Was erwartet Reisende in Usbekistan?
Usbekistan verbindet die moderne Hauptstadt Taschkent mit den Seidenstrassen-Städten Samarkand und Buchara, deren Medresen, Mausoleen und Basare zu den bedeutendsten islamischen Baudenkmälern der Welt gehören. Seit der Visa-Liberalisierung 2018 reisen Schweizer, Deutsche und Österreicher für bis zu 30 Tage visumfrei ein, der Hochgeschwindigkeitszug Afrosiyob verbindet die drei Städte in wenigen Stunden.
Eine klassische Route beginnt in Taschkent, führt mit dem Zug rund 2 Stunden nach Samarkand mit dem berühmten Registan-Platz und weiter rund 1 Stunde 15 Minuten nach Buchara, dessen gesamte Altstadt begehbares Freilichtmuseum ist.
Diese Seite fasst Regionen, Reisezeit, Einreise (Stand September 2026), Gesundheit und die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zusammen.
Wie ist Usbekistan als Reiseland?
Usbekistan ist mit rund 39 Mio. Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens und touristisch seit der Visa-Öffnung 2018 deutlich zugänglicher geworden: gute Zugverbindungen zwischen den drei Hauptzielen, wachsendes Hotelangebot und eine für die Region hohe Sicherheit. Die Kultur ist eine Mischung aus persischen, turkstämmigen und sowjetischen Einflüssen, sichtbar in Architektur, Küche und Alltag.
Das Land gliedert sich für Reisende grob in drei Etappen: Taschkent als moderne, weitgehend sowjetisch wiederaufgebaute Hauptstadt (nach dem Erdbeben von 1966), Samarkand als Herzstück der Timuriden-Architektur des 14./15. Jahrhunderts und Buchara mit seiner nahezu geschlossen erhaltenen historischen Altstadt.
Der Islam prägt Alltag und Baukultur, wird aber überwiegend moderat und säkular gelebt; Russisch bleibt als Verkehrssprache aus Sowjetzeiten weit verbreitet, in touristischen Betrieben kommt man zunehmend auch mit Englisch zurecht.
Die Distanz von Taschkent nach Buchara beträgt rund 600 km – mit dem Hochgeschwindigkeitszug Afrosiyob eine Tagesreise, auf der Strasse deutlich länger. Für eine erste Reise braucht es deshalb keine Inlandflüge, der Zug übernimmt die Hauptverbindungen.
Welche Regionen von Usbekistan lohnen sich?
Die drei meistbesuchten Ziele sind Taschkent mit seiner kunstvoll gestalteten Metro und dem Basar Chorsu, das von der UNESCO als «Crossroad of Cultures» gelistete Samarkand mit dem Registan-Platz, sowie Buchara, dessen gesamte Altstadt seit 1993 Weltkulturerbe ist. Alle drei liegen an der vom Hochgeschwindigkeitszug Afrosiyob bedienten Strecke.
Taschkent
Taschkent wurde nach einem verheerenden Erdbeben 1966 grossflächig im sowjetischen Stil wiederaufgebaut und zeigt breite Boulevards, Parks und die aufwendig mit Marmor, Majolika und Kronleuchtern gestaltete Metro, eine der schönsten U-Bahnen der ehemaligen Sowjetunion.
Der Chorsu-Basar unter seiner blauen Kuppel ist das Zentrum des Alltagshandels mit Gewürzen, Trockenfrüchten und Textilien; der Khast-Imam-Gebäudekomplex beherbergt den Uthman-Koran aus dem 7. Jahrhundert, eine der ältesten erhaltenen Koran-Handschriften weltweit.
Samarkand
Der Registan-Platz, gerahmt von drei Medresen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert mit reichem Majolika-Dekor, ist das bekannteste Bauwerk Usbekistans und abends beleuchtet besonders eindrücklich. Die Bibi-Khanym-Moschee, einst eine der grössten Moscheen der islamischen Welt, und die Mausoleenreihe Shah-i-Zinda mit ihren blau gekachelten Kuppeln liegen wenige Gehminuten entfernt.
Das Mausoleum von Amir Timur (Gur-e-Amir) und die Ruinen der Ulugbek-Sternwarte aus dem 15. Jahrhundert, die zu ihrer Zeit zu den genauesten astronomischen Instrumenten der Welt zählte, ergänzen das historische Zentrum. Der Siob-Basar direkt neben der Bibi-Khanym-Moschee ist bekannt für getrocknete Früchte und das lokale Fladenbrot.
