Was sind die Exumas für ein Reiseziel?
Die Exumas sind eine rund 365 Cays umfassende Inselkette südöstlich von Nassau, deren einzige nennenswerte Stadt George Town auf Great Exuma ist. Berühmt wurde die Region durch Postkartenmotive wie die schwimmenden Schweine von Big Major Cay und die Filmhöhle Thunderball Grotto, dahinter liegt aber eine der am dünnsten besiedelten und zugleich am besten geschützten Inselgruppen der Bahamas.
Die Kette zieht sich über gut 209 km von Norden nach Süden; touristisch erschlossen sind vor allem George Town im Süden, die Kette der Exuma Cays im Norden rund um Staniel Cay sowie einzelne Resortinseln wie Emerald Bay.
Anders als Nassau oder Freeport hat George Town keinen grossen Kreuzfahrthafen; die Insel lebt touristisch vor allem von Segeltörns, Bootsausflügen und einer wachsenden Zahl kleiner Lodges statt von Hotelburgen.
Quellen: Wikipedia
Wofür sind die Exumas bekannt?
George Town gilt seit Jahrzehnten als eine der wichtigsten Segeldestinationen der Bahamas: Die geschützte Elizabeth Harbour zieht jeden Winter hunderte Langfahrtsegler an, die dort tage- bis wochenlang vor Anker liegen. Ergänzt wird dieser Charakter durch die kleinen Cays im Norden der Kette, wo Filmgeschichte, Wildtiere und Wassersport auf engem Raum zusammenkommen.
Sozial prägend ist die sogenannte Rolle Commonage: Nach der Abschaffung der Sklaverei 1834 übertrug der Plantagenbesitzer Lord John Rolle sein Land den zuvor auf seinen Feldern versklavten Menschen zur gemeinschaftlichen Nutzung. Ihre Nachkommen tragen bis heute mehrheitlich den Namen Rolle und bewohnen Dörfer wie Rolleville, Mount Thompson und Rolle Town.
Diese Geschichte unterscheidet die Exumas von den stärker durch Loyalisten geprägten Family Islands im Norden der Bahamas: Während dort europäischstämmige Siedler die Architektur prägten, ist die Exuma-Identität eng mit der gemeinschaftlichen Landnutzung ehemaliger Sklavenfamilien verknüpft.
Quellen: Findmypast
Wie verhalten sich die Exumas zu den Bahamas?
Die Exumas gehören wie Abaco und Eleuthera zu den Family Islands der Bahamas, staatsrechtlich Teil desselben Landes wie Nassau, touristisch aber deutlich weniger dicht erschlossen. Einreise, Währung und Zeitzone entsprechen vollständig denen der Bahamas.
Internationale Gäste reisen meist über Nassau oder Miami mit Anschlussflug nach George Town ein; direkte Interkontinentalflüge existieren für die Exumas nicht, anders als für den Hauptflughafen Nassau.
Verwaltet werden die Exumas über einen lokalen Distriktrat, der der Zentralregierung in Nassau untersteht; grössere Infrastrukturprojekte wie der Ausbau des Flughafens George Town oder die Erweiterung von Schutzgebieten werden zentral beschlossen und finanziert.
Quellen: Wikipedia
Welche Orte in den Exumas sind für Reisende wichtig?
George Town an der Elizabeth Harbour ist Ausgangspunkt fast jeder Reise; nördlich davon reihen sich die Exuma Cays mit Staniel Cay, Big Major Cay und Allen's Cay, während südlich von George Town die Dörfer der Rolle-Commonage und das Naturschutzgebiet Moriah Harbour Cay liegen.
| Ort | Lage | Charakter |
|---|---|---|
| George Town | Great Exuma, Süden | Hauptort, Flughafen, Regattahafen, Elizabeth Harbour |
| Stocking Island | vor George Town | Sandbänke, Chat 'N' Chill, Strandbars |
| Rolle Town | südlich von George Town | Commonage-Dorf, koloniale Gräber von 1792 |
| Staniel Cay | nördliche Exuma Cays | Thunderball Grotto, Yacht Club, Fliegerlandeplatz |
| Big Major Cay | bei Staniel Cay | unbewohnt, bekannt für schwimmende Schweine |
| Allen's Cay | nördliche Exuma Cays | Lebensraum der endemischen Felsleguane |
George Town liegt an der geschützten Elizabeth Harbour, die durch die vorgelagerte Stocking Island vor der offenen See abgeschirmt wird; auf Stocking Island liegt mit der Strandbar Chat 'N' Chill ein informeller Treffpunkt der Segler-Community, bekannt für sonntägliche Volleyballrunden im Sand.
