Was erwartet Reisende im indonesischen Papua?
Der indonesische Teil Neuguineas ist geografisch, ethnisch und sicherheitspolitisch anders als der Rest Indonesiens. Diese Seite behandelt zwei Etappen: Jayapura mit dem Sentani-See in der Provinz Papua, für die von nicht notwendigen Reisen abgeraten wird, und Sorong als Tor zu Raja Ampat, einem der artenreichsten Tauchgebiete der Erde, in der davon nicht betroffenen Provinz Papua Barat Daya.
Beide Orte liegen nicht auf derselben Route: Zwischen Jayapura im Osten und Sorong im äussersten Westen der Insel liegen rund 1'000 km Luftlinie über mehrere Provinzen, meist nur per Inlandflug über Jakarta oder Makassar verbunden. Die meisten Reisenden besuchen entweder Raja Ampat ab Sorong oder, seltener, Jayapura mit dem Sentani-See; eine gemeinsame Reise ist möglich, aber aufwendig.
Wer nach Raja Ampat reist, tut das praktisch immer über Sorong, unabhängig von der Sicherheitslage im Rest Papuas; die Tauchregion selbst gehört zu keiner der fünf Provinzen mit dem erhöhten Konfliktrisiko. Diese Unterscheidung ist zentral für die Planung und wird im Abschnitt Sicherheit im Detail erklärt.
Quellen: Wikipedia (englisch)
Wie ist der indonesische Teil Neuguineas aufgebaut?
Der indonesische Teil Neuguineas umfasst rund 412'200 km² und ist seit einer Verwaltungsreform 2022/2023 in sechs Provinzen gegliedert, zuvor waren es nur zwei. Die Insel ist fast vollständig von Regenwald bedeckt und gehört zu den am wenigsten erschlossenen grossen Landmassen der Erde, mit dem 4'884 m hohen Puncak Jaya als höchstem Berg Ozeaniens.
Die sechs Provinzen sind Papua (Hauptstadt Jayapura), Papua Barat (Hauptstadt Manokwari), Papua Barat Daya (Hauptstadt Sorong), Papua Tengah (Hauptstadt Nabire), Papua Pegunungan (Hauptstadt Jayawijaya/Wamena) und Papua Selatan (Hauptstadt Merauke). Diese Aufteilung von 2022/2023 ersetzte die frühere Zweiteilung in nur Papua und Papua Barat und ist Teil einer umstrittenen Verwaltungsreform Jakartas.
Indonesien übernahm das Gebiet 1969 nach dem international kritisierten «Act of Free Choice», bei dem rund 1'000 handverlesene Älteste anstelle der damals rund 800'000 Einwohnerinnen und Einwohner über die Integration in Indonesien abstimmten. Seither führt die separatistische Organisasi Papua Merdeka (OPM) einen bewaffneten Widerstand, der bis heute anhält und die Sicherheitslage in mehreren Provinzen prägt.
Die Bevölkerung ist überwiegend melanesisch und unterscheidet sich damit ethnisch deutlich vom übrigen, mehrheitlich austronesischen Indonesien; mehrere Hundert eigenständige Sprachen werden im Hochland und an der Küste gesprochen.
Quellen: Wikipedia (englisch)
Gehört Papua zu Indonesien, und was bedeutet das für die Reise?
Ja, der westliche Teil Neuguineas ist indonesisches Staatsgebiet mit sechs eigenen Provinzen. Einreise und Zeitzone WIT (UTC+9) entsprechen formal dem übrigen Land, ausführlich erklärt auf der Indonesien-Seite; in der Praxis unterscheidet sich Papua jedoch deutlich durch Kultur, Entfernung und die im nächsten Abschnitt beschriebene Sicherheitslage.
Wer über Jayapura oder Sorong einreist, erhält das e-VOA wie an jedem anderen internationalen Flughafen Indonesiens; es gibt kein separates Papua-Visum. Für den Besuch bestimmter ländlicher und grenznaher Gebiete Papuas verlangen indonesische Behörden zusätzlich einen Passierschein (Surat Jalan); für Jayapura, den Sentani-See, Sorong und Raja Ampat ist dieser in aller Regel nicht nötig, sollte aber vor Reiseantritt bei der zuständigen indonesischen Vertretung geprüft werden.
