Was sollte man vor einer Amsterdam-Reise wissen?
Amsterdam hat rund 942’000 Einwohner, liegt etwa 2 m unter dem Meeresspiegel und wird von mehr als 100 km Grachten durchzogen. Der Flughafen Schiphol (AMS) ist rund 9 km vom Zentrum entfernt, der Zug braucht etwa 16 bis 18 Minuten bis Amsterdam Centraal. Die grossen Häuser, allen voran das Anne-Frank-Haus, verlangen Zeitfenster-Tickets im Voraus.
Amsterdam ist klein genug, um die wichtigsten Viertel zu Fuss zu verbinden, und gross genug, um fünf Tage zu füllen. Der historische Kern wurde um 1275 an einem Damm im Fluss Amstel gegründet; im 17. Jahrhundert, dem Goldenen Zeitalter, wuchs die Stadt zu einem der reichsten Handelsplätze Europas. Aus dieser Zeit stammen der Grachtengürtel, die schmalen Giebelhäuser und die Börse von 1602, die als erste moderne Aktienbörse gilt.
Diese Seite behandelt die Stadt selbst: Viertel, Wege, Museen, Tickets und Ankunft. Allgemeines zu Einreise, Währung, Notruf 112 und Steckdosen steht auf der Seite Niederlande. Ausflüge zu Mühlen, Tulpenfeldern oder in die Nachbarstädte werden hier nur als Tagestouren skizziert.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Travel Guide Amsterdam · Anne Frank Huis
Wie ist Amsterdam aufgebaut und was ist das Besondere?
Der Kern besteht aus der mittelalterlichen Altstadt und dem Grachtengürtel des 17. Jahrhunderts, der seit 2010 zum UNESCO-Welterbe zählt. Die Stadt gliedert sich in acht Stadtteile; das Fahrrad deckt rund 38 % aller Wege ab, und Amsterdam ist Hauptstadt, während Regierung und Parlament in Den Haag sitzen.
Von Amsterdam Centraal aus wächst die Stadt in Halbkreisen: Zuerst die Altstadt mit Oude Kerk und Dam, dann der Grachtengürtel mit Singel, Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht, schliesslich die Quartiere des 19. und 20. Jahrhunderts wie De Pijp, Oud-Zuid und der Osten. Nördlich des Flusses IJ liegt Amsterdam-Noord, das mit Fähren und der Metro erreichbar ist.
Der Charakter entsteht aus Gegensätzen. Auf der einen Seite stehen Backsteinhäuser mit Lastenhaken und schiefen Fassaden, auf der anderen eine liberale Stadtpolitik, die Cannabis in lizenzierten Coffeeshops duldet und Sexarbeit in einem klar abgegrenzten Viertel erlaubt. Amsterdam versteht sich laut dem niederländischen Tourismusamt als offen und inklusiv; jedes Jahr findet im August die grosse Pride mit der Canal Parade statt.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Holland.com (Netherlands Board of Tourism) · Wikipedia (en)
Welche Viertel und Orte gehören zu Amsterdam?
Wichtig sind sechs Zonen: Centrum mit De Wallen, der Grachtengürtel mit den Neun Strassen, die Jordaan, Museumplein mit Oud-Zuid, De Pijp und Amsterdam-Noord. Alles ausser Noord liegt im Umkreis von wenigen Kilometern und lässt sich zu Fuss, per Tram oder per Fahrrad verbinden.
