Blick auf eine grüne Vulkaninsel der Kleinen Antillen mit umgebendem türkisfarbenem Meer

Reiseregion in Karibik

Kleine Antillen

Von Anguilla im Norden bis Trinidad vor der Küste Venezuelas zieht sich ein rund 850 km langer Inselbogen, auf dem sich britisches, französisches und niederländisches Kolonialerbe mit acht unabhängigen Staaten mischt. Diese Seite ordnet den ganzen Bogen ein und verweist auf die Einzelseiten der Inseln, die eigene, ausführlichere Reiseinformationen haben.

Foto: Aviv Ben Or auf Unsplash

Reisewissen · geprüfte Inhalte, mit Quelle · getrennt von der Reiseplanung

Lage
Inselbogen vom Anguilla-Kanal bis vor die Küste Venezuelas, östliche und südliche Begrenzung der Karibischen See
Gliederung
Leeward Islands (Norden, Anguilla bis Guadeloupe) und Windward Islands (Süden, Dominica bis Grenada), dazu Trinidad und Tobago als südlichster, nicht-vulkanischer Ausläufer
Politische Vielfalt
8 unabhängige Staaten sowie britische, französische, niederländische und US-amerikanische Überseegebiete
Geologie
Grösstenteils vulkanischer Ursprung durch Subduktion der Südamerikanischen unter die Karibische Platte; Ausnahmen sind Barbados und Trinidad als nicht-vulkanische Sonderfälle
Amtssprachen
Englisch, Französisch und Niederländisch je nach Gebiet, dazu verbreitete Kreolsprachen
Währungen
Ostkaribischer Dollar (XCD) in den meisten anglophonen Inseln, Euro in den französischen Gebieten, Trinidad-und-Tobago-Dollar (TTD) in Trinidad und Tobago
Zeitzone
Durchgehend UTC−4, keine Sommerzeit
Internationale Flughäfen
u. a. Antigua (ANU), Barbados (BGI), St. Lucia (UVF), Guadeloupe (PTP), Martinique (FDF), Trinidad (POS)
Einreise CH/DE/AT
In den unabhängigen Staaten meist visumfrei 90 Tage mit Reisepass; in den französischen Gebieten reicht EU-Bürgern der Ausweis, Schweizern der Pass (Stand September 2026)
Hurrikansaison
1. Juni bis 30. November, Höhepunkt statistisch um den 10. September

Was sind die Kleinen Antillen und wie sind sie gegliedert?

Kurz gesagt

Die Kleinen Antillen bilden einen rund 850 km langen Inselbogen von Anguilla bis Trinidad, der die Karibische See im Osten und Süden begrenzt. Fachlich unterteilt man ihn in die nördlichen Leeward Islands und die südlichen Windward Islands, dazu kommt mit Trinidad und Tobago ein geologisch eigener, nicht-vulkanischer Ausläufer des südamerikanischen Festlandsockels.

Anders als die grossen Antillen Kuba, Hispaniola, Jamaika und Puerto Rico sind die meisten Kleinen Antillen schmale, junge Vulkaninseln, entstanden durch die Subduktion der Südamerikanischen unter die Karibische Erdplatte. Ausnahmen bilden Barbados, eine angehobene Korallenkalkplatte weit im Atlantik, sowie Trinidad, das erdgeschichtlich zu Südamerika gehört und erst durch den steigenden Meeresspiegel vom Festland getrennt wurde.

Politisch ist der Bogen stark zersplittert: acht unabhängige Staaten – Antigua und Barbuda, Barbados, Dominica, Grenada, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen sowie Trinidad und Tobago – stehen neben britischen, französischen und niederländischen Überseegebieten. Diese Seite ordnet den gesamten Bogen ein; ausführliche, mit eigenen Quellen belegte Informationen zu Antigua und Barbuda, Barbados und St. Lucia finden sich auf deren eigenen Seiten.

Veränderliche Angaben – Preise, Fährpläne, Einreiseregeln – tragen auf dieser Seite den Stand September 2026.

Quellen: Wikipedia

Wie unterscheiden sich die Inselgruppen der Kleinen Antillen?

