Was bietet Rajasthan und wie viel Zeit braucht die Region?
Rajasthan ist mit 342’239 km² der flächengrösste Bundesstaat Indiens und bündelt Paläste, Wüstenfestungen und Wildreservate. Für die Hauptstädte Jaipur, Jodhpur, Udaipur und Jaisalmer sind etwa zehn bis vierzehn Tage sinnvoll; wer nur Jaipur und Umgebung sehen will, kommt mit drei bis vier Nächten aus.
Die Region besteht aus mehreren Reisewelten: dem Pink-City-Raum um Jaipur, der blauen Festungsstadt Jodhpur, dem Seenort Udaipur im Süden und der Wüstenstadt Jaisalmer im Westen. Dazu kommen Tigerbeobachtung in Ranthambore, die Pilgerstadt Pushkar und die Hügelfestungen, die zusammen UNESCO-Welterbe sind. Die Entfernungen sind gross: Jaipur liegt laut Wikipedia rund 575 km von Jaisalmer und rund 415 km von Udaipur entfernt, deshalb lohnt sich eine Auswahl statt einer Vollständigkeitsroute.
Die Seite vertieft den Abschnitt auf der Landesseite Indien. Allgemeine Einreise, Gesundheit, Währung und Notrufe stehen dort; hier geht es um Orte, Wege, Reisezeit und Besonderheiten Rajasthans. Die Nachbarstationen des Goldenen Dreiecks beschreiben Delhi und Agra.
Wodurch ist Rajasthan geprägt?
Der Name verweist auf die Rajputen, die über Jahrhunderte Fürstentümer wie Mewar, Marwar und Amber regierten. Der Staat entstand am 30. März 1949 und umfasst die Thar-Wüste im Nordwesten sowie die über 850 km lange Aravalli-Kette, die das Land diagonal durchzieht.
Die Landschaft prägt die Baukunst: Festungen stehen auf Hügeln oder Felsen, Seen und Brunnen sicherten das Wasser, in der Wüste entstanden Handelsstädte mit verzierten Häusern. Im Nordwesten fallen laut Wikipedia weniger als 400 mm Regen im Jahr; der höchste Punkt ist der Guru Shikhar bei Mount Abu mit 1’722 m, der tiefste die Luni-Ebene mit rund 100 m.
Amtssprache ist Hindi, daneben gilt Englisch, geschrieben wird in Devanagari. Der Staat zählte bei der Volkszählung 2011 rund 68.5 Millionen Einwohner.
Welche Orte gehören zu Rajasthan und was bieten sie?
Jaipur, Jodhpur, Udaipur und Jaisalmer bilden den klassischen Kern. Jaipur (gegründet 1727) liefert Amber Fort, City Palace und Hawa Mahal, Jodhpur die 122 m hohe Mehrangarh-Festung, Udaipur die Seen und Paläste, Jaisalmer die lebende Festung in der Thar-Wüste.
Jaipur
Die Hauptstadt wurde 1727 von Sawai Jai Singh II. gegründet, liegt auf 431 m und hatte 2011 rund 3.05 Millionen Einwohner. Die Altstadt ist seit 2019 UNESCO-Welterbe. Das Strassennetz folgt einem Raster, die Sandsteinfassaden tragen das rosa Anstrichbild, das der Stadt den Beinamen «Pink City» einträgt.
Der Hawa Mahal wurde 1799 unter Maharaja Sawai Pratap Singh vom Baumeister Lal Chand Ustad errichtet. Seine Wabenfassade zählt 953 kleine Fenster, hinter denen die Frauen des Hofes das Strassenleben beobachten konnten, ohne gesehen zu werden. Was Besucher von der Strasse sehen, ist die Rückseite des Gebäudes.
Der City Palace entstand 1729 bis 1732 unter Jai Singh II. und ist bis heute Wohnsitz der Familie des Maharadschas; ein Teil ist als Museum zugänglich. Zwei Silbergefässe, die Gangajalis, gelten laut Wikipedia mit je 4’000 Litern Fassungsvermögen als die grössten aus Sterlingsilber. Gleich daneben steht das Jantar Mantar, das Sternwarte-Ensemble mit 19 astronomischen Instrumenten (1728 bis 1734, Welterbe seit 2010); die grosse Sonnenuhr Samrat Yantra ist 27 m hoch und soll die Zeit auf rund zwei Sekunden genau anzeigen.
