Warum lohnt sich eine Reise auf die Marshallinseln?
Auf den Marshallinseln treffen aussergewöhnliche Geschichte und aussergewöhnliche Natur aufeinander: Im Bikini-Atoll liegt eine der eindrücklichsten Wracktauchstätten der Welt, Überbleibsel von 23 Atomtests zwischen 1946 und 1958, während Aussenatolle wie Arno oder Jaluit noch weitgehend traditionelles Inselleben zeigen. Zugleich gehört das Land zu den am stärksten vom Klimawandel bedrohten Staaten der Erde.
Die Republik Marshallinseln liegt im Zentralpazifik, rund 3'700 km südwestlich von Hawaii, und besteht aus 29 Atollen sowie 5 Einzelinseln mit insgesamt rund 1'225 grösseren und kleineren Inseln. Seit 1986 steht das Land in freier Assoziation (Compact of Free Association) mit den USA, die völkerrechtliche Unabhängigkeit folgte 1990.
Veränderliche Angaben – Gebühren, Einreiseregeln, Flugpläne – tragen den Stand September 2026.
Wie sind die Marshallinseln als Reiseland?
Mit rund 42'400 Einwohnerinnen und Einwohnern auf nur 181 km² Landfläche gehören die Marshallinseln zu den am dünnsten besiedelten und zugleich am dichtesten gedrängten Ländern der Erde – je nach Atoll. Touristisch ist das Land ein Nischenziel: Wer kommt, sucht meist entweder Technisches Wracktauchen oder bewusst ein sehr ursprüngliches Pazifikerlebnis.
Rund die Hälfte der Bevölkerung lebt im Hauptstadtatoll Majuro, ein grosser Teil des Rests im Kwajalein-Atoll rund um die dicht besiedelte Insel Ebeye. Auf den zahlreichen Aussenatollen leben oft nur wenige hundert Menschen von Fischfang, Kopra-Produktion und Subsistenzlandwirtschaft.
Die traditionelle Gesellschaft ist matrilinear organisiert: Landrechte vererben sich über die weibliche Linie, und traditionelle Häuptlinge («Iroij») haben neben der parlamentarischen Demokratie bis heute reale Bedeutung, besonders auf den Aussenatollen.
Wirtschaftlich prägen US-Unterstützungszahlungen aus dem Compact of Free Association, Fischereilizenzen sowie – seit den Atomtests der 1950er-Jahre – ein bis heute laufender Entschädigungsprozess das Land stärker als der Tourismus.
Was gehört auf eine Reise durch die Marshallinseln?
Praktisch jede Reise beginnt in Majuro, dem einzigen Ort mit touristischer Infrastruktur und internationalem Flughafen. Von dort aus sind Bikini als spezialisierte Tauchdestination und Kwajalein mit seiner Militärgeschichte die bekanntesten Ziele, während die zahlreichen Aussenatolle nur mit viel Zeit und eigener Logistik erreichbar sind.
Majuro – die Hauptstadtlagune
Majuro besteht aus 64 Inselchen entlang eines rund 40 km langen, elliptischen Riffs um eine 114 km² grosse Lagune. Das urbane Zentrum verteilt sich auf die drei zusammengewachsenen Inselchen Delap, Uliga und Djarrit (kurz «DUD»); am Westende des Atolls, rund 50 km entfernt, liegt der ruhigere Ortsteil Laura mit dem beliebtesten Sandstrand des Landes.
Die einzige Strasse Majuros folgt dem schmalen Inselring zwischen Lagune und offenem Pazifik – streckenweise ist die Insel kaum breiter als die Strasse selbst, ein eindrückliches Bild für die Verletzlichkeit des Atolls gegenüber Sturmfluten.
Bikini-Atoll – Tauchen in der Geschichte
Auf Bikini zündeten die USA zwischen 1946 und 1958 insgesamt 23 der landesweit 67 Atomtests, darunter am 1. März 1954 den «Castle Bravo»-Test mit rund 15 Megatonnen Sprengkraft – die stärkste je von den USA gezündete Wasserstoffbombe und rund 1'000-mal stärker als die Hiroshima-Bombe. Die Bevölkerung war zuvor umgesiedelt worden und konnte wegen anhaltender radioaktiver Belastung bis heute nicht dauerhaft zurückkehren; seit 2010 steht das Atoll als UNESCO-Welterbe unter Schutz, als Mahnmal für die Macht und die Folgen von Atomwaffentests.
