Für wen passt diese Bolivien-Rundreise?
Die Reise verbindet in 15 Tagen die Kolonialstädte Sucre und Potosí mit dem Salar de Uyuni, La Paz und der Isla del Sol im Titicacasee. Sie richtet sich an Reisende, die Kultur und Hochlandlandschaft in ruhigem Rhythmus erleben wollen. Beste Monate sind Mai bis Oktober, die Trockenzeit: Die Tage sind sonnig, die Nächte im Altiplano frostig.
Es ist eine Hochland-Rundreise ohne Hetze: 13 Nächte an sieben Stationen, davon elf auf mehr als 2’700 m. Die längsten Fahrten dauern 3 bis 4 h, Busnächte gibt es keine. Viele Programmpunkte sind Spaziergänge in dünner Luft: die Altstadt von Sucre, die Gassen von Potosí, die Inka-Treppe auf der Isla del Sol. Dazwischen steht ein Tag auf dem Salar de Uyuni, der mit 10’582 km² grössten Salzfläche der Erde.
Gut passt die Reise zu Menschen, die gern zu Fuss unterwegs sind, in kleinen Orten mit einfacheren Hotels zurechtkommen und Planänderungen gelassen nehmen. Weniger geeignet ist sie für Reisende mit Herz- oder Lungenerkrankungen ohne ärztliche Abklärung, für alle, die Strand und Wärme suchen, und für alle mit festen Terminen direkt nach der Rückkehr. Laut Auswärtigem Amt bleibt das Risiko für Proteste und Strassensperren seit dem Ausnahmezustand vom 20. Juni 2026 landesweit erhöht.
Die drei Fixpunkte sind der Salar de Uyuni, die Isla del Sol und Sucre. Anderes lässt sich verschieben: Potosí kann bei einer Blockade kürzer ausfallen, und der letzte Tag in La Paz dient bewusst als Reserve. Das BMEIA stuft La Paz, El Alto und Santa Cruz derzeit mit Sicherheitsstufe 3 ein (Stand September 2026); bestellte Taxis und Fahrten bei Tageslicht gehören deshalb fest zur Planung.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Warum steigt die Route von Santa Cruz langsam ins Hochland?
Wer direkt nach La Paz fliegt, landet in El Alto auf rund 4’070 m und schläft gleich in der ersten Nacht auf rund 3’600 m. Diese Route beginnt auf rund 400 m in Santa Cruz, legt drei Nächte in Sucre auf rund 2’800 m ein und erreicht die Hochebene erst an Tag 6. Geflogen wird nur, wo die Strasse sehr lang wäre; die Überlandetappen dauern 2.5 bis 4 h.
| Etappe | Verkehrsmittel | Dauer | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Anreise – Santa Cruz (VVI) | Flug ab dem eigenen Abflughafen; nonstop etwa ab Madrid, Miami, Panama-Stadt, Lima oder São Paulo | ab Madrid im Schnitt 11 h 15 min | Madrid: 4 Flüge pro Woche |
| Santa Cruz – Sucre | Nonstop-Flug BoA | rund 45 min | 6 Flüge pro Woche |
| Sucre – Potosí | Wagen, Sammeltaxi oder Linienbus auf der Ruta 5, rund 170 km | 2.5 bis 3 h | Linienbus laut TicketsBolivia rund 3 h, rund 13 Abfahrten täglich |
| Potosí – Uyuni | Wagen oder Bus auf der Ruta 5, rund 210 km | Bus 3 bis 4 h | vor der Dunkelheit ankommen |
| Uyuni – La Paz | Nonstop-Flug BoA | rund 1 h | rund 16 Flüge pro Monat |
| La Paz – Copacabana und zurück | Wagen oder Bus, Überfahrt an der Strasse von Tiquina | je rund 3.5 h | Fahrgäste setzen im Boot über |
| Rückflug ab La Paz (LPB) | über Santa Cruz, Lima, Bogotá oder Santiago de Chile zum eigenen Abflughafen | La Paz–Santa Cruz 1 h 5 min | ab Santa Cruz nonstop u. a. nach Madrid und Miami |
| Ort | Höhe | Nächte |
|---|---|---|
| Santa Cruz de la Sierra | rund 400 m | 2 |
| Sucre | rund 2’800 m | 3 |
| Potosí | rund 4’070 m | 1 |
| Uyuni | rund 3’700 m | 2 |
| La Paz, Zentrum | rund 3’600 m | 1 und 2 |
| Copacabana | rund 3’840 m | 2 |
Die Reihenfolge folgt den Empfehlungen der CDC: nicht an einem Tag auf eine Schlafhöhe von 2’750 m oder mehr steigen, für je 1’000 m Höhengewinn eine zusätzliche Nacht einplanen und oberhalb von 3’000 m die Schlafhöhe um höchstens 500 m pro Nacht erhöhen. Der Sprung von Santa Cruz nach Sucre beträgt rund 2’400 m, daraus ergeben sich die drei Nächte dort.