Amber Fort
Das Fort in Amer liegt rund 11 km von Jaipur entfernt. Raja Man Singh vollendete es 1592, Jai Singh I. erweiterte es; bis zur Verlegung der Hauptstadt nach Jaipur 1727 residierten hier die Kachhwaha-Fürsten. Aus rotem Sandstein und Marmor gebaut, verbindet es Rajputen- und Mogulstil auf vier Ebenen. Sehenswert sind der Spiegelpalast Sheesh Mahal, das dreistöckige Tor Ganesh Pol und die Halle Sukh Niwas, in der Wasserkanäle kühlten. Auf den schmalen Zufahrtsweg zum Suraj Pol fahren heute vor allem Jeeps; Elefantenritte stehen wegen des Tierschutzes in der Kritik.
Jodhpur
Jodhpur wurde 1459 von Rao Jodha gegründet und liegt auf 241 m am Rand der Thar-Wüste. Die Altstadt trägt den Beinamen «Blue City» wegen ihrer überwiegend blau gestrichenen Häuser. Die Mehrangarh-Festung ragt rund 122 m über die Ebene, hat sieben Tore und Mauern von bis zu 36 m Höhe und 21 m Breite. Das Museum zeigt Sänften, Elefantensitze, Miniaturen, Waffen und Gewänder; im Umkreis liegt der 72 Hektar grosse Rao Jodha Desert Rock Park mit wiederhergestellter Wüstenvegetation.
Udaipur
Udaipur gründete Maharana Udai Singh II. 1559; die Stadt liegt auf 598 m, rund 415 km südlich von Jaipur. Das Wasser prägt den Ort: der Pichola-See (1362 angelegt) und der Fateh-Sagar-See (1678) geben ihm den Beinamen «Stadt der Seen». Der City Palace wurde ab 1559 gebaut, der weisse Marmorbau des Lake Palace entstand 1743 bis 1746 als Sommerresidenz und ist heute ein Hotel, Jag Mandir auf einer Seeinsel wurde zwischen 1551 und 1652 errichtet.
Jaisalmer
Die Wüstenstadt wurde 1156 von Rawal Jaisal gegründet, liegt auf 225 m und rund 575 km westlich von Jaipur. Das Fort auf dem Trikuta-Hügel gehört zu den wenigen «lebenden Festungen» der Welt: Rund 4’000 Menschen wohnen laut Wikipedia noch innerhalb der Mauern, die 99 Bastionen zählen. Der gelbe Sandstein färbt sich bei Sonnenuntergang golden. In der Festung stehen sieben Jain-Tempel aus dem 12. bis 16. Jahrhundert; in der Stadt zeigen Havelis wie Nathmal ki Haveli und Patwa Haveli fein gemeisselte Fassaden.
Bikaner, Pushkar, Ajmer
Bikaner wurde 1488 von Rao Bika gegründet und liegt auf 242 m rund 330 km nordwestlich von Jaipur. Das Junagarh Fort (um 1594 durch Raja Rai Singh) ist eine der seltenen Festungen Rajasthans, die nicht auf einem Hügel steht. Der Karni-Mata-Tempel in Deshnoke, 30 km entfernt, beherbergt viele Ratten, die dort als Wiedergeburten früherer Anhänger gelten. Bikaneri Bhujia, ein Knabbergebäck, trägt eine geografische Herkunftsangabe.
Pushkar liegt auf 510 m, rund 10 km nordwestlich von Ajmer. Der heilige See ist von rund 52 Ghats gesäumt, im Brahma-Tempel steht eine lebensgrosse Figur des Gottes. In der Pilgerstadt sind Verkauf von Fleisch, Fisch, Eiern und Alkohol verboten. Ajmer selbst, auf 480 m, ist Wallfahrtsort wegen der Dargah von Khwaja Moinuddin Chishti, die laut Wikipedia täglich rund 125’000 Pilger besuchen.
Weitere Orte rund um Jaipur und im Süden
Sawai Madhopur, rund 121 km südöstlich von Jaipur, ist der Ausgangspunkt für den Ranthambore-Nationalpark und liegt an der Hauptstrecke Delhi–Mumbai. Bundi bei Kota gilt mit über 50 Stufenbrunnen als «Stadt der Baoli»; die Raniji ki Baori entstand 1699. Das Shekhawati-Gebiet rund 65 km von Jaipur an der Strasse nach Delhi ist für bemalte Havelis aus dem 18. bis frühen 20. Jahrhundert bekannt, besonders in Mandawa, Nawalgarh und Fatehpur. Mount Abu, auf 1’220 m, ist Rajasthans einzige Hill Station.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wann ist die beste Reisezeit für Rajasthan?