Buchara
Buchara ist als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Zentralasiens seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe. Das Minarett Kalyan im Poi-Kalyan-Ensemble überragte jahrhundertelang die Stadt und diente auch als Leuchtturm für Karawanen; die Lehmfestung Ark war bis ins 20. Jahrhundert Sitz der Emire von Buchara.
Der Platz Lyab-i Hauz mit seinem historischen Wasserbecken aus dem 17. Jahrhundert ist von Teehäusern und Maulbeerbäumen gesäumt und das soziale Zentrum der Altstadt; der Sommerpalast Sitorai Mokhi Khosa ausserhalb der Stadt zeigt den Lebensstil der letzten Emire.
Anders als Samarkand, dessen historische Bauten meist einzeln in einer modernen Stadt stehen, ist die gesamte Altstadt Bucharas rund um den Basar-Kern erhalten geblieben: schmale Gassen, überdachte Kuppelbasare (Toqi Zargaron, Toqi Sarrafon) und Karawansereien aus dem 16. Jahrhundert bilden ein zusammenhängendes Ensemble, durch das man sich ohne festen Plan treiben lassen kann.
Ausserhalb der drei Stationen
Wer mehr Zeit hat, ergänzt einen Ausflug in die Bergregion Chimgan rund 90 km östlich von Taschkent mit Wanderwegen und einem kleinen Skigebiet, oder eine mehrtägige Erweiterung nach Chiwa im Westen, dessen Altstadt Itchan Kala seit 1990 ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe ist. Chiwa liegt allerdings ausserhalb der für diese Seite recherchierten Stationen und braucht wegen der grossen Distanz eine eigene Reiseplanung.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Wikipedia
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Inseln und Regionen
- StadtSamarkandSamarkand ist die Timuridenstadt im Tal des Zarafshan auf rund 705 m, bekannt für den Registan mit drei Medresen, die Bibi-Chanum-Moschee, die…
- StadtBucharaBuchara ist die am dichtesten erhaltene mittelalterliche Altstadt der usbekischen Seidenstrasse, seit 1993 UNESCO-Welterbe.
- StadtTaschkentTaschkent ist die Hauptstadt Usbekistans auf 455 m Höhe und für die meisten Reisenden das Einfallstor.
- StadtChiwaChiwa ist die ummauerte Lehmziegelstadt im Westen Usbekistans, in der Region Choresm am Rand der Kysylkum-Wüste.
Wann ist die beste Reisezeit für Usbekistan?
Frühling (April/Mai) und Herbst (September/Oktober) sind mit Höchstwerten um 22 bis 29 °C und wenig Niederschlag ideal. Der Sommer ist in Buchara und Samarkand mit Höchstwerten bis 38 °C extrem heiss und nahezu regenlos, der Winter kalt mit Nachtfrösten und gelegentlichem Nebel.
| Taschkent | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 8 | 10 | 17 | 23 | 29 | 35 | 37 | 35 | 30 | 22 | 14 | 9 |
| Tiefstwert °C | -2 | -0 | 5 | 10 | 15 | 19 | 21 | 19 | 14 | 8 | 2 | -1 |
| Niederschlag mm | 46 | 59 | 62 | 56 | 31 | 13 | 4 | 3 | 4 | 26 | 53 | 56 |
| Samarkand | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 9 | 10 | 16 | 22 | 28 | 34 | 36 | 34 | 29 | 22 | 14 | 9 |
| Tiefstwert °C | -2 | -1 | 4 | 9 | 14 | 18 | 20 | 18 | 13 | 7 | 2 | -2 |
| Niederschlag mm | 35 | 48 | 58 | 56 | 30 | 7 | 2 | 1 | 2 | 14 | 35 | 30 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station YUZHNY / TASHKENT ISLAM KARIMOV INTL (6 km, 432 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station SAMARKAND (6 km, 678 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Taschkent und Samarkand haben ein ausgeprägt kontinentales Klima: Im Juli erreichen die Tageshöchstwerte in Taschkent im Mittel 37 °C, in Samarkand rund 35,5 °C, bei fast keinem Niederschlag zwischen Juni und September. Der meiste Regen fällt von November bis April, mit einem Höhepunkt im Februar und März.
| Buchara | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 8 | 10 | 17 | 25 | 31 | 37 | 38 | 36 | 30 | 22 | 14 | 8 |
| Tiefstwert °C | -2 | -1 | 5 | 10 | 16 | 20 | 22 | 20 | 14 | 7 | 1 | -2 |
| Niederschlag mm | 16 | 27 | 27 | 23 | 10 | 2 | 0 | 0 | 0 | 5 | 15 | 13 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station BUKHARA (5 km, 229 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Buchara liegt tiefer und noch trockener: Im Juli werden im Mittel 38 °C erreicht, von Juni bis September fällt praktisch kein Niederschlag. Wer Buchara und Samarkand im Hochsommer besucht, plant Besichtigungen am besten in die frühen Vormittags- und späten Nachmittagsstunden.
