Was ist die Gobi und wie viel Zeit braucht man?
Die Gobi erstreckt sich über rund 1’295’000 km² im Süden der Mongolei und im Norden Chinas und ist damit die sechstgrösste Wüste der Erde. Ein grosser Teil davon ist Fels, nicht Sand. Für den Nationalpark Gobi Gurvansaikhan mit Dünen, Schlucht und Felsen braucht man ab Dalanzadgad mehrere Tage.
Die Wüste liegt auf einer Hochebene zwischen rund 910 und 1’520 m. Das Bild von endlosen Dünen trifft nur auf Teile zu; typisch sind weite Becken, niedrige Gebirge und freiliegender Fels. Dazu kommen Nomadenfamilien mit Kamelen, Pferden und Ziegen, die hier weiterhin leben und arbeiten.
Diese Seite behandelt die mongolische Südgobi rund um die Provinz Ömnögovi. Einreise, Währung und Notrufe stehen auf der Landesseite Mongolei; die Hauptstadt als Ausgangspunkt beschreibt Ulaanbaatar.
Wie ist die Gobi geprägt?
Die Gobi ist eine Wüste der Extreme: Im Winter sinken die Temperaturen auf −40 °C, im Sommer steigen sie auf 45 °C, und der Niederschlag liegt im Mittel bei rund 194 mm im Jahr. Tag und Nacht können bis zu 35 °C auseinanderliegen.
Ömnögovi ist laut Wikipedia die südlichste und grösste Provinz des Landes mit rund 165’000 km². Für Reisende zählen vor allem der Nationalpark, die Dünen von Khongoryn Els und die Felsen von Bayanzag.
Berühmt ist die Gobi auch als Fundort von Fossilien: 1923 entdeckte eine Expedition unter Roy Chapman Andrews hier die ersten Dinosauriereier der Welt. Die Eier galten zunächst als Eier von Protoceratops und wurden 1995 dem Theropoden Oviraptor zugeordnet.
Zur Tierwelt gehören wilde Baktrische Kamele, Mongolische Wildesel und rund 30 Eidechsenarten.
Welche Orte und Landschaften gehören zur Südgobi?
Ausgangspunkt ist Dalanzadgad, die Hauptstadt der Provinz Ömnögovi auf 1’470 m. Von dort erreicht man die Schlucht Yolyn Am, die Dünen von Khongoryn Els rund 180 km entfernt und die roten Felsen von Bayanzag. Zusammen bilden sie die klassische Gobi-Runde.
Dalanzadgad
Die Stadt liegt laut Wikipedia 540 km südlich von Ulaanbaatar und zählt 32’674 Einwohner (2024). Es gibt ein Naturmuseum und den Flughafen DLZ. Die Landesseite nennt die Strecke mit rund 580 km; die Quellen weichen also voneinander ab.
Gobi Gurvansaikhan: Nationalpark
Der Park umfasst laut Wikipedia 27’000 km² und erstreckt sich 380 km von Ost nach West. Er ist der grösste Nationalpark der Mongolei und liegt am Nordrand der Gobi. Das Gebirge der «Drei Schönheiten» erreicht bis 2’600 m; höhere Lagen tragen Steppe. Wikipedia nennt 1993 als Gründungsjahr und 2000 als Jahr der Erweiterung.
Yolyn Am
Die tiefe, enge Schlucht im Gurvan-Saikhan-Gebirge heisst nach dem Bartgeier («Yol»). Sie ist mit Dalanzadgad durch eine asphaltierte Strasse verbunden. Ein mehrere Kilometer langes Eisfeld erreicht bis zum Ende des Winters mehrere Meter Dicke; nach Wikipedia schmilzt es heute meist bis September, früher hielt es sich das ganze Jahr.
Khongoryn Els
Die «singenden» Dünen liegen rund 180 km von Dalanzadgad entfernt im Nationalpark. Sie sind laut Wikipedia 6 bis 12 km breit und etwa 100 km lang; Höhen von 80 m sind üblich, Spitzen sollen bis 300 m erreichen. Der Fluss Khongoryn Gol säumt die Nordseite, wo Nomaden Kamele und Pferde weiden. Der Ton entsteht, wenn der Wind den Sand bewegt oder kleine Lawinen abgehen.
Bayanzag, die «Flaming Cliffs»
Bayanzag bedeutet «reich an Saxaul» und liegt in Ömnögovi. Roy Chapman Andrews nannte die roten Sandsteinklippen «Flaming Cliffs», weil sie bei Sonnenuntergang glühen. Aufgeschlossen ist die Djadochta-Formation aus der Oberkreide; gefunden wurden Velociraptor, Protoceratops und frühe Säugetiere. Fossilien dürfen nicht ohne Genehmigung mitgenommen werden.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für die Gobi?