Kurz gesagt

Die anglophonen Inselstaaten sind meist unabhängig, mit dem Ostkaribischen Dollar und visumfreier Einreise bis 90 Tage; die französischen Gebiete Guadeloupe und Martinique gehören als EU-Aussenregionen zu Frankreich, zahlen in Euro, liegen aber ausserhalb des Schengen-Raums. Trinidad und Tobago sticht als industrialisierter, öl- und gasgeprägter Inselstaat ausserhalb des eigentlichen Hurrikangürtels heraus.

Die Inselgruppen der Kleinen Antillen im Vergleich (Auswahl, Stand September 2026)
GruppeBeispieleStatusWährungEinreise CH/DE/AT
Leeward Islands (anglophon)Antigua und Barbuda, St. Kitts und Nevis, Anguilla, Montserratunabhängig bzw. britisches ÜberseegebietOstkaribischer Dollar (XCD)visumfrei bis 90 Tage, Reisepass nötig
Windward Islands (anglophon)St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Grenada, DominicaunabhängigOstkaribischer Dollar (XCD)visumfrei bis 90 Tage, Reisepass nötig
Französische KaribikGuadeloupe, Martinique, St. Martin, St. BarthélemyÜberseedépartements/-gebiete Frankreichs, EU-Aussenregion (ausser St. Barth als eigenes Überseegebiet)EuroEU-Bürger mit Ausweis, Schweizer mit Pass, kein Visum
Niederländische Karibik (Windward-Teil)Sint Maarten, Saba, Sint Eustatiusautonomes Königreichsland bzw. besondere Gemeinden der NiederlandeUS-Dollar (Sint Maarten) bzw. US-Dollar (Saba/Eustatius seit 2011)visumfrei, Reisepass nötig
BarbadosBarbadosunabhängige RepublikBarbados-Dollar (BBD)visumfrei bis 90 Tage, Reisepass nötig
Trinidad und TobagoTrinidad, Tobagounabhängige RepublikTrinidad-und-Tobago-Dollar (TTD)visumfrei bis 90 Tage, Reisepass nötig

Geografisch liegen die meisten Leeward Islands direkt im Zentrum des atlantischen Hurrikangürtels, während Barbados durch seine Ostlage seltener direkt getroffen wird und Trinidad und Tobago wegen der Nähe zum südamerikanischen Festland als weitgehend ausserhalb der Hurrikanzone gilt. Ashwolken können den Bogen trotzdem verbinden: Beim Ausbruch des Vulkans La Soufrière auf St. Vincent im April 2021 fiel selbst auf dem rund 190 km entfernten Barbados Vulkanasche.

Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Eastern Caribbean Central Bank (ECCB)

Wann ist die beste Reisezeit für die Kleinen Antillen?

Kurz gesagt

Am trockensten ist es entlang des gesamten Bogens von Dezember bis April; von Juni bis Ende November dauert die atlantische Hurrikansaison mit ihrem statistischen Höhepunkt um den 10. September. Trinidad und Tobago im Süden liegt grösstenteils ausserhalb der eigentlichen Hurrikanzone, während die nördlichen Leeward Islands am stärksten exponiert sind.

Klimagefälle von Nord nach Süd: St. John's (Antigua), Pointe-à-Pitre (Guadeloupe), Castries (St. Lucia) und Port of Spain (Trinidad)

St. John'sJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchstwert °C282929293031313131313029
Tiefstwert °C232223232425252525252423
Niederschlag mm41293552919211413514317613270
Pointe-à-PitreJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchstwert °C292930303131313232313030
Tiefstwert °C192020212223232321212019
Niederschlag mm6546477810812515417016719816395
CastriesJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchstwert °C292930313131313232323130
Tiefstwert °C232323242525252525252424
Niederschlag mm6844489710213615417918218915985
Port of SpainJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Höchstwert °C313132333332323333333231
Tiefstwert °C212222232424242324242322
Niederschlag mm100615256117222202202141176213178

Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station V C BIRD INTL (6 km, 19 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station POINTE A PITRE INTERNATIONAL AIRPORT (8 km, 8 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station GEORGE F L CHARLES AIRPORT (1 km, 2 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station PIARCO INTL AP (21 km, 12 m), auf 66 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.

