Was ist die Algarve und für wen lohnt sie sich?
Die Algarve ist die südlichste Region des portugiesischen Festlands: rund 155 km Südküste mit Sandstränden, Felsbuchten und der Lagune Ria Formosa, dazu die Steilküsten im äussersten Südwesten. Sie zählt je nach Quelle zwischen 2’600 und über 3’100 Sonnenstunden im Jahr.
Die Region erstreckt sich über 4’997 km² zwischen dem Atlantik und der Grenze zu Spanien am Fluss Guadiana. Zur Südküste von rund 155 km kommen noch etwa 50 km Küste, die nördlich des Kaps São Vicente an der Westseite liegen. Die Hauptstadt der Region ist Faro; rund 467’000 Menschen leben hier fest, in der Hochsaison verdreifacht sich die Zahl laut Wikipedia durch Saisongäste.
Wer die Algarve plant, entscheidet vor allem drei Dinge: wo man wohnt (Ostalgarve mit Lagune und Inseln, Mitte mit Badeorten, Westalgarve mit Felsbuchten und Wildküste), wann man reist und ob man ein Auto mietet. Die Küste lässt sich ohne Auto nur bis zu einem gewissen Grad erschliessen.
Diese Seite vertieft den Abschnitt zur Algarve auf der Landesseite Portugal. Allgemeine Einreise, Währung und Notrufe stehen dort; hier geht es um Orte, Verkehr, Reisezeit und regionale Besonderheiten.
Quellen: Wikipedia
Wie ist die Algarve aufgebaut, und welchen Charakter hat sie?
Die Algarve gliedert sich in 16 Gemeinden, je acht im westlichen Barlavento und im östlichen Sotavento. Der höchste Punkt ist der Pico da Fóia in der Serra de Monchique mit 902 m; die Küste reicht von der flachen Lagunenlandschaft im Osten bis zu den bis 75 m hohen Klippen am Kap São Vicente.
Der Osten (Sotavento) ist flacher: Hier liegen die Ria Formosa, lange Sandinseln und die Städte Faro, Olhão und Tavira. Der Westen (Barlavento) hat Felsbuchten, Klippen und die Wildküste der Costa Vicentina. Dazwischen liegen die grossen Badeorte wie Albufeira, Vilamoura und Portimão.
Landeinwärts wird es still: In der Serra de Monchique wachsen Kork, Eukalyptus, Kastanien und Erdbeerbäume, aus deren Früchten der Schnaps Medronho entsteht. In der Serra de Monchique fällt im Winter deutlich mehr Niederschlag als an der Küste. Die Gegend ist dünn besiedelt, und das Bild unterscheidet sich stark vom Strandstreifen.
Dass viele Orte an der Küste keine alte Bausubstanz haben, hat einen Grund: Das Erdbeben von 1755 zerstörte weite Teile der Region. In Albufeira blieben laut Wikipedia nur 27 Wohnhäuser stehen. Alte Kerne gibt es dennoch in Faro, Tavira, Lagos und Silves.
Welche Orte und Küstenabschnitte der Algarve lohnen sich?
Faro, Olhão und Tavira bilden den ruhigeren Osten an der Ria Formosa, Albufeira, Loulé und Portimão die touristische Mitte, Lagos und Sagres den Westen mit Felsküste. Die meisten Reisenden wählen ein bis zwei Standorte und fahren von dort aus Tagesausflüge.
Faro
Faro hat rund 70’000 Einwohner und liegt direkt an der Ria Formosa. Die Altstadt geht auf die römische Siedlung Ossonoba zurück; unter den Mauren hiess der Hafen Santa Maria Ibn Harun, 1249 kam er unter portugiesische Herrschaft. Nach dem Beben von 1755 wurde Faro 1756 Verwaltungssitz der Region. Zu sehen sind die mittelalterliche Kathedrale, die Capela dos Ossos mit Knochenwänden und etwas ausserhalb der Palast von Estói.
Der Flughafen liegt 4 km westlich, der Bahnhof westlich der Altstadt und damit zu Fuss erreichbar. Faro eignet sich gut für die erste oder letzte Nacht.
