Was erwartet Reisende in der Toskana?
Die Toskana ist eine Region in Mittelitalien mit rund 22’987 km² Fläche und gut 3.6 Millionen Einwohnern, Hauptstadt ist Florenz. Sie vereint Städte wie Siena, Pisa und Lucca mit Weinbergen im Chianti, dem Hügelland des Val d’Orcia und der Küste der Maremma. Acht Stätten der Region stehen auf der UNESCO-Welterbeliste.
Die Region ist grösstenteils Hügelland: Hügel machen gut zwei Drittel der Fläche aus, Berge rund ein Viertel, der Rest ist Ebene und Küste. Die Reise folgt deshalb selten einer geraden Linie. Wer von Dorf zu Dorf fährt, legt kurze Strecken auf kurvigen Strassen zurück, und die Zeit geht eher in Aussichtspunkten, Weinkellern und Mittagstischen auf als in Kilometern.
Diese Seite vertieft den Abschnitt zur Toskana auf der Landesseite Italien. Sie behandelt Siena, das Chianti, San Gimignano und das Val d’Orcia ausführlich, dazu Pisa, Lucca, Volterra, Arezzo, Cortona und die Maremma. Die Stadt Florenz hat eine eigene Seite: Florenz.
Die wichtigste Entscheidung vor der Buchung ist das Verkehrsmittel. Die Städte lassen sich mit der Bahn verbinden, die Dörfer des Chianti und des Val d’Orcia in der Praxis nur mit dem Auto oder mit Touren. Daraus ergibt sich fast alles Weitere: Standort der Unterkunft, Ankunftsflughafen und Reisedauer.
Quellen: Wikipedia (en) · Regione Toscana / Toscana Promozione Turistica
Wie ist die Toskana geprägt?
Die Toskana ist ein Land der Stadtstaaten und der Landwirtschaft: Florenz, Siena, Pisa und Lucca waren im Mittelalter und in der Renaissance eigene Machtzentren, dazwischen liegen Weingüter, Olivenhaine und Zypressenreihen. Das Bild der sanften Hügel stammt von diesem Nebeneinander von Stadt und bewirtschaftetem Land.
Die Region grenzt an Ligurien, die Emilia-Romagna, die Marken, Umbrien und Latium. Die höchsten Erhebungen liegen im Apennin; im Westen schliesst die Küste mit dem Toskanischen Archipel an, zu dem die Insel Elba gehört. Die Region gliedert sich in neun Provinzen und die Metropolitanstadt Florenz.
Die Landschaften unterscheiden sich stark. Das Chianti zwischen Florenz und Siena ist Waldhügelland mit Weinbergen. Die Crete Senesi südlich von Siena sind kahle, helle Hügel; die dortigen weissen Schotterstrassen («strade bianche») geben einem Radrennen seinen Namen. Das Val d’Orcia im Süden ist weitläufig und offen. Die Maremma an der Küste war lange Sumpfland und ist heute für Rinder, Pferde und Schutzgebiete bekannt.
Die Dörfer sind meist klein und liegen auf Hügelkuppen. Pienza hat rund 2’100 Einwohner, San Gimignano rund 7’800, Montalcino rund 5’600. Das erklärt, warum die Zahl der Unterkünfte und Restaurants dort begrenzt ist und warum Tagesausflügler an Spitzentagen sichtbar ins Gewicht fallen.
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Welche Orte der Toskana lohnen sich?
Das Herz der klassischen Toskana-Reise bilden Siena mit der Piazza del Campo, das Chianti zwischen Florenz und Siena, San Gimignano mit 14 erhaltenen Türmen und das Val d’Orcia mit Pienza, Montalcino und Montepulciano. Pisa und Lucca liegen im Westen nahe am Flughafen Pisa, Arezzo und Cortona im Osten.
Siena
Siena hat rund 53’000 Einwohner und ist seit 1995 UNESCO-Welterbe. Das Herz ist die muschelförmige Piazza del Campo, an der das Rathaus mit dem Torre del Mangia steht. Der Dom ist ein romanisch-gotischer Bau, dessen Bau im 12. Jahrhundert begann. In der Pinacoteca Nazionale hängt Duccios «Maestà» von 1308 bis 1311.