Quellen: Wikipedia (englisch)
Welche Orte lohnen sich im indonesischen Papua?
Jayapura ist die Provinzhauptstadt am Pazifik mit dem vorgelagerten Sentani-See und seinen Pfahldörfern, Sorong das praktische Tor zu Raja Ampat, einem Archipel mit der höchsten bekannten Artenvielfalt an Korallen und Rifffischen der Erde.
Jayapura und der Sentani-See
Jayapura liegt an einer Bucht des Pazifiks nahe der Grenze zu Papua-Neuguinea und ist mit rund 400'000 Einwohnern die grösste Stadt der Region. Der Base-G-Strand nördlich der Stadt erinnert mit Bunkerresten an die Schlacht um Hollandia im April 1944, als US-Truppen unter General Douglas MacArthur hier landeten und die Stadt zur wichtigsten alliierten Marinebasis im Südwestpazifik ausbauten.
Rund 30 Fahrminuten westlich der Stadt liegt der Sentani-See, mit etwa 9'360 ha der grösste See Papuas, mit rund 21 Inseln und Pfahldörfern wie Ayapo und Doyo Lama, bekannt für Felsmalereien und Rindenmalerei-Kunst. Auf dem Hügel Ifar Gunung am Seeufer steht ein Denkmal für General MacArthur mit Panoramablick über den See; jährlich im August findet dort das mehrtägige Festival Danau Sentani mit traditionellen Bootsparaden und Tänzen statt.
Sorong und Raja Ampat
Sorong selbst ist vor allem Transitstadt mit Hafen und Flughafen; der eigentliche Grund für die Reise liegt vor der Küste: Raja Ampat, ein rund 1'500 Inseln umfassender Archipel um die vier Hauptinseln Waigeo, Batanta, Salawati und Misool. Laut WWF zählt die Region über 550 Korallenarten, mehr als 1'800 Rifffischarten und 17 Meeressäugerarten – die höchste bekannte marine Artenvielfalt der Erde, entstanden an der Schnittstelle von Indischem und Pazifischem Ozean im Herzen des Korallendreiecks.
Seit Mai 2023 ist Raja Ampat als UNESCO Global Geopark anerkannt, unter anderem wegen Gesteinsformationen, die mit 443.8 bis 358.9 Millionen Jahren zu den ältesten des Landes zählen; im September 2025 kam die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat hinzu. Der Aussichtspunkt Piaynemo mit seinem Blick über türkise Lagunen zwischen Kalksteininseln gilt als meistfotografiertes Motiv der Region.
Der Legende der vier Königreiche («Raja Ampat» bedeutet «vier Könige») zufolge schlüpften einst vier Prinzen aus sieben Eiern, die eine mythische Frau fand, und wurden zu Herrschern über die vier Hauptinseln; die Erzählung ist bis heute Teil der lokalen Identität und findet sich in Kunst und Erzählungen der Region wieder.
Quellen: Wikipedia (englisch) · Wikipedia (englisch) · Indonesia.Travel (Ministry of Tourism and Creative Economy) · WWF Coral Triangle Programme · UNESCO International Geoscience and Geoparks Programme · Mongabay
Wann ist die beste Reisezeit für Jayapura und Raja Ampat?
Jayapura ist ganzjährig gleichmässig warm-feucht ohne ausgeprägte Trockenzeit; Sorong ist von November bis Februar etwas trockener und von Juni bis Juli am nassesten. Für Raja Ampat gilt November bis April allgemein als ruhigste Zeit zum Tauchen, mit weniger Wind und besserer Sicht unter Wasser.
