Was erwartet Reisende am Titicacasee?
Der Titicacasee liegt auf 3’812 m, ist 8’372 km² gross und gehört zu Peru und Bolivien. Auf peruanischer Seite sind Puno und die Inseln Uros, Taquile und Amantaní die Ziele, auf bolivianischer Seite Copacabana und die Isla del Sol. Wer beide Ufer verbinden will, überquert die Grenze bei Yunguyo und Kasani.
Der See ist ein Hochlandziel: Alle Orte liegen deutlich über 3’800 m, die Nächte sind kalt, und die Sonne über dem Wasser ist stark. Das prägt jede Planung, vom Schlaf in den ersten Nächten bis zur Wahl der Bootstour.
Die beiden Ufer unterscheiden sich. Puno ist eine Stadt mit rund 135’000 Einwohnern (Zählung 2017), Ausgangspunkt für Bootstouren und Ziel der Zugfahrt von Cusco. Copacabana ist ein Pilgerort mit rund 6’000 Einwohnern (Zählung 2006), von dem aus Boote zur Isla del Sol fahren.
Diese Seite behandelt beide Ufer, den Grenzübertritt und die Sicherheitshinweise für beide Länder. Allgemeine Regeln stehen auf den Landesseiten zu Peru und Bolivien.
Wie ist der Titicacasee beschaffen?
Der See ist 190 km lang, bis zu 80 km breit und im Schnitt 107 m tief; die tiefste Stelle liegt bei 281 m. Er besteht aus zwei Teilbecken, die die Meerenge von Tiquina verbindet. Das Wasser ist leicht brackig und an der Oberfläche 10 bis 14 °C kalt.
Das grosse Becken, Lago Grande oder Chucuito, hat im Mittel 135 m Tiefe, das kleine, Wiñaymarka, im Mittel nur 9 m. Die Meerenge von Tiquina zwischen beiden ist an der engsten Stelle rund 800 bis 850 m breit; die Quellen nennen leicht unterschiedliche Werte. Fünf Flusssysteme speisen den See: Ramis, Coata, Ilave, Huancané und Suchez.
Die Wasserfläche gilt als höchster kommerziell befahrener See der Erde. Er friert nicht zu. Das Klima am Ufer ist ein kaltes Hochlandklima: In Puno liegt die Jahresmitteltemperatur bei etwa 8.4 °C, im Winter fällt es nachts regelmässig unter null.
Kulturell ist der See ein Kerngebiet der Aymara und Quechua. Nach der Inka-Überlieferung stammen Manco Cápac und Mama Ocllo aus dem See, die Inka sahen die Sonne auf der Isla del Sol geboren. Das erklärt die Dichte an Pilgerstätten, Festen und Ruinen an beiden Ufern.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · PromPerú (peru.travel) · Wikipedia
Zu welchem Land gehört der Titicacasee?
Der Titicacasee ist geteilt: Der westliche Teil liegt in der Region Puno in Peru, der östliche im Departamento La Paz in Bolivien. Die Grenze verläuft mitten durch den See, über Land bei Yunguyo und Kasani. Deshalb gehört die Seite keinem Land allein.
Jedes Ufer hat eigene Einreise-, Sicherheits- und Währungsregeln. Sie sind auf den Landesseiten von Peru und Bolivien beschrieben; hier steht, was am See selbst gilt.
Auch die Uhr springt: Peru gilt ganzjährig UTC−5, Bolivien ganzjährig UTC−4, beide ohne Sommerzeit. Wer von Yunguyo nach Kasani geht, stellt die Uhr um eine Stunde vor.
Welche Orte am Titicacasee lohnen sich?
Auf peruanischer Seite sind Puno, die schwimmenden Uros-Inseln, Taquile und Amantaní die klassischen Ziele. Auf bolivianischer Seite sind es Copacabana, die Isla del Sol und etwas abseits die Ruinen von Tiwanaku. Die Strecken sind kurz, die Höhe macht jede Treppe anstrengend.
Puno
Puno liegt auf rund 3’830 m, wurde 1668 gegründet und hat steile, teils ungepflasterte Gassen zwischen Ufer und Hügeln. Die Stadt gilt als Folklorehauptstadt Perus; im Februar findet das Fest der Virgen de la Candelaria statt. Von hier fahren die Boote zu den Inseln, und hier endet die Zugfahrt von Cusco.
