Was erwartet Reisende in Montenegro?
Montenegro verbindet die Bucht von Kotor, eine der südlichsten Fjordlandschaften Europas, mit der Bergwelt des Durmitor-Nationalparks und der Tara-Schlucht, einer der tiefsten Flussschluchten Europas. Auf rund 13'800 km² wechseln sich Adriaküste, Karstgebirge und Hochebenen auf kurzer Distanz ab.
Drei Räume prägen eine typische Reise: die Küste mit der Bucht von Kotor, Budva und der Halbinsel Sveti Stefan, das Landesinnere mit der Hauptstadt Podgorica und der alten Königsstadt Cetinje, und das Hochgebirge im Norden mit Durmitor-Nationalpark und Tara-Schlucht.
Diese Seite fasst Regionen, Reisezeit, Einreise und Gesundheit zusammen (Stand September 2026), dazu die Hinweise von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA für Schweizer, Deutsche und Österreicher.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie ist Montenegro als Reiseland?
Montenegro erklärte sich bereits 1991 zum ersten «ökologischen Staat» der Welt und ist seit der Unabhängigkeit von Serbien 2006 ein eigener Staat, seit 2017 NATO-Mitglied und seit 2010 EU-Beitrittskandidat (Beitrittsverhandlungen laufen seit 2012). Der Euro ist Landeswährung, obwohl das Land weder EU- noch Eurozonen-Mitglied ist.
Montenegro führte den Euro bereits 2002 einseitig ein, damals als Nachfolge der D-Mark, ohne formelle Währungsvereinbarung mit Brüssel; das Land bleibt ausserhalb von EU und Schengen-Raum und führt eine eigene Visapolitik. Seit 2012 laufen EU-Beitrittsverhandlungen, ein Termin für den Beitritt steht noch nicht fest.
Podgorica ist erst seit 1946 Hauptstadt; zuvor war Cetinje jahrhundertelang Sitz der montenegrinischen Fürsten und Könige und trägt bis heute den Titel «Alte Königshauptstadt», mit dem offiziellen Wohnsitz des Staatspräsidenten. Das Land ist religiös überwiegend serbisch-orthodox geprägt, mit muslimischen und katholischen Minderheiten vor allem an der Küste.
Auf engem Raum wechseln sich mediterrane Küste, alpines Hochgebirge und karstige Hochebenen ab; der Name «Montenegro» («Schwarzer Berg») geht auf die dunkel bewaldeten Hänge des Bergs Lovćen bei Cetinje zurück.
Quellen: Wikipedia
Welche Regionen von Montenegro lohnen sich?
Die Bucht von Kotor mit der gleichnamigen Altstadt ist das bekannteste Ziel, Budva und die Halbinsel Sveti Stefan bilden das Zentrum der Küste. Podgorica und die alte Königsstadt Cetinje liegen im Landesinnern, während der Durmitor-Nationalpark im Norden mit Tara-Schlucht und Schwarzem See das Hochgebirge erschliesst.
Bucht von Kotor
Die Bucht von Kotor, oft als südlichster Fjord Europas bezeichnet, ist tatsächlich eine überflutete Flussmündung (Ria) zwischen steilen Karstbergen. Die Altstadt von Kotor mit ihren venezianisch geprägten Stadtmauern ist seit 1979 gemeinsam mit der umliegenden Naturlandschaft als Natural and Culturo-Historical Region of Kotor UNESCO-Welterbe; die Kathedrale des Heiligen Tryphon stammt aus dem 12. Jahrhundert.
Budva und Sveti Stefan
Budva, eine der ältesten Siedlungen an der Adria mit über 2'500-jähriger Geschichte, ist heute Zentrum der montenegrinischen «Riviera» mit dichter Hotel- und Ausgehszene. Die vorgelagerte Halbinsel Sveti Stefan, ein ehemaliges Fischerdorf, ist heute ein exklusives Hotelresort und eines der meistfotografierten Motive Montenegros.