Jayapura im Jahresverlauf
| Jayapura | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 32 | 31 | 31 | 31 | 32 | 31 | 31 | 31 | 31 | 32 | 32 | 32 |
| Tiefstwert °C | 25 | 25 | 25 | 25 | 26 | 25 | 25 | 25 | 25 | 26 | 26 | 25 |
| Niederschlag mm | 233 | 223 | 252 | 198 | 154 | 178 | 146 | 148 | 165 | 134 | 179 | 198 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station JAYAPURA/DOK II (19 km, 3 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Sorong im Jahresverlauf
| Sorong (Raja Ampat) | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 32 | 32 | 32 | 32 | 32 | 31 | 30 | 31 | 31 | 32 | 32 | 32 |
| Tiefstwert °C | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 | 24 |
| Niederschlag mm | 164 | 175 | 217 | 233 | 291 | 359 | 336 | 254 | 248 | 180 | 181 | 190 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station JEFMAN / DOMINE EDUARD OSOK (16 km, 3 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Beide Orte liegen nahe am Äquator, entsprechend gering sind die Temperaturschwankungen übers Jahr: Die Tageshöchstwerte bewegen sich ganzjährig zwischen rund 30 und 32 °C, die Nächte bleiben mit 23 bis 25 °C mild. Regen fällt in beiden Orten das ganze Jahr über, in Sorong konzentriert er sich stärker auf die Monate Mai bis August.
Für das Festival Danau Sentani bei Jayapura, üblicherweise Anfang bis Mitte August, lohnt sich eine gezielte Planung um dieses Datum; für Raja Ampat bringt die Trockenzeit November bis April zusätzlich zur besseren Sicht auch ruhigere Überfahrten zwischen den Inseln.
Quellen: NOAA National Centers for Environmental Information · NOAA National Centers for Environmental Information · WWF Coral Triangle Programme
Was brauche ich für die Einreise nach Jayapura oder Sorong?
Für Schweizer, Deutsche und Österreicher gelten dieselben Regeln wie im übrigen Indonesien: e-VOA oder Visa on Arrival für 30 Tage, ausführlich erklärt auf der Indonesien-Seite. Für Raja Ampat kommt zusätzlich eine Marine-Park-Gebühr hinzu, die keine Einreiseformalität, sondern eine Naturschutzabgabe ist.
Für Raja Ampat verlangt die Parkverwaltung (Stand August 2026) rund 1'000'000 IDR für den zwölf Monate gültigen Marine Park Entry Permit sowie zusätzlich rund 1'000'000 IDR für das Visitor Entry Ticket, zusammen also rund 2'000'000 IDR pro erwachsener Person; Kinder unter 12 Jahren sind befreit. Die Gebühr wird vor Ort in Waisai auf Waigeo oder vorab online bezahlt und ist unabhängig vom e-VOA.
Wer über Sorong hinaus in abgelegenere Gebiete Papuas reist, sollte vorab bei der zuständigen indonesischen Vertretung klären, ob für die geplante Route ein zusätzlicher Passierschein nötig ist; für Jayapura, den Sentani-See, Sorong und Raja Ampat ist das in aller Regel nicht der Fall.
Quellen: Direktorat Jenderal Imigrasi, Republik Indonesien · Raja Ampat Biodiversity
Welche Impfungen und Vorsorge braucht es für Papua?
healthytravel.ch und die CDC führen ganz Papua, anders als die meisten anderen Regionen Indonesiens, als Malaria-Hochrisikogebiet mit allen Plasmodium-Arten; eine medikamentöse Prophylaxe wird für Jayapura ebenso wie für Sorong und Raja Ampat ausdrücklich empfohlen. Dazu kommt die Standardimpfung Hepatitis A.
Die CDC nennt für Ostindonesien inklusive Papua Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin oder Mefloquin als mögliche Prophylaxe-Wirkstoffe; welches Mittel passt, klärt eine reisemedizinische Beratung vor Abreise, weil Vorerkrankungen und Reisedauer die Wahl beeinflussen. Mückenschutz rund um die Uhr bleibt zusätzlich wichtig, weil Dengue-Mücken tagaktiv sind und in Küstenorten wie Jayapura und Sorong ganzjährig vorkommen.
Für Tauchreisen nach Raja Ampat empfiehlt sich zusätzlich eine aktuelle Tauchtauglichkeitsuntersuchung sowie eine Reiseversicherung mit Rückholoption, da die medizinische Infrastruktur auf den Inseln begrenzt ist und Notfälle über Sorong abgewickelt werden müssen.
Quellen: healthytravel.ch (Schweizerische Fachgesellschaft für Tropen- und Reisemedizin) · CDC Travelers' Health
Wie sicher sind Jayapura und Raja Ampat für Reisende?
