Warum lohnt sich eine Reise nach Rodrigues?
Rodrigues teilt sich mit Mauritius Sprache, Währung und Verwaltung, wirkt im Alltag aber wie eine andere Welt: eine der grössten Lagunen des Indischen Ozeans, kaum internationale Hotelketten und ein Tempo, das von Fischerei und Landwirtschaft bestimmt wird. Die Insel ist mit rund 1,5 Millionen Jahren geologisch jung und vulkanischen Ursprungs, seit 2002 verwaltet sie sich als autonomes Aussengebiet weitgehend selbst.
Wer von Mauritius kommt, merkt den Unterschied sofort: Statt Resortketten prägen kleine Pensionen, Fischerboote und Ziegenherden am Strassenrand das Bild. Die rund 43'650 Menschen auf Rodrigues leben zu grossen Teilen von Fischerei, Landwirtschaft (vor allem Zwiebeln, Knoblauch und Chili) und einem langsam wachsenden, bewusst kleinteiligen Tourismus.
Die Insel ist mit ihren 108 km² etwa halb so gross wie die Stadt Zürich, umschliesst mit ihrer Lagune und den vorgelagerten Riffen aber eine Wasserfläche, die diese Landfläche um ein Mehrfaches übertrifft. Genau das macht Rodrigues zu einem Ziel für Tauchen, Kitesurfen und lange, ruhige Strandtage – nicht für Nachtleben oder ein grosses gastronomisches Angebot.
Quellen: Wikipedia
Wie fühlt sich Rodrigues an?
Rodrigues wirkt bewusst unaufgeregt: Der Samstagmarkt in Port Mathurin ist der Höhepunkt der Woche, Sega Tambour mit Akkordeon und improvisierten Perkussionsinstrumenten prägt Feste, und Kreol Rodrigé unterscheidet sich in Aussprache und Wortschatz merklich vom Kreol der Hauptinsel. Grössere Resorts sind die Ausnahme, kleine Familienbetriebe die Regel.
Der Samstagmarkt von Port Mathurin ist die grösste wöchentliche Zusammenkunft der Insel: Bäuerinnen und Bauern aus dem ganzen Inland verkaufen Gemüse, Gewürze, Honig und Handwerk, während sich Cafés und kleine Restaurants rund um den Markt füllen. Für viele Reisende ist das der einzige Vormittag, an dem Rodrigues wirklich geschäftig wirkt.
Musikalisch prägt Sega Tambour die Insel, eine ältere, perkussivere Form als das bekanntere Sega Mauritiens, mit Akkordeon, Dreh-Trommel (Tambour) und Triangel. Die Alltagssprache ist Kreol Rodrigé, während Englisch und Französisch in Verwaltung, Schule und offiziellen Dokumenten verwendet werden – ein Erbe der britischen und vorher französischen Kolonialzeit, das Rodrigues mit Mauritius teilt.
Wirtschaftlich stützt sich die Insel auf Fischerei, kleinbäuerlichen Anbau von Zwiebeln, Knoblauch und Chili sowie zunehmend auf Tourismus; grosse Plantagenwirtschaft wie in Teilen von Mauritius gibt es wegen der bergigen, wasserarmen Topografie kaum.
Quellen: Wikipedia
Welche Orte lohnen sich auf Rodrigues?
Port Mathurin ist mit Samstagmarkt und Hafen das urbane Zentrum, die François-Leguat-Reserve im Südwesten zeigt über 5'000 Riesenschildkröten in einer ehemaligen Höhlenlandschaft. Im Südosten liegen mit Anse Mourouk und Graviers die wichtigsten Kite- und Badestrände, vor der Westküste schützt Île aux Cocos eine Vogelkolonie in der Lagune.
Port Mathurin
Port Mathurin ist Verwaltungssitz, Hafen und mit wenigen tausend Einwohnerinnen und Einwohnern die einzige Ortschaft, die einer Kleinstadt ähnelt. Der Samstagmarkt zieht Menschen aus der ganzen Insel an, das ganze Jahr ankern hier die Fähren nach Mauritius, und rund um den Hafen liegen die meisten Bankfilialen, Amtsgebäude und Geschäfte der Insel.