Nauryz, das zentralasiatische Frühlingsfest, wird auch in Usbekistan am 21. März mit Märkten und Volksfesten gefeiert und markiert inoffiziell den Beginn der Hauptreisezeit.
Winter (Dezember bis Februar) sind mit Tiefstwerten knapp über oder unter 0 °C mild im Vergleich zu Kasachstan, aber ungemütlich grau; für Städtereisen mit kürzeren Tagen und weniger Touristen dennoch möglich.
Quellen: Wikipedia
Was braucht man für die Einreise nach Usbekistan?
Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen für touristische Aufenthalte bis zu 30 Tage visumfrei ein; der Reisepass muss dabei noch mindestens 3 Monate über das Ausreisedatum hinaus gültig sein. Innerhalb von 72 Stunden nach Einreise (ohne Sonn- und Feiertage) ist eine Registrierung bei der Einwanderungsbehörde UVViOG nötig, die bei einem Hotelaufenthalt automatisch das Hotel übernimmt.
- Schweiz, Deutschland, Österreich: visumfrei bis 30 Tage; für längere Aufenthalte steht ein e-Visum für rund USD 20 online zur Verfügung, Bearbeitung meist innert 2 bis 3 Werktagen.
- Registrierungspflicht: innerhalb von 72 Stunden nach Einreise bei der Einwanderungsbehörde; Hotels erledigen dies automatisch, bei Privatunterkünften muss man sich selbst kümmern. Die Bestätigung sollte bis zur Ausreise aufbewahrt werden.
- Reisedokumente: Reisepass, vorläufiger Reisepass oder Kinderreisepass wird akzeptiert, der Personalausweis nicht; mindestens 3 Monate Gültigkeit über das Ausreisedatum hinaus.
- Andere Staatsangehörigkeiten: für sie gelten eigene Regeln; massgeblich ist die aktuelle Visaliste des usbekischen Aussenministeriums, Auskunft geben die usbekischen Botschaften und Konsulate (in der Schweiz keine eigene Vertretung, zuständig ist Berlin).
Massgeblich sind die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und der usbekischen Einwanderungsbehörde zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Wikipedia
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Usbekistan?
Für die Einreise aus Europa ist keine Impfung vorgeschrieben. Empfohlen werden neben den Basisimpfungen Hepatitis A und B sowie je nach Reisestil Typhus und eine Tollwut-Vorimpfung, da streunende Hunde verbreitet sind; Usbekistan gilt laut CDC seit Dezember 2018 als malariafrei.
Hepatitis C ist in Usbekistan mit schätzungsweise rund 4 % der Bevölkerung relativ verbreitet, was bei medizinischen Eingriffen und Tätowierungen vor Ort zur Vorsicht mahnt. Streunende Hunde kommen in Städten und auf dem Land vor; bei Bissen oder Kratzern ist umgehend ärztlicher Rat einzuholen.
Leitungswasser sollte man laut Auswärtigem Amt ausschliesslich abgekocht oder in Flaschen trinken. Zeckenschutz ist bei Ausflügen ausserhalb der Städte sinnvoll, da vereinzelt das Krim-Kongo-Fieber vorkommt.
Die medizinische Versorgung ist in Taschkent, Samarkand und Buchara ordentlich, bei Notfällen und Unfällen aber laut Auswärtigem Amt in weiten Landesteilen unzureichend. Eine Reise- und Rückholversicherung ist ratsam, da kein Sozialversicherungsabkommen mit der Schweiz, Deutschland oder Österreich besteht.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC) · Auswärtiges Amt
Wie sicher ist Usbekistan für Reisende?