Südlich von George Town liegt Rolle Town, eines der ältesten Dörfer der sogenannten Rolle Commonage; koloniale Grabsteine aus dem Jahr 1792, unter anderem jener der Schottin Ann McKay, erinnern an die Plantagenzeit vor der Landübertragung an die freigelassenen Sklaven.
Staniel Cay im Norden der Kette ist Sitz eines traditionsreichen Yacht Clubs und Ausgangspunkt für die Thunderball Grotto, eine Kalksteinhöhle, in der 1965 Schlüsselszenen des James-Bond-Films «Feuerball» gedreht wurden; später dienten Höhle und Insel auch als Kulisse für «Der Blaue Lagune» und «Never Say Never Again».
Auf der unbewohnten Nachbarinsel Big Major Cay leben die international bekannten schwimmenden Schweine; die plausibelste unter mehreren kursierenden Herkunftsgeschichten führt sie auf Bauern von Staniel Cay zurück, die die Tiere in den frühen 1990er-Jahren wegen Geruchsbeschwerden auf die unbewohnte Insel brachten. Besucher sollten die Tiere ausschliesslich mit mitgebrachtem Obst und Gemüse füttern, da verarbeitete Lebensmittel und Alkohol sie krank machen können.
Weiter nördlich liegt Allen's Cay, Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Allen-Cays-Felsleguans, der ausschliesslich auf zwei winzigen Eilanden dieser Cay-Gruppe natürlich vorkommt; der Bestand erholte sich von rund 300 Tieren in den frühen 1980er-Jahren auf über 1'000 im Jahr 2016.
Quellen: bahamas.com (Bahamas Ministry of Tourism) · Wikipedia · SwimmingWithPigs.com · International Iguana Foundation
Wann ist die beste Reisezeit für die Exumas?
Wie im übrigen Bahamas-Archipel gilt die Zeit von Dezember bis April als trockenste und mildeste Reisezeit; von Juni bis September steigen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, und in genau diesen Monaten liegt der Beginn der von der NOAA auf 1. Juni bis 30. November datierten atlantischen Hurrikansaison.
Weil die Exuma Cays flach und wenig erhöht sind, sind sie bei schweren Hurrikanen besonders exponiert; für Reisen in der Hauptsaison der Wirbelstürme zwischen August und Oktober empfiehlt sich deshalb eine Reiseversicherung mit Sturmklausel und die laufende Beobachtung der Vorhersagen des National Hurricane Center.
Für Segeltörns durch die Exuma Cays gelten die Wintermonate als verlässlichster Zeitraum: Der Nordostpassat weht dann beständiger, während die Sommermonate zwar wärmeres Wasser für Schnorchelausflüge bringen, aber auch häufigere Nachmittagsgewitter. Die National Family Island Regatta in George Town findet traditionell im April statt, gegen Ende der Trockenzeit und noch vor Einsetzen der Hurrikansaison.
Die George Town Cruising Regatta der Langfahrtsegler-Community liegt meist im März, ebenfalls noch in der ruhigeren Jahreshälfte; wer beide Veranstaltungen erleben möchte, plant die Reise am besten zwischen März und April, wenn Elizabeth Harbour voller Boote liegt und das Wetter gleichzeitig noch verlässlich trocken bleibt.
Quellen: National Hurricane Center (NOAA)
Was braucht man für die Einreise in die Exumas?
Für die Exumas gelten dieselben Einreiseregeln wie für den Rest der Bahamas: Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage ohne Visum ein, benötigen aber einen mindestens sechs Monate gültigen Reisepass und ein Rück- oder Weiterreiseticket (Stand September 2026).
Wer per eigener oder gecharterter Yacht einreist, muss zusätzlich bei einem der offiziellen Eingangshäfen einklarieren; George Town ist einer dieser Häfen und wird von Langfahrtseglern regelmässig dafür genutzt.
Details und Ausnahmen für andere Staatsangehörigkeiten stehen auf der Länderseite Bahamas; massgeblich sind EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA.
Quellen: Auswärtiges Amt
Welche Impfungen und Gesundheitsrisiken gibt es in den Exumas?
Wie im ganzen Land ist eine Gelbfieberimpfung nur bei Einreise aus einem Risikogebiet vorgeschrieben; Hepatitis A wird für alle Reisenden empfohlen, Dengue und Zika kommen über Mücken vor, ein Malariarisiko besteht nicht.