Trotz der Nord-Süd-Ausdehnung von über 850 km unterscheiden sich die Temperaturen entlang des Bogens kaum, da alle Inseln zwischen 10 und 18 Grad nördlicher Breite liegen; deutlicher fallen die Unterschiede beim Relief aus. Bergige Inseln wie Dominica, St. Lucia oder Guadeloupes Basse-Terre erhalten durch den Steigungsregen an den Luvhängen erheblich mehr Niederschlag als flache Inseln wie Antigua oder Barbuda.

Die offizielle atlantische Hurrikansaison dauert laut US-Hurrikanzentrum NHC vom 1. Juni bis 30. November, mit dem statistischen Höhepunkt um den 10. September und der grössten Sturmdichte zwischen Mitte August und Mitte Oktober. Innerhalb dieses Fensters bleibt Trinidad und Tobago dank seiner Südlage nahe Venezuela meist verschont, während die Leeward Islands regelmässig im direkten Zugweg liegen.

Sargassum-Tang tritt seit den 2010er-Jahren unregelmässig, aber wiederkehrend entlang des ganzen Bogens auf, mit stärkerer Belastung der dem Atlantik zugewandten Ostküsten und deutlich saubereren Karibikseiten im Westen. 2026 gilt für weite Teile der Ostkaribik als überdurchschnittliches Sargassum-Jahr.

Quellen: National Hurricane Center (NOAA) · Destination Tips · Wikipedia

Welche Inseln gehören zu den Kleinen Antillen?

Kurz gesagt

Zu den Leeward Islands zählen unter anderem Antigua und Barbuda, St. Kitts und Nevis, Anguilla, Montserrat und der Norden Guadeloupes; die Windward Islands reichen von Dominica über Martinique und St. Lucia bis St. Vincent und die Grenadinen sowie Grenada. Barbados liegt abseits des Bogens im Atlantik, Trinidad und Tobago bildet den südlichsten, geologisch eigenständigen Abschluss.

Leeward Islands: von Anguilla bis Guadeloupe

St. Kitts und Nevis ist mit rund 261 km² der kleinste souveräne Staat der westlichen Hemisphäre, eine Zwei-Insel-Föderation, getrennt durch die schmale Meerenge The Narrows; Basseterre auf St. Kitts ist Hauptstadt. Antigua und Barbuda verbindet eine geschäftige Hauptinsel mit dem fast menschenleeren Barbuda; Details dazu auf der eigenen Seite.

Montserrat, ein britisches Überseegebiet, wurde durch den Ausbruch des Vulkans Soufrière Hills am 18. Juli 1995 geprägt: Die einstige Hauptstadt Plymouth liegt unter mehr als 12 m vulkanischem Schlamm begraben und bildet bis heute eine gesperrte Sperrzone im Süden der Insel; die Einwohnerzahl sank von damals rund 11'000 auf unter 1'200, hat sich seither aber auf rund 4'400 erholt. Anguilla, ebenfalls britisch, ist dagegen eine flache Korallenkalkinsel ohne Vulkane, bekannt für lange, feine Sandstrände.

Guadeloupe besteht aus den durch einen schmalen Kanal getrennten Hauptinseln Basse-Terre und Grande-Terre, die zusammen eine Schmetterlingsform bilden, dazu den Nebeninseln Marie-Galante und Les Saintes. Als französisches Überseedépartement zahlt man in Euro, das Land gehört zur EU, aber nicht zum Schengen-Raum. Rechtlich getrennt von Guadeloupe sind seit 2007 die kleineren, touristisch sehr unterschiedlichen Inseln St. Martin (geteilt mit dem niederländischen Sint Maarten) und das mondäne St. Barthélemy.