Podgorica und Cetinje
Podgorica ist seit 1946 Hauptstadt, weitgehend modern nach Kriegszerstörungen im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut, mit der Millennium-Brücke über den Fluss Morača als markantem Wahrzeichen. Cetinje, bis 1946 Hauptstadt und bis heute «Alte Königshauptstadt» mit Sitz des Staatspräsidenten, bewahrt zahlreiche ehemalige Botschaftsgebäude aus der Zeit des unabhängigen Königreichs Montenegro.
Lovćen-Nationalpark
Der Lovćen-Nationalpark zwischen Cetinje und der Bucht von Kotor beherbergt auf dem Gipfel Jezerski vrh (1'657 m) das Mausoleum des Fürstbischofs und Dichters Petar II. Petrović-Njegoš; 461 Stufen führen zur Aussichtsplattform mit Blick über Bucht von Kotor, Skutarisee und bis zu den Albanischen Alpen.
Durmitor-Nationalpark und Tara-Schlucht
Der Durmitor-Nationalpark im Norden, seit 1980 UNESCO-Welterbe, schützt eine von Gletschern geformte Landschaft mit dem Schwarzen See und rund 50 Gipfeln über 2'000 m. Die angrenzende Tara-Schlucht ist mit bis zu 1'300 m Tiefe eine der tiefsten Flussschluchten Europas und drittlängste der Welt nach Grand Canyon und Fish River Canyon; rund 60 km der insgesamt 82 km langen Schlucht liegen innerhalb der Parkgrenzen.
Der Skutarisee an der Grenze zu Albanien, mit rund 370 bis 530 km² je nach Wasserstand grösster See des Balkans, ist als Nationalpark ein wichtiges Vogelschutzgebiet mit Pelikanen und Reihern. Bootstouren ab Virpazar führen durch Seerosenfelder und zu kleinen Klosterinseln.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · UNESCO World Heritage Centre
Reiseziele
Regionen mit eigener Seite
Inseln und Regionen
- RegionBucht von KotorDie Bucht von Kotor ist eine rund 28 km lange Ria an der Küste Montenegros mit venezianischen Steinstädten zwischen steilen Bergen.
- RegionDurmitor und TaraDer Durmitor-Nationalpark im Norden Montenegros ist UNESCO-Welterbe mit 18 Gletscherseen, dem Bobotov Kuk (2’523 m) und der bis zu 1’300 m tiefen…
Wann ist die beste Reisezeit für Montenegro?
Für die Küste eignen sich Mai/Juni und September am besten: warm, aber ohne die Extremhitze des Hochsommers. Podgorica und die Küste erreichen im Juli und August regelmässig Höchstwerte über 34 °C, während der Durmitor-Nationalpark im Norden deutlich kühler bleibt und im Winter schneesicher ist.
Die Stationsdaten zeigen für Podgorica und Kotor ein ausgeprägt mediterranes Muster mit sehr heissen, trockenen Sommern und milden, aber sehr regenreichen Wintern: Podgorica erreicht im Juli und August Höchstwerte um 34.5 bis 34.9 °C bei kaum Niederschlag, im November dagegen bis 194 mm Regen im Monat.
Podgorica und Kotor im Jahresverlauf
| Podgorica | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 11 | 13 | 17 | 21 | 25 | 31 | 35 | 35 | 29 | 23 | 17 | 12 |
| Tiefstwert °C | 3 | 5 | 7 | 11 | 15 | 20 | 23 | 23 | 18 | 13 | 8 | 4 |
| Niederschlag mm | 154 | 147 | 141 | 103 | 92 | 70 | 44 | 44 | 113 | 140 | 194 | 177 |
| Kotor | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 13 | 14 | 16 | 20 | 24 | 29 | 32 | 32 | 28 | 23 | 19 | 14 |
| Tiefstwert °C | 2 | 3 | 4 | 7 | 11 | 16 | 18 | 18 | 14 | 10 | 7 | 3 |
| Niederschlag mm | 156 | 152 | 138 | 103 | 89 | 67 | 42 | 43 | 116 | 138 | 187 | 178 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station PODGORICA-GRAD (2 km, 50 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station TIVAT (5 km, 6 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Für den Durmitor-Nationalpark und Wanderungen um den Schwarzen See eignen sich Juni bis September am besten, da viele Höhenwege bis in den späten Frühling schneebedeckt sind; im Winter ist Žabljak ein bescheidenes, aber beliebtes Skigebiet. Die Badesaison an der Küste dauert meist von Anfang Juni bis Ende September.