Das strukturelle Risiko liegt in der Provinz Papua mit der Hauptstadt Jayapura und im Hochland: wiederkehrende bewaffnete Zusammenstösse zwischen Sicherheitskräften und der Untergrundorganisation TPNPB-OPM sowie vereinzelte Entführungen. Die Provinz Papua Barat Daya mit Sorong und Raja Ampat ist davon weniger betroffen; dort gilt die allgemeine Vorsicht wie für den Rest Indonesiens. Aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA prüfen.
| Provinz / Ort | Strukturelles Risiko | Einordnung |
|---|---|---|
| Papua (Jayapura, Sentani-See) | bewaffnete Zusammenstösse, Entführungsrisiko | historisches Unruhegebiet |
| Papua Pegunungan, Papua Tengah, Papua Selatan, Papua Barat | Konfliktgebiet, vor allem im Hochland und in Zentralpapua | wie oben |
| Papua Barat Daya (Sorong, Raja Ampat) | allgemeine Vorsicht wie im übrigen Indonesien | deutlich weniger betroffen |
Die Aussenministerien begründen ihre Vorbehalte für die Provinz Papua mit regelmässigen, teils gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Separatistengruppen und Sicherheitskräften, vor allem im Hochland und in Zentralpapua, sowie mit Entführungsrisiko; die TPNPB-OPM erklärte öffentlich, weiterhin Flugzeuge und Piloten anzugreifen, auch ausländische.
Wer sich für eine Reise nach Jayapura entscheidet, sollte laufend die aktuellen Reisehinweise verfolgen, Ansammlungen und Demonstrationen meiden und mit der jeweiligen Landesvertretung Kontakt halten. Für Sorong und Raja Ampat gilt das in deutlich geringerem Mass, dennoch bleibt Papua Barat Daya Teil einer politisch angespannten Gesamtregion, weshalb sich auch hier eine laufende Beobachtung der Lage empfiehlt.
Quellen: Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten BMEIA
Wie reist man nach Jayapura und Sorong an?
Beide Flughäfen, Sentani (DJJ) bei Jayapura und Domine Eduard Osok (SOQ) bei Sorong, bedienen praktisch nur Inlandrouten; internationale Linienflüge gibt es zu keinem der beiden. Reisende fliegen über ein indonesisches Drehkreuz wie Jakarta, Makassar oder Manado an, von dort mit Inlandflug weiter.
| Flughafen | Wichtigste Inlandverbindungen | Airlines |
|---|---|---|
| Jayapura/Sentani (DJJ) | Jakarta, Makassar, Manado, Biak, Timika, Merauke | Garuda Indonesia, Batik Air, Lion Air, Citilink, Sriwijaya Air |
| Sorong (SOQ) | Jakarta, Makassar, Manado | Garuda Indonesia, Batik Air, Lion Air, Sriwijaya Air, TransNusa |
Internationale Linienflüge nach Papua-Neuguinea, die Sentani in den 1970er- und 1980er-Jahren zeitweise bediente, bestehen heute nicht mehr; die Grenzregion wird ausschliesslich über Inlandrouten und einzelne Pionierflüge kleinerer Fluggesellschaften erschlossen. Der Flughafen Sorong hat offiziell internationalen Status; die Anreise erfolgt aber weiterhin über Inlandsrouten, etwa via Jakarta oder Makassar.
Ab Sorong bringen Schnellboote oder ein rund zwei- bis zweieinhalbstündiger Fährtransfer nach Waisai auf Waigeo, dem Verwaltungszentrum Raja Ampats; von dort übernehmen Resorts und Liveaboards den Weitertransport zu den Inseln. Zum Sentani-See fährt man von Jayapura aus in rund 30 Minuten mit dem Auto oder Taxi.
Quellen: Wikipedia (englisch) · Wikipedia (englisch) · Raja Ampat Biodiversity
Was muss man zu Geld und Kosten in Papua wissen?
Bezahlt wird mit der Indonesischen Rupiah (IDR); in Jayapura und Sorong funktionieren Karten in Hotels, auf den Raja-Ampat-Inseln ist praktisch alles Bargeld, inklusive der Marine-Park-Gebühren von rund 2'000'000 IDR pro Person.
Geldautomaten sind in Jayapura und Sorong vorhanden, auf den Raja-Ampat-Inseln dagegen selten bis gar nicht; wer dorthin weiterreist, wechselt am besten schon in Sorong ausreichend Bargeld für die gesamte Aufenthaltsdauer.