In der Lagune liegen bis heute Kriegs- und Testschiffe, die durch die Detonationen versenkt wurden, darunter der Flugzeugträger USS Saratoga in rund 51 m Tiefe – mit seinen gut 270 m Länge das grösste tauchbare Wrack der Welt – sowie das ehemalige japanische Flaggschiff HIJMS Nagato. Zugang und Tauchgänge sind ausschliesslich über wenige spezialisierte Liveaboard-Anbieter und in Absprache mit der Bikini-Inselgemeinde möglich, die die Schiffe selbst verwaltet.
Kwajalein und Ebeye
Kwajalein umschliesst mit rund 2'170 km² eine der grössten Lagunen der Welt und beherbergt seit den 1960er-Jahren den Ronald Reagan Ballistic Missile Defense Test Site, eine aktive US-Raketentestanlage. Marshallesische Angestellte der Anlage dürfen nicht auf Kwajalein selbst wohnen und leben stattdessen auf der benachbarten Insel Ebeye, mit rund 13'000 Menschen auf nur 32 Hektaren eine der am dichtesten besiedelten Inseln der Welt – eine direkte Folge der Umsiedlungen im Zuge der Raketentests.
Die Aussenatolle
Atolle wie Arno, Jaluit oder Ailinglaplap werden touristisch kaum besucht, zeigen dafür ein noch weitgehend traditionelles Inselleben mit Kopra-Produktion, Fischfang und Auslegerkanus. Ohne festen Fährplan sind sie meist nur mit Kleinflugzeugen oder Frachtschiffen und viel eigener Planung erreichbar.
Quellen: UNESCO World Heritage Centre · Marshall Islands Guide (infomarshallislands.com) · Wikipedia · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für die Marshallinseln?
Am trockensten ist es von Dezember bis März mit rund 137 bis 162 mm Regen pro Monat in Majuro, während die zweite Jahreshälfte mit bis zu 276 mm im Oktober spürbar feuchter ausfällt. Bikini-Tauchreisen finden ausschliesslich von Mai bis September statt, wenn die See auf der Überfahrt ruhig genug für die mehrtägige Anreise per Liveaboard ist.
Majuro: mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag
| Majuro | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 30 | 30 | 30 | 30 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 30 |
| Tiefstwert °C | 27 | 26 | 26 | 26 | 27 | 26 | 26 | 27 | 26 | 26 | 26 | 27 |
| Niederschlag mm | 161 | 137 | 162 | 227 | 211 | 223 | 252 | 234 | 260 | 276 | 267 | 224 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station MAJURO ATOLL WEATHER CENTER (7 km, 4 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Das Auswärtige Amt weist auf starke, mitunter taifunartige Winde sowie mögliche Überschwemmungen und Erdrutsche als Infrastrukturrisiken hin; anders als die weiter westlich gelegenen Teile Mikronesiens liegen die Marshallinseln zwar nicht im Zentrum der klassischen Taifunzugbahnen, spüren deren Ausläufer aber regelmässig.
Auch ausserhalb der eigentlichen Sturmsaison ist bei Springfluten mit vorübergehenden Überschwemmungen auf den tiefliegenden Inseln zu rechnen – ein Umstand, der weniger mit der Jahreszeit als mit dem allgemein steigenden Meeresspiegel zusammenhängt und bei einer Reiseplanung nach Laura oder in die Aussenatolle praktisch relevant sein kann.
Die Wassertemperatur bleibt ganzjährig bei rund 28 bis 29 °C, sodass die Reisezeit für Tauchgänge in Majuros Riffen eine kleinere Rolle spielt als für Bikini: Dort schliesst die stark eingeschränkte Zugänglichkeit ausserhalb von Mai bis September jede Reiseplanung von vornherein aus, unabhängig vom Wetter.
Quellen: Auswärtiges Amt
Was braucht man für die Einreise auf die Marshallinseln?
Schweizer, deutsche und österreichische Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte kein Visum, brauchen aber einen mindestens sechs Monate über die Reise hinaus gültigen Reisepass sowie ein Rück- oder Weiterflugticket. Bei der Ausreise wird zusätzlich eine Flughafengebühr von USD 20 fällig, von der Kinder unter 12 und Personen über 60 Jahren befreit sind.
Als Reisedokumente akzeptiert werden Reisepass, vorläufiger Reisepass und Kinderreisepass; ein Personalausweis genügt nicht. Für längere Aufenthalte gilt eine Besonderheit: Das österreichische Aussenministerium verlangt bei einem Aufenthalt über 30 Tage oder bei beabsichtigter Arbeitsaufnahme einen verpflichtenden HIV-Test.