François-Leguat-Reserve
Die François-Leguat Giant Tortoise & Cave Reserve liegt im Südwesten über der Grande Caverne, einer beleuchteten Schauhöhle in einer 20 Hektaren grossen Karstlandschaft. Über 5'000 Riesenschildkröten, teils aus Aldabra eingeführt, leben hier in einem Reservat, das zugleich Rodrigues' verschwundene Riesenschildkröten-Populationen musealisch nachzeichnet.
Caverne Patate
Im Südwesten auf der Korallenebene bei Petite Butte Corail liegt die Caverne Patate, mit über 1'000 m Gängen die grösste und meistbesuchte Schauhöhle der Insel. Eine Steintreppe führt rund 20 m in die Tiefe zu Stalaktiten, Stalagmiten und farbigen Gesteinsformationen; Führungen starten viermal täglich um 9, 11, 13 und 15 Uhr.
Anse Mourouk und Graviers
Im Südosten der Insel liegen mit Anse Mourouk und dem Fischerdorf Graviers die wichtigsten Strände für Kitesurfen und Baden; die flache, geschützte Lagune eignet sich für Einsteigerinnen wie für erfahrene Kiterinnen gleichermassen. Ende Juni findet hier seit 2013 jährlich das Rodrigues International Kitesurf Festival (RIFK) statt, mit Marktständen, Live-Musik und Wettfahrten am Strand von Mourouk.
Île aux Cocos
Rund 4 km vor der Westküste liegt Île aux Cocos, ein geschützter Sandstreifen in der Lagune und Brutplatz für mehrere Seevogelarten, darunter Feenseeschwalben und Trauerseeschwalben. Der Zugang ist nur per Boot und in Begleitung eines zugelassenen Guides möglich, was die Kolonie vor Störungen schützt.
Weitere Ausflugsziele sind der Mont Limon, mit rund 398 m höchster Punkt der Insel und Aussichtspunkt über die gesamte Lagune, sowie mehrere kleine Buchten an der Nord- und Ostküste, die vor allem am Wochenende von Einheimischen zum Grillen und Baden genutzt werden.
Quellen: Wikipedia · Rodrigues Tourism Office (discover-rodrigues.com) · Rodrigues Tourism Office (discover-rodrigues.com) · Le Mandala Moris
Wann ist die beste Reisezeit für Rodrigues?
Von Mai bis Oktober ist es mit rund 22 bis 26 °C kühler und trockener, mit stabilem Südostwind, der Rodrigues zu einem der zuverlässigsten Kitesurf-Ziele im Indischen Ozean macht. Von November bis April steigen Temperatur und Niederschlag, gleichzeitig wächst mit der Zyklonsaison das Risiko für Sturm- und Regenschäden.
Klima Port Mathurin, Rodrigues (Mittelwerte 2010–2024)
| Port Mathurin | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 31 | 30 | 30 | 29 | 28 | 26 | 26 | 26 | 26 | 27 | 29 | 30 |
| Tiefstwert °C | 25 | 25 | 25 | 24 | 23 | 21 | 21 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 |
| Niederschlag mm | 90 | 89 | 82 | 76 | 35 | 22 | 16 | 10 | 13 | 18 | 20 | 41 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station PLAINE CORAIL (9 km, 30 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Der Jahresverlauf ist deutlich ausgeprägter als auf tropischen Inseln näher am Äquator: Im Südsommer von Dezember bis März steigen die Höchsttemperaturen auf rund 30 °C, während der Januar mit rund 90 mm im Schnitt der niederschlagsreichste Monat ist. Von Juni bis September fallen die Höchstwerte auf 25 bis 26 °C, der Niederschlag sinkt auf teils unter 15 mm im Monat.
Die Zyklonsaison des südwestlichen Indischen Ozeans dauert von November bis April und trifft Rodrigues nach Angaben des Auswärtigen Amts und des EDA tendenziell häufiger und direkter als Mauritius, weil die Insel weiter draussen im offenen Ozean liegt. Starkregen kann in dieser Zeit zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen.
Kitesurferinnen und Kitesurfer nutzen vor allem die Trockenzeit: Nach Angaben von Kitesurf-Fachseiten ist die Lagune an rund 220 Tagen im Jahr windig genug zum Kiten, mit dem verlässlichsten und stärksten Wind zwischen Mai und Oktober. Das jährliche Rodrigues International Kitesurf Festival Ende Juni fällt bewusst in diese Fensterzeit.