Windward Islands: von Dominica bis Grenada

Dominica, «Nature Island» genannt, ist die bergigste und am dichtesten bewaldete Insel des Bogens, mit dem kochenden Bergsee Boiling Lake und kaum Sandstränden – touristisch das Gegenmodell zu den nahen Nachbarn. Martinique, wie Guadeloupe ein französisches Überseedépartement mit rund 350'000 Einwohnern, wurde am 8. Mai 1902 von der Explosion des Vulkans Mont Pelée getroffen, die die damalige Hauptstadt St-Pierre zerstörte und schätzungsweise 30'000 Menschenleben forderte, eine der folgenreichsten Vulkankatastrophen der Neuzeit; heutige Hauptstadt ist Fort-de-France.

St. Lucia mit den Pitons ist eine der meistfotografierten Inseln der Region; Details dazu auf der eigenen Seite. St. Vincent und die Grenadinen verbindet eine bergige Hauptinsel mit einem Archipel aus kleinen, bei Seglerinnen und Seglern beliebten Grenadinen-Inseln wie Bequia und Mustique; der Vulkan La Soufrière brach zuletzt im April 2021 explosiv aus, forderte rund 16'000 Evakuierte und legte den Flugverkehr der Region zeitweise lahm. Grenada, die «Gewürzinsel», ist für Muskatnuss- und Kakaoanbau bekannt und wurde 2004 vom Hurrikan Ivan schwer getroffen.

Barbados und Trinidad und Tobago: die Sonderfälle

Barbados liegt rund 160 km östlich des eigentlichen Inselbogens auf einer angehobenen Korallenkalkplatte statt auf vulkanischem Grund; Details dazu auf der eigenen Seite. Trinidad und Tobago, nur rund 11 km vor der Küste Venezuelas, ist geologisch ein abgetrennter Ausläufer des südamerikanischen Festlands und wirtschaftlich stark von Erdöl- und Erdgasförderung geprägt statt vom Tourismus; die Bevölkerung gliedert sich zu etwa je einem Drittel in indisch- und afrikanischstämmige Menschen, dazu weitere gemischte Gruppen.

Ein kurioses Naturdenkmal Trinidads ist der Pitch Lake bei La Brea im Südwesten der Insel: das grösste natürliche Asphaltvorkommen der Welt, geschätzt auf 10 Millionen Tonnen Bitumen, mit rund 76 m Tiefe. Sir Walter Raleigh nutzte das Material 1595 bereits zum Abdichten seiner Schiffe; heute steht der See auf der Vorschlagsliste der UNESCO für das Welterbe.

Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia

Wie reist man zwischen den Inseln der Kleinen Antillen?

Kurz gesagt

Zwischen den französischen und einigen englischsprachigen Inseln verkehren regelmässige Fährverbindungen, während die übrigen Distanzen meist mit Regionalfluggesellschaften wie InterCaribbean Airways oder Winair überbrückt werden. Eine durchgehende Fährlinie über den ganzen Bogen gibt es nicht, die Netze der einzelnen Anbieter überschneiden sich nur teilweise.

Die grösste Fährgesellschaft der Region, FRS Express des Iles (früher L'Express des Iles), verbindet Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia miteinander, mit 3 bis 7 Fahrten pro Woche je nach Saison; sie befördert nach eigenen Angaben mehr als 700'000 Passagiere im Jahr. Die Strecke St. Lucia–Martinique dauert rund 1 h 30 min, St. Lucia–Guadeloupe mit Zwischenstopps rund 7 h.

Im Norden verbindet die Fähre Barbuda Express beziehungsweise Sea Bridge Ferries Antigua mit Barbuda in rund 90 Minuten; zwischen Anguilla, St. Martin und Sint Maarten verkehren zusätzlich kurze Shuttle-Fähren.

Für die übrigen Verbindungen – etwa Antigua–St. Kitts, Barbados–Trinidad oder St. Vincent–Grenada – sind Regionalfluggesellschaften wie InterCaribbean Airways mit Drehkreuzen in Bridgetown, Providenciales und Tortola sowie die niederländische Winair für den Norden die wichtigsten Anbieter; InterCaribbean bedient nach eigenen Angaben mehr als 23 karibische Ziele.

