Was erwartet Reisende in Westaustralien?
Westaustralien ist mit 2’527’013 km² der grösste australische Bundesstaat und bedeckt fast ein Drittel des Kontinents – bei nur rund 3 Millionen Einwohnern. Rund 80 % davon leben im Grossraum Perth im äussersten Südwesten; der Rest reicht von Weinbergen über Korallenriffe bis zu Schluchten in der Kimberley und ist extrem dünn besiedelt. Die nächste australische Grossstadt, Adelaide, liegt über 2’100 km entfernt.
Wer nach Westaustralien reist, wählt meist eine von drei Zonen: den Südwesten um Perth, Fremantle und Margaret River mit Mittelmeerklima und Weinbau; die Korallenküste um Ningaloo Reef und Shark Bay mit Walhaien und Delfinen; oder die tropische Kimberley im Norden um Broome mit Perlenfischerei-Geschichte und roten Gorges. Alle drei liegen Hunderte bis Tausende Kilometer auseinander – eine Reise durch mehrere Zonen braucht entsprechend Zeit oder einen Inlandflug.
Westaustralien ist einer von sieben Bundesstaaten und Territorien des Landes; Einreise, Währung und Notrufnummer entsprechen dem übrigen Australien, ausführlich erklärt auf der Australien-Seite. Eigenständig sind vor allem Klima, Zeitzone und die enormen Distanzen innerhalb des Staates selbst.
Quellen: Wikipedia
Wie ist Westaustralien als Reiseregion aufgebaut?
Der Staat gliedert sich grob in vier Zonen: den mediterranen Südwesten um Perth und Margaret River, die tropische Kimberley im Norden um Broome, die Korallenküste dazwischen mit Ningaloo Reef und Shark Bay sowie das trockene Inland mit Goldfeldern und der Nullarbor-Ebene im Südosten. Perth selbst gilt mit rund 3’200 Sonnenstunden im Jahr als sonnigste australische Landeshauptstadt.
Der Südwesten, wo der grösste Teil der Bevölkerung lebt, hat mediterranes Klima mit trockenen Sommern und milden, regenreicheren Wintern; hier liegen Perth, Fremantle und die Weinregion Margaret River. Nördlich davon wird das Land zunehmend trockener: In den Wüsten Great Sandy, Gibson und Great Victoria fällt kaum Niederschlag.
Die Kimberley im äussersten Norden hat ein monsunales Klima mit ausgeprägter Trocken- (April bis November) und Regenzeit; hier liegen Broome, die gestreiften Kuppeln des Purnululu-Nationalparks (Bungle Bungle Range) und die Horizontal Falls. Dazwischen, an der sogenannten Coral Coast, liegen die UNESCO-Welterbestätten Ningaloo Reef und Shark Bay.
Historisch war Westaustralien lange die abgelegenste Kolonie des Kontinents: Erst 1829 gegründet, erhielt der Staat 1890 die Selbstverwaltung, nachdem Goldfunde in Coolgardie und Kalgoorlie in den 1890er-Jahren Zehntausende Siedler anzogen. Aboriginal People leben seit schätzungsweise 50’000 bis 70’000 Jahren im Gebiet – deutlich länger als irgendwo sonst dokumentiert.
Welche Orte lohnen sich in Westaustralien?
Perth mit dem Hafenstädtchen Fremantle und der vorgelagerten Insel Rottnest ist der übliche Ausgangspunkt, Margaret River rund 277 km südlich das Zentrum für Wein und Wellen. Ningaloo Reef und Shark Bay, rund 1’200 respektive 800 km nördlich von Perth, bieten Walhaie und Delfine direkt vor der Küste, während Broome und die Kimberley, über 2’000 km im Norden, für Perlenfischerei-Geschichte und tropische Schluchten stehen.
Perth, Fremantle und Rottnest Island
Perth liegt am Swan River und zählt mit über 2,2 Millionen Einwohnern in der Stadt und rund 2,38 Millionen im Grossraum (2024) zu den grössten australischen Städten; der Kings Park, einer der grössten innerstädtischen Parks der Welt, blickt über Fluss und Skyline. Fremantle, der historische Hafen flussabwärts, hat viktorianische Bausubstanz, Märkte und die Hafenatmosphäre bewahrt, die Perth selbst grösstenteils verloren hat.
