Was ist La Paz und warum lohnt sich ein Aufenthalt?
La Paz ist Boliviens Regierungssitz und liegt in einem Canyon auf rund 3’650 m. Darüber, auf dem Altiplano, sitzt El Alto mit dem höchsten internationalen Flughafen der Welt (LPB, 4’061 m). Zusammen bilden die Städte einen Ballungsraum von rund 2.2 Millionen Menschen, verbunden durch ein Netz von zehn Seilbahnlinien.
Die meisten Reisenden landen in La Paz, weil Bolivien hier seinen verkehrsreichsten Flughafen im Hochland hat. Wer dort ankommt, steht nach der Landung 400 bis 450 m höher als die Innenstadt, in einer Stadt mit knapp 756’000 Einwohnern im Stadtgebiet (Zählung 2024) und 885’035 im benachbarten El Alto.
Die Region bietet auf engem Raum: den Hexenmarkt mit rituellen Opfergaben, die Ruinen von Tiwanaku 72 km westlich, die Fahrt über die frühere Yungas-Strasse in den Regenwaldrand und den Berg Chacaltaya auf über 5’400 m.
Diese Seite behandelt La Paz und El Alto als Reiseregion: Orte, Höhe, Reisezeit, Anreise, Sicherheit und Ausflüge. Allgemeines zu Einreise, Währung und Notrufen steht auf der Landesseite Bolivien.
Wie ist La Paz aufgebaut und wie fühlt sich die Stadt an?
La Paz ist eine Stadt in der Vertikalen: Je tiefer man kommt, desto wohlhabender sind laut Wikivoyage die Viertel, und über dem Canyonrand beginnt auf dem Altiplano El Alto. Die Höhenspanne reicht in der Stadt von rund 3’100 bis 4’058 m, das Klima ist ganzjährig kühl.
Gegründet wurde La Paz am 20. Oktober 1548 als «Nuestra Señora de La Paz». Die Stadt liegt im Tal des Flusses Choqueyapu und hat neun Stadtbezirke. Das Zentrum um die Plaza Murillo ist Sitz von Regierung und Parlament; die Plaza wurde 1558 im Schachbrettmuster angelegt und trägt seit 1902 den Namen des Unabhängigkeitskämpfers Pedro Murillo, der 1810 von den Spaniern hingerichtet wurde.
Die gehobenen Wohnviertel Sopocachi (eines der ältesten Wohnquartiere) und Calacoto im Süden liegen tiefer im Tal, San Jorge gilt als Finanz- und Diplomatenviertel. Oberhalb, rund um die Märkte und Busbahnhöfe, wohnt ein grosser Teil der Aymara-Bevölkerung. El Alto wurde im März 1985 von La Paz administrativ getrennt und 1987 formell als Stadt anerkannt.
Typisch ist die Architektur der Cholets in El Alto: bunte, mehrstöckige Gebäude im neoandinen Stil, entworfen unter anderem von Freddy Mamani. Die Gassen sind steil, und auf dieser Höhe ermüdet man schneller als gewohnt.
Die Stadt erwirtschaftet laut Wikipedia 24 % des bolivianischen Bruttoinlandprodukts.
Quellen: Wikipedia · Wikivoyage · Wikipedia · Wikipedia
Wie ordnet sich La Paz in Bolivien ein?
La Paz ist Regierungssitz, Sucre die verfassungsmässige Hauptstadt. Der Ballungsraum ist neben Santa Cruz das wirtschaftliche Zentrum Boliviens, und die meisten Hochland-Routen laufen über diese Stadt.
Landesweite Regeln, Reiseziele und die Gesamtplanung stehen auf der Landesseite Bolivien. Hier geht es um die Region La Paz und El Alto samt ihren Tagesausflügen. Allgemeine Angaben zu Land und Regierungssitz stützen sich auf Wikipedia.
Welche Orte in La Paz, El Alto und Umgebung lohnen sich?
Das Zentrum um die Plaza Murillo und die Märkte rund um die Calle Linares sind zu Fuss erreichbar, El Alto und Tiwanaku (72 km westlich) gehören auf einen eigenen Tag. Die Seilbahnen verbinden die Stadtteile für Bs 3 pro Fahrt, die Ruinen von Tiwanaku liegen auf 3’850 m.
