Die Bucht von Taiohae auf Nuku Hiva

Inselgruppe · Französisch-Polynesien

Marquesas

Die Marquesas liegen rund 1’400 km nordöstlich von Tahiti und sind mit 9’346 Einwohnerinnen und Einwohnern (Zählung 2017) die abgelegenste der fünf Inselgruppen Französisch-Polynesiens. Anders als Bora Bora oder Moorea fehlt hier der schützende Riffring: Steile, von Wasserfällen durchzogene Täler fallen direkt ins offene Meer. Seit 2024 stehen die Inseln als Te Henua Enata auf der UNESCO-Welterbeliste, benannt nach Tikis, Gauguins Grab in Atuona und einer Kultur, die nach der Kolonialzeit fast ausgelöscht wurde.

Foto: Karsten Winegeart auf Unsplash

Reisewissen · geprüfte Inhalte, mit Quelle · getrennt von der Reiseplanung

Archipel
eigenständige Inselgruppe, 15 Inseln, 6 davon bewohnt
Fläche
1’049 km²
Bevölkerung
9’346 (Zählung 2017)
Höchster Punkt
Mont Oave (Ua Pou), 1’230 m
Distanz zu Tahiti
rund 1’400 km nordöstlich
Anreise ab Tahiti
Flug 3 h 15 nach Nuku Hiva, oder Aranui-Schiff, 12-Tage-Rundfahrt
Zeitzone
UTC−9:30, einzige Halbstunden-Zeitzone Französisch-Polynesiens
Währung
CFP-Franc (XPF), an den Euro gekoppelt (1’000 XPF ≈ 8.38 EUR)
Einreise CH/DE/AT
kein Visum bis 90 Tage, gleiche Regeln wie Französisch-Polynesien (Stand September 2026)
UNESCO
Marquesas-Inseln («Te Henua Enata») seit 26. Juli 2024 Welterbe
Notruf
15 (Rettungsdienst SAMU), 17 (Polizei), 18 (Feuerwehr)
Impfungen
keine Pflicht (ausser Gelbfieber-Transit); Hepatitis A empfohlen

Warum auf die Marquesas reisen?

Kurz gesagt

Die Marquesas sind mit rund 1’400 km die abgelegenste Inselgruppe Französisch-Polynesiens: kein Riff, keine türkise Lagune, dafür steile, grüne Täler, Wasserfälle über 300 m Höhe und eine der dichtesten Ansammlungen archäologischer Stätten im Pazifik. Wer Übertourismus meiden und die polynesische Kultur unverfälschter erleben will, findet hier das Gegenprogramm zu Bora Bora und Moorea.

Statt Lagunenresorts prägen Guesthouses in Familienhand und kleine Hotels das Bild; statt Strandliegen stehen Pferde, Wanderungen zu Tikis und Bootsausflüge im Programm. Wer nach «echtem» Polynesien sucht, wie es Paul Gauguin und später Jacques Brel anzog, findet es hier eher als auf den Gesellschaftsinseln.

Seit dem 26. Juli 2024 stehen die Marquesas als Te Henua Enata («Land der Menschen») auf der UNESCO-Welterbeliste – eine Anerkennung der aussergewöhnlichen Kulturlandschaft aus Tikis, Tempelplattformen und einer bis heute lebendigen Tätowier- und Schnitzkunst.

Der Preis dafür ist Distanz: Eine Woche gilt als Minimum, weil schon der Flug ab Tahiti 3 Stunden 15 Minuten dauert und die sechs bewohnten Inseln nur unregelmässig durch Kurzstreckenflüge oder das Fracht- und Passagierschiff Aranui verbunden sind.

Quellen: Wikipedia

Wie sind die Marquesas?

Kurz gesagt

15 Inseln bilden die Marquesas, davon sind sechs bewohnt: Nuku Hiva, Hiva Oa, Ua Pou, Ua Huka, Tahuata und Fatu Hiva. Zusammen kommen sie auf 1’049 km² und 9’346 Einwohnerinnen und Einwohner (Zählung 2017) – eine Bevölkerungsdichte von unter 9 pro km², eine der niedrigsten Französisch-Polynesiens.

