Was bietet Jerewan und wie viel Zeit braucht die Stadt?
Jerewan ist die Hauptstadt Armeniens, hat laut der Volkszählung 2022 rund 1.09 Mio. Einwohner und geht auf die urartäische Festung Erebuni von 782 v. Chr. zurück. Für Stadt und Museen genügen zwei bis drei Tage; wer Garni, Geghard und Khor Virap als Tagesausflüge anhängt, plant vier bis fünf Nächte ein.
Die Stadt liegt in einem Talkessel am Fluss Hrasdan und wird «Rosa Stadt» genannt, wegen der rosa und gelben Tuffsteinbauten rund um den Platz der Republik. Der Ararat ist von Jerewan aus sichtbar und prägt den Horizont, obwohl der Berg auf türkischem Gebiet liegt. Die Distanzen sind kurz: Der Flughafen liegt rund 15 km westlich, die meisten Sehenswürdigkeiten im Zentrum sind zu Fuss oder mit der Metro erreichbar.
Allgemeine Einreise, Währung, Notrufe und Impfungen stehen auf der Landesseite Armenien. Diese Seite behandelt, was in und um Jerewan zählt: Orte, Wege, Anreise über den Flughafen EVN, Ausflüge ins Umland und regionale Besonderheiten.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (de) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Wie ist Jerewan geprägt?
Jerewan ist eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Region und zugleich eine sowjetisch geplante Hauptstadt: Der Architekt Alexander Tamanjan entwarf 1924 den Generalplan, nach dem der zentrale Platz und das Strassennetz entstanden. Hauptstadt wurde die Stadt de facto am 19. Juli 1918.
Die Festung Erebuni wurde 782 v. Chr. von König Argischti I. gegründet; der Name «Jerewan» leitet sich nach der englischsprachigen Wikipedia von Erebuni ab. Das Stadtrecht erhielt Jerewan am 1. Oktober 1879 unter Zar Alexander II. Die deutschsprachige Wikipedia nennt die Eroberung durch Russland 1827, die Erste Republik Armenien 1918 bis 1921 und die Zeit als Hauptstadt der Armenischen Sowjetrepublik bis 1991.
Das heutige Stadtbild ist zu grossen Teilen das Werk der Tamanjan-Zeit: Strenge Achsen, Bauten aus rosa und gelbem Tuff auf Basaltsockeln und ein Zentrum, das sich um den Platz der Republik gruppiert. Die Stadt gliedert sich in zwölf Bezirke; Kentron ist das Zentrum. Viele Bezirksnamen, etwa Malatia-Sebastia oder Arabkir, erinnern an Herkunftsorte von Flüchtlingen.
Jerewan war 2012 Welthauptstadt des Buches der UNESCO. Die Kultur der Stadt hängt eng mit der armenischen Schrift und der Kirche zusammen; dazu mehr im Abschnitt Kultur.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (de) · Wikipedia (en)
Welche Viertel und Orte gehören zu Jerewan?
Das Zentrum um den Platz der Republik im Bezirk Kentron ist zu Fuss erschlossen: Von dort sind Kaskade, Matenadaran und die Museen in wenigen Gehminuten erreichbar. Weiter entfernt liegen die Festung Erebuni auf dem Hügel Arin Berd und die Gedenkstätte Tsitsernakaberd, beide gut per Taxi oder Bus zu erreichen.
Platz der Republik
Der Platz wurde im Generalplan von Alexander Tamanjan von 1924 entworfen. Die Gebäude ringsum bestehen laut Wikipedia aus rosa und gelbem Tuff auf einem Basaltsockel und entstanden zwischen den 1940er und 1970er Jahren: das Regierungshaus (1941), das Hotel Marriott (1958), zwei frühere Ministeriumsgebäude (1955, 1956) sowie das gemeinsame Gebäude von Geschichtsmuseum und Nationalgalerie (1977).
Die Musikbrunnen auf dem Platz wurden 2007 von einer französischen Firma für rund 1.4 Mio. Euro erneuert und im September 2007 wieder eröffnet. Sie laufen saisonal, die genauen Monate nennt die geöffnete Quelle nicht. Das Geschichtsmuseum zeigt rund 400’000 Objekte, darunter die Keilschrift von 782 v. Chr. zur Gründung von Erebuni.