Rottnest Island liegt 18 km westlich von Fremantle und ist in rund 30 Minuten mit der Fähre erreichbar. Die 19 km² grosse Insel ist autofrei, wird per Fahrrad erkundet und beherbergt die namensgebenden Quokkas – kleine Kängurus, die ein niederländischer Seefahrer 1696 fälschlich für Ratten hielt. Zwischen 1838 und 1931 diente die Insel zugleich als Gefängnis für Aboriginal People; mindestens 373 Todesfälle sind dokumentiert, die grösste bekannte Todesstätte in Gewahrsam in Australien – ein Kapitel, das heute Teil vieler Führungen ist.
Margaret River und der Südwesten
Margaret River, 277 km südlich von Perth, ist die bekannteste Weinregion Westaustraliens: Auf rund 55 km² Rebfläche erzeugen über 130 Weingüter nur etwa 3 % der australischen Trauben, aber mehr als 20 % der Premiumweine des Landes. Entlang der Küste zählt die Region rund 75 Surfspots auf 130 km, von Anfängerwellen bis zur schweren Cowaramup Bombora.
Im Leeuwin-Naturaliste-Nationalpark liegen mehrere hundert Kalksteinhöhlen, von denen sechs öffentlich zugänglich sind; die Mammoth Cave, 21 km südlich, zeigt Fossilien, die über 35’000 Jahre alt sind, und wird bereits seit 1904 besucht.
Coral Coast: Ningaloo Reef und Shark Bay
Ningaloo Reef, seit 2011 UNESCO-Welterbe und rund 1’200 km nördlich von Perth, ist mit 260 km das längste Saumriff Australiens und eines der wenigen weltweit, das direkt vom Festland aus erreichbar ist. Zwischen März und August ziehen Walhaie vorbei, im australischen Winter zusätzlich Buckelwale, Mantarochen und Delfine; die Region zählt rund 200’000 Besuche pro Jahr.
Shark Bay, rund 800 km nördlich von Perth und seit 1991 UNESCO-Welterbe, schützt die artenreichsten Stromatolithen der Welt in Hamelin Pool – Mikrobenmatten, die zu den ältesten Lebensformen der Erde zählen – sowie rund 10’000 Dugongs, etwa 12,5 % des Weltbestands. Bei Monkey Mia kommen seit den 1960er-Jahren Grosse Tümmler freiwillig nahe an den Strand.
Broome und die Kimberley
Broome, über 2’000 km nördlich von Perth und praktisch nur per Inlandflug oder mehrtägiger Fahrt erreichbar, ist das Tor zur Kimberley. Die Stadt entstand in den 1880er-Jahren aus der Perlenfischerei; um 1910 arbeiteten rund 3’500 der damals 5’000 Einwohner in dieser Industrie, der japanische Friedhof erinnert mit 919 Gräbern an die gefährliche Arbeit unter Wasser.
Cable Beach, 7 km vom Zentrum, ist 22,5 km lang und für Kamelritte bei Sonnenuntergang bekannt; bei bestimmten Mondphasen entsteht zudem das Naturphänomen «Staircase to the Moon», bei dem der Vollmond über dem abfliessenden Wattenmeer eine treppenartige Lichtspur bildet. Weiter im Landesinneren liegt der Karijini-Nationalpark, 1’055 km von Perth entfernt, mit Schluchten in bis zu 2,5 Milliarden Jahre altem Gestein – der zweitgrösste Nationalpark Westaustraliens.
Der Golden Outback
Im Südosten liegen die Goldfelder um Kalgoorlie, wo der Goldrausch der 1890er-Jahre Zehntausende Siedler anzog, sowie die Nullarbor-Ebene, über die der Eyre Highway und die Trans-Australian-Eisenbahn als einzige durchgehende Landverbindung in die Oststaaten führen. Esperance im Süden wirbt mit türkisfarbenem Wasser, das die staatliche Tourismusbehörde regelmässig mit Karibikstränden vergleicht.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · UNESCO World Heritage Centre · Tourism Western Australia (westernaustralia.com)
Wann ist die beste Reisezeit für Westaustralien?
