die Slowakei, die Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich.
Budapest dominiert das Land wirtschaftlich und kulturell; ausserhalb der Hauptstadt ist Ungarn deutlich ländlicher geprägt, mit Kleinstädten, Weinbaugebieten und der Puszta als grösster zusammenhängender Steppenlandschaft Mitteleuropas.
Der Balaton im Westen ist mit rund 600 km² der grösste See Mitteleuropas und Ziel für Sommerferien der Ungarn selbst. Im Nordosten grenzt das Land an die Slowakei und die Ukraine, mit den Weinbergen von Tokaj und der Barockstadt Eger als Zwischenstationen.
Die Distanzen sind überschaubar: Von Budapest nach Eger sind es keine 2 Stunden mit dem Zug, zum Balaton rund 1,5 bis 2 Stunden. Das erlaubt es, Hauptstadt, Weinregion und See in einer Reise zu verbinden.
Quellen: Wikipedia · VisitHungary
Welche Regionen von Ungarn lohnen sich?
Die meisten Reisen verbinden Budapest mit einer zweiten Region: Eger und das Bükk-Gebirge im Norden, den Balaton im Westen oder Tokaj im Nordosten. Visithungary.com listet daneben Pécs im Süden, Sopron nahe der österreichischen Grenze und die Puszta-Landschaft Hortobágy als eigene Reiseziele.
Budapest
Die Hauptstadt teilt sich in das hügelige Buda mit Burgviertel und Fischerbastei und das flache Pest mit dem Parlamentsgebäude und der Andrássy-Allee. Das UNESCO-Welterbe umfasst seit 1987 die Donauufer und das Burgviertel, seit 2002 erweitert um die Andrássy-Allee und die U-Bahn-Linie M1 von 1896, die älteste elektrische U-Bahn auf dem europäischen Festland.
Thermalbäder von Budapest
Das Széchenyi-Bad im Stadtwäldchen ist mit Hauptgebäude von 1913 und Erweiterung von 1927 die grösste Heilbadeanlage Europas, mit 3 Aussen- und 15 Innenbecken. Das Gellért-Bad von 1918 im Jugendstil und das Rudas-Bad mit osmanischem Kuppelbau aus dem 16. Jahrhundert zeigen die lange Bädertradition der Stadt, die sich in den 1930er-Jahren offiziell «Stadt der Bäder» nannte.
Eger und das Bükk-Gebirge
Die barocke Kleinstadt Eger liegt zwischen Mátra- und Bükk-Gebirge, mit einer Burg aus dem 13. Jahrhundert, einem osmanischen Minarett aus dem 17. Jahrhundert und der zweitgrössten Kirche des Landes, der Basilika. Vom Bahnhof Budapest-Keleti fährt der Zug in rund 1 h 50 min direkt nach Eger.
Tokaj und die Weinregion
Das Weinbaugebiet Tokaj ist seit 2002 UNESCO-Welterbe und seit 1737 offiziell als Weinregion abgegrenzt; auf acht Ortschaften verteilen sich rund 3'000 historische Weinkeller. Bekannt ist vor allem der edelsüsse Tokaji Aszú, einer der ältesten önologisch geschützten Weine Europas.
Balaton
Der Balaton ist mit rund 600 km² der grösste Süsswassersee Mitteleuropas und Zentrum des ungarischen Sommertourismus, mit Badeorten wie Siófok am Südufer und dem ruhigeren, vulkanisch geprägten Balaton-Oberland am Nordufer, das für ein künftiges UNESCO-Welterbe im Gespräch ist.
Hortobágy-Puszta
Die Hortobágy-Puszta in der Grossen Ungarischen Tiefebene ist mit rund 75'000 ha die grösste zusammenhängende Steppenlandschaft Mitteleuropas, seit 1973 Ungarns erster Nationalpark und seit 1999 UNESCO-Welterbe als Kulturlandschaft jahrtausendealter Weidewirtschaft.