Am angenehmsten ist es von Oktober bis März, mit trockenen Tagen und kühlen Nächten. Im Sommer kann es laut Wikipedia über 45 °C heiss werden, im Winter in der Wüste unter den Gefrierpunkt sinken; die Monsunmonate Juni bis September bringen Regen, in der Thar-Wüste wenige hundert Millimeter.
Die Klimatabelle für Jaipur zeigt das Muster des Nordens. Jaipur ist laut Wikipedia ein heiss-halbtrockenes Klima mit Monsunhöhepunkt im Juli und August; der Rekord liegt bei 49.0 °C im Mai 1994. Jodhpur erreichte im Mai 2016 48.8 °C. Wer von April bis Juni reist, plant Besichtigungen früh am Morgen und spät am Nachmittag und meidet die Mittagshitze zwischen 10 und 16 Uhr, wie es auch die CDC empfiehlt.
Klima in Jaipur
| Jaipur | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höchstwert °C | 23 | 27 | 33 | 38 | 42 | 41 | 36 | 33 | 34 | 35 | 30 | 25 |
| Tiefstwert °C | 8 | 13 | 18 | 23 | 27 | 28 | 26 | 25 | 24 | 21 | 15 | 10 |
| Niederschlag mm | 5 | 10 | 10 | 10 | 18 | 61 | 158 | 172 | 63 | 10 | 4 | 3 |
Mittlere Tageshöchst- und Tiefstwerte sowie Monatsniederschlag. Temperaturen: Mittel der täglichen Höchst- und Tiefstwerte 2010–2024 der Station JAIPUR (10 km, 385 m). Niederschlag: NASA POWER, Monatsmittel 2001–2020.
In der Thar-Wüste fällt der Regen laut Wikipedia auf 100 bis 300 mm im Jahr, fast ausschliesslich im Monsun von Juni bis September. Jaisalmer erhält im Schnitt 256.5 mm, die Winternächte können dort kalt werden.
Vogelbeobachtung im Keoladeo-Park ist laut Wikipedia im Dezember und Januar am ergiebigsten. Der Pushkar-Kamelmarkt fällt je nach Mondkalender auf den Vollmond des Monats Kartik, meist Ende Oktober oder Anfang November; das Desert Festival in Jaisalmer findet im Februar statt. Beide Termine verteuern und füllen die Unterkünfte, Vorbuchung ist üblich.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · CDC Travelers' Health
Was gilt für die Einreise nach Rajasthan?
Rajasthan ist ein Bundesstaat Indiens, es gelten die Einreiseregeln des Landes; Details zu Visum, Passgültigkeit und Gesundheitsformular stehen auf der Landesseite. Die Quellen dieser Seite nennen für Rajasthan keine Sondergenehmigung; direkt an der Grenze zu Pakistan warnt das Auswärtige Amt vor Reisen.
Die Regeln für Schweizer, Deutsche und Österreicher bündelt die Seite Indien; für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Vorschriften, Auskunft gibt die Vertretung Indiens. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das unmittelbare Grenzgebiet zu Pakistan; dort liegt ein Teil Rajasthans im Westen.
Massgeblich sind EDA, Auswärtiges Amt und BMEIA; die aktuelle Lage dort prüfen.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA
Welche Gesundheitsvorsorge braucht man für Rajasthan?
Hitze, Magen-Darm-Infekte und Mückenstiche sind die häufigsten Risiken. healthytravel.ch empfiehlt allen Indienreisenden Hepatitis A, je nach Reise Typhus und Tollwut; die CDC weist auf Malaria im ganzen Land unterhalb von 2’000 m sowie auf Dengue, Chikungunya und Zika hin.
Vorsorge zur Malaria besprechen Reisende mit einer Reisemedizinerin oder einem Reisemediziner; die Entscheidung hängt von Route und Jahreszeit ab. Mückenschutz gilt tagsüber wegen Dengue und abends wegen Malaria. Bei Fieber rät healthytravel.ch zu Paracetamol statt Aspirin, weil Letzteres das Blutungsrisiko bei Dengue erhöht.