Der Dom und seine Museen werden über einen gemeinsamen Pass erschlossen, den OPA SI PASS. Er umfasst den Dom mit dem Marmorfussboden, die Libreria Piccolomini, das Dommuseum, die «Porta del Cielo», den Panoramablick vom unvollendeten Neuen Dom, die Krypta und das Baptisterium. Tickets gibt es online über den Veranstalter des Domkomplexes.
Chianti
Das Chianti liegt zwischen Florenz und Siena. Der historische Kern umfasst Greve, Radda, Gaiole und Castellina in Chianti. Greve in Chianti liegt auf 236 m, rund 31 km südlich von Florenz und 42 km nördlich von Siena, und hat einen dreieckigen Marktplatz, auf dem seit Jahrhunderten Markt gehalten wird. Jeden September findet dort das Weinfest Chianti Classico statt.
Die Strasse zwischen den Orten führt durch Wald und Rebland. Wer das Chianti besucht, sollte mindestens eine Übernachtung dort einplanen, denn die Reize liegen weniger in einzelnen Sehenswürdigkeiten als in der Abfolge aus Dörfern, Weingütern und Landgasthäusern.
San Gimignano
San Gimignano liegt auf 324 m in der Provinz Siena. Von ursprünglich rund 72 mittelalterlichen Geschlechtertürmen, einige bis 70 m hoch, stehen noch 14. Die Altstadt ist seit 1990 UNESCO-Welterbe. Der Ort hat rund 7’800 Einwohner und eine Weinbautradition: Aus den Hängen stammt die weisse Vernaccia di San Gimignano.
Sehenswert sind die Collegiata mit Fresken des 14. und 15. Jahrhunderts und der Palazzo Comunale. Der Ort liegt an der Via Francigena, dem mittelalterlichen Pilgerweg Richtung Rom.
Val d’Orcia
Das Val d’Orcia reicht von den Hügeln südlich von Siena bis zum Monte Amiata und gehört zu den Provinzen Siena und Grosseto. Es ist seit 2004 als Kulturlandschaft UNESCO-Welterbe, mit 61’188 ha Kernzone. Die wichtigsten Orte sind Pienza, Montalcino, Montepulciano, San Quirico d’Orcia, Bagno Vignoni und Radicofani.
Pienza liegt auf 491 m. Der Ort entstand ab etwa 1459 als Idealstadt des Renaissance-Papstes Pius II., der hier 1405 geboren wurde; Architekt war Bernardo Rossellino. Das Zentrum ist seit 1996 UNESCO-Welterbe. Pienza ist auch für seinen Pecorino bekannt.
Montalcino liegt auf 567 m, 42 km von Siena und 110 km von Florenz entfernt. Hier wächst der Brunello di Montalcino aus der Sangiovese-Grosso-Traube, der mindestens fünf Jahre reift (Riserva: sechs). Die Fortezza aus dem Jahr 1361 hat einen fünfeckigen Grundriss.
Montepulciano thront auf einem 605 m hohen Kalkrücken, rund 13 km östlich von Pienza. Hier entsteht der Vino Nobile di Montepulciano (DOCG). Die Hauptgasse zieht sich 1.5 km durch die Altstadt; am letzten Sonntag im August wird das Fassrennen «Bravio delle botti» ausgetragen.
Bagno Vignoni liegt rund 50 km südlich von Siena. Im Zentrum liegt statt eines Platzes ein rechteckiges Thermalbecken aus dem 16. Jahrhundert, das «Piazza delle Sorgenti» heisst und von einer vulkanisch beheizten Quelle gespeist wird.
Pisa und Lucca
Pisa hat knapp 99’000 Einwohner. Auf der Piazza dei Miracoli stehen Dom, Baptisterium, Campo Santo und der Glockenturm, der berühmte Schiefe Turm. Der Flughafen Galileo Galilei (PSA) hat mit dem PisaMover eine 2 km lange Verbindung zum Hauptbahnhof, die in 5 Minuten zurückgelegt wird.
Lucca liegt in der Ebene am Serchio und hat rund 89’000 Einwohner. Die Renaissance-Stadtmauer ist komplett erhalten und dient heute als Promenade rund um die Altstadt. Der Torre Guinigi aus dem 14. Jahrhundert ist 45 m hoch und trägt oben Steineichen.