Papua gehört wegen der Abgelegenheit zu den teureren Regionen Indonesiens: Ein einfaches Homestay auf Raja Ampat kostet inklusive Vollpension oft 30 bis 60 Euro pro Nacht und Person, ein Liveaboard-Tauchtrip deutlich mehr. Jayapura selbst ist für Verpflegung und einfache Unterkünfte günstiger, aber teurer als vergleichbare Städte auf Java oder Bali.
Quellen: Raja Ampat Biodiversity
Wo übernachtet man in Jayapura und Raja Ampat?
Jayapura bietet Business- und Mittelklassehotels im Stadtzentrum, Sorong dient meist nur als Übernachtungsstation vor der Weiterfahrt. Auf den Raja-Ampat-Inseln reicht die Auswahl von einfachen Homestays auf Stelzen über dem Wasser bis zu gehobenen Dive-Resorts und mehrtägigen Liveaboard-Kreuzfahrten.
Für einen ersten Besuch sind Homestays auf Inseln wie Kri, Gam oder Arborek eine günstige, direkte Möglichkeit, das Riff vor der eigenen Terrasse zu erleben; wer mehrere Tauchgebiete an unterschiedlichen Inseln abdecken will, bucht eher ein Liveaboard ab Sorong.
In Jayapura liegen die meisten Hotels im Zentrum oder nahe der Bucht; wer den Sentani-See besuchen will, kann alternativ nahe dem Flughafen Sentani übernachten, rund 30 Fahrminuten von der Stadt entfernt.
Was isst man in Papua?
Grundnahrungsmittel der Küstenregionen ist Papeda, ein zäher, geschmacksneutraler Brei aus Sagopalmenmark, traditionell zu gewürztem Fisch gegessen. In Jayapura und Sorong ergänzt reichlich frischer Fisch und Meeresfrüchte die Küche, in Hotels und Resorts oft neben landesweit verbreiteten Gerichten wie Nasi Goreng.
Ikan Kuah Kuning, Fisch in gelber Kurkuma-Brühe, ist an der Küste verbreitet und wird oft zusammen mit Papeda serviert. Auf den Raja-Ampat-Inseln kochen Homestays meist einfach, aber frisch: gegrillter Fisch, Reis und lokales Gemüse prägen die tägliche Vollpension der meisten Unterkünfte.
Importierte Zutaten sind wegen der Abgelegenheit teurer und weniger vielfältig als auf Java oder Bali; wer auf den Inseln unterwegs ist, plant am besten mit einer einfachen, sich wiederholenden Speisekarte.
Welche Kultur prägt das indonesische Papua?
Die Bevölkerung ist überwiegend melanesisch, mit Hunderten eigenständiger Sprachen und einer Kultur, die sich deutlich vom austronesisch geprägten Rest Indonesiens unterscheidet. Rund um den Sentani-See sind Felsmalereien, Rindenmalerei und das jährliche Festival Danau Sentani sichtbare Ausdrucksformen dieser eigenständigen Identität.
In den Dörfern Doyo Lama und Tabla Ria am Sentani-See gelten Felszeichnungen als eines der wichtigsten Zeugnisse frühzeitlicher papuanischer Kunst; die traditionelle Rindenmalerei der Sentani-Bevölkerung, oft mit geometrischen Mustern, wird bis heute für Touristinnen und Touristen sowie als Kunstform weitergeführt.
Um Raja Ampat prägt die Legende der «vier Könige» das kulturelle Selbstverständnis der Inselbevölkerung; traditionell lebten die Bewohnerinnen und Bewohner vom Fischfang und von Seefahrt zwischen den Inseln, eine Lebensweise, die mit dem wachsenden Tauchtourismus zunehmend ergänzt statt ersetzt wird.
Quellen: Wikipedia (englisch) · WWF Coral Triangle Programme
Was sind die schönsten Erlebnisse im indonesischen Papua?
Zu den eindrücklichsten Erlebnissen zählen Tauchen oder Schnorcheln an den artenreichsten Riffen der Erde vor Raja Ampat, der Blick vom Aussichtspunkt Piaynemo über die Karstlagunen, eine Bootsfahrt über den Sentani-See zu den Pfahldörfern und, im August, das Festival Danau Sentani.