Herbst und Winter bringen an der Küste laut den Stationsdaten sehr hohe Niederschlagsmengen: Kotor verzeichnet im November im Mittel rund 187 mm Regen, deutlich mehr als im Sommer. Wer die Bucht von Kotor ausserhalb der Hauptsaison besucht, sollte wetterfeste Kleidung einplanen.
Quellen: NOAA National Centers for Environmental Information
Was braucht man für die Einreise nach Montenegro?
Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen mit einem bei Ausreise noch mindestens drei Monate gültigen Reisepass ein und benötigen kein Visum; mit Reisepass sind bis zu 90 Tage, mit blossem Personalausweis nur bis zu 30 Tage visumfrei möglich, da Montenegro wie Albanien und Bosnien und Herzegowina ausserhalb des Schengen-Raums eine eigene Visapolitik führt (Stand September 2026).
- Schweiz, Deutschland und Österreich: Reisepass genügt für bis zu 90 Tage, Personalausweis nur für bis zu 30 Tage; kein Visum nötig.
- Andere Staatsangehörigkeiten: Es gelten die eigenen Vorschriften Montenegros; massgeblich ist die Botschaft oder Vertretung des Landes im Wohnsitzland.
Ausländische Gäste müssen sich laut Auswärtigem Amt innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft bei der örtlichen Polizei anmelden; bei Übernachtung in einem Hotel übernimmt dieses die Anmeldung normalerweise automatisch. Wer neben einer weiteren auch die montenegrinische Staatsangehörigkeit besitzt, wird von den Behörden ausschliesslich als montenegrinischer Staatsangehöriger behandelt und muss montenegrinische Reisedokumente verwenden.
Massgeblich sind die Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und den montenegrinischen Behörden zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Auswärtiges Amt
Welche Impfungen und welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Montenegro?
Für die direkte Einreise aus der Schweiz, Deutschland oder Österreich sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A für die meisten Reisenden sowie bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition zusätzlich Hepatitis B und Tollwut empfohlen.
Die CDC empfiehlt für die meisten Reisenden eine Hepatitis-A-Impfung sowie einen aktuellen Impfschutz gegen Masern, Mumps, Röteln, Tetanus und Grippe. Hepatitis B wird für ungeimpfte Reisende jeden Alters empfohlen, eine Gelbfieberimpfung ist nicht erforderlich.
In ländlichen und bewaldeten Gebieten, etwa im Durmitor-Nationalpark, besteht zwischen Frühling und Herbst ein Risiko für zeckenübertragene Erkrankungen; konsequenter Zeckenschutz und das Absuchen der Haut nach Wanderungen sind sinnvoll. Die medizinische Versorgung an der Küste und in Podgorica ist gut, in entlegeneren Bergregionen eingeschränkter.
Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt in Montenegro; für Österreich besteht zusätzlich ein Sozialversicherungsabkommen. Trotzdem wird für alle drei Länder eine Reise-Zusatzversicherung mit Rücktransport empfohlen.
Quellen: Centers for Disease Control and Prevention (CDC) · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie sicher ist Montenegro für Reisende?
Reisen nach Montenegro gelten laut BMEIA grundsätzlich als sicher. Bei nicht angemeldeten Demonstrationen kann es im Grossraum Podgorica und auf der Route zum Flughafen zu mehrstündigen Strassenblockaden kommen.