Rund um Puno liegen die Chullpas von Sillustani, ein Friedhof mit etwa 90 Grabtürmen, sowie der Fruchtbarkeitstempel Inca Uyo, 18 km von der Stadt entfernt.
Uros
Die Uros-Inseln sind künstliche Inseln aus Totora-Schilf, rund 5 km vom Hafen von Puno entfernt. Wikipedia nennt für 2011 etwa 1’200 Bewohner auf rund 60 Inseln; eine Insel hält etwa 25 Jahre, dann bauen die Bewohner eine neue. Die dem Hafen nächsten Inseln sind stark auf Besucher ausgerichtet, die Bewohner leben heute vorwiegend vom Tourismus.
Taquile und Amantaní
Taquile ist 5.72 km² gross, hat rund 2’200 Einwohner und erreicht 4’050 m. Die Textilkunst der Insel, bei der Männer stricken, ist seit 2005 von der UNESCO als Meisterwerk des immateriellen Erbes geführt. Amantaní ist grösser und ruhiger; dort übernachten Besucher meist bei Familien. Die Überfahrt nach Taquile dauert nach einem Reiseratgeber 2.5 bis 3 Stunden.
Copacabana
Copacabana liegt auf 3’841 m und lebt von der Basilika der Virgen de Copacabana. Das Marienbild wurde 1582 von einem Enkel des Inka Manco Cápac geschnitzt. Gefeiert wird am 2. Februar und am 6. August. In der Stadt gibt es Forelle am Ufer und die Boote zur Isla del Sol.
Isla del Sol
Die Sonneninsel reicht bis 3’976 m, hat keine Fahrzeuge und rund 800 Familien. Mehr als 80 Ruinen sind bekannt, meist aus der Inka-Zeit, darunter Titi Qala, Chinkana und Pillkukayna. Die Siedlungen Yumani im Süden und Challapampa im Norden sind die grössten. Der Gratweg zwischen beiden dauert nach einem Ratgeber 2.5 bis 3 Stunden.
Tiwanaku
Tiwanaku liegt rund 70 km von La Paz entfernt in der Nähe des Sees. Die Stadt entstand um 110 n. Chr., erlebte ihre Blüte etwa zwischen 375 und 700 und ging um 1000 unter; zur Anlage gehören Akapana, Kalasasaya, Pumapunku und das Sonnentor. Die UNESCO führt sie seit 2000 als Welterbe.
Quellen: Wikipedia · PromPerú (peru.travel) · PeruRail · Wikipedia · Wikipedia · Peru Spirit · Wikipedia · Wikipedia · Things to Do in Bolivia · Wikipedia
Wie stark wirkt die Höhe am Titicacasee?
Puno liegt auf rund 3’830 m, Copacabana auf 3’841 m, Taquile bis auf 4’050 m. Auf dieser Höhe sinkt der Sauerstoffdruck deutlich; ab etwa 3’050 m liegt er nur noch bei 69 % des Meeresniveaus. Wer direkt aus dem Tiefland ankommt, plant am besten Zeit zur Anpassung ein.
| Ort | Höhe | Quelle |
|---|---|---|
| Titicacasee (Wasserspiegel) | 3’812 m | Wikipedia |
| Puno | rund 3’830 m | Wikipedia |
| Flughafen Juliaca | 3’826 m | Wikipedia |
| Copacabana | 3’841 m | Wikipedia |
| Isla del Sol (höchster Punkt) | 3’976 m | Wikipedia |
| Taquile (höchster Punkt) | 4’050 m | Wikipedia |
| Flughafen El Alto (La Paz) | 4’061.5 m | Wikipedia |
Die CDC beschreibt Kopfschmerz als Leitsymptom der akuten Höhenkrankheit, dazu Appetitlosigkeit, Schwindel, Müdigkeit oder Übelkeit. Die Beschwerden treten meist 2 bis 12 Stunden nach der Ankunft auf und klingen bei Aufstiegsstopp in 12 bis 48 Stunden ab.
Als Faustregel nennt die CDC: oberhalb von 3’000 m den Schlafplatz um höchstens 500 m pro Nacht anheben und pro zusätzlichen 1’000 m einen Ruhetag einplanen. Wer verschlechterte Symptome hat, steigt nicht weiter auf. Medikamente zur Vorbeugung gehören in ein ärztliches Gespräch vor der Reise.
Quellen: CDC Yellow Book · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für den Titicacasee?