Kaskade und Cafesjian-Museum
Die Kaskade ist eine Freitreppe mit fünf Terrassen, rund 118 m hoch und rund 302 m lang, mit je nach Route 555 bis 572 Stufen. Gebaut wurde sie von 1971 bis 1980 nach Entwürfen von Jim Torosyan, Aslan Mkhitaryan und Sargis Gurzadyan; als Kunstzentrum eingeweiht wurde sie am 17. November 2009. Im Garten stehen Skulpturen von Fernando Botero und Lynn Chadwick.
Im Innern liegt das Cafesjian-Museum mit über 500 Werken aus der Sammlung von Gerard Cafesjian.
Matenadaran
Das Matenadaran an der Mashtots-Avenue 53 im Bezirk Kentron ist Museum, Archiv und Forschungsinstitut. Die englischsprachige Wikipedia nennt rund 23’000 Handschriften und Rollen einschliesslich Fragmenten, die deutschsprachige Wikipedia rund 13’000 armenische Handschriften; die Zahlen unterscheiden sich vermutlich nach der Zählweise, die Quellen erklären es nicht. Die älteste vollständig erhaltene armenische Handschrift ist das Vehamor-Evangelium aus wahrscheinlich dem 7. Jahrhundert.
Vor dem Haus steht die Statue des Mesrop Maschtoz mit seinem Schüler Koryun von Ghukas Chubaryan, 1962 aus Gips errichtet und 1967 durch Basalt ersetzt. Öffnungszeiten und Eintrittspreise sind in den geöffneten Quellen nicht genannt und gehören auf die Website des Museums.
Tsitsernakaberd
Die Gedenkstätte für den Völkermord an den Armeniern steht auf dem Hügel Tsitsernakaberd; die Anlage wurde 1967 gebaut, das Museum-Institut öffnete 1995. Sie besteht aus dem «Tempel der Ewigkeit» mit zwölf nach innen geneigten Steinplatten um eine ewige Flamme, einer 44 m hohen Gedenksäule und einer 100 m langen Mauer mit den Namen von Orten, an denen Massaker stattfanden. Jährlich kommen laut Wikipedia rund 200’000 Besucher, am Gedenktag am 24. April versammeln sich Tausende mit Blumen.
Die Anlage ist eine Gedenkstätte; zurückhaltendes Auftreten und Kleidung sind angemessen. Das ist eine Anstandsregel dieser Seite, keine Vorschrift aus einer Quelle.
Erebuni und das Museum
Die Festung liegt auf dem Hügel Arin Berd auf rund 1’017 m. Gegründet wurde sie 782 v. Chr. von Argischti I. aus Urartu; die Mauern waren 10 bis 12 m hoch. Das Museum öffnete 1968 und zeigt Keramik, Helme, Silbermünzen und Keilschrifttexte.
Brandy-Museum
Die Yerevan Brandy Company (Marke ARARAT) wurde 1887 gegründet, gehört seit 1998 zu Pernod Ricard und betreibt auf dem Gelände ein Museum, dessen Besuch üblicherweise mit einer Verkostung endet.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (de)
Wann ist die beste Reisezeit für Jerewan?
Jerewan hat ein trockenes Kontinentalklima mit heissen Sommern und kalten Wintern: Im Juli liegt das mittlere Tagesmaximum laut Wikipedia bei 34.5 °C, im Januar das mittlere Minimum bei −7.8 °C. Zwischen diesen Extremen liegen die Übergangsjahreszeiten, in denen weder Hitze noch Frost den Stadtbummel bestimmen.
Die deutschsprachige Wikipedia ordnet das Klima als semiarid-kontinental ein (Köppen: BSk); beim Jahresmittel nennt sie 11.6 °C, die Seite zum Klima Armeniens 12.6 °C. Beim Niederschlag weichen die Quellen ebenfalls ab: rund 277 mm im Jahr laut Stadtartikel, rund 363 mm laut Klimaartikel. Gemeinsam ist beiden das Muster: wenig Regen, kalter Winter, heisser Sommer.
Schnee fällt im Winter an rund 22 Tagen im Jahr, die Schneedecke bleibt nach der Quelle dünn. Für den Stadtbesuch gilt: Die tiefer gelegene Araratebene liegt nach dem Klimaartikel im Bereich von Kaltsteppe und Kaltwüste. Praktisch heisst das: Im Hochsommer lassen sich Aussenprogramme am besten in die Morgen- und Abendstunden legen, im Winter braucht es warme Kleidung, dafür sind Museen und Cafés ruhig.