Der Südwesten um Perth und Margaret River eignet sich am besten im Frühling (September bis November) und Herbst (März bis Mai), wenn es trockener und milder ist als im heissen Sommer. Die tropische Kimberley um Broome folgt umgekehrten Regeln: Die Trockenzeit von April bis November ist ideal, die Regenzeit von Dezember bis März bringt Monsunregen und hohe Luftfeuchtigkeit. Walhaie am Ningaloo Reef zeigen sich zuverlässig zwischen März und August.
Perth: Temperatur und Niederschlag im Jahresverlauf
| Perth | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 32 | 32 | 30 | 26 | 22 | 20 | 19 | 19 | 21 | 24 | 27 | 30 |
| Tiefstwert °C | 18 | 18 | 17 | 13 | 9 | 8 | 7 | 8 | 9 | 11 | 14 | 16 |
| Niederschlag mm | 18 | 17 | 20 | 34 | 84 | 113 | 128 | 106 | 70 | 32 | 25 | 12 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station PERTH METRO (4 km, 25 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Perth hat ein mediterranes Klima mit trockenen Sommern (Dezember bis Februar) und milderen, regenreicheren Wintern (Juni bis August); Rekordwerte im Bundesstaat reichen von 50,7 °C (Onslow, 2022) bis −7,2 °C im Landesinneren. Für Margaret River und den übrigen Südwesten gelten ähnliche, etwas mildere Muster.
Broome: Temperatur und Niederschlag im Jahresverlauf
| Broome | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 33 | 34 | 34 | 35 | 32 | 30 | 30 | 31 | 33 | 34 | 34 | 34 |
| Tiefstwert °C | 26 | 26 | 26 | 22 | 18 | 15 | 14 | 14 | 18 | 23 | 26 | 27 |
| Niederschlag mm | 233 | 191 | 117 | 20 | 21 | 12 | 10 | 3 | 1 | 7 | 16 | 120 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station BROOME INTL (2 km, 17 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Broome zeigt den Kontrast zur Küste im Süden deutlich: In der Trockenzeit (April bis November) bleibt der Himmel meist wolkenlos bei rund 30 °C, in der Regenzeit (Dezember bis März) steigen die Temperaturen auf rund 35 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit; rund 75 % der jährlich 628 mm Niederschlag fallen in diesen vier Monaten.
| Region | Beste Monate | Hinweis |
|---|---|---|
| Perth, Margaret River, Südwesten | September–Mai | Frühling und Herbst am mildesten |
| Ningaloo Reef, Coral Coast | März–August | Walhai-Saison März bis August |
| Broome, Kimberley | April–November | Trockenzeit; Regenzeit Dez.–März eher meiden |
| Karijini, Pilbara | Mai–September | Sommer oft zu heiss für Wanderungen |
Was braucht man für die Einreise nach Westaustralien?
Für Westaustralien gelten dieselben Regeln wie für ganz Australien: Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige reisen mit dem kostenlosen eVisitor ein, ausführlich erklärt auf der Australien-Seite. Wer über Perth einreist, durchläuft dieselbe Biosicherheitskontrolle wie an jedem anderen internationalen Flughafen des Landes.
Perth (PER) ist der einzige internationale Flughafen des Staates; wer die Kimberley oder die Coral Coast zuerst besucht, reist praktisch immer zunächst über Perth ein und fliegt von dort weiter. Innerhalb Westaustraliens gelten zusätzlich Quarantänekontrollen zwischen einzelnen Regionen, etwa für Obst und Gemüse an Kontrollpunkten Richtung Kimberley, um die Ausbreitung von Fruchtfliegen einzudämmen.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Welche Gesundheitshinweise gelten für Westaustralien?