Die Gobi ist ein Land der Gegensätze: Im Süden der Mongolei erreichen die Höchstwerte im Sommer bis 38 °C, in Winternächten fallen die Temperaturen auf −40 °C. Der meiste Niederschlag fällt im kurzen Sommer; im trockensten Teil bleibt er in den meisten Jahren ganz aus.
Die Südhälfte des Landes erhält laut Wikipedia 100 bis 200 mm Niederschlag im Jahr, die Gobi selbst im Mittel rund 194 mm. Wer die Wüste besucht, plant deshalb weniger nach Regen als nach Hitze und Kälte: Hochsommer ist heiss, Winter bitterkalt und kaum befahrbar, die Übergangsmonate sind mild bei starken Tag-Nacht-Unterschieden von bis zu 35 °C.
Für Yolyn Am ist die Jahreszeit wichtig: Das Eisfeld hält sich nach Wikipedia heute nicht mehr ganzjährig, sondern schmilzt meist bis September. Wer das Eis sehen möchte, reist früher in der Saison.
Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass Winterwetter und Treibstoffmangel Reisen über Land stark einschränken können.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Auswärtiges Amt
Was gilt für die Einreise in die Gobi?
Für die Gobi gelten dieselben Einreiseregeln wie für das ganze Land: Schweizer, Deutsche und Österreicher bleiben laut EDA bis 30 Tage ohne Visum, müssen sich aber innerhalb von 48 Stunden online registrieren. Die Details stehen auf der Landesseite.
Der Reisepass muss laut Auswärtigem Amt bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln; massgeblich sind Botschaft oder Einwanderungsbehörde. Alles Weitere unter Mongolei.
Regional wichtig: Kulturgüter dürfen laut EDA nicht ohne Erlaubnis ausgeführt werden, und Fossilien aus der Gobi dürfen nach Wikipedia nicht ohne Genehmigung mitgenommen werden. Die amtlichen Stellen sind massgeblich.
Quellen: EDA · Auswärtiges Amt · Wikipedia
Welche Gesundheitsrisiken gibt es in der Gobi?
Healthytravel.ch empfiehlt allen Reisenden die Hepatitis-A-Impfung und den meisten die Tollwutimpfung; die Pest kommt in 17 der 21 Provinzen vor und wird durch den Verzehr von Nagetieren übertragen.
Die CDC rät, Nagetiere und deren Kot zu meiden (Hantavirus), unbekannte Tiere nicht zu berühren und kein unbehandeltes Wasser zu trinken. Zecken sind laut Healthytravel von Frühjahr bis Spätherbst aktiv; Schutz bieten lange Kleidung und Repellents.
Das Auswärtige Amt und das EDA betonen, dass die medizinische Versorgung ausserhalb von Ulaanbaatar sehr begrenzt ist; eine Auslandskrankenversicherung mit Evakuierung ist wichtig. Impfungen und Prophylaxe vorab ärztlich abklären.
Quellen: healthytravel.ch · CDC Travelers' Health · Auswärtiges Amt · EDA
Wie sicher ist das Reisen in der Gobi?
Unterwegs in der Wüste wiegen Strassen, Distanzen und Orientierung schwerer als Kriminalität. Das EDA rät, abseits befestigter Strassen nur in einer Gruppe mehrerer Fahrzeuge mit Navigationsgerät, Vorräten und erfahrener Reiseleitung zu fahren und Nachtfahrten zu vermeiden.
Schlechte Strassen und unberechenbares Verhalten anderer Fahrer sind laut EDA ein Unfallrisiko. Ausserhalb der Städte kam es vereinzelt zu Gewalttaten gegen Reisende. Erdbeben sind im Land möglich. Aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA prüfen.
Quellen: EDA · Auswärtiges Amt
Wie kommt man in die Gobi und wie bewegt man sich dort?
Internationale Flüge landen in Ulaanbaatar am Flughafen Chinggis Khaan (UBN). Von dort führt eine asphaltierte Strasse nach Dalanzadgad, rund 540 km, und es gibt saisonale Inlandflüge zum Flughafen DLZ. In der Wüste selbst fährt man im Geländewagen mit Fahrer.
Der Flughafen Dalanzadgad hat laut Wikipedia die zweitlängste Piste des Landes nach dem internationalen Flughafen. Die Flugpläne sind saisonal; Fahrzeiten und Preise der Strecke nennt hier keine geprüfte Quelle. Von Dalanzadgad liegt Khongoryn Els rund 180 km entfernt, Yolyn Am ist asphaltiert angebunden.
Wer in der Gobi selbst fährt, hält sich an die Hinweise des EDA: mehrere Fahrzeuge, Navigation, Vorräte, kein Nachtverkehr. Internationale Verbindungen nach Ulaanbaatar beschreibt die Landesseite Mongolei.
Wie bezahlt man in der Gobi?