Pécs, Pannonhalma und Sopron
Im Süden liegt Pécs mit der frühchristlichen Nekropole von Sopianae, seit 2000 UNESCO-Welterbe. Im Westen bewahrt die Benediktinerabtei von Pannonhalma seit 1996 UNESCO-Status, nahe der österreichischen Grenze liegt Sopron als Tor zum Neusiedlersee, dessen Kulturlandschaft sich beide Länder seit 2001 teilen.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · VisitHungary · Hungarian State Railways (MÁV) via Rome2Rio
Reiseziele
Regionen mit eigener Seite
Inseln und Regionen
- StadtBudapestBudapest entstand 1873 aus Buda, Óbuda und Pest und teilt sich an der Donau in Burgberg und Boulevards.
- RegionBalatonDer Balaton ist mit rund 600 km² der grösste See Mitteleuropas, flach und im Sommer warm.
- RegionTokaj und EgerTokaj und Eger sind Ungarns nördliche Weinregionen: die UNESCO-geschützte Süsswein-Landschaft im Nordosten und die barocke Stadt am Bükk, bekannt…
Wann ist die beste Reisezeit für Ungarn?
Ungarn hat ein gemässigtes Kontinentalklima mit warmen, teils heissen Sommern und kalten Wintern. Mai bis September eignen sich am besten für Budapest, den Balaton und die Puszta, der Herbst zusätzlich für die Weinlese rund um Eger und Tokaj. Der Winter ist kalt, aber Budapests Thermalbäder und Weihnachtsmärkte sind auch dann ein Grund für einen Besuch.
Als Binnenland ohne mildernden Meereseinfluss schwankt das Klima zwischen Sommer und Winter deutlich; die Grosse Ungarische Tiefebene im Osten ist im Sommer besonders heiss und trocken, was die Steppenvegetation der Puszta prägt.
Budapest
| Budapest | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 4 | 7 | 12 | 18 | 22 | 27 | 29 | 29 | 23 | 17 | 10 | 5 |
| Tiefstwert °C | -2 | -0 | 2 | 7 | 11 | 16 | 17 | 17 | 12 | 7 | 3 | -1 |
| Niederschlag mm | 39 | 40 | 41 | 35 | 65 | 70 | 66 | 63 | 57 | 51 | 44 | 43 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station BUDAPEST/PESTSZENTLORINC (13 km, 139 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
In Budapest ist der Hochsommer schwül, Mai, Juni und September bieten meist mildere Temperaturen bei weniger Besuchern an den Hauptsehenswürdigkeiten. Die Thermalbäder sind ganzjährig geöffnet, auch die Aussenbecken im Winter bei Schnee.
Eger und das Bükk-Gebirge
| Eger | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 3 | 7 | 12 | 18 | 22 | 26 | 28 | 29 | 24 | 17 | 10 | 4 |
| Tiefstwert °C | -3 | -1 | 2 | 6 | 11 | 15 | 16 | 16 | 12 | 7 | 3 | -1 |
| Niederschlag mm | 38 | 40 | 41 | 42 | 73 | 79 | 83 | 62 | 55 | 54 | 47 | 45 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station EGER (1 km, 218 m), auf 162 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
In Eger und der Weinregion ist der Spätsommer bis Frühherbst Erntezeit, mit Weinfesten von August bis Oktober rund um den Egri Bikavér («Stierblut»). Der Winter eignet sich weniger für Weinbergtouren, dafür für die Thermalbäder der Stadt und für Ausflüge ins verschneite Bükk-Gebirge.
Quellen: VisitHungary
Was braucht man für die Einreise nach Ungarn?
Ungarn ist EU- und Schengen-Mitglied; Schweizer, Deutsche und Österreicher brauchen kein Visum und reisen mit Reisepass oder gültigem Personalausweis ein. Auch innerhalb des Schengen-Raums müssen sich laut Auswärtigem Amt an der Grenze alle Reisenden, einschliesslich Kinder, ausweisen können (Stand September 2026).
- Schweiz: Personalausweis oder Reisepass genügt, kein Visum für touristische Aufenthalte innerhalb des Schengen-Rahmens.
- Deutschland: Reisepass, vorläufiger Reisepass, Personalausweis, vorläufiger Personalausweis oder Kinderreisepass werden akzeptiert; Reisedokumente dürfen bei Einreise höchstens ein Jahr abgelaufen sein.
- Österreich: Reisepass oder gültiger Personalausweis; Minderjährige ohne beide Elternteile brauchen zusätzlich eine Einverständniserklärung.