Olhão und die Inseln der Ria Formosa
Olhão ist ein Fischereihafen mit Fischverarbeitung und der wichtigste Ausgangspunkt für die Inseln der Lagune. Ab Olhão und Faro fahren ganzjährig Fähren nach Culatra, einer rund 6 km langen, autofreien Barriereinsel mit etwa 700 Einwohnern und dem Leuchtturm Farol de Santa Maria.
Tavira
Tavira liegt rund 28 km östlich von Faro am Fluss Gilão. Die Stadt hat eine siebenbogige Brücke, ein Kastell, 37 Kirchen und weisse Häuser mit maurischem Einfluss. Der Strand Ilha de Tavira liegt auf einer Insel der Ria Formosa; am Praia do Barril erinnert ein Ankerfriedhof an die Thunfischerei, die früher den Ort prägte.
Vila Real de Santo António und Castro Marim
Im äussersten Osten liegt Vila Real de Santo António am Guadiana. Die Stadt wurde 1774 nach dem Erdbeben im Raster des Marquês de Pombal angelegt. Eine Autofähre nach Ayamonte in Spanien fährt noch immer, obwohl seit 1991 eine Brücke den Fluss quert. Landeinwärts liegt Castro Marim mit einer Burg; dort endet die Autobahn A22 an der Brücke nach Spanien.
Loulé, Albufeira und Vilamoura
Loulé ist eine Marktstadt rund 10 km von der Küste; der Glockenturm der Kirche São Clemente war einst das Minarett einer Moschee. Zur Gemeinde gehören die Badeorte Quarteira und Vilamoura. Albufeira, dessen Name vom arabischen «al-Buḥayra» (die Lagune) kommt, hat laut Wikipedia 44’000 Einwohner und im Sommer bis zu rund 300’000 Menschen. Sie gilt als zweitbeliebtestes Reiseziel Portugals nach Übernachtungen und hat Strände wie Praia dos Pescadores und Falésia sowie die Ausgehzone «The Strip».
Portimão, Silves und Monchique
Portimão (rund 63’000 Einwohner) war einst Fischerei- und Konservenstadt; das Museu de Portimão ist in einer früheren Sardinenfabrik untergebracht. Silves, rund 15 km im Landesinneren am Fluss Arade, war von 1249 bis 1910 Hauptstadt des Königreichs Algarve. Seine Burg aus rotem Sandstein gilt als das beste Beispiel arabischer Militärarchitektur in Portugal. Die Serra de Monchique mit dem Kurort Caldas de Monchique (heisse Schwefelquellen, 6 km südlich des Hauptorts) bietet ein kühleres, feuchteres Klima als die Küste.
Lagos und Ponta da Piedade
Lagos hat rund 33’000 Einwohner und ist von Mauern aus dem 16. Jahrhundert umgeben. Von hier aus brach im 15. Jahrhundert unter Heinrich dem Seefahrer ein Teil der Entdeckungsfahrten auf. In der Stadt stand 1444 der erste Sklavenmarkt des kolonialen Europa. Die goldgelben Felsen der Ponta da Piedade sind bis zu 20 m hoch, ein Leuchtturm von 1913 steht dort; Grotten lassen sich nur per Boot besuchen. Die Strände Meia Praia, Dona Ana und Porto de Mós liegen in der Nähe.
Sagres und das Kap São Vicente
Sagres ist ein Ortsteil der Gemeinde Vila do Bispo mit nur 1’894 Einwohnern (Zensus 2021). Die Festung in heutiger Form stammt von 1793; das Land hatte 1443 Heinrich der Seefahrer erhalten. Das Kap São Vicente, der südwestlichste Punkt des europäischen Festlands, ist mit seinen bis 75 m hohen Klippen bekannt. Der 24 m hohe Leuchtturm von 1846 ist bis 60 km weit zu sehen. Das Klima ist hier laut Wikipedia sehr ausgeglichen, mit häufigem Nebel.
Aljezur und die Westküste
Die Gemeinde Aljezur hat rund 40 km Küste im Naturpark Südwest-Alentejo und Costa Vicentina. Strände wie Arrifana, Monte Clérigo, Amoreira und Odeceixe Mar liegen an der Atlantikseite. Sie sind kälter und rauer als die Südküste und bei Surfenden beliebt.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für die Algarve?