PeruRail beschreibt die Trockenzeit von Mai bis August mit klarer Luft, kalten Nächten und sonnigen Tagen. Die Regenzeit dauert von September bis April; das BMEIA nennt für die Anden November bis April mit Überschwemmungen und Erdrutschen. Feste wie die Candelaria im Februar fallen in die Regenzeit.
Klima in Puno
| Puno (Titicacasee) | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 18 | 17 | 18 | 18 | 18 | 18 | 18 | 18 | 19 | 19 | 20 | 19 |
| Tiefstwert °C | 5 | 5 | 4 | 3 | -0 | -3 | -3 | -2 | 1 | 3 | 4 | 4 |
| Niederschlag mm | 84 | 92 | 60 | 25 | 9 | 2 | 4 | 5 | 16 | 34 | 21 | 71 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station JULIACA / INCA MANCO CAPAC INTL (44 km, 3826 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Die Tabelle zeigt für Puno, dass es am See das ganze Jahr kühl bleibt und die Niederschläge sich auf die Sommermonate konzentrieren. Für Copacabana nennt Wikipedia rund 15 °C tagsüber das ganze Jahr, Winternächte unter dem Gefrierpunkt und rund 781 mm Niederschlag im Jahr; für den bolivianischen Ort liegt keine Stationsreihe vor. Für Bootstouren sind die trockenen Monate angenehmer, weil Sicht und Wellengang besser sind; für Zugfahrten und Wanderungen gilt dasselbe.
Das Candelaria-Fest in Puno dauert nach PromPerú vom 1. bis 14. Februar, die Vorfeier beginnt am 16. Januar. Mehr als 40’000 Tänzer und 200 Kapellen nehmen teil. Unterkünfte sind dann früh ausgebucht.
Die Wasserstände schwanken: Nach einer Dürre sank der See von April bis November 2023 um 77 cm, in manchen Buchten wich das Ufer um rund zwei Kilometer zurück. Das kann Anlegestellen beeinflussen.
Quellen: PeruRail · BMEIA · PromPerú (peru.travel) · Nachrichtenpool Lateinamerika · Wikipedia
Was gilt für Einreise und Grenzübertritt am Titicacasee?
Deutsche, Österreicher und Schweizer brauchen für Peru und Bolivien kein Visum für touristische Aufenthalte. Der Pass muss in beiden Ländern mindestens 6 Monate gültig sein. Wer die Grenze bei Yunguyo und Kasani überquert, braucht beide Stempel, sonst gilt der Aufenthalt als unregistriert.
Peru: Deutsche reisen laut Auswärtigem Amt bis zu 90 Tage je Halbjahr ohne Visum ein, die tatsächliche Dauer kann kürzer ausfallen und wird mündlich mitgeteilt. Das BMEIA nennt für Österreicher ebenfalls bis zu 90 Tage. Das EDA verweist Schweizer an die peruanische Vertretung. Bei unregistrierter Einreise über Land oder Wasser gehen die Behörden laut Auswärtigem Amt von illegalem Aufenthalt aus.
Bolivien: Die bolivianische Botschaft in London führt die Schweiz, Deutschland und Österreich in der Gruppe I ohne Visumpflicht; am Grenzübergang können Pass und Gelbfieber-Nachweis für bestimmte Gebiete verlangt werden. Das Auswärtige Amt nennt bis zu 90 Tage je Kalenderjahr und betont, dass an Landgrenzen der Einreisestempel unbedingt eingeholt werden muss. Reiseberichte nennen teils nur 30 Tage Stempel am Grenzposten; das ist zu prüfen, bevor man sich auf eine Aufenthaltsdauer verlässt.
Zusätzlich beschreibt das argentinische Konsulat in La Paz (Stand April 2022) eine Pflicht zur Online-Registrierung bei SIGEMIG; bei Ausreise ohne Registrierung droht eine Strafe von Bs 236. Ob und wie die Registrierung heute gehandhabt wird, ist bei der bolivianischen Migrationsbehörde zu klären.
Der Grenzübergang Yunguyo–Kasani
Die Grenze besteht aus zwei getrennten Stationen: Ausreise auf der einen, Einreise auf der anderen Seite, dazwischen ein kurzes Stück zu Fuss. Die Zeiten liegen laut Bolivia Hop bei etwa 07:30 bis 18:00 Uhr auf peruanischer und 08:30 bis 19:00 Uhr auf bolivianischer Seite; Wartezeiten von 20 bis 60 Minuten. Als Alternative nennt die Quelle Desaguadero, dort 30 Minuten bis über 2 Stunden. Als Fallen nennt der Ratgeber unoffizielle Helfer, nachträgliche Strafforderungen wegen fehlender Stempel und das Zurückweisen beschädigter Banknoten.