Geologisch sind die Marquesas jünger und schroffer als die Gesellschaftsinseln: Ohne umgebendes Barriereriff erodieren die Vulkankegel direkt ins offene Meer, was messerscharfe Grate, tiefe Buchten und Wasserfälle wie den rund 350 m hohen Vaipo auf Nuku Hiva hervorbringt.

Historisch war die Bevölkerung deutlich grösser: Schätzungen für das späte 18. Jahrhundert gehen von 80’000 bis 100’000 Menschen aus. Eingeschleppte Krankheiten liessen die Zahl bis 1926 auf ein Rekordtief von 2’255 einbrechen; seither erholt sie sich langsam wieder.

Verwaltet werden die Inseln in sechs Gemeinden und bilden eine von fünf administrativen Untergliederungen Französisch-Polynesiens. Amtssprache ist Französisch, daneben ist Marquesanisch (’Eo ’Enata) Alltagssprache, mit spürbaren Dialektunterschieden zwischen den Inseln.

Quellen: Wikipedia

Welche Inseln lohnen sich auf den Marquesas?

Kurz gesagt

Nuku Hiva ist mit 339 km² die grösste und meistbesuchte Insel, Hiva Oa mit Atuona die kulturell bekannteste wegen der Gräber von Paul Gauguin und Jacques Brel. Ua Pou fällt durch seine Basaltnadeln auf, Ua Huka gilt als Pferdeinsel, Tahuata und Fatu Hiva sind nur mit dem Boot erreichbar.

Nuku Hiva

Die grösste Insel (339 km², rund 3’120 Einwohner 2017) hat ihren Verwaltungssitz in Taiohae an der Südküste, während der Flughafen rund 50 km entfernt im Nordwesten liegt – gut 1.5 Stunden Fahrzeit. Rund um Hatiheu und Taipivai liegen einige der besterhaltenen Tiki- und Tempelplattformen (Paepae) der Marquesas, dazu das Hochplateau Toovii mit freilaufenden Pferden und Rindern.

Der Vaipo-Wasserfall im Hakaui-Tal stürzt rund 350 m in die Tiefe und gilt als einer der höchsten Französisch-Polynesiens; der Zustieg dauert je nach Kondition einen vollen Tag hin und zurück.

Hiva Oa

Zweitgrösste Insel (rund 320 km², 2’190 Einwohner 2012) mit dem Hauptort Atuona, wo Paul Gauguin 1901 sein letztes Zuhause fand und Jacques Brel 1975 mit seiner Yacht ankam. Beide sind wenige Meter voneinander auf dem Friedhof Calvaire mit Blick über die Bucht begraben; das Kulturzentrum Maison du Jouir und das Espace Jacques Brel zeigen Nachbauten und persönliche Objekte.

Im abgelegenen Tal von Puamau steht mit dem Tiki von Iipona die grösste Steinfigur der Marquesas; die archäologische Stätte gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen der vorkolonialen Kultur im Pazifik.

Ua Pou, Ua Huka, Tahuata und Fatu Hiva

Die kleineren bewohnten Marquesas-Inseln
InselFlächeEinwohnerBesonderheit
Ua Pou106 km²2’168 (2022)vier markante Basaltnadeln, u. a. Mont Oave, 1’230 m
Ua Huka83 km²719 (2022)Pferdeinsel mit sechs kleinen Museen
Tahuata61 km²595 (2022)nur per Boot erreichbar, Zentrum für Holz- und Knochenschnitzerei
Fatu Hiva85 km²600 (2022)kein Flughafen, Bucht der Jungfrauen (Hanavave), Tapa-Rindenstoff

Ua Pou ist für seine vier Basaltnadeln bekannt, darunter der 1’230 m hohe Mont Oave, der höchste Punkt der Marquesas. Ua Huka gilt als «Pferdeinsel»: Seit Admiral du Petit-Thouars 1842 Pferde einführte, leben dort schätzungsweise 3’000 wildlebende Tiere neben nur 719 Menschen.

Tahuata und Fatu Hiva haben keinen Flughafen und sind nur per Boot erreichbar; auf Fatu Hiva liegt mit der Bucht von Hanavave, der «Bucht der Jungfrauen», eines der meistfotografierten Motive der Marquesas, umgeben von schroffen Lavatürmen.

Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Tahiti Tourisme

Wann ist die beste Reisezeit für die Marquesas?

Kurz gesagt

Die trockeneren Monate von Mai bis Oktober eignen sich am besten für Wanderungen zu Wasserfällen und archäologischen Stätten, weil Flusswege und Pfade dann weniger aufgeweicht sind. Anders als auf den Gesellschaftsinseln bleiben die Marquesas ausserhalb der Hauptzugbahn der Südpazifik-Zyklone, was das Risiko der Regenzeit von November bis April senkt.

Was wann auf den Marquesas
ZeitraumWas man erlebt
Mai bis Oktobertrockenere Monate, beste Bedingungen für Wanderungen
Dezember (alle zwei Jahre)Matavaa-Festival auf wechselnder Insel
etwa alle zwei bis drei WochenAbfahrt der Aranui-Rundfahrt ab Papeete
November bis Aprilfeuchter, aber ausserhalb der Haupt-Zyklonbahn

Die Temperaturen bleiben ganzjährig gleichmässig tropisch-warm bei rund 27 bis 28 °C, ohne die ausgeprägtere kühlere Saison der südlicheren Inselgruppen. Der Niederschlag ist insgesamt geringer als bei den Gesellschaftsinseln, weil Nuku Hiva im Regenschatten der zentralen Bergkette liegt; genaue Messwerte fehlen mangels naher Wetterstation, weshalb die Werte als Richtwert aus Satellitendaten gelten.

Kulturell lohnt sich ein Besuch zum Matavaa-Festival, das alle zwei Jahre, meist im Dezember, auf einer wechselnden Insel stattfindet; wer den Termin verpasst, erlebt kleinere Dorffeste ganzjährig. Unterkünfte und Flüge sollten für das Festival laut Veranstalter rund sechs Monate im Voraus gebucht werden.

Quellen: Tahiti Tourisme

Was braucht man für die Einreise auf die Marquesas?

Kurz gesagt

Die Marquesas haben keinen eigenen internationalen Grenzübertritt: Auch wer direkt nach Nuku Hiva oder Hiva Oa fliegt, wird vorher am internationalen Flughafen Papeete (PPT) auf Tahiti kontrolliert, weil es keine internationalen Linienflüge zu den Marquesas gibt. Es gelten dieselben Regeln wie für ganz Französisch-Polynesien; ausführliche Angaben zu Visum, Zoll und Sicherheitslage stehen auf der Seite Französisch-Polynesien.

Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum; ein Reisepass, ein Rückflug- oder Weiterreiseticket und ausreichende Mittel für den Aufenthalt werden bei der Einreise verlangt (Stand September 2026).

Für andere Staatsangehörigkeiten als CH/DE/AT gelten eigene Regeln; massgeblich sind allein die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA vor der Abreise.

Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA

Welche Impfungen und Vorsorge braucht man für die Marquesas?

Kurz gesagt

Vorgeschrieben ist keine Impfung, ausser bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet innerhalb von sechs Tagen. Healthytravel.ch empfiehlt die Grundimpfungen nach Schweizer Impfplan sowie Hepatitis A; wegen der abgelegenen Lage lohnt sich zusätzlich eine gut bestückte Reiseapotheke.

Ciguatera, eine Vergiftung durch Toxine in grösseren Riff- und Lagunenfischen, listet die CDC eigens unter den Ernährungsrisiken auf. Ein 2014 dokumentierter Fall auf Nuku Hiva, bei dem mehrere Reisende nach dem Verzehr einer lokalen Meeresschnecke erkrankten, zeigt, dass auch ungewöhnliche Meeresfrüchte betroffen sein können; im Zweifel fragt man vor Ort nach, welcher Fisch unbedenklich ist.

Die medizinische Versorgung beschränkt sich auf ein kleines Krankenhaus in Taiohae (Nuku Hiva) und Gesundheitsposten auf den übrigen Inseln; bei ernsten Notfällen ist eine Verlegung per Flugzeug nach Papeete nötig, was eine Reiseversicherung mit Rücktransport auf den Marquesas besonders wichtig macht.

Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC) · PMC, National Institutes of Health

Wie sicher sind die Marquesas?

Kurz gesagt

Das Auswärtige Amt stuft Französisch-Polynesien als grundsätzlich sicher ein; die Marquesas liegen ausserhalb der Hauptzugbahn der Südpazifik-Zyklone, was das Risiko gegenüber den westlicheren Inselgruppen senkt. Grösste Gefahr ist das offene Meer: Ohne schützendes Riff treffen Dünung und Strömung ungebremst auf die Küsten.

Baden ist an den meisten Küsten wegen Strömung, Wellengang und gelegentlicher Haie im offenen Wasser nicht empfehlenswert; die wenigen sicheren Stellen kennen lokale Guesthouses und Guides am besten. Bei Wanderungen in den steilen Tälern warnt die Verwaltung nach starkem Regen vor Sturzbächen und rutschigen Pfaden.

Quellen: Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA

Wie kommt man auf die Marquesas?

Kurz gesagt

Einziger Weg ist der Umweg über Papeete: Air Tahiti fliegt mehrmals wöchentlich in 3 Stunden 15 Minuten nach Nuku Hiva (NHV) und weiter nach Atuona auf Hiva Oa (AUQ); wer Zeit hat, reist stattdessen mit dem Fracht- und Passagierschiff Aranui in 12 Tagen zu allen sechs bewohnten Inseln.

Anreise auf die Marquesas ab Papeete (Stand September 2026)
VerbindungDauerAnbieter
Flug Papeete–Nuku Hiva (NHV)3 h 15 minAir Tahiti, Air Moana
Flug Papeete–Atuona/Hiva Oa (AUQ)rund 3 h 30 min, teils mit ZwischenstoppAir Tahiti
Aranui-Rundfahrt (12 Tage, alle sechs Inseln)12 Tage ab/bis Papeete, rund 20 Abfahrten pro JahrAranui 5

Der Flughafen von Nuku Hiva liegt gut 50 km und eine rund 1.5-stündige Fahrt vom Hauptort Taiohae entfernt; wer weiterreisen will, nutzt lokale Kleinflüge von Air Tahiti zu den Nachbarinseln Ua Pou, Ua Huka und Hiva Oa. Fatu Hiva und Tahuata haben keinen Flughafen und sind nur per Boot erreichbar.

Die Aranui 5 verlässt Papeete für ihre Marquesas-Rundfahrten rund 20 Mal im Jahr, im Schnitt etwa alle zwei bis drei Wochen; das kombinierte Fracht- und Passagierschiff mit rund 230 Plätzen beliefert die Inseln mit Waren und nimmt auf dem Rückweg Kopra, Zitrusfrüchte und Fisch mit.

Papeete selbst ist von Übersee nur mit Umsteigeverbindungen zu erreichen: Nonstop-Drehkreuze sind unter anderem Los Angeles, Auckland und Tokio-Narita, sodass eine Marquesas-Reise ab Europa in jedem Fall zwei Langstreckenflüge plus den Inlandflug oder die Schiffsreise bedeutet.

Quellen: Tahiti Tourisme · Aranui Cruises · FlightConnections

Welche Währung gilt auf den Marquesas, und wie bezahlt man?

Kurz gesagt

Bezahlt wird wie in ganz Französisch-Polynesien mit dem CFP-Franc (XPF), fest an den Euro gekoppelt: 1’000 XPF entsprechen rund 8.38 Euro. Wegen der Abgelegenheit ist Bargeld hier wichtiger als auf Tahiti oder den Gesellschaftsinseln.

Geldautomaten gibt es nur in Taiohae (Nuku Hiva) und Atuona (Hiva Oa); auf Ua Pou, Ua Huka, Tahuata und Fatu Hiva fehlen sie meist ganz. Kreditkarten werden in grösseren Hotels akzeptiert, in Guesthouses, kleinen Läden und bei Kunsthandwerkern ist Bargeld oft die einzige Option.

Wer mit der Aranui reist, wechselt am besten schon vor der Abfahrt in Papeete ausreichend Bargeld, da an Bord und in den kleinen Häfen nur begrenzt Wechselmöglichkeiten bestehen.

