Land · Ozeanien

Papua-Neuguinea

Papua-Neuguinea ist das sprachlich vielfältigste Land der Erde: Über 839 Sprachen verteilen sich auf steile Hochlandtäler, den Sepik-Fluss und Hunderte Inseln, die grösstenteils nur per Flugzeug verbunden sind. Wer hierherreist, sucht keine ausgebaute Ferieninfrastruktur, sondern Kultur, Regenwald und Tauchreviere, die touristisch kaum erschlossen sind – und muss dafür eine anspruchsvolle Sicherheitslage ernst nehmen.

Reisewissen · geprüfte Inhalte, mit Quelle · getrennt von der Reiseplanung

Hauptstadt
Port Moresby
Amtssprachen
Englisch, Tok Pisin, Hiri Motu, PNG-Gebärdensprache; daneben über 839 weitere Landessprachen
Währung
Kina (PGK)
Zeitzone
UTC+10, Bougainville UTC+11, keine Sommerzeit
Internationaler Flughafen
Jacksons International Airport (POM) in Port Moresby
Reisedauer
Organisierte Rundreisen meist 10 bis 16 Tage, oft auf eine Region beschränkt
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober, Trockenzeit im Hochland und an vielen Küsten
Einreise CH/DE/AT
Visumpflicht; Digital Arrival Card online bis 72 Stunden vor Einreise, Pass mindestens 6 Monate gültig (Stand September 2026)
Stecker und Spannung
Typ I (wie Australien/Neuseeland), 240 V/50 Hz – Adapter nötig
Notruf
Polizei landesweit gebührenfrei 1800100 (Landesvorwahl +675)
Impfungen
Gelbfieber bei Einreise aus Risikogebiet, Malariaprophylaxe ganzjährig landesweit unter 2’000 m empfohlen
Besonderheit
Port Moresby ist mit keiner Strasse an den Rest des Landes angebunden – fast alle Regionalverbindungen laufen per Flugzeug

Warum lohnt sich eine Reise nach Papua-Neuguinea?

Kurz gesagt

Papua-Neuguinea vereint auf einer Landfläche von rund 462’840 km² mehr sprachliche Vielfalt als jedes andere Land der Erde, dazu Regenwald vom Meeresspiegel bis auf über 4’500 m, kaum erschlossene Tauchreviere und eine der letzten Regionen, in denen traditionelle Kultur den Alltag noch sichtbar prägt. Das Land liegt östlich von Indonesien und teilt sich die Insel Neuguinea mit der indonesischen Provinz Papua.

Am 16. September 1975 wurde Papua-Neuguinea von Australien unabhängig; die Verwaltung gliedert sich seither in vier Regionen (Papua, Highlands, Momase, Islands) mit insgesamt rund 20 Provinzen.

Veränderliche Angaben – Sicherheitslage, Visumregeln, Flugpläne – tragen den Stand September 2026.

Quellen: Wikipedia

Wie ist Papua-Neuguinea als Reiseland?

Kurz gesagt

Papua-Neuguinea ist touristisch das Gegenteil eines eingespielten Ziels: kaum Kettenhotels, wenige durchgehend asphaltierte Strassen und eine Infrastruktur, die sich regional stark unterscheidet. Reisende bewegen sich meist in organisierten Kleingruppen mit lokaler Begleitung statt individuell, weil sowohl Sicherheitslage als auch Verkehrswege das erfordern.

Die Landschaft reicht von tropischen Küsten über den mit 1’126 km längsten Fluss Neuguineas, den Sepik, bis zu Bergketten mit Gipfeln über 4’500 m; entsprechend unterschiedlich sind Klima, Vegetation und die traditionelle Lebensweise der einzelnen Regionen.

Wirtschaftlich stützt sich das Land auf Rohstoffe – Erdgas, Gold, Kupfer – sowie im Hochland auf Kaffeeanbau; der Tourismussektor ist im Vergleich dazu klein und konzentriert sich auf Nischen wie Tauchen, Vogelbeobachtung, Trekking und kulturelle Festivals.

Wer eine unkomplizierte Standardreise mit durchgetakteter Infrastruktur sucht, ist in Papua-Neuguinea falsch; wer bereit ist, sich auf ein organisiertes, oft regional begrenztes Programm einzulassen, erlebt eine der kulturell dichtesten Regionen der Welt.