Massgeblich sind die amtlichen Stellen: Auswärtiges Amt, BMEIA und die Einwanderungsbehörde der Marshallinseln. Das EDA führt für die Marshallinseln keine eigene Länderseite; es gelten die allgemeinen Reiseinformationen der Schweiz.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Welche Impfungen und welche Vorsorge braucht es für die Marshallinseln?
Eine Besonderheit gegenüber vielen anderen Pazifikstaaten: Das BMEIA nennt einen Masern-Impfnachweis für alle Reisenden ab sechs Monaten als Voraussetzung. Die CDC empfehlen darüber hinaus für die meisten Reisenden Hepatitis A, Hepatitis B und Typhus; Malaria kommt nicht vor.
Dengue-Fieber gilt laut CDC als ganzjähriges Risiko mit Ausbrüchen etwa alle zwei bis fünf Jahre, dazu kommt ein Zika-Risiko – konsequenter Mückenschutz mit DEET-haltigen Mitteln ab 20 % wird empfohlen. Weitere von der CDC genannte Risiken sind Leptospirose und das seltene Hantavirus.
Das Auswärtige Amt beschreibt die medizinische Grundversorgung als nur in Majuro und Ebeye gewährleistet; auf den Aussenatollen gibt es bestenfalls einfache Gesundheitsstationen. Eine Auslandskranken- und Rückholversicherung sowie eine gut ausgestattete Reiseapotheke sind deshalb besonders wichtig, ebenso eine medizinische Evakuierungsversicherung für Bikini-Tauchreisen fernab jeder Infrastruktur.
Quellen: CDC Travelers' Health · Auswärtiges Amt
Wie sicher sind die Marshallinseln für Reisende?
Das Auswärtige Amt und das BMEIA beschreiben die innenpolitische Lage als stabil; die aktuelle Lage ist bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zu prüfen. Gewaltkriminalität gegen Reisende ist selten, gelegentlich kommt es zu Taschendiebstahl oder Handtaschenraub in Majuro.
Grösseres praktisches Risiko als Kriminalität sind Naturgefahren: Die seismisch aktive Lage bringt Erdbebenrisiko mit sich, starke, mitunter taifunartige Winde sowie Überschwemmungen und Erdrutsche können die knappe Infrastruktur zwischen den Atollen zeitweise beeinträchtigen.
Auf Kwajalein gilt eine Besonderheit: Der Zugang zur eigentlichen Insel ist wegen der aktiven US-Raketentestanlage stark eingeschränkt und nur mit vorheriger Genehmigung möglich; Reisende bewegen sich dort praktisch ausschliesslich auf Ebeye.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie kommt man auf die Marshallinseln?
Internationaler Flughafen ist der Marshall Islands International Airport (MAJ) bei Majuro, mit Nonstop-Verbindungen zu 22 Zielen in 4 Ländern, überwiegend innerhalb der Insel-Hopper-Route von United Airlines. Eine direkte Nonstop-Verbindung aus Europa gibt es nicht; einzige interkontinentale Anbindung ist der Flug ab Honolulu, weitere Verbindungen bestehen Richtung Föderierte Staaten von Mikronesien und Guam.
United Airlines fliegt zweimal wöchentlich die vollständige Island-Hopper-Route Honolulu–Majuro–Kwajalein–Kosrae–Pohnpei–Chuuk–Guam; für die längste Teilstrecke Honolulu–Majuro werden rund 4,5 Stunden benötigt. Auf Kwajalein dürfen Passagiere das Flugzeug wegen der militärischen Nutzung der Anlage nicht verlassen.
Innerhalb des Landes verbinden Air Marshall Islands und United Airlines Majuro mit Kwajalein, während unregelmässige Kleinflugzeuge weitere Aussenatolle wie Jaluit oder Arno anfliegen – ein fester Flugplan existiert für die meisten dieser Strecken nicht.
Nach Bikini gibt es keinen Linienflug: Der Zugang erfolgt ausschliesslich über spezialisierte Liveaboard-Boote, die von Mai bis September ab Majuro auslaufen und ausschliesslich technisch zertifizierte Taucherinnen und Taucher mitnehmen.
Quellen: AeroRoutes · FlightConnections
Wie bezahlt man auf den Marshallinseln?