Das EDA rät, Demonstrationen und politische Kundgebungen zu meiden, da gewalttätige Ausschreitungen oder Zusammenstösse mit Sicherheitskräften nicht ausgeschlossen werden können. Übliche Vorsichtsmassnahmen gegen Kleinkriminalität gelten wie in anderen Balkanländern, besonders in touristischen Zentren an der Küste.
Von Frühling bis Herbst besteht erhöhte Waldbrandgefahr, insbesondere in den trockenen Sommermonaten im Landesinnern und in den Bergregionen. Wer eine Reise zum Flughafen Podgorica plant, sollte die aktuelle Verkehrslage wegen möglicher Strassenblockaden vorher prüfen. Die aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA vor der Abreise prüfen.
Quellen: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie reist man nach Montenegro und im Land herum?
Internationale Flüge landen am Flughafen Podgorica (TGD) mit laut FlightConnections 45 Nonstop-Zielen in 19 Ländern und am kleineren Flughafen Tivat (TIV) direkt an der Bucht von Kotor mit 38 Zielen in 23 Ländern. Zwischen den Regionen verkehren Fernbusse, ein durchgehendes Bahnnetz spielt für Reisende nur eine untergeordnete Rolle.
| Strecke | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Podgorica – Kotor | Bus/Auto | rund 1.5 h |
| Podgorica – Budva | Bus/Auto | rund 1 h |
| Kotor – Cetinje | Auto (Serpentinenstrasse) | rund 45 min |
| Podgorica – Durmitor/Žabljak | Bus/Auto | rund 3 bis 3.5 h |
| Flughafen Tivat – Kotor | Taxi | rund 15 min |
| Flughafen Podgorica – Zentrum | Taxi, Bus | rund 20 min |
Podgorica Airport bedient laut FlightConnections 45 Ziele in 19 Ländern, die beliebtesten Routen führen nach Belgrad, Istanbul und Wien. Tivat Airport, unmittelbar an der Bucht von Kotor gelegen, bedient 38 Ziele in 23 Ländern, darunter mehrere Strecken nach Grossbritannien, Deutschland und in die Schweiz, mit Dubai als längster Nonstopverbindung in rund 5 h 40 min.
Die kurvenreiche Serpentinenstrasse von Kotor hinauf nach Cetinje bietet spektakuläre Ausblicke über die Bucht, erfordert aber vorsichtiges Fahren; sie ist auch Ausgangspunkt für den Lovćen-Nationalpark. Für Ausflüge zum Durmitor-Nationalpark im Norden ist ein Mietwagen oder eine organisierte Tour praktischer als der öffentliche Verkehr.
Fernbusse verbinden Podgorica, Kotor, Budva und Žabljak mehrmals täglich; ein grenzüberschreitendes Bahnnetz existiert Richtung Serbien über die spektakuläre Bahnstrecke Belgrad–Bar, die als eine der landschaftlich eindrucksvollsten Europas gilt.
Quellen: FlightConnections
Welches Geld braucht man in Montenegro und wie bezahlt man?
Landeswährung ist der Euro, den Montenegro bereits 2002 einseitig ohne EU- oder Eurozonen-Mitgliedschaft eingeführt hat. Die meisten Reisenden aus der Eurozone müssen deshalb kein Geld wechseln; Kartenzahlung ist an der Küste und in Podgorica weit verbreitet, in entlegeneren Bergdörfern dominiert Bargeld.
Da Montenegro den Euro ohne formelle Vereinbarung mit der Europäischen Zentralbank nutzt, gibt es keine eigene Geldpolitik und keine montenegrinischen Euro-Münzen; im Umlauf sind reguläre Euro-Scheine und -Münzen anderer Eurostaaten. Geldautomaten sind an der Küste und in Podgorica verbreitet, im Durmitor-Nationalpark und in kleineren Bergdörfern seltener.
Trinkgeld ist nicht Pflicht, aber verbreitet: In Restaurants sind rund 10 Prozent der Rechnung üblich, da viele Angestellte in der Gastronomie zu niedrigen Löhnen arbeiten und auf Trinkgeld angewiesen sind.