Für Angehörige anderer Staaten gelten andere Regeln; massgeblich sind Botschaft oder Migrationsbehörde der Länder und die Stellen EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA · Botschaft Boliviens, London · Auswärtiges Amt · BMEIA · Consulado General de Argentina en La Paz · Bolivia Hop
Welche Gesundheitsrisiken gibt es am Titicacasee?
Das Hauptrisiko ist die Höhenkrankheit. Malaria wird in Puno nach der CDC nicht übertragen; Gelbfieber betrifft Gebiete unter 2’300 m östlich der Anden, nicht den See. Dazu kommen Reisedurchfall und Sonnenbrand.
Die CDC empfiehlt für Peru und Bolivien Hepatitis-A- und -B-Impfungen für die meisten Reisenden. In Bolivien besteht laut CDC in tieferen Gebieten Malaria, nicht aber in La Paz; das Gelbfieberrisiko betrifft nur Gebiete unter 2’300 m. Dengue und Chikungunya kommen in tieferen Lagen vor.
Wer Teil einer grösseren Reise ist, die ins Tiefland führt, klärt Impfungen und Malariaprophylaxe mindestens einen Monat vor Abreise bei einer reisemedizinischen Beratung. Für den See selbst zählen Höhenanpassung, ausreichendes Trinken, Sonnenschutz und Vorsicht bei rohen Speisen.
Das BMEIA weist darauf hin, dass medizinische Einrichtungen ausserhalb von Lima unzureichend sind und mit Österreich kein Sozialversicherungsabkommen besteht; eine Reiseversicherung mit Rückholung wird dringend empfohlen.
Quellen: CDC Travelers' Health · CDC Travelers' Health · CDC Yellow Book · BMEIA
Wie sicher ist der Titicacasee?
Das Auswärtige Amt und das BMEIA weisen für Bolivien auf Strassensperren, Proteste und politische Spannungen hin, die das Reisen zeitweise einschränken. Für Peru weist das Auswärtige Amt auf Überfälle in Fernbussen rund um Puno hin. Die aktuellen Hinweise vor der Reise lesen.
Bolivien: Das Auswärtige Amt rät zu besonderer Vorsicht, Strassensperren können das Reisen einschränken, bei Protesten kann es zu Treibstoffknappheit kommen. Nachtfahrten über Land sind zu vermeiden, falsche Polizisten und nicht lizenzierte Taxis sind ein Risiko. La Paz und El Alto sind der Verkehrsknoten für das bolivianische Ufer; die aktuelle Einstufung der Region steht bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.
Peru: Das Auswärtige Amt nennt sexuelle Übergriffe und bewaffnete Gewalt in Überlandbussen, besonders um Ica, Arequipa und Puno, und rät von Nachtfahrten ab. Das BMEIA nennt Puno unter den Orten mit hoher Kriminalität. Demonstrationen sind jederzeit möglich.
Für Schweizer sind die Reisehinweise des EDA zu Peru und Bolivien massgeblich.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · Auswärtiges Amt · BMEIA
Wie kommt man zum Titicacasee?
Der nächste Flughafen auf peruanischer Seite ist Juliaca (JUL), 40 Minuten von Puno; Lima–Juliaca dauert rund 1 h 35 min bis 1 h 40 min. Auf bolivianischer Seite ist El Alto bei La Paz (LPB) das Tor. Von Cusco fährt der Zug Titicaca in 10½ Stunden nach Puno.
Peru: Juliaca wird nach Wikipedia von LATAM Perú und Sky Airline aus Lima bedient; planmässige internationale Direktflüge gibt es dort nicht. Die Anreise aus dem Ausland erfolgt deshalb über Lima (LIM) oder Cusco. Von Juliaca nach Puno sind es 26 Meilen (40 Minuten).
Boden: Von Cusco nach Puno sind es 7 Stunden Fahrt, von Arequipa 5 Stunden, von Lima 21 Stunden. Der PeruRail-Zug Titicaca benötigt 10½ Stunden für 238 Meilen. Nachtfahrten im Bus sind laut Auswärtigem Amt zu meiden.