Quellen: Wikipedia · Auswärtiges Amt · Le Mandala Moris
Was braucht man für die Einreise nach Rodrigues?
Weil Rodrigues zur Republik Mauritius gehört, gelten für Schweizer, deutsche und österreichische Reisende dieselben Regeln wie für Mauritius: kein Visum für touristische Aufenthalte bis 90 Tage, ein bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass sowie ein Nachweis von Rück- oder Weiterreise und ausreichenden Mitteln. Für den Inlandsflug oder die Fähre von Mauritius nach Rodrigues wird zusätzlich ein gültiger Reisepass oder Personalausweis verlangt.
Die Einreise erfolgt praktisch immer über die Hauptinsel Mauritius, da Rodrigues keinen internationalen Flughafen besitzt. Alle Formulare und Kontrollen für die Einreise in die Republik Mauritius – derzeit unter anderem ein digitales Einreiseformular wegen der Ebola-Ausbrüche in Ostafrika – werden beim ersten Grenzübertritt in Mauritius erledigt, nicht erst bei der Weiterreise nach Rodrigues.
Massgeblich sind stets die amtlichen Stellen: Für die allgemeinen Einreise-, Zoll- und Gesundheitsregeln der Republik Mauritius gilt die Länderseite Mauritius mit den Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA; diese Seite beschreibt nur die zusätzliche Besonderheit der Weiterreise nach Rodrigues.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Welche Impfungen und Gesundheitsrisiken gibt es auf Rodrigues?
Für die Direkteinreise ist keine Pflichtimpfung vorgeschrieben, empfohlen wird eine Hepatitis-A-Impfung, je nach individueller Situation zusätzlich gegen Chikungunya-, Dengue-Fieber, Hepatitis B und Typhus. Seit Anfang 2026 registriert Mauritius steigende Chikungunya-Fallzahlen, weshalb konsequenter Mückenschutz auch auf Rodrigues empfohlen wird.
Die medizinische Grundversorgung ist auf Port Mathurin konzentriert und ausserhalb der Hauptorte begrenzt, wie das Auswärtige Amt für die Republik Mauritius insgesamt festhält. Ernstere Erkrankungen oder Verletzungen erfordern in der Regel die Ausfliegung zur besser ausgerüsteten Versorgung auf der Hauptinsel Mauritius oder darüber hinaus.
Weil weder mit der Schweiz noch mit Deutschland oder Österreich ein Sozialversicherungsabkommen besteht, sind eine Reisekrankenversicherung und eine Rückholversicherung für Rodrigues besonders wichtig – die einzige Verbindung zur besseren Versorgung auf Mauritius ist der Flug oder die mehrtägige Fährüberfahrt.
Wer taucht, sollte sich vor Antritt der Reise tauchmedizinisch untersuchen lassen: Die nächste Dekompressionskammer befindet sich auf Mauritius, nicht auf Rodrigues selbst.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wie sicher ist Rodrigues für Reisende?
Rodrigues gilt, wie Mauritius insgesamt, als sicheres Reiseziel; Gewaltkriminalität gegen Touristen ist auf der Insel kaum dokumentiert. Die grössten Risiken liegen in starken, wechselnden Meeresströmungen ausserhalb der markierten Badezonen und im periodischen Zyklonrisiko.
Ausserhalb der geschützten Lagunenabschnitte können Strömungen an Riffkanälen gefährlich stark sein; das Auswärtige Amt rät für die Republik Mauritius insgesamt, markierte Badestellen und Grundregeln des Schnorchelns und Tauchens (immer mit Partnerin oder Partner) zu beachten. Giftige Steinfische kommen im Flachwasser und an Riffen vor, weshalb festes Schuhwerk im Wasser empfehlenswert ist.
Während der Zyklonsaison von November bis April können kurzfristige Wetterwarnungen Ausflüge, Fähren und Inlandsflüge betreffen; wer in dieser Zeit reist, sollte Pufferzeiten für Anschlussflüge auf Mauritius einplanen.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wie kommt man nach Rodrigues?