Die CDC nennt Hitzeerkrankungen als mögliche Todesursache bei Reisenden und rät zu viel Trinken, leichter Kleidung und zum Meiden der Mittagszeit. Für Essen und Wasser gilt «Cook it, boil it, peel it or forget it»: kein Leitungswasser, kein Eis und keine ungeschälten Rohkostgerichte. Wegen streunender Hunde und Affen an Tempeln und Festungen ist Tollwut ein Thema; nach einem Biss die Wunde 15 Minuten mit Seife spülen und sofort ärztliche Hilfe suchen.
Allgemeine Impfempfehlungen sind auf der Landesseite beschrieben. Die Medikamentenwahl immer ärztlich abklären.
Quellen: healthytravel.ch · CDC Travelers' Health
Wie sicher ist Rajasthan für Reisende?
Strukturell relevant sind Betrug an Touristen, Verkehrsunfälle auf Überlandfahrten, Übergriffe auf Frauen und Hitze. Das Auswärtige Amt nennt für Rajasthan ausdrücklich organisierte Betrüger, etwa mit Schmuckgeschäften; die aktuelle Lage ist bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA zu prüfen.
Laut Auswärtigem Amt wurden Touristen in Rajasthan wiederholt Opfer gut organisierter Betrüger; verbreitet ist das Angebot, Schmuck oder Edelsteine gewinnbringend weiterzuverkaufen. Auf Überlandstrecken sind schwere Verkehrsunfälle häufig, Nachtfahrten sind zu vermeiden. Ausländerinnen, besonders allein oder in kleinen Gruppen Reisende, sind laut Auswärtigem Amt gelegentlich von Gewalt bis hin zu sexuellen Übergriffen betroffen, auch an Touristenorten.
Praktisch heisst das: Taxis über Apps oder feste Preise buchen, Wertsachen sichern, wenig Bargeld mitführen, bei Angeboten von Reisebüros und Schleppern misstrauisch bleiben und Unterkünfte vor der Ankunft prüfen. Naturgefahren sind Hitze von April bis Juni und Überschwemmungen im Monsun von Juli bis September.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA
Wie reist man nach Rajasthan und innerhalb der Region?
Die meisten internationalen Reisenden kommen über Delhi (DEL), das grösste Drehkreuz Indiens, und fahren oder fliegen weiter; Jaipur liegt rund 268 km von Delhi entfernt und hat mit JAI einen eigenen Flughafen mit Verbindungen in den Nahen Osten. Jodhpur (JDH), Udaipur (UDR) und Jaisalmer (JSA) sind vor allem von Delhi und Mumbai aus erreichbar.
| Flughafen | Code | Entfernung zur Stadt | Verbindungen laut Quelle |
|---|---|---|---|
| Jaipur | JAI | rund 10 km | Mumbai, Bengaluru, Delhi; international Abu Dhabi, Sharjah, Muscat, Bangkok |
| Jodhpur | JDH | gemeinsam mit Luftwaffenbasis | Delhi, Mumbai, Ahmedabad, Bengaluru, Hyderabad, Pune |
| Udaipur | UDR | rund 22 km | Mumbai, Bengaluru, Delhi, Hyderabad, Indore, Jaipur |
| Jaisalmer | JSA | rund 12.6 km | Delhi, Ahmedabad, Jaipur, Mumbai |
Delhi (DEL) ist laut Wikipedia seit 2009 der verkehrsreichste Flughafen Indiens und mit über 150 Zielen verbunden, darunter Europa, Nordamerika, Naher Osten und Südostasien.
Auf der Schiene ist Jaipur Junction (Code JP) der meistfrequentierte Bahnhof Rajasthans mit rund 35’000 Fahrgästen täglich; er liegt an den Strecken Delhi–Jodhpur und Delhi–Ahmedabad und hat Anschluss an die Pink Line der Metro. Sawai Madhopur ist ein Haltepunkt fast aller Züge auf der Strecke Delhi–Mumbai. Der Luxuszug Palace on Wheels fährt laut Wikipedia sieben Nächte zwischen Delhi, Jaipur, Sawai Madhopur, Chittorgarh, Udaipur, Jaisalmer, Jodhpur, Bharatpur und Agra, jeweils von September bis April.
Entfernungen zwischen Orten, Wikipedia-Angaben: Jaipur–Bikaner rund 330 km, Jaipur–Jaisalmer rund 575 km, Jaipur–Udaipur rund 415 km, Udaipur–Kumbhalgarh rund 84 km, Jaipur–Sawai Madhopur rund 121 km.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wie bezahlt man in Rajasthan?