Die medizinische Versorgung beschränkt sich praktisch auf eine kleine Klinik in George Town; auf den kleineren Cays wie Staniel Cay gibt es keine eigene Notfallversorgung, weshalb Ausflügler und Segler auf funktionierende Kommunikationsmittel und eine Reiseversicherung mit Rückholklausel angewiesen sind.
Wie sicher sind die Exumas für Reisende?
Die Exumas gelten als eine der sichersten Regionen der Bahamas; grössere Kriminalität ist selten, gelegentlich kommt es zu Diebstahl von Ausrüstung auf unbeaufsichtigten Booten oder in Ferienunterkünften.
Bei Bootsausflügen zu abgelegenen Cays empfiehlt sich, den Ausflug bei der Unterkunft oder dem Charterunternehmen anzumelden, da Handyempfang zwischen den Inseln oft lückenhaft ist.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wie kommt man in die Exumas?
Der Exuma International Airport (GGT) bei George Town wird ausschliesslich aus Nordamerika direkt angeflogen, unter anderem ab Miami, Atlanta, Charlotte und saisonal ab Toronto, sowie mehrmals täglich ab Nassau. Aus Europa besteht keine Nonstop-Verbindung; Reisende steigen meist über Miami oder Nassau um.
| Herkunftsregion | Beispielziele | Hinweis |
|---|---|---|
| Bahamas | Nassau (NAS) | mehrmals täglich, Bahamasair, Western Air |
| USA | Miami, Atlanta, Charlotte | American Airlines, Delta, saisonal unterschiedlich dicht |
| Kanada | Toronto (YYZ) | saisonal November bis April, Air Canada |
Wer per Segelboot anreist, klariert meist in George Town ein; die Elizabeth Harbour bietet ausreichend Ankerplätze auch für grössere Flotten, wie sie während der National Family Island Regatta im April zusammenkommen.
Die Exumas liegen wie der Rest der Bahamas in der Zeitzone UTC−5 mit Sommerzeitumstellung auf UTC−4; der Abstand zu Mitteleuropa beträgt ganzjährig fünf bis sechs Stunden.
Quellen: FlightConnections
Was kostet eine Reise in die Exumas?
Wie im ganzen Land gilt der Bahama-Dollar (BSD), fest 1:1 an den US-Dollar gekoppelt; US-Dollar werden überall akzeptiert. Das Preisniveau reicht von einfachen Guesthouses in George Town bis zu gehobenen Resortpreisen in der Anlage Sandals Emerald Bay mit ihrem von Greg Norman entworfenen Golfplatz.
Auf den kleineren Cays wie Staniel Cay sind Geldautomaten selten, weshalb sich eine Bargeldreserve empfiehlt; Bootsausflüge zu Thunderball Grotto, Big Major Cay und Allen's Cay werden meist als Tagespauschale pro Boot statt pro Einzelticket verkauft, weshalb sich Reisende in kleineren Gruppen die Kosten oft teilen.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Welche Unterkünfte gibt es in den Exumas?
In George Town reicht das Angebot von einfachen Gästehäusern bis zu Mittelklassehotels, während die Anlage Sandals Emerald Bay bei Rolleville als einziges grosses Resort der Region ein All-inclusive-Konzept mit eigenem Hafen und Golfplatz bietet.
Auf Staniel Cay und den übrigen nördlichen Cays dominieren kleine, oft am eigenen Yachthafen gelegene Lodges, die stark auf Segler und Taucher ausgerichtet sind; wer auf einem Boot übernachtet, findet in der Elizabeth Harbour und rund um Warderick Wells zahlreiche Ankerplätze und Mooring-Bojen.
Was isst man in den Exumas?
Entlang der Zufahrtsstrasse nach George Town reihen sich einfache Conch-Stände, an denen frisch geschlagene Meeresschnecken zu Salat oder Cracked Conch verarbeitet werden; daneben prägen Fisch, Erbsenreis und, zur Regattazeit, grosse gemeinsame Fischbratereien den kulinarischen Alltag.
Während der National Family Island Regatta im April verwandelt sich George Town für zehn Tage in einen Festplatz mit Essensständen entlang der Uferstrasse; ausserhalb dieser Zeit sind es vor allem kleine, familiengeführte Lokale, die Tagesfang und traditionelle bahamaische Gerichte servieren.
Welche Kultur und Traditionen prägen die Exumas?
Zentrales kulturelles Ereignis ist die National Family Island Regatta, 1954 in der Elizabeth Harbour begründet und bis heute die meistbesuchte Segelregatta der Bahamas: Traditionelle, handgebaute Holzsloops in fünf Grössenklassen zwischen 3.7 und 8.5 m Länge kämpfen um den Titel «Best in the Bahamas».