Rodrigues hat keinen eigenen internationalen Flughafen; alle Reisenden landen zuerst auf der Hauptinsel Mauritius und fliegen von dort mit Air Mauritius in rund 1 h 35 min zum Sir Gaëtan Duval Airport (RRG), mehrmals täglich und insgesamt rund 38-mal pro Woche. Alternativ verkehrt die «Mauritius Trochetia» der Mauritius Shipping Corporation drei- bis viermal im Monat als 24- bis 36-stündige Fähre zwischen Port Louis und Port Mathurin.
| Verbindung | Betreiber | Dauer | Häufigkeit |
|---|---|---|---|
| Mauritius (MRU) – Rodrigues (RRG) | Air Mauritius | rund 1 h 35 min | rund 38 Flüge pro Woche |
| Port Louis – Port Mathurin | Mauritius Shipping Corporation («Mauritius Trochetia») | rund 24–36 h je nach Richtung | 3 bis 4 Fahrten pro Monat |
Die Hauptinsel Mauritius ist selbst gut angebunden: Der internationale Flughafen Sir Seewoosagur Ramgoolam International Airport (MRU) bei Plaine Magnien wird nonstop unter anderem von Frankfurt (Condor) und Zürich (Edelweiss Air) in rund 10,5 bis 11 Stunden erreicht, dazu von London Gatwick (British Airways), Paris (Air France, Corsair), Dubai (Emirates), Istanbul (Turkish Airlines), Nairobi (Kenya Airways) und Johannesburg (South African Airways).
Für den Weiterflug oder die Fährüberfahrt nach Rodrigues genügt ein gültiger Reisepass oder Personalausweis; ein separates Visum ist nicht nötig. Weil die Fähre nur wenige Male im Monat verkehrt und stark von Einheimischen genutzt wird, empfiehlt sich für alle, die keine mehrtägige Überfahrt planen, der Flug.
Auf Rodrigues selbst gibt es öffentliche Busse zwischen Port Mathurin und den grösseren Ortschaften, Taxis sowie Mietwagen und -roller; wegen der kurvigen, teils steilen Strassen empfiehlt sich defensives Fahren.
Quellen: Directflights.com · Mauritius Shipping Corporation · Directflights.com · FlightConnections
Wie bezahlt man auf Rodrigues?
Landeswährung ist wie auf der Hauptinsel die Mauritius-Rupie (MUR); Geldautomaten und Kartenzahlung gibt es vor allem in und um Port Mathurin, in kleineren Orten und auf dem Land dominiert Bargeld. Die Mitnahme von Euro oder US-Dollar in bar ist als Reserve empfehlenswert.
Ausserhalb von Port Mathurin akzeptieren viele kleine Pensionen, Restaurants und Kunsthandwerksstände nur Bargeld; wer eine Rundreise über die Insel plant, sollte deshalb genügend Mauritius-Rupien vor der Abfahrt aus dem Hauptort abheben.
Nach den mauritischen Devisenbestimmungen müssen bei Einreise mitgeführte Bargeldbeträge über 500'000 MUR (umgerechnet rund 10'000 EUR) deklariert werden; Barzahlungen über diesem Betrag sind grundsätzlich untersagt. Diese Regel gilt einheitlich für die gesamte Republik Mauritius, also auch für Rodrigues.
Quellen: Auswärtiges Amt
Wo übernachtet man auf Rodrigues?
Grosse internationale Resortketten fehlen auf Rodrigues fast vollständig; die Insel setzt auf kleine, oft familiengeführte Hotels und Gästehäuser. Die grössten Adressen sind das Cotton Bay Resort & Spa an einem der schönsten Strände im Norden und das strandnahe Mourouk Ebony Hotel bei Port Sud-Est im Südosten.
Das Cotton Bay Resort & Spa ist mit über 30 Betriebsjahren das älteste und mit vier Sternen auch das gehobenste Haus der Insel; es liegt an einem der wenigen breiten Sandstrände im Norden von Rodrigues.
Näher an den Kitespots im Südosten liegt das Mourouk Ebony Hotel bei Port Sud-Est, umgeben von tropischem Garten mit Blick auf Lagune und Strand. Daneben gibt es rund um Port Mathurin, an der Anse Mourouk und in kleineren Küstenorten zahlreiche Gästehäuser und Ferienwohnungen, oft mit Halbpension und familiärer Betreuung.