Wer mehrere Inseln verbinden will, plant wegen der föderalen Kleinstaatenstruktur zusätzliche Zeit für Grenzkontrollen an jedem Zwischenstopp ein; anders als in der EU gibt es zwischen den unabhängigen Inselstaaten keine gemeinsame Grenzunion.

Quellen: FRS Express des Iles · Sea Bridge Ferries · Wikipedia

Wie fliegt man in die Kleinen Antillen?

Kurz gesagt

Wichtigste Langstrecken-Drehkreuze für die Kleinen Antillen sind Antigua (ANU), Barbados (BGI), Guadeloupe (PTP), Martinique (FDF) und Trinidad (POS); aus Europa bestehen die dichtesten Nonstop-Netze über Paris zu den französischen Inseln und über London nach Antigua, Barbados und St. Lucia. Innerhalb der Karibik übernehmen kleinere Flugzeuge und die genannten Fähren die Feinverteilung.

Wichtige internationale Flughäfen der Kleinen Antillen (Auswahl, Stand September 2026)
FlughafenInselNonstop aus Europa
V.C. Bird International (ANU)AntiguaLondon, Frankfurt (Condor)
Grantley Adams International (BGI)BarbadosLondon (British Airways)
Hewanorra International (UVF)St. LuciaLondon Gatwick (British Airways)
Pointe-à-Pitre Le Raizet (PTP)GuadeloupeParis (Air France, mehrfach täglich)
Fort-de-France Aimé Césaire (FDF)MartiniqueParis (Air France, mehrfach täglich)
Piarco International (POS)Trinidadkein Nonstop, meist über London oder Miami

Aus Nordamerika sind Miami, New York und Toronto mit den meisten grösseren Inseln nonstop verbunden; Air France fliegt Guadeloupe und Martinique mehrfach täglich ab Paris an, was diese beiden Inseln zu den am besten an Europa angebundenen Zielen der gesamten Region macht.

Für Reisen aus Asien, Afrika oder Ozeanien führt der Weg praktisch immer über ein Drehkreuz in Europa oder Nordamerika, da es keine Nonstop-Verbindungen von dort in die Kleinen Antillen gibt.

Quellen: FlightConnections · FlightConnections · FlightConnections

Was gilt für Einreise und Gesundheit in den Kleinen Antillen?

Kurz gesagt

In den unabhängigen Inselstaaten reichen für Ferien von Schweizerinnen, Deutschen und Österreichern ein gültiger Reisepass und in der Regel ein Aufenthalt bis 90 Tage ohne Visum; in den französischen Gebieten genügt EU-Bürgern der Personalausweis, weil sie formal zur EU, aber nicht zum Schengen-Raum gehören. Für andere Staatsangehörigkeiten gelten von Insel zu Insel eigene Regeln.

Die anglophonen Staaten – darunter Antigua und Barbuda, Barbados, St. Lucia und Trinidad und Tobago – verlangen übereinstimmend einen Reisepass mit mehrmonatiger Restgültigkeit, oft ein Rückflugticket sowie zunehmend ein Online-Einreiseformular vor der Ankunft; ein Personalausweis wird nirgends akzeptiert. In Guadeloupe und Martinique gelten dagegen die Einreiseregeln Frankreichs: EU-Bürgerinnen und -Bürger reisen mit Ausweis oder Pass, Schweizerinnen und Schweizer mit Reisepass, jeweils ohne Visum für touristische Aufenthalte.

Gesundheitlich ist die Höhenlage kein Thema, dafür prägen von Mücken übertragene Krankheiten den ganzen Bogen: healthytravel.ch nennt für praktisch alle Inseln Dengue, Chikungunya und Zika als Risiken und empfiehlt Hepatitis-A-Impfungen für alle Reisenden. Eine Gelbfieberimpfung wird durchgehend nur verlangt, wer aus einem Gelbfieber-Risikogebiet einreist, medizinisch selbst aber nirgends im Bogen empfohlen.

Massgeblich sind allein die amtlichen Stellen des jeweiligen Ziels: Auswärtiges Amt, BMEIA, EDA sowie die Einwanderungsbehörden vor Ort. Vor jeder Reise die aktuellen Angaben für die konkrete Insel prüfen.

Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Wikipedia · healthytravel.ch, Schweizerisches Expertenkomitee für Reisemedizin

Was kostet eine Reise durch die Kleinen Antillen und wie bezahlt man?

Kurz gesagt

Die meisten anglophonen Inseln teilen sich den Ostkaribischen Dollar (XCD), fest an den US-Dollar gekoppelt im Verhältnis 2.70 zu 1, sodass US-Dollar dort fast überall parallel akzeptiert werden. In den französischen Gebieten zahlt man in Euro zu Preisen nahe dem französischen Festland, während Trinidad und Tobago mit dem Trinidad-und-Tobago-Dollar eine eigene, unabhängige Währung führt.

Wegen der gemeinsamen Währungsunion der Eastern Caribbean Central Bank ist der Wechsel zwischen den meisten Leeward- und Windward-Inseln unkompliziert: St. Kitts und Nevis, Antigua und Barbuda, Dominica, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen sowie Grenada und Montserrat nutzen alle den XCD. Barbados und Trinidad und Tobago haben je eigene, ebenfalls an den US-Dollar gekoppelte beziehungsweise weitgehend stabile Währungen.

In Guadeloupe und Martinique bewegt sich das Preisniveau nahe dem französischen Festland und damit spürbar über dem der anglophonen Nachbarinseln, was sich besonders bei Restaurants, Mietwagen und Transport bemerkbar macht. Kreditkarten sind in Hotels und grösseren Restaurants überall verbreitet, auf kleinen Fähren, Märkten und in abgelegenen Orten bleibt Bargeld wichtig.

Trinkgeld folgt regionsweit ähnlichen Mustern: 10 bis 15 % gelten als üblich, häufig bereits als Servicegebühr auf der Rechnung ausgewiesen; ein zweites Trinkgeld obendrauf ist dann nicht nötig.

Quellen: Eastern Caribbean Central Bank (ECCB) · Travel Noire

Welche kulturellen Wurzeln verbinden die Kleinen Antillen?

Kurz gesagt

Musikalisch strahlt vor allem Trinidad in den ganzen Bogen aus: Calypso, Soca und das 1937 aus Ölfässern entwickelte Steelpan entstanden hier und prägen heute die Karnevale fast aller Nachbarinseln. Sprachlich überlagert meist ein französisch- oder englischbasiertes Kreol die jeweilige Kolonialsprache, während die Kolonialgeschichte selbst oft mehrfach zwischen den Mächten wechselte.

Der Trinidad-Karneval geht auf die 1780er-Jahre zurück, als französische Einwandernde vorösterliche Maskenbälle feierten, während versklavte Menschen parallel die Canboulay-Feste mit Trommeln, Tanz und Stockkampf begingen. Aus dieser Tradition entwickelten sich Calypso als gesungene Sozialkritik und, seit den 1970er-Jahren zunehmend, die schnellere Soca-Musik; Trinidad gilt deshalb vielerorts als «Mutter» der karibischen Karnevalstraditionen, deren Ableger von Notting Hill in London bis Caribana in Toronto reichen.

Fast jede Insel des Bogens hat einen eigenen Karneval mit eigenem Termin: Der von Trinidad findet traditionell am Montag und Dienstag vor Aschermittwoch statt, während viele anglophone Nachbarinseln ihre Feste in den Sommer verlegt haben, um sich touristisch nicht zu überschneiden – etwa Crop Over auf Barbados im Juli und August oder der Carnival auf Antigua Ende Juli.

Sprachlich prägen Kreolsprachen den Alltag stärker als die jeweilige Amtssprache: Auf den französischen Inseln und auf St. Lucia und Dominica ist ein aus dem Französischen entstandenes Kreol (Kwéyòl beziehungsweise Patois) verbreitet, auf den meisten übrigen anglophonen Inseln ein englisch basiertes. Diese Sprachgrenzen folgen nicht immer den heutigen politischen Zugehörigkeiten, sondern den mehrfachen Besitzerwechseln zwischen Frankreich und Grossbritannien im 17. und 18. Jahrhundert.