Plaza Murillo und Innenstadt
Rund um die Plaza Murillo stehen der Präsidentenpalast Palacio Quemado, die Casa Grande del Pueblo, das Parlament und die Kathedrale Basílica Nuestra Señora de La Paz. Der Platz war Schauplatz vieler politischer Auseinandersetzungen; 1946 wurde hier Präsident Gualberto Villarroel von einer Menge an einer Laterne aufgehängt. Die Basílica de San Francisco aus dem Jahr 1743 steht wenige Schritte entfernt.
Hexenmarkt und Calle Sagarnaga
Der Mercado de las Brujas (Hexenmarkt) liegt laut Wikipedia an der Calle Linares und reicht bis zu den Strassen Jiménez, Santa Cruz und Illampu. Aymara-Händlerinnen, die *chifreras*, verkaufen Heilkräuter, Amulette und Opfergaben, die von Heilern, den *yatiri*, betreut werden. Das bekannteste Objekt ist der getrocknete Lamaembryo, *sullu* genannt, den man unter Fundamenten als Gabe an die Pachamama vergräbt. 2019 wurde der Markt als immaterielles Kulturerbe von La Paz anerkannt.
Die Calle Sagarnaga ist laut Wikivoyage die wichtigste Touristenstrasse mit Kunsthandwerk, Alpakaprodukten und Tourenbüros.
El Alto und die Cholets
El Alto liegt auf 4’150 m und ist mit 885’035 Einwohnern (2024) die zweitgrösste Stadt Boliviens. Berühmt sind die Cholets, bunte Gebäude im neoandinen Stil, und die Feria 16 de Julio, ein riesiger Freiluftmarkt. Von der Roten Linie der Seilbahn aus sieht man laut Howlanders besonders bei den Märkten am Donnerstag und Sonntag viel Betrieb; die Blaue Linie führt durch El Alto und zeigt die Cholets.
Valle de la Luna
Das Valle de la Luna liegt rund 10 km südlich der Innenstadt zwischen Mallasa und Aranjuez. Auf 15 Hektar hat die Erosion aus Ton und Sandstein Spitzen, Gräben und Höhlen geformt; der Name soll von Neil Armstrong stammen, der kurz nach 1969 zu Besuch war. Touren verbinden ihn häufig mit dem Chacaltaya.
Tiwanaku
Tiwanaku liegt auf 3’850 m, 72 km westlich von La Paz, und war zwischen etwa 375 und 700 n. Chr. auf dem Höhepunkt, bevor die Kultur um das Jahr 1000 unterging, wohl durch Trockenheit. Seit 2000 steht die Stätte auf der Welterbeliste. Zu sehen sind die 16.5 m hohe Pyramide Akapana, der Hof Kalasasaya mit dem Sonnentor und die T-förmige Plattform Pumapunku, deren grösster Steinblock auf rund 131 Tonnen geschätzt wird. Das Gelände umfasst etwa 4 km² Oberfläche.
Yungas, Coroico und Illimani
Die alte Yungas-Strasse (Camino a los Yungas) führt über 64 km und 3’500 Höhenmeter nach unten Richtung Coroico (1’525 m). Seit 2006 gibt es eine neue Ersatzstrasse, die alte Route nutzen vor allem Mountainbiker. Der Illimani (6’438 m) ist der höchste Gipfel der Cordillera Real, rund 82 km südöstlich der Stadt und von vielen Aussichtspunkten sichtbar; der Huayna Potosí (6’088 m) liegt 25 km nördlich.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikivoyage · Wikipedia · Howlanders · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wie gefährlich ist die Höhe in La Paz und El Alto?
La Paz liegt auf rund 3’650 m, der Flughafen in El Alto auf 4’061 m. Laut CDC ist jede nicht akklimatisierte Person ab einer Schlafhöhe von 2’450 m gefährdet, und das Risiko ist bei Direktankunft im Flugzeug besonders hoch. Das Auswärtige Amt nennt Schlafstörungen, Kopfschmerz, Schwindel, Erbrechen und zunehmende Luftnot als Warnzeichen.