Volterra, Arezzo und Cortona
Volterra liegt auf 531 m und war als «Velathri» eine der zwölf Städte des etruskischen Bundes. Das Guarnacci-Museum zeigt Tausende etruskische Aschenurnen; die Alabasterverarbeitung besteht seit der Antike bis heute fort. Das römische Theater stammt aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.
Arezzo liegt rund 80 km südöstlich von Florenz. In der Basilika San Francesco hängt Piero della Francescas Freskenzyklus «Die Legende vom wahren Kreuz» (1453 bis 1464). Auf der Piazza Grande findet das Reiterspiel Giostra del Saracino statt.
Cortona liegt auf 494 m über dem Val di Chiana mit Blick bis zum Trasimenischen See. Die Stadt war etruskisch und trägt noch Mauern aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Der Bahnhof Camucia-Cortona liegt 3 km entfernt an der Linie Florenz–Rom.
Maremma, Saturnia und Elba
Die Maremma erstreckt sich über das südliche Toskana und das nördliche Latium, ihre grösste Stadt ist Grosseto. Typisch sind das Maremmano-Pferd und das graue Maremmana-Rind. Bei Saturnia entspringt schwefelhaltiges Wasser mit 37 °C, das in den Cascate del Mulino frei zugänglich ist.
Elba ist mit rund 245 km² die grösste Insel des Toskanischen Archipels, 10 km vor Piombino. Napoleon war hier von Mai 1814 bis Februar 1815 im Exil. Höchster Punkt ist der Monte Capanne mit 1’018 m.
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Wann ist die beste Reisezeit für die Toskana?
Die Toskana hat ein mediterranes Klima mit heissen, trockenen Sommern und feuchteren Wintern. Im Landesinneren sind die Schwankungen grösser als an der Küste. Die niederschlagsreichsten Monate sind Oktober und November, Frühling und Herbst sind milder als die heissen Sommermonate.
Die Region liegt im Übergang zwischen mediterranem und kontinentalem Klima. Die Küste ist mild, das Landesinnere regnerischer und schärfer. In Florenz zählt die Wetterstatistik rund 71 Tage mit mehr als 30 °C pro Jahr. In höheren Lagen des Apennins fällt im Winter öfter Schnee.
Die Niederschläge verteilen sich typisch mediterran: Der Sommer ist die trockene Zeit, die feuchteren Monate liegen zwischen Herbst und Frühling, im Raum Florenz sind Oktober und November am nassesten. Sommerregen fällt meist als kurzer Gewitterguss.
Nach Jahreszeit
- Frühling (April bis Juni): mildere Temperaturen als im Sommer, gut für Wanderungen. Die Hauptsaison beginnt, Tickets für Dom und Museen früher buchen.
- Sommer (Juli und August): heiss und trocken, am besten für Strand und Maremma. Stadtbesichtigungen sind in der Mittagshitze anstrengend, viele Landgasthäuser und Weingüter sind aber geöffnet. Am 2. Juli und am 16. August findet in Siena der Palio statt.
- Herbst (September bis November): Weinlese und Olivenernte. Der September ist in Greve die Zeit des Weinfests Chianti Classico. Ab Oktober nehmen Regenfälle zu.
- Winter (Dezember bis März): ruhig, kühl und regenreich; manche Agriturismi und Weingüter haben Betriebsferien. Dafür sind Städte wie Siena, Lucca und Florenz leer. Anfang März fährt das Radrennen Strade Bianche von Siena aus.
Für Wärme und lange Tage ist der späte Mai bis Juni und der September die gängige Wahl. Wer Hitze meidet, plant Städte morgens und abends und legt die Mittagszeit in einen schattigen Hof oder ins Museum.
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Was gilt für die Einreise in die Toskana?
Die Toskana gehört zu Italien, es gelten die Regeln des Landes. Deutsche und Österreicher reisen mit gültigem Reisepass oder Personalausweis ein. Wer Schweizer ist oder eine andere Staatsangehörigkeit hat, prüft die Regeln beim EDA bzw. bei der italienischen Botschaft.
Die Einreiseregeln, die Systeme EES und ETIAS, Zoll und Geld sind auf der Landesseite beschrieben: Italien. Massgeblich sind immer die amtlichen Stellen: Auswärtiges Amt, BMEIA und EDA. Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln, die Botschaft oder die Einwanderungsbehörde Italiens gibt Auskunft.