Die Algarve hat ein Mittelmeerklima mit milden, regnerischen Wintern und warmen bis sehr heissen, trockenen Sommern. Das Meer ist im Januar mit 15.5 bis 16 °C kühl und erreicht im August 21 bis 23 °C, sodass die Badesaison in den Sommermonaten liegt.
Monatliche Tageshöchst- und Tiefstwerte und Niederschlag an der Algarve
| Algarve (Faro) | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 17 | 17 | 19 | 21 | 24 | 27 | 29 | 30 | 26 | 24 | 20 | 18 |
| Tiefstwert °C | 9 | 9 | 11 | 13 | 16 | 18 | 20 | 20 | 19 | 17 | 12 | 10 |
| Niederschlag mm | 50 | 53 | 67 | 62 | 35 | 8 | 1 | 4 | 23 | 75 | 95 | 72 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station FARO (3 km, 7 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Regen fällt vor allem im Winterhalbjahr. Im Hochsommer bleibt es in der Regel trocken; zu dieser Zeit ist auch das Waldbrandrisiko am höchsten, wie das österreichische Aussenministerium schreibt: «von Frühling bis Herbst ist mit Waldbränden zu rechnen».
In der Hochsaison verdreifacht sich die Zahl der Bewohnenden laut Wikipedia durch Saisongäste. Daraus ergibt sich das Muster: Im Juli und August sind Strände, Strassen und Unterkünfte am vollsten, im Frühling und im Herbst ist es ruhiger, die Küstenpfade sind besser begehbar und Orte wie Tavira oder Lagos ohne Gedränge zu besuchen.
Auch innerhalb der Region unterscheiden sich die Bedingungen. Die Serra de Monchique hat im Winter deutlich mehr Niederschlag als die Küste. In Sagres und am Kap São Vicente sind die Temperaturen ganzjährig ausgeglichen (selten über 35 °C oder unter 4 °C), dafür gibt es häufig Nebel.
Wer vor allem baden will, plant den Sommer bis Frühherbst. Wer wandern, Städte besichtigen oder Golf spielen möchte, findet im Frühling und im Herbst angenehmere Bedingungen; die Wassertemperatur ist dann aber niedriger.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Wikipedia · Wikipedia
Was gilt für die Einreise an der Algarve?
Für die Algarve gelten dieselben Einreiseregeln wie für ganz Portugal: Deutsche und Österreicher brauchen laut Auswärtigem Amt und BMEIA für touristische Aufenthalte nur Reisepass oder Personalausweis. Alle Einzelheiten stehen auf der Landesseite Portugal.
Regional ist nur der Grenzübergang zu Spanien bei Vila Real de Santo António relevant: Dort verbindet seit 1991 eine Brücke und weiterhin eine Autofähre beide Ufer des Guadiana. Spanien liegt in der Regel eine Stunde vor Portugal, wie die Übersicht zur Zeit in Portugal erklärt.
Für Reisende mit Rückflug über das Vereinigte Königreich empfiehlt das Auswärtige Amt einen Reisepass. Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln; Auskunft geben die portugiesische Botschaft und das Konsulat im Heimatland.
Massgeblich sind immer die aktuellen Angaben von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA · Wikipedia · Wikipedia
Worauf sollte man bei der Gesundheit an der Algarve achten?
Healthytravel.ch empfiehlt für Portugal die in Ihrem Land üblichen Standardimpfungen, dazu Hepatitis A besonders für Reisen in ländliche Gebiete und Hepatitis B für Risikogruppen. Eine Gelbfieberimpfung ist nicht nötig.
Die CDC nennt als nicht impfbare Risiken unter anderem Leptospirose (kontaminiertes Wasser), Leishmaniose (Sandmückenstiche) und Hantavirus. Gegen Insekten empfiehlt sie Repellents. Healthytravel.ch weist ausserdem auf Zeckenschutz in bestimmten Regionen hin.
In der EU gilt die Europäische Krankenversicherungskarte; das BMEIA nennt für Portugal die europäische e-Card und eine Gesundheitshotline unter +351 808 24 24 24. Wer an abgelegenen Orten wandert oder mit dem Boot unterwegs ist, nimmt Wasser und eine Notfallnummer mit; der Notruf lautet 112.