- Andere Staatsangehörigkeiten: Für sie gelten eigene Einreiseregeln; Auskunft geben die ungarischen Botschaften und Konsulate im Heimatland.
Ungarn gehört seit dem EU-Beitritt 2004 zur Europäischen Union und trat am 21. Dezember 2007 den Schengen-Landgrenzen bei, die Luftgrenzen folgten am 30. März 2008. Die aktuelle Lage und mögliche vorübergehende Grenzkontrollen sind bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zu prüfen.
Wer über Land einreist, sollte laut BMEIA eine gültige Autobahnvignette und ein technisch aktuelles Fahrzeug mitführen; abgelaufene Prüfplaketten werden in Ungarn nicht toleriert.
Massgeblich sind die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Ungarn?
Für die Einreise ist keine Impfung vorgeschrieben. healthytravel.ch empfiehlt die Basisimpfungen sowie Hepatitis A für alle, dazu FSME für Aufenthalte in Wald- und Wiesengebieten; besonders betroffen sind der Norden nahe der slowakischen Grenze und die Gegend um den Balaton.
FSME wird durch Zeckenstiche übertragen und ist laut healthytravel.ch von April bis Oktober landesweit aktiv, mit erhöhtem Risiko im Norden und rund um den Balaton. Auch Lyme-Borreliose kommt verbreitet vor; nach Zeckenstichen sollte man den Körper absuchen und Zecken rasch entfernen.
West-Nil-Fieber, übertragen durch tagaktive Stechmücken, tritt in Ungarn in den Sommermonaten regelmässig auf. Mückenschutz in den Sommermonaten ist deshalb sinnvoll, besonders in ländlichen Gebieten wie der Puszta.
Die medizinische Versorgung ist laut BMEIA schlechter als in Österreich, eine Zusatzversicherung wird empfohlen; für EU-Bürger gilt die Europäische Krankenversicherungskarte. Das CDC rät zusätzlich zu vollständigem Masernschutz vor der Reise.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC) · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie sicher ist Ungarn für Reisende?
EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA bezeichnen Reisen nach Ungarn als grundsätzlich sicher; die aktuelle Lage ist dort zu prüfen. Die Hauptrisiken sind Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl und Handtaschenraub an belebten Orten, etwa Märkten, Bahnhöfen und touristischen Sehenswürdigkeiten in Budapest.
Taschendiebstahl und Handtaschenraub kommen laut Auswärtigem Amt vor allem an belebten Orten vor: Märkten, Bahnhöfen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufszentren und an touristischen Sehenswürdigkeiten. Einbrüche in Ferienwohnungen sind rund um den Balaton laut Auswärtigem Amt keine Seltenheit.
Das EDA warnt zudem vor Betäubungsmitteln, die in Speisen, Getränken oder Zigaretten verabreicht werden, und rät, bei Sicherheitskontrollen den Anweisungen der Behörden zu folgen. Demonstrationen sollte man wegen möglicher Ausschreitungen meiden.
Im Strassenverkehr gilt ab 0,5 Promille Blutalkohol ein Strafverfahren mit Führerscheinentzug; ausserhalb geschlossener Ortschaften ist ganztägiges Abblendlicht Pflicht. Autobahnen sind mautpflichtig, unbezahlte Bussgelder können laut BMEIA zur Blockade der Weiterfahrt führen.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Wie reist man nach Ungarn und im Land herum?
Internationale Flüge landen am Flughafen Budapest Ferenc Liszt International (BUD), der rund 165 Ziele verbindet, darunter Nonstop-Langstrecken nach Dubai (Emirates, flydubai) und Seoul. Im Land selbst kommt man mit der Bahn voran: Der Zug von Budapest nach Eger braucht rund 1 h 50 min ab dem Bahnhof Keleti.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Budapest – Eger | Zug (MÁV) ab Keleti | rund 1 h 50 min |
| Budapest – Siófok (Balaton) | Zug | rund 1 h 30 min |
| Budapest – Pécs | Zug | rund 2 h 45 min |
| Budapest – Sopron | Zug | rund 2 h 30 min |
| Budapest – Debrecen (für Hortobágy) | Zug | rund 2 h 15 min |
| Budapest – Wien | Zug | rund 2 h 30 min |
Ab Budapest bestehen Nonstop-Verbindungen zu europäischen Drehkreuzen wie Frankfurt, Amsterdam, Istanbul und München sowie Langstrecken nach Dubai (Emirates und flydubai, rund 17 Flüge pro Monat je Airline) und Seoul. Eine saisonale Nonstop-Verbindung nach Philadelphia betreibt American Airlines mit einem Dreamliner, mit letztem Flug im Herbst vor der Winterpause.