Das Umland hat ein eigenes Klima. Der Sevansee liegt auf rund 1’900 m und der Süden des Landes in den Bergen; dort gelten andere Zeiten, siehe die Landesseite Armenien.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (de) · Wikipedia (en)
Was gilt für die Einreise nach Jerewan?
Eingereist wird über den Flughafen Zvartnots (EVN) oder auf dem Landweg aus Georgien. Für Deutsche gilt nach dem Auswärtigen Amt: Reisepass erforderlich, kein Personalausweis, visumfrei bis zu 180 Tage im Jahr. Die Einreiseregeln stehen ausführlich auf der Landesseite.
Das Auswärtige Amt verlangt für Deutsche einen Reisepass; der Personalausweis genügt nicht. Das BMEIA nennt für Österreicher ebenfalls den Reisepass und keine Visumpflicht sowie eine Mindestgültigkeit von sechs Monaten über die Ausreise hinaus. Schweizer finden die Regeln beim EDA und bei der armenischen Botschaft; für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln, die Botschaft oder die Einwanderungsbehörde Armeniens geben Auskunft. Massgeblich sind immer die amtlichen Stellen.
Die Landgrenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan sind laut Auswärtigem Amt für den zivilen Verkehr nicht offen; Einreisen auf dem Landweg erfolgen aus Georgien, das Amt nennt die Übergänge Bavra, Gogavan/Guguti und Bagratashen/Sadakhlo. Details dazu auf der Landesseite Armenien. Aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA prüfen.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA
Welche Gesundheitshinweise gelten in Jerewan?
healthytravel.ch empfiehlt für Armenien Hepatitis A und Tollwut sowie bei erhöhtem Risiko Hepatitis B und Typhus; dazu die üblichen Standardimpfungen. Die CDC nennt zusätzlich Zecken (Krim-Kongo-Fieber), Leishmaniose, Leptospirose, Hantavirus und Tuberkulose als mögliche Risiken ausserhalb der Stadt.
Die CDC weist darauf hin, dass tollwutinfizierte Hunde in Armenien häufig seien und Impfstoff oft nur in grösseren Städten verfügbar sei; bei jedem Tierbiss ist sofort ärztliche Hilfe zu suchen. Auf der CDC-Seite steht kein Malariahinweis. Welche Impfungen im Einzelfall sinnvoll sind, klärt eine reisemedizinische Beratung vor der Abreise.
Zur medizinischen Versorgung: Das Auswärtige Amt nennt die Versorgung in den Städten angemessen, auf dem Land schlechter. Das BMEIA meldet, dass Spitäler ausserhalb der grossen Städte nicht europäischem Standard entsprechen, und nennt kein Sozialversicherungsabkommen mit Österreich. Eine Reiseversicherung mit Rückholung wird von beiden Stellen empfohlen.
Quellen: healthytravel.ch · CDC Travelers' Health · Auswärtiges Amt · BMEIA
Wie sicher ist Jerewan?
Die amtlichen Stellen beschreiben die Gewaltkriminalität als gering; vorkommen können Taschendiebstahl und das Betäuben von Getränken. Hauptrisiken für Besucher sind der Strassenverkehr und, strukturell, Erdbeben. Fotografieren von Militär-, Polizei- und Infrastrukturanlagen ist untersagt.
Das Auswärtige Amt nennt für den Verkehr defekte Ampeln, mangelhafte Beschilderung, Steinschlag auf Landstrassen und verbreitete Verstösse; beim Fahren gilt null Promille. Die armenische Kfz-Haftpflicht deckt nach dieser Quelle nur rund 3’000 Euro Schaden. Untersagt ist das Fotografieren auch von der Metro und von Grenzposten. Das BMEIA rät, Demonstrationen zu meiden.
Armenien liegt in einer erdbebenaktiven Zone. Das EDA behandelt Erdbeben in seinen Hinweisen; für Besucher hilft es, die Fluchtwege in der Unterkunft zu kennen. Homosexualität ist nach dem Auswärtigen Amt nicht strafbar, wird aber gesellschaftlich oft abgelehnt; staatliche Diskriminierung von Besuchern ist nicht belegt, Einzelfälle kommen vor.
Die Notrufnummern nennt das BMEIA: 101 Feuerwehr, 102 Polizei, 103 Rettung, 104 Gasnotfall; die einheitliche Nummer steht auf der Landesseite Armenien. Aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA prüfen.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA
Wie kommt man nach Jerewan und innerhalb der Stadt?