Die Sicherheitslage hat sich laut Auswärtigem Amt nach den Unruhen 2022 in der autonomen Republik Karakalpakstan im gesamten Land wieder stabilisiert, die Region gilt heute wieder als bereisbar. Latente Gefährdung durch islamistische Gruppen besteht landesweit, insbesondere in Grenzregionen zu Afghanistan, richtet sich laut Auswärtigem Amt bislang aber nicht gegen den Tourismus.
Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl kommt vor allem an belebten Orten wie Basaren und in öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen sollten gemieden, Spaziergänge nach Einbruch der Dunkelheit in unbekannten Gegenden vermieden werden.
Nicht notwendige Reisen in unmittelbare Grenznähe zu Afghanistan, Tadschikistan und Kirgisistan ausserhalb offizieller Grenzübergänge sind laut BMEIA zu vermeiden. Drohnen sind komplett verboten, das Fotografieren militärischer Anlagen untersagt.
Homosexuelle Handlungen zwischen Männern sind in Usbekistan laut Auswärtigem Amt strafbar; entsprechend zurückhaltendes Verhalten in der Öffentlichkeit ist ratsam.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie reist man nach Usbekistan und im Land herum?
Internationale Langstreckenflüge landen praktisch ausschliesslich in Taschkent (TAS); Samarkand (SKD) und Buchara (BHK) werden vor allem regional aus der Türkei, Russland und dem Nahen Osten angeflogen. Zwischen den drei Städten verkehrt der Hochgeschwindigkeitszug Afrosiyob, der Taschkent und Samarkand in rund 2 Stunden verbindet.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Taschkent – Samarkand | Afrosiyob-Hochgeschwindigkeitszug | rund 2 h 8 min |
| Samarkand – Buchara | Afrosiyob-Hochgeschwindigkeitszug | rund 1 h 12 min |
| Taschkent – Buchara | Afrosiyob-Hochgeschwindigkeitszug (via Samarkand) | rund 3 h 20–40 min |
| Flughafen Taschkent – Zentrum | Metro, Taxi | rund 20–30 min |
| Taschkent – Samarkand | Inlandflug | rund 1 h |
Nach Taschkent bestehen Nonstopverbindungen unter anderem aus Istanbul (Turkish Airlines, Uzbekistan Airways), aus mehreren russischen Städten sowie mit Uzbekistan Airways aus Riga und weiteren Zielen; aus Nordamerika und Westeuropa wird meist über Istanbul, Dubai oder Moskau umgestiegen.
Samarkand ist ab Istanbul (Turkish Airlines) sowie mit Regionalcarriern aus Moskau, Sankt Petersburg, Dubai, Tel Aviv und Baku nonstop erreichbar; Buchara unter anderem ab Istanbul (Turkish Airlines) und mehreren russischen Städten. Für die meisten Reisenden ist Taschkent dennoch das praktischste Einfallstor, da von dort der Afrosiyob-Zug alle 20 bis 30 Minuten in mehreren Tagesverbindungen nach Samarkand und Buchara fährt.
Tickets für den Afrosiyob sollten möglichst vorab online reserviert werden, da beliebte Verbindungen besonders im Frühling und Herbst ausgebucht sein können. Taxis und Fahrdienst-Apps übernehmen kurze Strecken innerhalb der Städte, für längere Strecken abseits der Zugstrecke verkehren Fernbusse und Sammeltaxis.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · seat61.com
Welches Geld braucht man in Usbekistan und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Usbekistan-Som (UZS). In Taschkent, Samarkand und Buchara funktionieren Geldautomaten in der Regel gut, ausserhalb der grossen Städte gibt es laut Auswärtigem Amt vergleichsweise wenige funktionierende Automaten, weshalb Bargeld in Euro oder US-Dollar für die Reise empfehlenswert ist.
Kartenzahlung ist in Hotels, grösseren Restaurants und Geschäften der drei Hauptstädte zunehmend verbreitet, auf Basaren und bei kleineren Anbietern braucht es Bargeld in Som. Geldwechsel sollte ausschliesslich bei Banken oder offiziellen Wechselstuben erfolgen, nicht auf der Strasse.
Nach der Währungsreform 2020 (Streichung von drei Nullen) sind die Beträge übersichtlicher als früher, dennoch braucht es für grössere Summen oft dicke Geldbündel. Trinkgeld ist in Restaurants mit 5 bis 10 % üblich, sofern kein Bedienungszuschlag bereits enthalten ist; Guides und Fahrer freuen sich über ein Extra.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wo übernachtet man in Usbekistan am besten?