Alle Impfempfehlungen sind individuell ärztlich oder reisemedizinisch abzuklären.
Quellen: healthytravel.ch, Schweizer Expertenkomitee für Reisemedizin · Centers for Disease Control and Prevention (CDC) · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
Wie sicher ist die Algarve?
Die Algarve gilt als sicher; österreichisches Aussenministerium und Auswärtiges Amt nennen vor allem Taschendiebstahl und Aufbrüche geparkter Autos in der Nähe von Stränden. Auf dem Wasser zählen starke Strömungen und hohe Wellen an der Atlantikküste zu den Hauptgefahren.
Das Auswärtige Amt schreibt, Autoaufbrüche in Strandnähe seien häufig. Wertsachen gehören nicht sichtbar ins Auto. Das BMEIA verweist auf starke Unterströmungen und hohe Wellen an der Atlantikküste; an den Stränden der Westalgarve ist die Brandung stärker als an der Südküste.
Zwischen Frühling und Herbst muss mit Waldbränden gerechnet werden, in den Hügeln um Monchique besonders. Die aktuelle Lage steht bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.
Quellen: Auswärtiges Amt · Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) · Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA
Wie kommt man an die Algarve, und wie reist man dort weiter?
Der Hauptflughafen ist Faro (FAO), 4 km westlich der Stadt; 2025 zählte er über 10 Millionen Fluggäste, mit easyJet und Ryanair als wichtigsten Gesellschaften. Aus Lissabon fährt der Alfa Pendular in rund 3 h 5 min nach Faro, der Intercidades in rund 3 h 34 min.
Faro hat laut Wikipedia Flüge von über 50 Fluggesellschaften; die meistgenutzten Strecken 2024 waren London-Gatwick, Dublin und Manchester, das Netz ist also stark auf Europa ausgerichtet. Interkontinentale Reisende kommen meist über Lissabon (LIS) oder Porto (OPO), siehe Portugal.
| Verkehrsmittel | Dauer | Hinweis |
|---|---|---|
| Alfa Pendular | rund 3 h 5 min | ab Estação do Oriente; Preis laut algarve-tourist.com 26.30 EUR |
| Intercidades | rund 3 h 34 min | ab Estação do Oriente; 24.55 EUR |
| Fernbus Rede Expressos | rund 3 h 15 min | ab Sete Rios |
| Fernbus FlixBus | – | ab Estação do Oriente; ab 7.99 EUR bei früher Buchung |
| Auto über A2 | rund 2 h 40 min (277 km) | Maut 23.30 bis 27.20 EUR |
Preise und Fahrzeiten stammen aus einer Vergleichsseite (Stand Oktober 2026) und können abweichen; die Bahngesellschaft CP nennt die verbindlichen Tarife. Der Bahnhof Faro liegt 5.7 km vom Flughafen, die Buslinien 14 und 16 verbinden den Flughafen mit dem Zentrum.
Innerhalb der Region verbindet die Algarve-Bahn auf 139.5 km Lagos mit Vila Real de Santo António (Stationen u. a. Portimão, Silves, Tunes, Albufeira, Loulé, Faro, Olhão, Tavira). Regionalzüge halten überall, schnellere Züge nur an grossen Stationen. Die A22 («Via do Infante») führt auf 133 km von Lagos nach Castro Marim und ist seit dem 1. Januar 2025 mautfrei.
Faro hat keine Bahnverbindung nach Spanien, obwohl Sevilla weniger als 200 km entfernt liegt. Zur Küste westlich von Lagos fahren hauptsächlich Busse oder Mietwagen; für Sagres und die Costa Vicentina ist ein Auto die verbreitetste Lösung.
Quellen: Wikipedia · algarve-tourist.com · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wie bezahlt man an der Algarve, und was kostet es?
Währung ist der Euro; Geldautomaten und Kartenzahlung sind laut Auswärtigem Amt in Portugal weit verbreitet. Konkrete Preise für Unterkünfte und Essen schwanken nach Saison und Ort stark, eine verlässliche amtliche Zahl gibt es nicht.