Ganz aufgehen kann die Rechnung nicht: Von Sucre (rund 2’800 m) nach Potosí (rund 4’070 m) sind es rund 1’270 Höhenmeter an einem einzigen Tag – deutlich mehr, als die CDC mit höchstens 500 m pro Nacht oberhalb von 3’000 m empfiehlt. Das ist offen ein Kompromiss: Die Route fängt ihn ab, indem sie in Potosí nur eine Nacht vorsieht und am nächsten Tag rund 370 m tiefer nach Uyuni fährt. Wer an diesem Tag Kopfschmerzen, Schwindel oder schlechten Schlaf bemerkt, verzichtet in Potosí besser auf den Minenbesuch und ruht sich aus. Ab Uyuni liegen alle Nächte zwischen rund 3’600 und 3’850 m.
Nonstop von Santa Cruz nach Uyuni fliegt niemand, und ab Uyuni gibt es Linienflüge nur nach La Paz. Deshalb verbindet die Strasse die Kolonialstädte mit dem Salar, und der Flug bringt einen danach in einer Stunde nach La Paz statt in 12 bis 15 h Busfahrt. Vor jeder Überlandetappe lohnt der Blick auf Transitabilidad, wo die Strassenbehörde ABC Sperrungen meldet. Das EDA rät, keine Blockade durchqueren zu wollen, weil das zu gewaltsamen Reaktionen führen kann.
Quellen: FlightConnections · FlightConnections · FlightConnections · FlightConnections · FlightConnections · FlightConnections · Wikipedia (español) · Wikivoyage · Wikivoyage · Wikivoyage · CDC Yellow Book · Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Administradora Boliviana de Carreteras (ABC) · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · FlightConnections · FlightConnections · TicketsBolivia
Tag für Tag
- 01
Tag 1 · Übernachtung: Santa Cruz de la Sierra
Anreise nach Santa Cruz de la Sierra
Anreise → Santa Cruz de la Sierra
Ziel der Anreise ist der Flughafen Viru Viru (VVI) nördlich von Santa Cruz. Laut FlightConnections hat er 17 internationale Nonstop-Ziele in neun Ländern (Stand September 2026): Madrid in Europa, Miami in Nordamerika, Panama-Stadt sowie Lima, Bogotá, São Paulo, Buenos Aires und Santiago de Chile. Wer anderswo startet, steigt an einem dieser Drehkreuze um. Ab Madrid fliegen Air Europa und BoA nonstop, im Schnitt in 11 h 15 min und viermal pro Woche; je nach Wochentag landet man mit BoA um 19:45 Ortszeit (Abflug Madrid 14:45) oder mit dem Nachtflug von Air Europa um 04:50. Deshalb ist die erste Hotelnacht schon ab Tag 1 gebucht: So steht das Zimmer auch bei einer Landung vor Sonnenaufgang bereit. Taxis winkt man laut Auswärtigem Amt nicht auf der Strasse heran, sondern bestellt sie; der Transfer wartet am Terminal. Praktisch: Innerhalb von 48 Stunden nach der Einreise verlangt die Migrationsbehörde laut EDA eine Online-Registrierung im System SIGEMIG.
- 02
Tag 2 · Übernachtung: Santa Cruz de la Sierra
Santa Cruz: ankommen auf 400 m
Santa Cruz de la Sierra
Der erste volle Tag dient der Erholung vom Langstreckenflug, und zwar auf rund 400 m, wo die Höhe noch keine Rolle spielt. Santa Cruz ist mit 1’606’671 Einwohnern (2024) die grösste Stadt Boliviens und in zehn Ringen um das Zentrum angelegt. Dort liegen die Plaza 24 de Septiembre und die Kathedrale San Lorenzo mit bemalten Holzgewölben. Wer Grün sucht, besucht das 24 Hektar grosse Biocentro Güembé oder die weissen Sanddünen im Regionalpark Lomas de Arena. Am Vormittag isst man hier Salteñas, gefüllte Teigtaschen, mittags Majadito, ein Reisgericht des Tieflands. Praktisch: Die CDC meldet seit Februar 2026 einen Chikungunya-Ausbruch im Departamento Santa Cruz; Mückenschutz gehört deshalb schon am ersten Tag auf die Haut, abends fährt man mit bestelltem Taxi.