Innerhalb Budapests fährt man mit Metro, Tram und Bus im BKK-Verbund; ein Einzelticket kostet 500 HUF (700 HUF beim Kauf im Bus), gültig 80 Minuten, ein 10er-Ticketblock 4'500 HUF, ein Tagesticket 2'500 HUF. Die 1896 eröffnete U-Bahn-Linie M1 ist die älteste elektrische U-Bahn des europäischen Festlands und Teil des UNESCO-Welterbes.
Für Autobahnen ist eine elektronische Vignette Pflicht, erhältlich online oder an Tankstellen. Für Ausflüge nach Eger oder an den Balaton ist die Bahn wegen guter Taktung meist praktischer als ein Mietwagen.
Quellen: Secret Flying · Hungarian State Railways (MÁV) via Rome2Rio · BKK Centre for Budapest Transport
Welches Geld braucht man in Ungarn und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der ungarische Forint (Ft, HUF); Ungarn ist EU-, aber kein Eurozonen-Mitglied. Karten werden in Budapest und grösseren Städten fast überall akzeptiert, US-Dollar werden nicht angenommen; Geld hebt man am besten direkt am Bankautomaten ab, statt an Wechselstuben in der Innenstadt.
Beim Abheben am Automaten sollte man die «dynamische Währungsumrechnung» ablehnen und stattdessen die Abrechnung in Forint wählen, da sie meist den besseren Kurs bietet. Automaten grosser Banken wie Raiffeisenbank, K&H, ERSTE oder OTP gelten als zuverlässiger als unabhängige Anbieter mit Namen wie Euronet.
Kartenzahlung mit Visa, Mastercard und kontaktlosen Verfahren ist in Restaurants, Geschäften, Supermärkten und Taxis in Budapest Standard; auf Märkten, in kleinen Läden und teils in öffentlichen Verkehrsmitteln braucht es aber Bargeld.
Trinkgeld ist in Ungarn üblich: Rund 10 bis 15 % sind in Restaurants Standard, sofern nicht bereits eine Servicegebühr auf der Rechnung steht. Trinkgeld gibt man am besten in Forint, da Servicekräfte für andere Währungen hohe Wechselgebühren zahlen müssten.
Quellen: Daily News Hungary
Wo übernachtet man in Ungarn am besten?
In Budapest wohnen die meisten Reisenden im Innenstadtbereich von Pest, nahe der Donauufer und der Andrássy-Allee, oder auf der ruhigeren Budaer Seite nahe der Burg. In Eger konzentrieren sich Unterkünfte rund um die Altstadt und das Tal der Schönen Frauen mit seinen Weinkellern.
Wer die Thermalbäder mit einbeziehen will, findet in der Nähe des Széchenyi-Bads im Stadtwäldchen oder rund um das Gellért-Bad auf der Budaer Seite passende Hotels. Am Balaton verteilen sich die Unterkünfte auf Badeorte wie Siófok am belebteren Südufer und ruhigere Orte am Nordufer.
In Eger sind kleine Pensionen und Weingüter mit Zimmervermietung verbreitet, oft in Fussnähe zu den Kellern im Tal der Schönen Frauen. Das historische Thermalbad der Stadt, aus dem 17. Jahrhundert von den Osmanen erbaut, liegt direkt im Altstadtkern unterhalb der Burg.
Am Balaton reicht die Bandbreite von einfachen Ferienwohnungen in Siófok bis zu ruhigeren Landhotels am Nordufer; wer den See mit Weinproben verbinden will, übernachtet in einem der Orte am Fuss der vulkanischen Hügel des Balaton-Oberlands. In Tokaj selbst sind viele Unterkünfte direkt mit einem Weingut verbunden.
Was isst man in Ungarn?