Landeswährung ist die indische Rupie (₹, INR), die in 100 Paise unterteilt ist. Bargeld bleibt in Rajasthan auf Märkten, bei Rikschas und in kleineren Orten wie Pushkar oder Bundi wichtig; grössere Hotels und Restaurants nehmen meist Karten.
Laut Wikipedia sind Banknoten zu 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Rupien im Umlauf. Kleine Scheine helfen bei Rikschas, Tempelspenden und Trinkgeldern. Digitale Zahlungs-Apps sind in Indien weit verbreitet, setzen aber oft ein indisches Konto voraus; Reisende planen deshalb mit Karte und Bargeld.
Preise für Eintritte ändern sich und sind vor Ort oder auf den Seiten der Betreiber zu prüfen. Zu Schmuck und Edelsteinen sei an die Warnung des Auswärtigen Amts vor organisierten Betrügern erinnert.
Quellen: Wikipedia · Auswärtiges Amt
Wo übernachtet man in Rajasthan?
Rajasthan bietet Palast- und Havelihotels in ehemaligen Residenzen, einfache Gästehäuser in den Altstädten und Wüstencamps bei Jaisalmer. Der Lake Palace in Udaipur und viele Festungsstädte haben Hotels in historischen Gebäuden.
In Jaipur, Jodhpur und Udaipur übernachtet man meist in der Altstadt oder am See; die Lage nahe den Festungen spart Wege, bringt aber Lärm und enge Gassen. In Jaisalmer wohnen rund 4’000 Menschen im Fort selbst, wo auch Gästehäuser stehen.
Sawai Madhopur liegt rund 13 km vom Ranthambore-Park entfernt. Im Shekhawati-Gebiet dient etwa die Shahpura Haveli als Heritage-Hotel. Zur Hauptreisezeit zwischen Oktober und Februar sind Betten in Udaipur, Jaipur und Jaisalmer knapp, zu den Festterminen Pushkar-Markt und Desert Festival besonders.
Was isst man in Rajasthan?
Rajasthan ist laut einer Regierungsumfrage von 2014 mit 74.9 % Vegetariern Indiens vegetarischster Staat. Typisch sind Dal Baati Churma, Ker Sangri, Panchratna Dal, süsses Ghevar sowie Kachori; die Rajputen-Küche kennt dazu Fleischgerichte wie Laal Maas.
Die Wüstenküche entstand aus Wasser- und Gemüsemangel: Gerichte mussten sich mehrere Tage halten und liessen sich ohne Aufwärmen essen. Ker Sangri ist eine Kombination aus Wüstenbohnen und -beeren. Die Hofküche («Rajwaadi») nutzt viel Ghee, Milchprodukte, Trockenfrüchte, Mawa und Safran.
Jodhpur ist für Mirchi Bada und Mawa Kachori bekannt, Jaipur für Dal Baati Churma, Laal Maans und Ghevar, Bikaner für Bhujia. In Pushkar sind Fleisch, Fisch, Eier und Alkohol nach den lokalen Regeln verboten; Bishnoi und Jains leben strikt vegetarisch.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wie verhält man sich an religiösen Orten in Rajasthan?
Rajasthan hat hinduistische, jainistische und muslimische Heiligtümer. Die Regeln der einzelnen Heiligtümer (Schuhe, Kleidung, Fotografieren) stehen meist am Eingang und sind zu befolgen.
Der Ranakpur-Tempel wurde laut Wikipedia ab 1389 gebaut und zählt 1’444 Marmorsäulen; er ist dem ersten Tirthankara Adinath geweiht und bleibt eine aktive Pilgerstätte der Shvetambara-Jains. Die Dilwara-Tempel von Mount Abu stammen aus dem 11. bis 16. Jahrhundert, ebenfalls aus weissem Marmor.
Pushkar gilt als heiliger Ort: das Baden im See gehört laut Wikipedia zu jeder Pilgerfahrt dorthin; Badende und Rituale sind mit Respekt zu behandeln. Die Dargah in Ajmer ist ein aktiver Wallfahrtsort; Zurückhaltung und angemessene Kleidung sind selbstverständlich. Bei den Bishnoi in der Thar-Wüste zählt der Schutz von Bäumen und Tieren zu den 29 Prinzipien; 1730 kamen laut Wikipedia rund 363 Menschen um, als sie sich in Khejarli gegen das Fällen von Khejri-Bäumen stellten.