| Viertel | Lage | Charakter |
|---|---|---|
| Centrum (Altstadt, De Wallen) | um Centraal und Dam | Oude Kerk, Königlicher Palast, Rotlichtviertel, dichter Betrieb |
| Grachtengürtel mit Neun Strassen | Singel bis Prinsengracht | Giebelhäuser, Cafés, kleine Läden |
| Jordaan | westlich der Prinsengracht | frühere Arbeitersiedlung, heute Galerien und Cafés |
| Museumplein / Oud-Zuid | südlich des Zentrums | Rijksmuseum, Van Gogh Museum, Stedelijk, Vondelpark |
| De Pijp | südlich der Singelgracht | Albert-Cuyp-Markt, viele Restaurants |
| Amsterdam-Noord | nördlich des IJ | NDSM, Filmmuseum EYE, Fähren |
Centrum und De Wallen
Der älteste Teil der Stadt liegt rund um den Damm, an dem sie um 1275 entstand. Auf dem Dam steht der Königliche Palast, der 1655 als Stadthaus eröffnet wurde, auf 13’659 Holzpfählen steht und seit 1808 als Palast dient; heute wird er für Staatsbesuche genutzt und ist an den meisten Tagen des Jahres auch ein Museum. Gleich daneben steht die Nieuwe Kerk.
De Wallen, das Rotlichtviertel, ist das älteste Viertel Amsterdams. Es liegt rund um die Oude Kerk und umfasst nach Wikipedia etwa 300 Einzelkabinen, in denen Sexarbeit legal ausgeübt wird; das Mindestalter liegt bei 21 Jahren. Tagsüber wirkt das Viertel ruhig, abends füllt es sich. Für Besucher gelten städtische Verhaltensregeln, die sich ändern können; die aktuellen Vorgaben stehen auf der Seite der Stadt Amsterdam.
Grachtengürtel und Neun Strassen
Der Grachtengürtel besteht aus Singel (ursprünglich ein mittelalterlicher Wassergraben), Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht. Die Herengracht ist die Gracht der Patrizier, die Keizersgracht die breiteste, die Prinsengracht die längste. Zwischen den Hauptgrachten liegen die Neun Strassen mit kleinen Läden, Cafés und Vintage-Boutiquen. Dort lässt sich der Grachtengürtel am besten zu Fuss erleben.
Jordaan
Die Jordaan wurde ab 1612 als Arbeiterviertel angelegt, mit Strassen entlang alter Gräben und Wege. Heute zählt sie zu den teuersten Wohnlagen der Niederlande, mit Galerien, kleinen Läden und Restaurants. Zu den Fixpunkten gehören der Noordermarkt und die Westerkerk; auch Rembrandt verbrachte seine letzten Lebensjahre in der Nähe der Rozengracht.
Museumplein und Oud-Zuid
Am Museumplein stehen Rijksmuseum, Van Gogh Museum und Stedelijk Museum nebeneinander. Die drei Häuser liegen so nah beieinander, dass man sie an einem Tag verbinden kann, wenn die Tickets mit Zeitfenster passen. Der Vondelpark schliesst sich südwestlich an: 47 Hektar gross, 1865 eröffnet, mit freiem Eintritt und einem Freilufttheater, das im Sommer Konzerte spielt.
De Pijp
De Pijp ist ein dicht bebautes Gründerzeitviertel südlich der Singelgracht, bekannt für den Albert-Cuyp-Markt, den belebtesten Strassenmarkt des Landes, der an sechs Tagen pro Woche stattfindet. Rund um die frühere Heineken-Brauerei und den Sarphatipark gibt es viele Restaurants und Cafés. Piet Mondrian und der Schriftsteller Gerard Reve lebten hier.
Amsterdam-Noord und NDSM
Nördlich des IJ liegt Amsterdam-Noord, ein Stadtteil mit rund 90’000 Einwohnern und viel Platz. Das EYE Filminstitut zog 2012 nach Overhoeks, der A’DAM Tower steht seit 1971, und die Metro-Linie 52 verbindet Noord seit 2018 direkt mit dem Zentrum und Zuid. Gratisfähren fahren vom Bahnhof Centraal über das IJ. Die frühere Werft NDSM ist heute ein Kulturort.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Wann ist die beste Reisezeit für Amsterdam?
