Was bietet Graubünden und wie viel Zeit braucht die Region?
Graubünden ist mit 7’105 km² der grösste Kanton der Schweiz, mit rund 200’000 Einwohnern der am dünnsten besiedelte und der einzige dreisprachige. Für das Engadin, eine Panoramabahn und den Nationalpark empfiehlt sich mehr als ein Tagesausflug.
Die Region verbindet Skiorte wie Davos und St. Moritz, die Welterbe-Bahnlinien der Rhätischen Bahn, den ältesten Nationalpark der Alpen und Täler, in denen Rätoromanisch oder Italienisch gesprochen wird. Die Höhen reichen von 260 m bis zum Piz Bernina mit 4’049 m.
Allgemeine Einreise, Währung und Notrufnummern stehen auf der Landesseite Schweiz. Diese Seite behandelt, was in Graubünden zählt: Orte, Bahnen, Nationalpark, Reisezeit und Anreise.
Quellen: Wikipedia (en)
Wodurch ist Graubünden geprägt?
Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton: Deutsch (74.7 %), Rätoromanisch (13.9 %) und Italienisch (13.9 %) sind gleichberechtigt. Es trat 1803 als Kanton der Eidgenossenschaft bei; 11 Bezirke und 100 Gemeinden bilden den Kanton.
Rätoromanisch ist seit 1938 Landessprache und seit 1996 Amtssprache im Verkehr mit Rätoromanen. Es gliedert sich in fünf Schriftidiome, darunter Puter im Oberengadin und Vallader im Unterengadin; mit Rumantsch Grischun besteht eine gemeinsame Standardform. Im Bergell, Misox, Calanca und Puschlav ist Italienisch Amtssprache.
Drei UNESCO-Welterbestätten liegen im Kanton: das Benediktinerkloster St. Johann in Müstair, die Tektonikarena Sardona und die Rhätische Bahn in den Landschaften Albula und Bernina.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Welche Orte und Täler gehören zu Graubünden?
Chur (592 m) ist Hauptstadt und Bahnknoten, Davos (1’560 m) und St. Moritz (rund 1’800 m) sind die grossen Ferienorte. Weitere Ziele sind Flims, Arosa, das Unterengadin, das italienischsprachige Puschlav und das abgelegene Val Müstair.
Chur und die Bündner Herrschaft
Chur gilt als die älteste Stadt der Schweiz und zählt rund 40’000 Einwohner. Die Kathedrale entstand zwischen 1154 und 1270; die Arosabahn fährt auf Strassenniveau durch die Altstadt. Der Hausberg Brambrüesch reicht bis 2’174 m.
Davos und Klosters
Davos liegt auf 1’560 m und wurde im 19. Jahrhundert als Kurort für Lungenkranke bekannt. Heute stehen das Skigebiet mit rund 320 Pistenkilometern in sechs Gebieten, das Kirchner Museum und der Spengler Cup im Dezember im Vordergrund; das World Economic Forum findet dort jährlich statt.
St. Moritz und das Oberengadin
St. Moritz begründete im September 1864 den Wintertourismus der Alpen und war 1928 und 1948 Olympiastadt. Das Skigebiet Corviglia reicht zum Piz Nair auf 3’056 m. Rund um die Seen Sils, Silvaplana und St. Moritz liegen Pontresina, Samedan, Zuoz und Sils.
Flims, Laax und die Rheinschlucht
Flims (1’081 m) gehört mit Laax und Falera zur Weissen Arena. Der Caumasee dient im Sommer zum Baden, die Rheinschlucht Ruinaulta zum Rafting; die Berge nördlich liegen in der UNESCO-Tektonikarena Sardona.
Arosa
Arosa liegt auf 1’775 m am Ende der Bahnlinie von Chur und ist seit 2013 per Seilbahn mit Lenzerheide zu einem Skigebiet mit gemeinsamen Pässen verbunden.
Unterengadin, Val Müstair und Puschlav
Das Unterengadin ist enger und steiler; Hauptort ist Scuol. Im Val Müstair steht das Kloster St. Johann, wahrscheinlich von Karl dem Grossen gegründet; Dorf Müstair liegt auf 1’247 m. Poschiavo (1’014 m) im Puschlav ist zu rund 90 % italienischsprachig und an der Berninabahn gelegen.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Wann ist die beste Reisezeit für Graubünden?
Es gibt zwei Hauptsaisons: Winter für Ski und Eis, Sommer bis Frühherbst für Wandern, Bahnfahrten und den Nationalpark. St. Moritz wirbt mit über 300 Sonnentagen im Jahr und im Mittel 254 cm Schnee; die Tourismussaison begann dort 1864 im Winter.