Regional abweichend sind vor allem die Verkehrszonen der Altstädte (ZTL, siehe Abschnitt Anreise) und die Eintrittsregeln der Dome und Museen. Beim Auswärtigen Amt steht, dass für Kinder eigene Reisedokumente nötig sind.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA
Worauf sollten Reisende gesundheitlich achten?
Healthytravel.ch empfiehlt für Italien die Standardimpfungen nach Schweizer Impfplan; Hepatitis B und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kommen je nach Reiseprofil in Betracht. In den Sommermonaten kommt das West-Nil-Virus vor, deshalb ist Mückenschutz sinnvoll. Zecken gibt es bei Wanderungen in Wald und Gras; ein Arzt klärt individuelle Impfungen vor der Abreise ab.
Die Reisemedizin nennt für Italien die Standardimpfungen, darunter Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Eine FSME-Impfung kommt in Betracht, wenn man sich in betroffenen Gebieten aufhält; dies klärt ein Arzt oder ein reisemedizinisches Zentrum ab.
Das West-Nil-Virus wird in Italien saisonal übertragen, besonders zwischen Juli und September. Healthytravel.ch empfiehlt, sich tagsüber und nachts vor Mückenstichen zu schützen. Auch Dengue und Chikungunya sind lokal aufgetreten.
Im Sommer sind Hitze und Sonne die häufigsten Belastungen: viel trinken, Mittagshitze meiden, Sonnenschutz tragen. Rund 71 Tage im Jahr überschreiten die Temperaturen in Florenz 30 °C. Weitere Hinweise stehen auf der Landesseite Italien.
Quellen: healthytravel.ch · Auswärtiges Amt · Wikipedia (en)
Wie sicher ist die Toskana?
Die Toskana gilt als sicheres Reiseziel; das Hauptrisiko ist Kleinkriminalität. Taschendiebstähle kommen in Touristenzentren vor, Autoeinbrüche besonders bei abgestellten Mietwagen. Strukturelle Naturrisiken sind Erdbeben, im Sommer Hitze und Waldbrände.
Das Auswärtige Amt nennt Taschendiebstahl in Touristenzentren und an Stränden als häufigste Kriminalitätsform. Das BMEIA weist auf Fahrzeugeinbrüche und -diebstähle hin und rät, keine Wertsachen im Auto zu lassen; ausländische Kennzeichen sind häufige Ziele. Gepäck gehört nie sichtbar ins geparkte Auto.
Italien liegt in einem Erdbebengebiet, im Sommer können Hitzewellen bis 40 °C und Waldbrände auftreten. Im Strassenverkehr gilt eine Promillegrenze von 0.5; Geschwindigkeitsgrenzen werden streng kontrolliert. Die aktuelle Lage entnimmt man den Reisehinweisen des EDA, des Auswärtigen Amts und des BMEIA; Notruf ist die 112.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA
Wie kommt man in die Toskana und weiter?
Die wichtigsten Ankunftsflughäfen sind Pisa (PSA) und Florenz (FLR); Pisa ist der grössere, Florenz liegt nur etwa 4 km nordwestlich des Zentrums. In der Region verbinden Regionalzüge die Städte, die Dörfer von Chianti und Val d’Orcia erreicht man praktisch nur mit Auto, Bus oder Tour.
Flughäfen
Pisa Galileo Galilei (PSA) fertigte 2024 rund 5.5 Millionen Passagiere ab und gehört zu den zehn grössten Flughäfen Italiens. Ryanair, easyJet, British Airways, Wizz Air und weitere bedienen ihn. Der PisaMover bringt Reisende in 5 Minuten zum Hauptbahnhof Pisa Centrale; Busse fahren nach Florenz.
Florenz Peretola (FLR) hat eine einzige, kurze Piste von etwa 1’560 m. Er wird vor allem aus europäischen Drehkreuzen angeflogen, etwa London, Paris, Amsterdam, Barcelona und Madrid. Eine Tramlinie verbindet ihn mit der Stadt, dazu fährt halbstündlich ein Bus zum Bahnhof.