Quellen: Wikipedia · PNG Tourism Promotion Authority

Welche Regionen gehören zu Papua-Neuguinea?

Kurz gesagt

Das Land gliedert sich in vier touristisch sehr unterschiedliche Regionen: die Hauptstadtregion um Port Moresby im Süden, das Hochland mit seinen Sing-sing-Festivals, die Momase-Region um den Sepik-Fluss im Norden und die Islands-Region mit New Britain, New Ireland und Bougainville. Zwischen den Regionen bestehen kaum Strassen, Reisen erfolgen überwiegend per Inlandflug.

Port Moresby und die Papua-Region

Port Moresby, die Hauptstadt im National Capital District, ist Ausgangspunkt für die meisten internationalen Reisen und den Zugang zum berühmten Kokoda Track. Auf dem Bomana War Cemetery am Stadtrand liegen mehr als 3’000 alliierte Soldaten, die im Pazifikkrieg fielen. In der Milne-Bay-Provinz im Osten, mit dem Hafenstädtchen Alotau, liegen Tauchreviere für Muck-Diving sowie die Trobriand-Inseln, bekannt für den traditionellen Kula-Ring, ein zeremonielles Tauschnetzwerk zwischen den Inseln.

Das Hochland

Sieben Provinzen bilden das Hochland, geprägt von Kaffeeanbau rund um Goroka und Gipfeln wie dem 4’509 m hohen Mount Wilhelm, dem höchsten Berg des Landes. Bekannt ist die Region für ihre Sing-sing-Festivals: Der Goroka Show in der Eastern Highlands Province und der Hagen Show in der Western Highlands Province bringen jährlich Dutzende Stämme mit traditioneller Bemalung, Federschmuck und Tanz zusammen. In der Hela-Provinz leben die Huli, bekannt für kunstvoll gefertigte Perücken aus dem eigenen Haar, mit denen sich die Männer bei Zeremonien schmücken.

Sepik: Kunst und Flusskultur

Der Sepik, mit 1’126 km der längste Fluss Neuguineas, mündet in die Bismarcksee und wird von Dutzenden Sprachgruppen bewohnt, allen voran den Iatmul. Entlang seiner Ufer liegen mindestens 100 Dörfer, die für kunstvolle Holzschnitzereien, Masken und meterlange Garamut-Trommeln aus ausgehöhlten Baumstämmen bekannt sind; die Region gilt als eine der produktivsten kunstschaffenden Flusslandschaften der Welt.

New Britain und die Inselregion

Auf New Britain liegt Rabaul, eine Stadt in einer Vulkancaldera: Am 19. September 1994 verschütteten die Vulkane Tavurvur und Vulcan rund 80 % der Gebäude unter Asche, der Flughafen wurde zerstört und die Provinzhauptstadt nach Kokopo verlegt. Tavurvur ist bis heute regelmässig aktiv, zuletzt mit einem grösseren Ausbruch 2014, und lässt sich von einem Aussichtspunkt beobachten. In Rabauls Umgebung erinnern rund 100 km von Japan gebaute Tunnel- und Höhlensysteme an die Zeit, als bis zu 110’000 japanische Soldaten hier stationiert waren.

Quellen: PNG Tourism Promotion Authority · Wikipedia · Wikipedia

Wann ist die beste Reisezeit für Papua-Neuguinea?

Kurz gesagt

Die Trockenzeit von Mai bis Oktober gilt für weite Teile des Hochlands und der Küsten als angenehmste Reisezeit, mit Tageshöchstwerten um 30 bis 32 °C in Port Moresby. Von November bis März oder April bringt der Monsun deutlich mehr Niederschlag, verbunden mit erhöhtem Risiko für Überflutungen und Erdrutsche.

Port Moresby: mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag

Port MoresbyJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchstwert °C323231313130303031313232
Tiefstwert °C242424242424232324242525
Niederschlag mm23118629414790692535354469112

Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station PORT MORESBY JACKSONS INTL (4 km, 45 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.

Das Auswärtige Amt nennt für die Regenzeit von November bis März, mit Höhepunkt zwischen Dezember und April, ein erhöhtes Risiko für tropische Wirbelstürme, Überschwemmungen und Erdrutsche, besonders im bergigen Hochland. Für den Kokoda Track empfiehlt sich entsprechend die Trockenzeit, da der Pfad bei Regen deutlich rutschiger und die Flussdurchquerungen gefährlicher werden.