- Piaynemo-Aussichtspunkt: rund 300 Stufen zu einem Panorama über türkise Lagunen zwischen Kalksteininseln, das meistfotografierte Motiv Raja Ampats.
- Tauchen oder Schnorcheln bei Raja Ampat: über 550 Korallenarten und mehr als 1'800 Rifffischarten, mit Mantarochen als häufiger Sichtung an mehreren Putzerstationen.
- Bootsfahrt auf dem Sentani-See: Pfahldörfer, Felsmalereien in Doyo Lama und Blick auf die Cyclops-Berge im Hintergrund.
- Festival Danau Sentani (August): traditionelle Bootsparaden, Tänze und Musik der Sentani-Gemeinschaften auf dem See.
Wer mehr Zeit hat, verbindet einen Besuch des MacArthur-Denkmals auf dem Ifar Gunung mit dem Sentani-See-Ausflug; der Hügel bietet zugleich den besten Überblick über die Inseln und Pfahldörfer des Sees.
Quellen: WWF Coral Triangle Programme · Indonesia.Travel (Ministry of Tourism and Creative Economy) · Wikipedia (englisch)
Wie reist man im indonesischen Papua verantwortungsvoll?
Die Marine-Park-Gebühren für Raja Ampat fliessen laut Parkverwaltung direkt in Patrouillen, Riffschutz und lokale Gemeinden und sollten deshalb nie umgangen werden. Gleichzeitig warnen Umweltorganisationen, dass Nickelabbau auf einzelnen Inseln der Region den Schutzstatus gefährden könnte.
Laut dem Umweltportal Mongabay drohen Nickelabbau-Projekte auf Inseln nahe Raja Ampat trotz der Schutzkategorie als UNESCO-Biosphärenreservat; Reisende, die sich für nachhaltige Anbieter und zertifizierte Tauchbasen entscheiden, stärken indirekt die touristische statt die extraktive Nutzung der Region.
Korallen nicht berühren, riffverträgliche statt chemische Sonnencreme und die konsequente Zahlung der Eintrittsgebühren gehören zu den wirksamsten individuellen Beiträgen. Am Sentani-See gilt es, vor dem Fotografieren von Pfahldörfern und Bewohnerinnen und Bewohnern um Erlaubnis zu fragen.
Quellen: Mongabay · Raja Ampat Biodiversity
Womit lässt sich das indonesische Papua kombinieren?
Sorong und Raja Ampat lassen sich über Inlandflüge mit Manado und dem Tauchgebiet Bunaken auf Sulawesi verbinden, für eine reine Tauchreise durch Ostindonesien. Jayapura wird meist über Jakarta angeflogen und eignet sich eher als eigenständiges Ziel denn als Teil einer grösseren Rundreise.
Für eine Indonesien-Reise mit mehreren Etappen bietet sich die Fortsetzung über die Indonesien-Seite mit Jakarta als Umsteigepunkt an. Wegen der grossen Distanzen und der eingeschränkten Flugverbindungen braucht eine Kombination aus Papua mit Java, Bali oder Sumatra deutlich mehr Reisetage als eine Route innerhalb West- oder Zentralindonesiens.
Für wen eignet sich das indonesische Papua, für wen weniger?
Raja Ampat ab Sorong passt zu erfahrenen Reisenden und Taucherinnen und Tauchern, die für aussergewöhnliche Artenvielfalt lange Anreisen, hohe Kosten und einfache Unterkünfte in Kauf nehmen. Jayapura eignet sich nur für Reisende, die sich des Konfliktrisikos in der Provinz Papua bewusst sind und die Lage vor Ort laufend verfolgen; für eine erste Indonesien-Reise ist diese Seite ungeeignet.
Wer Riffe und Meeresartenvielfalt sucht, aber die lange, teure Anreise nach Raja Ampat scheut, findet mit Bunaken auf Sulawesi eine deutlich einfacher erreichbare Alternative. Für Familien mit kleinen Kindern sind die abgelegenen Homestays Raja Ampats logistisch anspruchsvoll; wer Komfort und kurze Wege sucht, ist mit Bali oder Lombok besser bedient, sobald die entsprechenden Seiten erscheinen.