Das Klima ist ozeanisch mit südwestlichen Winden, milden Sommern und kühlen Wintern; Regen fällt das ganze Jahr, im Sommer und Herbst eher kräftiger. Von Mai bis September sind Sommertage über 25 °C möglich, hohe 30er bleiben selten. Für Tulpen und lange Tage eignen sich April bis Juni.
Klima in Amsterdam: Tageshöchst- und Tiefstwerte und Niederschlag je Monat
| Amsterdam | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 7 | 8 | 11 | 14 | 18 | 21 | 23 | 23 | 20 | 16 | 11 | 8 |
| Tiefstwert °C | 1 | 1 | 3 | 5 | 9 | 12 | 14 | 14 | 11 | 8 | 5 | 3 |
| Niederschlag mm | 75 | 64 | 53 | 40 | 57 | 63 | 81 | 90 | 70 | 78 | 76 | 81 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station SCHIPHOL (11 km, -3 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
Nach dem Wetter entscheidet der Kalender. Der Park Keukenhof öffnet jedes Frühjahr für rund acht Wochen von Mitte März bis Anfang Mai; die Tulpenfelder ausserhalb des Parks blühen je nach Sorte ab Ende März. Den Königstag am 27. April feiert die ganze Stadt in Orange: Flohmärkte, Bootsparaden und Strassenfeste füllen die Innenstadt, und die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr wird empfohlen, da Strassen gesperrt sind und es sehr voll wird.
Im August findet Pride Amsterdam statt, am ersten Wochenende mit der Canal Parade am ersten Samstag. Das Fest zieht mehrere Hunderttausend Besucher an, die Unterkünfte sind dann stark nachgefragt. Weitere jährlich wiederkehrende Fixpunkte sind die Sommerkonzerte im Vondelpark von Juni bis August und das Elektronik-Festival Amsterdam Dance Event.
Quellen: Wikipedia (en) · Keukenhof · Holland.com · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Was braucht man für die Einreise nach Amsterdam?
Schweizer, Deutsche und Österreicher reisen mit Reisepass oder Personalausweis in die Niederlande ein; die Regeln stehen vollständig auf der Landesseite. Am Flughafen Schiphol gilt Schengen: Bei Ankunft aus einem Nicht-Schengen-Land (etwa Grossbritannien) findet eine Grenzkontrolle statt.
Die Einreise- und Zollregeln sind auf der Seite Niederlande beschrieben. Für Staatsangehörige anderer Länder gelten eigene Regeln, massgeblich sind Botschaft oder Konsulat der Niederlande. Minderjährige ohne beide Eltern führen laut BMEIA eine Einverständniserklärung mit.
Massgeblich sind die Angaben von EDA, Auswärtigem Amt, BMEIA und der niederländischen Behörden zum Zeitpunkt der Reise.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA · Eurostar
Welche Gesundheitshinweise gelten für Amsterdam?
Für die Einreise ist keine Impfung vorgeschrieben. Das CDC empfiehlt, den Masern-Mumps-Röteln-Schutz zu prüfen; Hepatitis A und B werden je nach Reiseart genannt. Die medizinische Versorgung liegt auf europäischem Standard, Notruf ist 112.
Das CDC nennt für die Niederlande Hepatitis A für die meisten Reisenden, vor allem bei Aufenthalten ausserhalb grosser Städte oder beim Essen an Strassenständen, und Hepatitis B für Ungeimpfte unter 60 Jahren. Gelbfieber ist nicht vorgeschrieben. Tollwut ist selten, Zeckenschutz lohnt sich bei Wanderungen in Dünen und Wäldern ausserhalb der Stadt.
Das Auswärtige Amt verweist auf die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), das BMEIA auf die e-card und rät zu einer Reiseversicherung mit Krankentransport. Für Schweizer gilt entsprechend das bilaterale Abkommen; Details im Merkblatt der eigenen Krankenkasse.