Quellen: Wikipedia

Wo übernachtet man auf den Marquesas?

Kurz gesagt

Grosse Ketten-Resorts fehlen; stattdessen dominieren kleine, familiengeführte Pensions und Guesthouses mit wenigen Zimmern, oft direkt bei der Gastfamilie. In Taiohae und Atuona gibt es zusätzlich einige grössere Hotels.

Weil das Bettenangebot insgesamt klein ist, lohnt sich frühes Buchen, besonders in der Reisezeit Mai bis Oktober und rund um das Matavaa-Festival; auf Tahuata und Fatu Hiva reicht das Angebot oft nur für wenige Gäste gleichzeitig. Wer mit der Aranui reist, übernachtet an Bord und macht Tagesausflüge zu den Inseln.

Quellen: Tahiti Tourisme

Was isst man auf den Marquesas?

Kurz gesagt

Die Küche beruht auf Brotfrucht (Uru), Wildschwein und Ziege, meist im Erdofen Humu Kaikai auf heissen Vulkansteinen gegart. Als lokale Variante von Poisson cru gilt Ika Mito: Fischwürfel, die zuerst in Salzwasser mit Knoblauch ziehen, bevor sie mit Kokosmilch übergossen werden.

Kaaku, am Feuer geröstete und zu einer glatten Paste zerstampfte Brotfrucht mit Kokosmilch, gilt als eines der typischsten Gerichte der Inseln. Auf Hiva Oa wird zudem Kaffee angebaut, der wegen der kleinen Erntemengen kaum über die Marquesas hinauskommt.

Quellen: Tahiti Tourisme

Wie leben die Menschen auf den Marquesas?

Kurz gesagt

Rund 9’346 Menschen leben auf den sechs bewohnten Marquesas-Inseln (Zählung 2017), verteilt auf sechs Gemeinden. Amtssprache ist Französisch, daneben ist Marquesanisch (’Eo ’Enata) im Alltag lebendig, mit eigenen Dialekten von Insel zu Insel.

Die Marquesas gelten als Ursprung der aufwendigsten Tätowierkunst Polynesiens: Ganzkörpertätowierungen markierten Status, Abstammung und Lebensstationen. Das Wort «Tattoo» selbst geht auf das tahitianische Tatau («schlagen») zurück; auf den Marquesas erlebt die traditionelle Technik heute eine Wiederbelebung.

Holz- und Knochenschnitzerei ist bis heute Alltagshandwerk, besonders auf Tahuata, wo praktisch jeder Mann Rosenholz, Knochen und Schwertfisch-Rostren zu traditionellen Motiven verarbeitet. Alle zwei Jahre bringt das Matavaa-Festival, das reihum auf einer der Inseln stattfindet, Tanz, Gesang, Tätowierkunst und traditionellen Sport zusammen.

Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Tahiti Tourisme

Was kann man auf den Marquesas erleben?

Kurz gesagt

Wanderungen zu Tikis und Tempelplattformen, Ausritte über das Hochplateau Toovii, Tauchen mit Mantarochen und gelegentlich Hammerhaien sowie eine mehrtägige Fahrt mit dem Fracht- und Passagierschiff Aranui zählen zu den prägendsten Erlebnissen der Inselgruppe.

Der Tiki von Iipona im Tal von Puamau (Hiva Oa) ist die grösste Steinfigur der Marquesas und Teil einer der bedeutendsten archäologischen Stätten Französisch-Polynesiens; rund um Hatiheu und Taipivai auf Nuku Hiva liegen weitere gut erhaltene Tempelplattformen und Petroglyphen.

Auf dem Hochplateau Toovii im Zentrum Nuku Hivas weiden freilaufende Pferde und Rinder auf einer Graslandschaft, die eher an die Anden als an die Südsee erinnert; geführte Ausritte verbinden das Plateau mit Aussichtspunkten über die Nordküste.

Der Vaipo-Wasserfall im Hakaui-Tal (rund 350 m) und der Tiki-Pfad um Hatiheu sind die bekanntesten Tageswanderungen; wer tiefer eintauchen will, bucht eine mehrtägige Aranui-Etappe zu allen sechs bewohnten Inseln inklusive Landausflügen.