Zahlungsmittel und Wechselkurs stehen auf der Landesseite. In der Wüste ist Bargeld praktisch, weil Dalanzadgad der letzte grössere Ort ist; Preise für Camps und Touren nennen wir nicht, weil dazu keine geprüfte Quelle vorlag.
Wer Souvenirs kauft, beachtet das Ausfuhrverbot für Kulturgüter und für Fossilien. Mehr zu Währung und Karten unter Mongolei.
Wo übernachtet man in der Gobi?
In der Südgobi übernachtet man meist in Ger-Camps nahe den Sehenswürdigkeiten, in Dalanzadgad gibt es ausserdem feste Unterkünfte. Ein Ger ist ein tragbares Rundzelt aus Holzgitter und Filz, das sich in etwa zwei Stunden aufbauen lässt.
Öffnungszeiten und Preise sind hier nicht belegt; Veranstalter geben sie bei der Buchung an.
Was isst man in der Gobi?
Die Küche ist von Fleisch und Milchprodukten geprägt: Hammel, Teigtaschen wie Buuz und Khuushuur, Nudelgerichte und gesalzener Milchtee (Süütei Tsai). Gemüse und Gewürze sind knapp, Reis ist kein Grundnahrungsmittel.
Zu den traditionellen Gerichten zählt Khorkhog, Hammel mit heissen Steinen im Behälter gegart. Airag, vergorene Stutenmilch, ist das Getränk der Nomaden. Vegetarier haben es schwer; das früh bei der Buchung zu klären ist sinnvoll.
Quellen: Wikipedia
Welche Kultur und Regeln gelten bei Nomaden und Klöstern?
Nomadenfamilien prägen das Leben der Gobi; Kamele, Pferde und Ziegen sind ihre Grundlage. Das Ongi-Kloster erinnert an die Zerstörung der Klöster 1939, als über 200 Mönche getötet wurden. Wiederaufbau begann in den 1990er-Jahren.
Das Kloster wurde 1660 gegründet und beherbergte zu seiner Blütezeit über 1’000 Mönche. Der erste Neubautempel wurde 2004 eingeweiht; ein Stupa mit Gedenktafel und ein kleines Museum in einem Ger erinnern an die Opfer. In der Provinz Ömnögovi bezeichneten sich 2009 rund 73.5 % als Buddhisten.
Fotografieren von Sicherheitseinrichtungen ist laut EDA verboten.
Was kann man in der Gobi unternehmen?
Zu den Höhepunkten zählen die Dünen von Khongoryn Els, die Eisschlucht Yolyn Am, die Klippen von Bayanzag und ein Besuch bei einer Nomadenfamilie. Kamelritte sind möglich, weil das Baktrische Kamel hier seit langem zum Alltag gehört.
Gobibären sind selten; die Population wird auf rund 31 bis 50 Tiere geschätzt und ist nicht auf Touren zu erwarten.
Das Baktrische Kamel trägt 170 bis 250 kg und legt 47 km am Tag zurück; sein Winterfell fällt im Frühjahr in grossen Stücken ab.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wie reist man in der Gobi nachhaltig?
Die Gobi dehnt sich aus: In China wächst sie um rund 3’600 km² im Jahr, in der Mongolei soll sie nach Wikipedia mit 6 bis 7 km im Jahr nordwärts wandern. Wasser ist knapp, deshalb zählt jeder Liter.
Seit 1940 ist die Durchschnittstemperatur im Land um mindestens 1.8 °C gestiegen. Reisende sparen Wasser, nehmen Abfall mit, bleiben auf bestehenden Pisten und halten Abstand zu Tieren. Fossilien bleiben liegen. Der Gobibär wird seit 1985 an Wasserstellen zugefüttert; sein Bestand ist nur durch Schutz zu halten.
Wie lässt sich die Gobi mit anderen Zielen kombinieren?
Fast alle Reisen beginnen und enden in Ulaanbaatar. Sinnvoll ist die Verbindung mit dem Orchon-Tal und dem Welterbe um Kharkhorin sowie mit der Hauptstadt selbst. Wer im Juli reist, kann das Naadam-Fest vom 11. bis 13. Juli einplanen.
Das Orchon-Tal liegt im Zentrum der Mongolei. Naadam mit Ringen, Pferderennen und Bogenschiessen lässt sich in Ulaanbaatar erleben.
Quellen: Wikipedia
Für wen eignet sich die Gobi, für wen weniger?
Die Gobi passt zu Reisenden, die weite Landschaft, Stille und einfache Camps mögen. Weniger geeignet ist sie für alle, die Komfort, kurze Wege oder ein dichtes Programm erwarten.
Die Wege sind lang, und die medizinische Versorgung ist laut EDA ausserhalb der Hauptstadt sehr begrenzt. Wer Fossilien, Dünen und Nomaden sehen will, ist hier richtig.