In Taschkent liegen die meisten Hotels im Zentrum nahe der Metro, von modernen internationalen Ketten bis zu renovierten Sowjet-Bauten. In Samarkand und Buchara übernachtet man am besten in kleinen Boutique-Hotels und Gästehäusern in umgebauten Kaufmannshäusern oder ehemaligen Medresen direkt in der Altstadt, in Gehdistanz zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Taschkent bietet die grösste Bandbreite an internationalen Hotelketten und eignet sich gut als erste und letzte Station einer Rundreise. Samarkand hat rund um den Registan-Platz zahlreiche kleine Gästehäuser mit Innenhof, die oft familiengeführt sind.
Buchara sticht besonders heraus: Viele Unterkünfte sind in historischen Kaufmannshäusern mit Innenhof untergebracht, teils direkt an den Wasserbecken-Plätzen wie Lyab-i Hauz gelegen, was einen unmittelbaren Zugang zur Altstadtatmosphäre auch abends nach den Besucherströmen ermöglicht.
Was isst man in Usbekistan?
Nationalgericht ist Palov (Plov, Osh), ein reichhaltiges Reisgericht mit Fleisch, Karotten und Zwiebeln, das je nach Stadt unterschiedlich zubereitet wird; dazu kommen gefüllte Teigtaschen wie Samsa und Manti, die Nudelsuppe Lagman und gegrillter Schaschlik.
In Taschkent gilt der Chorsu-Basar und das «Palov Markazi» genannte Plov-Zentrum als guter Ort, um die Taschkenter Variante mit gelben Karotten zu probieren; Samarkand ist für seine eigene, etwas süssere Plov-Variante und für sein flaches, gemustertes Brot bekannt, das mit einem speziellen Stempel (Chekich) verziert wird.
Grüner Tee begleitet praktisch jede Mahlzeit und wird oft in kleinen Teehäusern (Chaykhana) rund um schattige Innenhöfe serviert, wie am Lyab-i-Hauz-Platz in Buchara. Usbekische Trockenfrüchte, Granatäpfel und Melonen aus dem Ferghana-Tal sind auf jedem Basar zu finden.
Leitungswasser sollte man laut Auswärtigem Amt meiden und stattdessen abgefülltes oder abgekochtes Wasser trinken. Streetfood an belebten Ständen mit hohem Umsatz gilt allgemein als hygienisch unbedenklicher als an leeren Ständen.
Welche Kultur und welche Feste prägen Usbekistan?
Usbekistan ist mehrheitlich sunnitisch-muslimisch geprägt, die Architektur der Timuriden-Zeit (14./15. Jahrhundert) mit ihren blauen Kuppeln und Majolika-Mosaiken bestimmt bis heute das Bild von Samarkand und Buchara. Das wichtigste Fest ist Nauryz am 21. März, dazu kommen das Seiden- und Gewürzfestival in Buchara und zahlreiche religiöse Feiertage.
Amir Timur (Tamerlan), im 14. Jahrhundert Herrscher eines Reichs von der Türkei bis Indien, gilt als Nationalheld Usbekistans; sein Grabmal Gur-e-Amir in Samarkand und zahlreiche Denkmäler im ganzen Land erinnern an ihn. Sein Enkel Ulugbek machte Samarkand im 15. Jahrhundert zu einem Zentrum der Astronomie.
Kunsthandwerk wie Suzani-Stickereien, Keramik und Seidenweberei wird in Werkstätten in Samarkand und Buchara weiterhin von Hand gefertigt und ist auf den Basaren erhältlich. Gastfreundschaft gilt als zentraler Wert; ein Besuch beginnt oft mit Tee und frischem Brot.
In Moscheen und Mausoleen gilt zurückhaltende Kleidung mit bedeckten Schultern und Knien, Schuhe werden vor dem Betreten ausgezogen. Der usbekische Unabhängigkeitstag am 1. September ist der grösste weltliche Feiertag.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
Welche Erlebnisse lohnen sich in Usbekistan?
Zu den Höhepunkten zählen der abends beleuchtete Registan-Platz und die Mausoleenreihe Shah-i-Zinda in Samarkand, ein Spaziergang durch die geschlossene Altstadt von Buchara mit dem Kalyan-Minarett, sowie die kunstvoll gestalteten Metrostationen und der Chorsu-Basar in Taschkent. Wer länger bleibt, ergänzt einen Ausflug in die Bergregion Chimgan nahe Taschkent oder eine Fahrt in die Oasenstadt Chiwa im Westen.