Für Flüge von ausserhalb Europas ist in der Regel ein Umstieg in einem europäischen Drehkreuz oder in Rom nötig. Rom Fiumicino (FCO) liegt rund 253 Bahnkilometer von Siena entfernt; eine direkte Zugverbindung nach Siena gibt es nicht.
Bahn und Bus
Der Bahnhof Siena liegt unterhalb der Altstadt, Rolltreppen führen hinauf. Trenitalia fährt hier mit Regionalzügen die Linien Empoli–Siena, Siena–Chiusi und Siena–Grosseto; die meisten Züge verbinden mit Florenz Santa Maria Novella, Empoli, Grosseto und Chiusi. San Gimignano, Pienza, Montalcino und die meisten Dörfer des Chianti haben keinen Bahnhof; zu ihnen fahren Regionalbusse oder man nutzt das Auto.
Cortona wird über den Bahnhof Camucia-Cortona, 3 km entfernt, an der Linie Florenz–Rom erreicht. Arezzo liegt ebenfalls an dieser Hauptstrecke.
Mietwagen und ZTL
Mit dem Auto sind die Dörfer am besten zu erreichen. Die Altstädte haben jedoch fast durchgehend eine «zona a traffico limitato» (ZTL), eine Zone, in die nur Berechtigte einfahren dürfen. Rund 350 italienische Städte haben solche Zonen. Kameras überwachen sie, Bussgelder liegen laut Wikipedia zwischen 83 und 332 Euro, und Mietwagenfahrer erhalten sie oft Monate später. Navigationsgeräte warnen nicht zuverlässig, Beschilderung ist oft auf Italienisch.
Die Praxis: ausserhalb der Altstadtmauern parken, die ZTL-Schilder beachten, bei Hotels in der Altstadt vorher die Zufahrt klären. Autobahnen sind in Italien gebührenpflichtig, so schreibt es das Auswärtige Amt; das Auto sollte nie mit Wertsachen im Innenraum stehen bleiben.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Auswärtiges Amt · Regione Toscana / Toscana Promozione Turistica
Was kostet die Toskana und wie bezahlt man?
Währung ist der Euro. Preise schwanken stark nach Ort und Jahreszeit: Städte wie Florenz und San Gimignano sind im Sommer am teuersten, Agriturismi im Landesinneren oft günstiger. Verlässliche Tagesbudgets hängen von Unterkunft und Mietwagen ab.
Zahlen für Eintritte, Ticketpreise und Bahnfahrten ändern sich, daher gelten Preise auf offiziellen Seiten (Stand Oktober 2026 prüfen). Beim Dom von Siena erhalten Besucher mit dem OPA SI PASS Zugang zu allen Teilen; Preise nennt der Veranstalter online. Für Bahnfahrten sind Regionalzüge preiswert, Schnellzüge nach Florenz oder Rom kosten mehr.
Die Bistecca alla fiorentina wird nach Gewicht berechnet; Wikipedia nennt Spannen zwischen 20 und 100 Euro pro Kilogramm, ein Stück wiegt im Restaurant meist 0.9 bis 1.2 kg und wird für mehrere Personen bestellt. Eine Weinprobe auf einem Weingut kostet je nach Anbieter unterschiedlich; Preise vorher erfragen.
Währung, Zahlungsmittel, Trinkgeld und Notrufnummer stehen auf der Landesseite Italien.
Quellen: Wikipedia (en) · Opera della Metropolitana di Siena · Wikipedia (en)
Wo übernachtet man in der Toskana am besten?
Typisch sind Agriturismi, Landgüter mit Zimmern oder Apartments, daneben Stadthotels in Siena und Florenz. Wer ohne Auto reist, übernachtet in Siena, Lucca oder Pisa; mit Auto bietet sich ein Standort im Chianti oder Val d’Orcia an.
Ein Agriturismo ist rechtlich ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Gästeangebot. Italien regelt das seit einem Staatsgesetz von 1985 (geändert 2006), seit 2013 gibt es das Qualitätslabel «Agriturismo Italia» mit Sonnenblumen-Zeichen und 1 bis 5 Stufen. Die Toskana gilt als besonders bekannte Agriturismo-Region.
Die Wahl des Standorts bestimmt die Reise. Siena eignet sich als Basis für Tagesausflüge ins Chianti, nach San Gimignano und ins Val d’Orcia. Pienza oder Montepulciano passen für zwei, drei Nächte im Süden, Greve für das Chianti. Altstadthotels in der ZTL klären Anfahrt und Parkplatz vorab.