Landeswährung ist der US-Dollar, eine Umrechnung fällt für Reisende aus Nicht-Dollar-Ländern nur beim Geldwechsel an. Gängige Kreditkarten werden laut Auswärtigem Amt meist akzeptiert, allerdings vor allem in Majuro und Ebeye – auf den Aussenatollen ist Bargeld praktisch unverzichtbar.
Geldautomaten gibt es nur in Majuro und in begrenzter Zahl auf Ebeye; wer weiterreist, sollte ausreichend Bargeld für mehrere Tage mitführen, da eine Kartenzahlung ausserhalb der beiden Zentren kaum möglich ist.
Trinkgeld ist verbreiteter als in den Nachbarstaaten Mikronesiens: In Restaurants werden häufig 10 bis 20 % gegeben, im Hotel rund USD 2 bis 5 pro Aufenthalt oder Gepäckstück – die tatsächliche Höhe richtet sich nach der Servicequalität.
Bikini-Tauchreisen werden praktisch immer im Voraus beim Liveaboard-Anbieter in US-Dollar bezahlt, inklusive der an die Bikini-Inselgemeinde abzuführenden Zugangsgebühren; vor Ort fallen dann höchstens Trinkgelder für Crew und Guides an.
Quellen: Auswärtiges Amt · tipping-in.com
Wo übernachtet man auf den Marshallinseln?
Die einzige nennenswerte Auswahl an Hotels und Guesthouses liegt in Majuro, meist im urbanen Zentrum DUD oder nahe dem ruhigeren Laura Beach. Auf Ebeye und den Aussenatollen gibt es nur vereinzelte, einfache Unterkünfte ohne feste Buchungsplattform.
Grosse internationale Hotelketten fehlen; verbreitet sind mittelgrosse, oft staatlich mitgetragene Hotels sowie kleinere Guesthouses. Für Bikini-Tauchreisen entfällt die Frage der Unterkunft ohnehin: Übernachtet wird ausschliesslich an Bord des jeweiligen Liveaboards.
Wer die Aussenatolle besuchen will, sollte die Unterkunft frühzeitig über lokale Kontakte oder Reiseveranstalter vor Ort organisieren, da eine spontane Buchung vor Ort meist nicht möglich ist.
Was isst und trinkt man auf den Marshallinseln?
Die traditionelle Küche stützt sich auf Fisch, Kokosnuss, Brotfrucht und Pandanus; wegen der geringen Landfläche und kargen Böden wird ein grosser Teil der Grundnahrungsmittel importiert. Kopra, das getrocknete Fruchtfleisch der Kokosnuss, bleibt für viele Aussenatolle bis heute eine wichtige Einnahmequelle.
In Majuro prägen neben lokalem Fisch auch importierte Reis- und Fleischgerichte den Speiseplan, während auf den Aussenatollen die Ernährung stärker von Fischfang, Kokosnuss und wenigen angebauten Feldfrüchten wie Pandanus und Brotfrucht abhängt.
Ein traditionelles Gericht ist «Jaibo», ein aus fermentiertem Pandanus hergestellter, süsslicher Brei, der vor allem auf den Aussenatollen zubereitet wird und Reisenden selten ausserhalb privater Einladungen begegnet.
Welche Traditionen prägen die Marshallinseln?
Zentrales kulturelles Erbe ist die traditionelle Seefahrt: «Stick Charts» aus Kokosnussrippen und Muscheln kodierten Wellenmuster zwischen den Atollen und ermöglichten Navigation ganz ohne Kompass. Die Gesellschaft bleibt matrilinear geprägt, mit traditionellen Häuptlingen («Iroij»), die neben dem Parlament bis heute reale Autorität besitzen.
Die Stocktafeln gab es in drei Grundformen: «Mattang» zum Erlernen der Grundprinzipien, sowie «Meddo» und «Rebbelib» für die Navigation zwischen konkreten Inselgruppen. Erfahrene Navigatoren ertasteten dabei Interferenzmuster von Wellen, die an entfernten Inseln gebrochen wurden, buchstäblich mit dem eigenen Körper, während sie im Rumpf des Auslegerkanus lagen.
Der Gruss «Iokwe» bedeutet zugleich Begrüssung, Abschied und eine Form von Zuneigung oder Mitgefühl und fasst damit die als besonders gastfreundlich beschriebene lokale Kultur in einem Wort zusammen.
Am 1. März wird landesweit der «Remembrance Day» begangen, der an die Opfer der Atomtests erinnert – benannt nach dem Jahrestag des Castle-Bravo-Tests von 1954; am 1. Mai folgt der Verfassungstag zur Erinnerung an die Unterzeichnung der Verfassung 1979.