Termine wie der Goroka Show im September oder der Hagen Show variieren von Jahr zu Jahr leicht; wer gezielt für ein Sing-sing-Festival anreist, sollte das aktuelle Datum vorab bei der PNG Tourism Promotion Authority bestätigen.

Papua-Neuguinea liegt zudem in einer der seismisch aktivsten Zonen der Welt mit regelmässigen Erdbeben und mehreren dauerhaft aktiven Vulkanen wie Manam, Kadovar und Bagana; Tsunamis nach Seebeben sind möglich und unabhängig von der Jahreszeit. Wer eine Reise plant, sollte deshalb neben der Regenzeit auch aktuelle Vulkan- und Erdbebenwarnungen der örtlichen Behörden im Blick behalten, besonders bei Ausflügen in Küstennähe oder auf die Islands-Region.

Quellen: Auswärtiges Amt · PNG Tourism Promotion Authority

Was braucht man für die Einreise nach Papua-Neuguinea?

Kurz gesagt

Anders als für die meisten Nachbarländer der Südsee brauchen Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige für Papua-Neuguinea ein Visum, das vor der Einreise bei einer PNG-Vertretung oder online zu beantragen ist. Zusätzlich ist seit 2025 eine kostenlose Digital Arrival Card bis 72 Stunden vor Ankunft auszufüllen. Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln, massgeblich ist die Einwanderungsbehörde des Landes.

Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein; ein Personalausweis wird nicht akzeptiert. Eine Gelbfieberimpfung ist nur bei Einreise aus einem WHO-Risikogebiet vorgeschrieben.

Massgeblich sind allein die amtlichen Stellen: Auswärtiges Amt, BMEIA, EDA und die Einwanderungsbehörde Papua-Neuguineas. Vor der Abreise die aktuellen Angaben prüfen.

Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt

Welche Impfungen und welche Vorsorge braucht es für Papua-Neuguinea?

Kurz gesagt

Malaria kommt laut CDC ganzjährig im gesamten Land unterhalb von 2’000 m vor, mit Chloroquin-resistenten Erregern; eine Malariaprophylaxe mit Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin oder Tafenoquin wird für praktisch alle Reiserouten empfohlen. Zusätzlich rät die CDC zu Hepatitis A und B, Typhus für die meisten Reisenden sowie bei längeren Aufenthalten zu Japanischer Enzephalitis.

Eine Auffrischung der Polio-Impfung wird empfohlen, da laut CDC Poliovirus im Land nachgewiesen wurde. Weitere Risiken sind Dengue-Fieber, Zika und Ross-River-Fieber durch Mückenstiche sowie Leptospirose und Melioidose über kontaminiertes Wasser.

Das Auswärtige Amt beschreibt die medizinische Versorgung als «weit unter europäischem Niveau», mit mangelhafter Ausstattung und Hygiene ausserhalb der grössten Städte. Schwerere Notfälle erfordern häufig eine kostenintensive Evakuierung nach Australien, weshalb eine Auslandskranken- und Rückholversicherung mit ausreichender Deckung unverzichtbar ist.

Konsequenter Mückenschutz rund um die Uhr, sicheres Trinkwasser und Vorsicht bei Tierkontakten – auch wegen Tollwutrisiko – reduzieren die übrigen Gesundheitsrisiken deutlich.

Quellen: CDC Travelers' Health · Auswärtiges Amt

Wie sicher ist Papua-Neuguinea für Reisende?

Kurz gesagt

Die Kriminalität in Papua-Neuguinea ist nach Angaben des Auswärtigen Amts insgesamt sehr hoch, besonders in den Ballungsgebieten Port Moresby, Lae und Mount Hagen, mit bewaffneten Überfällen, Carjacking und Einbrüchen als häufigsten Delikten. Als besonders riskant gelten die Hochlandprovinzen Southern und Western Highlands, Hela und Enga sowie Bougainville; für den Rest des Landes gilt erhöhte Vorsicht. Aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA prüfen.

In Port Moresby und Lae kommt es gelegentlich zu gewaltsamen Ausschreitungen und Plünderungen; kurzfristige Ausgangssperren und Ausnahmezustände in betroffenen Gebieten sind möglich. Die Aussenministerien stufen die genannten Hochlandprovinzen und Süd-Bougainville deutlich riskanter ein als den Rest des Landes.