Die allgemeinen Impfempfehlungen für Australien gelten unverändert, ausführlich auf der Australien-Seite. Eine Besonderheit betrifft den Norden: Im Kimberley-Gebiet kommt das Murray-Valley-Enzephalitis-Virus in Süsswasser-Lebensräumen vor, entsprechender Mückenschutz ist dort ganzjährig sinnvoll.
healthytravel.ch nennt die Kimberley-Region ausdrücklich als Endemiegebiet für das Murray-Valley-Enzephalitis-Virus, das über Mücken übertragen wird; die CDC ergänzt für Nordaustralien allgemein das Risiko einer Melioidose durch Kontakt mit kontaminiertem Süsswasser oder Schlamm, besonders nach starken Regenfällen. Offene Wunden sollten deshalb in der Regenzeit im Norden abgedeckt bleiben.
Die UV-Belastung ist in ganz Westaustralien hoch, in Perth wegen der vielen Sonnenstunden das ganze Jahr über. Bei Wanderungen in Karijini oder im Pilbara ist ausreichend Wasser mitzuführen; Hitzeerschöpfung ist im Sommer (Dezember bis Februar) im Landesinneren das grössere Risiko als Infektionskrankheiten.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
Wie sicher ist Westaustralien für Reisende?
Perth und der Südwesten gelten laut EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA als sicher, mit gewöhnlicher Kleinkriminalität als Hauptrisiko. Die grösseren Gefahren liegen ausserhalb der Städte: extreme Distanzen im Outback, Buschbrandgefahr im Sommer und Salzwasserkrokodile in Flüssen und Billabongs der Kimberley.
Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich vor den Risiken abgelegener Routen: begrenzter Mobilfunkempfang, grosse Distanzen zwischen Hilfsangeboten und die Bedeutung, die eigene Route vorab bei Polizei oder Unterkünften zu hinterlegen. Wer allein durch die Kimberley oder das Outback fährt, sollte ausreichend Wasser, einen Ersatzreifen und im Zweifel ein Satellitentelefon mitführen.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wie reist man nach Westaustralien an und im Staat herum?
Perth Airport (PER) ist der internationale Knotenpunkt Westaustraliens mit Nonstopverbindungen unter anderem nach Singapur, Dubai, Doha und, saisonal, nach London, Paris und Rom. Innerhalb des Staates überbrücken Inlandflüge die grossen Distanzen; Broome und die Kimberley liegen über 2’000 km von Perth entfernt.
| Ziel | Airline(s) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Singapur | Jetstar, Qantas, Scoot, Singapore Airlines | meistgenutzte internationale Route (rund 1,47 Mio. Passagiere 2025) |
| Dubai | Emirates | täglich |
| Doha | Qatar Airways | täglich |
| Denpasar (Bali) | Batik Air, Indonesia AirAsia, Jetstar u. a. | beliebte Kurzstrecke |
| London-Heathrow | Qantas | einzige Nonstopverbindung nach Europa |
| Paris, Rom | Qantas | saisonal |
Direkt nach Mitteleuropa gibt es ab Perth keine Nonstopflüge; von dortigen Drehkreuzen führt der Weg meist über Singapur, Dubai oder Doha, insgesamt rund 20 bis 24 Stunden. Innerhalb Westaustraliens verkehren Inlandflüge zwischen Perth und Broome in rund 2 Stunden 40 Minuten; die 2’046 km lange Strasse dauert mit dem Auto mehrere Tage.
Zwischen Perth und der Ostküste verkehrt zudem der Indian Pacific, ein mehrtägiger Fernzug über die Nullarbor-Ebene bis Adelaide und Sydney – eine der längsten durchgehenden Zugstrecken der Welt, aber kein schneller Weg zwischen den Küsten.
Quellen: Wikipedia
Was muss man zu Geld und Kosten in Westaustralien wissen?
Bezahlt wird wie im übrigen Australien mit dem Australischen Dollar (AUD); Details zu Karten, Bargeld und Trinkgeld stehen auf der Australien-Seite. Grösster Kostenfaktor sind meist Inlandflüge und Mietwagen, da öffentlicher Verkehr ausserhalb von Perth kaum existiert.
Margaret River, Ningaloo und die Kimberley sind grösstenteils nur mit Mietwagen sinnvoll zu bereisen; ein Allradfahrzeug für unbefestigte Pisten in der Kimberley kostet üblicherweise mehr als ein Stadtwagen in Perth. Wein- und Höhlentouren in Margaret River sowie Bootsausflüge zu Walhaien am Ningaloo Reef zählen zu den grösseren Ausgabeposten einer Reise.