Bolivien: El Alto auf 4’061.5 m, 13 km westlich von La Paz, ist der höchste internationale Flughafen der Welt. Wikipedia nennt Flüge nach Lima, Santiago de Chile, Bogotá und Cusco. Von La Paz führt die Strasse über die Meerenge von Tiquina, wo Fahrzeuge und Passagiere getrennt per Fähre übersetzen, nach Copacabana.
Weltregionen: Aus Europa, Nordamerika und dem übrigen Lateinamerika erreicht man beide Ufer über Drehkreuze wie Lima, Bogotá oder Santiago; Direktverbindungen zum See selbst bestehen nur innerhalb Südamerikas. Welche Airlines wann fliegen, ist vor der Buchung bei den Anbietern zu prüfen.
Quellen: Wikipedia · PromPerú (peru.travel) · PeruRail · Wikipedia · Wikipedia · Auswärtiges Amt
Welche Währung gilt am Titicacasee?
In Peru gilt der Sol, in Bolivien der Boliviano. US-Dollar werden in Peru in Hotels, Restaurants und Läden breit akzeptiert, Geldautomaten gibt es in fast allen Städten.
Peru: Scheine zu 10, 20, 50, 100 und 200 Soles, Münzen bis 5 Soles. PromPerú nennt Wechselstuben und Banken, die meist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr öffnen.
Bolivien: Der Wechselkurs des Boliviano kann stark schwanken und weicht auf dem Parallelmarkt zeitweise vom amtlichen Kurs ab. Aktuelle Kurse vor der Reise prüfen.
Auf der Isla del Sol und in Taquile wird bar gezahlt. Kleingeld in der jeweiligen Währung mitnehmen, denn grosse Scheine lassen sich vor Ort schwer wechseln. Beschädigte Banknoten werden an der Grenze laut Bolivia Hop teils abgelehnt.
Quellen: PromPerú (peru.travel) · Revista Y · Bolivia Hop
Wo übernachtet man am Titicacasee?
In Puno und Copacabana gibt es Hotels in allen Klassen, auf den Inseln einfache Unterkünfte und Familienunterkünfte. Auf Amantaní schlafen Besucher meist bei Familien, auf der Isla del Sol gibt es Quartiere vor allem in Yumani. Auf dieser Höhe sind Heizung und Decken wichtiger als Klimaanlage.
Ein Ratgeber nennt für zwei Tage mit Übernachtung auf Amantaní etwa S/150 bis 250 inklusive Transport, Familie und Mahlzeiten; die Zahl ist ein Anbieterwert und kein Festpreis.
Im Februar ist Puno wegen der Candelaria früh ausgebucht. Wer hoch schläft, schläft schlechter; ein Quartier in Puno oder Copacabana ist für die ersten Nächte meist die bessere Wahl als eine Insel.
Quellen: Peru Spirit · PromPerú (peru.travel)
Was isst man am Titicacasee?
Typisch ist Forelle, gebraten oder gegrillt, dazu Quinoa-Suppe und Lamm. PromPerú nennt für Puno gebratene Forelle, Caldo de Cabeza, Sancochado, Chairo, Chupe de Quinua und Kankacho vom Lamm. In Copacabana ist die Forelle ebenfalls Spezialität.
Die Küche beruht auf Kartoffeln, Quinoa, Mais und Fisch aus dem See. Gerichte werden warm und kräftig gegessen, weil es kalt ist.
Rohes Gemüse und ungeschältes Obst sind auf Reisen im Hochland nicht ohne Risiko; die CDC rät generell zu Vorsicht bei Essen und Wasser.
Quellen: PromPerú (peru.travel) · Wikipedia · CDC Travelers' Health
Welche Kulturen prägen den Titicacasee?
Am See leben Aymara, Quechua und Uros. Die Inka sahen im See den Ursprungsort ihres Herrschergeschlechts, Tiwanaku war lange davor ein Zentrum. Heute zeigen Feste wie die Candelaria in Puno und die Marienfeste in Copacabana, wie sich indigene und christliche Traditionen mischen.
Die Uru sprachen einst eine eigene Sprache; Wikipedia nennt für 2004 nur noch zwei Sprecher, heute sprechen die meisten Aymara und Spanisch. Auf Taquile ist Quechua die Alltagssprache.
Die Candelaria umfasst die Diablada und viele weitere Tänze. In Copacabana wird am 2. Februar und am 6. August gefeiert, mit indigenen Tänzen und kirchlichen Feiern.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · PromPerú (peru.travel) · Wikipedia
Was kann man am Titicacasee erleben?