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Welche Erlebnisse gibt es in Rajasthan?
Zu den Höhepunkten gehören die Hügelfestungen, die Tigersafari in Ranthambore, Kamelritte in der Thar-Wüste und der Pushkar-Kamelmarkt. Sechs Festungen (Chittorgarh, Kumbhalgarh, Ranthambore, Amber, Jaisalmer, Gagron) sind seit 2013 als Hill Forts of Rajasthan Welterbe.
Hügelfestungen
Chittorgarh liegt auf einem 180 m hohen Hügel über 280 ha und war Schauplatz dreier Belagerungen (1303, 1535, 1567/68). Der Siegesturm Vijaya Stambha ist 37.2 m hoch. Kumbhalgarh, 84 km von Udaipur, hat laut Wikipedia eine rund 36 km lange Mauer und liegt auf 1’100 m. Gagron bei Jhalawar ist eine Hügel- und Wasserfestung aus dem 12. Jahrhundert.
Ranthambore und Keoladeo
Der Ranthambore-Nationalpark umfasst 1’334 km² und wurde 1974 Project-Tiger-Reservat. 2022 lebten laut Wikipedia 69 Bengaltiger dort. Die Festung im Park aus dem 10. Jahrhundert enthält den Trinetra-Ganesha-Tempel, der mittwochs viele Besucher anzieht. Das Keoladeo-Gebiet bei Bharatpur, 55 km westlich von Agra, ist Welterbe seit 1985 und zählt über 370 Vogelarten; man erkundet es mit Fahrrad oder Fahrradrikscha.
Wüste und Märkte
Die Thar-Wüste umfasst 264’091 km², zwei Drittel davon in Indien. Kamelsafaris ab Jaisalmer sind verbreitet; der Pushkar-Markt zieht laut Wikipedia 200’000 Besucher und mehr an und umfasst Viehhandel, Rennen und Pilgerbäder. Das Desert Festival in Jaisalmer im Februar zeigt Kamelrennen, Turban-Wettbewerbe und Volkstanz.
Tagesausflüge
Von Udaipur aus sind Kumbhalgarh und Ranakpur machbar, von Jaipur aus Amber, Bundi und das Shekhawati-Gebiet, von Jodhpur aus die Bishnoi-Dörfer. In Bikaner gibt es ein staatliches Kamelforschungszentrum (gegründet 1984).
Quellen: Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia · Wikipedia
Wie reist man in Rajasthan nachhaltig?
Wasser und Wärme sind die knappsten Güter der Region; die Jaisalmer-Festung leidet laut Wikipedia unter Wassereintritt und rund 500’000 bis 600’000 Besuchern im Jahr. Wer in der Festung übernachtet, belastet deren Abwasser- und Wasserhaushalt.
Wähle Unterkünfte ausserhalb der Festung, spare Wasser, meide Plastikflaschen mit eigenen Filterflaschen und besuche Orte ausserhalb der Spitzenzeiten. Elefantenritte am Amber Fort stehen wegen des Tierwohls in der Kritik, Jeeps sind die übliche Alternative.
Wie lässt sich Rajasthan mit anderen Zielen kombinieren?
Am häufigsten ist das Goldene Dreieck aus Delhi, Agra und Jaipur; von dort geht es nach Jodhpur, Udaipur und Jaisalmer. Der Palace on Wheels deckt acht Tage zwischen Delhi, Rajasthan und Agra ab.
Delhi liegt rund 268 km von Jaipur entfernt, Bharatpur mit dem Keoladeo-Park 55 km westlich von Agra. Ab Jaipur gehen Flüge nach Mumbai (siehe Mumbai), ab Jodhpur nach Ahmedabad, Bengaluru und Hyderabad.
Für wen eignet sich Rajasthan, für wen weniger?
Rajasthan passt zu Reisenden mit Interesse an Geschichte, Architektur, Märkten und Landschaften sowie zu Familien mit Geduld für lange Fahrten. Weniger geeignet ist es für Hitze-Empfindliche im Sommer, Reisende ohne Zeit für Distanzen und alle, die ungestörte Ruhe an Sehenswürdigkeiten erwarten.
Hügelfestungen liegen auf Anhöhen, die Wege dorthin sind für Gehbehinderte oft beschwerlich. Betrugsversuche gehören laut Auswärtigem Amt zur Realität. Wer Ruhe sucht, weicht auf Bundi, Shekhawati oder Mount Abu aus.