Quellen: Cotton Bay Resort (cottonbay.mu) · Mourouk Ebony Hotel
Was isst man auf Rodrigues?
Die Küche von Rodrigues dreht sich um frischen Fisch und vor allem Tintenfisch, der als «ourite» in Currys, Salaten oder gegrillt fast überall auf der Karte steht. Dazu kommen lokal angebauter Chili, Zwiebeln und Knoblauch, die auch als Exportprodukte der Insel gelten.
Civet d'ourite, ein würziges Tintenfisch-Curry, gilt als das inoffizielle Nationalgericht der Insel und wird von Restaurants bis zu einfachen Verkaufsständen am Hafen angeboten. Weil die Lagune reich an Tintenfisch ist, sammeln viele Familien ihn traditionell selbst bei Ebbe im Flachwasser.
Rund um den Samstagmarkt von Port Mathurin verkaufen Marktfrauen zusätzlich Gebäck, eingelegtes Gemüse und Honig aus lokaler Imkerei; die kleinteilige Landwirtschaft der Insel bei Zwiebeln, Knoblauch und Chili prägt auch die Alltagsküche in den Haushalten.
Welche Kultur prägt Rodrigues?
Kultur auf Rodrigues bedeutet vor allem Musik: Sega Tambour, eine ältere und perkussivere Form des mauritischen Sega, begleitet Feste und Familienfeiern mit Akkordeon, Handtrommel und Triangel. Dazu kommt ein katholisch geprägter Festkalender, der sich im Alltag der Insel stärker zeigt als auf dem religiös vielfältigeren Mauritius.
Sega Tambour unterscheidet sich hörbar vom bekannteren Sega der Hauptinsel: Es ist rhythmisch dichter, wird traditionell mit Akkordeon statt Ravanne-Trommel begleitet und lebt stark von Improvisation zwischen den Musikerinnen und Musikern.
Die katholische Kirche prägt den Festkalender von Rodrigues stärker als auf Mauritius, wo Hinduismus, Islam und Christentum nebeneinander bestehen; Prozessionen und Pfarrfeste gehören zum sozialen Leben vieler Dörfer.
Was kann man auf Rodrigues erleben?
Zu den Höhepunkten zählen Tauchen und Schnorcheln in der geschützten Lagune und an den Riffkanälen, Kitesurfen an der Anse Mourouk sowie eine Bootsfahrt zur Vogelinsel Île aux Cocos. Dazu kommen Höhlenbesuche in der Caverne Patate und der François-Leguat-Reserve sowie Wanderungen zum Mont Limon.
Die geschützte Lagune bietet flache Tauchgänge zwischen 4 und 8 m, während ein Meerespark an der Südostküste einen über 12 km² grossen Schutzbereich für Kanäle und Aussenriffe mit oft über 25 m Sichtweite in der Trockenzeit umfasst. Wracktauchen und Kanaltauchen an Stellen wie der La Passe St François gelten unter erfahrenen Taucherinnen und Tauchern als Höhepunkt.
Kitesurferinnen und Kitesurfer nutzen vor allem die weite, flache Lagune vor Anse Mourouk und Graviers; mehrere Kiteschulen bieten dort Material und Unterricht für Einsteigende wie Fortgeschrittene an.
Bootsausflüge zur vogelreichen Île aux Cocos und zu weiteren Lagunen-Inselchen lassen sich mit Schnorcheln und einem Picknick am Strand verbinden; der Zugang zur Vogelkolonie ist ausschliesslich mit zugelassenem Guide erlaubt.
Wer lieber an Land unterwegs ist, kombiniert die Caverne Patate mit der nahen François-Leguat-Reserve und einer Wanderung auf den Mont Limon, von dessen Gipfel sich die gesamte Lagune und die vorgelagerten Riffe überblicken lassen.
Quellen: Bakwa Lodge · Rodrigues Tourism Office (discover-rodrigues.com) · Rodrigues Tourism Office (discover-rodrigues.com)
Wie reist man auf Rodrigues verantwortungsvoll?
