Was bietet Hiroshima mit Miyajima und wie viel Zeit braucht die Region?
Hiroshima und die Insel Miyajima (Itsukushima) liegen rund 25 Bahnminuten und 10 Fährminuten auseinander und tragen zwei UNESCO-Welterbestätten: den Atombombendom und den Itsukushima-Schrein. Zwei Nächte genügen für beide Orte, mit Ausflügen kommen drei bis vier zusammen.
Hiroshima ist eine Grossstadt mit gut 1.2 Millionen Einwohnern am Rand der Seto-Inlandsee, Miyajima eine Insel mit rund 2’000 Einwohnern. Die Region verbindet Gedenken und Geschichte mit Landschaft: der Friedenspark am Vormittag, der Schrein im Wasser am Nachmittag, abends Okonomiyaki in der Stadt oder ein Ryokan auf der Insel.
Allgemeine Einreise, Währung und Notrufe stehen auf der Landesseite Japan. Diese Seite behandelt, was in Hiroshima und auf Miyajima zählt: Friedenspark, Schrein, Fähren, Gezeiten und Tagesausflüge.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Wie ist die Region geprägt?
Hiroshima wurde am 6. August 1945 um 8:15 Uhr durch eine Atombombe zerstört; heute steht die Stadt für Wiederaufbau und Friedensarbeit. Miyajima gilt seit Jahrhunderten als heilige Insel, deren Schrein 1168 unter Taira no Kiyomori ausgebaut wurde.
Laut Wikipedia starben bei dem Angriff mindestens 70’000 Menschen sofort, rund 70 % der Gebäude wurden zerstört; bis zum Jahresende lag die Zahl der Toten bei 90’000 bis 140’000. Der Friedenspark entstand zwischen 1950 und 1964 um den Dom herum und ist Schauplatz der jährlichen Gedenkfeier am 6. August mit einer Schweigeminute um 8:15 Uhr.
Miyajima ist das Gegenstück: ein Ort der Shinto-Tradition. Seit 1878 sind in der Nähe des Schreins weder Geburten noch Todesfälle erlaubt; Schwangere und Todkranke wechseln deshalb traditionell aufs Festland. Sikahirsche gelten als Boten der Götter und laufen frei herum.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Welche Orte gehören zu Hiroshima und Miyajima?
Das Herz der Stadt ist der Friedenspark mit Atombombendom, Kenotaph und Museum; das Museum kostet laut Eigenangabe 200 Yen. Auf Miyajima stehen der Itsukushima-Schrein mit dem 15 m hohen Torii, der Berg Misen und die Senjokaku-Halle.
Friedenspark und Atombombendom
Der Dom war die 1915 fertiggestellte Industrieausstellungshalle nach Plänen des tschechischen Architekten Jan Letzel. Er stand dem Explosionspunkt am nächsten und blieb als Gerippe stehen; seit 1996 ist er UNESCO-Welterbe.
Im Park stehen der sattelförmige Kenotaph mit dem Verzeichnis der Opfer (laut Japan Guide über 220’000 Namen), die Flamme des Friedens, die seit 1964 brennt, und das Denkmal der Kinder für Sadako Sasaki und ihre Papierkraniche.
Friedensmuseum
Das Museum zeigt Gegenstände, Zeitzeugenberichte und Material zur Bombardierung. Öffnungszeiten, Preise und Reservierung stehen im Abschnitt «Erlebnisse».
Burg und Shukkeien
Die Burg wurde 1592 bis 1599 von Mori Terumoto gebaut, am 6. August 1945 zerstört und 1958 als Betonbau mit fünf Geschossen wieder errichtet; der Hauptturm dient als Museum zur Geschichte der Stadt vor dem Zweiten Weltkrieg. Der Garten Shukkeien geht auf das Jahr 1620 zurück und öffnete nach den Kriegsschäden 1951 wieder.