Individualreisen werden von beiden Aussenministerien nicht empfohlen; üblich und deutlich sicherer sind organisierte Gruppenreisen mit lokaler Begleitung. Fahrten und Fussgänge nach Einbruch der Dunkelheit sollten grundsätzlich vermieden werden, alleinreisende Frauen sind einem erhöhten Risiko sexueller Übergriffe ausgesetzt.

Diese Einschätzung ist ernst zu nehmen, aber kein Grund, das ganze Land auszuschliessen: Organisierte Touren zu Kokoda Track, Sepik oder Tauchresorts in Milne Bay und New Britain finden seit Jahren regelmässig statt und bewegen sich weitgehend ausserhalb der genannten Risikozentren.

Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)

Wie kommt man nach Papua-Neuguinea?

Kurz gesagt

Internationaler Hauptflughafen ist der Jacksons International Airport (POM) in Port Moresby mit Nonstop-Verbindungen zu 29 Zielen in neun Ländern. Eine direkte Nonstop-Verbindung aus Europa gibt es nicht; Reisende aus der Schweiz, Deutschland oder Österreich fliegen meist über Brisbane, Singapur oder Tokio um.

Ausgewählte Nonstop-Verbindungen nach Port Moresby (POM), Stand September 2026
HerkunftAirlineHinweis
Brisbane (Australien)Air Niugini, Qantasrund 15 Flüge pro Woche, wichtigstes Drehkreuz
Cairns (Australien)Air Niuginikürzeste Anbindung an Nordaustralien
SingapurAir NiuginiAnschluss an Verbindungen aus Europa und Asien
Tokio-Narita (Japan)Air Niuginiganzjährige Nonstop-Verbindung
Guangzhou (China)China Southern Airlinesganzjährige Nonstop-Verbindung

Zwischen den Regionen gibt es kaum Strassen: Die Highlands Highway verbindet Lae mit Goroka, Kundiawa, Mount Hagen und Mendi, führt aber nicht bis nach Port Moresby. Die Hauptstadt ist damit von keiner anderen grossen Stadt aus per Strasse erreichbar; Reisen zwischen den Regionen laufen praktisch ausschliesslich über Inlandflüge, vor allem mit Air Niugini.

Öffentliche Verkehrsmittel und Küstenschiffe entsprechen laut Auswärtigem Amt nicht internationalen Sicherheitsstandards; für Fahrten ausserhalb organisierter Touren wird von spontaner Nutzung abgeraten.

Quellen: FlightConnections · Wikipedia · Auswärtiges Amt

Wie bezahlt man in Papua-Neuguinea?

Kurz gesagt

Landeswährung ist der Kina (PGK); Kreditkarten werden in Hotels und grösseren Geschäften von Port Moresby, Lae und Touristenresorts akzeptiert, in den meisten anderen Regionen ist Bargeld Pflicht. Geldautomaten beschränken sich weitgehend auf die grösseren Städte.

Auf organisierten Touren im Hochland, am Sepik oder in abgelegenen Tauchresorts sollte ausreichend Bargeld in Kina mitgeführt werden, da weder Kartenzahlung noch Geldautomaten verfügbar sind; viele Reiseveranstalter verlangen zudem Vorauszahlung in US-Dollar oder Kina vor Ort.

Auf lokalen Märkten, etwa für Kunsthandwerk entlang des Sepik oder Bilum-Taschen im Hochland, wird direkt in Kina bezahlt, Verhandeln ist üblich. Kleine Geldscheine erleichtern das Bezahlen von Träger- und Guide-Diensten auf dem Kokoda Track sowie von Eintritts- oder Fotografiergebühren in Dörfern, die touristische Besuche empfangen.

Quellen: Wikipedia

Wo übernachtet man in Papua-Neuguinea?

Kurz gesagt

Port Moresby, Goroka und Mount Hagen bieten die verlässlichste Hotelinfrastruktur, während spezialisierte Lodges im Hochland und Tauchresorts in Milne Bay oder um Kimbe Bay auf New Britain gezielt Reisende mit einem konkreten Programm ansprechen. Entlang des Sepik übernachtet man meist in einfachen Guesthouses oder direkt in Dörfern.