Das bekannteste Gericht ist Gulyás (Gulasch), eine paprikagewürzte Rindfleischsuppe, daneben Halászlé (Fischsuppe), Lecsó (Paprika-Tomaten-Eintopf) und der süsse Hefekuchen Kürtőskalács. Paprika prägt die ungarische Küche stärker als jedes andere Gewürz, von mild bis scharf.
Gulyás wird in Ungarn traditionell als Suppe serviert, nicht als sämiges Ragout wie oft im Ausland; dazu gehören Kartoffeln, Karotten und manchmal kleine Nockerl (Csipetke). Auf Budapester Märkten wie der Grossen Markthalle isst man Lángos, in Öl gebackenes Fladenbrot mit Sauerrahm und Käse.
Der Wein spielt eine grosse Rolle: Neben dem edelsüssen Tokaji Aszú aus der Region Tokaj ist der kräftige Rotwein Egri Bikavér («Stierblut») aus Eger bekannt, benannt nach einer Legende über die Verteidigung der Burg gegen die Osmanen 1552.
Leitungswasser gilt in Ungarn als sicher trinkbar; in Restaurants wird meist Flaschenwasser bestellt, auf Nachfrage ist Leitungswasser aber meist erhältlich.
Süssspeisen haben in Ungarn einen eigenen Stellenwert: Palacsinta (gefüllte Crêpes), die Schichttorte Dobostorta und der Strudel Rétes gehören zu den bekanntesten Nachspeisen. In Budapests Kaffeehäusern, ein Erbe der österreich-ungarischen Zeit, wird traditionell zum Kaffee ein Stück Kuchen gereicht.
Welche Kultur und welche Feste prägen Ungarn?
Ungarn war über Jahrhunderte Teil der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, deren Architektur Budapest bis heute prägt, dazu 150 Jahre osmanische Herrschaft im 16. und 17. Jahrhundert, sichtbar etwa am Minarett von Eger. Die Bädertradition der Hauptstadt geht auf diese Zeit zurück und machte Budapest in den 1930er-Jahren zur offiziellen «Stadt der Bäder».
Musikfestivals wie das Sziget-Festival im August ziehen internationales Publikum nach Budapest; klassische Konzerte finden ganzjährig in der Oper und in Kirchen statt. Im Winter verwandeln sich die Plätze rund um die Basilika und das Vörösmarty tér in Weihnachtsmärkte.
In Eger erinnert die Burg an die erfolgreiche Verteidigung gegen ein osmanisches Heer 1552, ein zentraler Bezugspunkt ungarischer Geschichtserzählung. Beim Fotografieren von sicherheitsrelevanten und militärischen Einrichtungen ist Zurückhaltung geboten.
In der Hortobágy-Puszta ist die traditionelle Reiterkultur bis heute lebendig, mit Hirten in charakteristischer Kleidung und Pferdevorführungen für Besucher. Solche Vorführungen sind touristisch geprägt, gehen aber auf reale Jahrhunderte alte Weidewirtschaft zurück, die auch den UNESCO-Status der Landschaft begründet.
Welche Erlebnisse lohnen sich in Ungarn?
Zu den Höhepunkten zählen die Thermalbäder von Budapest, die Burg und Weinkeller von Eger, eine Weinprobe im Tal der Schönen Frauen oder in Tokaj sowie die weite Steppenlandschaft der Hortobágy-Puszta. Wer aktiv sein will, radelt am Balaton oder wandert im Bükk-Gebirge oberhalb von Eger.
Budapest: Donau, Burg und Bäder
Ein Rundgang über die Budaer Burg und zur Fischerbastei lässt sich gut mit einer Bootsfahrt auf der Donau bei Sonnenuntergang verbinden. Ein Bad im Aussenbecken des Széchenyi-Bads, auch im Winter bei Schnee, gehört zu den bekanntesten Budapest-Erlebnissen.
Eger: Burg und Weinkeller
Die Burg von Eger bietet einen Blick über die barocke Altstadt und das Minarett; im nahen Tal der Schönen Frauen (Szépasszony-völgy) öffnen Dutzende Weinkeller ihre Türen für Verkostungen von Egri Bikavér und fruchtigen Weissweinen.