Der Flughafen Zvartnots (EVN) liegt rund 15 km westlich des Zentrums; Taxi-Apps und ein Flughafenbus verbinden ihn mit der Stadt in rund 20 Minuten. In der Stadt fährt eine Metro-Linie mit zehn Stationen; Busse, Minibusse, Trolleybusse und Taxi-Apps ergänzen sie.
Der internationale Flughafen von Jerewan ist Zvartnots (EVN), rund 15 km westlich des Zentrums, nach der Strasse rund 12 km, auf 865 m Höhe. Er ist der wichtigste Flughafen des Landes und fertigte 2025 rund 5.6 Mio. Fluggäste ab. Welche Fluggesellschaften EVN anfliegen und von welchen Drehkreuzen in Europa, Nordamerika und Lateinamerika es Nonstop-Verbindungen gibt, nennt keine der geöffneten Quellen; der Flugplan ist eine Abfrage vor der Buchung.
| Weg | Dauer und Preis | Quelle |
|---|---|---|
| Ride-Hailing (Yandex, GG) | rund 20 min, 2’500 bis 3’500 AMD | Verkehrsratgeber (Angabe für 2026, undatierter Richtwert) |
| Flughafenbus | alle 30 min, 07:00 bis 22:00, 300 AMD | Verkehrsratgeber; Linie dort «100», auf Wikipedia «201» |
Bei der Buslinie widersprechen sich die Quellen: Wikipedia nennt die Linie 201 im 30-Minuten-Takt zu Spitzenzeiten, ein Verkehrsratgeber und Visit Yerevan die Linie 100 (N100) zum Platz Frankreichs mit 300 AMD, nur Bargeld. Aktuelle Linie und Fahrplan vor Ort prüfen.
Innerhalb der Stadt
Die Metro wurde 1981 eröffnet, ist 13.4 km lang und hat zehn Stationen, darunter Republic Square, Barekamutyun und Charbakh. Seit November 2023 gibt es Validatoren, die QR-Codes vom Handy oder Papiertickets lesen; Tickets gibt es über die Telcell-Wallet oder an Automaten. Ein Verkehrsratgeber nennt 150 AMD je Fahrt und Betriebszeiten von 07:30 bis 23:00, Visit Yerevan von 07:00 bis 23:00.
Fernbusse und Bahn
Der Verkehrsratgeber nennt zwei Busbahnhöfe: Kilikia (Avtokayan) für Ziele im Süden und Südwesten, Gai für den Norden und Nordosten. Minibusse fahren nach Sevan (rund 45 min), Dilijan (rund 2 h), Gyumri (rund 2.5 h) und Goris (rund 5 bis 6 h). Der Verkehrsratgeber nennt zudem einen Nachtzug nach Tiflis.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Absolute Armenia · Visit Yerevan · Wikipedia (de) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Wie bezahlt man in Jerewan und was kostet es?
Landeswährung ist der Dram (AMD), 1 Dram = 100 Luma. In Jerewan nehmen grössere Hotels, gehobene Restaurants und bessere Geschäfte gängige Kreditkarten an; ausserhalb der Hauptstadt ist das Geldautomatennetz dünn, sodass Bargeld nötig ist.
Im Umlauf sind Banknoten zu 100’000, 50’000, 20’000, 10’000, 5’000 und 1’000 Dram sowie Münzen zu 500, 200, 100, 50, 20 und 10 Dram. Wechselstuben sind nach dem Reiseführer bis Mitternacht offen, auch an Sonn- und Feiertagen; Banken öffnen montags bis freitags von 09:00 bis 12:00 und von 13:00 bis 18:00 Uhr, teils nur bis 12:30 Uhr. Das BMEIA nennt Euro und US-Dollar als in Jerewan akzeptiert.
Preise für Verkehr stehen im Abschnitt Anreise. Für Unterkünfte, Essen und Eintritte sind in den geöffneten Quellen keine belastbaren Preise zu finden; sie ändern sich ausserdem laufend. Die Preise aus dem Verkehrsratgeber gelten als undatierte Richtwerte. Im Zweifel vor Ort nach dem Preis fragen und bei Strassentaxis vorher klären, ob ein Taxameter läuft.
Quellen: derreisefuehrer.com · BMEIA · Auswärtiges Amt · Absolute Armenia
Wo übernachtet man in Jerewan?