Grosse internationale Kettenhotels fehlen ausserhalb Port Moresbys weitgehend; kleine, oft familiengeführte Lodges und auf Taucher spezialisierte Resorts prägen das Bild. Wer den Kokoda Track geht, übernachtet unterwegs in einfachen Camps entlang der Strecke.

Weil Regionen nur per Flug verbunden sind, lohnt es sich, Unterkünfte je Etappe im Voraus über einen erfahrenen Veranstalter zu buchen statt spontan vor Ort zu suchen.

Was isst und trinkt man in Papua-Neuguinea?

Kurz gesagt

Grundnahrungsmittel sind Süsskartoffeln, Taro, Yams und Kochbananen, ergänzt durch Fisch an den Küsten und Schweinefleisch bei festlichen Anlässen. Zu besonderen Festen wird ein traditioneller Erdofen, das «Mumu», zubereitet, bei dem Speisen zusammen mit heissen Steinen in Bananenblättern gegart werden.

Im Hochland rund um Goroka wird Arabica-Kaffee auf steilen Hängen angebaut und gilt als eines der bekannteren Exportprodukte des Landes; Betelnuss-Kauen ist im Alltag verbreitet und färbt Strassenränder und Zähne charakteristisch rot.

Restaurants ausserhalb der grösseren Städte sind rar; auf organisierten Touren übernimmt meist der Veranstalter die Verpflegung, oft mit lokal zubereiteten Gerichten direkt in Gastdörfern.

Welche Feste und Traditionen prägen Papua-Neuguinea?

Kurz gesagt

Die grössten kulturellen Anlässe sind die Sing-sing-Festivals des Hochlands, allen voran der Goroka Show und der Hagen Show, bei denen Dutzende Stämme in traditioneller Bemalung, Federschmuck aus Paradiesvogelfedern und rhythmischem Tanz zusammenkommen. Auf New Britain sind zusätzlich die Baining-Feuertänze bekannt, nächtliche Zeremonien mit kunstvollen Masken aus Rindenbast.

Kunsthandwerk ist Teil des Alltags und nicht nur für Touristinnen und Touristen gemacht: Am Sepik entstehen geschnitzte Masken und Ahnenfiguren, im Hochland geflochtene Bilum-Taschen, die von Frauen aus Pflanzenfasern hergestellt und im Alltag getragen werden.

Auf den Trobriand-Inseln regelt der Kula-Ring bis heute den zeremoniellen Austausch von Muschelschmuck zwischen benachbarten Inselgemeinschaften – ein jahrhundertealtes Tauschsystem, das weit über den materiellen Wert der Objekte hinausgeht und soziale Bindungen zwischen den Inseln festigt.

Quellen: PNG Tourism Promotion Authority

Was kann man in Papua-Neuguinea erleben?

Kurz gesagt

Zu den prägendsten Erlebnissen zählen die mehrtägige Wanderung auf dem Kokoda Track, eine Bootsreise auf dem Sepik zu Kunstdörfern der Iatmul und Tauchgänge in der artenreichen Milne Bay oder um Kimbe Bay. Dazu kommen Sing-sing-Festivals im Hochland und die Beobachtung von Paradiesvögeln in den Regenwäldern.

Der Kokoda Track führt auf 96 km und über den bis zu 2’490 m hohen Mount Bellamy durch den Owen Stanley Range, auf den Spuren der Kämpfe zwischen australischen und japanischen Truppen von 1942. Je nach Fitness dauert die geführte Wanderung vier bis zwölf Tage; ein lokaler Guide und eine offizielle Trekking-Lizenz sind Pflicht.

Papua-Neuguinea zählt über 400 Vogelarten, darunter zahlreiche der weltweit rund 40 Paradiesvogelarten, die vor allem im Hochland und auf den Trobriand-Inseln beobachtet werden können.

In der Milne Bay und um Kimbe Bay auf New Britain gilt das Tauchgebiet als Teil des artenreichsten Meeresgebiets der Welt, dem sogenannten Korallendreieck, mit Hunderten kartierten Tauchplätzen von Steilwänden bis zu Wracktauchgängen.

Quellen: Wikipedia · PNG Tourism Promotion Authority

Wie reist man in Papua-Neuguinea umweltbewusst?