- 03
Tag 3 · Übernachtung: Sucre
Flug nach Sucre
Santa Cruz de la Sierra → Sucre (Flug)
BoA fliegt als einzige Gesellschaft nonstop von Santa Cruz nach Sucre: rund 45 min, sechsmal pro Woche, mit Abflügen zwischen 05:45 und 17:10 (Stand September 2026). Der Flughafen Alcantarí liegt 30 km südöstlich der Stadt. Mit diesem Flug gewinnt man rund 2’400 m an Höhe. Sucre liegt auf rund 2’800 m und damit knapp über den 2’750 m, die die CDC als Grenze für die Schlafhöhe nach einem einzigen Aufstiegstag nennt. Deshalb steht heute nichts an ausser einem kurzen Gang durch die weisse Altstadt und einem frühen Abendessen. In den ersten 48 Stunden rät die CDC, auf Alkohol zu verzichten und sich nur leicht zu bewegen. Praktisch: Kopfschmerzen sind in dieser Phase häufig; sie beginnen laut CDC meist 2 bis 12 Stunden nach der Ankunft und klingen innerhalb von 1 bis 3 Tagen ab.
- 04
Tag 4 · Übernachtung: Sucre
Sucre, die weisse Stadt
Sucre
Sucre wurde 1538 als La Plata gegründet, ist bis heute die verfassungsmässige Hauptstadt und seit 1991 Welterbe. In der Casa de la Libertad, erbaut 1621, wurde die Republik gegründet; dort wird die Unabhängigkeitserklärung aufbewahrt. Die Kathedrale entstand zwischen 1559 und 1712 und beherbergt das erste religiöse Museum des Landes. Am Nachmittag führt ein Anstieg zum Franziskanerkloster La Recoleta, gegründet 1601, mit Blick über die Dächer: ein guter erster Test, wie der Körper auf die Höhe reagiert. Zu Mittag isst man im Mercado Campesino, dem grössten Markt der Stadt, oder in einem Restaurant der Altstadt. Praktisch: langsam gehen, regelmässig trinken und für den Abend eine Jacke dabeihaben, denn auf rund 2’800 m kühlt es nach dem warmen Santa Cruz spürbar ab.
- 05
Tag 5 · Übernachtung: Sucre
Dinosaurierspuren oder Markt in Tarabuco
Sucre
Rund 4.4 km nordwestlich von Sucre liegt Cal Orck'o, eine fast senkrechte Kalkwand in einem Steinbruch. Auf rund 65’000 m² sind dort 12’092 einzelne Dinosaurierspuren in 465 Fährten kartiert, entstanden in der späten Kreidezeit; darunter Abdrücke von Sauropoden, Theropoden und Ankylosauriern. Fällt der Tag auf einen Sonntag, ist der Wochenmarkt von Tarabuco die Alternative. Der Ort liegt auf rund 3’290 m und ist damit ein Probelauf für die Höhe, bevor man am Abend wieder in Sucre schläft; im März feiert Tarabuco das Pujllay-Fest mit Trachten und Chicha. Abends packt man um: Ab morgen braucht es Mütze, Handschuhe und warme Schichten. Praktisch: Vor der Abfahrt nach Potosí auf der Seite Transitabilidad der Strassenbehörde ABC prüfen, ob die Ruta 5 frei ist.
- 06
Tag 6 · Übernachtung: Potosí
Über die Ruta 5 nach Potosí
Sucre → Potosí (Strasse, rund 170 km)
Die Strecke über die Ruta 5 misst rund 170 km. Die grossen Buslinien Trans Emperador und Transtin Dil Rey brauchen dafür laut Ticketportal TicketsBolivia rund 3 h, mit rund 13 Abfahrten täglich zwischen 6 und 20 Uhr; im eigenen Wagen oder Sammeltaxi rechnet Wikivoyage mit 2.5 bis 3 h. Man fährt am Morgen los, denn EDA und Auswärtiges Amt raten von Überlandfahrten bei Nacht ab. Potosí liegt auf rund 4’070 m und zählt zu den höchsten Grossstädten der Welt; darüber erhebt sich der Cerro Rico mit 4’824 m, in dem seit dem 16. Jahrhundert Silber abgebaut wird. Der Tag bringt damit rund 1’270 Höhenmeter seit Sucre – mehr, als die CDC mit höchstens 500 m Schlafhöhen-Zuwachs pro Nacht oberhalb von 3’000 m empfiehlt; wer sich in Potosí unwohl fühlt, verzichtet besser auf zusätzliche Anstrengung und ruht sich aus, statt das Programm auszureizen. Am Nachmittag führt eine rund zweistündige Besichtigung durch die Casa de la Moneda, die koloniale Münzstätte; laut Wikivoyage beginnen Führungen zu festen Zeiten, unter anderem um 14:30. Potosí ist seit 1987 Welterbe und gilt seit 2014 als gefährdet. Praktisch: Der Wetterdienst Senamhi nennt Juni und Juli als frostreichste Monate im Departamento Potosí, ein beheiztes Zimmer ist wichtig.