Die Lagune von Rodrigues steht unter Schutz, mehrere Riffkanäle und die Insel Île aux Cocos sind nur mit zugelassenen Guides zugänglich. Wer diese Regeln respektiert und auf den Kauf von Korallen- oder Muschelsouvenirs verzichtet, hilft mit, das empfindliche Ökosystem zu erhalten.
Weil viele Familien auf Rodrigues direkt von Fischerei und kleinbäuerlicher Landwirtschaft leben, kommt der Kauf lokaler Produkte auf dem Samstagmarkt von Port Mathurin direkt der Inselbevölkerung zugute, statt importierte Waren zu bevorzugen.
Beim Schnorcheln und Tauchen gilt: nicht auf Korallen stehen und keine lebenden Muscheln oder Schneckenhäuser mitnehmen; der Bestand der Lagune erholt sich nur langsam von Schäden.
Womit lässt sich Rodrigues kombinieren?
Weil jede Reise nach Rodrigues über Mauritius führt, liegt eine Kombination mit einem Mauritius-Aufenthalt am naheliegendsten: ein paar Tage Ruhe und Lagune auf Rodrigues, ergänzt durch die grössere Infrastruktur, Restaurantvielfalt und Ausflugsvielfalt der Hauptinsel.
Viele Reisende planen Rodrigues als vier- bis sechstägigen Abstecher innerhalb einer längeren Mauritius-Reise, da der Rückflug ab Rodrigues wieder über die Hauptinsel führt. Eine direkte Weiterreise zu den Seychellen oder nach Réunion ist möglich, führt aber ebenfalls über einen Zwischenstopp auf Mauritius.
Für wen eignet sich Rodrigues, für wen weniger?
Rodrigues passt zu Taucherinnen, Kitesurfern und allen, die Ruhe, Natur und einen unaufgeregten Alltag einer kleinen Insel suchen. Wer ein grosses Angebot an Restaurants, Nachtleben oder luxuriöse Resortanlagen erwartet, findet das eher auf der Hauptinsel Mauritius.
- Gut geeignet: Taucherinnen und Taucher, Kitesurferinnen und Kitesurfer, Wanderer, Reisende, die kleinteiligen Tourismus und direkten Kontakt zur Inselbevölkerung schätzen.
- Weniger geeignet: Wer grosse Hotelanlagen mit umfassender Animation, ein breites Restaurantangebot oder Nachtleben sucht – dafür sind Rodrigues' Infrastruktur und Bevölkerungszahl schlicht zu klein.
Was bedeutet es, dass Rodrigues zu Mauritius gehört?
Rodrigues ist seit dem 12. Oktober 2002 ein autonomes Aussengebiet der Republik Mauritius mit eigener Regionalversammlung, bleibt aber Teil desselben Staates: Währung, Amtssprachen, Einreisebestimmungen und Aussenvertretung sind identisch mit denen von Mauritius. Für alle allgemeinen Fragen zu Einreise, Zeitzone und Landeswährung gilt deshalb die Länderseite Mauritius; diese Seite beschreibt nur, was auf Rodrigues konkret anders ist.
Die Rodrigues Regional Assembly entscheidet seit 2002 über lokale Angelegenheiten wie Landwirtschaft, lokale Infrastruktur und Tourismusförderung, während Aussenpolitik, Verteidigung und die grossen Wirtschaftsgesetze weiterhin von der Zentralregierung in Port Louis kommen. Für Reisende hat das kaum praktische Folgen: Es gibt keine eigene Grenzkontrolle, kein eigenes Visum und keine eigene Währung.
- Was gleich bleibt: Mauritius-Rupie, UTC+4, Einreiseregeln für CH/DE/AT, mauritische Auslandsvertretungen.
- Was auf Rodrigues eigen ist: eigene Regionalversammlung, eigener Dialekt (Kreol Rodrigé), eigene Fluggesellschaft-Anschlüsse und Fährfahrpläne, eigenes, deutlich kleineres Hotelangebot.
- Praktische Folge fürs Reisen: Wer nach Rodrigues will, braucht in jedem Fall einen Zwischenstopp auf Mauritius – Flughafenkontrollen und Einreiseformulare betreffen die Republik Mauritius als Ganzes, nicht Rodrigues gesondert.
Quellen: Wikipedia · Auswärtiges Amt