Kurz gesagt

Weil viele Dörfer entlang des Sepik oder auf dem Kokoda Track direkt von Besuchsgebühren und Guide-Einsätzen leben, kommt gebuchter, gemeinschaftsbasierter Tourismus der lokalen Bevölkerung unmittelbar zugute. Der Schutz der Paradiesvögel, deren Federn traditionell für Sing-sing-Schmuck verwendet werden, hängt zunehmend vom Erhalt ihres Lebensraums ab.

Seriöse Kokoda-Veranstalter sind lizenziert und beschäftigen einheimische Träger und Guides aus den Dörfern entlang der Route; ein Teil der Trekkinggebühren fliesst direkt in lokale Infrastruktur und Bildung.

In Tauchgebieten wie Milne Bay und Kimbe Bay engagieren sich Resorts zunehmend in Riffschutzprogrammen; wer nach Zertifizierungen und lokalen Partnerschaften fragt, unterstützt gezielt Betriebe mit nachhaltigerem Ansatz.

Quellen: PNG Tourism Promotion Authority

Womit lässt sich Papua-Neuguinea kombinieren?

Kurz gesagt

Papua-Neuguinea lässt sich über Brisbane oder Cairns gut mit einer Australien-Reise verbinden, da beide Städte die wichtigsten Drehkreuze für Anschlussflüge sind. Wer den Südpazifik weiter bereisen will, kombiniert das Land über Honiara mit den Salomonen, wo ähnliche WWII-Geschichte und Tauchreviere anschliessen.

Innerhalb des Landes lohnt sich eine Kombination aus einer kulturell geprägten Etappe im Hochland mit einer Tauch- oder Strandetappe in Milne Bay oder auf New Britain, da beide Regionen touristisch und klimatisch sehr unterschiedlich sind.

Für wen eignet sich Papua-Neuguinea, für wen weniger?

Kurz gesagt

Papua-Neuguinea passt zu erfahrenen, kulturell interessierten Reisenden, die eine organisierte Tour mit klarem Programm akzeptieren und auf einfache Infrastruktur vorbereitet sind. Weniger geeignet ist das Land für Erstreisende ohne Auslandserfahrung, spontane Individualreisende sowie alle, die auf verlässliche, durchgehende Strasseninfrastruktur angewiesen sind.

  • Gut geeignet: Kulturell interessierte und erfahrene Reisende; Taucherinnen und Taucher, die abgelegene Riffe suchen; Trekkingfreudige mit guter Kondition für den Kokoda Track.
  • Weniger geeignet: Erstreisende ohne Erfahrung mit anspruchsvollen Zielen; alleinreisende Frauen ausserhalb organisierter Gruppen; wer auf spontane Individualreisen statt gebuchte Touren setzt.

Gut zu kombinieren

Klarheit vor der Reise

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten zu Papua-Neuguinea.

Brauchen Schweizer ein Visum für Papua-Neuguinea?

Ja, anders als für die meisten Nachbarländer der Südsee ist ein Visum Pflicht, zu beantragen vor der Einreise bei einer PNG-Vertretung oder online. Zusätzlich ist eine kostenlose Digital Arrival Card bis 72 Stunden vor Ankunft auszufüllen.

Wie gefährlich ist Port Moresby für Reisende?

Das Auswärtige Amt und das BMEIA beschreiben die Kriminalität in Port Moresby als sehr hoch, mit bewaffneten Überfällen und Carjacking als häufigsten Delikten. Organisierte Gruppenreisen mit lokaler Begleitung statt Individualreisen gelten als deutlich sicherer, Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit sollten vermieden werden.

Kann es in Port Moresby zu Unruhen kommen?

Ja, in Port Moresby und Lae kommt es gelegentlich zu gewaltsamen Ausschreitungen und Plünderungen, ausgelöst etwa durch Unmut über Löhne und Sicherheitsbehörden. Dann sind kurzfristige Ausgangssperren möglich.

Welche Regionen sollte man in Papua-Neuguinea meiden?

Die Hochlandprovinzen Southern und Western Highlands, Hela und Enga sowie Bougainville gelten als besonders riskant; die aktuelle Lage prüft man bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.

Gibt es in Papua-Neuguinea Malaria?

Ja, ganzjährig im gesamten Land unterhalb von 2’000 m, mit teilweise resistenten Erregern. Eine ärztlich verschriebene Malariaprophylaxe wird für praktisch jede Reiseroute empfohlen.

Wie kommt man von Europa nach Papua-Neuguinea?