- 07
Tag 7 · Übernachtung: Uyuni
Potosí am Morgen, dann hinunter nach Uyuni
Potosí → Uyuni (Strasse, rund 210 km)
Der Morgen gehört der Altstadt mit der Kirche San Lorenzo und dem Blick auf den Cerro Rico. Minenbesuche dauern laut Wikivoyage 2 bis 3 h und führen durch Staub, der Silikose auslösen soll; wer die Höhe noch spürt, verzichtet. Gegen Mittag geht es auf der Ruta 5 rund 210 km nach Uyuni, laut Wikivoyage 3 bis 4 h mit dem Bus, so dass man vor der Dunkelheit ankommt. Uyuni liegt auf rund 3’700 m, rund 370 m tiefer als Potosí: der erste Abstieg der Reise. Der Ort ist ein Eisenbahnknoten, an dem sich vier Linien treffen, und empfängt jährlich rund 60’000 Besucher. Praktisch: Die Nächte sind hart, im Juli liegt das mittlere Tagesminimum bei −9.7 °C. Das Auswärtige Amt weist zudem darauf hin, dass die Touristenpolizei aus Uyuni abgezogen wurde.
- 08
Tag 8 · Übernachtung: Uyuni
Ein Tag auf dem Salar de Uyuni
Uyuni → Salar de Uyuni → Uyuni
Die Tagestour beginnt am Zugfriedhof, 3 km ausserhalb der Stadt an den alten Gleisen, wo ausgediente Lokomotiven stehen. Weiter geht es nach Colchani, wo eine Kooperative jährlich weniger als 25’000 t Salz abbaut, und hinaus auf die Salzfläche: 10’582 km² auf 3’656 m, die grösste der Erde. Auf dem Programm steht die Isla Incahuasi mit Riesenkakteen und Viscachas, zum Abschluss der Sonnenuntergang auf dem Salz. Bei der Wahl des Anbieters zählt Qualität vor Preis: Wikivoyage berichtet von betrunkenen Fahrern und Pannen, und laut Auswärtigem Amt gibt es ausserhalb der grossen Städte, ausdrücklich auch in Uyuni, kaum Rettungswagen. Praktisch: Sonnenbrille, Sonnencreme, Mütze und eine Daunenjacke für den Abend mitnehmen, dazu genug Wasser für den ganzen Tag.
- 09
Tag 9 · Übernachtung: La Paz
Flug nach La Paz
Uyuni → La Paz (Flug)
Ab Uyuni fliegt nur BoA, und zwar nur nach La Paz: rund 1 h statt 12 bis 15 h im Bus. Mit rund 16 Flügen im Monat (Stand September 2026) gibt es nicht an jedem Tag eine Verbindung; passt der Flugplan nicht, wird eine Nacht zwischen Uyuni und La Paz getauscht. Gelandet wird in El Alto auf rund 4’070 m, das Zentrum von La Paz liegt 13 km entfernt auf rund 3’600 m. Nach zwei Nächten auf rund 3’700 m ist das kein Sprung mehr, anders als bei einer internationalen Ankunft direkt in El Alto. Am Nachmittag zeigt eine Fahrt mit Mi Teleférico, seit 2014 in Betrieb und heute zehn Linien auf 30.6 km, den Talkessel und den verschneiten Illimani. Praktisch: Abends fährt man mit bestelltem Radio-Taxi und lässt Wertsachen im Hotel.