Rottnest Island verlangt zusätzlich zur Fähre eine eigene Eintritts- beziehungsweise Umweltgebühr für die autofreie Insel; wer nur einen Tagesausflug plant – wie rund 70 % der jährlich rund 450’000 bis 500’000 Besucher –, kommt ohne Übernachtungskosten aus.
Quellen: Wikipedia
Wo übernachtet man in Westaustralien?
In Perth und Fremantle gibt es die grösste Auswahl von internationalen Hotelketten bis zu Boutique-Unterkünften; in Margaret River dominieren Weingut-Chalets und B&Bs, am Ningaloo Reef einfache Ferienanlagen in Exmouth oder Coral Bay, in Broome Resorts nahe Cable Beach.
Wer Ruhe sucht, wohnt in Fremantle statt im Zentrum von Perth oder übernachtet auf Rottnest Island selbst statt nur als Tagesgast anzureisen. In der Kimberley ist die Auswahl ausserhalb von Broome dünn; viele Reisende übernachten auf Campingplätzen oder in einfachen Roadhouses entlang der Fernstrassen, da Distanzen zwischen Orten oft mehrere Stunden betragen.
Was isst man in Westaustralien?
Frische Meeresfrüchte prägen die Küche an der langen Küste, von Crayfish (Langusten) im Südwesten über Barramundi im Norden bis zu Austern entlang der Coral Coast. Margaret River ist zugleich eine der bekanntesten Wein- und Gourmetregionen des Landes.
In Fremantle sind Fish-and-Chips-Stände am Hafen eine Institution, in Margaret River kombinieren Restaurants regionale Produkte mit Weinbegleitung direkt auf dem Weingut. In Broome prägt die multikulturelle Geschichte der Perlenfischerei bis heute die Küche, mit asiatischen Einflüssen aus der einstigen Tauchergemeinschaft aus Japan, China und den malaiischen Inseln.
Welche Kultur prägt Westaustralien?
Aboriginal People leben seit schätzungsweise 50’000 bis 70’000 Jahren in der Region – eine der am längsten dokumentierten durchgehenden Kulturen der Welt. Die europäische Besiedlung begann erst 1829 mit der Swan-River-Kolonie, deutlich später als an der Ostküste, was Westaustralien bis heute einen eigenständigen, weniger kolonial geprägten Charakter verleiht.
Der Goldrausch der 1890er-Jahre um Kalgoorlie und Coolgardie prägte die Wirtschaft und brachte rasches Bevölkerungswachstum; viele Ortsnamen und Gebäude im Golden Outback erinnern noch daran. In Broome zeugt der japanische Friedhof mit 919 Gräbern von Perlentauchern von der multiethnischen Geschichte der Stadt, die Menschen aus Japan, China, den malaiischen Inseln und den umliegenden Aboriginal-Gemeinschaften zusammenbrachte.
Was sind die schönsten Erlebnisse in Westaustralien?
Zu den eindrücklichsten Erlebnissen zählen das Schwimmen mit Walhaien am Ningaloo Reef, eine Fahrradtour zu den Quokkas auf Rottnest Island, eine Weintour durch Margaret River, ein Kamelritt bei Sonnenuntergang am Cable Beach in Broome und eine Wanderung durch die Schluchten des Karijini-Nationalparks.
- Walhaie am Ningaloo Reef: März bis August, direkt vom Ufer aus organisierbar, da das Riff nur wenige Hundert Meter vom Strand entfernt beginnt.
- Quokka-Fahrradtour auf Rottnest Island: die Insel ist autofrei, am besten in einem Tagesausflug ab Fremantle mit dem Mietfahrrad zu erkunden.
- Weintour Margaret River: über 130 Weingüter, kombinierbar mit einem Besuch der Mammoth Cave mit 35’000 Jahre alten Fossilien.
- Cable Beach, Broome: Kamelritt bei Sonnenuntergang auf 22,5 km weissem Sand, bei den richtigen Mondphasen zusätzlich die «Staircase to the Moon».