Quellen: Wikipedia · Wikipedia

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Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten zu Kleine Antillen.

Was ist der Unterschied zwischen Leeward Islands und Windward Islands?

Die Leeward Islands liegen im Norden des Bogens von Anguilla bis Guadeloupe und sind den vorherrschenden Passatwinden weniger direkt ausgesetzt; die Windward Islands reichen von Dominica bis Grenada im Süden und liegen stärker im Wind. Die Einteilung stammt aus der britischen Kolonialverwaltung und wird nicht überall identisch verwendet.

Warum gehört Barbados nicht zum eigentlichen Inselbogen?

Barbados liegt rund 160 km östlich der übrigen Kleinen Antillen auf einer angehobenen Korallenkalkplatte statt auf vulkanischem Grund. Geologisch ist die Insel damit eine Ausnahme innerhalb der sonst überwiegend vulkanischen Inselkette.

Ist Trinidad und Tobago noch Teil der Kleinen Antillen?

Geografisch ja, als südlichster Ausläufer des Bogens, aber geologisch ist Trinidad ein vom südamerikanischen Festland abgetrennter Kontinentalrand und nicht vulkanisch wie die meisten Nachbarinseln. Die Nähe zu Venezuela, nur rund 11 km entfernt, erklärt diesen Sonderstatus.

Brauchen Schweizer für Guadeloupe oder Martinique ein Visum?

Nein. Als französische Überseedépartements gelten dort für Schweizerinnen und Schweizer dieselben Regeln wie für Kurzaufenthalte in Frankreich: ein gültiger Reisepass genügt, ein Visum ist für touristische Aufenthalte nicht nötig.

Welche Sprache spricht man in den Kleinen Antillen?

Je nach Kolonialgeschichte Englisch, Französisch oder Niederländisch als Amtssprache, im Alltag aber häufig ein Kreol: ein französisch basiertes auf St. Lucia, Dominica, Guadeloupe und Martinique, ein englisch basiertes auf den meisten übrigen anglophonen Inseln.

Was passierte beim Ausbruch des Mont Pelée auf Martinique?

Am 8. Mai 1902 zerstörte die Explosion des Vulkans Mont Pelée die damalige Hauptstadt St-Pierre vollständig und forderte schätzungsweise 30'000 Menschenleben, eine der folgenreichsten Vulkankatastrophen der Neuzeit. Neue Hauptstadt Martiniques wurde danach Fort-de-France.

Kann man Montserrat besuchen?

Ja, der Norden der Insel ist bewohnt und zugänglich, während der Süden rund um die 1995 zerstörte frühere Hauptstadt Plymouth als Sperrzone gilt. Der aktive Vulkan Soufrière Hills lässt sich von sicheren Aussichtspunkten aus beobachten.

Wann brach La Soufrière auf St. Vincent zuletzt aus?

Die explosive Phase begann am 9. April 2021 und dauerte bis zum 22. April; rund 16'000 Menschen wurden evakuiert. Selbst auf dem rund 190 km entfernten Barbados fiel damals Vulkanasche.

Wie kommt man zwischen den französischen Inseln und St. Lucia?

Mit der Fähre FRS Express des Iles, die Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia verbindet; St. Lucia–Martinique dauert rund 1 h 30 min. Je nach Saison verkehren 3 bis 7 Fahrten pro Woche.

Welche Währung gilt in den Kleinen Antillen?

Die meisten anglophonen Inselstaaten teilen sich den Ostkaribischen Dollar (XCD), fest an den US-Dollar gekoppelt. Die französischen Gebiete zahlen in Euro, Barbados im Barbados-Dollar und Trinidad und Tobago im Trinidad-und-Tobago-Dollar.

Was ist der Pitch Lake in Trinidad?

Das grösste natürliche Asphaltvorkommen der Welt bei La Brea im Südwesten Trinidads, geschätzt auf 10 Millionen Tonnen Bitumen und rund 76 m tief. Schon 1595 nutzte Sir Walter Raleigh das Material zum Abdichten seiner Schiffe.