Hochsaison ist von Frühling bis Herbst; zum Palio-Wochenende und zur Weinlese sind Unterkünfte früh ausgebucht.
Quellen: Wikipedia (en) · Regione Toscana / Toscana Promozione Turistica
Was isst und trinkt man in der Toskana?
Die toskanische Küche ist schlicht und regional: ungesalzenes Brot, Olivenöl, Pecorino, Wurst wie Finocchiona und Fleisch vom Chianina-Rind. Bekannt sind Ribollita, Pappa al pomodoro, Pici, Panzanella und die Bistecca alla fiorentina. Dazu passen Chianti Classico, Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano.
Die Bistecca alla fiorentina stammt vom T-Bone des jungen Chianina-Rinds, ist 5 bis 6 cm dick und wird auf etwa 50 °C Kerntemperatur, also blutig, gegrillt. 2021 wurde sie als traditionelles italienisches Lebensmittel (PAT) anerkannt. Auf den Karten ist der Preis meist pro Hektogramm angegeben.
Weitere typische Gerichte: Lampredotto, ein Innereiengericht; Cinghiale, Wildschwein; Cantucci mit Vin Santo als Abschluss. Das ungesalzene Brot ist Absicht und passt zu salzigen Aufschnitten und Suppen.
Wein
Der Chianti besteht zu mindestens 80 % aus Sangiovese. Das Zeichen des schwarzen Hahns («Gallo Nero») kennzeichnet den Chianti Classico, der mindestens 12 % Alkohol und 7 Monate Holzfassreife verlangt. Die Kategorie Gran Selezione wurde 2014 eingeführt. Weitere DOCG-Weine sind Brunello di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano, Morellino di Scansano und Vernaccia di San Gimignano.
Der Brunello di Montalcino reift mindestens fünf Jahre (Riserva sechs), der Rosso di Montalcino ein Jahr. Im Val d’Orcia gibt es zusätzlich die DOC Orcia mit mindestens 60 % Sangiovese im Rotwein.
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Welche kulturellen Besonderheiten hat die Toskana?
Die Toskana ist Kernland der italienischen Renaissance und des Mittelalters. Florenz, Siena, Pisa und Lucca waren eigenständige Städte mit eigener Kunst; heute stehen acht Orte der Region auf der UNESCO-Liste. Lebendige Tradition sind der Palio in Siena und das Reiterspiel in Arezzo.
Die UNESCO-Welterbestätten der Toskana sind laut Wikipedia: die Altstadt von Florenz (1982), die Piazza del Duomo in Pisa, San Gimignano (1990), Siena (1995), Pienza (1996), das Val d’Orcia (2004), die Medici-Villen und -Gärten sowie Montecatini Terme.
Der Palio di Siena findet jedes Jahr am 2. Juli und am 16. August statt. Zehn der 17 Stadtviertel («Contrade») treten an, die sieben, die im Vorjahr nicht liefen, sind gesetzt, drei werden gelost. Die Reiter sitzen ohne Sattel, das Rennen über drei Runden auf der Piazza del Campo dauert höchstens etwa 90 Sekunden. Der Platz im Inneren des Campo ist frei zugänglich, Tribünenplätze müssen vorher gekauft werden. Ein Pferd kann auch ohne Reiter gewinnen.
In Arezzo wird das Reiterspiel «Giostra del Saracino» auf der Piazza Grande ausgetragen, in Montepulciano das Fassrennen am letzten Sonntag im August. Die Via Francigena, der Pilgerweg von Canterbury nach Rom, führt über Lucca, San Gimignano, Siena und das Val d’Orcia; rund 400 km davon liegen in der Toskana.
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Was kann man in der Toskana unternehmen?
Zum Programm gehören Stadtbesichtigungen in Siena, Pisa und Lucca, Weinproben im Chianti und in Montalcino, Wanderungen auf der Via Francigena, Radtouren auf den weissen Schotterstrassen sowie Thermalbäder in Bagno Vignoni und Saturnia. Die Region bietet auch Strände an der Küste und Ausflüge nach Elba.