Hortobágy-Puszta
Die Steppenlandschaft lässt sich per Kutschfahrt oder zu Fuss erkunden, mit traditioneller Viehwirtschaft und Vogelbeobachtung; die Puszta ist eines der wichtigsten Rastgebiete für Zugvögel in Mitteleuropa.
- Tokaj: Weinproben in historischen Kellern, oft direkt bei den Winzerfamilien der Region.
- Balaton-Oberland: Ruhigere Alternative zu den belebten Südufer-Badeorten, mit vulkanischen Hügeln und Weinbergen.
- Gellért-Bad: Jugendstil-Architektur von 1918, kombiniert Thermalbad und Schwimmbecken.
- Grosse Markthalle Budapest: Lángos, Paprika und lokale Produkte unter einem historischen Eisendach.
- Bükk-Nationalpark: Wandern und Höhlen oberhalb von Eger, weniger überlaufen als die Hohe Tatra.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · VisitHungary
Wie reist man in Ungarn verantwortungsvoll?
In der Hortobágy-Puszta gilt der Schutz der traditionellen Weidewirtschaft als wichtigste Regel: Der Nationalpark lässt sich nur auf ausgewiesenen Wegen und mit organisierten Führungen abseits der Hauptrouten erkunden. Die Bahn deckt die Verbindungen zwischen Budapest, Eger, dem Balaton und Tokaj gut ab und ersetzt in vielen Fällen den Mietwagen.
- Zug statt Mietwagen für die Strecken zwischen Budapest, Eger, dem Balaton und Tokaj nutzen.
- In der Hortobágy-Puszta nur mit organisierten Führungen abseits der markierten Wege unterwegs sein, um die Weideflächen zu schützen.
- Weinkeller und kleine Winzer im Tal der Schönen Frauen und in Tokaj direkt unterstützen statt Massenware zu kaufen.
- Budapests Thermalbäder ausserhalb der Stosszeiten am Vormittag besuchen, um Gedränge in den historischen Becken zu vermeiden.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · VisitHungary
Mit welchen Ländern lässt sich Ungarn kombinieren?
Ungarn grenzt an die Slowakei, die Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich; mit Ausnahme der Ukraine gehören alle Nachbarn zum Schengen-Raum. Am naheliegendsten ist eine Kombination mit Wien, das von Budapest aus in rund 2,5 Stunden mit dem Zug erreichbar ist, oder mit Bratislava in der Slowakei.
Von Budapest fährt der Zug in rund 2 h 30 min nach Wien und in rund 2 bis 3 Stunden nach Bratislava, was Dreiländer-Routen mit Österreich und der Slowakei erleichtert. Nach Kroatien führt eine Zugverbindung Richtung Zagreb, für Rumänien besteht eine direkte Bahnverbindung nach Cluj-Napoca und Bukarest.
Da Österreich, die Slowakei, Slowenien und Kroatien zum Schengen-Raum gehören, entfallen für Schweizer, Deutsche und Österreicher an diesen Grenzen zusätzliche Passkontrollen; punktuelle Kontrollen bleiben aber möglich, weshalb man den Ausweis immer mitführen sollte.
Quellen: Wikipedia
Für wen eignet sich Ungarn, für wen weniger?
Ungarn passt zu Reisenden, die Städtekultur, Thermalbäder und Weinregionen verbinden wollen, ohne lange Distanzen zurückzulegen, und eignet sich gut für Kurzreisen mit dem Zug ab Budapest. Weniger geeignet ist es für reine Badeferien am Meer, da das Land keinen Meerzugang hat, und für alle, die grosse touristische Menschenmengen in der Budapester Innenstadt meiden möchten.
Gut passt Ungarn für Städtereisende, Wellness- und Thermalbad-Fans sowie für Weinliebhaber, die Tokaj oder Eger abseits der grossen Touristenrouten erkunden wollen. Auch für Familien mit Interesse an Geschichte und Architektur bietet Budapest viel auf kurzen Wegen.
Weniger ideal ist Ungarn für alle, die auf Ruhe an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten setzen: Die Budapester Innenstadt und die grossen Thermalbäder sind in der Hochsaison stark besucht. Wer Strand oder Meer sucht, findet in einem Binnenland wie Ungarn keine passenden Ziele, auch wenn der Balaton als «ungarisches Meer» gilt.