Eine direkte Nonstop-Verbindung gibt es nicht. Reisende steigen meist in Brisbane, Singapur oder Tokio auf einen Weiterflug nach Port Moresby (POM) um.

Warum ist Port Moresby nicht mit dem Rest des Landes durch eine Strasse verbunden?

Das bergige, dicht bewaldete Gelände und fehlende historische Verbindungsstrassen machten einen durchgehenden Ausbau bislang unwirtschaftlich. Reisen zwischen den Regionen laufen deshalb fast ausschliesslich per Inlandflug, meist mit Air Niugini.

Was ist der Kokoda Track?

Ein 96 km langer Wanderweg durch den Owen Stanley Range, Schauplatz einer entscheidenden Schlacht des Pazifikkriegs 1942. Die geführte, lizenzpflichtige Tour dauert je nach Fitness vier bis zwölf Tage.

Was ist ein Sing-sing?

Ein traditionelles Fest, bei dem verschiedene Stämme in Bemalung, Federschmuck und Tanz auftreten. Die bekanntesten Anlässe sind der Goroka Show und der Hagen Show im Hochland.

Was ist der Kula-Ring?

Ein zeremonielles Tauschnetzwerk zwischen den Trobriand-Inseln, bei dem Muschelschmuck entlang eines festen Kreislaufs zwischen den Inselgemeinschaften weitergegeben wird. Es dient vor allem der sozialen Bindung zwischen den Inseln, weniger dem materiellen Handel.

Ist Tauchen in Papua-Neuguinea gut?

Ja, Milne Bay und Kimbe Bay auf New Britain liegen im artenreichen Korallendreieck und bieten Hunderte kaum überlaufene Tauchplätze. Spezialisierte Tauchresorts organisieren Ausflüge direkt ab Unterkunft.

Was geschah 1994 in Rabaul?

Die Vulkane Tavurvur und Vulcan brachen gleichzeitig aus und verschütteten rund 80 % der Gebäude der damaligen Provinzhauptstadt unter Asche. Die Verwaltung wurde danach ins nahe Kokopo verlegt, Tavurvur ist bis heute aktiv.

Braucht es für Papua-Neuguinea eine Gelbfieberimpfung?

Nur bei Einreise aus einem von der WHO als Risikogebiet eingestuften Land ist die Impfung vorgeschrieben. Direkt aus Europa anreisende Personen benötigen sie nicht.

Kann man in Papua-Neuguinea mit Kreditkarte bezahlen?

In Port Moresby, Lae und grösseren Touristenresorts meist ja, ausserhalb dieser Zentren ist Bargeld in Kina fast überall Pflicht. Geldautomaten gibt es nur in den grösseren Städten.

Was ist ein Mumu?

Ein traditioneller Erdofen, in dem Fleisch, Fisch und Wurzelgemüse in Bananenblättern zusammen mit heissen Steinen gegart werden. Er wird vor allem zu Festen und besonderen Anlässen zubereitet.

Wie viele Sprachen werden in Papua-Neuguinea gesprochen?

Über 839 Sprachen, mehr als in jedem anderen Land der Welt. Amtssprachen sind Englisch, Tok Pisin, Hiri Motu und die PNG-Gebärdensprache.

Quellen und Stand

Woher die Angaben stammen

Stand: 23. September 2026, redaktionell geprüft von TalkTravel Redaktion. Bei Einreise, Sicherheit und Gesundheit sind die verlinkten amtlichen Stellen massgeblich.

  1. Papua-Neuguinea: Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, abgerufen 23. September 2026
  2. Papua-Neuguinea – Reiseinformation, Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA), abgerufen 23. September 2026
  3. Papua New Guinea – Traveler View, CDC Travelers' Health, abgerufen 23. September 2026
  4. How to report a Crime or Incident, Royal Papua New Guinea Constabulary, abgerufen 23. September 2026
  5. Flights to Port Moresby (POM), FlightConnections, abgerufen 23. September 2026
  6. Papua New Guinea Tourism, PNG Tourism Promotion Authority, abgerufen 23. September 2026
  7. Papua New Guinea, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  8. Sepik, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  9. Rabaul, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  10. Kokoda Track, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  11. Highlands Highway, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  12. Papua New Guinea – Power plug, socket & mains voltage, World Standards, abgerufen 23. September 2026

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