  • Gauguin und Brel: Grabstätten und Kulturzentren in Atuona auf Hiva Oa.
  • Tauchen und Schnorcheln: Mantarochen, Adlerrochen, gelegentlich Hammerhaie im offenen, riff-losen Wasser.
  • Reiten: geführte Ausritte auf dem Hochplateau Toovii und in den Küstentälern.
  • Tätowierkunst: traditionelle Marquesas-Motive bei lokalen Tätowierern, oft mit persönlicher Bedeutung.

Quellen: Tahiti Tourisme · Tahiti Tourisme

Wie reist man auf den Marquesas rücksichtsvoll?

Kurz gesagt

Seit 2024 stehen die Marquesas als Te Henua Enata auf der UNESCO-Welterbeliste; Tikis, Tempelplattformen und Petroglyphen gelten als geschützte Kulturgüter, die man nicht berührt oder besteigt.

Weil das Fracht- und Passagierschiff Aranui die Inseln mit Waren versorgt, ist Tourismus hier direkt mit der lokalen Versorgung verknüpft; wer in kleinen Guesthouses statt in importierten Ketten übernachtet und Kunsthandwerk direkt bei Schnitzern und Tätowierern kauft, unterstützt die Inselwirtschaft unmittelbar.

Quellen: Wikipedia

Womit lassen sich die Marquesas kombinieren?

Kurz gesagt

Am einfachsten mit den Tuamotu-Atollen, da die Aranui auf ihrer Marquesas-Rundfahrt Fakarava und Rangiroa anläuft; wer stattdessen fliegt, kombiniert die Marquesas über Papeete mit Tahiti, Moorea oder den Gesellschaftsinseln.

Eine reine Marquesas-Reise ab Papeete braucht mindestens eine Woche allein für Flug oder Schiff plus Aufenthalt; wer zusätzlich Bora Bora oder Moorea sehen will, plant für die Kombination besser drei Wochen ein, da die Marquesas keine kurzen Anschlussflüge zu den westlichen Inselgruppen haben.

Für wen eignen sich die Marquesas, für wen weniger?

Kurz gesagt

Die Inseln passen zu Reisenden, die Kultur, Wandern und Abgeschiedenheit über Lagune und Strand stellen und Zeit für lange Anreisewege mitbringen. Weniger geeignet sind sie für alle, die in ein bis zwei Wochen auch Strand und Lagune wollen oder auf kurze Wege zwischen den Inseln angewiesen sind.

  • Passt gut: Wanderer, Kulturinteressierte, Rückkehrer, die schon Bora Bora oder Moorea kennen und «echtes» Polynesien suchen.
  • Passt weniger: Erstbesucher mit nur einer Woche Zeit, Badeferien-Suchende, alle, die auf eine geschützte Lagune zum Schwimmen mit Kindern angewiesen sind.

Gut zu kombinieren

Klarheit vor der Reise

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten zu Marquesas.

Wie kommt man auf die Marquesas?

Mit dem Flug von Air Tahiti ab Papeete, 3 Stunden 15 Minuten bis Nuku Hiva, oder mit dem Fracht- und Passagierschiff Aranui auf einer 12-tägigen Rundfahrt zu allen sechs bewohnten Inseln.

Braucht man ein Visum für die Marquesas?

Nein, für Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige gilt bei touristischen Aufenthalten bis 90 Tage kein Visum, da dieselben Regeln wie für ganz Französisch-Polynesien gelten.

Warum gibt es auf den Marquesas keine Lagune?

Den Inseln fehlt das schützende Barriereriff, weil sie geologisch jünger und steiler sind als die Gesellschaftsinseln; die Vulkankegel erodieren direkt ins offene Meer, statt eine Lagune zu umschliessen.

Wie lange sollte man für die Marquesas einplanen?

Mindestens eine Woche, wegen des 3-Stunden-15-Minuten-Flugs oder der 12-tägigen Schiffsreise; wer mehrere Inseln sehen will, plant besser zehn bis vierzehn Tage.

Wo sind Paul Gauguin und Jacques Brel begraben?