Was kann man auf den Marshallinseln erleben?
Für technische Taucherinnen und Taucher ist das Wracktauchen in Bikinis Lagune das mit Abstand prägendste, aber auch anspruchsvollste Erlebnis des Landes. Wer nicht taucht, erkundet Majuro per Fahrrad oder zu Fuss, badet in Laura, oder erfährt in Ebeye und den Aussenatollen eine sehr direkte Version pazifischen Alltags.
Bikini-Tauchreisen richten sich ausschliesslich an technisch zertifizierte Taucherinnen mit mindestens PADI Tec 50 oder gleichwertiger Ausbildung und rund 100 geloggten Tauchgängen; die Saison ist auf Mai bis September begrenzt, wenn die See für die mehrtägige Überfahrt ruhig genug ist.
In Majuro selbst lässt sich der schmale Inselring zwischen Lagune und offenem Pazifik gut mit dem Fahrrad erkunden; Sportfischen auf Marlin und Thunfisch sowie Schnorcheln an den Riffen rund um DUD zählen zu den einfacher zugänglichen Aktivitäten.
Wer die Aussenatolle bereist, erlebt Kopra-Verarbeitung, traditionellen Kanubau und – mit etwas Glück und lokaler Vermittlung – eine Fahrt mit einem nach traditionellem Vorbild gebauten Auslegerkanu.
Quellen: Bluewater Dive Travel
Wie reist man auf den Marshallinseln umweltbewusst?
Die Marshallinseln zählen zu den Ländern, die am stärksten vom Klimawandel bedroht sind: Eine gemeinsame Studie der Regierung und der Weltbank von 2021 zeigt, dass ein Meeresspiegelanstieg von einem Meter rund 40 % aller Gebäude in Majuro dauerhaft überfluten würde. Reisende erleben damit unmittelbar vor Ort, was andernorts oft nur abstrakt diskutiert wird.
Der höchste natürliche Punkt des Landes liegt nach offiziellen Angaben bei rund 14 m auf der Insel Airik im Maloelap-Atoll, die meisten bewohnten Inseln liegen aber im Schnitt nur rund 2 m über dem Meer – schon gewöhnliche Springfluten können deshalb zeitweise Strassen und Grundstücke überschwemmen.
Der bis heute laufende Entschädigungsprozess für die Opfer der 67 Atomtests zwischen 1946 und 1958 bleibt politisch ungelöst: Ein internationales Schiedsgericht sprach zwar Schadenersatz von über USD 2 Milliarden zu, ausgezahlt wurden bislang aber nur rund USD 270 Millionen. Wer das Bikini-Atoll besucht, unterstützt über die von der lokalen Inselgemeinde selbst verwalteten Tauchgebühren direkt die Nachfahren der einst umgesiedelten Bevölkerung.
Quellen: ReliefWeb / SPREP · Arms Control Association
Womit lässt sich eine Reise auf die Marshallinseln kombinieren?
Über die Insel-Hopper-Route lässt sich Majuro unkompliziert mit den Föderierten Staaten von Mikronesien und Guam verbinden, da derselbe United-Flug beide Ziele anfliegt. Über Nauru Airlines besteht zudem eine seltene Nonstop-Verbindung Richtung Kiribati.
Reisende, die von Hawaii kommen, nutzen Honolulu als einzigen interkontinentalen Umsteigepunkt; wer weiter Richtung Südpazifik reist, kann über Nauru Airlines auf der Strecke Majuro–Tarawa–Nauru–Brisbane in wenigen Etappen bis nach Australien gelangen.
Quellen: AeroRoutes
Für wen eignen sich die Marshallinseln, für wen weniger?
Die Marshallinseln passen zu technisch versierten Wracktaucherinnen, zu historisch Interessierten und zu allen, die ein sehr ursprüngliches, wenig touristisches Pazifikziel suchen. Weniger geeignet sind sie für Reisende, die klassische Strandferien, Komfort oder ein dichtes touristisches Angebot erwarten.
- Gut geeignet: Technisch zertifizierte Wracktaucherinnen und -taucher; historisch Interessierte mit Fokus auf Atomtests und Pazifikkrieg; Reisende, die bewusst ein Klimawandel-Frontline-Land besuchen wollen.
- Weniger geeignet: Freizeittaucherinnen ohne technische Zertifizierung, da Bikini nur für Fortgeschrittene zugänglich ist; wer klassische Strandresorts oder ein breites touristisches Angebot sucht, findet dies auf den Marshallinseln praktisch nicht.