- 10
Tag 10 · Übernachtung: Copacabana
Über Tiquina an den Titicacasee
La Paz → Copacabana (Strasse und Fähre)
Die Fahrt nach Copacabana dauert laut Wikivoyage rund 3.5 h. An der Strasse von Tiquina steigen alle aus: Die Fahrgäste setzen in kleinen Booten über, das Fahrzeug folgt auf einer Barke. Copacabana liegt auf 3’841 m am Titicacasee, der sich auf 3’812 m über 8’372 km² erstreckt. Am Nachmittag lohnen die Basilika aus dem 17. Jahrhundert und der Aufstieg auf den Cerro Calvario, laut Wikivoyage rund 30 min an 14 Kreuzwegstationen vorbei, zum Sonnenuntergang über dem See. Kirchenfeste mit Tänzen gibt es am 2. Februar und am 6. August, das Augustfest zieht besonders viele Menschen an. Zum Abendessen passt Forelle aus dem See. Praktisch: Das EDA zählt Copacabana zu den Orten mit besonderer Gefährdung durch Kriminalität; im Dunkeln geht man nicht allein zu abgelegenen Aussichtspunkten.
- 11
Tag 11 · Übernachtung: Copacabana
Isla del Sol
Copacabana → Isla del Sol → Copacabana (Boot)
Boote für die Ganztagestour legen laut Wikivoyage gegen 08:30 ab und halten im Norden und im Süden der Insel. Auf der Isla del Sol leben rund 800 Familien von Landwirtschaft, Fischfang und Tourismus; Autos und asphaltierte Strassen gibt es nicht. Bekannt sind mehr als 80 Ruinen, darunter die Inka-Treppe in Yumani und Pilko Kaina am Südende. Yumani liegt auf rund 3’980 m, die Wege steigen an, und in dieser Höhe geht man bewusst langsam. Wer den Tag ruhiger angehen will, wählt die Halbtagestour am Nachmittag, die nur den Süden besucht. Praktisch: Welche Teile der Insel gerade zugänglich sind, erfragt man am Vortag in Copacabana. Wasser, Sonnenschutz, eine warme Schicht für die Rückfahrt über den See und Bargeld in kleinen Scheinen gehören in den Rucksack.
- 12
Tag 12 · Übernachtung: La Paz
Zurück nach La Paz
Copacabana → La Paz (Strasse und Fähre)
Am Morgen geht es auf demselben Weg zurück, wieder mit dem Übersetzen an der Strasse von Tiquina, insgesamt rund 3.5 h. Vor der Abfahrt lohnt der Blick auf Transitabilidad; das Auswärtige Amt rät, für längere Verzögerungen Essen, Getränke, warme Kleidung und nötige Medikamente dabeizuhaben. Am Nachmittag bleibt Zeit für das Zentrum: die Basilika San Francisco von 1743, die koloniale Calle Jaén mit zehn Museen und die Plaza Murillo mit dem Regierungspalast. Im Hexenmarkt gibt es traditionelle Waren der Aymara. Praktisch: Koka-Tee trinkt man nur vor Ort. Die Schweiz verbietet die Einfuhr von Koka-Produkten jeglicher Art, in Deutschland verstösst schon der Versuch, Mate de Coca einzuführen, gegen das Betäubungsmittelgesetz; wer in ein anderes Land zurückreist, prüft dessen Zollregeln.
- 13
Tag 13 · Übernachtung: La Paz
Reservetag: Tiwanaku oder La Paz
La Paz → Tiwanaku → La Paz (nach Wahl)
Dieser Tag ist bewusst frei gehalten. Hat eine Blockade die Rückkehr vom See verzögert, holt man sie hier nach, ohne den Rückflug zu gefährden. Sonst führt ein Ausflug rund 70 km nach Tiwanaku, seit 2000 Welterbe. Um 800 n. Chr. lebten dort 10’000 bis 20’000 Menschen; zu sehen sind die 16.5 m hohe Akapana, der Hof von Kalasasaya mit dem Sonnentor und die Plattform von Pumapunku. Wer in der Stadt bleibt, besucht das Valle de la Luna am Stadtrand mit seinen Erdpfeilern oder fährt noch einmal mit der Seilbahn nach El Alto. Praktisch: rechtzeitig zurück sein, denn nach Einbruch der Dunkelheit sind Überlandfahrten zu meiden. Am Abend packen und warme Kleidung für die frühe Fahrt zum Flughafen bereitlegen.