| Ort | Höhe | Hinweis |
|---|---|---|
| Coroico (Yungas) | 1’525 m | deutlich tiefer als die Stadt, zum Erholen geeignet |
| Innenstadt La Paz | rund 3’650 m | tiefer Teil des Canyons: etwa 400 m unter dem Flughafen |
| Tiwanaku | 3’850 m | Ausflug von La Paz |
| Flughafen LPB / El Alto | 4’061 m bzw. 4’150 m | Ankunft ohne Zeit zur Anpassung |
| Zongo-Pass | 4’700 m | Ausgangspunkt für Huayna Potosí |
| Chacaltaya | über 5’400 m | gut 1.5 h von der Stadt, Aufstieg in der Höhe ohne Gewöhnung |
| Huayna Potosí | 6’088 m | Hochtour, nur mit Akklimatisierung und Guide |
Die CDC beschreibt, dass die Symptome meist 2 bis 12 Stunden nach der Ankunft einsetzen, oft während oder nach der ersten Nacht. Oberhalb von 3’000 m soll die Schlafhöhe laut Wilderness Medical Society um höchstens 500 m pro Nacht steigen, und für jede zusätzlichen 1’000 m braucht es einen weiteren Akklimatisationstag.
Für La Paz selbst schlägt die CDC vor, zuerst in einer tieferen Stadt zu übernachten und erst danach hinaufzusteigen; in manchen Fällen erübrigt das die Medikamente. Ob und welche Medikamente (die CDC nennt Acetazolamid als ärztliche Option) sinnvoll sind, gehört in ein reisemedizinisches Gespräch vor der Abreise.
Auf Warnzeichen wie Atemnot in Ruhe, Verwirrung oder unsicheren Gang muss man sofort absteigen; das Auswärtige Amt rät, bei bleibenden Beschwerden tiefere Lagen aufzusuchen. Wer noch nicht angepasst ist, sollte Ausflüge nach Chacaltaya, Huayna Potosí oder zu Wrestling-Veranstaltungen in El Alto auf die späteren Tage legen.
Quellen: CDC Yellow Book · Auswärtiges Amt · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · La Paz Life
Wann ist die beste Reisezeit für La Paz?
Die beste Zeit ist die Trockenzeit von Mai bis September: kaum Regen, klare Sicht auf den Illimani, aber Nächte unter dem Gefrierpunkt. Die Regenzeit konzentriert sich laut Wikipedia auf den Südsommer mit dem nassesten Monat Januar; die Tageshöchstwerte bleiben das ganze Jahr ähnlich mild.
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte und Monatsniederschlag in La Paz
| La Paz | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 18 | 18 | 18 | 19 | 19 | 18 | 18 | 19 | 20 | 20 | 21 | 19 |
| Tiefstwert °C | 7 | 7 | 6 | 4 | 1 | -1 | -1 | -1 | 2 | 4 | 5 | 7 |
| Niederschlag mm | 136 | 114 | 79 | 35 | 13 | 9 | 16 | 22 | 24 | 48 | 44 | 107 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station EL ALTO INTL (5 km, 4062 m), auf 3640 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Die Tabelle zeigt das Muster: Die Tage sind das ganze Jahr kühl bis mild, die Nächte sind in der Trockenzeit am kältesten, im Juni bis August liegen die mittleren Tiefstwerte unter 0 °C. Der meiste Regen fällt zwischen Dezember und März. Wikipedia bestätigt Januar als nassesten und Juni und Juli als trockenste Monate.
Trockenzeit (Mai bis September): beste Sicht, ideal für Chacaltaya und die Berge, aber warme Kleidung für Morgen und Abend einpacken. Laut La Paz Life bringt die Trockenzeit von Mai bis Oktober die klarsten Himmel auf Chacaltaya, am Vormittag ist die Sicht besser, weil sich im Tagesverlauf Wolken bilden.
Regenzeit (Dezember bis März): häufige Schauer am Nachmittag, Verkehrsstaus und mögliche Erdrutsche. Die Yungas-Strasse ist dann rutschig. Am 16. Juli feiert die Stadt ihren Gründungstag, die Alasita beginnt jedes Jahr am 24. Januar und dauert zwei bis drei Wochen.
Zu Blockaden, Streiks und Protesten, die unabhängig von der Jahreszeit auftreten können, siehe den Abschnitt Sicherheit.
Quellen: Wikipedia · La Paz Life · Wikivoyage · UNESCO Intangible Cultural Heritage · Wikipedia
Was brauche ich für die Einreise nach La Paz?
Die Einreise nach Bolivien läuft meist über El Alto (LPB) oder Santa Cruz. Deutsche brauchen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage pro Kalenderjahr kein Visum, der Reisepass muss mindestens sechs Monate gültig sein (Stand Oktober 2026); der Personalausweis wird nicht akzeptiert.