In Restaurants wird oft ein «couvert» auf den Tisch gestellt, Brot, Oliven und Aufstriche. Wer es nicht möchte, schickt es zurück; was auf der Rechnung steht, wird bezahlt. Das gilt für ganz Portugal, siehe Portugal.
An Mautstellen gilt auf der A22 seit 2025 keine Maut mehr. Für die Autobahn A2 von Lissabon aus fallen laut Vergleichsseite 23.30 bis 27.20 EUR an.
Quellen: Auswärtiges Amt · Wikipedia · Wikipedia · algarve-tourist.com
Wo übernachtet man an der Algarve?
Faro, Tavira und Lagos haben Altstädte mit kleinen Häusern; die Mitte um Albufeira, Vilamoura und Quarteira ist stark touristisch geprägt. Die Wahl des Standorts hängt davon ab, ob man Altstadt, Strand oder Ruhe sucht.
Faro eignet sich für kurze Aufenthalte und Flughafennähe. Tavira und Olhão sind ruhiger, mit Fähren zu den Inseln der Ria Formosa. Albufeira ist der grösste Ferienort mit Ausgehzone; Lagos und Sagres liegen im Westen nahe an Felsbuchten und Surfstränden.
Weil die Bevölkerung im Sommer stark anwächst, sind Unterkünfte im Juli und August am knappsten. Wer ohne Auto reist, übernachtet am besten in einem Ort an der Bahnlinie.
Was isst man an der Algarve?
Die Küche stützt sich auf Fisch und Meeresfrüchte: gegrillte Sardinen, frischer Fisch und die Cataplana, eine Zubereitungsart. Dazu kommen Feigen, Mandeln und der Erdbeerbaum-Schnaps Medronho.
Typisch sind Fisch vom Grill, Sardinen in der Saison und Gerichte mit Meeresfrüchten. Bacalhau (Stockfisch) gehört in ganz Portugal dazu, Pastel de Nata begleitet den Kaffee. Süsses wie «doce fino» verbindet Feigen, Mandeln und Honig.
Medronho wird aus den Früchten des Erdbeerbaums gebrannt und ist eine Spezialität der Serra de Monchique. Olhão und Portimão haben eine Konservenindustrie für Fisch.
Welche Geschichte und Kultur prägen die Algarve?
Die Algarve war über Jahrhunderte arabisch geprägt: Silves war als «Shilb» ein bedeutender Ort von Al-Andalus, Albufeira und Loulé tragen arabische Spuren. 1249 wurde die Region portugiesisch, 1755 zerstörte ein Erdbeben weite Teile.
Der Name Albufeira geht auf das arabische «al-Buḥayra» zurück, in Loulé stand das Minarett einer früheren Moschee. Von 1249 bis 1910 trug die Region den Titel «Königreich Algarve», Hauptstadt war zuerst Silves, nach 1756 Faro.
Im 15. Jahrhundert verbindet sich die Küste mit den Entdeckungsfahrten Heinrichs des Seefahrers in Lagos und Sagres. Nach 1755 entstand mit Vila Real de Santo António eine Planstadt im Rastergrundriss.
Zu den jährlich wiederkehrenden Festen gehören das Mittelalterfest in Castro Marim Ende August und die «Noite Branca» in Loulé zum Ende des Sommers. Landessprache ist Portugiesisch.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Was kann man an der Algarve unternehmen?
Zu den Höhepunkten zählen die Felsbuchten und Grotten bei Lagos und Benagil, die Boots- und Vogelbeobachtung in der Ria Formosa, die Wanderwege der Rota Vicentina und das Kap São Vicente bei Sonnenuntergang. Für Bahn- und Städtereisen gibt es Faro, Tavira und Silves.
Küste und Boot
Die Grotten der Ponta da Piedade lassen sich nur per Boot besuchen. In der Benagil-Höhle fällt Licht durch eine Öffnung in der Decke, die Höhle ist durch Abtragung von der Seite und von oben entstanden. Für Benagil gelten Beschränkungen: Das Anlanden am Strand ist laut Wikipedia nicht mehr erlaubt, die Besuchszeit pro Boot ist knapp bemessen und die Zahl der Boote begrenzt. Wer hinfahren will, fragt vorher beim Anbieter nach den geltenden Regeln.