Für Klimawerte der Orte gilt die Orts- und Höhenlage: das Engadin liegt auf 1’700 bis 1’800 m, Chur im Rheintal auf 592 m. Im Nationalpark ist das Betreten im Winter verboten, die Wanderzeit ist daher Sommer und Frühherbst.
| Zeitraum | Anlass |
|---|---|
| Dezember bis März | Skisaison; Spengler Cup in Davos im Dezember |
| November bis Oktober | SLF-Lawinenbulletin; im Sommer und Herbst nur bei starkem Schneefall |
| Juni bis Oktober | Wandern, Bahnfahrten, Nationalpark |
Der Lawinenbericht des SLF erscheint täglich um 17 Uhr, im Sommer und Herbst nur bei starkem Schneefall. Wer abseits der Pisten unterwegs ist, liest ihn vor jeder Tour.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF · Wikipedia (en)
Was gilt für die Einreise nach Graubünden?
Die Region gehört zur Schweiz; es gelten die Regeln der Landesseite. Wer das Puschlav oder den Bernina Express nach Tirano nutzt, überquert die Grenze nach Italien und braucht dafür Pass oder Identitätskarte.
Einreise, Zoll und Aufenthalt sind auf der Landesseite Schweiz beschrieben. Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln; massgeblich sind die Botschaften und die amtlichen Stellen.
Der Bernina Express endet im italienischen Tirano; Pass oder ID sind laut Schweiz Tourismus dafür nötig.
Quellen: Schweiz Tourismus (MySwitzerland)
Welche Gesundheitshinweise gelten in Graubünden?
Das BAG empfiehlt die FSME-Impfung für Personen in Risikogebieten; diese umfassen alle Kantone ausser dem Tessin, also auch Graubünden. Zecken kommen laut BAG auch in höheren Lagen vor.
Zum Schutz helfen lange Kleidung, Zeckenschutzmittel und das Absuchen des Körpers nach Wanderungen. Ob eine Impfung sinnvoll ist, klärt man ärztlich oder über healthytravel.ch.
Im Nationalpark deckt das Mobilfunknetz nicht das ganze Gebiet ab; bei Wetterwechseln und Temperaturstürzen sind gute Ausrüstung und Vorbereitung nötig.
Quellen: Bundesamt für Gesundheit BAG · Schweizerischer Nationalpark
Wie sicher ist Graubünden und welche Risiken gibt es in den Bergen?
Das Hauptrisiko sind Naturgefahren: im Winter Lawinen, im Sommer Wetterumschwünge in der Höhe. Der SLF veröffentlicht den Lawinenbericht, dessen Gefahrenstufen vor jeder Tour gelesen werden sollten.
Die allgemeine Sicherheitslage der Schweiz beschreiben EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA; die aktuelle Lage steht dort. Im Nationalpark gilt Wegepflicht und Hundeverbot, Verstösse werden gebüsst.
Quellen: WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF · Schweizerischer Nationalpark
Wie kommt man nach Graubünden?
Die meisten Reisenden landen in Zürich (ZRH) und fahren mit dem Zug nach Chur, schnellste Verbindung 1 h 14 min bei rund 53 Zügen täglich. Das Engadin hat in Samedan (SMV, 1’707 m) einen Flugplatz ohne Linienverkehr; Linienflughäfen in der Nähe sind Lugano, Mailand-Malpensa und Zürich.
Von Chur fährt die Albulabahn in rund 1 h 34 min nach St. Moritz. Die Vereinatunnel-Autoverladung zwischen Klosters Selfranga und Sagliains verbindet Prättigau und Unterengadin ganzjährig; die Durchfahrt dauert rund 18 Minuten.
Der Bernina Express fährt von Chur oder St. Moritz nach Tirano (Italien). Der Glacier Express verbindet St. Moritz und Zermatt in rund 8 Stunden. Auf beiden Zügen ist die Sitzplatzreservation obligatorisch, ein Zuschlag je nach Strecke und Saison fällt an.
Quellen: Trainline · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Schweiz Tourismus (MySwitzerland) · Schweiz Tourismus (MySwitzerland) · Rhätische Bahn
Wie teuer ist Graubünden und wie bezahlt man?
Graubünden gehört zu den teuren Regionen der Schweiz, vor allem St. Moritz. Es gilt die Währung der Landesseite Schweiz; Kartenzahlung ist verbreitet.
Panoramazüge kosten Reservationszuschläge zusätzlich zum Fahrschein. Gäste, die mehr als eine Nacht in bestimmten Unterkünften des Engadins bleiben, nutzen die Bergbahnen laut Engadin Tourismus teilweise kostenlos.