Das Zentrum im Bezirk Kentron ist für einen ersten Besuch die praktischste Lage, weil Platz der Republik, Kaskade und Matenadaran zu Fuss erreichbar sind. Wer morgens früh zu Ausflügen aufbricht, wählt eine Unterkunft nahe der Metro-Linie.
Das Zentrum liegt im Bezirk Kentron; die Metro verbindet zehn Stationen auf einer Linie. Eine Lage nahe der Station Republic Square verkürzt Wege zu den Museen. Fernbusse nach Süden und Südwesten starten am Busbahnhof Kilikia, nach Norden und Nordosten am Busbahnhof Gai.
Quellen: Wikipedia (de) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Was isst man in Jerewan?
Armenische Küche beruht auf Lamm, Aubergine und Brot; Lavash, das hauchdünne Fladenbrot, gehört seit 2014 zum UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. In Jerewan gehören dazu Khorovats vom Grill, Dolma und frische Kräuter.
Khorovats ist das armenische Grillgericht aus Schwein oder Lamm mit Auberginen, Tomaten und Paprika. Dolma sind gefüllte Weinblätter, Kohlblätter, Auberginen oder Paprika mit einer gewürzten Hackfleisch-Reis-Mischung. Khash, gekochte Kuhfüsse, gilt als «Katerkur»; Harissa ist ein Brei aus Weizen und Fleisch.
Lavash wird nach UNESCO auf einem ovalen Kissen an die Wand eines konischen Lehmofens geklatscht und backt in etwa 30 Sekunden bis einer Minute. Die Zubereitung ist meist Frauenarbeit in kleinen Gruppen, bei Hochzeiten wird das Brot dem Paar auf die Schultern gelegt. Dazu gehören Käse wie der in Salzlake gereifte Lori-Käse, Tan (abgeseihter Joghurt), Aprikosen, Granatäpfel und Walnüsse.
Wein hat in Armenien eine sehr lange Geschichte: In der Höhle Areni-1 wurde 2011 die älteste bekannte Kelterei der Welt gefunden, rund 6’100 Jahre alt. Brandy der Marke ARARAT stammt aus Jerewan; die Yerevan Brandy Company wurde 1887 gegründet.
Quellen: Wikipedia (en) · UNESCO Intangible Cultural Heritage · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Welche Kultur prägt Jerewan?
Armenien nahm 301 das Christentum als erstes Land als Staatsreligion an; die Armenische Apostolische Kirche prägt Feiertage, Bauten und Alltag. Die armenische Schrift wurde um das Jahr 405 von Mesrop Maschtoz geschaffen und umfasste ursprünglich 36 Buchstaben.
Die Wikipedia nennt für die Christianisierung das Jahr 301, nachdem Gregor der Erleuchter 13 Jahre in einem Verlies bei Khor Virap gefangen gehalten worden war. Das Mutterkloster Etchmiadzin, Sitz des Oberhauptes der Kirche, liegt rund 18 km westlich der Stadt; die Kathedrale wurde zwischen 301 und 303 gebaut.
Das Matenadaran, die Statue von Maschtoz und die Gedenkstätte Tsitsernakaberd stehen für das Selbstbild der Armenier: Schrift, Kirche und Erinnerung an den Völkermord.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (de) · Wikipedia (en)
Was kann man von Jerewan aus unternehmen?
Von Jerewan aus lassen sich in Tagesausflügen der Tempel von Garni (rund 30 km), das Felsenkloster Geghard, Khor Virap mit Ararat-Blick, Etchmiadzin (rund 18 km) und der Sevansee (rund 64 km) erreichen. Weiter, nach Noravank (rund 122 km) und Areni, ist ein langer Tag nötig.
Garni und Geghard
Der Tempel von Garni liegt rund 30 km östlich von Jerewan. Er stammt aus dem 1. oder 2. Jahrhundert; die Mehrheit der armenischen Forscher datiert ihn auf etwa 77 n. Chr. unter König Tiridates I. Seine 24 ionischen Säulen sind je 6.54 m hoch; das Erdbeben vom 4. Juni 1679 brachte ihn zum Einsturz, 1969 bis 1975 wurde er mit Anastylose wieder aufgebaut.