- 14
Tag 14
Rückflug ab El Alto
La Paz → Rückflug
Früh geht es hinauf nach El Alto. Das EDA rät, für Fahrten zu den internationalen Flughäfen genügend Zeit einzurechnen, weil Blockaden auch die Zufahrt sperren können. Ab La Paz fliegen laut FlightConnections nonstop nur Lima, Cusco, Bogotá und Santiago de Chile ins Ausland; die dichteste Verbindung führt aber über Santa Cruz, mit rund 154 Flügen im Monat und 1 h 5 min Flugzeit. Ab Santa Cruz fliegen Air Europa und BoA fünfmal pro Woche nonstop nach Madrid, im Schnitt in 10 h 50 min, mit Abflügen zwischen 12:15 und 20:30; BoA fliegt zudem nach Miami, Copa nach Panama-Stadt (Stand September 2026). Über Lima (LATAM, rund 2 h) oder Bogotá (Avianca, rund 3 h 45 min) erreicht man weitere Langstrecken, denn beide Drehkreuze sind nonstop mit Madrid, Paris, Miami und New York verbunden. Welche Kombination zum eigenen Flughafen passt, sucht der Generator live.
- 15
Tag 15
Ankunft nach dem Rückflug
Rückflug → Ankunft
Wann man ankommt, hängt vom eigenen Abflughafen ab: Wer in Südamerika wohnt, ist oft schon am Vortag zurück; die Flüge aus Santa Cruz landen in Madrid zwischen 05:05 und 12:15, und wer über Lima oder Bogotá fliegt, steigt dort auf die Langstrecke um. Bolivien liegt ganzjährig auf UTC−4 ohne Sommerzeit; je nach Wohnort stellt man die Uhr nach der Rückkehr vor oder zurück. Wer in den Wochen nach der Reise Fieber bekommt, erwähnt in der Arztpraxis den Aufenthalt im Tiefland von Santa Cruz.
Wann ist die beste Zeit für diese Route?
Am besten zwischen Mai und Oktober, in der Trockenzeit. Dann regnet es im Hochland kaum, und die Überlandetappen lassen sich planen. Der Preis dafür sind kalte Nächte: Im Departamento Potosí sind Juni und Juli laut Wetterdienst Senamhi die frostreichsten Monate, und in Uyuni sank das Thermometer im Juli 2024 auf −21.2 °C.
Mittlere Höchst- und Tiefstwerte und Monatsniederschlag an drei Stationen der Route: La Paz, Potosí und Santa Cruz de la Sierra
| La Paz | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 18 | 18 | 18 | 19 | 19 | 18 | 18 | 19 | 20 | 20 | 21 | 19 |
| Tiefstwert °C | 7 | 7 | 6 | 4 | 1 | -1 | -1 | -1 | 2 | 4 | 5 | 7 |
| Niederschlag mm | 136 | 114 | 79 | 35 | 13 | 9 | 16 | 22 | 24 | 48 | 44 | 107 |
| Potosí | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 15 | 14 | 15 | 16 | 15 | 14 | 14 | 15 | 16 | 18 | 18 | 16 |
| Tiefstwert °C | 5 | 4 | 4 | 2 | -0 | -2 | -2 | -2 | 1 | 3 | 4 | 4 |
| Niederschlag mm | 107 | 99 | 62 | 23 | 4 | 14 | 4 | 4 | 12 | 36 | 35 | 89 |
| Santa Cruz de la Sierra | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 32 | 31 | 31 | 29 | 26 | 25 | 26 | 29 | 32 | 32 | 32 | 32 |
| Tiefstwert °C | 23 | 23 | 22 | 21 | 18 | 17 | 17 | 18 | 21 | 22 | 22 | 23 |
| Niederschlag mm | 169 | 150 | 115 | 92 | 85 | 70 | 38 | 40 | 48 | 84 | 112 | 136 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station EL ALTO INTL (5 km, 4062 m), auf 3640 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station CAPITAN NICOLAS ROJAS (6 km, 3936 m), auf 4090 m umgerechnet. Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station EL TROMPILLO (3 km, 418 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Die Tabelle zeigt den Gegensatz dieser Reise: Santa Cruz bleibt das ganze Jahr warm, während La Paz und Potosí von Juni bis August im Mittel Nachtfrost haben, bei milden Tagen. September und Oktober bringen etwas mildere Nächte und noch wenig Regen; für Reisende, die Kälte scheuen, sind sie die angenehmsten Monate.
Auch Santa Cruz kann im Winter kühl werden, wenn Südwinde aus der argentinischen Pampa, die Surazos, die Temperatur deutlich senken. Gegen Ende der Trockenzeit kommt es laut Auswärtigem Amt regelmässig zu Bränden, deren Rauch den Flugverkehr beeinträchtigen kann.