Woher stammen Calypso, Soca und Steelpan?

Alle drei entstanden in Trinidad: Calypso im 17. und 18. Jahrhundert aus westafrikanischen Gesangstraditionen, Steelpan 1937 aus umfunktionierten Ölfässern und Soca später als schnellere Weiterentwicklung des Calypso. Von dort verbreiteten sie sich über den ganzen karibischen Raum.

Ist die Hurrikansaison überall in den Kleinen Antillen gleich riskant?

Nein. Die nördlichen Leeward Islands liegen am stärksten im Zugweg der Stürme, während Trinidad und Tobago im äussersten Süden wegen der Nähe zu Venezuela meist verschont bleibt. Die offizielle Saison dauert überall vom 1. Juni bis 30. November.

Kann man mehrere Inseln der Kleinen Antillen in einer Reise verbinden?

Ja, am einfachsten Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia per Fähre, alle übrigen Verbindungen meist per Regionalflug mit Anbietern wie InterCaribbean Airways oder Winair. Da es keine gemeinsame Grenzunion gibt, ist an jedem Zwischenstopp mit Pass- und Zollkontrolle zu rechnen.

Warum liegt St. Kitts und Nevis als kleinster Staat der Region?

Der Zweiinselstaat misst nur rund 261 km² und gilt als kleinster souveräner Staat der gesamten westlichen Hemisphäre. Die beiden Inseln sind durch die schmale Meerenge The Narrows getrennt, Hauptstadt Basseterre liegt auf St. Kitts.

Quellen und Stand

Woher die Angaben stammen

Stand: 20. September 2026, redaktionell geprüft von TalkTravel Redaktion. Bei Einreise, Sicherheit und Gesundheit sind die verlinkten amtlichen Stellen massgeblich.

  1. Lesser Antilles, Wikipedia, abgerufen 20. September 2026
  2. Guadeloupe, Wikipedia, abgerufen 20. September 2026
  3. Martinique, Wikipedia, abgerufen 20. September 2026
  4. Trinidad and Tobago, Wikipedia, abgerufen 20. September 2026
  5. Pitch Lake, Wikipedia, abgerufen 20. September 2026
  6. Trinidad and Tobago Carnival, Wikipedia, abgerufen 20. September 2026
  7. Montserrat, Wikipedia, abgerufen 20. September 2026
  8. Saint Kitts and Nevis, Wikipedia, abgerufen 20. September 2026
  9. 2021 eruption of La Soufrière, Wikipedia, abgerufen 20. September 2026
  10. Tropical Cyclone Climatology, National Hurricane Center (NOAA), abgerufen 20. September 2026
  11. The ECCB Observes 41st Year of EC Dollar Peg to US Dollar, Eastern Caribbean Central Bank (ECCB), abgerufen 20. September 2026
  12. Antigua und Barbuda: Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, abgerufen 20. September 2026
  13. Trinidad und Tobago – Reiseinformation, Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA), abgerufen 20. September 2026
  14. Reisemedizinische Empfehlungen Ostkaribik, healthytravel.ch, Schweizerisches Expertenkomitee für Reisemedizin, abgerufen 20. September 2026
  15. Saint Lucia Timetables & Fares, FRS Express des Iles, abgerufen 20. September 2026
  16. Barbuda Express Ferry Service, Sea Bridge Ferries, abgerufen 20. September 2026
  17. InterCaribbean Airways, Wikipedia, abgerufen 20. September 2026
  18. Flights to Bridgetown (BGI), FlightConnections, abgerufen 20. September 2026
  19. Flights from St. John's, Antigua (ANU), FlightConnections, abgerufen 20. September 2026
  20. Flights from Saint Lucia (UVF), FlightConnections, abgerufen 20. September 2026
  21. Tipping In The Caribbean: A Handy Island-By-Island Guide, Travel Noire, abgerufen 20. September 2026
  22. Caribbean Island Sargassum Report, April 2026, Destination Tips, abgerufen 20. September 2026
  23. Time Zone in Antigua and Barbuda, timeanddate.com, abgerufen 20. September 2026

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