- Karijini-Schluchten: Wandern und Baden in Pools zwischen bis zu 2,5 Milliarden Jahre altem Gestein, am besten zwischen Mai und September.
Wer alle drei Zonen verbinden will, braucht mindestens drei Wochen: eine für den Südwesten um Perth und Margaret River, eine für die Coral Coast, eine für die Kimberley – die Distanzen dazwischen sind mit dem Auto kaum in wenigen Tagen zu bewältigen.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wie reist man in Westaustralien verantwortungsvoll?
Am Ningaloo Reef und in Shark Bay gelten Abstandsregeln beim Schwimmen mit Walhaien und Dugongs, um die Tiere nicht zu stören; auf Rottnest Island ist das Berühren oder Füttern von Quokkas verboten. In der Kimberley schont das Bleiben auf markierten Wegen die empfindliche Vegetation der Trockenzeit.
Wasser ist im grössten Teil Westaustraliens knapp; auf mehrtägigen Touren durch Karijini oder die Kimberley gehört sparsamer Umgang mit Trinkwasser zur Grundausstattung. Rottnest Islands Geschichte als Gefängnis für Aboriginal People zwischen 1838 und 1931 ist heute Teil vieler geführter Touren – ein bewusster Umgang mit diesem Kapitel gehört für seriöse Anbieter zum Standard.
Quellen: Wikipedia
Womit lässt sich Westaustralien kombinieren?
Am naheliegendsten ist eine Kombination mit Bali oder Singapur, da Perth über beide Nonstopverbindungen hat und die Flugzeit deutlich kürzer ist als zur australischen Ostküste. Wer innerhalb Australiens bleibt, verbindet Westaustralien meist mit einem separaten Inlandflug zu einer Ostküstenstadt statt mit einer durchgehenden Landroute.
Zwischen Perth und Adelaide liegen über 2’100 km, zwischen Perth und Sydney oder Melbourne noch deutlich mehr; eine Kombination beider Küsten in derselben Reise lohnt sich meist nur mit einem Inlandflug dazwischen, nicht über Land. Wer die Nullarbor-Ebene dennoch mit dem Auto oder dem Indian-Pacific-Zug überqueren will, sollte dafür mehrere zusätzliche Tage einplanen.
Für wen eignet sich Westaustralien, für wen weniger?
Westaustralien passt zu Reisenden, die Weite, Natur und Wildtierbegegnungen ohne grosse Touristenmassen suchen – vom Weinberg bis zum Riff. Weniger geeignet ist der Staat für alle mit knapper Zeit, die auch die Ostküste sehen wollen: Die Distanzen innerhalb Westaustraliens allein füllen bereits zwei bis drei Wochen.
Wer Mietwagen scheut, kommt im Südwesten um Perth und Margaret River noch gut zurecht; in der Kimberley und am Ningaloo Reef ist ein eigenes oder gemietetes Fahrzeug praktisch unverzichtbar, da Busverbindungen selten und Taxis ausserhalb der Städte kaum vorhanden sind. Familien profitieren von den ruhigen, sicheren Stränden bei Perth, während die abgelegenen Teile der Kimberley eher erfahrene Selbstfahrer ansprechen.
Ist Westaustralien ein eigenes Land?
Nein. Westaustralien ist einer von sechs australischen Bundesstaaten und Teil des Commonwealth of Australia; Einreise, Währung, Notrufnummer und Stecker entsprechen dem übrigen Land, ausführlich auf der Australien-Seite. Eigenständig sind vor allem Zeitzone, Klima und die grossen Distanzen innerhalb des Staates.
Der Staat wurde 1829 als Swan-River-Kolonie gegründet und erhielt 1890 die Selbstverwaltung, bevor er sich am 1. Januar 1901 der Föderation Australiens anschloss. Die Bundesregierung in Canberra regelt Aussenpolitik, Einreise und Verteidigung; der Bundesstaat selbst verwaltet Nationalparks, Polizei und den öffentlichen Verkehr innerhalb seiner Grenzen.
Quellen: Wikipedia