Von November bis April ist Regenzeit, mit Überflutungen und Erdrutschen vor allem in den Bergen. Zwischen Dezember und April kann eine dünne Wasserschicht den Salar in einen Spiegel verwandeln. Wer dafür reist, braucht mehr Reservetage, weil die Strassen zwischen Sucre, Potosí und Uyuni dann weniger verlässlich sind.
Quellen: Auswärtiges Amt · eju.tv · Los Tiempos · Wikipedia · Wikipedia
Wo übernachtet man auf dieser Route?
Geplant sind 13 Nächte in Stadthotels und kleineren Häusern mit Frühstück: zwei in Santa Cruz, drei in Sucre, eine in Potosí, zwei in Uyuni, zwei in Copacabana und insgesamt drei in La Paz. Wichtiger als die Sternezahl ist im Hochland eine funktionierende Heizung, denn in Potosí und Uyuni fallen die Nächte der Trockenzeit unter null, in Uyuni im Juli im Mittel auf fast −10 °C.
Santa Cruz: Hotels im Zentrum rund um die Plaza 24 de Septiembre haben kurze Wege zur Kathedrale. Wer um 04:50 landet, braucht das Zimmer schon bei der Ankunft, deshalb beginnt die Buchung am Abflugtag. Ein Pool ist bei der Tageshitze angenehm.
Sucre: in der Altstadt, die seit 1991 zum Welterbe gehört. Von dort erreicht man Casa de la Libertad, Kathedrale und Markt zu Fuss, was in den ersten Tagen in der Höhe entlastet.
Potosí: zentral, in Gehdistanz zur Casa de la Moneda. Die Stadt liegt auf rund 4’070 m; ein Zimmer mit Heizung und zusätzlichen Decken zählt hier mehr als jede andere Ausstattung.
Uyuni: entweder in der Stadt nahe den Tourbüros oder am Rand des Salars in einem Salzhotel, dessen Wände, Dach und Möbel fast ganz aus Salzblöcken bestehen. Die Stadt hat den Vorteil kurzer Wege zum Flughafen am Abreisetag.
La Paz: im Zentrum auf rund 3’600 m, nicht im höher gelegenen El Alto, in Reichweite von Plaza Murillo, Calle Jaén und Hexenmarkt; der Flughafen ist 13 km entfernt. Das EDA nennt das Stadtzentrum und die Gegend um den Busbahnhof als besonders gefährdet, abends fährt man deshalb mit bestelltem Taxi.
Copacabana und Isla del Sol: Die Nächte sind in Copacabana am Seeufer geplant, wo die Boote ablegen. Wer lieber auf der Insel schläft, etwa in Yumani auf rund 3’980 m, trägt das Gepäck zu Fuss hinauf, denn auf der Isla del Sol gibt es weder Autos noch asphaltierte Strassen.
Quellen: Wikipedia · FlightConnections · UNESCO-Welterbezentrum · Wikipedia · Wikipedia · eju.tv · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Wikipedia
Wie lässt sich die Reise kürzen, verlängern oder mit Kindern machen?
Kürzer als 13 Tage wird die Route eng, weil die Nächte in Sucre der Höhe dienen und der Reservetag in La Paz Blockaden auffängt. Länger lohnt sich vor allem mit der mehrtägigen Lagunen-Tour ab Uyuni, einem Abstecher zu den Jesuitenmissionen der Chiquitos oder einer Verlängerung nach Peru, etwa mit dem Nonstop-Flug von La Paz nach Cusco.
Kürzer: 13 Tage
Streichen lassen sich die zweite Nacht in Santa Cruz und eine der beiden Schlussnächte in La Paz. Dann fehlt aber der Puffer vor dem Rückflug. Kürzt man zusätzlich in Copacabana, schrumpft die Isla del Sol auf eine Halbtagestour am Nachmittag, die laut Wikivoyage nur den Süden der Insel besucht. Die drei Nächte in Sucre sollten bleiben.
Länger: 18 bis 21 Tage
Die klassische Erweiterung führt ab Uyuni durch die Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa, die zwischen 4’200 und 5’400 m liegt, zur Laguna Colorada auf 4’278 m. Übernachtet wird im Reservat bei strengem Frost; Wikivoyage empfiehlt Thermounterwäsche, Schal, Mütze und Handschuhe. Weil die Laguna Verde direkt an der Grenze liegt, lässt sich die Tour auch mit Chile verbinden.