Quellen: Wikipedia · montenegro.com
Wo übernachtet man in Montenegro am besten?
An der Bucht von Kotor liegen die begehrtesten Unterkünfte in oder nahe der Altstadt von Kotor; in Budva konzentriert sich das Angebot auf die Altstadt und die angrenzenden Strandhotels. Für den Durmitor-Nationalpark ist Žabljak der übliche Stützpunkt mit kürzesten Wegen zu Wanderrouten und Schwarzem See.
Kotors Altstadt bietet stimmungsvolle, aber begrenzte und in der Hochsaison teure Zimmer innerhalb der Stadtmauern; Alternativen liegen in den Nachbarorten entlang der Bucht mit besserer Verkehrsanbindung. Budva ist auf ein jüngeres, ausgehfreudiges Publikum ausgerichtet, während Sveti Stefan als exklusives Resort ein deutlich höheres Preissegment bedient.
Žabljak auf rund 1'450 m Höhe ist mit einfacheren Gästehäusern und Hotels der praktischste Stützpunkt für den Durmitor-Nationalpark, sowohl im Sommer zum Wandern als auch im Winter zum Skifahren.
Was isst man in Montenegro?
Die Küche unterscheidet sich zwischen Küste und Landesinnern: An der Adria dominieren Fisch, Meeresfrüchte und italienisch beeinflusste Gerichte, im Bergland deftige Balkanküche mit gegrilltem Fleisch, Käse und Räucherschinken (Njeguški pršut aus der Region um Cetinje).
An der Küste sind gegrillter Fisch, Muscheln (Buzara-Zubereitung mit Wein, Knoblauch und Kräutern) und Risotto mit Meeresfrüchten verbreitet, stark italienisch beeinflusst durch die jahrhundertelange venezianische Präsenz. Im Bergland dominieren Räucherschinken und -käse aus der Region Njeguši nahe Cetinje sowie deftige Fleischgerichte.
Kačamak, ein Brei aus Maismehl, Kartoffeln und Käse, ist ein traditionelles Bauerngericht aus dem Hochland. Zum Kaffee gehört, wie in den Nachbarländern, eine ausgeprägte Café-Kultur mit langen Sitzungen auf den Terrassen von Kotor oder Budva.
Welche Kultur und welche Feste prägen Montenegro?
Montenegro ist überwiegend serbisch-orthodox geprägt, mit muslimischen und katholischen Minderheiten vor allem an der Küste. Der Unabhängigkeitstag am 21. Mai erinnert an das Referendum von 2006, mit dem sich das Land von der Staatenunion mit Serbien löste.
Petar II. Petrović-Njegoš, Fürstbischof und Nationaldichter des 19. Jahrhunderts, gilt als zentrale kulturelle Figur; sein Mausoleum auf dem Lovćen ist Wallfahrtsort und Aussichtspunkt zugleich. Das Ostrog-Kloster, im 17. Jahrhundert in eine rund 900 m hohe Felswand gebaut, ist die wichtigste Pilgerstätte des orthodoxen Christentums in Montenegro und zieht jährlich bis zu einer Million Besucher an.
Der 21. Mai erinnert an das Unabhängigkeitsreferendum 2006, bei dem sich eine knappe Mehrheit für die Loslösung von der Staatenunion mit Serbien aussprach; der Tag wird mit offiziellen Feiern begangen. Orthodoxe Feiertage wie Weihnachten am 7. Januar (nach julianischem Kalender) und Ostern prägen den religiösen Festkalender.
Welche Erlebnisse lohnen sich in Montenegro?
Zu den Höhepunkten zählen die Altstadt von Kotor, die Serpentinenstrasse und das Njegoš-Mausoleum im Lovćen-Nationalpark, der Schwarze See im Durmitor-Nationalpark und Wildwasser-Rafting in der Tara-Schlucht. Wer segelt oder taucht, findet an der Küste rund um Budva und Sveti Stefan klares Wasser und mehrere Buchten.