Das Kloster Geghard im Tal des Azat wurde der Überlieferung nach im 4. Jahrhundert von Gregor dem Erleuchter gegründet, die Hauptkirche entstand 1215. Mehrere Kirchen sind direkt aus dem Fels gehauen, die obere Zhamatun-Grabkammer von 1288 hat eine aussergewöhnliche Akustik. Geghard und das obere Azat-Tal gehören seit 2000 zum UNESCO-Welterbe.
Khor Virap, Areni und Noravank
Khor Virap liegt in der Araratebene, rund 8 km südlich von Artashat und rund 100 m von der Grenze zur Türkei. Das Verlies Gregors des Erleuchters ist 6 m tief und 4.4 m breit und wird über eine Metallleiter erreicht; die heutige Kirche stammt von 1662. Von hier ist der Blick auf den Ararat (5’137 m, Kleiner Ararat 3’896 m) berühmt.
Weiter südöstlich liegt in Vayots Dzor das Kloster Noravank, rund 122 km von Jerewan entfernt, gegründet 1105 und im 13. Jahrhundert ausgebaut, mit der zweistöckigen Muttergotteskirche in einer Schlucht aus roten Felswänden. Bei Areni steht die Höhle Areni-1 mit dem ältesten bekannten Weinkeller der Welt und dem ältesten bekannten Lederschuh, 2008 von Diana Zardaryan entdeckt.
Etchmiadzin und Zvartnots
Vagharshapat mit dem Mutterkloster Etchmiadzin liegt rund 18 km westlich der Hauptstadt. Zum UNESCO-Welterbe von 2000 gehören die Kathedrale und die Kirchen von Etchmiadzin sowie die Ausgrabungsstätte Zvartnots aus dem 7. Jahrhundert. Minibusse und Taxis verbinden den Ort mit Jerewan.
Sevansee
Der Sevansee liegt auf 1’900 m und bedeckt 1’242 km². Das Kloster Sevanavank stand früher auf einer Insel und liegt heute wegen sinkender Wasserstände auf einer Halbinsel. Der Nationalpark besteht seit 1978.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Absolute Armenia
Wie reist man in Jerewan nachhaltig?
Die Metro und Busse sind die klimaschonendste Art, die Stadt zu erkunden; Ausflüge ins Umland gehen mit Minibussen, Taxi-Apps und der Bahn nach Gyumri. Armenien erwärmt sich: Seit 1929 stieg die Durchschnittstemperatur um mehr als 1.2 °C.
Nach dem Klimaartikel führen frühere Schneeschmelze und geringerer Niederschlag zu Druck auf Wasser und Landwirtschaft. Der Gletscher am Ararat ist von rund 10 km² Ende der 1950er Jahre auf 5.7 km² im Jahr 2011 geschrumpft. Der Sevansee ist durch Eingriffe in den Wasserstand und eingeschleppte Fischarten belastet.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Womit lässt sich Jerewan kombinieren?
Jerewan ist Ausgangspunkt für das Ararat-Tal, Etchmiadzin, den Sevansee und weiter nach Dilijan oder Gyumri; Georgien ist auf dem Landweg erreichbar. Details zu Dilijan, Gyumri und dem Süden stehen auf den Seiten zu den jeweiligen Orten und auf der Landesseite.
Aus Jerewan erreicht man mit Minibussen Dilijan (rund 2 h), Gyumri (rund 2.5 h) und Goris (rund 5 bis 6 h) im Süden, wo das Kloster Tatev liegt, siehe Tatev und Sjunik. Nach Georgien führt ein Nachtzug nach Tiflis, siehe Tiflis. Die Landesseite Armenien beschreibt die Gesamtroute.
Quellen: Absolute Armenia · Auswärtiges Amt
Für wen eignet sich Jerewan, für wen weniger?
Jerewan eignet sich für Reisende, die Geschichte, Museen, Küche und Ausflüge zu Klöstern verbinden wollen; die Stadt ist kompakt und mit der Metro gut erschlossen. Weniger passt es für alle, die Strände oder eine verlässliche Tourismus-Infrastruktur im ganzen Land erwarten.
Wer wenig Zeit hat, kann Zentrum, Museen und einen Ausflug nach Garni und Geghard in drei Tagen unterbringen. Weniger geeignet ist die Stadt im Hochsommer für lange Fussmärsche in der Mittagshitze, im Winter für Freiluftprogramme. Die Stadt ist ein guter Einstieg in das Land, ersetzt aber nicht die Natur und die Klöster ausserhalb.
Quellen: armenia.travel