Städte und Museen
In Siena lohnen der Dom mit dem Marmorfussboden, die Libreria Piccolomini und der Aufstieg zum Panorama des unvollendeten Neuen Doms. In Pisa genügt für die Piazza dei Miracoli ein halber Tag, in Lucca der Spaziergang auf der Stadtmauer und der Blick vom Torre Guinigi. Volterra bietet das Etruskermuseum Guarnacci mit Tausenden Aschenurnen.
Wein und Kulinarik
Weingüter im Chianti Classico, in Montalcino und Montepulciano bieten Führungen und Verkostungen an. Wer fährt, beachtet die Promillegrenze von 0.5. In Greve ist im September das Weinfest ein jährlicher Fixpunkt.
Natur, Rad und Wandern
Die «strade bianche» der Crete Senesi sind weisse Schotterwege. Auf ihnen wird im März das Profirennen Strade Bianche ausgetragen; rund ein Drittel der Strecke verläuft auf Schotter. Das Radrennen ging aus der Eroica hervor, einem Retro-Radrennen seit 1997. Die Via Francigena eignet sich für Etappenwanderungen: In der Toskana gibt es 13 Etappen.
Die Thermalquelle von Bagno Vignoni speist das Becken im Dorfzentrum. Zum Baden dienen in Saturnia die Cascate del Mulino mit etwa 37 °C warmem, schwefelhaltigem Wasser, frei zugänglich. In der Maremma kann man Reiten, Wandern und Strandbesuche verbinden.
Küste und Inseln
Die Küste reicht von der Versilia im Norden bis zur Maremma. Elba erreicht man per Fähre von Piombino nach Portoferraio; die Insel hat Strände wie Enfola und Fetovaia.
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Wie reist man in der Toskana nachhaltiger?
Nachhaltiger reist, wer Bahn und Regionalbus für die Städte nutzt, in kleinen Agriturismi übernachtet, Produkte direkt vom Hof kauft und die Hauptorte ausserhalb der Spitzentage besucht. Die Überlastung kleiner Dörfer ist ein strukturelles Thema.
Kleine Orte wie San Gimignano (rund 7’800 Einwohner) oder Pienza (rund 2’100) tragen im Sommer viele Tagesgäste. Wer früh am Morgen oder am Abend kommt, entlastet die Zeiten der Reisebusse. Ein Aufenthalt von mehreren Nächten verteilt den Besuch besser als eine Tagestour.
Agriturismi müssen als landwirtschaftliche Betriebe geführt werden und bieten oft Produkte vom eigenen Hof an. Die Bahn eignet sich für die Verbindungen zwischen Florenz, Pisa, Lucca, Siena und Arezzo; für die Dörfer bleibt oft das Auto. Radfahren und Wandern auf Schotterwegen und der Via Francigena sind eine Alternative.
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Womit lässt sich die Toskana kombinieren?
Die Toskana lässt sich gut mit Florenz, Rom, Ligurien oder der Emilia-Romagna verbinden; Cortona und Montepulciano liegen nahe an Umbrien. Florenz ist per Regionalbahn von Siena aus erreichbar.
Florenz ist die natürliche Ergänzung: Florenz ist ein eigener Reiseentscheid mit eigener Seite. Nach Süden schliesst Rom an. Nach Westen und Norden folgen Küste, Ligurien und die Emilia-Romagna.
Cortona und Montepulciano liegen nahe der Grenze zu Umbrien.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Für wen eignet sich die Toskana, für wen weniger?
Die Toskana passt zu Reisenden, die Kultur, Landschaft, Wein und gutes Essen verbinden wollen, am besten mit Mietwagen oder Tour. Weniger geeignet ist sie für alle, die Pauschalstrand, Nachtleben oder besonders günstige Preise suchen.
Gut passend: Paare und Kulturreisende, Weinfreunde, Familien mit Kindern ab dem Schulalter, die Städte und Hügeldörfer mit einem Mietwagen verbinden, Radfahrer und Wanderer.
Weniger passend: Reisende ohne Auto, die viele Dörfer sehen wollen, denn der Busverkehr ist dünn. Auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität stossen auf Treppen, Kopfsteinpflaster und steile Altstadtgassen. Wer Hitze schlecht verträgt, vermeidet Juli und August. Und wer Ruhe sucht, meidet San Gimignano und Siena am Mittag in der Hochsaison.