Kulturelle Höhepunkte
- Altstadt Kotor: venezianisch geprägte Stadtmauern, seit 1979 UNESCO-Welterbe.
- Njegoš-Mausoleum, Lovćen: 461 Stufen zur Aussichtsplattform über Bucht und Skutarisee.
- Ostrog-Kloster: in eine Felswand gebaute Pilgerstätte, rund 900 m über dem Zeta-Tal.
- Cetinje: ehemalige Königshauptstadt mit historischen Botschaftsgebäuden.
Aktiv und draussen
Wildwasser-Rafting in der Tara-Schlucht ist zwischen Mai und September beliebt, mit Stromschnellen unterschiedlicher Schwierigkeit vor der Kulisse einer bis zu 1'300 m tiefen Schlucht. Im Durmitor-Nationalpark führen markierte Wanderwege rund um den Schwarzen See und auf mehrere Gipfel über 2'000 m; im Winter ist Žabljak ein bescheidenes Skigebiet.
Küste erleben
Bootstouren durch die Bucht von Kotor führen oft zu den beiden künstlichen Inselchen Gospa od Škrpjela und Sveti Đorđe vor Perast. An der Küste rund um Budva und Sveti Stefan sind Segeln und Schnorcheln verbreitet, mit zahlreichen kleineren Buchten abseits der Hauptorte.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · UNESCO World Heritage Centre
Wie reist man in Montenegro verantwortungsvoll?
Wer die Bucht von Kotor ausserhalb der Kreuzfahrt-Stosszeiten am Vormittag besucht und die Hochsaison im Juli/August meidet, entlastet die engen Gassen der Altstadt spürbar. Im Durmitor-Nationalpark helfen markierte Wege dabei, die als «erster ökologischer Staat» deklarierte Naturlandschaft zu schützen.
- Kotors Altstadt ausserhalb der Kreuzfahrt-Stosszeiten besuchen, da mehrere grosse Schiffe gleichzeitig die engen Gassen stark füllen können.
- Im Durmitor-Nationalpark und am Schwarzen See auf markierten Wegen bleiben, um die von Gletschern geformte Landschaft zu schonen.
- Wasser an der Küste bewusst nutzen, da kleinere Orte in der Hochsaison an Kapazitätsgrenzen stossen können.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre
Mit welchen Ländern lässt sich Montenegro kombinieren?
Montenegro grenzt an Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo und Albanien; besonders verbreitet ist die Kombination mit Kroatien über die Küstenstrasse nach Dubrovnik oder mit Albanien über die Küste bei Ulcinj. Kroatien ist Schengen-Mitglied, an dieser Grenze ist deshalb mit einer regulären Passkontrolle zu rechnen.
Von Kotor nach Dubrovnik in Kroatien sind es rund 1.5 bis 2 Autostunden über die Küstenstrasse, ein beliebter Tagesausflug oder Etappenwechsel bei einer Balkan-Rundreise. Richtung Süden führt die Küste über Ulcinj weiter zur albanischen Riviera; da auch Albanien ausserhalb des Schengen-Raums liegt, findet an dieser Grenze ebenfalls eine reguläre Kontrolle statt.
Für wen eignet sich Montenegro, für wen weniger?
Montenegro passt zu Reisenden, die auf kurzer Distanz Adriaküste, Fjordlandschaft und alpines Hochgebirge verbinden wollen. Weniger geeignet ist es für alle, die in nur wenigen Tagen ein grosses Land mit vielen Grossstädten erwarten, da Montenegro mit rund 620'000 Einwohnern zu den kleinsten Staaten Europas zählt.
Gut passt Montenegro für Aktivurlauber, die Wandern, Rafting und Küstenbaden kombinieren möchten, sowie für Kurztrips ab Kroatien oder Albanien. Weniger ideal ist der Hochsommer für Reisende, die überfüllte Kreuzfahrt-Stosszeiten in Kotor meiden möchten; dann eignen sich Mai, Juni oder September besser.