Beide liegen auf dem Friedhof Calvaire oberhalb von Atuona auf Hiva Oa, wenige Meter voneinander entfernt.

Was ist das Matavaa-Festival?

Ein alle zwei Jahre auf einer wechselnden Insel stattfindendes Kulturfestival mit Tanz, Tätowierkunst und traditionellem Sport; es findet meist im Dezember statt.

Kann man auf den Marquesas baden?

An den meisten Küsten eher nicht: Es fehlt das schützende Riff, Strömung und Wellengang sind stark; sichere Stellen kennen lokale Guesthouses und Guides am besten.

Wie kommt man zwischen den Marquesas-Inseln?

Mit kleinen Air-Tahiti-Flügen zwischen Nuku Hiva, Ua Pou, Ua Huka und Hiva Oa, oder mit dem Boot; Tahuata und Fatu Hiva haben keinen Flughafen.

Welche Insel der Marquesas sollte man zuerst besuchen?

Nuku Hiva als grösste Insel mit den meisten Unterkünften oder Hiva Oa wegen der Gauguin- und Brel-Stätten; beide sind per Linienflug ab Papeete erreichbar.

Sind die Marquesas UNESCO-Welterbe?

Ja, seit dem 26. Juli 2024 stehen sie als «Te Henua Enata» wegen ihrer aussergewöhnlichen Kulturlandschaft auf der Liste.

Wie teuer ist eine Reise auf die Marquesas?

Wegen der langen Anreise und begrenzten Kapazitäten meist teurer als eine Reise nach Tahiti oder Moorea allein; die Aranui-Rundfahrt inklusive Vollpension ist die planbarste, aber nicht die günstigste Option.

Welche Sprache spricht man auf den Marquesas?

Amtssprache ist Französisch, daneben ist Marquesanisch (’Eo ’Enata) mit eigenen Dialekten je Insel lebendig; in Unterkünften kommt man oft auch mit Englisch weiter.

Gibt es auf den Marquesas Wildpferde?

Ja, vor allem auf Ua Huka und dem Hochplateau Toovii auf Nuku Hiva, eingeführt im 19. Jahrhundert und heute frei lebend.

Quellen und Stand

Woher die Angaben stammen

Stand: 23. September 2026, redaktionell geprüft von TalkTravel Redaktion. Bei Einreise, Sicherheit und Gesundheit sind die verlinkten amtlichen Stellen massgeblich.

  1. Marquesas Islands, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  2. Nuku Hiva, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  3. Hiva Oa, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  4. Ua Pou, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  5. Ua Huka, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  6. Fatu Hiva, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  7. Tahuata, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  8. CFP franc, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  9. Time in French Polynesia, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  10. List of emergency telephone numbers, Wikipedia, abgerufen 23. September 2026
  11. Nuku Hiva, Tahiti Tourisme, abgerufen 23. September 2026
  12. In the Footsteps of Gauguin and Brel in Hiva Oa, Tahiti Tourisme, abgerufen 23. September 2026
  13. Matavaa Henua Enana, Tahiti Tourisme, abgerufen 23. September 2026
  14. Enjoy the Typical Cuisine of the Marquesas Islands, Tahiti Tourisme, abgerufen 23. September 2026
  15. Frankreich: Reise- und Sicherheitshinweise, Auswärtiges Amt, abgerufen 23. September 2026
  16. Französische Überseegebiete, Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA), abgerufen 23. September 2026
  17. Reisehinweise für Frankreich: Sicherheit vor Ort, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, abgerufen 23. September 2026
  18. French Polynesia: Traveler View, Centers for Disease Control and Prevention (CDC), abgerufen 23. September 2026
  19. Französisch-Polynesien: Reisemedizinische Empfehlungen, healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin, abgerufen 23. September 2026
  20. Tectus niloticus as a Novel Vector of Ciguatera Poisoning: Nuku Hiva Island, PMC, National Institutes of Health, abgerufen 23. September 2026
  21. Marquesas Islands Cruise, Aranui Cruises, abgerufen 23. September 2026
  22. Flights to Tahiti (PPT), FlightConnections, abgerufen 23. September 2026

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