Samarkand
Der Registan-Platz ist bis in den späten Abend beleuchtet und dann am eindrücklichsten und ruhigsten zu besichtigen; tagsüber sind die drei Medresen bis in die Innenhöfe zugänglich. Die Ulugbek-Sternwarte mit ihrem unterirdisch erhaltenen Sextanten zeigt die einstige astronomische Präzision der Timuriden-Zeit.
Buchara
Die gesamte Altstadt lässt sich zu Fuss erkunden, vom Ark-Fortress über das Poi-Kalyan-Ensemble bis zum Platz Lyab-i Hauz mit seinen Teehäusern unter Maulbeerbäumen. Der Sommerpalast Sitorai Mokhi Khosa, wenige Kilometer ausserhalb, zeigt russisch-usbekischen Baustil aus der Zeit der letzten Emire.
Taschkent
Eine Fahrt durch mehrere der aufwendig gestalteten Metrostationen, früher aus Sicherheitsgründen zum Fotografieren gesperrt, heute erlaubt, gehört zu den unerwarteten Höhepunkten der Hauptstadt. Der Chorsu-Basar unter seiner blauen Kuppel und das Amir-Timur-Museum runden einen Taschkent-Aufenthalt ab.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
Wie reist man in Usbekistan verantwortungsvoll?
Handwerksbetriebe in Samarkand und Buchara, etwa Seidenwebereien und Keramikwerkstätten, leben von direktem Verkauf an Reisende statt von Zwischenhändlern; ein Kauf dort unterstützt lokale Familienbetriebe unmittelbar. Der grossflächige Baumwollanbau hat historisch zur Austrocknung des Aralsees beigetragen, was den sorgsamen Umgang mit Wasser auch für Reisende sinnvoll macht.
- Kunsthandwerk direkt in kleinen Werkstätten statt bei touristischen Zwischenhändlern kaufen.
- In religiösen Stätten Kleidung und Verhalten der jeweiligen Bedeutung anpassen, Fotografierverbote respektieren.
- Wasser sparsam nutzen, da Zentralasien unter struktureller Wasserknappheit leidet.
- Familiengeführte Gästehäuser in den Altstädten statt reiner Hotelketten wählen, wo Einnahmen direkter bei den Bewohnern ankommen.
Quellen: Wikipedia
Mit welchen Ländern lässt sich Usbekistan kombinieren?
Am naheliegendsten ist Kasachstan mit Almaty, das ab Taschkent in unter zwei Flugstunden erreichbar ist. Auch Tadschikistan und Kirgisistan lassen sich für eine mehrwöchige Zentralasien-Rundreise anschliessen, meist über Landgrenzen oder kurze Regionalflüge.
Nach Almaty in Kasachstan bestehen mehrmals tägliche Flugverbindungen ab Taschkent von unter zwei Stunden; die beiden Länder ergänzen sich gut, da Kasachstan Berge und Steppe beisteuert, während Usbekistan die historischen Seidenstrassen-Städte liefert.
Richtung Osten schliesst sich Kirgisistan mit der Hauptstadt Bischkek an, richtung Süden Tadschikistan mit dem Pamir-Gebirge; beide sind Teil klassischer mehrwöchiger Zentralasien-Routen, die meist in Taschkent oder Almaty beginnen.
Für wen eignet sich Usbekistan, für wen weniger?
Usbekistan passt zu Geschichts- und Architekturinteressierten, die die Seidenstrassen-Städte Samarkand und Buchara ohne grossen logistischen Aufwand bereisen wollen, dazu zu Kulinarik- und Basar-Fans. Weniger geeignet ist es für Strand- oder reine Erholungsurlauber und für alle, die die extreme Sommerhitze in Buchara und Samarkand meiden wollen.
Der gut ausgebaute Afrosiyob-Zug macht das Land auch für Erstbesucher und Alleinreisende unkompliziert; die drei Hauptstädte lassen sich in 10 bis 14 Tagen bequem verbinden. Kulturell und kulinarisch Interessierte sowie Fotografinnen und Fotografen finden ein dichtes, gut zugängliches Angebot.
Wer auf Nachtleben, Strände oder eine breite englischsprachige Infrastruktur ausserhalb der drei Hauptstädte angewiesen ist, sollte Erwartungen anpassen. Die Sommermonate Juni bis August sind wegen der Hitze für die meisten Reisenden ungeeignet.