Zu den Erlebnissen zählen Bootsfahrten zu den Uros, Taquile und Amantaní, die Wanderung über den Grat der Isla del Sol und die Zugfahrt zwischen Cusco und Puno. Dazu kommen Sillustani mit rund 90 Grabtürmen und Tiwanaku. Ein Tagesausflug zu Uros und Taquile kostet laut Reiseratgeber etwa S/100 bis 160.
Bootstouren ab Puno
Die Uros-Inseln erreicht man in 25 bis 40 Minuten, Taquile in 2.5 bis 3 Stunden. Der Ratgeber warnt: Die nächsten Uros-Inseln sind stark auf Besucher zugeschnitten. Wer mehr Alltag sehen will, fragt nach weiter entfernten Inseln oder nach Übernachtung bei Familien.
Isla del Sol
Die Boote ab Copacabana fahren in der Regel am Vormittag und am frühen Nachmittag (um 8:00 und 13:00 Uhr), die Fahrt dauert 1.5 bis 2 Stunden bis Yumani. Rückfahrten gibt es am späten Vormittag und am Nachmittag. Der Zugang zum Norden der Insel hängt von Absprachen der Gemeinden ab und ist nicht immer gewährleistet; Zugangsregeln und Eintrittsgebühren vor Ort in Copacabana erfragen.
Zug und Strasse
Der Zug Titicaca von PeruRail verbindet Cusco und Puno; die Strecke nimmt 10½ Stunden. Von Puno aus sind Sillustani und Inca Uyo Halbtagesziele.
Quellen: Peru Spirit · PeruRail · Crónico Viajero · Things to Do in Bolivia · PromPerú (peru.travel)
Wie reist man am Titicacasee nachhaltig?
Der See ist belastet: Abwässer aus Puno, Juliaca und El Alto, Bergbau und Müll gelangen in die Zuflüsse. Wer reist, wählt Anbieter, die Gemeinden beteiligen, und zahlt lokale Eintritte bar. Das Ziel ist, dass Einnahmen bei den Inselfamilien ankommen.
Ein Bericht vom Dezember 2023 nennt fehlende Kläranlagen, Plastikmüll und Verschmutzung durch Bergbau als Ursachen. Wikipedia verweist auf einen UN-Bericht von 2011 mit hohen Cadmium-, Arsen- und Bleiwerten.
Auf Taquile und in den Gemeinden der Isla del Sol fliessen Eintritte laut Ratgebern in Wege und Ruinen. Wasser in der Flasche nachfüllen statt Einwegflaschen zu kaufen und keinen Müll auf den Inseln lassen.
Quellen: Nachrichtenpool Lateinamerika · Wikipedia · Things to Do in Bolivia
Womit lässt sich der Titicacasee kombinieren?
Der See passt zu einer Reise über Cusco, Machu Picchu und Arequipa nach Süden und weiter nach La Paz und zum Salar de Uyuni. Die Zugfahrt Cusco–Puno verbindet das peruanische Hochland mit dem See. Von Copacabana geht es nach La Paz.
Von Arequipa nach Puno sind es 5 Stunden Fahrt, von Cusco 7 Stunden. Für den Anschluss nach Bolivien eignet sich Copacabana als erste Station und Tiwanaku als Zwischenhalt vor La Paz.
Wer die Anden zusammenhängend plant, findet weitere Regionen auf den Seiten zu Peru, Bolivien und den Anden.
Für wen eignet sich der Titicacasee, für wen weniger?
Der See passt zu Reisenden, die Kultur, Landschaft und ruhiges Tempo suchen und die Höhe akzeptieren. Weniger geeignet ist er für Reisende mit Herz-Lungen-Erkrankungen, bei kurzer Zeit oder wenn man das bolivianische Ufer wegen der Hinweise der Aussenministerien meiden will.
Gut geeignet: Paare und Gruppen mit Interesse an Inka-Geschichte, Textilien und Festen, Wanderer mit Anpassungszeit, Zugreisende.
Weniger geeignet: Reisende mit gesundheitlichen Problemen in der Höhe, Kleinkinder (Höhenanfälligkeit ist laut CDC gleich wie bei Erwachsenen) oder wer nur wenige Tage hat. Wer den bolivianischen Teil meidet, kann Puno, Uros und Taquile allein besuchen.
Quellen: CDC Yellow Book