Für Schweizer, Deutsche und Österreicher gelten die Landesregeln, die auf der Seite Bolivien ausführlich stehen. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass am Flughafen in der Regel ein Einreisestempel eingetragen wird und dass Ausländer ohne Aufenthaltstitel eine Krankenversicherung nachweisen müssen. Bei Landgrenzen unbedingt auf den Stempel bestehen.
Für Österreich nennt das BMEIA Minderjährige: Wer ohne beide Eltern reist, braucht beglaubigte Geburtsurkunden und Einverständniserklärungen. Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln, die bolivianischen Vertretungen im Heimatland und die Migrationsbehörde geben Auskunft. Massgeblich sind immer die aktuellen Angaben von Auswärtigem Amt, BMEIA und EDA.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA
Welche Gesundheitshinweise gelten für La Paz?
In La Paz gibt es keine Malariaübertragung, die CDC nennt Malaria erst unterhalb von 2’500 m. Gelbfieber betrifft das Tiefland (Beni, Pando, Santa Cruz), nicht die Stadt selbst. Das Hauptthema ist die Höhe, siehe oben; healthytravel.ch empfiehlt zudem Hepatitis A für alle und für viele Reisende die Tollwutimpfung.
Für die Gelbfieberimpfung widersprechen sich die Quellen: Die CDC empfiehlt sie ab 9 Monaten für Reisen unter 2’300 m in Beni, Pando und Santa Cruz und nennt sie zugleich eine Einreisebedingung für alle Reisenden ab einem Jahr, healthytravel.ch empfiehlt sie für Gebiete unter 2’500 m östlich der Anden, und das Auswärtige Amt schreibt sie nur bei Einreise in Gelbfiebergebiete vor. Wer von La Paz in die Yungas oder ins Tiefland weiterreist, klärt das vorher ärztlich ab.
Dengue ist laut CDC das ganze Jahr ein Risiko im Land, Chikungunya kommt vor allem in den tieferen, feuchtwarmen Landesteilen vor. Die CDC erwähnt Tollwut bei Hunden und Fledermäusen; für Aktivitäten mit engem Tierkontakt, Fahrradtouren auf der Yungas-Strasse oder längere Aufenthalte ist die Impfung ein Thema für die Reiseberatung.
Das Österreichische Aussenministerium weist darauf hin, dass kein Sozialversicherungsabkommen mit Österreich besteht; eine Auslandskrankenversicherung ist deshalb wichtig. Das Auswärtige Amt rät zu einer Evakuierungsversicherung.
Quellen: CDC Travelers' Health · healthytravel.ch · Auswärtiges Amt · BMEIA
Wie sicher ist La Paz?
In La Paz und El Alto sind Überfälle, Trickdiebstähle, falsche Polizisten und falsche Taxis die strukturellen Risiken; dazu kommen Proteste und Strassensperren, die den Verkehr jederzeit lahmlegen können. Die aktuelle Lage und etwaige Abratungen von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA gehören vor jeder Reise geprüft.
Das Auswärtige Amt berichtet, dass Reisende bei Ankunft am Busbahnhof oder Flughafen schon von angeblichen Taxifahrern in entlegene Stadtteile gebracht wurden. Es rät zu Radiotaxis mit Leuchtschild, nicht vorbestellten Taxis sei besonders nachts zu misstrauen, und bei Polizeikontrollen solle man stets den Dienstausweis verlangen. Für die Yungas ist besondere Vorsicht geboten, Nachtfahrten auf Überlandstrecken sind zu vermeiden.
Das BMEIA nennt zahlreiche bewaffnete Überfälle und Trickdiebstähle in Touristengebieten, auch durch falsche Polizeikontrollen, sowie häufige Busüberfälle bei Nachtfahrten. Die EDA-Reisehinweise für Bolivien sind die massgebliche Schweizer Quelle und vor der Abreise zu lesen.
Wikivoyage nennt zusätzlich Taschendiebe in Menschenmengen und häufige Proteste, die den Verkehr am Mittag lahmlegen. Wertsachen versteckt tragen, nachts nicht allein in Randviertel und in El Alto auffällig auftreten, ist die übereinstimmende Empfehlung.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA · Wikivoyage
Wie reist man nach La Paz an und wie kommt man herum?
Der Flughafen El Alto (LPB) liegt auf 4’061 m, 13 km westlich der Stadt; er ist 2023 mit 2’607’457 Passagieren belegt. Verbindungen bestehen laut Wikipedia nach Lima, Santiago und Inlandsziele; Reisende von anderen Kontinenten steigen meist in einem Drehkreuz um. In der Stadt fährt die Seilbahn für Bs 3 pro Linie.