Quellen: CDC Travelers' Health · BMEIA · Auswärtiges Amt · Wikipedia (en)
Wie sicher ist Amsterdam für Reisende?
Amsterdam gilt als sicher; das häufigste Risiko ist Taschendiebstahl in Menschenmengen und im öffentlichen Verkehr. Auf der Strasse im Zentrum ist Cannabiskonsum verboten, Pfefferspray ebenfalls. Die aktuelle Lage steht bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.
Das Auswärtige Amt nennt Taschendiebstahl in Grossstädten als Alltagsrisiko; die Stadt Amsterdam warnt selbst vor Taschendieben in belebten Zonen und im öffentlichen Verkehr. Dokumente und Geld trägt man am Körper, Handy und Portemonnaie nicht in Gesässtaschen. Das Auswärtige Amt weist zudem auf die allgemeine Terrorlage in Europa hin und verweist auf den weltweiten Sicherheitshinweis.
Cannabis ist in den Niederlanden geduldet, nicht legal: In einem Coffeeshop erhält man höchstens 5 g für den Eigenbedarf, Mindestalter ist 18 Jahre; andere Drogen sind verboten. Auf Amsterdams Strassen im Zentrum ist Kiffen laut BMEIA verboten und wird nach Verwarnung mit einer Busse von 100 Euro geahndet. Pfefferspray ist grundsätzlich nicht erlaubt.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Wie kommt man nach Amsterdam und wie fährt man vom Flughafen ins Zentrum?
Der Flughafen Schiphol (AMS) liegt rund 9 km südwestlich der Stadt und ist der wichtigste Hub von KLM, mit 68.8 Millionen Passagieren im Jahr 2025. Der Zug nach Amsterdam Centraal braucht rund 16 bis 18 Minuten. Zusätzlich verbinden Fernzüge Amsterdam Centraal mit London, Berlin, Frankfurt, Wien und Prag.
Flug. Schiphol hat einen Terminal mit drei Abflughallen. KLM betreibt hier ihr Drehkreuz, deshalb gibt es Nonstop-Verbindungen aus allen Weltregionen: aus Europa aus fast jeder grösseren Stadt, aus Nordamerika, Lateinamerika, Asien und Afrika über die Langstrecken der KLM und ihrer Partner. Genaue Streckenlisten ändern sich laufend; eine aktuelle Übersicht liefert die Flugsuche.
Vom Flughafen ins Zentrum. Der Bahnhof Schiphol liegt direkt unter der Ankunftshalle. Pro Stunde fahren mehrere Züge nach Amsterdam Centraal, in der Regel alle 10 bis 15 Minuten; die Fahrt dauert etwa 16 bis 18 Minuten. Nachts fährt stündlich ein Zug zwischen 1 und 5 Uhr. Wer ins südliche Viertel um Museumplein will, steigt am Bahnhof Zuid aus.
Mit der Bahn aus Europa. Amsterdam Centraal, 1889 eröffnet und von Pierre Cuypers entworfen, ist ein internationaler Knoten. Der Eurostar fährt direkt nach London in 4 h 19 min, Fernzüge der Deutschen Bahn verbinden mit Frankfurt und Berlin, Nachtzüge mit Wien und Innsbruck und ein Nachtzugbetreiber mit Prag und Brüssel (Stand Oktober 2026).
Mit dem Auto. Die Ringautobahn A10 umschliesst die Stadt, im Zentrum ist Autofahren bewusst unattraktiv: hohe Parkgebühren, Einbahnstrassen, enge Grachtenstrassen. Wer mit dem Auto anreist, plant den Parkplatz vor der Ankunft.