Ergänzt wird sie seit den 1980er-Jahren durch die George Town Cruising Regatta, ein informelleres, rund zehntägiges Treffen der internationalen Langfahrtsegler-Community mit Muschelhorn-Wettbewerb, Softball und Talentshow auf Stocking Island.
Die Dörfer der Rolle Commonage – Rolleville, Mount Thompson, Steventon, Ramsey und Rolle Town – pflegen bis heute das gemeinschaftliche Landrecht, das auf die Landübertragung von Lord John Rolle an seine ehemaligen Sklaven im Jahr 1834 zurückgeht; ein grosser Teil der einheimischen Bevölkerung trägt seither den Namen Rolle.
Quellen: exumabahamas.org · George Town Cruising Regatta · Findmypast
Was kann man in den Exumas erleben?
Zu den Höhepunkten zählen das Schwimmen und Tauchen in der Thunderball Grotto, ein Ausflug zu den Felsleguanen von Allen's Cay, Segeln durch die geschützten Gewässer des Exuma Cays Land and Sea Park und ein Nachmittag mit den schwimmenden Schweinen von Big Major Cay.
- Thunderball Grotto: Schnorcheln durch die von der Decke einfallenden Lichtstrahlen der James-Bond-Höhle, am besten bei ruhiger See und niedrigem Wasserstand.
- Allen's Cay: kurzer Stopp an den beiden winzigen Eilanden, auf denen der endemische Felsleguan an Land geht.
- Exuma Cays Land and Sea Park: Schnorcheln und Tauchen im ältesten durchgehend geschützten Meeresgebiet der Karibik rund um Warderick Wells.
- Stocking Island: Wanderung über die Sandbänke vor George Town mit Strandbar Chat 'N' Chill.
- Moriah Harbour Cay National Park: Fliegenfischen auf Bonefish in den Mangrovenflachs südlich von George Town.
- Rolle Town Tombs: kurzer Besuch der kolonialzeitlichen Grabsteine von 1792 als Kontrapunkt zu den Naturattraktionen.
Quellen: Wikipedia · International Iguana Foundation · Bahamas National Trust
Wie geht die Region mit Umweltschutz um?
Der 1958 gegründete Exuma Cays Land and Sea Park war das erste Meeresschutzgebiet der gesamten Karibikregion; auf seinen 112'640 Acres rund um die Rangerstation Warderick Wells gilt ein vollständiges Entnahmeverbot für Fisch, Muscheln und Korallen, überwacht von Parkwärtern und der Royal Bahamas Defence Force.
2018 zeichnete die internationale Organisation Blue Marine Foundation den Park mit dem Platinum Global Ocean Refuge Award aus. Weiter südlich schützt der 2002 gegründete und 2015 auf rund 16'800 Acres erweiterte Moriah Harbour Cay National Park Mangrovenflachs, die als Kinderstube für Bonefisch, Langusten und Königskrone-Schnecken gelten.
Quellen: Bahamas National Trust · Bahamas National Trust
Lassen sich die Exumas mit anderen Zielen verbinden?
Am naheliegendsten ist Nassau, mehrmals täglich per Kurzflug ab George Town erreichbar; von dort lassen sich weitere Family Islands wie Abaco oder Eleuthera anschliessen.
Wer per eigener oder gecharterter Yacht unterwegs ist, verbindet die Exumas oft mit einem längeren Törn durch mehrere Family Islands, da die geschützten Gewässer der Exuma Cays als besonders anfängerfreundlich gelten. Ein direkter Wechsel zu anderen Family Islands ohne Zwischenstopp in Nassau ist per Linienflug meist nicht möglich.
Für wen eignen sich die Exumas, für wen weniger?
Die Exumas passen zu Seglerinnen und Seglern, Naturfreunden und allen, die abgelegene Cays mit wenig Infrastruktur schätzen. Wer verlässliches Nachtleben, ein dichtes Restaurantangebot oder viele Ausflugsziele ohne Boot sucht, ist auf Nassau oder Paradise Island besser aufgehoben.
Für Familien mit eigenem oder gechartertem Boot bieten die Exumas kurze, gut geschützte Strecken zwischen Sehenswürdigkeiten; wer ohne Boot reist, ist weitgehend auf organisierte Tagesausflüge ab George Town oder Staniel Cay angewiesen und sollte das bei der Reiseplanung einkalkulieren.