Laut Wikipedia bedienen BoA (Boliviana de Aviación), Avianca, LATAM Chile, LATAM Perú, EcoJet und TAM El Alto mit Verbindungen innerhalb Südamerikas, darunter Lima, Santiago und Inlandsziele. Wegen der Höhe können Grossraumflugzeuge wie die Boeing 747 oder der Airbus A330 nicht voll beladen starten, deshalb laufen schwere Langstreckenflüge über tiefer gelegene Flughäfen wie Santa Cruz (VVI). Auf der Landesseite Bolivien sind die Hauptverbindungen aus Europa, Nordamerika und den Drehkreuzen beschrieben.
Flughafen und Stadtmitte trennen etwa 12 bis 13 km und 30 bis 60 min, je nach Verkehr. Es gibt keinen Taxameter und keinen amtlichen Tarif: Laut Airport Transfer Portal sind vorab gebuchte Transfers für 80 bis 150 BOB üblich, offizielle Radiotaxis tragen eine nummerierte Dachleuchte mit Firmennamen. Bargeld in Bolivianos mitnehmen, Karten werden im Taxi nicht akzeptiert. Nachts nach 20 Uhr empfiehlt das Portal einen vorbestellten Transfer.
In der Stadt ist Mi Teleférico das einfachste Verkehrsmittel: zehn Linien, 26 Stationen, Kabinen im 12-Sekunden-Takt. Die erste Linie kostet Bs 3, jede Umsteigung weitere Bs 2; Umsteigen ist nicht gratis, der Aufpreis wird am Drehkreuz im Umsteigebahnhof automatisch abgebucht (Stand Oktober 2026). Bezahlt wird bar am Schalter, mit einer Karte oder mit der virtuellen Yala-Karte. Betriebszeiten: Howlanders nennt 06:00 bis 21:00 Uhr werktags und 07:00 bis 19:00 Uhr am Wochenende, Wikipedia spricht von 17 Betriebsstunden pro Tag; die Zeiten vor Ort prüfen.
Wikivoyage nennt für Mikrobusse Bs 1.30 bis 2.30, für Taxis in der Innenstadt Bs 6 bis 8; die App Didi ist verbreitet, Uber kaum verfügbar. Für Tiwanaku nennt die offizielle Stätte einen Minibus für Bs 7, Love Bolivia einen Preis von Bs 15 bis 20 ab dem Friedhofsviertel; die Angaben weichen ab. Organisierte Tagestouren kosten laut Love Bolivia rund 30 bis 50 US-Dollar.
Nach Copacabana am Titicacasee sind es rund 155 km, die Busfahrt dauert gut 4 h inklusive Überfahrt der Meerenge von Tiquina (20 bis 45 min), 30 bis 50 BOB für öffentliche Busse.
Quellen: Wikipedia · Airport Transfer Portal · lapazteleferico.com · Howlanders · Wikivoyage · Centro Espiritual y Político de la Cultura Tiwanaku · Love Bolivia · Bolivian Life · Auswärtiges Amt
Wie bezahlt man in La Paz und was kostet es?
Landeswährung ist der Boliviano (BOB); in grösseren Städten wird nach dem Auswärtigen Amt auch der US-Dollar akzeptiert. Karten funktionieren an gekennzeichneten Geldautomaten, im Taxi und auf Märkten zählt Bargeld. Eine Seilbahnfahrt kostet Bs 3, der Eintritt nach Tiwanaku Bs 100 (Stand Oktober 2026).
| Leistung | Preis | Quelle / Hinweis |
|---|---|---|
| Seilbahn, erste Linie | Bs 3 | jede Umsteigung Bs 2 |
| Tiwanaku, Eintritt Ausländer | Bs 100 | nur bar, inkl. zweier Museen |
| Cholita-Wrestling, Tür | Bs 50 bis 80 | Touristenticket; Paket mit Transport Bs 100 bis 150 |
| Bus nach Copacabana | 30 bis 50 BOB | öffentliche Busse |
Das Auswärtige Amt nennt Wechselstuben für Bargeld in Euro oder US-Dollar und gekennzeichnete Geldautomaten für Kreditkarten. Kurse ändern sich, der aktuelle Kurs ist vor der Reise zu prüfen.