Im Tiefland bieten sich ab Santa Cruz die Jesuitenmissionen der Chiquitos (Welterbe seit 1990) und der Fuerte de Samaipata (seit 1998) an. Wer den Regenwald sehen möchte, fliegt von La Paz nach Rurrenabaque, laut FlightConnections rund 7 Flüge im Monat (Stand September 2026). Nach Peru geht es über den Titicacasee, dessen Westufer mit Puno zu Peru gehört, oder per Flug von La Paz nach Cusco, rund 16 Verbindungen im Monat.
Andere Jahreszeit
In der Regenzeit lockt zwischen Dezember und April der Spiegeleffekt am Salar. Dafür sollten mindestens zwei zusätzliche Reservetage eingeplant werden, und die Strassenetappen zwischen Sucre, Potosí und Uyuni stehen unter Vorbehalt. Wer trockene Strassen will, reist ab Mai; am kältesten sind die Nächte dann bis August.
Mit Kindern
Für Familien spricht einiges: die Dinosaurierspuren von Cal Orck'o in Sucre, der Zugfriedhof in Uyuni, die Seilbahn in La Paz und die Bootsfahrt auf dem Titicacasee. Ob kleine Kinder auf über 3’500 m schlafen sollten, klärt man vor der Buchung ärztlich. Die CDC empfiehlt die Gelbfieberimpfung ab 9 Monaten für das Departamento Santa Cruz und nennt eine Impfpflicht bei der Einreise ab einem Jahr. Wer mit Minderjährigen ohne den zweiten Elternteil reist, braucht laut EDA eine Ausreisebewilligung des Kinder- und Jugendgerichts.
Quellen: Wikivoyage · Wikivoyage · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · UNESCO-Welterbezentrum · UNESCO-Welterbezentrum · FlightConnections · Wikipedia · Wikipedia · Auswärtiges Amt · Wikipedia · CDC Travelers' Health · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Was bucht TalkTravel und was bezahlt man vor Ort?
Gebucht werden die Flüge ab deinem Abflughafen nach Santa Cruz und zurück ab La Paz, die Inlandflüge Santa Cruz–Sucre und Uyuni–La Paz, 13 Hotelnächte mit Frühstück sowie Transfers und Überlandfahrten mit Fahrer. Vor Ort bezahlt man Eintritte, die meisten Mahlzeiten und Trinkgelder. Den Preis berechnet der Generator bei der Anfrage aus Live-Angeboten.
- Flüge: ab deinem Abflughafen nach Santa Cruz de la Sierra und zurück ab La Paz, je nach Herkunft nonstop oder mit Umsteigen, etwa in Madrid, Miami, Panama-Stadt, Lima oder Bogotá; Inlandflüge mit BoA. Die Reisetage richten sich nach dem Flugplan: Ab Madrid fliegen Air Europa und BoA viermal pro Woche nach Santa Cruz, ab Uyuni gibt es rund 16 Flüge im Monat (Stand September 2026).
- Hotels: 13 Nächte mit Frühstück an sieben Stationen, ab der Ankunftsnacht in Santa Cruz.
- Transfers und Fahrten: Flughafen–Hotel an allen Stationen, dazu Sucre–Potosí–Uyuni und La Paz–Copacabana–La Paz im Wagen mit Fahrer, wie ihn das Auswärtige Amt für Überlandfahrten empfiehlt. Gefahren wird bei Tageslicht.
- Ausflüge: Tagestour über den Salar de Uyuni und Bootsfahrt zur Isla del Sol, sofern im Angebot verfügbar.
Vor Ort bezahlt man Eintritte, etwa für die Casa de la Moneda, die Dinosaurierspuren von Cal Orck'o und Tiwanaku, dazu Mittag- und Abendessen, Trinkgelder und Minenbesuche in Potosí. Ein kleiner Vorrat an Bargeld, Wasser und Snacks hilft bei Verzögerungen; das Auswärtige Amt rät, für Blockaden Essen, Getränke, warme Kleidung und Medikamente dabeizuhaben.
Selbst erledigt man die Online-Registrierung SIGEMIG, die laut EDA innerhalb von 48 Stunden nach der Einreise fällig ist, und die Versicherung: Das BMEIA nennt den Nachweis einer umfassenden Krankenversicherung, das Auswärtige Amt rät zusätzlich zu einer Evakuierungsversicherung. Einen Preis nennt diese Seite bewusst nicht; der Betrag «ab» folgt aus dem Probelauf des Generators mit Live-Flügen und -Hotels.
Quellen: FlightConnections · FlightConnections · FlightConnections · Auswärtiges Amt · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Wikivoyage · Wikipedia · FlightConnections