| Ziel | Verkehrsmittel | Dauer |
|---|---|---|
| Schiphol (AMS) | Zug ab Centraal | rund 16–18 min |
| London St Pancras | Eurostar direkt | 4 h 19 min |
| Zaanse Schans | Zug nach Zaandijk Zaanse Schans | 18 min |
| Haarlem | Zug | rund 30 min |
In der Stadt. GVB betreibt Metro (fünf Linien), Trams, Busse und die Gratisfähren über das IJ. Die Metro-Linie 52 verbindet seit Juli 2018 Noord, Centraal und Zuid. Bezahlt wird mit OV-Chipkarte, mit kontaktloser Debit- oder Kreditkarte (Visa, Mastercard) oder dem Smartphone. Man hält die Karte beim Einsteigen und Aussteigen an das Lesegerät, mit derselben Karte; wer das Auschecken vergisst, zahlt einen Pauschalbetrag, der sich zurückfordern lässt.
Quellen: Wikipedia (en) · Travel Guide Amsterdam · Wikipedia (en) · Eurostar · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Public Transport Guide · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Was kostet ein Amsterdam-Besuch und wie bezahlt man?
Bezahlt wird in Euro, meist per Debitkarte, Handy oder Smartwatch; Bargeld nehmen nicht mehr alle Lokale an. Trinkgeld von rund 10 % ist üblich, aber freiwillig. Die grösste Kostenstelle ist die Unterkunft, auf die eine kommunale Übernachtungssteuer als Prozentsatz des Zimmerpreises erhoben wird.
Kartenzahlung ist Standard, auch bei kleinen Beträgen. Die gelben Geldautomaten heissen Geldmaat, Scheine ab 200 Euro werden von kleineren Geschäften oft abgelehnt, und Barbeträge werden auf 5 Cent gerundet, weil 1- und 2-Cent-Münzen nicht mehr im Umlauf sind. Kreditkarten sind für Hotels, Mietwagen und Flüge üblich, im Alltag sind Debitkarten verbreiteter.
Das Anne-Frank-Haus kostet laut Betreiber 16.50 Euro für Erwachsene (inklusive 1 Euro Buchungsgebühr), 7 Euro für Jugendliche von 10 bis 17 Jahren und 1 Euro für Kinder bis 9 Jahre (Stand Oktober 2026). Für andere Museen gilt: Die Preise stehen auf den offiziellen Seiten der Häuser und ändern sich regelmässig.
Wer mehrere Museen plant, prüft die Museumkaart oder eine City Card; beide funktionieren nur mit Zeitfenster-Reservierung in den grossen Häusern. Ein Preisvergleich lohnt sich: Solche Karten rentieren sich erst bei mehreren Besuchen.
Quellen: Holland.com · NL Times · Anne Frank Huis · I amsterdam
Wo übernachtet man am besten in Amsterdam?
Das Zentrum und der Grachtengürtel sind am teuersten und am lautesten. Ruhiger und oft günstiger liegen Oud-Zuid, De Pijp, die Jordaan und Amsterdam-Noord, jeweils mit Tram- oder Metro-Anschluss. Wer zu Fuss alles erreichen will, bleibt innerhalb des Grachtengürtels.
Typisch sind Hotels in umgebauten Grachtenhäusern: schmale Treppen, kleine Zimmer, selten Aufzug. Das gehört zum Charme, bedeutet aber, dass Gepäck und Mobilität bei der Buchung zählen.
Wer nur wenige Nächte bleibt, entscheidet am besten nach der Lage zu Tram, Metro und Bahnhof.
Quellen: Wikipedia (en) · NL Times
Was isst man in Amsterdam?
Typisch sind Hering und Muscheln, Käse wie Gouda und Edam sowie Süsses mit besonders butterreichem Gebäck. Wegen der kolonialen Geschichte gehört die indonesische Reistafel (rijsttafel) fest zur Stadt. Frühstück und Mittagessen sind eher schlicht, das Abendessen beginnt früh.
Die niederländische Küche ist von Milchprodukten, Fisch und Landwirtschaft geprägt. Gouda und Edam stammen aus dem Westen, ebenso Hering und Muscheln. Hering gehört zu den Spezialitäten des Westens. Zum Frühstück essen Niederländer oft Brot mit Hagelslag (Schokostreusel).