Bei Expressentführungen werden Opfer teils gezwungen, mit der Karte Bargeld abzuheben; deshalb am besten tagsüber abheben und nur den Tagesbedarf mitführen.
Quellen: Auswärtiges Amt · lapazteleferico.com · Centro Espiritual y Político de la Cultura Tiwanaku · Bolivian Life · Bolivian Life
Wo übernachtet man in La Paz am besten?
Wer die Märkte zu Fuss erreichen will, wohnt im Zentrum um die Plaza Murillo und die Calle Sagarnaga; Sopocachi ist ein altes Wohnquartier, Calacoto im Süden gilt als wohlhabend. Wer früh abfliegt, kann in El Alto nahe dem Flughafen schlafen, dort ist es aber über 500 m höher und kälter.
Das Zentrum liegt um die Plaza Murillo, Märkte und Tourenanbieter an der Calle Sagarnaga sind zu Fuss erreichbar. Sopocachi gilt als eines der ältesten Wohnquartiere, Wikivoyage nennt Feinschmeckerlokale um die Plaza Avaroa. Calacoto im Süden ist tiefer gelegen und ruhiger. Alle diese Lagen liegen unter dem Flughafenniveau.
Konkrete Hotelnamen und Preise nennt diese Seite bewusst nicht, weil sie sich ohne Live-Daten rasch ändern. Beim Buchen lohnt der Blick auf die Etage: In den Nächten der Trockenzeit liegen die Tiefstwerte laut Klimatabelle unter 0 °C.
Quellen: Wikivoyage · Wikipedia
Was isst man in La Paz?
Typisch für La Paz sind die Salteña als Vormittagsimbiss, der Plato Paceño und Pique Macho; im Zentrum gibt es günstige Mittagsmenüs. Die Salteña ist eine gebackene Teigtasche mit Rind-, Schweine- oder Hühnerfleisch in süsslich-würziger Sauce.
Laut Wikipedia isst man die Salteña als Imbiss am Vormittag, besonders sonntags; die Verkäufer arbeiten von etwa 7 Uhr bis mittags, die meisten sind früh ausverkauft. Die Teigtasche entstand im 16. Jahrhundert in Potosí.
Wikivoyage nennt Pique Macho und Plato Paceño als Signaturgerichte, günstige Mittagsmenüs (Almuerzo) unter Bs 10 und gute Fischgerichte am steilen Mercado Uruguay. Feine Küche gruppiert sich um die Plaza Isabel la Católica und die Plaza Avaroa. Wegen der Höhe sind schwere Gerichte und Alkohol in den ersten Tagen weniger bekömmlich; die CDC rät, in den ersten 48 Stunden auf Alkohol zu verzichten.
Quellen: Wikipedia · Wikivoyage · CDC Yellow Book
Welche Feste und Traditionen prägen La Paz?
Die Alasita beginnt jedes Jahr am 24. Januar und dauert zwei bis drei Wochen; sie steht seit 2017 auf der UNESCO-Liste. Der Hexenmarkt wurde 2019 zum immateriellen Kulturerbe der Stadt erklärt, am 16. Juli feiert die Stadt ihren Gründungstag.
Bei der Alasita kaufen die Menschen Miniaturen, die dem Fruchtbarkeitsgott Ekeko zugeordnet sind, und lassen sie segnen; die Wünsche sollen dadurch wahr werden. UNESCO betont, dass das Fest den sozialen Zusammenhalt aller Schichten fördert und in Familien weitergegeben wird.
Der Hexenmarkt zeigt, wie lebendig Aymara-Bräuche sind: Laut Wikipedia entfallen rund 60 % des Jahresumsatzes auf den Oktober, wenn die Pachamama-Rituale stattfinden, auch der Karneval im Februar belebt den Markt. Die Wrestlerinnen des Cholita-Wrestlings in El Alto stehen für das Selbstbewusstsein der Cholitas, der Frauen in Polleras (Röcken); die Kämpfe sind choreografiert, aber die Kostüme und die Stunts sind es nicht, wie Bolivian Life erklärt.
Quellen: UNESCO Intangible Cultural Heritage · Wikipedia · Wikipedia · Bolivian Life
Was kann man in La Paz und Umgebung erleben?
Zu den Höhepunkten gehören eine Seilbahnrundfahrt über La Paz und El Alto, der Hexenmarkt, Tiwanaku und der Chacaltaya auf über 5’400 m. Wer es sportlich will, fährt mit dem Velo auf der Yungas-Strasse oder besteigt den Huayna Potosí (6’088 m) mit Guide.