Itsukushima-Schrein und Torii
Die Schreingebäude stehen auf Pfählen über der Bucht, damit sie bei Flut zu schweben scheinen. Das Torii ist rund 15 m hoch, aus Kampferholz gebaut und in seiner heutigen Form von 1875; ein Torii an dieser Stelle gibt es laut Wikipedia seit 1168. Bei Ebbe liegt der Meeresboden frei und man kann bis zum Tor gehen.
Berg Misen und Senjokaku
Der Misen ist der höchste Punkt der Insel; die Höhe wird je nach Quelle mit 500 m (Japan Guide) oder 535 m (Wikipedia) angegeben. Die Senjokaku-Halle («Halle der 1’000 Matten») liess Toyotomi Hideyoshi 1587 bauen; sie blieb unvollendet.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Japan Guide · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Japan Guide · Japan Guide
Wann ist die beste Reisezeit für Hiroshima und Miyajima?
Hiroshima hat ein feucht-subtropisches Klima; der Regen erreicht im Juni und Juli seinen Höhepunkt, der August ist laut Wikipedia meist sonniger. Miyajima ist im Herbst für das Ahornlaub und im Frühjahr für die Kirschblüte bekannt.
Die Seto-Inlandsee schützt die Region; Wikipedia beschreibt das Klima der Präfektur als sehr mild.
Der Auswärtige Amt nennt für den Süden Japans eine Taifunsaison im Spätsommer. Am 6. August findet jedes Jahr die Gedenkzeremonie im Friedenspark statt.
Auf Miyajima zählen die Gezeiten mehr als die Jahreszeit: Bei Flut steht der Schrein im Wasser, bei Ebbe lässt sich das Torii zu Fuss erreichen.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Auswärtiges Amt · Wikipedia (en)
Was gilt für die Einreise in die Region?
Für Hiroshima und Miyajima gibt es keine eigenen Einreiseregeln; es gelten die Bestimmungen für Japan. Deutsche und Österreicher reisen laut Auswärtigem Amt und BMEIA bis zu 90 Tage ohne Visum ein. Regional kommt nur die Besucherabgabe für Miyajima hinzu.
Einreise, Zoll und Visum stehen auf der Landesseite Japan. Für andere Staatsangehörigkeiten gelten eigene Regeln; Botschaft oder Einwanderungsbehörde Japans geben Auskunft. Massgeblich sind die amtlichen Stellen von EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.
Regional kommt die Besucherabgabe hinzu: Auf Miyajima werden 100 Yen pro Person erhoben (siehe «Geld»).
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA · Get Hiroshima
Welche Gesundheitshinweise gelten für Hiroshima und Miyajima?
healthytravel.ch empfiehlt neben den Routineimpfungen die Japanische Enzephalitis nur bei erhöhtem Risiko, etwa bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten in der Übertragungszeit Juli bis Oktober. Hepatitis A wird laut CDC für die meisten Reisenden erwogen.
Die Region ist städtisch und touristisch erschlossen; das Risiko ist für Kurzaufenthalte gering. Ob Impfungen sinnvoll sind, klärt die Reisemedizin vor der Abreise.
Der Aufstieg auf den Misen dauert laut Japan Guide eineinhalb bis zwei Stunden; im Sommer sind Wasser und Sonnenschutz wichtig. Gelbfieber ist laut CDC für Japan weder empfohlen noch vorgeschrieben.
Quellen: healthytravel.ch · CDC Travelers' Health · Japan Guide
Wie sicher ist die Region?
Die Kriminalität ist laut Auswärtigem Amt insgesamt niedrig. Strukturell zählen Erdbeben, Tsunami und Taifune; Gedenkstätten verlangen respektvolles Verhalten. Die aktuelle Lage steht bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA.
Japan liegt in einer aktiven Erdbebenzone, und starke Beben können Tsunamiwarnungen auslösen. Das BMEIA verweist auf ganzjährig mögliche Naturgefahren wie Erdbeben und Taifune.
Aktuelle Lage bei EDA, Auswärtigem Amt und BMEIA prüfen.
Quellen: Auswärtiges Amt · BMEIA · EDA
Wie kommt man nach Hiroshima und Miyajima?