Indonesische Gerichte wie Reistafel, Nasi Goreng und Saté wurden nach der Unabhängigkeit Indonesiens 1945 Teil der niederländischen Küche. In Amsterdam gibt es viele Restaurants dafür, besonders um De Pijp.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Holland.com (Netherlands Board of Tourism)
Welche Geschichte und Kultur prägen Amsterdam?
Amsterdam entstand um 1275 an einem Damm im Fluss Amstel und wurde im 17. Jahrhundert, dem Goldenen Zeitalter, zur reichsten Stadt der westlichen Welt. 1602 entstand hier die erste Börse mit durchgehendem Aktienhandel. Rembrandt, Vermeer und später Van Gogh prägen bis heute die Museumslandschaft.
Die Stadt war Hafen der Ostindien-Kompanie, deren Handel auch die Sammlung des Hortus Botanicus mitbestimmt hat. Das gleiche Erbe hat dunkle Seiten: Die Kolonialgeschichte wird in den Museen zunehmend offen behandelt. Das Anne-Frank-Haus erinnert an die Verfolgung der Juden im Zweiten Weltkrieg; das Versteck im Hinterhaus des Hauses an der Prinsengracht diente zwei Jahre und einen Monat als Zuflucht.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Holland.com (Netherlands Board of Tourism)
Was sind die wichtigsten Erlebnisse und Tickets in Amsterdam?
Die grossen Museen am Museumplein und das Anne-Frank-Haus verlangen Zeitfenster-Tickets im Voraus. Beim Anne-Frank-Haus werden alle Tickets dienstags um 10 Uhr für einen Besuch sechs Wochen später freigegeben, Verkauf nur online. Dazu kommen Grachtenfahrten, Märkte und der Vondelpark.
Rijksmuseum
Das Rijksmuseum zeigt 800 Jahre niederländische Geschichte und Kunst, darunter Rembrandts «Nachtwache» und Vermeers «Das Gässchen». Es ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, eine Vorausbuchung ist erforderlich. Die Sammlung umfasst rund 1 Million Objekte, etwa 8’000 sind ausgestellt; das 1885 eröffnete Hauptgebäude wurde nach einer Renovierung 2013 wiedereröffnet.
Van Gogh Museum
Das Van Gogh Museum am Museumplein beherbergt nach Wikipedia die weltweit grösste Van-Gogh-Sammlung mit 200 Gemälden, 400 Zeichnungen und 700 Briefen. Es wurde 1973 eröffnet und ist das meistbesuchte Museum der Niederlande. Der Eintritt erfolgt mit online gebuchtem Zeitfenster; Preise und Öffnungszeiten stehen auf der Museumsseite.
Anne-Frank-Haus
Das Anne-Frank-Haus an der Prinsengracht 263–267 ist täglich von 9 bis 22 Uhr geöffnet (mit Ausnahmen an bestimmten Feiertagen). Tickets sind nicht an der Kasse erhältlich, nur online, gültig für einen festen Termin, ohne Umtausch und Rückerstattung. Rund 1.2 Millionen Besucher kamen 2024; wer erst vor Ort buchen will, hat keine Chance, deshalb gleich zur Freigabe am Dienstag um 10 Uhr bereit sein.
Weitere Museen
Das Stedelijk Museum zeigt moderne und zeitgenössische Kunst mit rund 90’000 Objekten, darunter De Stijl, Bauhaus und Pop Art. Im Norden zeigt das EYE Filminstitut Filmgeschichte, und im Hortus Botanicus lässt sich eine ruhige Stunde zwischen Palmen verbringen.
Grachtenfahrt, Fahrrad, Märkte
Eine Grachtenfahrt gibt einen schnellen Überblick; das Wasser ist seit der Kanalisation im Jahr 1987 deutlich sauberer als früher. Wer lieber selbst fährt, mietet ein Boot oder ein Kajak. Mit dem Fahrrad nutzt man die rund 400 km Radwege, die rot markiert sind; Das Fahrrad ist das alltäglichste Verkehrsmittel der Stadt.