Quellen: Engadin St. Moritz Tourismus · Rhätische Bahn
Wo übernachtet man in Graubünden?
Die Auswahl reicht von Luxushotels in St. Moritz bis zu Ferienwohnungen, Berghütten und Hotels in Dörfern wie Pontresina oder Zuoz. Das Besucherzentrum des Nationalparks liegt in Zernez; an der Ofenpassstrasse steht das Hotel il Fuorn.
Im Nationalpark selbst ist Übernachten nur in der Chamanna Cluozza erlaubt. Mobilfunk deckt nicht den ganzen Park ab, was bei der Planung von Wanderungen zählt.
Quellen: Schweizerischer Nationalpark · Wikipedia (en)
Was isst man in Graubünden?
Typisch sind Bündnerfleisch (geschützte Ursprungsbezeichnung), Capuns, Pizokel, Maluns und die Gerstensuppe; berühmt ist die Engadiner Nusstorte. Salsiz ist eine regionale Trockenwurst.
Capuns sind eine Spezialität vor allem im Westen des Kantons; Pizokel treten vor allem im Engadin auf. Maluns sind ein im Ofen gebackenes Kartoffelgericht.
Im Puschlav und Bergell prägt die italienische Küche das Angebot.
Quellen: Wikipedia (en)
Welche Kultur und Sprachen prägen Graubünden?
Rätoromanisch lebt im Engadin, in der Surselva und im Val Müstair; rund 14.7 % der Bevölkerung nennen es als Hauptsprache. Engadiner Häuser haben dicke Steinmauern, trichterförmige Fenster und Sgraffito-Malereien.
Das Benediktinerkloster Müstair mit seiner frühmittelalterlichen Anlage ist UNESCO-Welterbe. Die Sprachgrenzen verlaufen zwischen Tälern; Beschilderungen sind oft zwei- oder dreisprachig.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Was kann man in Graubünden unternehmen?
Im Winter stehen Ski, Langlauf und Eislauf im Vordergrund; im Sommer Wandern, Bahnfahrten über den Landwasserviadukt (65 m hoch) und den Berninapass sowie der Nationalpark mit über 80 km markierter Wege.
Welterbe-Bahnen
Die Berninabahn erreicht am Ospizio Bernina 2’253 m und hat bis zu 7 % Steigung; das RhB-Netz umfasst 385 km mit 84 Tunneln und 383 Brücken. Die Albulabahn überwindet zwischen Bergün und Preda 417 m auf 6.5 km.
Schweizerischer Nationalpark
Der Park wurde am 1. August 1914 gegründet, misst 170.3 km² und ist der älteste Nationalpark der Alpen. Das Besucherzentrum liegt in Zernez. Verboten sind das Verlassen der Wege, Hunde, Feuer und das Pflücken von Pflanzen.
Skigebiete
Davos zählt rund 320 Pistenkilometer, Arosa über 60 km; Flims-Laax ist ein weiteres grosses Gebiet. Davos hat zudem eine der grössten natürlichen Eisbahnen Europas.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Wie reist man nachhaltig in Graubünden?
Das 385 km lange Netz der Rhätischen Bahn macht Reisen ohne Auto praktisch; die Vereina-Verladung verbindet Prättigau und Unterengadin ganzjährig. Im Nationalpark schützen Wegepflicht und Feuerverbot die Natur.
Wer die Bahn wählt, spart Stau auf den Zufahrten; im Park gelten strenge Regeln zum Schutz der Tiere.
Quellen: Wikipedia (en) · Schweizerischer Nationalpark
Womit lässt sich Graubünden kombinieren?
Der Glacier Express verbindet das Engadin mit Zermatt im Wallis; der Bernina Express führt nach Tirano in Italien und per Bus weiter nach Lugano. Auch Tessin und Lombardei liegen nahe.
Der Bus von Tirano nach Lugano verkehrt von März bis Oktober und braucht rund 3 h 20 min für 90 km. Weitere Seiten: Schweiz.
Quellen: Schweiz Tourismus (MySwitzerland) · Schweiz Tourismus (MySwitzerland)
Für wen eignet sich Graubünden?
Graubünden passt zu Wanderern, Skifahrern und Bahnreisenden, die Berge, Seen und Dörfer suchen. Weniger passt es, wer Stadtleben möchte oder auf Rollstuhl und Kinderwagen angewiesen ist: Nationalparkwege sind dafür nicht geeignet.
Die Wege im Nationalpark sind nicht für Rollstühle oder Kinderwagen geeignet. Wer Mobilitätseinschränkungen hat, prüft die Zugänglichkeit der Bahnen vorab.
Quellen: Schweizerischer Nationalpark · Schweiz Tourismus (MySwitzerland)