Der Flughafen Hiroshima (HIJ) liegt rund 50 km östlich der Stadt in Mihara und ist per Bus in 45 bis 50 Minuten mit dem Bahnhof verbunden. Die meisten reisen mit dem Shinkansen an: Von Tokio dauert es mit dem Nozomi rund vier Stunden.
Der HIJ bedient laut Wikipedia unter anderem Tokio-Haneda, Sapporo und Naha sowie Taipeh, Schanghai, Hongkong und Seoul. Japan Guide nennt für den Flughafenbus 50 Minuten und 1’500 Yen. Die Fernverbindung läuft über die San’yo-Shinkansen-Linie; die Fahrt von Tokio kostet laut Japan Guide ohne Reservierung 18’380 Yen (Stand Oktober 2026).
In der Stadt ist die Strassenbahn Hiroden das wichtigste Verkehrsmittel: laut Japan Guide neun Linien, 240 Yen Einheitspreis und Einfahrt in den Hiroshima-Bahnhof im zweiten Stock. Zum Friedenspark fahren die Linien 2 und 6 bis Genbaku-Domu Mae in 15 Minuten.
Nach Miyajima nimmt man die JR Sanyo-Linie bis Miyajimaguchi (laut Japan Guide 25 Minuten, 420 Yen) oder die Tram-Linie 2 (240 Yen, langsamer). Von dort fahren zwei Gesellschaften, JR und Matsudai, in 10 Minuten zur Insel. Direkte Schiffe vom Friedenspark brauchen 45 Minuten und kosten 2’400 Yen einfach, vom Hafen Hiroshima 30 Minuten für 2’300 Yen.
Quellen: Wikipedia (en) · Japan Guide · Japan Guide · Japan Guide
Was kostet ein Besuch in Hiroshima und Miyajima?
Die Währung ist der Yen. Das Friedensmuseum kostet 200 Yen, der Itsukushima-Schrein 300 Yen (500 Yen mit Schatzhaus), die Fähre rund 200 Yen plus 100 Yen Besucherabgabe (Stand Oktober 2026).
Die Fähre der JR kostet laut deren Preisseite 180 Yen für Erwachsene, Japan Guide nennt 200 Yen; die Quellen widersprechen sich, daher vor Ort prüfen. Die Abgabe von 100 Yen ist seit dem 1. Oktober 2023 fällig, Kinder im Vorschulalter, Einwohner und Beschäftigte der Insel sind befreit; Rail-Pass-Inhaber zahlen sie separat.
Die Seilbahn auf den Misen kostet laut Japan Guide 1’100 Yen einfach und 2’000 Yen hin und zurück, die Senjokaku-Halle 100 Yen. Ein Tagesticket für die Tram kostet 700 Yen, Tram plus Fähre 1’000 Yen.
Quellen: Hiroshima Peace Memorial Museum · Hiroshima Hub · JR West Miyajima Ferry · Japan Guide · Get Hiroshima · Japan Guide · Japan Guide · Japan Guide
Wo übernachtet man am besten?
Die meisten übernachten in Hiroshima in Bahnhofs- und Zentrumsnähe, nahe an Tram und Shinkansen. Auf Miyajima gibt es Ryokan und Hotels, laut Japan Guide ab etwa 9’000 Yen pro Nacht.
Wer auf der Insel schläft, erlebt den Schrein am Abend und früh am Morgen ohne Tagesgäste; Japan Guide verweist darauf, dass Schrein und Torii täglich bis 23:00 beleuchtet sind.
Quellen: Japan Guide
Was isst man in Hiroshima und auf Miyajima?
Hiroshima ist für Okonomiyaki bekannt: Zutaten werden geschichtet statt gemischt, mit drei- bis viermal so viel Kohl wie in der Osaka-Variante. Auf Miyajima ist Momiji Manju, ein Gebäck in Ahornblattform mit Rotbohnenpaste, die Spezialität.
Momiji Manju wurde in der späten Meiji-Zeit erfunden und gilt als Mitbringsel der ganzen Präfektur; heute gibt es Varianten mit verschiedenen Füllungen.