Ria Formosa
Die Lagune bildet ein System von Barriereinseln mit sechs Zugängen zum Meer. Der Naturpark besteht seit 1978, ist ein Ramsar-Feuchtgebiet und eines der wichtigen Vogelgebiete Europas. Die Flächenangaben schwanken je nach Quelle zwischen rund 170 km² (Algarve-Artikel), 179 km² (Ria-Formosa-Artikel) und 184 km² (18’400 ha, Olhão-Artikel). Muscheln wie die Venusmuschel werden hier gezüchtet.
Wandern
Die Rota Vicentina verbindet mit dem Fischerpfad (Fishermen’s Trail, rund 226.5 km) die Küste und mit dem Historischen Weg (Historical Way, rund 263 km) das Hinterland. Die Wege verbinden Sagres, Lagos und Porto Covo. Der Naturpark Südwest-Alentejo und Costa Vicentina besteht seit 1988 und umfasst 895.7 km². Der Verein hinter den Wegen versteht sich als Träger verantwortungsvollen Tourismus.
Am Kap São Vicente endet der europäische Küstenwanderweg E9, der 5’000 km bis nach Estland führt.
Autorennen, Golf, Wassersport
Portimão hat mit dem Autódromo Internacional do Algarve eine internationale Rennstrecke, in Vilamoura gibt es einen Yachthafen-Ort der Gemeinde Loulé. Die Atlantikstrände der Westalgarve wie Arrifana gelten als Surfstrände.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Rota Vicentina (Verein) · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wie reist man an der Algarve nachhaltiger?
Die Algarve ist stark vom Sommertourismus abhängig; nachhaltigere Reisen heissen Nebensaison, Bahn und Bus statt Auto, geschützte Gebiete schonen und geregelte Bootstouren wählen. Die Ria Formosa, die Costa Vicentina und Benagil haben dafür eigene Regeln.
Die Bevölkerung verdreifacht sich laut Wikipedia im Sommer; wer im Frühling oder Herbst reist, entlastet Orte und Strassen. Zwischen Lagos und Vila Real de Santo António verkehrt die Bahn, Culatra ist autofrei.
In Schutzgebieten bleibt man auf markierten Wegen. Die Rota Vicentina versteht sich als Verein für verantwortungsvollen Tourismus und weist auf eine Wegekarte mit Sicherheitshinweisen hin.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Rota Vicentina (Verein) · Wikipedia
Wie lässt sich die Algarve kombinieren?
Die Algarve lässt sich gut mit Lissabon verbinden (Zug in rund 3 h 5 min bis Faro), mit dem Alentejo und der Costa Vicentina im Norden sowie mit Andalusien über die Brücke bei Vila Real de Santo António. Eine Bahn nach Spanien gibt es nicht.
Mit Lissabon verbindet der Alfa Pendular die Hauptstadt und Faro; ein Mietwagen über die A2 braucht rund 2 h 40 min. Nach Norden schliesst die Costa Vicentina an, zu Fuss auf der Rota Vicentina oder mit dem Auto.
Nach Spanien führt die Brücke über den Guadiana, weitere Strecken sind nur per Bus oder Auto möglich. Mehr zu den Nachbarregionen siehe Alentejo, Lissabon und Andalusien.
Quellen: algarve-tourist.com · Wikipedia · Wikipedia
Für wen eignet sich die Algarve, und für wen weniger?
Die Algarve passt zu Reisenden, die Strand, Wandern und Altstädte in kurzen Distanzen kombinieren wollen. Weniger passt sie zu wem im Hochsommer Ruhe sucht, ohne Auto weit abgelegene Strände erreichen möchte oder ein Grossstadtprogramm erwartet.
Familien finden in der Mitte Strände und Ferienorte, Wandernde die Rota Vicentina, Städtereisende Faro, Tavira und Silves. Wer Natur sucht, ist an der Ria Formosa und an der Westküste richtig.
Wer Ruhe sucht, meidet Juli und August und die grossen Badeorte. Ohne Auto sind die Bahn und der Bus zwischen den Hauptorten möglich, abgelegene Buchten und die Westküste jedoch nur eingeschränkt erreichbar.
Quellen: Wikipedia