- Mi Teleférico: zehn Linien, aus der Kabine sieht man Talkessel, Märkte und Cholets. Die Rote Linie überquert den Friedhof und steigt nach El Alto.
- Valle de la Luna und Chacaltaya: meist als Tagesausflug kombiniert; Chacaltaya liegt rund 90 min von der Stadt, vom Parkplatz geht man 15 min zum Gipfel.
- Cholita-Wrestling: sonntags ab etwa 16 bis 17 Uhr in El Alto, 2 bis 3 Stunden, Tickets Bs 50 bis 80.
- Tiwanaku: 2 bis 3 Stunden vor Ort, 8 bis 9 Stunden mit Hin- und Rückfahrt; geöffnet täglich von 9 bis 16 Uhr (laut Love Bolivia).
- Yungas-Strasse: früher als gefährlichste Strasse der Welt bekannt; die frühere Unfallzahl lag bei rund 96 Toten pro Jahr, bis die neue Strasse eröffnet wurde. Heute fahren rund 25’000 Touristen pro Jahr auf der alten Route.
- Huayna Potosí: Anfahrt zum Zongo-Pass auf 4’700 m, Hochlager auf 5’200 m.
Bei der Yungas-Strasse gibt es keine einheitlichen Sicherheitsstandards für Anbieter; mindestens 18 Radfahrer sind seit 1998 dort gestorben, die Zahl ist laut Wikipedia nicht gesichert. Man wählt einen Anbieter mit voller Federung, Scheibenbremsen und Begleitfahrzeug und fragt nach der Registrierung. Die Huayna-Potosí-Normalroute gilt als PD und dauert vom Hochlager 8 bis 12 Stunden; ab 8 Uhr steigt die Lawinengefahr.
Quellen: Wikipedia · Howlanders · La Paz Life · Bolivian Life · Love Bolivia · Wikipedia · Wikipedia
Wie reist man in La Paz verantwortungsvoll?
Der Chacaltaya hat seinen Gletscher bis 2009 vollständig verloren; er war rund 18’000 Jahre alt. Wer sich in der Region bewegt, nutzt am besten die Seilbahn statt Taxis und wählt Anbieter mit Sicherheitsstandards.
Das Verschwinden des Gletschers (0.22 km² im Jahr 1940, 0.01 km² 2007) zeigt, wie stark die Klimaänderung die Anden trifft. Zugleich ist die Seilbahn ein öffentliches Verkehrsmittel, das auch Einheimische täglich nutzen, mit 80’000 bis 90’000 Fahrgästen pro Tag allein auf den ersten drei Linien.
Mit welchen Regionen lässt sich La Paz kombinieren?
Naheliegend ist der Titicacasee mit Copacabana (rund 155 km, gut 4 h per Bus) und der Isla del Sol. Weiter südlich folgen der Salar de Uyuni und Sucre, nach Norden die Yungas und das Amazonasgebiet.
Wer aus Peru kommt, reist über Copacabana ein; wer aus Santa Cruz oder Sucre kommt, landet in El Alto. Die Landesseite Bolivien erklärt, warum man Santa Cruz oder Sucre als tiefere Ankunft wählen kann. Tiwanaku braucht mit Fahrt einen ganzen Tag, Chacaltaya oder die Yungas je einen weiteren.
Quellen: Bolivian Life · Wikipedia
Für wen eignet sich La Paz und für wen weniger?
La Paz passt zu Reisenden, die Märkte, Geschichte und Hochgebirge in einer Stadt wollen und die Höhe ernst nehmen. Weniger geeignet ist es für alle, die kaum Zeit für Akklimatisierung haben, schnell erschöpfen, Herz-Kreislauf-Beschwerden haben oder in der Hochsaison Ruhe suchen.
Gut passt es zu Kultur- und Aktivreisenden mit mindestens zwei Nächten für die Anpassung, zu Fotografen und zu Menschen, die gerne Märkte besuchen. Weniger passt es, wenn man in zwei Tagen mehrere Ausflüge in der Höhe machen will, wenn man nur Strand und Ruhe sucht oder wegen der Sicherheitsrisiken in der Stadt unsicher ist. Vor der Reise sollte man ärztlichen Rat zur Höhe einholen und die aktuellen Reisehinweise lesen.