Quellen: Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Welche Bräuche und Regeln sollte man kennen?
Am Schrein und im Friedenspark gilt Zurückhaltung. Der Itsukushima-Schrein ist ein aktiver Shinto-Kultort, auf den Holzgängen sollte man auf die Fugen zwischen den Brettern achten, und der Park erinnert an Zehntausende Tote.
Der Shinto-Schrein ist ein aktiver Kultort. Auf den Holzgängen sollten Besucher auf die Fugen zwischen den Bodenbrettern achten und bequeme Schuhe tragen. Das Kinderdenkmal erinnert an Sadako Sasaki und ihre Papierkraniche.
Quellen: Hiroshima Hub · Wikipedia (en)
Was kann man in Hiroshima und auf Miyajima unternehmen?
Das Friedensmuseum ist von 7:30 bis 19:00 Uhr geöffnet (August bis 20:00, Dezember bis Februar bis 18:00); in der ersten Stunde und abends ist eine Online-Reservierung nötig. Auf Miyajima lohnen Schrein, Misen und die Senjokaku-Halle.
Friedensmuseum: Laut Eigenangabe kostet der Eintritt 200 Yen für Erwachsene, 100 Yen für Oberschüler, jüngere Kinder sind frei (Stand Oktober 2026). Geschlossen ist am 30. und 31. Dezember sowie Mitte Februar.
Itsukushima-Schrein: Der Schrein ist ganzjährig geöffnet, laut Hiroshima Hub von März bis Mitte Oktober 6:30 bis 18:00 Uhr (Stand Oktober 2026), im Winter kürzer. Der Eintritt beträgt 300 Yen, mit Schatzhaus 500 Yen.
Misen: Die Seilbahnstation liegt zehn Gehminuten vom Schrein; die Fahrt dauert mit Umstieg rund 20 Minuten, vom Gipfelbahnhof sind es etwa 30 Minuten steil zu Fuss. Drei Wanderwege führen hinauf (Momijidani, Daisho-in, Omoto), jeweils in eineinhalb bis zwei Stunden.
Tagesausflüge: Iwakuni mit der Kintai-Brücke (rund 175 m, fünf Holzbögen, 1673 gebaut, 1953 nach Taifunschäden neu errichtet), Onomichi als Start der Shimanami-Radroute (59.4 km bis Imabari, 55 Brücken) und Okunoshima, die Kaninchen-Insel mit dem Giftgasmuseum (1988 eröffnet).
Quellen: Hiroshima Peace Memorial Museum · Hiroshima Hub · Japan Guide · Wikipedia (en) · Wikipedia (en) · Wikipedia (en)
Wie reist man verträglich?
Die Besucherabgabe von 100 Yen finanziert laut Get Hiroshima Wanderwege, Kulturgüter und Infrastruktur auf Miyajima. Bahn, Tram und Fähre ersetzen vor Ort das Auto.
Laut Get Hiroshima fliessen die Einnahmen auch in Betrieb des Museums für Geschichte und Volkskunde und in Wasserspender.
Quellen: Get Hiroshima
Womit lässt sich die Region kombinieren?
Hiroshima passt auf eine Reise zwischen Osaka und Kyoto im Osten und Kyushu im Westen; die San’yo-Shinkansen-Linie verbindet die Stationen. Von Tokio dauert die Fahrt mit dem Nozomi rund vier Stunden.
Im Osten folgen Osaka und Kyoto, im Westen Kyushu. Ein Ausflug nach Iwakuni oder Onomichi füllt einen Tag.
Quellen: Japan Guide
Für wen eignet sich die Region, für wen weniger?
Geeignet ist die Region für Reisende mit Interesse an Geschichte, Architektur und Landschaft; zwei Tage reichen. Weniger passt sie für Strand- und Aktivurlauber sowie für alle, die in Gedenkstätten lieber nicht verweilen.
Das Museum behandelt die Bombardierung eindringlich; Familien mit kleinen Kindern sollten das bedenken.
Quellen: Japan Guide