Tagesausflüge
Ab Amsterdam Centraal erreicht man in 18 Minuten die Station Zaandijk Zaanse Schans, wo acht historische Windmühlen stehen; das Freilichtgelände ist kostenlos, einzelne Mühlen und Museen verlangen Eintritt. Haarlem liegt rund 30 Minuten entfernt und bietet das Frans-Hals-Museum und das Teylers Museum, das älteste Museum des Landes. Im Frühjahr gehört der Keukenhof ins Programm.
Quellen: Anne Frank Huis · I amsterdam · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Keukenhof
Wie reist man nachhaltig durch Amsterdam?
Zu Fuss, mit dem Fahrrad und mit Tram oder Metro: Amsterdam hat rund 400 km Radwege, 38 % aller Wege laufen auf zwei Rädern, und die Stadt will emissionsfrei werden. Mit der Bahn aus Nachbarländern anzureisen, ist auf vielen Strecken möglich.
Die Stadt setzt auf weniger Autos und teures Parken im Zentrum; GVB fährt mit 31 Elektrobussen und elektrischen Trams und Metros. Wer mit dem Zug aus Deutschland, Belgien, Frankreich oder Grossbritannien kommt, spart Flüge. Auch die Rückreise mit dem Eurostar nach London dauert 4 h 19 min.
Quellen: Holland.com (Netherlands Board of Tourism) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Eurostar
Womit lässt sich Amsterdam kombinieren?
Amsterdam passt mit Rotterdam und Den Haag zu einer klassischen Städtereise und mit Utrecht, Haarlem oder Zaanse Schans zu Tagesausflügen. Im Frühjahr kommt die Bollenstreek mit Keukenhof dazu; wer London oder Brüssel anschliessen will, nimmt den Zug.
Städte-Dreieck: Rotterdam mit moderner Architektur und Den Haag als Regierungssitz mit Strand sind mit der Bahn in kurzer Zeit erreichbar; Details dazu auf der Seite Rotterdam und Den Haag. Utrecht liegt im Zentrum des Landes und ist der wichtigste Bahnknoten; seine Grachten haben auf Wasserhöhe liegende Werfkeller, der Domturm ist 112 m hoch.
Im Frühjahr: Die Tulpenregion beschreibt die Seite Bollenstreek. Kürzere Ausflüge: Zaanse Schans, Haarlem und die Küste bei Zandvoort. Städtereise in Nachbarländern: Brüssel (Seite Belgien) oder London mit dem Eurostar.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Eurostar · Wikipedia (en)
Für wen eignet sich Amsterdam und für wen weniger?
Amsterdam eignet sich für Kunst- und Geschichtsinteressierte, Radfahrer, Paare und Familien mit Kindern für einen Aufenthalt von mehreren Tagen. Weniger passt es für Menschen mit Gehbehinderung (steile Treppen, Kopfsteinpflaster), für spontane Besucher der grossen Museen und für alle, die Ruhe suchen.
Gut passt Amsterdam für Kulturreisende, Radreisende, Paare und Gruppen, die Museen, Kneipen und Märkte mögen. Familien mit Kindern profitieren von Park, Fähren und dem flachen Gelände; Kinderwagen sind auf dem Kopfsteinpflaster und in Grachtenhäusern allerdings mühsam.
Weniger passt die Stadt für alle, die auf spontane Besuche im Anne-Frank-Haus hoffen: Tickets sind nur online mit Termin verfügbar. Auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollten die Unterkunft auf Aufzug und Stufen prüfen. Wer Strand, Berge oder sichere Sonne erwartet, ist mit anderen Zielen besser bedient.
Quellen: Anne Frank Huis · Wikipedia (en)